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Ergebnis 1 bis 17 von 17
  1. #1
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    Frage AutoimmunKrankheiten

    Hallo miteinander!!

    Ich hoffe, daß es allen Beteiligten einigermaßen gut geht!!/?

    Stimmt es nun, daß die MB zu den Autoimmun - Krankheiten zählt?? Ich habe da nämlich noch Eine und wollte fragen, ob die wohl im Zusammenhang stehen, nach dem Motto: Wenn Eine nicht reicht, um mich selbst zu zerstören, dann eben noch Eine???

    Bei der Ersten handelt es sich um: Thyrioditis Haschimoto und ich habe mir das immer gut merken können, wenn ich an Harakiri gedacht habe .. !!

    Und noch eine Frage:
    In der letzten Zeit habe ich unheimliche Schmerzen in der Schulter, bis hin, daß ich sie nicht mehr bewegen wollte, weil es so weh tat! Mein Orthopäde meinte dann, das müsse man operieren ... entzündeten Schleimbeutel entfernen, dann wüchse ein Neuer nach. Die Schwierigkeiten mit der Schulter habe ich allerdings schon seit sechs Jahren immer wieder mal!

    Was haltet ihr davon???

    Manchmal weiß ich die Zusammenhänge einfach nicht und/oder ob es vielleicht doch einzeln zu betrachten wäre!!

    Gruß Marita
    Alles Gute, ... Marita!!

    Es wäre eine Freude zu leben, wenn jeder die Hälfte von dem täte, ....
    .... was er von dem Anderen verlangt!

  2. #2
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    631
    Hallo Marita


    Der Morbus Bechterew zählt zu den Autoimmunerkrankungen. Es ist gar nicht selten, mehrere davon zu haben. Es gibt hier einige im Forum, die MB und Multiple Sklerose haben. Oft findet man auch MB und Psoriasis. Die Zusammenhänge wissen ja nicht mal die Ärzte. Die Ursachen und Auslöser sind zum größten Teil noch nicht erforscht, so dass man nur die Symptone behandeln kann.
    Geändert von Teenymeyer (16.04.2005 um 13:15 Uhr)
    Liebe Grüße

    Renate

  3. #3
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    Danke Renate, Du erinnerst mich gerade daran: Psoriasis punktata habe ich auch noch!! Sowas Blödes! Womöglich gehört das alles zusammen??!!

    Gruß Marita
    Alles Gute, ... Marita!!

    Es wäre eine Freude zu leben, wenn jeder die Hälfte von dem täte, ....
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  4. #4
    Gast Gast
    Hallo Bummelbea,

    die Thyrioditis vergesellschaftet sich gern mit anderen Autoimmunerkrankungen, besonders die Thyr. des Hashimoto-Typs. Da hast du dir ja ein ganz gemeines Teil geangelt. Aber wir Bechtis haben ein Breites Kreuz. Da geht genug drauf. Deswegen nehmen wir uns von den Autoimmunerkrankungen, was immer wir bekommen können.
    Meine Schuppenflechte ist auch recht nervig, weil ein Schuppenflechtegipfel gleich einen Schub auslöst, und so lange meine schuppenflechte blüht, ich den Schub nicht loswerde. Das Eine zieht das Andere im Schlepptau hinterher.

    Sei lieb gegrüßt von K.

  5. #5
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    Mögliche Erklärung, ganz frisch aus der Forschung:

    SPIEGEL ONLINE - 10. April 2005, 09:47
    spiegel/wissenschaft/mensch
    Risikofaktor

    Ein Gen für Rheuma, Herzinfarkt und Multiple Sklerose

    Einen gemeinsamen genetischen Risikofaktor für Multiple Sklerose, Rheuma und Herzinfarkte haben schwedische Wissenschaftler identifiziert. Damit ist erstmals eine eindeutige Verbindung zwischen Autoimmun-Krankheiten und Herz-Kreislauf-Problemen hergestellt worden.

    Genforschung: Ein Gen für Herzinfarkt und MS
    Eine bestimmte Variante eines Steuergens des Immunsystems erhöht das Risiko, an einer der drei Krankheiten zu erkranken, um 20 bis 40 Prozent. Grund dafür ist eine verminderte Produktion wichtiger Abwehrproteine bei den Trägern der Genvariante. Maria Swanberg vom Karolinska-Institut in Stockholm und ihre Kollegen stellen ihre Studie in der Fachzeitschrift "Nature Genetics" vor (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1038/ng1544).

