» Navigation

» Foren-Links
 > Forum
 > Portal
» DVMB-Links

» heutige Geburtstage

-
Seite 8 von 10 ErsteErste ... 678910 LetzteLetzte
Ergebnis 141 bis 160 von 198

Thema: Darmsanierung

  1. #141
    Registriert seit
    12.2004
    Beiträge
    5.433
    Das ist wieder typisch - schon wird Uli wieder persönlich beleidigend, und verwendet irgendetwas, was man hier mal geschrieben hat gegen einen. Ist es eine Schande, auch mal Hilfe im psychischen Bereich zu benötigen? Sicher nicht, vor allem wenn man so was hat wie wir. Ich kam jahrelang alleine klar, aber es kann eben auch mal anders kommen. Leute, die solche Themen tabuisierten, und weit von sich weisen, erleben das u.U. dann als Segen, wenn sie dann selber doch mal so weit kommen, dass ein Burnout da ist, und Hilfe annehmen.

    Aber es geht ja hier eben um Darmsanierung



  2. #142
    Registriert seit
    11.2011
    Beiträge
    1.824
    Zitat Zitat von Uli Dörwald Beitrag anzeigen
    Mal ganz blöd gefragt: Wie sind denn die Möglichkeiten sich das Marcumar zu entziehen? Und wenn man es lebenslang nimmt, was birgt es an Gefahren bzgl. Nebenwirkungen?
    Lieber Uli,
    es gibt nur blöde Antworten, keine blöden Fragen. Als Träger eines (vor 10 Jahren) High-Tech-Implantates, bestehend aus einem Titanring und zwei Nano-Tech-Karbon-Klappen gibt es keine Alternative zu Marcumar, bzw. Kumarinen. Marcumar ist ein in Langzeitanwendung äußerst unkompliziertes Medikament. Je nach INR ist große Aufmerksamkeit auf die Ernährung gelegt, also wenig Vitamin K - Kohl, Sauerkraut, usw. Durch Marcumar selbst entstehen sehr wenige Nebenwirkungen. Problematisch ist eher die mechanische Klappenbewegung, bei welcher Thrombozhyten "zerklatscht" werden, und sich "Häm" und "Globin" aufgeteilt werden. Das Häm belastet das Lymphatische System als Müllabfuhr, das Globin die Leber. - Fettleber - und das mit 63 kg. Wenn ich Marcumar weglasse verrotzen mir die Antikörper die Schariere und die Oberfläche der Klappe. Daher habe ich einen INR von 2,5 - 3,5. Alle möglichen Besserwisser, welche mir mit Galgant von der Hl. Hildegard von Bingen kommen, sind gerne eingeladen sich persönlich als Versuchsperson zur Verfügung zu stellen. Patienten mit biologischen (Schweine) Klappen brauchen kein Marcumar.
    Das betrifft Mütter mit Kinderwunsch, oder "alte" Patienten. Die Lebensdauer der künstlichen Klappe wird mit ca. 40 Jahren angegeben, von denen ich schon 25% verbraucht habe. Biologische Klappen haben eine Lebensdauer von 10-15 Jahren. Ob ich mich mit 80 -ich war halt früh dran- noch mal Thoraxmäßig aufklappen will sehe ich erst in 30 Jahren. So what. Aber bei einem geregelten Ernährungs- und Lebenswandel habe ich mit Marcumar keine Probleme, nur mit Sauerkraut. Seufz.
    Aber wer stetig säuft führt auch ein geregeltes Leben.
    Grüßle
    Aorta
    Gesundheit ist besser als Krankheit, wenn auch nur aus körperlichen Gründen.
    ( frei nach Woody Allen)

  3. #143
    Registriert seit
    11.2011
    Beiträge
    1.824
    Zitat Zitat von rainer_53 Beitrag anzeigen
    Kannst ruhig Sauerkraut essen, es hat garnicht soviel Vitamin K:..
    Hallo Rainer,
    hast du auch ne künstliche Klappe - oder nur gegoogelt?
    Ich bin seit 10 Jahren Selbstmesser, und genieße den Vorzug meinen INR regeln zu können, selbst unter schweren Situationen in der Kombination mit Rifampicin, falls dir das was sagt.
    Bleib mir weg von wegen überholter Meinung.
    Dennoch herzliches Grüßle
    Aorta
    Gesundheit ist besser als Krankheit, wenn auch nur aus körperlichen Gründen.
    ( frei nach Woody Allen)

  4. #144
    Registriert seit
    11.2011
    Beiträge
    172
    Hi Aorta,

    Zitat Zitat von Aorta1963 Beitrag anzeigen
    Bleib mir weg von wegen überholter Meinung.
    Du willst also kein Sauerkraut essen, obwohl es dir gut schmeckt..

