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  1. #41
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    zu den TNF's

    Bahnbrechende Forschungserfolge im Kampf gegen Rheuma

    Von Gisela Schütte 9. Februar 2009, 01:42 Uhr
    Knotige Gelenke und gebeugte Rücken gehören dank neuer Medikamente und Therapien der Vergangenheit an

    Alte Menschen mit knotigen Fingergelenken und vom Rheuma gebeugtem Rücken - das wird es in Zukunft nicht mehr geben. Denn helfen sollen neue Medikamente, sogenannte Biologicals. Das sind Antikörper, die die rheumatische Entzündung angreifen. Die bisherigen Ergebnisse mit den Substanzen sind vielversprechend. Forscher und Ärzte arbeiten derzeit an neuen Therapiemodellen, die die Wirkstoffe optimal einsetzen.

    Das berichtet Professor Jürgen Wollenhaupt, Chef der Rheumatologie im Schön Klinikum Eilbek. Wollenhaupt ist einer der führenden Vertreter der Fachrichtung, die Eilbeker Abteilung eine der ersten Adressen in Deutschland. Das Team ist an vielen internationalen Studien beteiligt, und das bereits in frühen Phasen der Medikamentenentwicklung, die die Möglichkeiten der neuen Mittel ausreizen. Erst kürzlich hat Wollenhaupt beim Jahreskongress der amerikanischen Rheumatologen-Gesellschaft, des American College of Rheumatology in San Francisco, berichtet. Der Arzt ist zudem Leiter einer Konsensuskonferenz führender deutscher Rheumatologen, die Empfehlungen für das Vorgehen bei der Behandlung Rheumakranker erarbeitet.
    Insgesamt rund 300 Patienten wurden in Eilbek bereits mit den neuen Medikamenten behandelt. "Ziel ist die komplette Symptomfreiheit der Patienten", so Wollenhaupt. Vor zehn Jahren wurde der erste Vertreter der Biologicals in Deutschland zugelassen, der die rheumatischen Erkrankungen sozusagen an der Wurzel bekämpft. "Unterdessen sind mehrere neue Substanzen hinzugekommen, weitere sind in der Entwicklung." Die Antikörper blockieren die Entzündung, die zu den schweren Folgen des Rheumas führt.

    Praktisch alle führenden Pharmaunternehmen erforschen derzeit diesen neuen Weg der Rheumatherapie und entwickeln neue Biologicals für eine noch wirkungsvollere und nebenwirkungsarme Therapie. Zahlreiche internationale Studien, viele davon mit Hamburger Beteiligung durch das Eilbeker Studienteam, überprüfen die Wirksamkeit dieser Strategien.
    Aktuell laufen Untersuchungen zur Wirkung, wenn diese sogenannten TNF-Blocker den Patienten bereits in einem ganz frühen Stadium der Erkrankung verabreicht werden. Wissenschaftlich stellt sich nun die Frage: Bleiben die Patienten nach zwei bis drei Jahren intensiver Therapie symptomfrei? Und wenn ja, wie lange? Weiterhin: Bricht die Krankheit nicht aus, wenn Patienten bereits behandelt werden und zwar schon Rheumafaktoren im Blut, aber noch keine konkreten Erkrankungssymptome nachgewiesen werden können? Auch dazu sind Studien angelaufen. Dabei wird der Zustand der früh therapierten Patienten mit dem der zunächst unbehandelten Kranken nach zwölf Monaten verglichen.
    Dass die Forscher sehr genau untersuchen, wann sie die neuen Rheumamittel einsetzen, hat zwei Hauptgründe: Das sind zum einen die Nebenwirkungen. Folgen der ansonsten heilsamen Medikamente können eine gestörte Wundheilung, aber auch vermehrte Infekte sein. Darüber hinaus sind die Mittel teuer. Die Therapie kostet pro Patient und Jahr 15 000 Euro. "Dennoch rechnet sich die Behandlung, und das nicht nur wegen der Lebensqualität für die Kranken", sagt Wollenhaupt. "Die Betroffenen können wieder ein normales Leben führen und auch ganz normal arbeiten." Es sei ein Problem bei den aktuellen Kostendiskussionen, dass man immer nur einen Lebensbereich, also zum Beispiel die Krankenversorgung, betrachtet und nicht die Verbindung gezogen werde zur Möglichkeit der Wiedereingliederung in den Arbeitsalltag.
    Etwa ein bis 1,5 Prozent der Bevölkerung leidet unter Gelenkrheuma. Und es ist eben nicht die Krankheit der alten Leute: Es kann jedes Lebensalter betreffen, auch Kinder. Rund drei Millionen Bundesbürger sind so schwer krank, dass sie dauerhafte Behandlung benötigen. Die Krankheit kann sich schon kurz nach der Geburt zeigen, es gibt Rheumapatienten im Vorschulalter und viele Betroffene im Alter zwischen 20 und 40 Jahren.
    Unter den Sammelbegriff Gelenkrheuma fallen vier Erkrankungsgruppen: Das ist zunächst die rheumatoide Arthritis, die die Gelenke zerstört. Hinzu kommt der Morbus Bechterew, der zu einer Verkrümmung der Wirbelsäule führt und vor allem Männer betrifft. Ebenfalls in den Bereich Rheuma gehört die Psoriasis Arthritis, die bei etwa jedem vierten Patienten im Zusammenhang mit der Schuppenflechte auftritt. Und schließlich sind es die Autoimmunerkrankungen, bei denen die Abwehr die eigenen Körperzellen angreift. Zu diesem Erkrankungskreis zählt der Lupus erythematodes, der sich in einer schmetterlingsförmigen Röte im Gesicht äußert.
    Die neuen wirksamen Medikamente stehen für die rasante Entwicklung der Rheumatherapie im vergangenen halben Jahrhundert. Dabei bietet das Klinikum Eilbek die älteste Fachabteilung an einem deutschen Krankenhaus. Vor 50 Jahren aber, berichtet Wollenhaupt, konnten die Ärzte nicht viel mehr tun, als die Symptome zu lindern - mit Bädern, Cortison und einer sogenannten Goldtherapie, mit der die Entzündung der Gelenke gemildert werden sollte.
    Die Eilbeker Abteilung bietet 38 Betten und versorgt pro Jahr 100 Patienten. Die Häufigkeit von Gelenkrheuma nehme nicht zu, das Leiden werde aber öfter erkannt, weil die Hausärzte die Patienten schneller an die Spezialisten überweisen und auch die Patienten besser aufgeklärt seien, sagt Wollenhaupt. Der Arzt, geboren in Neuss am Rhein, kam per Zufall in die Fachrichtung. Eigentlich wollte er Endokrinologe (Hormonforscher) werden. "Aber dann gab es zuerst einen freien Platz in der Rheumaforschung." Und die begleitet ihn bis heute.


    Quelle: Welt



  2. #42
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    Spezieller Stuhl für Bechterewbetroffene

    Popello M1

    (Stoff-Farbe: schwarz ; Mechanik: Komfortwippmechanik ; Bodenrollen: harte)

    Popello M1-
    ist das erste Modell der neuen M-Serie und bietet für Menschen bis 1,8 m auch gleich eine integrierte Nackenstütze.
    Das spezielle geschützte Design und ein viskoelastischer Polsterschaum machen die M-Stühle zu einem Sitzerlebnis.
    Die Rückenlehnen sind so konzipiert, dass kaum Druck auf Knochenpartien ausgeübt wird.
    Die flexible Lagerung machen die Rückenlehenen zudem auch äußerst anpassungsfähig.
    Die Rückenlehne folgt ihren Bewegungen und unterstützt diese auf einzigartige Weise.
    Diese Eigenschaften machen die M-Stühle bei Menschen mit chronischem Druckschmerz sehr beliebt.
    Stühle mit denen auch Morbus-Bechterew Patienten ?einfach besser Sitzen können.
    Maße:
    Rückenlehnenhöhe 72 cm
    Sitzbreite 54 cm
    Sitztiefe 55 cm.
    Dieses Produkt ist wahlweise mit Komfortwippe oder Ergomatik erhältlich.

