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  1. #261
    Avatar von PT1303
    PT1303 ist offline geht es endlich wieder gut
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    Quelle: Helios Klinik 17.02.11
    Rheuma: Auswirkungen auf Lungenfunktion oft unbekannt

    Schmerzen in Schüben, Behinderungen im Alltag und ein Gefühl der Hilflosigkeit: Rheuma bringt einiges an Einschränkungen der Lebensqualität mit sich. Bei so genannten Autoimmunerkrankungen spielt das Immunsystem verrückt und wendet sich gegen den eigenen Körper – Rheuma ist eine solche Erkrankung, die rheumatoide Arthritis eine der häufigsten Formen. Was viele nicht wissen: Rheuma kann auch Auswirkungen auf die Lunge haben.
    Rheuma zeigt meist ein vielfältiges Beschwerdebild bei den betroffenen Patienten. Was viele nicht wissen, Rheuma kann auch Auswirkungen auf die Lunge haben. „Systemische Erkrankungen wie Rheuma können sich auf ein ganzes Organsystem auswirken“, so Prof. Dr. Tosten Bauer, Chefarzt der Klinik für Pneumologie im HELIOS Klinikum Emil von Behring, Lungenklinik Heckeshorn. „Bei rheumatischen Erkrankungen ist häufig der ganze Körper betroffen. Die Betroffenen fühlen sich dann nicht nur eingeschränkt, sondern allgemein krank und die Leistungsfähigkeit nimmt ab. Insbesondere die Lunge und die Pleura, ein dünnes Häutchen, das die Lungen überzieht, können betroffen sein.“ Dass die Lunge durch Rheuma in ihrer Funktion eingeschränkt sein kann, ist dabei oft noch unbekannt.

    Eine Beteiligung der Lunge tritt vor allem bei Bindegewebserkrankungen (Kollagenosen) einschließlich der Sklerodermie auf, bei der das Bindegewebe der Haut sowie das der inneren Organe verhärten kann. Auch die rheumatischen Gefäßerkrankungen (Vaskulitiden) können die Lunge betreffen und dann zum Beispiel jahrelang als Athma bronchiale fehlinterpretiert werden.

    Professor Bauer: „Die Begleiterkrankungen sind dann häufige nicht-infektiöse Lungenentzündungen. Eine Veränderung des Lungengefäßbettes kann z. B. bei Patienten mit Sklerodermie auftreten. Bei Patienten mit einer chronischen Polyarthritis, also der Entzündung mehrerer Gelenke, sind häufig die Rheumaknoten dann auch in der Lunge zu finden.“

    Symptome einer Lungenbeteiligung bei einer rheumatischen Grunderkrankung sind Husten ohne Auswurf, Luftnot und Abgeschlagenheit. Aber auch Fieber kann auftreten. Letzteres kann die Diagnose erschweren, weil der Verlauf einer bakteriellen Lungenentzündung sehr ähnlich ist.

    Viele der Patienten werden daher zunächst mit einem oder mehreren Antibiotika behandelt, ohne Besserung zu erfahren.

    Aufgrund der Vielzahl von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und den verschieden möglichen Begleiterkrankungen ist eine exakte Diagnose notwendig. Nur dann ist es möglich, dass sich durch die Therapie die Lungenbeteiligung im günstigsten Fall vollständig zurückbildet.
    Rheuma ist dabei längst nicht mehr eine Alterskrankheit. Hunderttausende Rheuma-Patienten deutschlandweit sind Kinder und Jugendliche.
    Professor Bauer betont: „ Denn erst wenn die exakte Diagnose steht, ist auch das Therapieziel für die Patienten erreichbar: weitestgehend schmerzfrei und mit möglichst wenigen Einschränkungen mit und trotz Rheuma gut leben zu können.“

    Die Klinik für Pneumologie, Lungenklinik Heckeshorn, im HELIOS Klinikum Emil von Behring richtet zum Thema Rheuma und Lunge deshalb gemeinsam mit der Abteilung für Innere Medizin, Rheumatologie und Klinische Immunologie des Immanuel Krankenhauses Berlin und in Zusammenarbeit mit dem dortigen Chefarzt, Professor Dr. med. Andreas Krause, regelmäßig fachliche Weiterbildungsseminare für klinisch tätige und niedergelassene Ärzte aus.
    Das LEBEN soll kein uns GEGEBENER,
    sondern ein von uns GEMACHTER ROMAN sein.
    (Novalis)

  2. #262
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    Zitat aus dem Text

    Das macht wirklich traurig:


    Zitat Zitat von PT1303
    ..... Hunderttausende Rheuma-Patienten deutschlandweit sind Kinder und Jugendliche.
    ......



  3. #263
    Avatar von PT1303
    PT1303 ist offline geht es endlich wieder gut
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    Quelle: Medical Tribune
    Österreichischer Konsensus
    Empfehlungen zu Methotrexat

    STOCKERAU – Für Österreich liegen nun Empfehlungen zum Einsatz von Methotrexat in der Rheumatologie, zusammengefasst von Dr. Pia Haindl, LK Weinviertel Stockerau, in Form eines Expertenkonsensus vor*. Basis des Konsensus waren eine systematische Literatursuche sowie das internationale 3E-Projekt. Medical Tribune fasst zusammen, worauf bei der MTX-Therapie zu achten ist.
    • Die Experten empfehlen, vor Beginn einer Basistherapie mit MTX vorbestehende Erkrankungen (v.a. Lungen-, Nieren-, Lebererkrankungen, Infektionen) zu erheben.
    • Die Laborbefunde sollten ein komplettes Blutbild, Leber- und Nierenwerte, Hepatitisserologie, Blutzucker, Albumin und Harnbefund umfassen. Ebenso werden ein Thoraxröntgen und eine Abdomensonographie empfohlen.
    • Im Falle einer klinisch relevanten pulmonalen Veränderung sollte vor Beginn einer MTX-Therapie ein Thoraxröntgen durchgeführt werden, da vorbestehende Lungenerkrankungen, im Besonderen die „Rheumalunge“, das Risiko für eine MTX-Pneumonitis erhöhen können. Es gibt jedoch keine gesicherten Hinweise, dass MTX einen chronisch toxischen Effekt auf die Lungenfunktion hat.
    • Die Patienten sollten über die potenziellen Nebenwirkungen von MTX sowie über die Notwendigkeit einer Alkoholrestriktion aufgeklärt werden.
    • In der Schwangerschaft ist der Folsäureantagonist MTX streng kontraindiziert (Gefahr von Neuralrohrdefekten!). Da Methotrexat jedoch nicht nur teratogen, sondern auch mutagen ist, müssen Frauen und Männer eine MTXTherapie mindestens drei (besser sechs) Monate vor einer geplanten Schwangerschaft absetzen.
    • Vor Therapiebeginn muss daher nach einer geplanten oder bestehenden Schwangerschaft gefragt und über die Wichtigkeit einer strikten Kontrazeption informiert werden. Wenn nicht gestillt wird, kann die MTX-Therapie sofort nach einer Geburt wieder begonnen werden.
    • Die Experten empfehlen, die MTX-Therapie mit oraler Gabe von 10 bis 15 mg pro Woche zu beginnen und in schnellen Dosisschritten auf eine Zieldosis von 25 bis 30 mg pro Woche zu erhöhen. Subkutane Verabreichung ist möglich und kann bei unzureichendem Ansprechen, schlechter Verträglichkeit oder mangelnder Compliance eine Alternative darstellen. Stellt sich die erwünschte Wirkung nicht ein, sollte zunächst eine Dosissteigerung versucht und erst wenn diese erfolglos bleibt, eine Kombinationstherapie initiiert werden.
    • Um die Verträglichkeit zu monitieren, sollten nach einem Monat Therapie und im Anschluss daran alle drei Monate Laborbefunde wie vor Therapiebeginn (komplettes Blutbild, Leberenzyme, Serumkreatinin und Harnbefund) erhoben werden. Symptome den Gastrointestinaltrakt betreffend, Hautveränderungen, Stomatitis, Kurzatmigkeit, Husten und Fieber sollten abgefragt und die Antworten dokumentiert werden.
    • Folsäure-Gabe hat prophylaktische Wirkung hinsichtlich gastrointestinaler Symptome und Lebertoxizität. Empfohlen werden 5 bis 10 mg Folsäure pro Woche, jeweils einen Tag vor der MTX-Einnahme. Höhere Folat-Dosen können die Wirksamkeit von MTX reduzieren.
    • Im Falle einer Erhöhung der Leberwerte sollte die Folsäuresubstitution dennoch gesteigert werden. Engmaschige Kontrolle der Laborwerte ist in diesem Fall indiziert. Überschreiten die Leberwerte das Dreifache des Normalwertes, soll MTX pausiert werden. Wenn nach Absetzen von MTX die Leberenzyme sinken, kann die Therapie mit einer geringeren Dosis wieder begonnen werden. Eine Leberbiopsie ist nicht erforderlich.
    • Im Falle von schwerwiegenden Infektionen wird empfohlen, MTX zu pausieren. Dabei handelt es sich allerdings um eine reine Vorsichtsmaßnahme, da es keine Hinweise gibt, dass MTX den Verlauf von Infektionen ungünstig beeinflussen würde. Auch das generelle Infektionsrisiko ist unter MTX nicht erhöht.
    • Dennoch wird im Falle von notwendigen Lebendimpfungen empfohlen, MTX drei Monate vor der Impfung abzusetzen. Alle anderen Impfungen können und sollen während einer MTX-Therapie gegeben werden, es besteht auch keine Notwendigkeit, die Dosis zu reduzieren.
    • Auch im Hinblick auf orthopädisch- chirurgische Eingriffe ist MTX unproblematisch und muss daher vor einer Op. nicht notwendigerweise pausiert werden, da die Fortsetzung einer MTX-Therapie keinen Einfluss auf das Risiko hat. Für MTXDosen über 25 mg pro Woche fehlen jedoch die Daten.
    • Laut verfügbarer Evidenz erhöht MTX das Malignomrisiko nicht, prospektive Daten zeigen sogar, dass Methotrexat durch die Senkung des kardiovaskulären Risikos die Lebenserwartung erhöhen kann.
    Reno Barth
    * Haindl PM, Rintelen B, Brezinschek HP, Herold M, Eberl G, Wolf J Machold KP, Nothnagl T, Leeb BF: Österreichische Empfehlungen zum Gebrauch von Methotrexat in der Rheumatologie – Expertenkonsensus basierend auf einer systematischen Literatursuche. Akt. Rheumatol 2010; 5.3.2010
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    (Novalis)

  4. #264
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    scheint mir noch ein gutes Interview zu sein:

    Die Gelenke sind geschwollen, Finger, Hüfte und Knie schmerzen, kurz: Jede Bewegung wird zur Qual. Etwa 20 Millionen Deutsche leiden an Rheuma
    Doch wie so oft liegt auch hier der Teufel im Detail, denn mehr als 100 verschiedene Erkrankungen werden unter dem Oberbegriff Rheuma zusammengefasst. Welche Formen am häufigsten vorkommen, wie man sie erkennt und behandeln kann, erklären Experten in BILD am SONNTAG.