    Naja..

    VG, Rainer
    Geändert von rainer_53 (01.06.2013 um 11:08 Uhr)

  5. #145
    Registriert seit
    11.2011
    Beiträge
    1.824
    Hallo Rainer,
    Nein ich esse kein Sauerkraut obwohl es mir gut schmeckt. Ich nehme auch kein Aspirin bei Kopfschmerzen. Ich habe nämlich keine Lust darauf Klexane zu spritzen wenn es nicht zwingend notwendig ist. Du scheinst kein Marcumar Patient zu sein...
    Grüßle
    Aorta
    Gesundheit ist besser als Krankheit, wenn auch nur aus körperlichen Gründen.
    ( frei nach Woody Allen)

  6. #146
    Registriert seit
    12.2004
    Beiträge
    5.433
    Also gestern hatte ich enorm Schmerzen im rektalen Bereich. Gestern hatte ich mir Rotkraut mit Aepfeln von einem Kohlkopf selber gemacht, und reichlich verzehrt. Dass das blähend wirkt, und Winde nachsich zieht, ist schon klar. Jedenfalls waren heute keine Schmerzen mehr da - es geht viel besser. Nun kann das ja Zufall sein, weil die Col. ja ein Auf- und Ab ist, aber es kann natürlich auch vom Kohl kommen....das er eben seine lindernde Wirkung entfaltet...

    nicht pasteurisiertes Sauerkraut habe ich hingegen noch nicht gefunden. Aber eben: Es ist nicht Saison. Allerdings kann man es schon im Internet bestellen. Es ist also möglich. Aber man kann sich ja vorstellen, dass das doch eigentlich schwierig ist, weil ja das Sauerkraut nicht pasteurisiert ist, hält es weniger lang...
    ..und Ende April war ja fertig. Also muss man es wohl einfach als Wintergemüse ansehen, dass einem den Winter durch power gibt.
    Geändert von Soltar (07.06.2013 um 13:47 Uhr)



  7. #147
    Registriert seit
    12.2004
    Beiträge
    5.433
    Nach einer erneuten Stabilisierung mit Bioflorin, habe ich nun mit Lactobakt begonnen - das hat ja so sechs "gute" Bakterienstämme.

    Ja, es ist ja bekannt: Rheumatiker hätten eine schlechte Darmflora. Zuviele schädliche, zuwenig Nützliche...was weiss ich, und wer so genau?

    Hat man schon gelesen - nun ist das mit Laktobakt rel. gut angelaufen, und dann gabs aber auch in Richtung DF eher, und dann gabs und gibts auch Schübe, und das bei Rheuma und Colitis. Das ist dann (wieder und wieder und wieder) nicht so toll. Warum wohl? Da fangen die üblichen (leeren) Spekulationen wieder an...Herxheimer? Oder ist es dann wirklich so - wie es ja im "Beschrieb" von Bechterew heisst, dass es beim Bechterewler eigenartigerweise so sei, dass das Immunsystem auch auf gute Bakterien im Darm mit einer chronischen Entzündung reagiert, und man sich dann nach dieser Logik mit einem Aufbau der Darmflora mit guten Bakterien (die ja die schlechten verdrängen sollen) sogar schadet, und die Entzündung noch weiter anheizt?

    Oder ist es einfach wieder eben diese Herxheimer Reaktion (Absterben einer grossen Anzahl schlechter Bakterien, führt zu kurfristiger Giftansammlung im Gewebe bzw. Entgiftungsreaktionen) die dann auch die Schübe provozieren? Oder der Kampf der guten gegen die bösen überhaupt?

    Fragen und Spekulationen. Hat ja kein Schwein wirklich eine Ahnung von!