    Die Ergebnisse der Forscher zeigen zum ersten Mal eine eindeutige Verbindung zwischen entzündlichen Autoimmunkrankheiten und Herz-Kreislauferkrankungen, bei denen eine Beteiligung von Entzündungsreaktionen erst vor kurzem entdeckt wurde.

    Die ersten Hinweise auf den unerwarteten Zusammenhang stammen aus Versuchen mit Ratten, wie die Wissenschaftler berichten. Um zu prüfen, ob die dabei identifizierten verdächtigen Gene auch beim Menschen das Immunsystem beeinflussen, untersuchten die Forscher drei Studiengruppen - MS-Patienten, Rheumatiker und Herzinfarktpatienten - und passende gesunde Kontrollpersonen.

    Bei allen drei Krankheiten spielt das Immunsystem eine Schlüsselrolle: Multiple Sklerose und Rheuma sind so genannte Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem körpereigenes Gewebe angreift und so eine chronische Entzündung verursacht.

    AP
    Patientin mit Multipler Sklerose: Körper attackiert sich selbst
    An Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind nach neueren Erkenntnissen ebenfalls Entzündungsreaktionen beteiligt, unter anderem bei der Bildung der Ablagerungen in den Gefäßen von Arteriosklerosepatienten.

    Auch der Gentest der Forscher spiegelte diesen Zusammenhang wider: Bei den erkrankten Probanden kam eine bestimmte Variante eines Gens namens MHC2TA deutlich häufiger vor als bei der Kontrollgruppe. Dieses Gen reguliert unter anderem die Bildung der so genannten MHC-Proteine, die unverzichtbar für das Erkennen von Krankheitserregern sind. Bei den Trägern der neuidentifizierten Variante ist die Produktion dieser Abwehreiweiße deutlich reduziert.

    Die Wissenschaftler schätzen, dass die Genvariante bei etwa 20 bis 25 Prozent der Gesamtbevölkerung vorkommt. Möglicherweise spielt sie auch bei anderen Krankheiten, an denen Entzündungsreaktionen beteiligt sind, eine Rolle. Die Ergebnisse erklären auch, warum beispielsweise Wirkstoffe wie die so genannten Statine, die meist als Cholesterinsenker eingesetzt werden, sowohl bei Autoimmunerkrankungen als auch bei Herzproblemen helfen: Sie haben neben ihrem cholesterinsenkenden Effekt auch entzündungshemmende Eigenschaften - unter anderem, weil sie die Aktivität von MHC2TA beeinflussen.

  6. #6
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    Hallo Bummelbea,

    auch mal von mir Willkomm!

    Ich hoffe Du denkst nicht zu intensiv an Harakiri, denk nur: die Sauerei muss dann jemand auch aufputzen! Naja...

    Antworten hast Du ja schon gekriegt. Wegen deiner Schulter, da würde ich mir eine zweite Meinung von einem Spezialisten einholen, und denke es gibt auch andere Wege.

    Ciao

    Nelly

  7. #7
    Gast_02 Gast
    Hallo Marita,

    ich bin ja auch von Thyrioditis Haschimoto, Schuppenflechte und Herzbeteiligung geplagt.
    Dieses Problem mit den Schleimbeutel kenn ich deshalb auch sehr gut.
    Mir haben die OP's Linderung verschafft, wenn auch nur zum kleinen Teil.
    Es kann dir aber auch keiner die Entscheidung ob du es operieren lässt oder nicht, auch keiner abnehmen.
    Ich stimme auch der Meinung von Nelly zu dir eine zweite Meinung einzuholen von einem Arzt deines Vertrauens.
    Hab ich damals auch gemacht.

    Wahrscheinlich besteht auch noch die Möglichkeit noch mehr Beteiligungen zu bekommen.
    Eine ganz hinterhältige davon wäre z.B. Tinnitus, der mich hin und wieder auch nicht zur Ruhe kommen lässt.

    Lieben Gruss
    Uwe

  8. #8
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    Hallo Marita,

    ich gehöre zu den glücklichen, die MB und MS haben..... auch was schönes

    Meine Schulter quält mich auch sehr, ich kann den Arm gar nicht ohne Unterstützung heben . Der Rheumatologe meint, das sei der Schleimbeutel - dabei tut es in der Schulter jetzt gar nicht mehr weh, die Schmerzen sind nach unten gewandert in den Oberarm und ziehen sich bei Belastung am gesatmen Nervus ulnaris lang. Deshalb habe ich auch schon an eine Nervenentzündung gedacht, aber mein HA meint, das käme dann eher von der HWS.