    Austattung:

    - Komfortwippmechanik
    - oder Ergo-Matik 3D (50 - 90kg oder 80-120kg)
    - integrierte Nackenstütze
    - viskoelastischer Polsterschaum
    - Fußkreuz Alu schwarz oder Alu poliert
    - weiche oder harte Rollen
    - optional: Armlehnen mit Pur oder Gelauflagen

    Lieferzeitraum: 7 Tag(e)


    Quelle: Stuhl-welt



  3. #43
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    Dieser Hochmut der Götter in weiss

    Zitat aus dem Beitrag vom 9.2.09 :

    Vor 50 Jahren aber, berichtet Wollenhaupt, konnten die Ärzte nicht viel mehr tun, als die Symptome zu lindern

    Was hat sich denn daran geändert? Die Ursache ist und bleibt vorerst unbekannt und auch eine Tnf-alpha Therapie doktert nur an den Symptomen rum...
    Gruß Uli

    Gelenke, auch axiale, die du täglich eine halbe Stunde bewegst können nicht über Nacht versteifen.
    Es kommt nicht nur drauf an was wir essen sondern auch was wir nicht essen.

  4. #44
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    Schwermetall aus dem Emmental

    Schwermetall aus dem Emmental

    Die Schweizer Hardrocker Shakra wollen mit ihrem Album «Everest» hoch hinaus. Von Bänz Friedli



    «Kinder? Ich habe vier <Les Pauls>, das sind meine Kinder», brummelt Thom Blunier. Die E-Gitarre ist sein Liebstes, Hardrock sein Leben. Blunier hockt neben seiner Frau Monika am Stubentisch, finster ist's im alten Häuslein. Der 41-Jährige sitzt vornübergebeugt, blickt grimmig. Aber das ist keine Pose. Ein Morbus Bechterew krümmt sein Rückgrat, das Leiden ist unheilbar, schmerzvoll. Den Beruf als Automechaniker musste er schon kurz nach der Lehre aufgeben, seither zählt nur noch die Musik. Hier in Trub im Emmental hat er vor 26 Jahren seine erste Band gegründet, hier probte während vieler Jahre auch seine Gruppe Shakra.

    Langmähnige Kerle, maschinell stampfende Rhythmen, hysterisches Kreischen und übersteuerte Gitarren wie Kreissägen – Heavy Metal hier im schönen Dorf? Ja. Das krachendste Subgenre der Rockmusik passt durchaus ins Emmental. Denn mag der Geburtsort von Shakra Inbegriff von Abgeschiedenheit sein – das Emmental ist nicht das Idyll, zu dem die Restschweiz es gern stilisiert. Die Region ist industrialisiert, hier werden Uhren, Schraubenzieher, Landmaschinen produziert.
    Ausserdem war Hardrock nie die Musik der Metropolen. Er wurzelt im britischen Bluesrock der 1960er Jahre, die Pioniere Black Sabbath, The Move und Led Zeppelin waren Provinzler und beschallten die Arbeiterklasse von Birmingham mit trutzigem Lärm, der den Ausbruch beschwor. Eine Büezer- und Landjugendmusik ist Heavy Metal – wie der härteste Rock später getauft wurde – geblieben, sein grösstes Festival feiert er alljährlich im Dörfchen Wacken in Schleswig-Holstein.
    Eingespielt haben Shakra ihr siebtes Album «Everest» in Bärau im bandeigenen Studio in einer stillgelegten Leinenweberei. Das Quintett will hoch hinaus, und die Chancen für einen Spitzenplatz in den Verkaufslisten stehen gut. Bis auf Rang sieben schaffte es vor zwei Jahren ihre CD «Infected». Inzwischen haben sich Black Sabbath und Led Zeppelin wieder formiert, Guns N'Roses und Metallica die Hitparaden zurückerobert, und AC/DC sind auf umjubelter Welttournee. Hardrock boomt, auch die ganz Jungen entdecken die Musik der Altvordern.
    Liebenswerte Loser

    Selbst wenn «Everest» zum Karrieregipfel wird, sind Shakra keine strahlenden Siegertypen. Ein Sammelsurium schwieriger Biografien; kaum ein Mitglied, das nicht Schul- und Lehrabbruch, Ärger und Absturz hinter sich hätte. Ein chronisches Rückenleiden plagt den einen, der andere krampft in einem Arbeitslosenprojekt und ist mit den Alimenten in Verzug. Nur Gitarrist Tom Muster, der Musterknabe, kann als Songschreiber von der Musik leben. Sänger Mark Fox hingegen hat stets Geldsorgen, wird betrieben. Fox trägt Brandnarben, er wäre als Bub beinahe verbrannt, sein Leben war wochenlang in der Schwebe. Nach ein paar Bieren spricht er offen über seine seelischen Schwankungen, seine Abgründe.
    Shakra, eine Truppe von liebenswerten Losern. Dazu passt, dass sie einen frustrierten, unerlösten Musikstil spielen. Heavy Metal ist seit je strikt weiss, das Sexuelle wird darin zwar dauernd behauptet, anders als in der sinnlichen Black Music aber nie eingelöst. Ein Frustsound. Und: ein verfemter. Unlängst spottete der «Tages-Anzeiger» in einer Besprechung der Trendband The Killers über «den blöden Bombast, den man früher Hardrock nannte». Vermutlich liegt just hierin das Erfolgsgeheimnis des bombastischen Getöses Hardrock: Dass die Musikkritik ihn als zu altbacken, primitiv und simpel abtut, befeuert seinen Aussenseiter-Gestus, sein proletenhaftes Gehabe. Metal ist in Zeiten, da jeder Gangsta-Rapper zum literarisch wertvollen Künstler erhoben wird, noch die einzig wahrhaft böse, wüste Musik. Sie blüht fernab der Zentren und von deren Meinungsmachern, und solange sie von diesen verhöhnt wird, so lang erscheint sie ihrer Hörerschaft als derb, rebellisch und authentisch. Ihre Posen, der schwarzlederne Dresscode, der Langhaarzwang mögen lächerlich anmuten, sind aber nicht lächerlicher als manches Stilgebot in der urbanen Szene. Und wer Shakra je in ihrem Stammland rocken sah, im Festzelt in Walkringen oder auf einem zur Open-Air-Bühne umfunktionierten Heuwagen in Wasen, muss eingestehen, welche Wucht sie live haben. Sie befriedigen die Sehnsucht nach «echter» Musik als Antithese zur Künstlichkeit von Casting-Shows und computergeneriertem Techno.
    Grandioser Sänger

    Was nun «Everest» betrifft, haben Shakra ein, um im Jargon zu bleiben, geiles Album gemacht: druckvoller Krach mit drängelnden Riffs. Vom mitreissenden Eröffnungsstück «Ashes to Ashes» bis zur illusionslosen Schlusszeile «We cannot change the world» wird trotzig Nichtzugehörigkeit zur Gesellschaft zelebriert. Das Songwriting ist herausragend, Bluniers Leadgitarre grandios, und Sänger Fox sucht in der Schweiz seinesgleichen. Hingebungsvoll, desperat, zerrissen und zärtlich kann er klingen. Die Fachpresse vom norwegischen Magazin «Scream» bis zum dänischen «Metal Revolution» verteilt Höchstnoten, und dies ist ein Genre, in dem nur die Fachpresse zählt. Wobei diesmal die obligate Radioballade «Why» die Tür zum Mainstream und damit zum Massenerfolg weit öffnet, und mit «Hopeless» halten Shakra einen Heuler in bester Scorpions-Manier bereit.
    Eben touren Shakra durch Deutschland und Italien, ein Konzert in Zürich steht an. Danach will der Truber Bub Thom Blunier sofort heim. «Ich bin halt ein Landei», sagt er. Drum sei er ein Leben lang in Trub geblieben. Und sollte es mit Shakra mal zu Ende sein? «Dann würde ich sofort eine neue Band gründen. Eine noch härtere.

    Quelle NZZ Schweiz



  5. #45
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    Hallo Ronald,

    ich habe mir eben mal ein paar Lieder von Shakra auf YouTube angehört - die hören sich richtig gut an!

    für den Tipp!

    Liebe Grüße

    Lydia
    Lächle in die Welt - und die Welt lächelt zurück!