    Wie unterscheiden sich die Rheumaformen?
    Professor Erika Gromnica-Ihle, Präsidentin der Deutschen Rheumaliga: „Es gibt das entzündliche und das nicht entzündliche Rheuma. Das sind die zwei großen Gruppen. Zu den entzündlichen gehören die Entzündung der Gelenke wie bei der rheumatoide Arthritis. Oder Entzündungen im Bereich der Wirbelsäule wie zum Beispiel der Morbus Bechterew. Die zweite große Gruppe sind die nicht-entzündlichen Formen, dazu gehören die Verschleißerkrankungen wie Arthrosen z. B. an den großen Gelenken. Und das Fibromyalgie-Syndrom. Das ist eine schmerzhafte Erkrankung des ganzen Körpers, etwa der Muskeln, Sehnen und Gelenke mit Symptomen wie Abgeschlagenheitoder Schlafstörungen.“
    Was haben alle Rheuma-Erkrankungen gemeinsam?
    „Den reißenden und ziehenden Schmerz und Funktionsstörungen des Bewegungsapparates.“
    Wenn landläufig von Rheuma gesprochen wird, was ist gemeint?
    „Die rheumatoide Arthritis. Rund 550000 Deutsche leiden darunter, Frauen dreimal so häufig wie Männer. Die meisten erkranken ab Mitte 40.“
    Wie entsteht diese rheumatoide Arthritis?
    „Die Ursache ist noch ungeklärt. Man weiß nur, dass Autoimmunprozesse eine wichtige Rolle spielen. Das bedeutet, dass unser Abwehrsystem, das uns eigentlich schützen sollte, sich gegen den eigenen Körper richtet und ihn zerstört.”
    Was sind typische Symptome?
    Professor Gerd-Rüdiger Burmester, Direktor der Rheumatologischen Klinik, Charité Berlin: „Schmerzen an einzelnen Gelenken von drei bis sechs Wochen. Dazu kommen Schwellungen an zwei und mehr Gelenken sowie morgens nach dem Aufstehen mindestens 60 Minuten lang steife Glieder und grippeähnliche Abgeschlagenheit. Die Patienten sind müde, erschöpft. Ein Bluttest zeigt häufig erhöhte Entzündungswerte und Antikörper, Rheumafaktoren genannt.”
    Was ist zu tun, wenn der Test positiv ausfällt?
    „Möglichst bald einen internistischen Rheumatologen aufsuchen. Viele Rheumatologen oder Kliniken bieten eine Früh-Arthritis-Sprechstunde an, bei der man innerhalb von 14 Tagen einen Termin bekommt.“
    Warum ist das wichtig?
    „Weil eine Rheuma-Erkrankung innerhalb der ersten drei Monate nach Ausbruch am allerbesten behandelt werden kann. Durch die richtige Medikation könnten Patienten oft schmerzfrei weiterleben, die Gelenk- beziehungsweise Organzerstörung kann aufgehalten werden.“
    Wer ist besonders von Rheuma betroffen?
    Professor Gromnica-Ihle: „Es kann jeden treffen, Erwachsene und sogar Kinder. Am häufigsten sind Arthrosen, an denen vor allem ältere Menschen erkranken. Von den entzündlichen rheumatischen Gelenkerkrankungen sind mehr Frauen als Männer betroffen.”
    Wo entsteht Rheuma?
    Professor Dr. Jürgen Braun, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie: „Rheuma kann überall ausbrechen, auch im Gehirn, im Ohr und in den Augen.“
    In den Augen? Wie das?
    „Da gibt es viele Möglichkeiten. Beim Morbus Bechterew, der hauptsächlich an der Wirbelsäule auftritt, beginnt es mit einer Entzündung in der Regenbogenhaut, der Iris. Die reaktive Arthritis wird durch eine bakterielle Bindehautentzündung ausgelöst. Liegt eine Systemerkrankung, eine Vaskulitis vor, kann es, wenn es nicht rechtzeitig behandelt wird, zur Erblindung führen.“
    Welche Behandlungsmethoden gibt es?
    Professor Burmester: „Das hängt von der speziellen Erkrankung ab. Am häufigsten werden Medikamente verabreicht. Schmerzmittel, Kortison und das Immunsystem dämpfende Mittel.“
    Welche neuen Medikamente gibt es?
    Professor Braun: „In den vergangenen zehn Jahren wurden einige sehr wirksame, entzündungshemmende Medikamente entwickelt. Vor Kurzem kam mit Denosumab ein Wirkstoff auf dem Markt, der bei Osteo*porose den Knochenabbau hemmt.“
    Ist Rheuma also bald heilbar?
    „Zum Teil gibt es schon ganz gute Erfolge, vor allem wenn man früh genug mit der Behandlung anfängt und dabei eher forsch vorgeht. Ansonsten leider nein. Rheuma ist eine chronische Erkrankung, die stetig und auch in Schüben immer weiter fortschreitet. Aber es wird intensiv daran geforscht, wie man zum Beispiel das Gedächtnis der fehlgeleiteten Zellaktivitäten ausschalten kann. Beziehungsweise, wie man wieder eine gesunde Regulation der Zellen herstellen kann. In wenigen Fällen ist es nach einer gezielten Auslöschung des Knochenmarks von schwer erkrankten Patienten sogar gelungen, durch die Transplantation von Stammzellen eine neue, gesunde Zellaktivität zu schaffen.“
    Wer ist besonders gefährdet?
    „Das ist allgemein nicht zu beantworten. Bei der Wirbelsäulenarthritis sind Erbfaktoren bedeutend. Wer häufig in den Wald geht und von einer Zecke gebissen wird, kann eine Lyme-Arthritis bekommen, die sich etwa sechs Monate nach dem Biss entwickelt. Bei Gicht erhöhen Übergewicht, Alkohol und fettes Essen das Risiko zu erkranken.“
    Kann Rheuma durch gesunde Lebensweise verhindert werden?
    Professor Burmester: „Im Falle der Gicht auf jeden Fall. Bei Morbus Bechterew wissen wir, dass die Gene zu 80 bis 90 Prozent verantwortlich sind.“
    Sind knackende Gelenke ein Zeichen von Rheuma?
    Professor Braun: „Nein, das hat nichts mit Rheuma zu tun. Hierfür sind vorallem die Bänder und Kapseln verantwortlich, die die Gelenke halten. Manchmal sind die etwas lockerer, dann können sie durch das Auseinanderziehen oder Drücken knacken. Das kann früher zu Arthrose führen.“
    Im Internet gibt es verschiedene Angebote zur Heilung wie Andullationstherapie durch10-Hertz-Wellen. Ist das sinnvoll?
    „Bei dieser Methode ist die Wirksamkeit durch solide Studien nicht nachgewiesen.“
    Und was ist mit der Radio- oder Chemosynoviorthese?
    „Das sind Therapien zur lokalen Behandlung der entzündeten Gelenkinnenhaut mit chemischen Substanzen oder Strahlen. Damit arbeiten wir, wenn einzelne Gelenke besonders stark betroffen sind.“
    Auch Naturheilmittel wie Ingwer, Teufelskralle und wilder Majoran werden angepriesen. Helfen die?
    „Wir Schulmediziner sind nicht gegen Naturheilmittel, sondern nur dafür, dass immer die Wirkung durch Studien nachgewiesen ist. Bei der Teufelskralle ist die Wirkung begrenzt. Nachgewiesen wurde vor Kurzem zum Beispiel, dass Tai-Chi bei der häufigenSchmerzerkrankung Fibromyalgie hilft.“

    Quelle: Bild am Sonntag



  5. #265
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    Aus vergangenen Zeiten:

    Evolutionäre Medizin

    Der Arzt 
der Mumien

    Frank Rühlis «Patienten» sind Hunderte und Tausende von Jahren alt. Der Arzt erforscht an Skeletten und Mumien, wie 
die Zivilisation unseren Körper verändert.

    Der alte Mann muss gelitten haben. Seine Wirbelsäule ist im unteren Bereich versteift, krankhafte Verwachsungen an den Seiten der Wirbel schränken die Beweglichkeit ein. Das zeigt ein Blick auf die Knochen des Unbekannten, der am Bielersee lebte und mit 
62 Jahren starb. Dass er an Morbus Bechterew erkrankt war, konnte man bis vor kurzem nur vermuten. Von dem Mann aus dem Mittelalter ist ausser den Knochen nichts erhalten. Doch die reichen dem 
Mediziner Frank Rühli für eine Diagnose. Der Zürcher Anatom hat gemeinsam mit deutschen Kollegen Erbgutfragmente aus dem Oberschenkel isoliert. So konnten sie das Gen HLA-B27 identifizieren, ein klares Zeichen für die nach dem russischen Arzt Wladimir Bechterew benannte rheumatische Erkrankung.
    «Ich diagnostiziere Krankheiten aus 
der Vergangenheit, um ihre Behandlung zukünftig zu verbessern», sagt Rühli. Sein Fachgebiet ist die Evolutionäre Medizin. Er denkt nicht in Jahren, sondern in Jahrtausenden. In solchen Zeiträumen ent*wickeln sich neue Körperformen und Anfälligkeiten für Krankheiten oder Mikroben. Der Mensch passt sich stetig den Veränderungen der Umwelt an und reagiert so auf neue Lebensbedingungen. «Wir meinen instinktiv, wir seien am Ende der Evolution angelangt. Das ist nicht der Fall – wir verändern uns weiter», sagt Rühli.
    Der Evolutionsmediziner sitzt in seinem Büro an der Universität Zürich Irchel, er beschreibt eindringlich, was ihn an seinem Fachgebiet fasziniert. Seit seiner Jugend interessiert er sich für Geschichte, und trotzdem hat er das Studium der Medizin gewählt. Im Schnittpunkt der beiden Disziplinen liegt die evolutionäre Medizin: Das Gebiet verknüpft historische Entwicklungen mit Krankheiten und Veränderungen des Körpers. Dank Spenden konnte Rühli vor einem Jahr das Zentrum für Evolutionäre Medizin eröffnen. An seiner Seite durchleuchten dort Ärzte, Genetiker und Spezialisten für bildgebende Verfahren Knochen und Gewebeproben. Sie spüren längst verstorbenen Menschen und der Ursache ihres Todes nach, suchen Hinweise auf evolutive Veränderungen.


    Die ideale Grösse des Menschen

    Die finden sie zum Beispiel anhand der Körpergrösse. Rühlis Kollege Kaspar Staub hat kürzlich bestätigt, was vielen auffällt: Die Schweizer werden immer grösser. Die mittlere Körperlänge hat seit 1878 um 
14,9 Zentimeter zugenommen. 2009 mass ein durchschnittlicher Rekrut 178,2 Zenti-
meter, 1878 waren es erst 163,3. Interessant ist, dass sich dieser Trend verlangsamt. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Menschen hierzulande von Generation zu Generation grösser, nun flacht die Wachstumskurve deutlich ab. «Wir haben vermutlich die ideale Grösse erreicht», interpretiert Rühli. Diese Entwicklung stellt man auch in anderen Ländern Mittel- und Nordeuropas fest. Über die Gründe lässt sich spekulieren. Während das fortschreitende Wachstum auf verbesserte Ernährung und Hygiene zurückzuführen sein dürfte, ist die Ursache für seine Verlangsamung rätselhaft. Sie lässt eigentlich nur den Schluss zu, dass wir an eine genetisch fixierte Grenze stossen.
    Auch an berühmten Toten studiert Rühli äusserliche Veränderungen. Zum Beispiel am Skelett Karls des Grossen, der von 747 bis 814 lebte. Rühli konnte das 
linke Schienbein untersuchen und berechnete anhand der Länge, dass der legendäre Frankenkönig eine für seine Zeit extreme Grösse von 1,84 Metern erreicht haben musste. Rühli zieht zudem den Schluss, dass der wahrhaft grosse Karl eines natürlichen Todes und nicht an einer Krankheit starb.
    Ins Rampenlicht der internationalen Aufmerksamkeit katapultiert haben Rühli aber seine Studien an der Eisleiche Ötzi und an der Mumie Tutanchamuns. Mumien sind das ideale Material für genetische und anatomische Untersuchungen. Einbalsamiert und geschützt gelagert, überdauern sie Jahrtausende.

