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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Komischer Anwalt



Andrea
29.06.2005, 10:45
Hallo Ihr Lieben,

heute habe ich mal wieder einen sehr merkwürdigen Brief von meinem Anwalt bekommen.
Ich soll ihm konkrete Fragen benennen, welche man der Gutachterin stellt, damit diese widerrum noch einmal den Bechti einstuft.
Bezug Verlauf, Beeinträchtigung ect....

So ganz weiß ich nicht wirklich, was der von mir will. Wozu habe ich einen Anwalt, wenn der mich alles tun läßt ?

Könnt ihr mir da irgendwie weiter helfen ?
Welche Fragen würdet ihr stellen, damit man endlich seine Rente bekommt ? Zumal das Gutachten gut für mich ausgefallen ist. Aber trotzdem jetzt von der BFA und Gericht zerrupft wird.


Viele Grüße
Andrea

Detlev
29.06.2005, 11:59
Hallo Andrea,

kontaktiere doch mal den Sozialverband VDK (www.vdk.de), diese Leute sind spezialisiert auf Sozialrecht, Umgang mit Gutachtern etc. - haben mir auch bei einem Widerspruchsverfahren geholfen und dürften sich besser auskennen als mancher Anwalt ohne Spezialisierung auf Sozialrecht.

Andrea
29.06.2005, 12:43
Hallo Detlev,


geht leider nicht, da ich einen Anwalt habe, bin ich gebunden. Laufendes Verfahren.Und wechseln kann ich auch nicht, da es über Rechtschutzversicherung läuft.
Trotzdem danke für deinen Tip.

Gruß
Andrea

Sabine
29.06.2005, 13:35
Hallo Andrea,

nein helfen kann ich dir da auch nicht. Wahrscheinlich kennt sich dein Anwalt damit gar nicht so recht aus :rolleyes:
was natürlich dann dumm ist.
Allerdings hatte ich ja auch schon damals zum Gutachten gesagt.... das ich es für eine Rente nicht für günstig halte.
Vielleicht hilft dir ja hier noch jemand weiter...viel Erfolg.

bodojannasch
29.06.2005, 15:27
Ich denke, dass der Anwalt was stichfestes in der Hand schwarz auf weiß haben will,was er als Beweisführung zum Verfahren benötigt.
Die Fragen sollten gezielt auf die Diagnose gestellt werden.Nochmalige Festigung der Diagnose MB,damit bereits aufgetretene Einschränkungen im alltäglichen Leben / GDB,usw,damit verbunden Folgeerkrankungen chronischer Art,damit verbunden ein Restleistungsvermögen im Arbeitsleben unter 3 Stunden,somit Berechtigung des Rentenanspruches.Das dürfte der Sinn sein.Der Anwalt ist nur so gut wie seine belegbaren Fakten es zulassen.Niemand kann über seinen Schatten springen.Im Rentenverfahren ist mit MB in der jetzigen Situation der leeren Kassen eine harte Gangart der Rententräger zum Alltag geworden.MB wird nicht mehr so sehr ernst genommen.Natürlich auch,weil viele von uns unberechtigt solche Anträge stellten und stellen.Daraus resultierend ergaben sich in Rechtsstreitigkeiten häufig Siege für die Rententräger,das wiederum entwickelte sich zum Standardprogramm.Logisch.Schade,weil die, die es wirklich schlecht erwischt haben nun schwere Geschütze auffahren müssen,um berechtigte Ansprüche geltend zu machen.Ich selber hab das gleich gelassen.Ein guter Mensch,den ich länger kenne,der extrem schweren MB hat,dem konnte ich bei so einem zermürbendem Verfahren per gutem Kontakt beobachtend folgen.Gutachten-Anzweiflung,Gegengutachten,neutrales Gutachten,erneute Begutachtung,Sozialgerichtstermine,Ablehnung,erneu te Begutachtung-naja,ich hätte es nicht gepackt.Er kann nicht mal den Kopf drehen,Kinn auf der Brust,Augenentzündungen usw.Endlich bekommt er seine Rente,die er bitter erkämpft hat.Vielen von uns wird da die Geduld ausgehen,auch manchmal das Geld,die Nerven ertragen es dann auch nur schlecht.Wer sich miit einem Rentenverfahren einläßt,muß sowas einkalkulieren.

