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  1. #1
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    Opiate nur kurzfristig???

    Hallo,
    neulich hab ich im TV einen Beitrag über eine Entzugsklinik gesehen. Die haben da gesagt, das Opiate, also bes. die Schmerzpflaster und Tabletten nur wenige Wochen genommen werden dürfen. Dann muß auf etwas anderes umgestellt werden. Ja, auf was denn, wenn man die Hälfte nicht verträgt und der Rest wirkt nicht....
    Die sagen, man muß dann in eine Entzugsklinik und sich da umstellen lassen. Ich habe jetzt schon fast ein Jahr die Morphinpflaster in gleicher Dosis, davor hatte ich Valoron und Tilidintr. Ich kann mir nicht vorstellen, das mir eine Hängematte und entspannende Musik die ganzen Schmerzen wegbläst.
    Wer von euch nimmt auch schon länger so harte Schmerzmittel, wer mußte tatsächlich schon mal in den Entzug????
    Ich weiß gar nicht mehr was ich denken soll.....
    Brigitte

  2. #2
    Avatar von PT1303
    PT1303 ist offline geht es endlich wieder gut
    Registriert seit
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    1.084
    Hallo Brigitte,

    ist das nicht nur Panikmache?. Ich bin zwar erst bei Tillidintr. angekommen, reicht aber auch schon. Die meisten Ärzte, die ich kenne stehen auf dem Standpunkt, dass Opiate weniger Nebenwirkungen haben als normale Schmerzmittel.

    Und wenn "normale" Schmerzmittel nicht wirken, bleibt doch keine andere Möglichkeit. Es ist doch ganz klar, das Opiate abhängig machen können. Sehe die Gefahr aber hauptsächlich in der Psyche des Einzelnen.

    Es gibt meiner Meinung nach auch Unterschiede zwischen Abhängigkeit und Abhängigkeit. Medizinisch begleitete Abhängigkeit oder Abhängigkeit durch unkontrollierte Einnahme der Medis.

    Es liegt also bei jedem selbst, wie er sich entscheidet.

    Unerträgliche Schmerzen und damit fast wahnsinnig werden oder
    Opiate nehmen und halbwegs normal leben können.

    Die Einnahme von Opiaten ist eine Entscheidung, die jeder für sich selbst treffen muss.

    LG Petra
    Geändert von PT1303 (01.09.2009 um 08:07 Uhr)
    Das LEBEN soll kein uns GEGEBENER,
    sondern ein von uns GEMACHTER ROMAN sein.
    (Novalis)

  3. #3
    Registriert seit
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    3.128
    Hallo Brigitte,

    also die Leute, die ich kenne, die Morphium-Pflaster oder sonstige Opiate nehmen, nehmen die schon ewig und wechseln nicht. Natürlich sind sie davon abhängig, aber das ist das kleinere Übel. Die sind froh, dass sie was haben, das wirkt, ständig umstellen ist ja auch nicht gut, wenn der Körper sich ständig umstellen muss und dann vielleicht das eine oder andere gar nicht mehr wirkt?!? Ich habe sogar mal miterlebt, dass eine Klientin, die vom Morphium-Pflaster weg wollte, gar keinen Krankenhausaufenthalt dafür genehmigt bekommen hat mit dem Argument, sie sei ja keine Süchtige, daher hätte sie auf einer Entgiftungsstation nichts verloren... Die Krankenkasse wollte dafür gar nicht die Kosten übernehmen! Diese Klientin hatte dann vom Schmerzarzt die Empfehlung bekommen, millimeterweise Stückchen vom Pflaster wegzuschneiden und so zu reduzieren, bzw auch wieder, wenns nicht reicht, zu erhöhen.