  6. #46
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    ...Gerne

    Habe das einfach weitergegeben - bin sonst nicht so der Heavy Metal- Fan, ist einfach reingekommen via mein "Google-Alert" für 'Bechterew'

    Liebe Grüsse

    Ronald



  7. #47
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    Hallo Ronald,

    schön, dass Du den Artikel einfach mal eingestellt hast. Ich bin sonst auch kein Heavy Metal Freund, aber Shakra hat echt gute Songs bei. Mir gefallen so mehr die stilleren Sachen.
    Außerdem zeigt es wieder, dass das Leben immer weiter geht; man muss es nur leben.
    Also Danke und
    LG Heidi
    Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu and'rem Glück; denn die Freude die wir geben, kehrt ins eig'ne Herz zurück.

  8. #48
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    Gerne Heidi

    Lg Ronald



  9. #49
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    Und die Welt ist doch ein Dorf!Lese hier den Artikel,schlag anschliessend meine Zeitung auf und was sehe ich?Am Wochenende hat Shakra bei uns auf einem Heavy Metal Treffen gespielt.Dorf halt.
    Smody
    Reserviere jeden Tag eine halbe Stunde für deine Sorgen und mach in der Zeit ein Nickerchen.

  10. #50
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    "Rheuma keine Frage des Alters"

    Welt-Rheuma-Tag 2009 und Medienpreis stehen unter dem Motto "Rheuma - keine Frage des Alters"

    20.04.2009 13:00 Uhr
    Das diesjährige Motto zum Welt-Rheuma-Tag am 12. Oktober 2009 lautet "Rheuma - keine Frage des Alters". Damit wollen die Verbände der Deutschen Rheuma-Liga gegen das immer noch weit verbreitete Vorurteil zu Felde ziehen, dass Rheuma eine ...
    Bonn (ots) - Das diesjährige Motto zum Welt-Rheuma-Tag am 12. Oktober 2009 lautet "Rheuma - keine Frage des Alters". Damit wollen die Verbände der Deutschen Rheuma-Liga gegen das immer noch weit verbreitete Vorurteil zu Felde ziehen, dass Rheuma eine Erkrankung des reiferen Alters sei. "In der breiten Öffentlichkeit ist noch zu wenig bekannt, dass Rheumaerkrankungen keineswegs altersbedingte Zipperlein sind, sondern komplexe, neben den Gelenken auch innere Organe betreffende Krankheitsbilder" , stellt Professor Dr. Erika Gromnica-Ihle, Rheumatologin und Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga Bundesverband e.V. klar: "Erkrankungen wie Rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew, Vaskulitiden, Kollagenosen oder auch das Fibromyalgie-Syndrom, können bereits im Alter zwischen zwanzig und fünfzig auftreten. Und es sind sehr ernst zu nehmende Leiden, mit oft schweren Folgen für die Betroffenen."
    Eineinhalb Millionen Menschen, darunter auch Kinder und Jugendliche, leben in Deutschland nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Ein bis zwei Millionen leiden an der chronischen Schmerz-Erkrankung "Fibromyalgie-Syndrom". Andauernde Schmerzen und immer wiederkehrende Krankheitsschübe belasten den Alltag, Beruf, Familie und Partnerschaft, gerade im jüngeren und mittleren Alter.
    Als Anreiz für die Medien, sich mit dem Thema zu befassen und um gegen die herrschenden Vorurteile zu Felde zu ziehen, stellt die Rheuma-Liga auch den aktuellen Herta-Seebaß-Medienpreis unter das Motto "Rheuma - keine Frage des Alters". Beiträge aus Zeitungen, Zeitschriften, Radio oder Fernsehen können bis zum 30. September nächsten Jahres formlos im Referat für Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Rheuma-Liga Bundesverband in Bonn eingereicht werden. Weitere Informationen: rheuma liga


    Originaltext: Deutsche Rheuma Liga Bundesverband e.V.



  11. #51
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    "Humor macht gesund"


    Humor macht gesund
    Lachtherapien, CliniClowns und Lachklubs – Lachen tut Körper und Seele gut
    Gesund soll Lachen auf jeden Fall sein. Es entspannt, sagen Mediziner, löst verkrampfte Muskeln in Schultern und Nacken, stimuliert das Gehirn etc. Bisher wissen Lachforscher jedoch nachweislich wenig über den heilsamen Nutzen des Humors.
    Wer kennt nicht den Film «Patch Adams»? Robin Williams in der Titelrolle spielt einen Arzt, der seine Hauptaufgabe darin sieht, seinen Patienten ein Lachen aufs Gesicht zu zaubern. Er erfüllt ihnen Wünsche, wie beispielsweise einmal in einem Pool gefüllt mit Spaghetti zu baden. Dieser Film basiert auf dem Leben von Hunter «Patch» Adams. Der US-amerikanische Arzt lebt in Arlington, Virginia, wo er in Zusammenarbeit mit dem Institut alternative Heilkunst propagiert. Er ist auch Sozialaktivist, «Bürger-Diplomat», Profi-Clown, Darsteller und Autor. Jedes Jahr organisiert er eine Gruppe von freiwilligen Clowns aus der ganzen Welt, die gemeinsam nach Russland reisen, um Waisen, Kranken und allen anderen Hoffnung zu geben.

    Lachen als Rezept
    Den Grundstein der Gelotologie, der Lachforschung, legte Ende der 70er-Jahre der Journalist Norman Cousins, der sich selbst eine Lachtherapie verordnete. Monatelang sah er sich Filme mit berühmten Komikern an. Mit ihrer Hilfe heilte er sich von der schweren Knochenkrankheit Morbus Bechterew. Später gründete Cousins an der Universität von Los Angeles eine Abteilung für therapeutische Humorforschung. Sie blieb nicht die einzige ihrer Art. Die Mitglieder der Amerikanischen Vereinigung für therapeutischen Humor, die über 600 Ärzte und Psychologen zählt, plädieren dafür, Lachen auf Rezept zu verschreiben.

    Auch in Europa wird gelacht
    Nicht nur amerikanische Mediziner schwören auf Humor am Krankenbett: Auch der französische Arzt und Wissenschaftler Henri Rubinstein ist der Wirkungsweise des Lachens nachgegangen. Er konnte in seiner Praxis, in der er Lachtherapien anbot, bei unterschiedlichen Krankheiten wie Herzkranzgefässverengung, Muskelverspannung und Depression verblüffende Resultate erzielen.
    Auch wenn manche über so viel Optimismus schmunzeln mögen – dieser Boom schwappt von Amerika nach Europa. In vielen Schweizer Kinderspitälern finden regelmässig Visiten der ganz besonderen Art statt: Die Fondation Théodora aus Lonay organisiert den Auftritt von Traumdoktoren. Statt Pillen verteilt der Arzt Luftballons. Eine Spritze verwandelt sich in eine Flöte, das Krankenzimmer in ein Zirkuszelt. jul
    Infos: Humor/ Lachparade / Lachyoga

    Quelle: Vaterland Lichtenstein



  12. #52
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    Reden Den Bechterew weglachen!

    ...die Vorstellung ist schon speziell...

    Monatelang komische Filme anschauen, und die Seele aus dem Leib lachen - und dann wurde er geheilt??

    Nunja...leise Zweifel sind angebracht.



  13. #53
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    Leise Zweifel?

    Alleine zu Lachen ist sehr viel schwerer, deshalb sollte man komische Filme und Kabarett möglichst mit anderen geniessen, da potenziert sich seine Gefahr, denn ja, Lachen IST gefährlich:


    Lachen ist gefährlich,

    es kann den menschlichen Körper erschüttern, biegen, verkrümmen. Von einem lustigen Abend können Sie höllischen Muskelkater bekommen. Andere gackern, wiehern, brüllen sich die Stimme heiser. Lachen ist gefährlich!

    Baut aber auch Stress ab, aktiviert Atmung und Kreislauf, regt sogar die Verdauung an und macht ... einfach glücklich. Glücklich so eigentlich ohne Grund. Drum: Lachen ist gesund. Stimmt. Wissenschaftlich belegt durch die Lachforschung, in der Fachsprache Gelotologie (könnte deutsche Erfindung sein).