  8. #148
    Registriert seit
    06.2010
    Beiträge
    220
    Hallo Soltar,
    machst Du die Darmsanierung denn im Alleingang? Und führst Du nebenher ein Ernährungsprotokoll? Da Du auch gerade jetzt in dieser Zeit z. B. das Lupinenmehl ausprobierst, könnte ja auch dieses die Ursache sein, laut meiner Googelei kann auch das allergische Reaktionen hervorrufen. Immer wieder zu grübeln, ob nun neuer Schub, oder, oder, oder .... und womöglich die Erwartungshaltung, dass es "wieder" nicht wirkt, bringt Dich so doch nicht weiter - sag ich mal so.
    Liebe Grüße
    Dörri

  9. #149
    Registriert seit
    12.2004
    Beiträge
    5.433
    Hallo Dörri

    Nein - mag zwar so aussehen (wurde mir ja immer mal wieder 'angekreidet' ), aber diese Erwartungshaltung habe ich definitiv nicht! Im Gegenteil, meine Erwartungshaltung ist stets, und auch nach, weiss nicht hundert negativen Ergebnissen mit irgendwelchen Heilmitteln, immer wieder positiv!

    Ja, Lupi-Mehl wird als mögliches Allergen aufgeführt, aber da ich nie solche Reaktionen hatte auf Lebensmittel, schliesse ich das aus. Das hat schon was mit diesen Bakterien zu tun.

    Ja genau - im "Alleingang"....aber wieso? Weil es kein offiziell anerkannten Weg der Darmsanierung gibt, z.B. in unserer herkömmlichen Schulmedizin! Die machen ja einen weiten Bogen um dieses Thema! Da muss man sich ja selber behelfen....man kriegt solche Sachen aber in der Apotheke, muss sie selber bezahlen, und einen wirklich Support kriegt man nicht, weil eben nicht wirklich anerkannt, und Infos darüber gibts kaum. (Obwohl die Apo ja sehr komplementärmedizinisch offen ist, und auch einen extra "Beratungsschalter" hat, wo ich auch schon zweimal versuchte mit jemanden darüber zu sprechen, und die Apo macht ja Werbung damit, dass sie für einen da ist usw.... )

    Darmfloraaufbau nach Antibiotikabehandlung....hallo? *klopf klopf*

    Sogar das wird doch in der schulmedizinischen Behandlung obersträflich behandelt! Dafür wird ja nach wie vor sehr grosszügig mit Antibiot. "um sich geworfen"

    lg Soltar



  10. #150
    Registriert seit
    08.2003
    Beiträge
    4.606
    Zu Anfängen des Forums hatte ich ja schon mal die Idee geäussert, (da meine Frau die 'Rache Montezumas' erwischt hatte, mich als (Süd)Amerikaner verschonte) man müsse Darmbakterien von z.B. Mexikanern in magensaftresistenten Kapseln prophylaktisch vor einer Mexikoreise einnehmen.
    Jetzt ist es langsam so weit, jedenfalls als alternative für Morbus Crohn und colitis ulcerosa:
    Quelle:
    3xw.berliner-zeitung.de/archiv/wer-eine-kaputte-darmflora-mit-dem-kot-anderer-menschen-kurieren-will--geht-ein-risiko-ein-die-ekeltherapie,10810590,10784850.html