    Gruß

    Seisa
    "Humor ist der Schwimmreif auf dem Strom des Lebens"

  4. #4
    Registriert seit
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    1.712
    Hallo Seisa,
    na das mit dem Pflasterabschneiden ist ja wohl der Witz des Tages. Die Dinger soll man ja gar nicht teilen, weil man dann gar keine Kontrolle mehr über die tatsächliche Dosis hat.
    Petra: in der Zwischenzeit vertrete ich deine Meinung voll und ganz. Also ich sehe das auch nicht so krass mit der Gewöhnung. Vorrang hat die Schmerztilgung.
    Also Leute, lasst euch durch die Medien nicht verrückt machen, auch wenn es Ärzte sind, die da rumjammern. wen man genau hinschaut, dann müssen eben all die Entzugskliniken auch leben und das tun sie am besten wenn man den Patienten gründlich einschüchtert.
    Für mich ist das Norspanpflaster ein wahrer Segen. Ich bin bei der niedrigsten Dosierung und außer einem verschlafenen Darm habe ich keine Nebenwirkungen, ganz im Gegensatz zu allen anderen Schmerzmitteln. Und dem Darm kann man auf andere Weise auf die Sprünge helfen.
    Brigitte

  5. #5
    Registriert seit
    06.2008
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    3.128
    Hallo Brigitte,

    im Prinzip ist das doch auch wurscht, Sucht ist Sucht bzw. Gewöhnung ist Gewöhnung. Und ob man da jetzt Präparate wechselt vom einen Opioid zum anderen -sind doch beides Opioide. Und man nimmt sie ja nicht zum Spaß oder für den Kick, die sollen gegen die Schmerzen wirken und solange sie das tun ist es gut so. Ich würde mich da auch nicht verrückt machen lassen! Wir sind keine Junkies, die die Dinger als Drogen einsetzen, wir lindern reale Beschwerden, weil es leider keine andere Möglichkeit gibt!

    Gruß

    Seisa
    "Humor ist der Schwimmreif auf dem Strom des Lebens"

  6. #6
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    Hallo Brigitte,

    ich habe jetzt schon verschiedene Philosophien gehört... mein HA hat mir ziemlich schnell Oxygesic oder Jurnista verschrieben, damit ich erst mal aus den Schmerzen raus komme und damit dann in Ruhe nach der Ursache gesucht werden kann...

    Letztes Wochenende beim Seminar in Bad Eilsen hat die Ärztin den Standpunkt vertreten, dass Morphine bei MB möglichst nicht gegeben werden sollten - die hat die Senkung der Schmerzschwelle mit Amitryptilin bevorzugt und damit wohl auch gute Erfahrungen...

    Aber am Ende muss wohl jeder mit Hilfe seines Arztes selber ausprobieren was am besten ist....

    Liebe Grüße

    Lydia
    Lächle in die Welt - und die Welt lächelt zurück!

  7. #7
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    1.712
    Ja, ja, Amitriptillin hat mir seinerzeit der HA verschrieben und der Rheumi hat es abgesetzt und durch Noerspan ersetzt. Mein toller Rentengutachter hat dann gemeint, das weder Amitriptillin noch Norspan seine Wirkung auf die Gelenke ausbreitet. Der meinte ich bräuchte im Grunde gar nichts nehmen. Klar, ein Simulant braucht eigentlich gar nichts!
    Brigitte

  8. #8
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    Also,
    Amitriptilin hatte ich auch schon- leider haben sie nicht so viel gebracht als daß ich durch sie nur eine Tablette einsparen konnte.
    Und zum Tilidin meinte meine HÄ, daß eine Abhängigkeit entsteht wenn man sich mit diesem Mittel als Gesunder den Kick verschafft.Beim Kranken wäre das nicht der Fall, da dieser das Mittel ja zur schmerzreduktion nimmt.

    Ich hatte Tilidin einige Monate und habe sie auf eigene Faust langsam abgesetzt. Bis auf nächtliches Schwitzen (von dem ich nicht weiß ob es in Verbindung zum Entzug stand) hatte ich keine Probleme. Innerhalb einer Woche war ich von 200mg auf 0 runter- habe sie eben einfach nicht mehr genommen.
    Also , keine Angst. Manchmal geht es leichter als erwartet.

    LG Emmi

  9. #9
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    2.446
    Hallo Brigitte und Co.,

    also mir haben die Amitryptilin sehr gut geholfen, sie haben wirklich die Schmerzblode durchbrochen, ich musste sie nur einige wochen nehmen und konnte sie dann wieder absetzten.
    Der einzige Nachteil war am Anfang die lange Müdigkeit am morgen, die habe ich aber gerne in Kauf genommen, da ich endlich mal nachts wieder durchschlafen konnte, dadurch hat sich mein ganzes schlafverhalten zum positiven verändert und mit den Schmerzen kann ich jetzt wieder ganz gelassen umgehen.