    Beim Lachen arbeiten 17 Gesichtsmuskeln. Dazu Brustkorb, Zwerchfell und Bauchmuskulatur. Die Atmung wird bei Lachen schneller und tiefer weil die Lungen sich weiter ausdehnen. Lachen ist also Sport ... nur ohne Anstrengung. Die Gelotologie hat in den letzten Jahrzehnten wissenschaftlich bewiesen:

    Lachen
    - reduziert die Produktion der Stresshormone Adrenalin und Cortisol
    - stärkt das Immunsystem
    - vertieft die Atmung und befreit die oberen Atemwege
    - führt zu Sauerstoffanreicherung im Blut
    - setzt Endorphine und Dopamin frei.
    - aktiviert das Herz-Kreislaufsystem
    - bringt den Stoffwechsel in Schwung
    - "massiert" das Zwerchfell und regt so die Verdauung an
    - Löst Verspannungen, durchblutet und lockert die Arm-, Bein- und Gesichtsmuskeln.

    Lachen
    - bereinigt "schwierige" Situationen
    - ist die kürzeste Verbindung zwischen Menschen
    - vermittelt das Gefühl von Vertrautheit
    - ist das gesündeste Ventil, um angestaute Aggressionen los zu werden
    - schafft Distanz zu schwierigen Situationen durch Perspektiven-wechsel
    - löst nervöse Energie, baut Druck und Spannungen ab
    - regt die Kreativität an, macht den Weg frei für neue Ideen und Lösungen
    - lockert festgefahrene Verhaltens-muster.

    Jetzt wissen Sie, wie meine Frau mich seit 28 Jahren erträgt. Täglich. Sie liest einfach Comics. Angefangen bei Donald Duck über Calvin und Hobbes, über Snoopy bis hin zu Mafalda ... . Meine Frau lacht. Mich an. Täglich. Lachen Sie mit. Das Leben ist viel zu ernst.

    ___________

    Ja, das ist Original Uli, aber Strunz, nicht Dörwald
    Gruß Uli

    Gelenke, auch axiale, die du täglich eine halbe Stunde bewegst können nicht über Nacht versteifen.
    Es kommt nicht nur drauf an was wir essen sondern auch was wir nicht essen.

  14. #54
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    Spezielles Nackenkissen hilft den Betroffenen

    Spezielles Nackenkissen hilft den Betroffenen

    Selbsthilfegruppe präsentiert zum Aktionstag Hilfsmittel


    ZEITZ/MZ. Die Selbsthilfegruppe Morbus Bechterew wird eine von 24 Gruppen sein, die sich am Samstag zum Aktionstag der Kontaktstelle Burgenlandkreis und der Selbsthilfegruppen in den Zeitzer Klinkerhallen vorstellt. Doch die Mitglieder der Gruppe wollen nicht einfach nur präsent und als Ansprechpartner vor Ort sein. Sie stellen zum Aktionstag ein Nackenstützkissen für Morbus-Bechterew-Patienten vor, das das Verletzungsrisiko im Auto verringert. Gruppensprecher Günther Holluba stieß bei seinen Recherchen nach neuen Hilfsmitteln darauf.
    "Unsere Selbsthilfegruppe besteht ja schon seit sechs Jahren", so Holluba, "mein Ziel war dabei immer, Patienten mit Morbus Bechterew hilfreich zur Seite zu stehen, schließlich kennt man ja als selbst Betroffener die Probleme am besten." Neue Informationen und aktuelles Wissen erhält er dabei durch den Bundesverband der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew und durch eigene Suche. So konnte er bereits vor vier Jahren beim Aktionstag, damals noch im Autohaus Hoevel, den Panorama-Spiegel für den Pkw vorstellen. Morbus Bechterew führt als chronisch verlaufende entzündlich-rheumatische Erkrankung, vor allem an der Wirbelsäule, zu teilweisen bis vollständigen Versteifung, was die Beweglichkeit einschränkt - deshalb der Spiegel - aber auch eine erhöhte Unfallgefahr durch die Verknöcherung in der Umgebung der Gelenke. Das wiederum bedeutet, und Holluba als passionierter Autofahrer kennt es aus eigener Erfahrung, dass die Gefahr bei einem Auffahrunfall besonders groß ist. Eine normale Kopfstütze mit ihrer zu großen Entfernung vom Kopf könne da mehr Schaden machen, erzählt er, also sah er sich um und stieß auf das Unternehmen Sitback aus Pfalzgrafenweiler-Herzogsweiler, das unter anderem ein spezielles Nacken-Stütz-Kissen für Morbus-Bechterew-Betroffene entwickelt hat. Holluba nutzt es inzwischen selbst und kann es aus Erfahrung nur empfehlen. "Deshalb wollen wir es am Samstag auch vorstellen", sagt er, "dieses Kissen kann mit Klettverschluss ganz leicht montiert werden und durch Zwischenplatten genau angepasst werden." Eine echte Hilfe für Erkrankte. Die Mitglieder der Selbsthilfegruppe hoffen, dass gerade so interessante neue Angebote dem einen oder anderen Betroffenen Lust machen, zum Aktionstag der Selbsthilfegruppen zu kommen.
    Der bietet natürlich im Umfeld noch mehr. Angesprochen fühlen können sich alle, die Informationen und Ansprechpartner zu einem Krankheitsbild suchen: Sollte es keine Selbsthilfegruppe geben und sie nicht vor Ort sein, dann kann man sich in jedem Fall an die Selbsthilfekontaktstelle des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes wenden, bei der alle Informationen zusammenlaufen und die ohnehin die Kontakte vermittelt.

    Quelle Mz-Web



  15. #55
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    Quelle PZ - online

    Rheuma ist keine Frage des Alters

    Von Claudia Borchard-Tuch

    Die juvenile idiopathische Arthritis ist die häufigste systemische Autoimmunerkrankung im Kindesalter. Mit einer angepassten medikamentösen Behandlung und Lebensführung gelingt es oft, die Krankheit zum Stillstand zu bringen. Wichtig ist die Unterstützung der Kinder und Eltern.

    Rheuma ist keine Erkrankung von Erwachsenen und Senioren; auch Säuglinge, Kinder und Jugendliche können betroffen sein. Die juvenile idiopathische Arthritis (JIA) ist eine chronische Gelenkerkrankung, die definitionsgemäß vor dem 16. Lebensjahr beginnt. Meist verläuft sie über Jahre. Oftmals wechseln sich mehrwöchige schmerzhafte Schübe mit beschwerdefreien Zeiten ab; entsprechend schwankt die Stimmung von Kindern und Eltern zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Eine gute Nachricht können Ärzte und Apotheker den besorgten Eltern und kleinen Patienten aber mit auf den Weg geben: Auf lange Sicht gelingt es heute meist, die Krankheit gut in den Griff zu bekommen. Oft lässt sie sich sogar vollständig stoppen.

    Vielfalt der Krankheitsformen

    Es gibt sechs Arten der juvenilen idiopathischen Arthritis mit unterschiedlichen Charakteristika (siehe Tabelle). Die Klassifikation als »undifferenzierte Arthritis« gilt für Patienten, die keine oder mehr als eine der sechs anderen Kategorien erfüllen. Die chronische Arthritis äußert sich als schmerzhafte Gelenkschwellung oder Bewegungseinschränkung, die länger als sechs Wochen anhält.