    Die Therapie klingt so einfach wie ekelerregend. Und sie lässt Menschen, die von chronischem Durchfall geplagt sind, neue Hoffnung schöpfen. US-Ärzte behandeln Durchfall-Patienten, indem sie ihnen Fäkalien gesunder Menschen übertragen. Im Journal of Clinical Gastroenterology bejubeln Studien Heilungsraten von 90 bis 100 Prozent durch die Verpflanzung von Stuhl gesunder Spender direkt in den Dickdarm von Patienten. Der Haken an der Sache: In einer Studie wurde der Therapieerfolg bei zehn Probanden festgestellt, in einer anderen bei zwölf. Dennoch ruft der Chefredakteur des Magazins, Martin Floch, bereits die große Stunde der fäkalen Bakterientherapie aus. Für Menschen, in deren Darm sich das Bakterium Clostridium difficile breitgemacht hat, klingen die Nachrichten von den Therapieerfolgen wie eine Verheißung. Das Clostridium-Bakterium, ein sich in Krankenhäusern und Altenheimen immer stärker ausbreitender Keim, verdrängt nach einer Infektion rasant die normalen Bakterien im menschlichen Darm, die dort Nahrung zersetzen, Krankheitserreger abwehren und Vitamine herstellen. Stattdessen produziert das Bakterium Gifte, die Darmzellen zerstören und die Salzaufnahme im Darm behindern. Die Folge: chronischer Durchfall, der gerade bei älteren und geschwächten Patienten lebensbedrohlich sein kann. Meist nutzt der Keim die Gelegenheit zum Kapern, wenn die natürlich im Darm vorhandenen Bakterien etwa durch die Einnahme von Antibiotika zu großen Teilen abgestorben sind. In den Lücken breitet sich Clostridium aus und übernimmt das Kommando. Die normale Darmflora des Betroffenen hat kaum noch eine Chance, die alte, gesunde Bakterienstruktur wieder- herzustellen. Hier setzt die fäkale Bakterientherapie an. Erste Studien zeigen, dass nach der Übertragung von Stuhl eines gesunden Spenders in den erkrankten Darm die gespendeten Bakterien den Keim weitgehend verdrängen und sich eine Bakterienstruktur entwickelt, die der des Spenders annähernd gleicht, zumindest aber stark ähnelt. Die Methode zur Stuhltransplantation ist so einfach, dass inzwischen sogar Anleitungen zum Selbermachen im Internet kursieren. Manche Patienten scheuen sich offenbar nicht, sich mittels Einlaufbeutel eine Mischung aus einer Kochsalzlösung und gespendetem Stuhl selbst zu verabreichen, um ihre danieder liegende Darmflora wiederherzustellen. Betroffene berichten von Heilungserfolgen in wenigen Tagen, nachdem sie jahrelang erfolglos versucht haben, das Clostridium-Bakterium mit Antibiotika zu bekämpfen. Führende deutsche Gastroenterologen dagegen sehen die neue Therapie äußerst kritisch. Professor Markus M. Lerch, Direktor der Klinik für Innere Medizin am Universitätsklinikum Greifswald und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten hält die Übertragung von Spender-Stuhl für "höchst problematisch". Aus zwei Gründen: Zum einen gebe es sehr viele verschiedene Bakterien im Darm. Derzeit könne man rund 1700 unterschiedliche Bakterien nachweisen, vermutlich seien es sogar sehr viel mehr. "Es gibt Hinweise, dass diese hochgradig individuelle Zusammensetzung wichtig für den Stoffwechsel ist" und für Erkrankungen wie Fettleibigkeit, Diabetes, Gallensteine oder Fettleber bestimmend sein könnte, sagt Lerch. Zum anderen gibt Lerch rechtliche Aspekte zu bedenken: "Was passiert, wenn ein Arzt gespendeten Stuhl transplantiert, der Viren oder Krankheiten verursachende Bakterien enthält?" Man könne schlicht nicht wissen, was im transplantierten Stuhl alles enthalten sei. Bei Tausenden Bakterien im Darm, die zum großen Teil auch in den Stuhl übergehen, könnte quasi jede bakterielle Erkrankung über den Einlauf den Weg zum hilfesuchenden Patienten finden. Für Viren gilt dasselbe. Zudem hegt der Gastroenterologe Zweifel daran, dass eine geringe Menge Spender-Stuhl die von Mensch zu Mensch individuelle Darmflora nachhaltig verändern kann. Nach einer Antibiotika-Therapie etwa, die einen Großteil der natürlich vorhandenen Bakterien abtötet, braucht der Körper vier bis acht Wochen, dann ist die gleiche Zusammensetzung von Bakterien wie vor der Behandlung wieder da. Lerchs Fazit: "Die beschriebene Therapie ist nicht mehr als ein individueller Heilversuch für Patienten in einer verzweifelten Situation." Vor allem vor der Selbstbehandlung warnen Mediziner eindringlich. Andreas Stallmach, Gastroenterologe an der Uniklinik Jena, rät davon ab, noch bevor die Ursache des Durchfalls ermittelt wurde, gleich zum Einlaufbeutel zu greifen. "Die Diagnose muss immer der erste Schritt sein", sagt Stallmach. Im schlimmsten Fall könne etwa ein