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Thema: Darmsanierung

  1. #161
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    56
    Und es gibt dazu auch wieder nur den Erfahrungsschatz der Naturheilkunde, von vielen Leuten, die Erleichterung erfuhren durch Darmreinigungen/ -sanierungen. Sicher nicht einfach aus der Luft gegriffen.
    Ganz und gar nicht aus der Luft gegriffen!
    Aber das würde der Onkel Doktor wohl kaum "verschreiben".
    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom!

  2. #162
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    172
    Nochmal apropos Sauerkraut und Blutgerinnung (INR), weil es hier schon mal Thema war:

    http://www.herzstiftung.de/pdf/zeitschriften/HH2_06_Sauerkraut.pdf


    VG, Rainer

  3. #163
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    Wie bitte? Stuhltransplantation?


    Quelle:
    © wissenschaft.de - Susanne Donner



    Also, nein wirklich! Angeblich kann man einen Menschen heilen, indem man ihm Stuhl eines anderen überträgt. „Igitt", mag man denken. Fast schon reflexartig nehmen viele „die Stuhltransplantation" nicht ernst, geschweige denn, dass man sie mit der Verpflanzung einer Niere oder eines Herzens auf eine Stufe stellen würde. Aber auf dem internationalen Kongress für Viszeralmedizin, der dieser Tage in Leipzig stattfindet, kann man erfahren, dass der erste Reflex auf den Holzweg führt: Für unheilbare Darminfektionen mit dem Bakterium Clostridium difficile sei die Stuhltherapie inzwischen die Methode der Wahl, vermelden dort Experten der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten. Der Stuhltransfer ist ein großes Thema auf dem Kongress.

    Damit es nicht gar so anrüchig klingt, sprechen die Spezialisten lieber vom „Mikrobiomtransfer". Denn auf die Mikroben in den Exkrementen kommt es an. Mit den Überresten werden sie quasi dem gesunden Spender aus dem Darm entnommen, mit Kochsalzlösung vermengt und dem Kranken über Nase oder Rektum mit einem Schlauch eingeführt. Ziel: Die fremden Kleinstlebewesen sollen sich dort ansiedeln. Man möchte es sich eigentlich nicht so genau vorstellen. Aber da muss man durch: Zur Wissenschaft gehört eben auch die Präzision.

    Nur woher rührt der ganze Aufruhr um unsere Ausscheidungen? Schon im Jahr 2000 haben amerikanische Ärzte angefangen, Patienten mit Clostridium difficile den Stuhl gesunder Spender zu verabreichen. Ein bisschen aus der Not heraus: Denn den Patienten helfen Antibiotika oft nicht. Sie leiden an unablässigem Durchfall, an dem ältere Patienten sogar sterben können. An Mäusen hatte man beobachtet, dass die Losung eines anderen Tiers in den kranken Trakt gepumpt, diesen mal ebenso saniert. Seither haben die Amerikaner einige Hundert Patienten behandelt. Die meisten erfolgreich, heißt es. Die erste hochrangige Studie stammt aus dem vergangenen Jahr von niederländischen Ärzten. Über 13 der 16 Patienten waren nach dem ersten Stuhltransfer sofort geheilt. Zweien der verbliebenen Drei half eine zweite Runde. Antibiotika bringen es auf deutlich geringere Heilungsraten.
    Ein einschlägiges Verfahren!


    Es kommt nicht mehr oft vor, dass Innovationen in der Medizin derart einschlagen. Vielleicht deshalb lobte Ulrich Rosnien, leitender Arzt am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg anlässlich des Kongresses, überschwänglich: „Das Verfahren ist der konventionellen Behandlung so weit überlegen, dass es bei wiederkehrenden Infektionen als neuer Standard empfohlen werden kann." Also, dann: Weg mit den Antibiotika und her mit dem Stuhl williger Spender.