    Tabelle: Klassifikation der juvenilen idiopathischen Arthritis (nach 2)

    Subtyp Merkmale systemische Arthritis (Still-Syndrom) Beginn meist im Alter unter sechs Jahren, hohes Fieber, Hautausschlag, Hepatosplenomegalie (Vergrößerung von Leber und Milz), Lymphadenopathie (Lymphknotenschwellung), Pleuritis (Bauchfellentzündung), Perikarditis (Herzbeutelentzündung), meist polyartikuläre Arthritis rheumafaktornegative Polyarthritis Beginn während der gesamten Kindheit möglich, Mädchen häufiger als Jungen betroffen, symmetrische Arthritis großer und kleiner Gelenke, IgM-Rheumafaktor negativ rheumafaktorpositive Polyarthritis Beginn meist über zehn Jahren, Mädchen weitaus häufiger als Jungen betroffen, symmetrische Arthritis großer und kleiner Gelenke, antinukleäre Antikörper bei etwa 50 Prozent der Patienten positiv Oligoarthritis Beginn meist unter sechs Jahren, Mädchen häufiger als Jungen betroffen, asymmetrische Arthritis (häufig am Knie- oder Sprunggelenk), chronische Iridozyklitis, antinukleäre Antikörper bei 70 bis 80 Prozent der Patienten positiv Enthesitis-assoziierte Arthritis Beginn meist über acht Jahren, Jungen weitaus häufiger als Mädchen betroffen, asymmetrische Arthritis (häufig Hüft-, Knie- und Sprunggelenke betroffen), Enthesitis (Entzündung des Sehnenansatzes), akute Iridozyklitis, Sakroiliitis (Entzündung der Gelenke zwischen Kreuz- und Darmbein), genetische Disposition (HLA-B27-positiv) Psoriasis-Arthritis Beginn während der gesamten Kindheit möglich, Mädchen häufiger als Jungen betroffen, überwiegend asymmetrische Arthritis, Psoriasis (Schuppenflechte), Daktylitis (Finger- oder Zehentzündung), Verhornungsstörungen der Nägel undifferenzierte Arthritis keine oder mehr als eine der genannten Kategorien trifft zu
    Abzugrenzen sind akute Arthritiden, die in Zusammenhang mit bakteriellen oder viralen Infektionen auftreten und bei adäquater Behandlung meist nach einigen Wochen folgenlos ausheilen. Ein Beispiel ist das rheumatische Fieber, das 8 bis 20 Tage nach einem Infekt mit β-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A auftreten kann. Typisch ist eine Polyarthritis, die von Gelenk zu Gelenk springt: Zumeist schwellen die großen Gelenke an, röten sich und schmerzen stark. Ein anderes Beispiel ist der »Hüftschnupfen« (Coxitis fugax), der in der Regel durch einen Atemwegs- oder Magen-Darm-Infekt ausgelöst wird. Es treten plötzlich starke Schmerzen in Leiste und Oberschenkel bis zum Knie auf, sodass die Kinder nicht mehr laufen wollen und deutlich hinken. Die Therapie ist rein symptomatisch. Der Hüftschnupfen ist eine vorübergehende Erkrankung und hinterlässt keine bleibenden Schäden.

    Anders bei der JIA. Im Gegensatz zu den akuten Arthritiden ist dies eine chronische Erkrankung, bei der sich dauerhafte Schäden nicht immer vermeiden lassen. Mit einer Häufigkeit von 0,1 Prozent ist die JIA die häufigste chronische entzündlich-rheumatische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter. Man geht davon aus, dass in Deutschland etwa 15.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren erkrankt sind (4). Verschiedene Untersuchungen ergaben Prävalenzen von 20 bis über 150 pro 100.000 Menschen unter 16 Jahren (7).

    Die jährliche Inzidenz liegt bei etwa 10 pro 100.000 Kindern und Jugendlichen unter 16. Damit kann man in Deutschland von etwa 1500 Neuerkrankungen im Jahr ausgehen. Bei 50 bis 60 Prozent kommt es zu einer Oligoarthritis, bei 10 bis 15 Prozent zu einer seronegativen Polyarthritis oder Enthesitis-assoziierten Arthritis (Entzündung des Sehnenansatzes) und bei 5 bis 10 Prozent zu einer Psoriasis-Arthritis oder systemischen Form der JIA. Am seltensten, weniger als 5 Prozent, findet sich eine seropositive Polyarthritis (4).

    Der Verlauf ist sehr unterschiedlich und hängt vom Subtyp der Erkrankung ab. So erreichen etwa 80 Prozent der Patienten mit einer persistierenden Oligoarthritis innerhalb von 15 Jahren eine Remission. Dies gelingt jedoch nur jedem vierten Patienten mit einer Polyarthritis. Beim Übergang in das Erwachsenenalter leidet etwa die Hälfte der Patienten noch unter einer aktiven Erkrankung. Jeder Zehnte entwickelt eine ankylosierende Spondylitis (Bechterew-Krankheit) mit Schmerzen und Versteifung der Wirbelsäulengelenke (4).

    Die genaue Ursache der JIA ist unbekannt. Man geht davon aus, dass mehrere Faktoren zusammentreffen müssen, bevor eine rheumatische Erkrankung ausbricht. So kennt man genetische Merkmale, die bei bestimmten Rheumaformen gehäuft nachweisbar sind. Äußere Einflüsse müssen hinzukommen, damit die Erkrankung ausbricht. Typisch sind Infektionen mit Viren oder Bakterien. Das Immunsystem reagiert fehlerhaft und bildet nicht nur Antikörper gegen die Keime, sondern auch gegen sein eigenes Gewebe, beispielsweise die Synovialmembran. Eine Autoimmunpathogenese des kindlichen Rheumas gilt als gesichert. Stress wie Unfälle oder körperliche und seelische Überforderungen können zum Ausbruch der Erkrankung führen.

    Wissen erleichtert Frühdiagnose

    Noch immer dauert es, weltweit betrachtet, drei bis zehn Monate bis zur Diagnose einer JIA, in Deutschland zehn Monate. Beginnt die Krankheit im Vorschulalter, kommt es oftmals zu Störungen der Skelettentwicklung und bleibenden Deformationen (8).

    Dies könnte anders laufen. Denn es gibt ein »Window of Opportunity«, also einen Zeitraum, in dem die Erkrankung günstig beeinflusst werden kann. Diese Phase beginnt mit den ersten Symptomen. Die Kinder sollten innerhalb von zehn Wochen nach deren Auftreten beim Rheumatologen sein. »Ansonsten muss man schon im ersten Jahr mit bleibenden Veränderungen, das heißt mit Knochenschäden rechnen«, sagt Dr. Renate Häfner vom Deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie in Garmisch-Partenkirchen im Gespräch mit der PZ.

    Das kindliche Rheuma könnte schneller entdeckt werden, wenn die Eltern die Erkrankung überhaupt kennen und ihr Kind genau beobachten würden. Auch die unzureichende ärztliche Versorgung spielt sicherlich eine Rolle. So ist in Deutschland die Anzahl der Kinderrheumatologen viel zu gering: Es wurde berechnet, dass etwa doppelt so viele Spezialisten benötigt werden als derzeit zertifiziert sind (14).

    Allerdings ist die Oligoarthritis, die häufig bereits zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr beginnt, nicht einfach zu erkennen. »Typisch sind Schwellungen eines oder mehrerer Gelenke«, erklärt Häfner. »Die Kleinen wollen oft getragen werden und humpeln. Wenn es schlimmer wird, treten sie gar nicht mehr auf. Typisch ist auch eine Morgensteifigkeit; die Kinder wollen morgens nicht aus dem Bett.« Charakteristisch ist ein asymmetrischer Befall der Gelenke, sodass die Eltern durch Vergleich mit dem gesunden Gelenk auf der Gegenseite die Schwellung oder Bewegungseinschränkung erkennen können. Dies ist bei anderen Formen der JIA, bei denen die Gelenke symmetrisch befallen sind, nicht möglich. Hier zeigt sich die Erkrankung in einem deutlich veränderten Bewegungsmuster.







  16. #56
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    Ohne Medikamente geht es nicht

    Bei allen Formen der juvenilen idiopathischen Arthritis beginnt die Therapie in der Regel mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Denn dies sind schnell wirksame Medikamente, die Schmerzen und Entzündungen lindern. Sie blockieren die beiden Isoenzyme der Cyclooxygenase COX-1 und COX-2 und damit die Prostaglandinsynthese. Prostaglandine sind Schlüsselmediatoren bei der Entstehung von Schmerzen und Fieber sowie entzündlichen Reaktionen. NSAR wirken deshalb analgetisch, antipyretisch und antiphlogistisch (12). Sie sind eine wirksame, aber nur symptomatische Therapie, da sie wahrscheinlich nicht die Pathogenese beeinflussen. Dennoch kann die Monotherapie ausreichen (7). »Eine Oligoarthritis bekommt man nicht selten lediglich mit NSAR in den Griff«, stellt die Kinderrheumatologin fest.