Dickdarmtumor die Ursache für den Durchfall sein, der bei einer Eigentherapie unentdeckt bliebe. Den Erfolgsmeldungen aus den USA setzt Stallmach entgegen, dass es bislang keine kontrollierten Studien zum Heilungseffekt der Fäkaltherapie gebe und bringt einen Placebo-Effekt ins Spiel. "Je plausibler so eine Therapie dem Patienten erscheint, desto größer kann so ein Effekt sein." Die Kritik der Ärzte bedeutet indes nicht, dass der Ansatz abwegig wäre, mittels einer Zuführung von Bakterien direkt in den Darm die Bakterienzusammensetzung eines Betroffenen zu verändern. "Ich könnte mir vorstellen, dass wir in fünf bis sieben Jahren Therapieformen haben, die die Darmflora auf ähnliche Weise beeinflussen", sagt Lerch, der sich allerdings nicht recht für die Experimentierfreude seiner US-Kollegen erwärmen kann. "Eine Therapie sollte mit definierten, als Arzneimittel hergestellten Bakterienkulturen ablaufen und nicht mit gespendetem Stuhl." Welch große Bedeutung der Darmflora im menschlichen Organismus zukommt, heben Mediziner in den vergangenen Jahren immer deutlicher hervor. Im Darm tummeln sich zehnmal mehr Bakterien, als der gesamte Körper Zellen hat, insgesamt kommen sie auf bis zu zwei Kilogramm Gewicht. Um zu zeigen, welchen Einfluss sie auf Körperfunktionen haben, zitiert Lerch eine Studie mit Mäusen, die der US-Mikrobiomforscher Jeffrey Gordon gemacht hat. In einer seiner berühmtesten Untersuchungen hat Gordon den Zusammenhang zwischen Darmflora und Körpergewicht erforscht - und erstaunliche Zusammenhänge festgestellt. Bestimmte Bakterien verwerten Nahrung offenbar besonders gut und versorgen den Körper daher teilweise sogar im Übermaß. Übergewicht ist die Folge. Im Grunde nahm Gordon, um das nachzuweisen, auch bei seinen Mäusen eine Art Stuhltransplantation vor. Zunächst hielt er eine Gruppe von Mäusen absolut keimfrei. Diese Gruppe legte kaum an Gewicht zu, obwohl sie genauso viel Futter bekam, wie die andere Mäuse-Gruppe, deren Darm mit Bakterien besiedelt war. Als Gordon den keimfreien Mäusen eben diese Bakterien einpflanzte, waren sie in wenigen Wochen genauso dick wie die Spender. In seiner jüngsten Studie ist es Gordon nun erstmals gelungen, die Darmflora von zwei Probanden im Labor nachzuzüchten. Dem US-Wissenschaftler und seinem Team gelang es bei dem Versuch auch, einzelne Bakterienarten der Labor-Darmflora voneinander zu trennen. "Wir haben jetzt die Möglichkeit, herauszufinden, welche Bakterien welchen Einfluss auf die Gesundheit haben", sagt Gordon. Die Mäuse-Episode ist nur ein Beispiel dafür, wie Darmbakterien die Gesundheit beeinflussen können. Mit Probiotika versetzte Joghurts zu essen ist nichts anderes als der Versuch, die Darmflora in eine gewünschte Richtung zu bringen. Leider kommen wenige Bakterien am Zielort an, wenn sie vorher durch den Magen gehen müssen. "Wir finden zunehmend Hinweise darauf, dass die Darmflora wichtig für den Stoffwechsel ist", sagt Lerch. Auch bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa spiele die Zusammensetzung von Bakterien im Darm eine zentrale Rolle, sagt Lerch. Wie die Darmflora zusammengesetzt ist, hängt in erster Linie von äußeren Faktoren ab. Bis zur Geburt ist der menschliche Darm keimfrei, erst danach siedeln sich Bakterien an. Von Anfang an entwickelt sich Studien zufolge eine sehr individuelle Bakterienstruktur, Ärzte sprechen von einem "individuellen Fingerabdruck" von Bakterien, mit denen der Mensch in einem symbiotischen Verhältnis lebt. Zwar ist die Ähnlichkeit der Bakterienstruktur bei Familienmitgliedern etwas größer, entscheidend aber ist die Ernährung. Wer sich etwa nur von Fast Food ernährt, kultiviert eine völlig andere Darmflora, als ein Rohkost-Fan. Eine fett- und kohlenhydratreiche Ernährung steht dringend im Verdacht, die Vermehrung jener Bakteriengattung zu fördern, die besonders gut Nahrung verarbeitet - und ihren Wirt dick macht. Wer sich dafür entscheidet, sich Fäkalien eines anderen Menschen transplantieren zu lassen, bekommt demnach eine Bakterienkultur eingepflanzt, die sich über Jahrzehnte an die Lebens- und Essgewohnheiten des Spenders angepasst hat. Mit allen Vor- und Nachteilen. Journal of Clinical Gastroenterology: DOI:10.1097/MCG.0b013e3181e1d6e2 Jeffrey Gordons Studien: DOI: 10.1073/pnas.1102938108 DOI: 10.1073pnas.0602187103 ------------------------------ "Es gibt Hinweise, dass die Zusammensetzung wichtig für Erkrankungen wie Diabetes oder Fettleibigkeit ist." Markus M. Lerch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten Grafik: Der Magen-Darm-Trakt.
    Gruß Uli