    Den Todesfall Tutanchamun geklärt

    Das Rüstzeug für Mumienstudien hat sich der innovative Anatom während seiner Doktorarbeit in Winterthur angeeignet. Ende der neunziger Jahre untersuchte er dafür Knochen und Weichteilgewebe eines unbekannten Ägypters, der 300 Jahre vor Christus lebte. Heute nutzt Rühli auch 
die neusten bildgebenden Verfahren, um das Mumiengewebe schonend zu durchleuchten.
    Seine Fertigkeiten haben ihm 2005 den prestigeträchtigen Auftrag eingebracht, die Todesursache Tutanchamuns zu bestimmen. Gemäss Rühlis Untersuchungen dürfte der legendäre Pharao an den Folgen eines Oberschenkelhalsbruchs gestorben sein. Und bei der Gletschermumie Ötzi konnten Rühli und Kollegen aus Italien 
eine Verletzung im Schulterbereich ausmachen. Der Steinzeitmensch, der vor 5300 Jahren im Südtirol lebte, verblutete an einer Pfeilwunde.
    Rühlis eigentliches Interesse steht im Schatten dieser spektakulären Resultate. Er will wissen, wieso wir heute für manche Krankheiten wie Krebs oder Herz-Kreislauf-Krankheiten anfälliger sind als früher. Jahrtausendealte Mumien sind *dafür die idealen Studienobjekte. So haben ameri-
kanische Forscher vergangenen Frühling 
herausgefunden, dass die vor 3550 Jahren verstorbene ägyptische Prinzessin Ahmose-Meritamun an Gefässverkalkung litt und an einem Herzinfarkt starb. Die angebliche Zivilisationskrankheit Arterienverkalkung ist also kein neues Leiden. Das ist umso erstaunlicher, als sich die Prin-zessin vorwiegend von Gemüse und von 
magerem Fleisch nicht domestizierter Tiere ernährt haben muss. Das weist auf bisher unbekannte Ursachen der Erkrankung hin, die wir auf fette, kalorienreiche Küche zurückführen. «Wir müssen solchen Spuren aus der Vergangenheit nachgehen, um neue Risikofaktoren zu fin*den», sagt Frank Rühli.
    Wer sich mit der Vergangenheit beschäftigt, erfährt mehr über die Zukunft. Wie wirkt sich unsere Lebensweise auf 
unseren Körper aus? Wohin geht dessen Entwicklung? Bewegungsarmut und kalorienreiche Ernährung führen zu Übergewicht – das ist die eine, bekannte Seite. Ein weniger bekannter Aspekt ist, dass wir heute feiner gebaut sind und weniger Muskeln entwickeln als noch vor 4000 Jahren. «Wenn wir uns körperlich weniger belas*ten, nimmt die Masse der Muskeln und der Knochen ab. Dieser Trend wird wohl weitergehen», prognostiziert Rühli. Ebenso dürfte sich die menschliche Körpergrösse weltweit vereinheitlichen.
    Unwahrscheinlich ist dagegen, dass die Gehirne wachsen und zu über*grossen Köpfen führen, wie Science-Fiction-Autoren spekulieren. Rühlis Doktorvater, Maciej Henneberg, hat Schädel unserer Ahnen aus 20 000 Jahren vermessen: Seine Untersuchung zeigt einen Rückgang des Schädelvolumens um zehn Prozent seit der späten Altsteinzeit. Das heisst nicht, dass wir dümmer geworden sind. Die Nervenzellen sind heute wohl bloss dichter angeordnet.

    Die Anatomie ist schon fast optimal

    Im Verlauf dieser Phase hat sich der Mensch vom Generalisten zum Spezialisten gewandelt. Der Wandel vom Jäger und Sammler zum Homo technicus hat ein leicht kleineres Gehirn hervorgebracht, das weniger Aufgaben vollbringen muss, diese aber auf höherem Niveau. Daran wird sich kaum etwas ändern. «Ich rechne nicht mit weiteren gravierenden Veränderungen», sagt Rühli.
    Aus anatomischer Perspektive sind wir nahe am Optimum. Also noch immer nicht ganz perfekt. «Unsere Anatomie ist immer ein Kompromiss», sagt Rühli mit Blick auf das Zusammenspiel der 206 Knochen unseres Skeletts. Schon eine kleine Abweichung kann grosse Schmerzen verursachen. Das musste auch der alte Mann vom Bielersee leidvoll erfahren.

    Ausstellung


    Wie Mumien uns künftig helfen zu heilen

    Mumien aus Ägypten, Peru und der Schweiz sind bis Januar 2012 in der Universität Irchel in Zürich ausgestellt. Zum Beispiel die Mumie eines Jugendlichen aus dem Andenhochland, der vor 900 Jahren in Sitzstellung begraben wurde. Oder die einer Frau aus dem 16. Jahrhundert, die bei Grabungen in der Bar*füsserkirche in Basel gefunden wurde. In ihrem Gewebe haben die Mumienforscher hohe Mengen an Quecksilber entdeckt. Sie vermuten, dass die Frau sich wegen der Geschlechtskrankheit Syphillis einer Behandlung mit diesem *giftigen Schwermetall unterzog.

    Die Ausstellungsmacher um Frank Rühli haben sich bemüht, die Mumien auf eine würdige Art zu inszenieren. Da es sich um tote Menschen handelt, war ihnen der Respekt gegenüber den konservierten Körpern wichtig. Diese werden deshalb in einem abgeschlossenen Raum, einer sarkophagähnlichen Kapsel, präsentiert.
    Die alten Ägypter balsamierten vor allem Mitglieder höherer Gesellschaftsschichten und religiöse Würdenträger ein. Die Ausstellung stellt alte und moderne Techniken der Konservierung vor und zeigt moderne Verfahren, die man für die Diagnose von Krankheitsbildern und die Entwicklung von Heilmethoden einsetzt.
    Die Ausstellung «Mumien: Mensch, Medizin, Magie» an der Universität Zürich (Standort Irchel) dauert bis 8. Januar 2012.

    Quelle: Beobachter
    Geändert von Soltar (10.10.2011 um 17:40 Uhr)



  6. #266
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    12. Oktober 2011 ist Welt-Rheuma-Tag: "Aktiv gegen Rheumaschmerz" - Deutsche Rheuma-Liga startet Bewegungskampagne (mit Bild)


    Berlin (ots) - "Move to improve" lautet das internationale Motto zum Welt-Rheuma-Tag 2011. Die Deutsche Rheuma-Liga greift die Botschaft mit ihrer neuen Kampagne "Aktiv gegen Rheumaschmerz" auf. "Heraus aus der Schonhaltung!" lautet die Botschaft der Experten auf der Pressekonferenz am 6. Oktober in Berlin.
    Rheuma ist eine Volkskrankheit. Nach Schätzungen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie leiden in Deutschland rund 20 Millionen Menschen an rheumatischen Beschwerden. Bewegung und zielgerichtetes Training können Linderung verschaffen. Die Kampagne, die erstmals im Verbund mit acht Partnerorganisationen aus der Rheumatologie und Orthopädie durchgeführt wird, soll Rheuma-Patienten zu (mehr) körperlicher Aktivität motivieren. Das Maßnahmenpaket umfasst Ratgeberliteratur sowie bundesweite Informations- und Motivationsveranstaltungen. Gleichzeitig offerieren die deutschlandweit über 12.000 Bewegungsgruppen ein umfassendes Trainingsangebot. Ab Anfang Oktober bündelt die Aktionswebsite "aktiv-gegen-rheumaschmerz" alle Informationen und Angebote.
    "Mit unseren Aktionen wollen wir auch die Öffentlichkeit für das Thema 'Rheuma' sensibilisieren, denn die Erkrankung kann jeden treffen", so Prof. Erika Gromnica-Ihle, Präsidentin der mit über 260.000 Mitgliedern bundesweit größten Selbsthilfegemeinschaft. Jeder vierte Bundesbürger ist früher oder später von Beschwerden im Bewegungsapparat betroffen. 5 bis 7 Millionen leiden an Arthrosen. Schmerz und Erschöpfung sind vordringliche Leiden bei entzündlichen Erkrankungen wie Rheumatoider Arthritis, Morbus Bechterew, Kollagenosen oder Vaskulitiden. Hinzu kommen Millionen Schmerzkranke mit chronischen Rückenleiden oder Fibromyalgie. Und auch jüngere Menschen sind zunehmend von Gelenkkrankheiten betroffen.
    Wissenschaftliche Studien zeigen: Mit Sport und Bewegung kann man den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.100.000 Rheuma-Betroffene nutzen bereits regelmäßig Bewegungsangebote der Rheuma-Ligen vor Ort. Neben dem Klassiker, dem Rheuma-Funktionstraining, Tanzen oder meditativen Formen wie Tai-Chi oder Yoga werden auch neuere gelenkschonende Trainingsformen angeboten. Dazu zählen etwa Aqua-Cycling oder besonders das Muskelaufbautraining im Rahmen einer Medizinischen Trainingstherapie (MTT). "Durch gezieltes Kraft- und Koordinationstraining, unterstützt durch ein Ausdauertraining, kann mit Hilfe der MTT die Belastbarkeit des Muskel- und Skelettsystems sowie des Herz-Kreislauf-Systems erhalten bzw. gesteigert werden. Als aktive Therapieform dient sie der Sicherung und Verbesserung des Rehabilitationserfolges, so dass Betroffene wieder tatkräftig an allen Bereichen des Lebens teilnehmen können", so Monika Schäfer, Diplom-Sportlehrerin der Rheuma-Liga Niedersachsen.
    So sinnvoll die regelmäßige Bewegung für rheumakranke Menschen ist, sie kann nicht die rechtzeitige Diagnostik und Therapie ersetzen. Die Rheumatologie hat im letzten Jahrzehnt bei der Entwicklung wirksamer Medikamente für entzündliche rheumatische Erkrankungen sehr große Fortschritte erzielt. Doch diese kommen nicht überall bei den Betroffenen an. "Wir liegen in Deutschland, was die Versorgung mit Rheumatologen und Rheumatologinnen anbelangt, weit hinter dem, was die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie in ihrem Memorandum empfiehlt. Im Hinblick auf das jetzt in der Abstimmung befindliche Versorgungsstrukturgesetz fordern wir nachhaltig: Verbesserung der Versorgung von Rheumatikern durch Änderung der Bedarfsplanung", so Gromnica-Ihle. "Ein 'Nationaler Rheumaplan' muss her, um abgestimmt und effizient im Sinne der Betroffenen Prävention, Diagnostik, komplexe Behandlung, Rehabilitation, soziale Absicherung, aber auch weitere Forschung zu sichern."