    Da kann was dran sein, denn die Wirbel in der HWS sind regelmäßig verhakt bei mir, so dass sie in der KG (per Dorn-Therapie) wieder gelöst werden müssen. Wenn sie dann gelöst sind, werden auch die Schulterschmerzen etwas besser.....

    Ich habe aber am Donnerstag wieder einen Termin beim Neurologen, den werde ich auf jeden Fall nochmal auf diesen Nerv ansprechen!

    Liebe Grüße

    Lydia
    Lächle in die Welt - und die Welt lächelt zurück!

  9. #9
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    Okey, vielen Dank schon mal für die ausführlichen Antworten!!
    Im Moment ist die Schulter wieder etwas ruhiger und ich versuche den Arm, so gut es geht, ohne Kraftaufwand sehr viel zu bewegen! Da es nicht mehr so arg weh tut, sehe ich schon wieder von einer OP ab!!! Geschnippelt ist schnell!!
    Alles Gute, ... Marita!!

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  10. #10
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    Das Allerneuste:

    Über die Erforschung der Ursachen von MS und anderen Autoimmunkrankheiten:

    wissenschaft/wissen/news/


    Gruß Uli
    Gruß Uli

    Gelenke, auch axiale, die du täglich eine halbe Stunde bewegst können nicht über Nacht versteifen.
    Es kommt nicht nur drauf an was wir essen sondern auch was wir nicht essen.

  11. #11
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    Hallo Uli!!

    Vielen Dank für den Link!! Du gräbst immer sehr interessante Sachen aus!

    Schönen Abend noch ...


    Alles Gute, ... Marita!!

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  12. #12
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    Merkwürdig, hier wird über eine autoimmune Ursache von Rheuma (völlig undifferenziert) geschrieben, als wäre die Ursache eindeutig und bekannt. Bakterien als Trigger und molekulare Mimikri ist wohl selbstverständlich vorausgesetzt, oder wie seht ihr das?

    Sieht so aus als ob hier an den TNF-Hemmer-Nachfolge-Medikamenten geforscht wird.

    Quelle:ddp/wissenschaft – Regula Brassel

    29.01.2010 - Medizin
    Selbstmörder-Molekül lindert Gelenkschmerz

    Künstliche Atomverbindung stoppt bei Mäusen Rheumatismus

    Ein im Labor hergestelltes "Selbstmörder-Molekül" dürfte in Zukunft Menschen mit Gelenkrheumatismus helfen: US-Forschern haben jetzt ein Molekül nachgebaut, das unentdeckt in wuchernde Immunzellen eindringt, die für die schmerzhafte Krankheit verantwortlich sind. Von innen heraus zerstört das Molekül die hyperaktive Zelle und anschließend auch sich selbst. Auf diese Weise kann die suizidal angelegte Atomverbindung Gelenkrheumatismus stoppen oder sogar rückgängig machen, haben die Wissenschaftler in Versuchen mit Mäusen herausgefunden. Für den Einsatz von besonderer Bedeutung ist das Faktum, dass der Zellen-Zerstörungsprozess keine toxischen Nebeneffekte hervorruft: Bisherige Therapiemethoden sind in dieser Hinsicht alle höchst problematisch, schreiben die Wissenschaftler.

    Gesunde Immunzellen sterben normalerweise ab, nachdem sie ein Virus oder ein Bakterium attackiert haben. Bei Gelenkrheumatismus leben die Fresszellen des Immunsystems jedoch weiter und werden zu fiesen Übeltätern: Sie wuchern im Blut und lagern sich im Gelenk sowie in Knorpeln und Knochen ein. Die Wissenschaftler um Harris Perlman von der Feinberg School of Medicine in Chicago entdeckten nun, dass hyperaktive Immunzellen über sehr wenige sogenannter Bim-Moleküle verfügen. Diese sind für das richtige Arbeiten der Fresszellen aber sehr wichtig: Sie lösen, nach einer erfolgreichen Attacke gegen Eindringlinge den Selbstzerstörungsmechanismus in der Zelle aus. Um den Mangel an Bim-Molekülen zu beheben, haben die Forscher die selbstmörderische Atomverbindung nachgebaut.