Andrea,Du siehst ja was da nun im Gange kommt.Ich rate Dir,einfach die Sache laufen lassen,erbringe die nochmaligen Bestätigungen für den Anwalt,lasse Dir doch vom Anwalt so eine Art Fragebogen mitgeben.Jetzt zählt jedes Stück Papier.Bei Dir weiß ich,dass Rente für Dich wichtig und angebracht ist.Ist ja nicht nur MB,was dich so aussaugt.Die Panik kommt ja noch dazu usw.Ich will noch betonen,dass ich niemanden diskreminieren will,der Rentenanträge stellt.Es sollte nur Berechtigung haben,sonst wird es eine Volkskrankheit und damit fast normal.

Dir Andrea viel Glück,Kontakt ist ja gut,wenn was ist mailen.
Liebe Grüße von Bodo
Kopf hoch,ich k..z auch oft ab,aber es geht ja weiter.

Andrea
29.06.2005, 15:40
Lieber Bodo,


danke für deine Worte.
Das Problem ist, der gute Anwalt will von mir einen Fragebogen !?!? Den will das Gericht der Gutachterin zur weiteren Fidung vorlegen !
Merke heute total, wie fertig mich das alles macht. 6 Jahre sind eine lange Zeit !

@Sabine
Das Gutachten ist laut Gericht gut. Aber die BFA will wissen, warum ich auf einmal eine fundierte Krankheit habe. Sie wollen einfach nicht einsehen, warum ich auf einmal eine Diagnose habe, welche meine Beschwerden rechtfertigt.
Als ob ich mir sowas aus dem Hut zaubere. Ihnen war die Psychoschiene lieber.
Kann ich mittlerweile auch mit dienen.

Viele Grüße
Andrea

a1
29.06.2005, 15:45
Hallo Andrea,

die DVMB hat eine eigene Justitiarin, die auch mit Rechtsanwälten zusammenarbeitet.
Gerade in Bereichen wie Rente oder Einstufung der Schwerbehinderung, ist es von enormen Vorteil, wenn der Juristische Vertreter die Krankheit Morbus Bechterew versteht. Die Justitiarin steht allen Mitgliedern der DVMB mit Rat und Tat zur Seite (bzw. deren Juristische Vertreter).
Adresse und Telefonnummer finden Sie im Morbus-Bechterew-Journal.
Viel Erfolg wünscht Ihnen
Ludwig Hammel

Sabine
29.06.2005, 16:22
Hallo Andrea,

na der Vorschlag von A1 mit der Justitiarin vom DVMB hört sich doch Klasse an....würde ich auf jeden Fall in Anspruch nehmen.
Die Diagnose ist doch belegbar mit Röntgenbildern und anderen Aufnahmen....da braucht man doch nichts beweisen, das sieht man dort. Ich würde dir raten nimm die Hilfe vom DVMB in Anspruch.....du bist ja da auch Mitglied.


@ Bodo:
meinst du echt das jemand von uns den Rentenantrag ungerechtfertigter Weise gestellt hat?
Und deshalb alles schwieriger wird für die, die es dann laut deiner Meinung wirklich verdient haben!?
Ich würde sagen sie haben einfach einiges verändert wie ja auch beim Versorgungsamt.....früher hat man 50 % GdB bekommen....Heute kann man froh sein wenn man 30 % bekommt.
Sie haben früher einfach vieles lockerer gesehen und wurden nun zum Umdenken gezwungen.
Das betrifft nicht nur die Rentenabteilung...nein das trifft leider Heutzutage auf alle Bereiche zu.

Wie würdest du die Berechtigung zum Rentenantrag definieren?

Andrea
29.06.2005, 17:57
Wenn ich Hr. Hammel Recht verstehe, würde sich Fr. Schoeler auch mit meinem RA in Verbindung setzen ?

Gruß
Andrea

Sabine
29.06.2005, 18:01
Die Justitiarin steht allen Mitgliedern der DVMB mit Rat und Tat zur Seite (bzw. deren Juristische Vertreter).