    Quelle: Rheumaliga D



  7. #267
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    Ruhe bedeutet Schmerz

    WITTENBERG/MZ. Sechs Jahre hatte Harald Warmuth mit heftigen Schmerzen, beginnend in der Leistengegend, gelebt und wusste nicht, woher diese rührten. "Ich konnte nicht lange stehen oder sitzen, liegen oder gehen", erinnert er sich. Das ist auch heute noch so. Aber zumindest weiß der 58-Jährige nun seit 1985, was ihn quält. Die Diagnose lautete Morbus Bechterew, eine Krankheit, von der lange nur Männer betroffen schienen.Oft langer Leidensweg



    Inzwischen weiß man, dass auch Frauen diese Krankheit, von denen es in Deutschland zwischen 100 000 und 150 000 diagnostizierte Fälle gibt, bekommen. Aber ehe die daran Erkrankten bis zu diesem Punkt kommen, haben sie oft einen langen Leidensweg hinter sich. So mancher muss sich gar das Wort Simulant anhören. Dabei sind die Auswirkungen, die bis zur völligen Versteifung der Wirbelsäule führen können, recht gravierend. "Mein Leben hat sich sehr verändert", sagt Harald Warmuth. Seinen Beruf kann der Schlosser schon lange nicht mehr ausüben. Bewegung, betont er, sei immens wichtig. "Aber für manche Dinge, die ein Gesunder in einem Tag erledigt, brauche ich drei."



    Beim vierten Selbsthilfeforum Wittenberg am Sonnabend im Luther-Hotel waren unter den Selbsthilfegruppen der Umgebung, sozialen Vereinen, Beratungsstellen und Einzelpersonen auch die Gruppen Morbus Bechterew aus Coswig und Wittenberg. 2008 hat sich die Wittenberger Selbsthilfegruppe gegründet, unter den 19 Mitgliedern sind zwölf Erkrankte, mit dabei ist Harald Warmuth, der sich mit Wassergymnastik und Nordic Walking in Bewegung hält.



    Denn: "Ruhe bedeutet Schmerz", weiß auch Christina Treichel. Sie ist Fördermitglied der Coswiger Selbsthilfegruppe mit zehn Personen, die seit elf Jahren besteht. Ihr Ehemann Erhard ist an Morbus Bechterew erkrankt. "Der Schmerz fing am Kreuzbein an und war mit normalen Schmerzmitteln nicht zu bekämpfen", sagt sie. Inzwischen sei die Entzündung, die die Gelenke der Wirbelsäule befällt, weg. Dafür sei der Körper steif. Auch bei ihrem Mann sei die Diagnose erst sehr spät gestellt worden.



    Beate Jäschke und Sonja Czoch aus der Wittenberger Gruppe sind die Beispiele dafür, dass auch Frauen an Morbus Bechterew erkranken können. Im Alter ab Mitte bis Ende Zwanzig treten erste Symptome auf. "Die lassen sich aber oft keiner bestimmten Krankheit zuordnen", weiß Sonja Czoch. Man treffe sich einmal in der Woche mit dem Physiotherapeuten, ansonsten in der Gruppe zum Grillen, Bowlen und Töpfern und bei den Mitgliedern reihum. "Selbst wenn es uns mal schlecht geht, sind wir nicht die Typen, die das ständig zeigen müssen", betont Beate Jäschke.



    Von der Beteiligung der Gruppen als auch dem Publikumszuspruch sei das Forum gegenüber dem Vorjahr relativ konstant geblieben, schätzt Claudia Fiedler von der Kontaktstelle der Selbsthilfegruppen, sozialen Vereine und Initiativen der Stadt Wittenberg ein. "Hier geht meist nur her, wer spezielle Hilfe sucht", lautet ihre Erfahrung. "Die Leute verdrängen gern. Und auch nicht jeder will in eine Selbsthilfegruppe."



    Doch das Forum bietet nicht nur spezielle Infos über die Arbeit der vielen Gruppen. Es wird über die Bedeutung der Patientenvollmacht informiert, über gesunde Ernährung und Hilfsmittel des Alltags für ganz verschiedene Erkrankungen. Die Kabarettisten der Wittenberger "Reißzwecken" machen mit ihrem kleinen Programm klar, dass Lachen der Gesundheit förderlich ist. Mehrere Apotheken tun selbiges mit den verschiedenen Tests.





    Quelle: mitteldeutsche Zeitung



  8. #268
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    Wohldosierte Bewegung lindert Rheuma-Beschwerden

    Wohldosierte Bewegung lindert Rheuma-Beschwerden

    Foto © APA

    Wohldosierte Bewegung kann die Beschwerden bei Rheuma lindern. Insbesondere bei entzündlichen Rheumaformen wie der rheumatoiden Arthritis oder dem Morbus Bechterew ließen die Steifigkeit des Bewegungsapparates als auch die Schmerzen durch körperliche Aktivität nach, erklärt der Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) in Bad Aibling anlässlich des Welt-Rheuma-Tags am 12. Oktober.
    Geeignet sei zum Beispiel gezieltes Gerätetraining, erläutert Edmund Edelmann, Vorstandsvorsitzender des BDRh. Aber auch Ausdauersportarten sowie Yoga, Tai Chi, Qigong würden zum besseren Befinden der Patienten beitragen.


    Quelle: kleine Zeitung Oesterreich



  9. #269
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    „Schwefel wird zum Knorpel transportiert“

    „Schwefel wird zum Knorpel transportiert“



    Spondylopathien sind Veränderungen an Rückenwirbeln, die schmerzhaft sein können und die Bewegungen beeinträchtigen. Ein Moorbad hilft dagegen, sagt Reha-Chefärztin Gudrun Zander

    Frau Zander, was sind Spondylopathien?


    Als Spondylopathien bezeichnet man verschiedene Formen von Veränderungen an den Wirbelkörpern der Wirbelsäule, die Beschwerden verursachen. Dazu gehören die entzündliche Wirbelsäulenversteifung Spondylitis ancylosans, die auch als Morbus Bechterew bezeichnet wird, sowie infektiöse, traumatische oder degenerative Spondylopathien.
    Welche Formen der Wirbelkörper-Degeneration sind besonders oft zu beobachten?
    Am häufigsten dürfte die Spondylose sein: Wenn im Laufe des Lebens die schützende Knorpelschicht an den Wirbelkörpern und die Bandscheibe zwischen ihnen abnehmen, bildet der Organismus quasi als Reparaturmaßnahme Verknöcherungen an den Wirbelkörpern.

    Diese gleichen zwar die durch den Knorpelschwund wachsende Instabilität des Rückens aus, verschlechtern aber auch dessen Beweglichkeit. Auf Röntgenaufnahmen zeigen sich diese Veränderungen deutlich als angebaute Kanten oder Zacken am Rand der Wirbelkörper. Die zusätzlichen Verknöcherungen schränken die Bewegungsfähigkeit ein. Das heißt zum Beispiel, dass sich der Betroffene immer schlechter bücken kann. Außerdem können die neugebildeten Kanten so weit in den Wirbelkanal hineinragen, dass sie Rückenmark und Nervenstränge einengen. Dies verursacht starke, in die Gliedmaßen ausstrahlende Schmerzen. Auch neurologische Ausfallerscheinungen wie etwa Taubheitsgefühle können auftreten.
    Wie werden Spondylopathien behandelt?
    Akute Schmerzen behandeln die Ärzte meist mit Schmerzmitteln oder natürlichen Heilmitteln wie beispielsweise Wärme. Dies kann sowohl ambulant als auch stationär geschehen. Treten jedoch starke Muskellähmungen auf oder funktionieren Mastdarm und Blase nicht richtig, so dass Stuhlgang und Wasserlassen nicht möglich sind, ist eine Operation unumgänglich. Dabei werden dann die unerwünschten knöchernen Zacken abgetragen und das Rückenmark und die Nerven dadurch entlastet. Auf eine solche Behandlung im Krankenhaus folgt meist eine dreiwöchige Anschlussheilbehandlung in einer Reha-Einrichtung.
    Was genau geschieht bei einer Reha?
    Eine Rehabilitation bei diesen Rückenleiden ruht auf drei Säulen. Die erste sind balneo-physikalische Behandlungen. Balneotherapie bedeutet so viel wie Bäderbehandlung – es handelt sich also um schmerzlindernde und entspannende Maßnahmen, die in der Wanne oder auch als Packungen stattfinden. Dazu zählen zum Beispiel Moorbäder: Der gelöste Torf enthält viele wertvolle Stoffe, wie zum Beispiel Schwefel, der ein Baustein der schützenden Knorpelschicht ist. Der Körper nimmt ihn beim Bad in seinen Blutkreislauf auf und transportiert ihn zum Knorpel. Auch Massagen oder Therapieverfahren mit elektrischem Strom kommen häufig zum Einsatz. Die zweite und wichtigste Säule besteht aus Bewegungstherapien, und zwar vor allem aus Gymnastik, die dazu dient, die Muskeln eines Patienten zu kräftigen. Denn um die Wirbelkörper zu entlasten, braucht man eine starke Rückenmuskulatur. Am effektivsten ist es dabei, die Gymnastikübungen abwechselnd an Land und im Wasser durchzuführen.
    Und die dritte Säule?
    Das Gesundheitstraining. Hier erfahren die Patienten mehr über ihre Erkrankung, über deren Ursachen sowie darüber, wie sie Risikofaktoren wie Übergewicht vermeiden können. Denn Menschen mit Übergewicht neigen dazu, ins Hohlkreuz zu gehen – eine Haltung, die zusätzlichen Druck auf die durch den Knorpelschwund ohnehin schon belasteten Rückenwirbel ausübt. Sie lernen also auch, was sie tun können, um erneuten Beschwerden entgegenzuwirken. Deshalb sind wichtige Bestandteile des Gesundheitstrainings die Rückenschule und ein Arbeitsplatztraining.
    Was geschieht dort?
    Im Alltag verlernen viele die richtige Körperhaltung und auch der Arbeitsplatz ist nicht immer rückenfreundlich eingerichtet. In der Rückenschule erfahren die Rehabilitanden, welche Körperhaltungen natürlich und gesund sind, wie sie also ihren Rücken im täglichen Leben schonen und stärken können – beim Stehen, Sitzen oder auch, wenn sie sich bücken, um etwas aufzuheben. Beim Arbeitsplatztraining wird den Patienten gezeigt, wie sie ihren Arbeitsplatz so einrichten, dass ihr Rücken möglichst wenig belastet wird. Es geht dabei zum Beispiel um Fragen wie: Wie stelle ich meinen Stuhl richtig ein? Wo platziere ich meinen Computer-Monitor? Und wo die Tastatur?
    Können bei den Behandlungen Komplikationen auftreten?
    Richtige Komplikationen, bei denen Körperschäden auftreten, eigentlich nicht. Aber Therapieunverträglichkeiten sind durchaus möglich, wenn zum Beispiel einzelne Bewegungen zu große Schmerzen bereiten oder ein Patient auf Inhaltsstoffe der Bäder allergisch reagiert. Es kommt zudem häufig vor, dass sich die Rückenleiden während der Reha periodisch verbessern und verschlechtern.
    Gudrun Zander ist Chefärztin der AHG Fachklinik und Moorbad in Bad Freienwalde. Mit der Fach-
    ärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin sprach Magdalene Weber.