    Gelenke, auch axiale, die du täglich eine halbe Stunde bewegst können nicht über Nacht versteifen.
    Es kommt nicht nur drauf an was wir essen sondern auch was wir nicht essen.

  11. #151
    Registriert seit
    12.2004
    Beiträge
    5.433
    Zitat Zitat von Uli Dörwald Beitrag anzeigen
    Leider kommen wenige Bakterien am Zielort an, wenn sie vorher durch den Magen gehen müssen. "
    frisches, unpasteurisiertes Sauerkraut hinten rein befördern!



  12. #152
    Registriert seit
    08.2003
    Beiträge
    4.606
    Hallo Soltar,

    über den Satz bin ich auch gestolpert, denn er scheint mir nicht mehr auf dem neuesten Wissensstand zu sein. Ich habe kürzlich gelesen dass es nicht um die guten Bakterien alleine geht die in den Probiotika sind, sondern um andere Stoffe in Joghurt, Kefir &Co. von denen die wenigen guten Bakterien im Darm besser leben können als die bösen, so dass im Endeffekt sich im Nachhinein die guten wieder im Vorteil befinden.
    So ein Wissenschaftler kann auch nicht alles wissen, leidereben
    Gruß Uli

    Gelenke, auch axiale, die du täglich eine halbe Stunde bewegst können nicht über Nacht versteifen.
    Es kommt nicht nur drauf an was wir essen sondern auch was wir nicht essen.

  13. #153
    Registriert seit
    07.2011
    Beiträge
    647
    Zum anderen gibt Lerch rechtliche Aspekte zu bedenken
    Das scheint mir insgesamt ein Problem in dieser unserer Welt zu sein:

    Das immer geschaut wird wie man etwas rechtlich handhabt, wichtiger und richtiger wäre doch
    darauf zu achten wie man richtig handelt.
    Das Recht sollte doch dem allgemein als richtig erkannten folgen.

    liebe Grüße
    Andreas
    Leide an Schub-förmiger Schreibkrankheit

  14. #154
    Registriert seit
    08.2003
    Beiträge
    4.606
    Das Recht (die Gesetze) wird von jenen gemacht die an der Regierung sind, der vom Souverän, dem Volk gewählten Abgeordneten welche von der Lobby noch viel souveräner gelenkt werden. Was Wunder wenn sich da der Wähler gelinkt vorkommt.

    Ich habe neulich das Buch 'Born to run' gelesen. Da ging es auch um die tolle Ernährung der Tarahumaras (Rarámuri) bei Ultraläufen. Ich kam auf die geniale Idee so was unsern Läufern als Powerbar zu verkaufen und gleichzeitig den indigenen Ethnien wirtschaftlich zu helfen.
    Dreimal dürft ihr raten. Natürlich gibt es das längst, der Import nach Deutschland ist aber aus lebensmittelrechtlichen Gründen verboten. Wahrscheinlich waschen sich die Indianer nicht die Hände mit procter&gamble Seife.
    Gruß Uli

    Gelenke, auch axiale, die du täglich eine halbe Stunde bewegst können nicht über Nacht versteifen.
    Es kommt nicht nur drauf an was wir essen sondern auch was wir nicht essen.

  15. #155
    Registriert seit
    07.2011
    Beiträge
    647
    Mich stört aber vor allem die Haltung(der vorauseilende Gehorsam) der Untertanen, weniger die der Herrscher.