    In einem Versuch überprüften die Forscher die Wirkung des neu entwickelten Wirkstoffs. Sie injizierten die Moleküle Mäusen, die an Gelenkrheumatismus erkrankt waren. Ihre Annahme bestätigte sich: Die Atomverbindungen infiltrierten die Immunzellen und zerstörten die kranken Zellen von innen. Bei 75 Prozent der behandelten Tiere konnte die Krankheit auf diese Weise gestoppt werden. Die Gelenkschwellungen bildeten sich zurück und sogar die Zersetzung der Knochen verringerte sich.

    Bis heute wird Gelenkrheumatismus häufig mit einer Hormon- oder einer schwach dosierten Chemotherapie behandelt. Dieser Therapieansatz wirkt jedoch nicht in allen Fällen und wird häufig von Nebenwirkungen begleitet. Eine neuere Behandlungsmethode, die ergänzend angewandt wird, ist die Biologic-Response-Modifiers Therapie. Dabei werden Proteine an die rheumatischen Gelenken geschleust, um die Entzündung zu bekämpfen, die von wuchernden Fresszellen ausgelöst wurde. Aber auch dieser Ansatz wirkt nicht bei jeder erkrankten Person und kann außerdem unangenehme Entzündungen hervorrufen. Das jetzt neu nachgebaute Molekül birgt ein riesiges Potenzial, weil es keine toxischen Nebenwirkungen aufweist, schreiben die Forscher. Damit könnten nun effektive Medikamente gegen Gelenkrheumatismus entwickelt werden.


    Harris Perlman (Feinberg School of Medicine, Chicago) Arthritis & Rheumatism Bd. 62, Nr. 2

    ddp/wissenschaft – Regula Brassel
    Gruß Uli

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  13. #13
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    Ich kopiere noch mal den Inhalt des links von 2005 hier rein, bevor der Sys ihn tilt:

    Quelle: ddp/wissenschaft – Ilka Lehnen-Beyel

    22.06.2005 - Medizin
    Wie Infektionen Multiple Sklerose auslösen können

    Forscher finden Mechanismus, der Entstehung von Autoimmunkrankheiten erklären kann

    Ein internationales Forscherteam hat Hinweise darauf gefunden, wie bakterielle Infektionen Autoimmunkrankheiten auslösen können: Durch den Kontakt mit den Erregern werden bestimmte körpereigene Zellen dazu animiert, vermehrt Substanzen zu bilden, wie sie auch in der Bakterienhülle vorkommen – mit der Folge, dass das Immunsystem nicht nur die Mikroben, sondern auch die veränderten körpereigenen Zellen angreift und zerstört. So ließe sich beispielsweise die Zerstörung der Nervenzellen bei der Multiplen Sklerose erklären, berichten die Forscher.

    Schon länger ist bekannt, dass Infektionen durch Bakterien oder Viren die Entstehung von Autoimmunkrankheiten fördern können. Unklar ist jedoch, auf welche Weise die Erreger die Zerstörung des eigenen Körpergewebes durch das Immunsystem auslösen. Wissenschaftler vermuten, dass sich die Körperabwehr in solchen Fällen auf Schlüsselmoleküle bei den Mikroben konzentriert, die körpereigenen Substanzen ähneln. Aus diesem Grund greifen die gebildeten Antikörper nicht nur die Erreger an, sondern auch die Körperzellen, deren Oberflächen das entsprechende Molekül enthalten.

    Gennaro De Libero und seine Kollegen haben in ihrer Studie nun einen weiteren, etwas anderen Mechanismus entdeckt. Demnach reagieren die Körperzellen auf den Kontakt mit bestimmten Erregern, indem sie verstärkt so genannte Sphingoglykolipide bilden. Diese Moleküle kommen auch in der Bakterienzellenwand vor und dienen dem Immunsystem als Erkennungszeichen, gegen das spezielle Antikörper produziert werden. Diese Abwehrproteine, die auch nach der erfolgreichen Bekämpfung der Erreger noch im Blutkreislauf bleiben, greifen dann nach und nach die veränderten Körperzellen – im Fall von Multipler Sklerose die Zellen des Zentralen Nervensystems – an und zerstören sie.

    Um diese Reaktion auszulösen, reichten schon Bruchteile der Zellwand verschiedener Bakterien aus, schreiben die Forscher. Sie hoffen nun, auf der Basis ihrer Ergebnisse auch die Entstehung anderer Autoimmunkrankheiten besser verstehen und möglicherweise neue Therapien entwickeln zu können.