    Quelle: Tagesspiegel



  10. #270
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    Autoimmunkrankheiten begünstigen Tumore

    Gesundheit: Autoimmunerkrankungen begünstigen Tumore


    Krebserkrankungen lösen bei vielen Betroffenen einen Schockzustand aus. Einer der Gründe, warum die Diagnose Krebs als so einschneidend empfunden wird, ist die Gefahr der Metastasierung. Jetzt haben sich Forscher mit der Frage beschäftigt, wie Autoimmunerkrankungen auf das Krebsrisiko wirken. Das Ergebnis der Langzeitstudie ist eindeutig – einige Autoimmunerkrankungen können das Risiko um den Faktor 4 erhöhen.
    Langzeitstudie in Schweden

    Was die Studie der Wissenschaftler um Kari Hemminki so einzigartig macht, ist die Datenbasis – das schwedische Krebsregister.

    Damit konnten die Forscher auf Informationen über mehr als zwölf Millionen Patienten zugreifen. Besonders von Interesse war aber nur ein Bruchteil, die Betroffenen, welche an einer Autoimmunerkrankung litten und an Krebs erkrankten. Wie sehen die Studienergebnisse im Einzelnen aus? Generell scheint sich im Rahmen der Studie ergeben zu haben, dass einige der untersuchten 33 Krankheitsbilder tatsächlich die Entstehung von Tumoren begünstigt haben. Dazu gehören unter anderem Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Myasthenia gravis und perniziöse Anämie. Letztere erhöhte das Risiko der Betroffenen, an Magenkrebs zu erkranken, um den Faktor 4. Allerdings lässt sich dieser deutliche Risikoanstieg nicht bei allen Autoimmunerkrankungen beobachten.

    Medikation als Risikofaktor

    Beispielsweise haben die Wissenschaftler um Kari Hemminki vom Deutschen Krebsforschungszentrum] festgestellt, dass Rheumatiker und Patienten mit Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) einem geringeren Krebsrisiko ausgesetzt sind. Als mögliche Ursache für die teilweise deutlichen Unterschiede zwischen den einzelnen Autoimmunerkrankungen sehen die Forscher die Medikation an.
    Während im Fall von Rheuma und Morbus Bechterew entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz kommen, setzt die Medizin zum Beispiel im Fall von perniziöse Anämie und Myasthenia gravis auf Immunsupressoren. Letztere könnten eine Attacke des Immunsystems gegen die Krebszellen negativ beeinflussen und damit die Tumorentwicklung begünstigen.
    Allerdings liegen die genauen Wechselwirkungen noch im Dunkeln und müssen in den kommenden Jahren eingehender erforscht werden. Aus der Studie lassen sich aber Rückschlüsse auf den Zusammenhang zwischen Autoimmunerkrankung, Therapie und Krebsrisiko ableiten.

    Quelle: Private Krankenversicherung



  11. #271
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    Rheuma: Biologicals begünstigen Gürtelrose

    Rheuma: Biologicals begünstigen Gürtelrose



    Manchester – Die Therapie mit TNF-Blockern geht bei Rheuma-Patienten mit einer mehr als zweifach erhöhten Rate von Varizella-Zoster-Erkrankungen einher, wie die Auswertung eines britischen Patientenregisters zeigt, die auf der Jahrestagung des American College of Rheumatology in Atlanta vorgestellt wurde. Neben einer Reaktivierung (Zoster) sind auch Neuinfektionen (Windpocken) möglich.

    TNF-Blocker wie Etanercept, Infliximab, Adalimumab oder Certolizumab schalten den Tumornekrosefaktor (TNF) alpha aus, der nicht nur an der Pathogenese der rheumatoiden Arthritis (RA) und verwandter Erkrankungen beteiligt ist, sondern auch an der zellulären Immunabwehr gegen Tumoren und Infektionen.

    Die Gefahren sind bekannt und zur Surveillance wurden deshalb in verschiedenen Ländern Patientenregister eingerichtet. Zu diesen zählt das British Society for Rheumatology Biologics Register, das mittlerweile 11.864 Patienten umfasst.
    Bei einer Auswertung ist James Galloway von der Universität Manchester jetzt aufgefallen, dass die mit TNF-Blocker behandelten Patienten häufiger als eine Vergleichsgruppe von 3.666 Patienten unter Basistherapeutika (DMARD disease-modifying antirheumatic drugs) an einer Gürtelrose erkrankten. Die Inzidenzrate betrug 7,8/1000 Personenjahre gegenüber 4,0/1000 Personenjahre unter DMARD. Galloway errechnet eine adjustierte Hazard Ratio von 2,2 (95-Prozent-Konfidenzintervall 1,4 - 3,6).

    Die Erkrankungen nehmen auch einen deutlich schwereren Verlauf: Unter der TNF-Blockade mussten 6 Prozent der Zoster-Patienten hospitalisiert werden oder sie benötigten eine intravenöse antivirale Therapie oder es waren mehrere Dermatome erkrankt.

    Unter der DMARD-Therapie war dies nur bei 0,02 Prozent der Fall. Bezeichnend ist auch, dass unter den 320 Varizella-Zoster-Fällen der TNF-Blockierten auch 12 Windpockenerkrankungen waren. Diese im Erwachsenenalter sehr seltene Primärinfektion trat unter den DMARD-Behandelten kein einziges Mal auf. Nach Ansicht von Galloway sprechen diese Ergebnisse für eine Impfung der Rheumapatienten, die allerdings vor Beginn der Therapie erfolgen muss.

    © rme/aerzteblatt.de
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  12. #272
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    Rheuma: Gürtelrose durch TNF-Blocker
    Berlin – Die Behandlung von Rheumapatienten mit TNF-Blockern geht wahrscheinlich mit einem erhöhten Risiko von Herpes-zoster-Erkrankungen einher. Nach einer Analyse des deutschen Biologika-Registers im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2009; 301: 737-744) könnte es Unterschiede zwischen den einzelnen Wirkstoffen geben.

    Das RABBIT-Patientenregister (Rheumatoide Arthritis: Beobachtung der Biologika-Therapie) wurde 2001 ins Leben gerufen, um die Langzeitverträglichkeit und Langzeitwirksamkeit von Biologika zu untersuchen. Zu diesen Mitteln gehören mehrere Inhibitoren des Tumornekrosefaktors alpha, der auch in der Immunabwehr von Krankheitserregern eine bedeutende Rolle spielt.

    Zu den inzwischen belegten Komplikationen gehört ein erhöhtes Risiko bakterieller Infektionen, etwa der Tuberkulose. Die aktuelle Auswertung der prospektiven Kohortenstudie durch Anja Strangeld und Mitarbeiter vom Deutschen Rheumaforschungszentrum Berlin zeigt nun, dass auch virale Infektionen vermehrt auftreten könnten.

    Von den 5.040 registrierten Patienten erkrankten 82 Patienten an einem Herpes zoster. Von den 86 Episoden entfielen 39 auf einen TNF-alpha-Antikörper, 39 auf das Fusionsprotein Etanercept (das ebenfalls zu den TNF-Blockern gehört). Weitere 24 Episoden waren mit den konventionellen Basistherapeutika (disease-modifying anti-rheumatic drug, DMARD) assoziiert.

    Die Gürtelrose ist demnach ein seltenes, aber klinisch durchaus bedeutendes Ereignis im Rahmen der Rheumatherapie: Bei 15 Patienten waren mehrere Dermatome erkrankt, bei vier kam es zu dem gefürchteten Zoster ophthalmicus, zwei weitere klagten später über eine postherpetische Neuralgie. Insgesamt 18 Patienten erkrankten schwer, 12 mussten hospitalisiert werden. In einem besonders schlimmen Fall kam es zu einer Ösophagitis und einer pulmonalen Beteiligung.
    Auch wenn die statistischen Risiken nicht höher waren als bei den DMARD, was sich bei zukünftigen Analysen mit einer größeren Anzahl von Patienten vielleicht ändert, spricht vieles dafür, dass die Reaktivierung der Varizella-Zoster-Infektion zu den möglichen Komplikationen einer Therapie mit TNF-Blockern zählt, wovon auch die Editorialisten Richard Whitley und John Gnann von der Universität von Alabama in Birmingham überzeugt sind (JAMA. 2009; 301: 774-775).

    Das Risiko einer Gürtelrose stieg erwartungsgemäß mit dem Alter der Patienten und einer Therapie mit Glukokortikoiden an. Einige Rheumatologen dürften sich überlegen, ob sie bei diesen Patienten das Fusionsprotein Etanercept den TNF-Antikörpern vorziehen.

    Denn die Risiken waren in mehreren Analysen der RABBIT-Daten für Etanercept geringer als für Adalimumab oder Infliximab. Mangels statistischer Signifikanz in den meisten Analysen für alle drei Wirkstoffe dürfte dies jedoch eine vorläufige Beurteilung sein.

    © rme/aerzteblatt.de
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  13. #273
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    Quelle: Focus online
    Autoimmunerkrankungen
    Wenn Wunden nicht heilen
    Verheilen Wunden nicht, ist der erste Gedanke: Diabetes. Eine Studie hat jetzt gezeigt, dass in vielen Fällen das Immunsystem in die Irre läuft. Viele dieser Patienten haben beispielsweise ohne ihr Wissen Rheuma oder Lupus.
    Heilen Wunden schlecht, steht oft der Verdacht auf Diabetes im Raum. Eine neue Studie hat nun eine weitere Möglichkeit entdeckt: Schuld könnten auch andere Autoimmunerkrankungen sein, glauben Forscher der Georgetown University.

    Ausgangspunkt für die Studie waren die Beobachtungen der Rheumatologin Victoria Shanmugam: Sie stellte fest, dass alle ihre Patienten, die an einer Autoimmunerkrankung leiden, eine Gemeinsamkeit haben. Alle offenen Wunden heilten bei ihnen sehr schlecht und sehr langsam ab. Die Wundheilung war sogar im Vergleich zu Diabetikern noch sehr verzögert – und Diabetes ist gemeinhin bekannt dafür, Blutgefäße zu schädigen und die normalen Reparaturprozesse der Haut zu stören.
    Lupus und Rheuma
    Also erfassten Shanmugam und ihre Kollegen, welche Menschen zur Behandlung ihrer Wunden ins Georgetown University Hospital kamen und untersuchten, ob sie an Autoimmunkrankheiten litten. Die Studie umfasste Patienten mit offenen Wunden, üblicherweise an den Beinen, die drei Monate lang behandelt wurden. Von den 340 Patienten hatten 49 Diabetes. „Was uns aber überraschte, war, dass 23 Prozent an einer anderen Autoimmunkrankheit litten. Die Verbindung zwischen dieser relativ seltenen Erkrankung und schlecht heilenden Wunden wurde bislang ignoriert“, sagt die Forscherin. Von den 78 Patienten mit Autoimmunkrankheiten waren die meisten an Rheuma, Lupus oder einem bestimmten Gefäßleiden erkrankt.