    NSAR haben viele Nebenwirkungen. Im Gegensatz zu Erwachsenen klagen Kinder zwar selten über Bauchschmerzen, es mangelt ihnen jedoch an Appetit, und sie essen weniger. Oft werden sie unter der Therapie müde. Es kann zu Konzentrationsstörungen und nachlassenden Schulleistungen kommen. Manchmal verändert sich auch das Verhalten. »Einige Kinder können aggressiv werden, andere werden depressiv und ziehen sich zurück«, sagt Häfner.

    Einige NSAR sind für Kleinkinder zugelassen und stehen als Saft zur Verfügung, zum Beispiel Ibuprofen (ab sechs Monaten), Indometacin (ab zwei Jahren) und Naproxen (ab fünf Jahren). Meloxicam sollte laut Fachinformation bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren nicht eingesetzt werden, Diclofenac erst ab zwölf Jahren. Für Celecoxib gibt es nur in den USA eine Zulassung für Kinder ab zwei Jahren (3, 6).

    Glucocorticoide sind die wirksamsten entzündungshemmenden Arzneistoffe. Die Nebenwirkungen sind jedoch vielfältig, unter anderem kann es bei Dauertherapie zu Osteoporose, Diabetes mellitus und Wachstumsstörungen kommen (1). Daher raten viele Ärzte zur Zurückhaltung mit diesen Arzneistoffen. Vor allem solle man versuchen, die systemische Gabe zu vermeiden.

    Glucocorticoide können peroral, parenteral oder lokal, zum Beispiel am Auge, gegeben werden. Bei einer Oligoarthritis kann man sie intraartikulär, vor allem in besonders entzündete Gelenke, spritzen (7). Bei der systemischen Gabe von Glucocorticoiden muss man laut Häfner jedoch eine Schwierigkeit in den Griff bekommen. »Hat man einmal mit der Therapie begonnen, kommt man nur schwer wieder los von diesen Medikamenten. Unterschreitet man die therapeutisch wirksame Dosis, treten Rezidive auf. Glucocorticoide sollten daher nur eine Notfallmaßnahme bei schwer kranken Kindern sein.«

    Gelingt es nicht, eine Polyarthritis mit NSAR zum Stillstand zu bringen, sollte man nicht zögern, eine Basistherapie zu beginnen. Goldsalze wie Natrium-Aurothiomalat oder D-Penicillamin sind bei Kindern zwar nicht ausdrücklich kontraindiziert, aber es gibt bessere Medikamente. Die Präparate sind schwer einstellbar und das Nebenwirkungsprofil ist kritisch.

    Immunsuppressiva als Basis

    Antimalariamittel sind besonders bei der Oligoarthritis wirksam. Hydroxychloroquin ist für Kinder ab sechs Jahren (über 35 kg) zugelassen. Sulfasalazin erwies sich als wirksam bei der Behandlung der JIA, insbesondere bei HLA-B27-assoziierten Verläufen. Das Human-Leucocyte-Antigen(HLA)-System ist ein komplexes System von Gewebeantigenen des Menschen, die auf den Zellen fast aller Gewebe vorkommen. Die HLA-Antigene spielen eine wichtige Rolle bei Abwehrmechanismen, indem sie dem menschlichen Körper ermöglichen, zwischen Selbst und Nicht-Selbst zu unterscheiden. Verschiedene HLA-Typen und bestimmte Erkrankungen sind miteinander assoziiert. So findet sich beispielsweise bei der Enthesitis-assoziierten Arthritis häufig der Typ HLA-B27.

    Sulfasalazin ist zugelassen für Patienten ab dem sechsten Lebensjahr, die unzureichend auf NSAR oder lokale Glucocorticoid-Injektionen angesprochen haben (3). Die Nebenwirkungen sind vielfältig: Es kann zu Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, blutigen Durchfällen, Kopfschmerzen, Leberschäden, Oligospermie, gelegentlich zu Hypogammaglobulinämie, Knochenmarkdepression, allergischer Dermatitis und Fieber kommen.

    Methotrexat (MTX) gilt derzeit als Goldstandard zur Therapie der JIA. In einer multizentrischen europäischen Studie der PRINTO (Pediatric Rheumatology International Trials Organization) sprachen 72 Prozent der Patienten mit polyartikulärer JIA innerhalb von neun Monaten auf eine MTX-Therapie in einer Standarddosierung von 8 bis 12,5 mg/m2 pro Woche peroral an (2). Nach einer Dosiserhöhung auf 15 bis 20 mg/m2 pro Woche subkutan bei den verbliebenen Kindern sprachen knapp zwei Drittel an. In Einzelfällen ist eine Steigerung der Dosis bis 25 mg/m2/Woche, parenteral verabreicht, sinnvoll. Eine noch höhere Dosis brachte keinen Zusatznutzen (16).

    Die subkutane und intramuskuläre Injektion ist zugelassen für Kinder mit einer therapierefraktären polyartikulären Arthritis, also nach dem Einsatz von NSAR (7). Der Wirkmechanismus besteht vor allem in der Hemmung der Zytokinsynthese (vor allem IL-1). Die klinische Wirkung tritt erst nach sechs bis acht Wochen ein - Eltern und Kinder müssen also Geduld aufbringen.

    Die Nebenwirkungen sind zudem vielfältig. Methotrexat ist teratogen; darüber müssen vor allem junge Frauen aufgeklärt werden. Andere unerwünschte Effekte sind Übelkeit, Erbrechen, Dermatitis, Transaminasenanstieg, Pneumonie und Infektanfälligkeit (12). »Ein nicht einfach zu bewältigendes Problem ist, dass etwa ein Drittel der Kinder eine Abneigung gegen das Medikament entwickelt; das kann so weit gehen, dass man es absetzen muss«, sagt Häfner. Bei den Kindern entstehen, wahrscheinlich aufgrund zentralnervöser Einflüsse von MTX, Ekel und Widerwillen. Verschiedene Taktiken könnten helfen, das Problem zu bewältigen: die Gabe als Flüssigkeit (aus eigentlich zur Injektion vorgesehenen MTX-Ampullen) in Orangensaft, die gleichzeitige Gabe eines Antiemetikums wie Ondansetron oder eine subkutane Applikation (5).

    Im Vergleich zu Methotrexat sind andere Immunsuppressiva weniger bedeutend bei kindlichem Rheuma. »Wird Methotrexat nicht vertragen, kann man es mit Leflunomid versuchen«, sagt Häfner. Allerdings sollte dieses Basistherapeutikum laut Fachinformation nicht bei Patienten unter 18 Jahren eingesetzt werden, da Wirksamkeit und Unbedenklichkeit hier nicht gesichert sind.

    Leflunomid hemmt die Dihydroorotat-Dehydrogenase, das Schlüsselenzym bei der De-novo-Synthese von Pyrimidinbasen. Auf diese Weise drosselt es die Proliferation aktivierter T-Lymphozyten. Als unerwünschte Wirkungen wurden Diarrhö, Infektionen der Atemwege, Übelkeit, Kopfschmerzen, Haarausfall, Erhöhung der Transaminasen und Blutdruckanstieg beobachtet. Wie auch bei anderen Immunsuppressiva kann die Anfälligkeit für Infektionen steigen.

    Man kann auch Azathioprin zur Therapie der JIA einsetzen, obwohl hier nur wenige Daten vorliegen. Cyclosporin ist bei einer Uveitis gut wirksam.

    Unter Azathioprin wurden Magen-Darm-Störungen sowie Erhöhungen der Leberwerte und der Pankreasenzyme beobachtet (5). Bei einem angeborenen Mangel an dem Enzym Thiopurin-Methyltransferase (TPMT), das Azathioprin inaktiviert, verbleiben zu hohe Arzneistoffkonzentrationen im Körper, sodass das Risiko für myelotoxische Nebenwirkungen steigt. Dies zeigt sich erst nach vier bis sechs Wochen: Die Kinder entwickeln Fieber und Übelkeit, die roten und/oder weißen Blutkörperchen und/oder Thrombozyten nehmen ab.