    Grüssle
    Karola
    "Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern mit den Augen die Tür zu finden." (Unbekannt)

  10. #10
    Registriert seit
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    256
    Hallo Ihr Lieben,

    ich komme gerade aus der Klinik und habe einen Entzug hinter mich gebracht.

    Bin froh das Morphim los zu sein.

    Aber ich muss auch sagen, wenn es irgendwann mal wieder nicht mehr geht und ich bekomme es wieder verschrieben, werde ich es auch nehmen.

    Der Entzug war sooooo schlimm auch nicht. Ich habe das Medi weit über 6Jahre genommen. Und wenn ich es mal vergessen habe, oh ha...........

    In der KLinik hat man dann langsam reduziert und mir andere Medis gegen die Schmerzen gegeben.
    Es war nicht lustig. So rund 5Tage waren die Schmerzen doch sehr schlimm. Und manchmal hab ich gedacht, die Ärzte finden einfach nichts gescheites mehr gegen meine Schmerzen.

    Dann so am 6. Tag nach der Reduzierung, habe ich dann das richtige Medi wohl bekommen.

    Mir geht es gut wie seit Jahren nicht mehr. Und ich bin viele Nebenwirkungen los, die mein Morphin gemacht hat.

    Aber ich muss es noch mal sagen, ich war eine Zeitlang froh dieses Medi zu haben. Und es für viele Patienten ein Segen.

    Deshalb an Alle, die im Moment nicht ohne auskommen. Lasst euch nicht irre machen. Für mich war es besser mit, weniger Schmerzen zu leben und mit Morphin, als umgedreht.

    Das ist aber meine persönliche Meinung. Die ich keinem aufdrängen will.

    Liebe Grüße

    Angela

  11. #11
    Registriert seit
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    Hallo Angela,
    ich kann dich ganz gut verstehen. Ich denke, bei Tabletten sieht es vielleicht noch etwas anders aus. Ich kann mir halt so gar nicht vorstellen wie man ein niedrigst dosiertes Pflaster schrittweise absetzen kann. Eines ist sicher: wenn die Schmerzen trotzdem mal sehr arg sind, dann werde ich nicht mit Morphintbl.aufstocken, so wie mein HA meint. Diese Kombination hat mir schon mal ne Halluzination verschafft. Das hat mir Angst gemacht. da ich sehr oft trotz Pflaster Schmerzen habe, scheint es mir unsinnig eine Absetzung in Erwägung zu ziehen. Nebenwirkungen habe ich bis auf den verhärteten Stuhlgang nicht, oder muß ich besser sagen, noch nicht.
    Brigitte

  12. #12
    Registriert seit
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    256
    Hallo Brigitte,

    ich kann verstehen das du Angst hast von deinen Pflastern auf etwas anderes umzusteigen. Ging mir genauso.

    Allerdings muss ich auch sagen, nach einigen Jahren halfen die Opiate nicht mehr. Ich hatte solche Schmerzen, das ich zeitweise auf einen Rolllator angewiesen war. Es waren grausame Schmerzen.
    Auch wenn du es vielleicht nicht glauben kannst, aber im Moment (ich weiss natürlich nicht wie es in einem halben Jahr aussieht) bin ich fast schmerzfrei. Ich kann schlafen. Ich kann laufen.

    Ich hab soviel mehr Lebensqualität. Ich bin gestern mit meinem Mann fast 2Std. spazieren gegangen. Es fühlt einfach toll an.

    Wenn du glaubst das dir das Pflaster nicht mehr so hilft wie zu Anfang, dann überlege mit deinem Arzt einen anderen Weg.

    Es lohnt sich. Auch wir haben ein bischen Recht auf Leben. Und nicht nur auf Schmerzen.

    Ich hoffe ich bin dir jetzt nicht zu nah getreten. Das wollte ich nicht. Ich wollte dir nur ein bischen Mut machen, einen neuen Weg zu gehen.

    Denn dieses Forum ist "schuld" das ich jetzt nach sovielen Jahren eine Diagnose habe.

    Ich wünsche dir, das du einen Weg für dich findest. Gute Besserung.

    Liebe Grüße

    Angela

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