    Natürlich gesteht Shanmugam ein, dass es zu aufwändig wäre, jeden Patienten mit schlecht heilenden Wunden auf Autoimmunerkrankungen zu untersuchen. „Wenn aber ein Arzt einen Patienten mit einer offenen Wunde am Bein hat, die auch nach drei oder vier Monaten trotz guter Behandlung noch nicht abgeheilt ist, dann hoffe ich, dass sich dieser Arzt auf die Suche nach Autoimmunkrankheiten macht“, wünscht sich Shanmugam.
    Die Studie wird im Rahmen des Jahrestreffens des American College of Rheumatology präsentiert werden.
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  14. #274
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    Nicht neu, aber aktuell in einer bekannten Zeitschrift.

    Morbus BechterewSpezielle Rheuma-Form versteift den Rücken

    Montag, 31.10.2011, 10:55


    Durch Therapietreue und Bewegung können Patienten die schweren Folgen von Morbus Bechterew verhindern

    Die Diagnose Morbus Bechterew ist für die Betroffenen ein Schock. Wer mit der richtigen Therapie und Bewegung gegensteuert, kann vermeiden, dass der Rücken sich im Lauf der Jahre versteift.

    Den Kopf in den Nacken legen und den Wolken zusehen, ein Buch aus der oberen Regelreihe nehmen, dem Gegenüber in die Augen schauen – für gesunde Menschen ist all das selbstverständlich. Aber für Menschen, die an Morbus Bechterew leiden, können diese alltäglichen Dinge im Laufe der Jahre schwierig werden. Groß ist die Angst vor den Folgen, denn ein krummer und steifer Rücken ist für viele das einzige, was sie mit dieser rheumatischen Krankheit verbinden. Die Diagnose ist deshalb für die meisten Betroffenen zunächst ein Schock.

    Morbus Bechterew ist eine chronische rheumatische Erkrankung, bei der sich die Gelenke der Wirbelsäule immer wieder in Schüben entzünden. Sie wird mit einem Bluttest diagnostiziert. „Es sind vor allem drei Dinge, die der Patient in seinem Leben verändern sollte“, rät Ute Rohles, Internistin und Rheumatologin am Hamburger Endokrinologikum. Menschen mit Morbus Bechterew sollten sich viel bewegen und Wirbelsäulengymnastik am besten in den Alltag integrieren. Außerdem sollten sie auf ein gesundes Gewicht achten und nicht rauchen. Denn je schwerer ein Patient sei, desto schneller verkrümme sich möglicherweise die Wirbelsäule. Rauchen sei entzündungsfördernd und könne häufigere und heftigere Schübe auslösen.

    Die Krankheit verläuft schubweise

    „Die Krankheit tritt meist im zweiten oder dritten Lebensjahrzehnt auf, die Patienten sind also meist noch sehr jung“, sagt die Rheumatologien. Eine Folge der Entzündungsschübe kann sein, dass die Wirbelsäule teilweise, im Endstadium der Krankheit auch vollständig vom Kopf bis zur Hüfte versteift, was den Blick in den Himmel unmöglich machen kann. Der Verlauf von Morbus Bechterew lässt sich aber entscheidend beeinflussen. „Es kommt vor allem darauf an, wie gut der Patient informiert ist und wie gut er mitarbeitet“, betont Rohles.

    „Oft ignorieren die Patienten die Diagnose erst einmal, da sie mit einer chronischen Erkrankung nichts zu tun haben wollen“, sagt Ludwig Hammel von der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB) in Schweinfurt. Hammel ist selbst seit mehr als 30 Jahren Morbus-Bechterew-Patient. Er kennt die ablehnende Haltung der Neu-Patienten gut, hinter der die Angst vor der ungewissen Zukunft, Schmerzen, Medikamenten und einer Versteifung der Wirbelsäule stecke.

    Die Krankheitsverläufe seien so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Einige Patienten hätten mit einem besonders aggressiven Krankheitsverlauf zu tun, bei einigen verlaufe die Krankheit sehr mild. Manchmal seien die Gelenke der Arme und Beine, selten auch die inneren Organe mit betroffen und manchmal beschränke sich die Krankheit auf die Wirbelsäule. „Wie sie verläuft, ist extrem variabel“, sagt auch Ute Rohles. Es gebe sehr gute wirkungsvolle medikamentöse Therapien, die die Erkrankung mildern oder sogar stoppen.

    Patienten sollten sich nach der Diagnose vor allem gut informieren – bei dem behandelnden Arzt und Selbsthilfeorganisationen, rät Rohles. Viele Patienten suchten aber erst einmal im Internet unter dem Stichwort Bechterew. „Von den ersten 300 Treffern haben dann aber 285 einen kommerziellen Hintergrund“, sagt Hammel. Das helfe nicht weiter, sondern verunsichere die Patienten nur. Auf diese Weise erfahre man wahrscheinlich nicht, dass die Erkrankung meistens zwischen den 15. und dem 35. Lebensjahr beginnt, dass auf vorübergehende Entzündungsschübe auch immer Phasen der Besserungen folgen und die Versteifung und Verformung der Wirbelsäule meist in den ersten 30 Jahren geschehe, sagt Hammel.

    Gymnastik machen und ausgewogen essen

    „Ich muss aber den Gegner kennen, um zu wissen, wie ich mit ihm umgehe“, sagt Hammel. Der Besuch einer Selbsthilfegruppe oder auch eine Patientenschulung seien gute ergänzende Leistungen zum Arzt. „Denn hier lerne ich, die richtigen Fragen zu stellen: Was erwartet mich? Was darf ich essen? Muss ich Medikamente nehmen? Was kann ich tun? Muss ich täglich Gymnastik machen? „ Er habe schon oft erlebt, dass Patienten, die ihre Krankheit erst nicht wahrhaben wollten, in einer Selbsthilfegruppe dann den „Kick“ bekommen haben, sich doch damit auseinanderzusetzen und etwas zu tun, sagt der Experte des Selbsthilfenetzwerkes für Morbus Bechterew-Patienten.

    Sein Appell: „Die Patienten müssen sich regelmäßig bewegen und die tägliche Krankengymnastik Zu Hause ist absolut Pflicht“. Die Übungen, die die Patienten von einem Physiotherapeuten gezeigt bekommen, sollten am besten morgens durchgeführt werden, weil sie so auch gegen das steife Gefühl am Morgen und die damit zusammenhängenden Schmerzen helfen. Denn nur mit regelmäßigen Übungen und einem aktiven Lebensstil könnten Menschen mit der Bechterewschen Krankheit beweglich bleiben.

    ...
    Quelle: Focus



  15. #275
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    Quelle: Businesswire
    November 08, 2011 11:29 AM Eastern Time
    Phase-II-Studie zur Prüfung von Apremilast als orale Therapie für Morbus-Bechterew-Patienten beim ACR vorgestellt
    Die Studie untersucht das klinische Potenzial von Apremilast und unterstreicht die dringende Notwendigkeit innovativer oraler Therapien
    Auf der Grundlage der Ergebnisse leitet Celgene die Phase-III-Studie ein, um Apremilast weiter im Hinblick auf die Behandlung von Morbus Bechterew zu testen
    American College of Rheumatology Scientific Meeting
    Abstract # 1652
    BOUDRY, Schweiz- Celgene International Sàrl, ein Tochterunternehmen von Celgene Corporation (NASDAQ: CELG), gab heute die Ergebnisse einer Phase-II-Studie zu Apremilast, seiner wirkstoffbezogenen und immunmodulatorischen Komponente zur oralen Verabreichung bekannt, die bei der Behandlung von an Morbus Bechterew (auch Spondylitis ankylosans genannt) erkrankten Patienten erzielt und bei einer wissenschaftlichen Tagung am American College of Rheumatology (ACR) in Chicago, Illinois, vorgestellt wurden. Anhand der Ergebnisse dieser Studie wird das Unternehmen im Laufe des ersten Halbjahres 2012 eine placebokontrollierte Phase-III-Studie mit Apremilast zur Behandlung von Morbus Bechterew durchführen.
    Bei der Spondylitis-Studie mit Apremilast für eine bessere Behandlung rheumatischer Erkrankungen (Spondylitis Trial of Apremilast for better Rheumatic Therapy, START) handelte es sich um eine von Ärzten initiierte doppelblinde, placebokontrollierte Pilotstudie an Morbus-Bechterew-Patienten. Vorrangiges Ziel dieser Studie war es, unter Verwendung des Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index (BASDAI) einen Hinweis auf die Wirksamkeit herauszuarbeiten.
    Im Verlauf der Studie wurde Patienten, die seit mindestens zwei Jahren Krankheitssymptome gezeigt hatten und deren Krankheitsverlauf nicht durch herkömmliche nichtsteroidale Entzündungshemmer beeinflusst wird und täglich unter Rückenschmerzen sowie mindestens zwei Wochen andauernder Steifheit litten, während 12 Wochen 30 mg BID Apremilast oder Placebo verabreicht. Auf die Behandlungsphase folgte eine 4-wöchige Beobachtungsphase.
    38 Patienten wurden randomisiert und bei 36 Patienten waren verwertbare Daten verfügbar. Diese Patienten wurden auf der Grundlage der mittleren Änderung der Ausgangswerte mittels verschiedener Parameter bewertet, darunter der Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index (BASDAI), Functional Index (BASFI) und Metrology Index (BASMI). Zusätzlich wurden Plasmaspiegel von Sclerostin und Serumspiegel von Receptor Activator of nuclear Factor kappa-B ligand (RANKL) und Osteoprotegerin (OPG) als Ausgangswert und nach 12 Wochen gemessen.
    In der 12. Woche wurde bei Apremilast (n=17) eine Tendenz zu größerer mittlerer Verbesserung ausgehend vom Ausgangswert und im Vergleich zur Placebo-Gabe (n=19) bei allen Parametern festgestellt, darunter BASDAI, BASFI, BASMI und BASG. Es gab zwar eine bedeutende mittlere prozentuale Änderung, ausgehend von den Ausgangswerten in Bezug auf die Sclerostin- und RANKL-Spiegel im Vergleich zur Placebo-Gabe, jedoch nicht des OPG.
    Klinischer Parameter

    Mittlere Änderung der Ausgangswerte (SD)

    p-Wert (ANCOVA)

    Apremilast (n=17)

    Placebo (n=19)

    BASDAI

    -1,59 (1,48)

    -0,77 (1,47)

    0,139
    BASFI

    -1,74 (1,91)

    -0,28 (1,61)

    0,108 (ANCOVA)
    BASMI

    -0,51 (1,02)

    -0,21 (0,67)

    0,617
    Labormarker

    Mittlere prozentuale Änderung der Ausgangswerte
    (SD) [keine Änderung=100%]

    p-Wert
    RANKL

    73,2 (30,9)

    108,2 (32,01)

    0,04
    OPG

    97,8 (18,3)

    92,8 (18,8)

    0,4
    Verhältnis RANKL:OPG

    78,3 (33,8)

    108,5 (34,6)

    0,016
    Sclerostin

    84,8 (23,03)