    Im Garmischer Kinder-Rheumazentrum lassen die Ärzte daher bei allen Kindern, die Azathioprin erhalten sollen, die TPMT vor Therapiebeginn bestimmen. Gute Nachricht: Nach Absetzen des Medikaments verschwinden die Symptome wieder.

    Moderne Biologicals

    Biologicals (Immunbiologika) gehören zu den hoch molekularen Proteinpharmaka. Dazu zählen Zytokine, Zytokin-Rezeptoren, monoklonale Antikörper und gentechnisch hergestellte Fusionsproteine. Bei der rheumatoiden Arthritis werden Inhibitoren des Tumornekrosefaktors (TNF-α-Blocker), Interleukin-Antagonisten und T-Zell-Hemmer eingesetzt. Nach NSAR, lokalen Glucocorticoid-Injektionen, Basistherapeutika und Immunsuppressiva gelten Immunbiologika, insbesondere TNF-α-Blocker, als vierte Stufe der antirheumatischen Therapie (2).

    Der Tumornekrosefaktor α (TNF-α) wird vorwiegend von Monozyten und Makrophagen gebildet. Er verbindet sich mit zwei spezifischen Rezeptoren auf den Membranen verschiedener Zellen. Hierdurch kommt es zu einer Zellaktivierung, in deren Folge Aktivierungs- und Adhäsionsantigene exprimiert und Entzündungsmediatoren, Prostaglandine, Prostazykline und andere proinflammatorische Zytokine gebildet werden. Lösliche TNF-Rezeptoren regulieren die TNF-Aktivität, indem sie überschüssiges Protein abfangen. Diese natürliche Regulation ist bei rheumatoider Arthritis wahrscheinlich beeinträchtigt (12).



  17. #57
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    Darüber hinaus reguliert TNF-α die Produktion und Sekretion von Interleukin-(IL)-1 und -6. IL-1 ist ein wichtiges proinflammatorisches Zytokin, dessen Konzentration bei Patienten mit rheumatoider Arthritis in aktiven Krankheitsphasen sowohl im Plasma als auch in der Synovialflüssigkeit erhöht ist. Durch eine Blockade von TNF-α werden sowohl die Bildung von IL-1 und IL-6 als auch die Leukozytenmigration und die Expression von Adhäsionsmolekülen blockiert.

    Zur Therapie der rheumatoiden Arthritis sind drei TNF-α-Blocker zugelassen: Etanercept, Infliximab und Adalimumab (13). Etanercept zeigte sich in einer placebokontrollierten Studie über sieben Monate bei 69 Kindern im Alter von vier bis 17 Jahren, die unter einer therapierefraktären Polyarthritis litten, als wirksam. Die Wirksamkeit wurde über einen Zeitraum bis zu acht Jahren nachgewiesen (9, 10). Etanercept ist für Kinder über vier Jahre zugelassen, wenn eine Polyarthritis vorliegt (15). Dies bedeutet, dass mindestens fünf Gelenke betroffen sein müssen. Auch Adalimumab war sowohl in Monotherapie als auch in Kombination mit MTX wirksam (6, 17). Der Antikörper ist bei Polyarthritis zugelassen; die Kinder müssen mindestens 13 Jahre alt sein (15). Infliximab habe in der Kinderrheumatologie keine so hohe Bedeutung, sagt die Rheumatologin.

    Zu den IL-1-Antagonisten gehört Anakinra, ein rekombinant hergestellter humaner Interleukin-1-Rezeptorantagonist (13). Es wird in Kombination mit MTX eingesetzt bei Patienten, die nur unzureichend auf MTX allein ansprechen. »Das Medikament hat sich bei der Therapie der systemischen Form der juvenilen Arthritis sehr gut bewährt«, erklärt Häfner. Die Patienten sollten aber 18 Jahre alt sein (15).

    Der IL-1-Antagonist Rilonacept ist bislang nur in den USA zur Behandlung der familiären Kälte-Urtikaria und des Muckle-Wells-Syndroms zugelassen. Bei diesem Syndrom handelt es sich um eine autosomal dominant vererbte Erkrankung mit spontan auftretenden juckenden Hautrötungen, progressivem Hörverlust und Amyloidose (Ablagerung von veränderten Proteinen im Zwischenzellraum) der Nieren. In einer offenen Vorphase einer randomisierten kontrollierten Doppelblindstudie war Rilonacept bei JIA-Patienten von fünf bis 20 Jahren sehr gut wirksam (11).

    Ein neues Medikament, das erst kürzlich für die rheumatoide Arthritis bei Erwachsenen zugelassen wurde, ist Tocilizumab (13). Der Antikörper richtet sich gegen den IL-6-Rezeptor und neutralisiert die zerstörerische Aktivität des Interleukins. IL-6 ist ein Zytokin mit proinflammatorischen Effekten auf zahlreiche Zellen, zu denen B- und T-Zellen, hämatopoetische Stammzellen, aber auch Hepatozyten und Osteoklasten zählen. Bei der Pathogenese der rheumatischen Entzündung spielt IL-6 offenbar eine wichtige Rolle. Seine Produktion ist sowohl in Blutzellen als auch im synovialen Gewebe erheblich gesteigert.

    In einer zunächst offenen, dann randomisierten doppelblinden Multizenterstudie behandelten japanische Forscher Kinder mit therapieresistenter JIA mit Tocilizumab. Der Arzneistoff erwies sich als wirksam. Bisher ist er für Kinder aber nicht zugelassen (19).

    An den T-Zellen setzt das Fusionsprotein Abatacept an (13). Diese Zellen spielen eine wichtige Rolle bei der Initiierung und Aufrechterhaltung der pathologischen Immunantwort bei der JIA. Abatacept blockiert sehr früh die Aktivierung von T-Zellen, indem es ein costimulatorisches Signal unterbricht. Für die volle Aktivierung von T-Lymphozyten sind zwei Signale notwendig, die von Antigen-präsentierenden Zellen (APC) ausgehen. Das erste Signal ergibt sich aus der Wechselwirkung eines gebundenen Antigens mit einem T-Zellrezeptor. Das zweite, costimulatorische Signal kann aus der Bindung von CD80- und CD86-Molekülen auf den APC an den CD28-Rezeptor auf T-Zellen resultieren. Anschließend sezernieren die aktivierten T-Zellen das Molekül CTLA-4. Dieses ähnelt in seiner Struktur dem CD28, bindet aber mit höherer Affinität an CD80/86. Auf diese Weise verringert eine aktivierte T-Zelle selbst die weitere Stimulation und eine überschießende Immunantwort.

    Abatacept bindet wie CTLA-4 an CD80/86 und moduliert damit das zweite Signal. Verschiedene Studien zeigten, dass es die Spiegel von Entzündungsmarkern und die Anzahl von IL-2-Rezeptoren verringert, sodass die T-Zell-Aktivierung gehemmt wird. Abatacept ist in Kombination mit MTX zur intravenösen Infusion bei Erwachsenen mit rheumatoider Arthritis zugelassen, für Kinder und Jugendliche aber nur in den USA. Da die Behandlung teuer ist, müssen die Ärzte bei der Krankenkasse entsprechende Eingaben machen, wenn sie Abatacept bei Kindern einsetzen wollen.

    Physikalische Therapie

    Unerlässlich im Behandlungskonzept der JIA ist die physikalische Therapie. Sie beugt Muskelverkürzungen und Funktionseinbußen vor. Die Garmischer Rheumaklinik hat ein eigenes vierstufiges Therapiekonzept entwickelt. An erster Stelle steht die Schmerzlinderung. Es folgen Bewegungserweiterung, Zusammenspiel der Muskelgruppen und Rückführung in ein normales Bewegungsmuster. Massage, Elektrotherapie, Thermotherapie, Hydrotherapie und Bewegungsbad sind physikalische Maßnahmen zur Schmerzlinderung und Muskelentspannung. Sie ergänzen die notwendige krankengymnastische Behandlung.