    Aber ganz so einfach ist es nicht. Langzeitdaten und eine standardisierte Verarbeitung der Exkremente fehlen. Deshalb wird jetzt das Register „MikroTans" eingerichtet, in dem die Krankengeschichte von Stuhltransplantierten ordentlich dokumentiert werden soll. Das Paul-Ehrlich-Institut und das Bundesinstitut für Arzneimittelbewertung sehen den Stuhl zuvorderst als Brutstätte von Keimen. Sie wollen strenge Auflagen für die Qualität der Spende erlassen. Heute wird sie zwar auch schon auf Krankheitserreger geprüft. Aber ein einheitliches Protokoll gibt es dafür nicht. Überhaupt geht es derzeit beim Stuhltransfer erfrischend unkonventionell zu: Willige Empfänger suchen ihren Spender selbst. Und an solchen dürfte es bei dieser Transplantation ja nicht mangeln.

    Aber bei aller Begeisterung der Mediziner: Man kann noch nicht sagen, ob die Methode Bestand haben oder vielleicht künftig durch die Gabe isolierter Mikroben ersetzt wird. Sie ist jedoch ein Lehrstück darüber, dass der Fortschritt manchmal überraschende Haken schlägt und dass wir gut daran tun, offen für abseitige Ideen zu bleiben.


    © wissenschaft.de - Susanne Donner
    19.09.2014
    Gruß Uli

    Gelenke, auch axiale, die du täglich eine halbe Stunde bewegst können nicht über Nacht versteifen.
    Es kommt nicht nur drauf an was wir essen sondern auch was wir nicht essen.

  4. #164
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    ... ... ... ...
    Viele Grüße
    Euer Humpelkumpel

  5. #165
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    Das erinnert mich an meine Therapie vor zig Jahren um meinen Darm zu sanieren, wurden aus meinem eigenen Stuhl Tropfen hergestellt, die ich täglich zu mir nehmen musste. Ich habe einfach nicht dran gedacht was ich da zu mir nehmen. Zumal das ganze glasklar war und nach nichts schmeckte.
    So abwägig ist das Ganze gar nicht, vor allem da es Erfolg bringt, oder wie heißt es "Böses muss Böses vertreiben". Medizin war ja schon immer meistens übel schmeckend.

    Grüssle
    Karola

  6. #166
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    Davon habe ich schon öfter Berichte gesehen oder gelesen - und es klingt logisch: beim Clostridien-Infizierten ist die normale Darmflora total kaputt, mit der Transplantation bekommt er die Grundlage einer neuen gesunden Darmflora eingeplfanzt und diese guten Bakterien vertreiben dann die bösen Clostridien...

    Ein Problem sehe ich nur darin, dass es wohl 3 verschiedene große Typen von Darmflora gibt - und keiner weiß wer welchen Typ hat weil die sich so schlecht züchten lassen. Was passiert dann, wenn ein Typ-A-Mensch eine Typ-B-Transplantation bekommt? Wechselt der seine Darmflora? Oder gibt es kuddelmuddel? Diese Typen scheinen wohl auch verantwortlich dafür zu sein, ob jemand schnell zunimmt oder nicht....

    Ich bin schon gespannt auf neue Forschungsergebnisse!

    Liebe Grüße

    Lydia
    Lächle in die Welt - und die Welt lächelt zurück!

  7. #167
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    Dieser "Mikrobiomtransfer" wir auch an der hiesigen Klinik wärmstens empfohlen und ich habe auch einen "geheilten" im Bekanntenkreis. Bezüglich der Typisierung und Standarisierung dürfte es relativ schnelle Fortschritte geben. Schwierig weil teurer wird eher eine zentrale Datenbank werden und die Klärung der rechtlichen Situation, falls was in die Hose geht, sozusagen. Aber insgesamt ist ein sehr einfacher und logischer Therapieansatz. Vielleicht findet sich sogar noch ein wirklich schicker Begriff für das Verfahren. Wir können ja mal Vorschläge sammeln.
    Grüßle
    Aorta
    Gesundheit ist besser als Krankheit, wenn auch nur aus körperlichen Gründen.
    ( frei nach Woody Allen)

  8. #168
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    Hatte davon bisher noch nie gehört und war erstmal überrascht, dass sowas in der konventionellen Medizin angewandt wird. Da ich auch chronische Magen-Darm-Probleme habe, bin ich aber letztlich für alles offen, was hilft. Werde diese Methode also weiterverfolgen und eventuell mal beim Gastroenterologen nachfragen, ob das was für mich wäre. Allerdings muss dieses Verfahren bestimmt mit höchsten Hygienestandards durchgeführt werden, sonst fängt man sich dabei noch irgendwelche unerwünschten Keime ein.
    Viele Grüße
    Euer Humpelkumpel