    Vielleicht tut ja auch eine neue Aufklärung not:
    Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude (http://de.wikipedia.org/wiki/Sapere_aude)! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.
    Zitat: Immanuel Kant

    Na, ich glaube ich werde morgen wieder mal bei Rot über die Ampel gehen, aber natürlich nur, wenn keiner guckt.

    liebe Grüße
    Andreas
    Leide an Schub-förmiger Schreibkrankheit

  16. #156
    Registriert seit
    08.2003
    Beiträge
    4.606

    Oupps, ich habe es getan

    aber viel Schlimmer, denn ich bin über die rote Fußgängerampel gefahren, nachdem die Fußgänger rübergegangen waren, einfach weil ich es so eilig hatte. Ich habe mich noch gewundert wieso mich die Autofahrer der Gegenseite so blöd angeglotzt haben, da fiel mir erst auf was ich getan hatte. Im größten Teil der Welt wahrscheinlich total normal, aber in Deutschland selbst um 4 Uhr morgens kein Kavaliersdelikt.
    Was den indianischen Powerbar angeht kann man deutsche Gesetze übers Internet umgehen.
    Gruß Uli

    Gelenke, auch axiale, die du täglich eine halbe Stunde bewegst können nicht über Nacht versteifen.
    Es kommt nicht nur drauf an was wir essen sondern auch was wir nicht essen.

  17. #157
    Registriert seit
    11.2011
    Beiträge
    1.824
    Zitat Zitat von Andizimm Beitrag anzeigen
    Das Recht sollte doch dem allgemein als richtig erkannten folgen..
    Hallo Andizimm,
    im Gedanken zu 100 % richtig. Bloß wirkt "Allgemeinheit" nicht als judikative Instanz. Zum Glück.
    Möchte mir nicht vorstellen, was bei Gesetzesvorgaben los wäre, wäre die "Allgemeinheit" dran.
    Aber du meinst ja auch den "Common Sense" oder den gesunden Menschenverstand....
    Den kann man leider bei sehr, sehr viel Dingen wirklich ernsthaft vermissen.
    Grüßle
    Aorta
    Gesundheit ist besser als Krankheit, wenn auch nur aus körperlichen Gründen.
    ( frei nach Woody Allen)

  18. #158
    Registriert seit
    12.2004
    Beiträge
    5.433
    Schade eigentlich, dass hier nicht, dem Thema gerecht wird, indem Leute ihre Art der Darmsanierung vorstellen, wie sie das gemacht haben oder noch machen. Das ist ja schon immer noch so etwas, was nicht offiziell anerkannt vom Arzt verordnet werden kann, und ein breit akzeptiertes, und klar vorgegebenes Prozedere wäre, das jedem bekannt ist. Ja, schade halt - wo ist da die europäische Naturheilkunde, die es früher sicher auch mal gab, bevor Chemie und "modernes medizinisches Wissen" alles in den Hintergrund gedrängt hat!



  19. #159
    Registriert seit
    08.2003
    Beiträge
    17.212
    ... das mag vielleicht daran liegen, dass es kaum einer für nötig erachtet eine Darmsanierung durchzuführen...

    Ich persönlich könnte mich sicher für förderliche Nahrungsmittel entscheiden wie Sauerkraut, Joghurt etc. - aber nie für so was wie Darmspülung, Einläufe oder so was, einfach weil das auch ein massiver Eingriff in die Natur ist der meines erachtens nicht sinnvoll ist. Schließlich leben der Mensch und seine Vorfahren schon seit huntertausenden von Jahren, ohne jemals so was gemacht zu haben.

    Liebe Grüße

    Lydia
    Lächle in die Welt - und die Welt lächelt zurück!

  20. #160
    Registriert seit
    12.2004
    Beiträge
    5.433
    Ja, Lydia . pardon, nicht despektierlich gemeint, Leute wie du, die praktisch nur der Schulmedizin vertrauen. Einläufe aber - und somit hast du da Kleider Unrecht - sind etwas uraltes...die gibt schon seit alters her, und wurden wohl auch in vielen alten Kulturen praktiziert. Aber jeder darf natürlich seine eigene Meinung haben dazu . Regelrecht wissen kann man das ja nicht. Der Darm ist in liegend. Und es gibt dazu auch wieder nur den Erfahrungsschatz der Naturheilkunde, von vielen Leuten, die Erleichterung erfuhren durch Darmreinigungen/ -sanierungen. Sicher nicht einfach aus der Luft gegriffen.

    Gruss Soltar



Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  
Powered by vBadvanced CMPS v4.3.0