    Sport ist erlaubt

    Ein Kind mit chronischer Arthritis soll und darf Sport treiben (18). Die erkrankten Gelenke sollen viel bewegt, aber wenig belastet werden. Eventuell sind Gehhilfen wie Sitzroller, Tretroller mit aufgeschweißtem Sitz oder Laufräder sinnvoll: Dadurch werden erkrankte Gelenke während der Bewegung nicht mit dem vollen Körpergewicht belastet.

    Sportliche Aktivitäten sind dem entzündlichen Stadium anzupassen. Schwimmen und Rad fahren sind fast immer möglich; positiv ist, dass sowohl Wasser als auch Fahrradsattel das Körpergewicht tragen und die Gelenke somit in Entlastung bewegt werden. Beim Schwimmen sollten die Betreuer darauf achten, dass das Wasser warm genug ist und das Kind nicht auskühlt. Ideal sind Wassertemperaturen von 26 bis 32 °C. Das Kind soll hinterher gut abgetrocknet und vor Auskühlung geschützt werden.

    Andere Sportarten sind je nach Befallsmuster der Arthritis und Krankheitsstadium möglich. Während aktiver Krankheitsphasen mit starken Gelenkschwellungen oder Schmerzen sollten die Aktivitäten eingeschränkt werden. Die Belastung fördert sonst Schon- und Fehlhaltungen und erschwert den Heilungsprozess. Wenn die Entzündungszeichen abklingen und die krankengymnastische Behandlung zu einer guten Gelenkstellung und Funktion geführt hat, kann das Kind wieder schrittweise mit dem Sport beginnen. Die Eltern sollten es allerdings nie dazu drängen und immer darauf achten, dass der Sport einen spielerischen Charakter behält. Leistungssport ist tabu. Tischtennisspielen, leichte rhythmische Gymnastik und im Winter Skilanglauf können recht bald wieder aufgenommen werden.

    Bei erkrankten Beingelenken sollten alle Sportarten vermieden werden, die wie Fußball, Leichtathletik oder Tennis Springen, Laufen und akutes Abbremsen verlangen. Auch Sportarten mit erhöhtem Verletzungsrisiko, zum Beispiel alpiner Skilauf, Eislaufen und Inlineskating, können sich ungünstig auswirken, da ein Sturz auf das Gelenk zum Aufflackern der Arthritis führen kann.

    Sportlich begabte Kinder können meist großzügiger wieder aktiv werden. Sportarten, die das Kind schon vor der Erkrankung beherrscht hat, kann es früher wieder aufnehmen. Dagegen bedeutet das Erlernen eines neuen Sports meist eine stärkere Belastung mit erhöhtem Verletzungsrisiko.

    Für den Schulsport gilt Ähnliches. Bei noch aktivem Entzündungsprozess rät Häfner von der Teilnahme ab. Sobald sich die Arthritis zurückgebildet hat, kann das Kind vorsichtig und stufenweise wieder am Unterricht teilnehmen. Das setzt allerdings voraus, dass der Lehrer Verständnis für die Erkrankung hat und zu Kompromissen bereit ist. Die Kinder können zunächst bei gymnastischen Übungen und Ballspielen, eventuell auch Übungen am Schwebebalken oder Stufenbarren mitmachen, aber ohne Absprünge. Leichtathletik und Übungen an Sprunggeräten sind erst wieder erlaubt, wenn die Erkrankung schon einige Zeit zur Ruhe gekommen ist und keine Gelenkfehlstellungen mehr bestehen.

    Die Eltern sollten mit dem Lehrer sprechen und auch fragen, ob er bereit ist, auf eine Benotung zu verzichten. Gemeinsame Aufgabe von Eltern und Lehrern ist es, das Kind zu motivieren und ihm die Freude an Sport und Bewegung zu erhalten.



  18. #58
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    Pro und kontra Impfen

    Die meisten Antirheumatika dämpfen die Immunabwehr. Rheumakranke Kinder sind daher durch Infektionen stärker gefährdet als gesunde. Da heutzutage immer mehr Eltern ihr gesundes Kind nicht impfen lassen, ist ein rheumakrankes Kind stärker gefährdet als früher, wenn es einen Kindergarten oder eine Schule besucht.

    Sollten die Eltern ihr rheumakrankes Kind impfen lassen, damit es gegen häufig vorkommende Infektionskrankheiten besser geschützt ist? »Theoretisch ja«, meint Häfner. Praktisch sei dies meist nicht ganz einfach. In einem Schub kann eine Impfung die Autoimmunerkrankung weiter verschlechtern und sollte daher vermieden werden. Bei immunsupprimierten Patienten darf der Arzt keine Lebendimpfungen geben, da die Krankheit, gegen die geschützt werden soll, ausbrechen kann.

    Ein weiteres Problem: Der Impferfolg kann durch Immunsuppressiva, Zytostatika, Biologicals und Glucocorticoide beeinträchtigt sein. Daher sollte das Impfergebnis überprüft werden. Eventuell muss mit einer höheren Dosis nachgeimpft werden.

    Die Krankheit seelisch bewältigen

    »Das Hauptproblem für die Kinder ist, dass sie nicht so können, wie sie wollen«, meint Häfner. Die Einschränkungen durch die Erkrankung sind oft gewaltig: Die Kinder werden vom Sportunterricht befreit und müssen aus dem Sportverein austreten. Sie dürfen nicht mehr Fußball spielen oder am Ballettunterricht teilnehmen. Das grenzt aus und schmerzt die Seele.

    Wichtig ist es, die Kinder möglichst früh wieder zu mobilisieren. Denn körperliche Bewegung ist sehr wichtig. Bei Kleinkindern ist die motorische Entwicklung eng mit der psychosozialen und geistigen Reifung gekoppelt. Daher ist es dringend nötig, dass die Behandlung früh einsetzt, damit die Kinder einen möglichst altersgemäßen Alltag erleben können. Falls Sport nicht mehr möglich ist, sollten Eltern und Erzieher versuchen, den Kindern einen Ausgleich in einem anderen Gebiet zu eröffnen, beispielsweise Musizieren oder Malen. Ganz wichtig ist es, dass rheumakranke Kinder gute Freunde haben. Eine psychologische Unterstützung der gesamten Familie, insbesondere der Geschwister, ist notwendig. Denn auch diese leiden unter der Erkrankung. »Oft ist die Mutter eines rheumakranken Kindes wochenlang in der Klinik und die Geschwister werden dann von anderen betreut«, sagt Häfner. Unter Umständen beneiden die gesunden Geschwister sogar das kranke Kind, weil es mehr Fürsorge erhält.

    Trotz der Schwere des Krankheitsbilds können Arzt und Apotheker allen Betroffenen Hoffnung geben. Denn die Prognose der JIA ist relativ gut. Insgesamt gelingt es bei etwa 60 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die Erkrankung zum Stillstand zu bringen, ohne dass eine Behinderung zurückbleibt. Apotheker sollten die Eltern bei Verdacht daher frühzeitig auf das Krankheitsbild und den Gang zum Arzt, am besten einen Kinderrheumatologen, hinweisen.



  19. #59
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    Schlimm ja....

    Gegen Rheuma scheint auch heutzutage absolut nichts ursächlich wirklich zu wirken. Der Expert(-innen)rat ist dann einfach schon früh NSAR, Immusupressiva und die schweren Medikamente aus der "Küche" der Schulmedizin zu nehmen..auch schon bei Kindern - ein Leben lang...

    Das stimmt mich doch alles traurig...



  20. #60
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    Bei dir ist das Glas wohl immer leer :-(

    Wie kommst du zu solch Schlussfolgerung?

    Hast du den Titel deines reinkopierten Artikels nicht gelesen???

    Mit einer angepassten medikamentösen Behandlung und Lebensführung gelingt es oft, die Krankheit zum Stillstand zu bringen.

    Das einzig dumme am Artikel war: Ohne Medikamente geht es nicht.

    Wer nicht zum Arzt geht, kann auch nicht von der Schulmedizin oder Wissenschaft statistisch erfasst werden, aber Papier ist geduldig, leider...
    Gruß Uli

    Gelenke, auch axiale, die du täglich eine halbe Stunde bewegst können nicht über Nacht versteifen.
    Es kommt nicht nur drauf an was wir essen sondern auch was wir nicht essen.

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