  9. #169
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    Diese 'abseitige' Idee hatte ich schon 1976 als meine damalige Freundin (und heutige Frau) in Mexiko von Montezumas Rache erwischt wurde und ich, mit meiner südamerikanischen Darmflora nicht.
    Wer weiss wann man bei der Einreise in mittelamerikanische Länder als Willkommensgeschenk eine magensaftresistente Pille geschenkt bekommt: Montezuma's welcome.
    Gruß Uli

    Gelenke, auch axiale, die du täglich eine halbe Stunde bewegst können nicht über Nacht versteifen.
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  10. #170
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    Klar, bei der Darmflora kann es gerade regional große Unterschiede geben. Deswegen sind ja für uns Deutschländer auch nicht alle Ernährungsgewohnheiten empfehlenswert, die in anderen Kulturen vorkommen. Nur weil ein Urvolk tief im Dschungel sich von irgendeiner "Wunderpflanze" ernährt, müssen wir das noch lange nicht genauso gut vertragen/verdauen können. Die Menschen dort leben schließlich unter völlig anderen Umständen als wir und haben somit auch eine dementsprechend angepasste Darmflora.
    Viele Grüße
    Euer Humpelkumpel

  11. #171
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    Heisst aber nicht das sich die Darmflora nicht anpassen liesse. Vor 1-2 Jahren hatte ich hier gepostet dass im Urwald Amazoniens ethnomedizinische Wissenschaftler den Indianern ihren Kot abkaufen. http://www.dvmb-forum.de/showthread.php?12492
    Für Otto-Normal-Gesund ist das alles ja kein Thema, aber für immungeschwächte Darmbakteriendefizitäre eine interessante Option. Hauptsache wir verrecken nicht dann an der Grippe, wie die Ureinwohner Amerikas als der Europäer mit seinem Biogenom dort auftauchte.
    Geändert von Uli Dörwald (23.09.2014 um 14:12 Uhr)
    Gruß Uli

    Gelenke, auch axiale, die du täglich eine halbe Stunde bewegst können nicht über Nacht versteifen.
    Es kommt nicht nur drauf an was wir essen sondern auch was wir nicht essen.

  12. #172
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    Ja also, und wann wird das Verfahren auch für bzw. gegen Darmentzündungen oder halt Krankheiten wie Rheuma (Rheumatiker hätten ja allesamt eine verarmte, morbide Darmflora) zugelassen? Ich mein - durch die Nase muss wirklich nicht sein, aber hinten rein kann man sich ja vorstellen... Schei... ist ja menschlich undsoweiter - und auf diesem Weg wäre eine bessere Besiedlung vielleicht ü-ber-haupt einiges einfacher, denn all die Präbiotika, die es ja bisher gibt, und die man auch schon ausprobiert hatte - kein Mensch weiss doch, ob sie es überhaupt unbeschadet bis in den Darm schaffen, sodass sie dort Gutes vollbringen können - sich durchsetzen als positiver Stamm, und die "Bösen" bekämpfen.

    Also warum nicht auch gegen andere Krankheiten und nicht nur gegen Colstru - Dings. Ist man da noch nicht so weit in der Forschung? Es haben sich wohl noch zu wenige Freiwillige gemeldet für diese 'Beimpfungen' gemeldet - ....ja, die "Ekelschwelle" ist vielleicht doch zu hoch. Aber warum eigentlich??

    Gruss Soltar



  13. #173
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    alternativ wäre ja die benutzung einer autobahnparkplatztoilette in der hauptreisezeit ohne nachfolgende händedesinfektion.
    da sollte man von jedem typ was mitkriegen...

  14. #174
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    Hallo Soltar,

    Zitat Zitat von Soltar Beitrag anzeigen
    Ja also, und wann wird das Verfahren auch für bzw. gegen Darmentzündungen oder halt Krankheiten wie Rheuma (Rheumatiker hätten ja allesamt eine verarmte, morbide Darmflora) zugelassen?

    diese Erkenntnisse dass der Transfer gegen schwere Infektionen im Darm hilft ist noch so neu dass die Forschung, ob das auch bei anderen Krankheiten hilft vermutlich gerade erst begonnen hat.... Kommt Zeit kommt Ergebnis

    Liebe Grüße

    Lydia
    Lächle in die Welt - und die Welt lächelt zurück!