    Gennaro De Libero (Universitätsspital Basel) et al.: Immunity, Bd. 22, S. 763


    ddp/wissenschaft – Ilka Lehnen-Beyel
    Gruß Uli

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  14. #14
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    Hallo Uli,

    Dein Beitrag ist wieder sehr interessant.
    Und ja! Das liest sich wirklich als seien die Ursachen für Rheuma längst bekannt und man forscht an weiteren neuen Medikamenten.

    Also können wir weiter hoffen ...

    Danke und
    LG Heidi
    Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu and'rem Glück; denn die Freude die wir geben, kehrt ins eig'ne Herz zurück.

  15. #15
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    von molekularer mimikri hat prof. ebringer schon vor über 10 jahren geredet, bin gespannt wie sich die sache entwickelt.

    auf meiner seite gibst ja nen großen bericht über molekulare mimikri bei bechterew.

    mfg
    Mach das was alle machen, und hab das was alle haben.

  16. #16
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    Quelle:

    Rick Maizels (University of Edinburgh) : The Journal of Experimental Medicine, Onlinevorabveröffentlichung,

    dapd/wissenschaft – Gwydion Brennan



    28.09.2010 - Medizin
    Die Aus-Feind-mach-Freund-Strategie

    Magen-Darm-Parasiten schließen Freundschaft mit dem Immunsystem

    Im endlosen Kampf gegen das Immunsystem haben Darmwürmer eine besonders perfide List entwickelt: Sie machen ihre Feinde zu ihren Freunden, wie schottische Forscher nun herausgefunden haben. Die Parasiten produzieren nämlich ein bestimmtes Eiweiß, dass das Immunsystem dazu bringt, sich selbst zu unterdrücken. So entgehen sie der Immunantwort und können sich ungestört in den Verdauungsorganen ansiedeln. Zudem könnte diese Überlebensstrategie eine Erklärung dafür sein, warum an Wurmbefall erkrankte Menschen deutlich weniger Allergien und Autoimmunerkrankungen entwickeln.

    Bei der Abwehr von Krankheitserregern ist es für den Organismus von entscheidender Bedeutung, zwischen körpereigenen und körperfremden Stoffen zu unterscheiden. Die Überwachung dieser essenziellen Körperfunktion fällt in den Aufgabenbereich der sogenannten regulatorischen T-Zellen. Im Falle einer Infektion regulieren sie, wie der Name schon sagt, die Immunabwehr und verhindern damit eine Überreaktion, bei der Abwehrzellen versehentlich auch körpereigene Strukturen angreifen und dadurch gesundes Gewebe zerstören. Zudem sorgen sie dafür, dass nach erfolgreicher Bekämpfung eines Eindringlings die Immunantwort wieder abgeschaltet wird.

    Genau diesen Mechanismus macht sich der Darmparasit Heligmosomoides polygyrus zunutze, um die Körperabwehr auszutricksen, haben Rick Maizels und seine Kollegen von der University of Edinburgh nun entdeckt. In Mäusen scheidet der Wurm dazu ein Protein namens HES aus. HES regt das Immunsystem dazu an, vermehrt regulatorische T-Zellen zu produzieren. Diese wiederum sorgen dafür, dass die entsprechende Immunreaktion gegen den Eindringling unterdrückt wird. Auf diese Weise entzieht sich der Wurm dem Zugriff durch die Abwehrzellen und sichert sein Überleben. Unterdrückten die Forscher die Bildung der regulatorischen T-Zellen, hatten die Würmer dem Immunsystem nichts mehr entgegenzusetzen und wurden abgetötet.

    Durch seine ausgeklügelte Besänftigungsstrategie kann sich der Krankheitserreger zwar einen Vorteil gegenüber dem Immunsystem erarbeiten, doch ein Überschuss an regulatorischen T-Zellen hat auch für den Organismus Vorteile, wie die Wissenschaftler erläutern. Diese Zellen können nämlich auch eine unerwünschte Reaktion des Immunsystems wirkungsvoll unterdrücken: Allergien und Autoimmunerkrankungen. In Ländern mit geringen Hygienestandards und entsprechend hohem Parasitenbefall innerhalb der Bevölkerung sind sowohl Allergien als auch Krankheiten wie Rheuma selten. Die Dämpfung des Immunsystems durch Proteine wie HES könnte nach Ansicht der Forscher eine Erklärung dafür sein - und ein potenzieller Ansatzpunkt für neue Therapien.