    110,1 (32,68)

    0,015







    Eine größere Anzahl von Patienten mit Apremilast-Behandlung gegenüber Placebo klagte über weichen Stuhl (26,3% vs. 10,5%) und Kopfschmerzen (42,1% vs. 26,3%). Es gab keine bedeutenden Unterschiede zwischen den Gruppen in Bezug auf das Auftreten von Durchfall (10,5% in beiden Fällen), Übelkeit (15,8% in beiden Fällen) oder Infektionen der oberen Atemwege (31,6% in beiden Fällen). Im Rahmen der Studie wurden keine ernsthaften Nebenwirkungen gemeldet.
    Dies sind die Ergebnisse einer Prüfstudie. Apremilast ist nicht für die Behandlung von Morbus-Bechterew-Patienten oder eine andere Indikation zugelassen.
    Über Spondylitis ankylosans
    Bei Spondylitis ankylosans handelt es sich um eine Form von Arthritis, die hauptsächlich die Wirbelsäule betrifft, obwohl auch Gelenke in Mitleidenschaft gezogen werden können. Sie ruft Entzündungen der Wirbelsäulengelenke (Vertebrae) hervor, die zu schweren chronischen Schmerzen und Beschwerden führen können. In den Fällen mit dem stärksten Krankheitsfortschritt (jedoch nicht in allen) kann diese Entzündung die Knochenneubildung an der Wirbelsäule bewirken, die die Wirbelsäule in fester, starrer Position fixiert, was bisweilen zu einer gebückten Haltung führt. Diese Vorwärtskrümmung der Wirbelsäule wird als Kyphoskoliose bezeichnet.
    Spondylitis ankylosans kann Entzündungen, Schmerzen und Steifheit in anderen Körperregionen, wie etwa den Schultern, Hüften, Rippen, Fersen und kleinen Gelenken von Händen und Füßen bewirken. Es können auch die Augen (als Iritis oder Uveitis bekannt) und in seltenen Fällen Lunge und Herz betroffen sein.
    Typisch für den Krankheitsverlaufs der Spondylitis ankylosans ist die Beteiligung der Kreuzdarmbeingelenke, die das Bindeglied an der Wirbelsäulenbasis darstellen, wo Wirbelsäule und Becken verbunden sind.
    Man geht davon aus, dass allein in den Vereinigten Staaten etwa 2,3 Millionen Menschen an einer Spondylarthropathie leiden, der Krankheitsgruppe, zu der auch die Spondylitis ankylosans zählt.
    Über Apremilast
    Apremilast, ein oral verabreichter, zielgerichteter PDE4-Inhibitor und bedeutendste Wirkstoffkomponente im Bereich Entzündungskrankheiten und Immunologie von Celgene, befindet sich in der klinischen Phase-III-Studie im Zusammenhang mit der Behandlung von mittelschwerer und schwerer Psoriasis und Arthritis psoriatica. Ferner wird es im Rahmen von Phase-II-Studien zur Behandlung von weiteren lähmenden Entzündungskrankheiten wie rheumatoider Arthritis getestet. Das Immunsystem ist normalerweise homöostatisch und verfügt über Mechanismen, die eine Reaktion des Immunsystems blockieren, um Gewebeschädigungen verhindern, die durch eine chronische Entzündung bedingt sind. Phosphodiesterase 4 (PDE4), ein intrazelluläres Enzym und die dominante PDE-Aktivität in Immunzellen, hält die Entzündung durch Senkung des intrazellulären cAMP-Spiegels aufrecht. Apremilast ist ein oral verabreichter, zielgerichteter Inhibitor von PDE4 und moduliert so die Expression eines Netzes von entzündungsfördernden und -hemmenden Mediatoren. Durch die gezielte Blockierung von PDE4 bietet Apremilast die Möglichkeit, verschiedene Autoimmunerkrankungen, darunter Psoriasis, Arthritis psoriatica und Spondylitis ankylosans, zu behandeln.
    Über Celgene International Sàrl
    Celgene International Sàrl mit Sitz in Boudry im Schweizer Kanton Neuenburg ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft und internationaler Hauptsitz der Celgene Corporation. Celgene Corporation mit Hauptsitz in Summit, New Jersey, ist ein integriertes, globales Pharmaunternehmen mit Schwerpunkt auf der Erforschung, Entwicklung und dem Vertrieb innovativer Therapien zur Behandlung von Krebs und Entzündungskrankheiten durch Gen- und Proteinregulierung. Weitere Informationen sind auf der Website des Unternehmens abrufbar.
    Diese Mitteilung enthält zukunftsbezogene Aussagen, die im Allgemeinen keine historischen Tatsachen beschreiben. Zukunftsbezogene Aussagen sind an Wörtern wie „erwartet“, „rechnet mit“, „glaubt“, „beabsichtigt“, „schätzt“, „plant“, „wird“, „Ausblick“ und ähnlichen Begriffen zu erkennen. Zukunftsbezogene Aussagen beruhen auf den gegenwärtigen Plänen, Einschätzungen, Annahmen und Prognosen der Unternehmensführung und gelten nur am Datum ihrer Veröffentlichung. Wir verpflichten uns in keiner Weise zur öffentlichen Aktualisierung zukunftsbezogener Aussagen infolge neuer Informationen oder zukünftiger Ereignisse, soweit dies nicht gesetzlich erforderlich ist. Zukunftsbezogene Aussagen bergen innewohnende Risiken und Ungewissheiten, die in den meisten Fällen schwer vorherzusehen sind und außerhalb unserer Kontrolle liegen. Tatsächliche Ergebnisse können aufgrund verschiedener Faktoren von den Darstellungen der zukunftsbezogenen Aussagen abweichen. Viele davon werden in unserem Jahresbericht auf Formular 10-K und unseren anderen Mitteilungen an die Securities and Exchange Commission näher erörtert.
    Die Ausgangssprache, in der der Originaltext veröffentlicht wird, ist die offizielle und autorisierte Version. Übersetzungen werden zur besseren Verständigung mitgeliefert. Nur die Sprachversion, die im Original veröffentlicht wurde, ist rechtsgültig. Gleichen Sie deshalb Übersetzungen mit der originalen Sprachversion der Veröffentlichung ab.
    Das LEBEN soll kein uns GEGEBENER,
    sondern ein von uns GEMACHTER ROMAN sein.
    (Novalis)

  16. #276
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    Frage

    Wollte ich auch grad posten - da war jemand schneller..

    Das tönt ja irgendwie "verheissungsvoll" mit diesem Apremilast. So ganz verstanden habe ich das aber nicht - "wissenschaftlicher Kauderwelsch"..

    Es steht auch nicht, woraus das besteht - das dürfte dann wohl streng aus der chemischen, synthetischen Ecke stammen...
    Naja - abwarten, was da auf uns zu kommt, falls überhaupt

    Gruss Soltar



  17. #277
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    Was gegen einen steifen Rücken hilft

    zuletzt aktualisiert: 21.11.2011 - 12:35 Schweinfurt/Hamburg (RPO). Den Kopf in den Nacken legen und den Wolken zusehen, ein Buch aus der oberen Regelreihe nehmen, dem Gegenüber in die Augen schauen - für gesunde Menschen ist all das selbstverständlich. Aber für Menschen, die an Morbus Bechterew leiden, können diese alltäglichen Dinge im Laufe der Jahre schwierig werden.

    Groß ist die Angst vor den Folgen, denn ein krummer und steifer Rücken ist für viele das einzige, was sie mit dieser rheumatischen Krankheit verbinden. Die Diagnose ist deshalb für die meisten Betroffenen zunächst ein Schock.
    Morbus Bechterew ist eine chronische rheumatische Erkrankung, bei der sich die Gelenke der Wirbelsäule immer wieder in Schüben entzünden. Sie wird unter anderem mit einem Bluttest diagnostiziert.
    "Es sind vor allem drei Dinge, die der Patient in seinem Leben verändern sollte", rät Ute Rohles, Internistin und Rheumatologin am Hamburger Endokrinologikum. "Patienten mit Morbus Bechterew brauchen Bewegung und deswegen sollte Wirbelsäulengymnastik in den Alltag integriert werden. Außerdem sollte das Gewicht möglichst normalisiert und das Rauchen eingestellt werden." Denn je schwerer ein Patient sei, desto schneller verkrümme sich möglicherweise die Wirbelsäule. Rauchen sei entzündungsfördernd und könne häufigere und heftigere Schübe auslösen.
    Fotos


    Die Krankheit verläuft schubweise
    "Die Krankheit tritt meist im zweiten oder dritten Lebensjahrzehnt auf, die Patienten sind also meist noch sehr jung", sagt die Expertin. Eine Folge der Entzündungsschübe kann sein, dass die Wirbelsäule teilweise, im Endstadium der Krankheit auch vollständig vom Kopf bis zur Hüfte versteift, was den Blick in den Himmel unmöglich machen kann. Der Verlauf von Morbus Bechterew lässt sich aber entscheidend beeinflussen. "Es kommt vor allem darauf an, wie gut der Patient informiert ist und wie gut er mitarbeitet", betont Rohles.
    "Oft ignorieren die Patienten die Diagnose erst einmal, da sie mit einer chronischen Erkrankung nichts zu tun haben wollen", sagt Ludwig Hammel von der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew (DVMB) in Schweinfurt. Hammel ist selbst seit mehr als 30 Jahren Morbus-Bechterew-Patient. Er kennt die ablehnende Haltung der Neu-Patienten gut, hinter der die Angst vor der ungewissen Zukunft, Schmerzen, Medikamenten und einer Versteifung der Wirbelsäule stecke. "Aber die Schmerzen sind ja da und können auf Dauer nicht ignoriert werden", sagt Hammel.


    Die Krankheitsverläufe seien so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Einige Patienten hätten mit einem besonders aggressiven Krankheitsverlauf zu tun, bei einigen verlaufe die Krankheit sehr mild. Manchmal seien die Gelenke der Arme und Beine, selten auch die inneren Organe mit betroffen und manchmal beschränke sich die Krankheit auf die Wirbelsäule. "Wie sie verläuft, ist extrem variabel", sagt auch die Rheumatologin Rohles. Es gebe sehr gute wirkungsvolle medikamentöse Therapien, die die Erkrankung mildern oder sogar stoppen.
    Patienten sollten sich nach der Diagnose vor allem gut informieren - bei dem behandelnden Arzt und Selbsthilfeorganisationen, rät Rohles. Viele Patienten suchten aber erst einmal im Internet unter dem Stichwort Bechterew. "Von den ersten 300 Treffern haben dann aber 285 einen kommerziellen Hintergrund", sagt Hammel. Das helfe nicht weiter, sondern verunsichere die Patienten nur. Auf diese Weise erfahre man wahrscheinlich nicht, dass die Erkrankung meistens zwischen den 15. und dem 35. Lebensjahr beginnt, dass auf vorübergehende Entzündungsschübe auch immer Phasen der Besserungen folgen und die Versteifung und Verformung der Wirbelsäule meist in den ersten 30 Jahren geschehe, sagt Hammel.
    Gymnastik machen und ausgewogen essen
    "Ich muss aber den Gegner kennen, um zu wissen, wie ich mit ihm umgehe", sagt Hammel. Der Besuch einer Selbsthilfegruppe oder auch eine Patientenschulung seien gute ergänzende Leistungen zum Arzt. "Denn hier lerne ich, die richtigen Fragen zu stellen: Was erwartet mich? Was darf ich essen? Muss ich Medikamente nehmen? Was kann ich tun? Muss ich täglich Gymnastik machen? " Er habe schon oft erlebt, dass Patienten, die ihre Krankheit erst nicht wahrhaben wollten, in einer Selbsthilfegruppe dann den "Kick" bekommen haben, sich doch damit auseinanderzusetzen und etwas zu tun, sagt der Experte des Selbsthilfenetzwerkes für Morbus Bechterew-Patienten.
    Sein Appell: "Die Patienten müssen sich regelmäßig bewegen und die tägliche Krankengymnastik Zu Hause ist absolut Pflicht". Die Übungen, die die Patienten von einem Physiotherapeuten gezeigt bekommen, sollten am besten morgens durchgeführt werden, weil sie so auch gegen das steife Gefühl am Morgen und die damit zusammenhängenden Schmerzen helfen. Denn nur mit regelmäßigen Übungen und einem aktiven Lebensstil könnten Menschen mit der Bechterewschen Krankheit beweglich bleiben.