  15. #175
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    Nobbi, ihhhhhhh........ dazu fällt mir der Fim, "Feuchtgebiete" ein, der ist nix für zarte Gemüter.

    Grüssle
    Karola

  16. #176
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    ...es könnte da eine gewisse "Hürde" geben - dass sich das weiter durchsetzt..., Lydia. Aber eben - Organe werden ja mittlerweile auch untereinander ausgetauscht..

    lg Soltar



  17. #177
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    Allerdings muss dieses Verfahren bestimmt mit höchsten Hygienestandards durchgeführt werden, sonst fängt man sich dabei noch irgendwelche unerwünschten Keime ein.
    Hallo Martin, dieser zitierte Satz ist schon recht merkwürdig. Wenn du unter Hygienestandards sowas wie Putzen, Desinfizieren, Waschen, Abkochen verstehst, macht die ganze Geschichte sicher keinen Sinn.
    Sch...e aus dem Autoklaven wird sicher nicht die erhoffte Wirkung bringen.

    Falls du unter Hygiene
    „Lehre von der Verhütung der Krankheiten und der Erhaltung, Förderung und Festigung der Gesundheit“
    zitiert aus Wikipedia
    verstehst, bleibt wohl nur, das Risiko einzugehen, wenn der Leidensdruck hoch genug ist, und man sich etwas von dieser Methode verspricht. Die hauptsächliche Kunst dürfte darin bestehen, den geeigneten Spender(= Infizierer) auszuwählen.

    liebe Grüße
    Andreas
    Leide an Schub-förmiger Schreibkrankheit

  18. #178
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    @Andizimm
    Ich verstehe darunter, dass die Stuhlspende bzw. der Spender vorher ausgiebig überprüft wird. Schließlich sind Körperausscheidungen einer der häufigsten Überträger schwerer Infektionskrankheiten. Und falls das Zeug vor dem Stuhltransfer irgendwo zwischengelagert wird, müssen natürlich auch da höchste Hygienestandards eingehalten werden, damit keine Verunreinigung mit unerwünschten Keimen stattfindet. In dem von Uli kopierten Artikel wird dieses Thema ja auch angesprochen:

    [...] Aber ganz so einfach ist es nicht. Langzeitdaten und eine standardisierte Verarbeitung der Exkremente fehlen. Deshalb wird jetzt das Register „MikroTans" eingerichtet, in dem die Krankengeschichte von Stuhltransplantierten ordentlich dokumentiert werden soll. Das Paul-Ehrlich-Institut und das Bundesinstitut für Arzneimittelbewertung sehen den Stuhl zuvorderst als Brutstätte von Keimen. Sie wollen strenge Auflagen für die Qualität der Spende erlassen. Heute wird sie zwar auch schon auf Krankheitserreger geprüft. Aber ein einheitliches Protokoll gibt es dafür nicht. [...]
    Quelle: Wissenschaft.de
    Viele Grüße
    Euer Humpelkumpel

  19. #179
    Registriert seit
    11.2011
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    Zitat Zitat von opeline Beitrag anzeigen
    ...dazu fällt mir der Fim, "Feuchtgebiete" ein, der ist nix für zarte Gemüter..
    Hallo Opeline,
    hast du den Film gesehen? Vielleicht ist ja ein "Feucht-Gebiets-Transfer" in Zukunft auch eine Option für mehr Heilung, oder für persönliche Beglückung?..
    Lang und Hoch lebe die Wissenschaft...
    Grüßle
    Aorta
    Gesundheit ist besser als Krankheit, wenn auch nur aus körperlichen Gründen.
    ( frei nach Woody Allen)

  20. #180
    Registriert seit
    05.2013
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    597
    Ja Aorta ich habe den Film gesehen, daher weiß ich dass er nix für Leute mit schwachem Magen ist.
    Bei der persönlichen Beglückung geht es sicher auch feutcht zu.......-

    Grüssle
    Karola

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