    Rick Maizels (University of Edinburgh) The Journal of Experimental Medicine, Onlinevorabveröffentlichung,

    dapd/wissenschaft – Gwydion Brennan
    Gruß Uli

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  17. #17
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    Immunsystem bei Autoimmunkrankheiten durch Nabelschnurstammzellen umprogramieren

    Quelle:

    Yanying Liu (Peking University) et al.:Arthritis Research and Therapy

    dapd/wissenschaft – Ilka Lehnen-Beyel



    16.11.2010 - Anthropologie
    Die Nabelschnur im Dienste der Medizin

    Laborstudie zeigt: Nabelschnurblutstammzellen bekämpfen Entzündungen bei Rheuma

    Stammzellen aus dem Nabelschnurblut könnten in Zukunft Rheumatikern helfen, glauben chinesische Wissenschaftler: Zumindest im Labor und bei Mäusen dämpfen die unspezialisierten Zellen aus der Nabelschnur nämlich die Gelenkentzündungen, die für rheumatoide Arthritis - im Volksmund schlicht Rheuma genannt - typisch sind. Einen ähnlichen Effekt haben auch Stammzellen aus dem Knochenmark. Diese sind jedoch weitaus schwieriger zu gewinnen als Nabelschnurblutstammzellen, die direkt nach der Geburt eines Kindes aus der bereits abgebundenen Nabelschnur entnommen werden. Bisher werden beide Stammzellvarianten vor allem für die Behandlung von Leukämien und anderen Krankheiten des blutbildenden Systems eingesetzt. Zusätzlich scheinen sie jedoch ein großes Potenzial bei der Bekämpfung von Autoimmunkrankheiten wie rheumatoider Arthritis zu haben, schreibt das Team um Yanying Liu von der Peking University.

    In der ersten Phase ihrer Untersuchung entnahmen die Forscher Patienten, die unter rheumatoider Arthritis litten, einige Zellen aus den betroffenen Gelenken und dem Blut. Diese Proben versetzten sie mit Nabelschnurblutstammzellen und beobachteten den Effekt. Ergebnis: Die Stammzellen verhinderten zum einen, dass sich die Gelenkzellen zu stark vermehrten und in andere Gewebestücke eindrangen - ein großes Problem bei rheumatischen Entzündungen. Zum anderen dämpften sie die Entzündung an sich: Sie beruhigten die bei Rheuma häufig übereifrigen T-Zellen des Immunsystems und senkten den Spiegel an entzündungsfördernden Botenstoffen.

    Auch im zweiten Teil ihrer Studie bestätigte sich der dämpfende Effekt der Stammzellen. Darin hatten die Forscher Mäusen, bei denen sie künstlich rheumaähnliche Gelenkentzündungen ausgelöst hatten, menschliche Nabelschnurblutstammzellen gespritzt. Ergebnis: Die Entzündungen gingen messbar zurück, die Mäuse konnten sich wieder besser bewegen und die Krankheit schritt auch nicht mehr weiter fort. Bei einer genaueren Analyse entdeckten die Forscher zudem, dass die Behandlung das aus der Balance geratene Gleichgewicht zwischen entzündungsfördernden und entzündungshemmenden Zellen des Immunsystems wiederhergestellt hatte.

    Zwar gebe es heute bereits effektive Medikamente, mit denen Rheuma gut therapiert werden könne, kommentieren die Wissenschaftler. Diese seien allerdings relativ teuer und wirkten zudem nur so lange sie eingenommen werden, eine dauerhafte Besserung oder ein Stillstand der Krankheit könne damit nicht erreicht werden. Die Behandlung mit den Stammzellen scheine dagegen einen echten, langanhaltenden Stopp des Krankheitsfortschritts hervorzurufen - möglicherweise, weil die Stammzellen andere Zellen sozusagen umerziehen, so dass diese dann die entzündungshemmende Rolle übernehmen können, wenn die zugeführten Stammzellen allmählich verschwinden. Das tatsächliche Potenzial der vielseitigen Nabelschnurblutzellen muss allerdings erst in weiteren Studien ausgelotet werden - ebenso wie die Frage nach ihrer Verfügbarkeit und der Prioritäten bei ihrem Einsatz.


    Yanying Liu (Peking University) et al.:Arthritis Research and Therapy

    dapd/wissenschaft – Ilka Lehnen-Beyel
    Gruß Uli

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