    Quelle:RP Online



  18. #278
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    eine Art "Uli"

    Im Lauf gegen die Krankheit

    29. November, 2011, 08:51 geschrieben von Steffen 2 Kommentare
    Damian Zmudzinski aus Rottach-Egern leidet seit Jahren an der unheilbaren rheumaänlichen Erkrankung Morbus Bechterew.
    Das Training für seinen Sport ist anstrengend, oft geht das Laufen nur im Wasser. Dann trifft man Zmudzinski im Schwimmbad, wo er – während des Sommers im Rottacher Warmbad – stundenlang auf der Stelle trabt. “Dort ist die Belastung nicht so hoch, wie auf festem Untergrund,” erklärt der 35jährige die Methode, die ihm manchmal komische Blicke einbringt.
    Und trotz allem läuft Zmudzinski Marathons. Am liebsten querfeldein und gern auch weit weg vom Tegernsee. Mittlerweile gehört er zu den besten “Trail Runnern” Deutschlands.
    Damian Zmudzinski durchquert einen der unzähligen Flüsse


    Ende September war der Rottacher, als einziger Europäer, zu einem spektakulären Wettkampf nach Südafrika eingeladen. Der Otter Trail, Austragungsort der Veranstaltung, gilt normalerweise als eine beeindruckende Wanderroute in Südafrika und ist unter Touristen und Einheimischen beliebt und gefürchtet.
    Die fünftägige Wanderroute ist 42 Kilometer lang, anstrengend – belohnt jedoch mit spektakulärer Natur. Der oftmals felsige Weg führt an der Küste entlang, überquert Flüsse und durchquert auf schmalen Pfaden die tropischen Regenwälder der Region.
    Der Otter African Trail Run dagegen ist die dynamische Variante durch die atemberaubende Landschaft des Nationalparks und gehört mit Sicherheit zu den spektakulärsten Trail Runs weltweit. “Für viele Läufer ist das der Heilige Gral schlechthin,” so Zmudzinski.
    Marathonlauf mit Kletterpassagen
    Die technischen und läuferischen Anforderungen – teilweise ist die Wegstrecke aufgrund leichter Kletterpassagen mit Seilen versichert – sowie die wegen strengen Sicherheitsvorkehrungen limitierte Teilnehmerzahl von jeweils nur 150 Startern mache das Rennen für viele weltweit so einmalig und auch begehrenswert, erklärt der Rottacher.
    Von den in diesem Jahr gestarteten 150 Teilnehmern erreichten dann auch nur 107 das Ziel. Der Sieger unterbot dabei den bisherigen Streckenrekord um acht Minuten und lief mit einer Gesamtzeit von 4:40:14 Stunden ein.
    Zmudzinski kam bei seiner persönlichen Otter-Premiere nach 42 Kilometern und 6:32:16 Stunden auf dem 46. Platz ins Ziel. Eine Leistung, mit der der 35jährige mehr als Zufrieden war. Und vor allem eine Leistung, die auch zeigt, was möglich ist, wenn man sein Schicksal positiv annimmt.
    Damian Zmudzinski lebt oder der besser gesagt läuft es jedenfalls perfekt vor.


    Quelle: Tegernseer Stimme



  19. #279
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    Rheumaforschung: Spitzenforscher zu Gast an der Kerckhoff-Klinik

    Wissenschaftler aus 25 rheumatologischen Forschungsgruppen befassten sich auf einem zweitägigen Symposium an der Kerckhoff-Klinik mit den Wechselwirkungen zwischen Knochen und Immunsystem – Forscher erhoffen sich durch das DFG-geförderte Projekt „Immunobone“ neue Einblicke in die Entstehung entzündlich rheumatischer Erkrankungen

    Spitzenforscher in Bad Nauheim: 50 Rheuma-Forscher aus 25 Arbeitgruppen trafen sich zu einem 2-tägigen Symposium in Bad Nauheim. Vorne rechts: Gastgeber, Chefarzt der Abteilung für Rheumatologie und Klinische Immunologie an der Kerckhoff-Klinik, Prof Dr. Ulf Müller-Ladner


    (BvT) „Osteoimmunologie“ – so lautet das Stichwort einer aktuellen rheumatologischen Forschungsrichtung, die sich mit den Wechselwirkungen zwischen Knochen und Immunsystem befasst. „Noch vor wenigen Jahren hätte kaum jemand vermutet, dass hier ein direkter Zusammenhang besteht.
    Heute jedoch ist klar, dass sich aus der Wechselwirkung beider Organsysteme wichtige Erklärungsansätze für die Entstehung entzündlich-rheumatischer Erkrankungen ableiten lassen“, führt Prof. Ulf Müller-Ladner, Chefarzt der Ab teilung Rheumatologie und Klinische Immunologie an der Kerckhoff-Klinik aus. Anlass ist ein zweitägiges Symposium im Rahmen des Schwerpunktprogramms „Immunobone“ der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG), das an der Kerckhoff-Klinik stattfand.
    Mehr als 50 Forscher aus 25 rheumatologischen Arbeitsgruppen in Deutschland waren nach Bad Nauheim gekommen, um über die neuesten Forschungsergebnisse rund um den Knochen und das Immunsystem zu diskutieren. „Zentraler Dreh- und Angelpunkt ist die Verbindung zwischen knochenumbauenden Zellen, den sogenannten Osteoblasten und Osteoklasten, und den Zellen und Molekülen des Immunsystems“, so der Ko-ordinator des DFG-Schwerpunktprogramms, Prof. Georg Schett von der Universi-tät Erlangen. Prof. Müller-Ladner, diesjähriger Gastgeber des Symposiums und Mitglied des Leitungsgremiums des Schwerpunktprogramms, ergänzt dazu: „Da mit der Osteoimmunologie ein neues wissenschaftliches Feld bearbeitet wird, müssen tatsächlich alle Aspekte neu beleuchtet werden, von Entzündungsmolekülen über Immunzellen bis hin zum Nervensystem, das ebenfalls den Knochenstoffwechsel steuert. Natürlich sind wir sehr froh, das uns die DFG dieses Großprojekt über mehrere Jahre bewilligt hat.“

    Wissenschaftliche Schwerpunkte des DFG-Programms (SPP 1468), das unter der Leitung der Univ. Erlangen, Jena, Münster und Gießen steht, sind unter anderem der Zellstoffwechsel von Osteoklasten und Osteoblasten, der Einfluss von Zytokinen und Adipokinen auf die Differenzierung dieser Zellen, die Entwicklung und Analyse von Tiermodellen, die immunologisch gesteuerte Veränderungen im Knochenstoffwechsel aufweisen, sowie die direkte Analyse von Effektorzellen und –molekülen aus Knochenproben von Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. „Mit diesen Untersuchungen erhoffen wir uns neue Erkenntnisse im Verständnis der Entstehung entzündlich-rheumatischer Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis oder des Morbus Bechterew“, erläutert Prof. Müller-Ladner und hebt hervor: „Mit diesem DFG-Programm agieren wir auch weltweit mit an der wissenschaftlichen Spitze. Auf dem vor kurzem zu Ende gegangenen amerikanischen Rheumatologenkongress war ein Tag nur diesen Thema gewidmet, was die Aktualität dieser Forschung gut widerspiegelt.“
    Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit waren die Spitzenforscher aber auch von Bad Nauheim begeistert. Viele der Gäste wollten sich deshalb nach dem abendlichen Spaziergang durch den Sprudelhof und Kurpark zu Zwiebelkuchen und Glühwein die Kurstadt nach Ende des Programms noch einmal ausführlich anschauen.

    Pressekontakt:
    Kerckhoff-Klinik Bad Nauheim
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Ansprechpartner:
    Christiane Brandt
    Tel.: 06032 / 996.2554
    Fax: 06032 / 996.2436
    E-Mail : c.brandt@kerckhoff-klinik.de
    C3 Public Relations
    Klinikkommunikation und Litigation
    Dr. Berend von Thülen
    Tel.: 0 641 / 480.99.40
    Fax: 0 641 / 494.18.13
    E-Mail : thuelen@t-online.de


    Quelle:Innovations-report



  20. #280
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    Tofacitinib: Neuer Wirkstoff gegen Rheumatoide Arthritis

    Tofacitinib: Neuer Wirkstoff gegen Rheumatoide Arthritis

    Derzeit befindet sich ein neuer Tyrosinkinase-Inhibitor im europäischen Zulassungsverfahren. Anders als die bereits zugelassenen Wirkstoffe dieser Klasse soll Tofacitinib nicht bei Krebs, sondern bei inflammatorischen Erkrankungen zum Einsatz kommen. Hersteller Pfizer hat eine Zulassung für moderate bis schwere aktive Rheumatoide Arthritis (RA) beantragt. An mehreren Phase-III-Studien nahmen bereits insgesamt rund 5000 RA-Patienten in mehr als 350 Zentren in 35 Ländern teil, weitere Studien laufen. Dabei prüft das Unternehmen Tofacitinib sowohl als Monotherapie als auch in Kombination mit Methotrexat (MTX), entweder gegen Placebo oder Adalimumab (Humira®). Die Studien beinhalten sowohl MTX-naive Patienten als auch solche, die auf MTX und Biologicals nicht genügend ansprachen.

    Laut Pfizer wäre Tofacitinib der erste neue oral verfügbare Arzneistoff gegen Rheumatoide Arthritis seit mehr als zehn Jahren. Er richtet sich spezifisch gegen die Januskinasen 1 und 3 und damit gegen einen intrazellulären Signalweg. Die Biologicals dagegen greifen außerhalb der Zellen an. Die meisten Nebenwirkungen seien mild bis moderat gewesen. Schwere Ereignisse, die zum Studienabbruch führten, seien selten gewesen.

    Pfizer untersucht die Wirksamkeit von Tofacitinib zudem in einer Phase-III-Studie an Psoriasis-Patienten sowie in Phase-II-Studien bei psoriatrischer Arthritis, Morbus Bechterew, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. (db)



    Quelle: pharmaz. Zeitung online





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