Ja so meint er es

Andrea
29.06.2005, 18:07
Jut, dann werde ich mal Fr. Schoeler anrufen und versuchen, etwas in die Wege zu leiten. Und wehe, mein Anwalt sträubt sich....:aerger:

bodojannasch
30.06.2005, 07:44
Hallo Ihr alle !
Hallo Sabine

Ich möchte auf Sabines Frage hier nochmal zurückkommen.Ich betone es nochmals ! Es gibt Leute,die Rentenanträge wegen MB stellen,wo es wirklich nicht anders geht,wo es wirklich berechtigt ist, wo es also sinnvoll ist.Leider stellen auch viele an MB erkrankte einen Rentenantrag,die eigentlich relativ jung sind,zwar ihre Beschwerden haben,aber nach beruflicher Reha noch arbeiten könnten.In der Rehaklinik in der ich war ,kannte ich 4 Leute mit MB.Gesamt waren wir 5.Die vier hatten noch in der Rehaklinik bei der Sozialtante einen Rentenantrag gestellt.Abends war natürlich des öfteren Party usw.Da war von MB nicht mehr die Rede,sondern nur die Hoffnung als weiter krank entlassen zu werden.In der Uniklinik hatte ich ein längeres Gespräch mit dem Doc.Auch da wurden solche Praktiken durch den Arzt bestätigt und auch verurteilt.Meiner Ärztin war es wichtig,mich arbeitsfähig halbwegs fit zu bekommen.Das hat sie nicht für sich getan,sondern das verbessert ja auch meine sozialen Chancen.Liegt somit in meinem Interesse.Weil es so viele Trittbrettfahrer im Rentenverfahren gibt,hat der Rententräger immer mehr und viel Angriffsfläche,um die oft unberechtigten Ansprüche erfolgreich abzuschmettern.Darunter leiden die echt bedürftigen harten MB Fälle.Es wird eine Verallgemeinerungsbild geschaffen.Leider ist das so.Auch andere Beispiele kann ich aufzählen,aber das wäre zu umfangreich.Arbeit kann auch ein Bedürfnis sein,Rente kann sehr bös das leben verändern.Die Rentenerwartung ist manchmal etwas zu hoch.Ist die Rente dann durch,kommt das häufige Problem.Sozialhilfe.
Es gilt immer die Regel,Reha vor Rente.Rente bedeutet manchmal Isolation,sozialer Abstieg,Rückzug aus dem gesellschaftlichen Umfeld.Ich vertrete keinen Rententräger,hatte mit denen genug Stress für die Bewilliging der beruflichen Reha.Die Kassen sind einfach leer.Der Ton ist lauter,der Umgang rauher.Geld ist immer ein Streitfaktor gewesen und wird es bleiben.Ich denke,dass die Ausführungen reichen sollten um zu verstehen,wie ich es meine.Viele mit MB quälen sich zur Arbeit hin ,seit Jahren.Davor ziehe ich den Hut und habe Achtung vor soviel starkem Individualcharakter.Ständig ist die Angst da,die Leistung zu schaffen.Kämpfen ist wichtiger als alles andere.

Definition für Rentenanspruch bei MB

Die Definition ist ja eine Festlegung mit Gültigkeit.Das kann ich nicht selber festlegen.Ich kann lediglich aus meiner Sicht darlegen,was ich darunter verstehe.

Wer gesundheitlich eindeutig nachweislich keine Möglichkeit hat,sich durch Arbeit den Lebensunterhalt selbst zu sichern,dem sollte Rente zuerkannt werden.Die Grobform war das aus meiner Sicht.

Ich kann nicht Urlaub machen,im Garten buddeln,Party machen und parallel läuft der Rentenantrag.Das würde ich nicht korrekt finden.
Einzelne Beurteilungspunkte kann nur der Fachmann aufführen,der ich nicht bin.Viele Faktoren spielen da eine Rolle.Sicher wird es da auch bindende Aussagen zu geben.

Es soll sich hier niemand auf den Schlips getreten fühlen, ich habe hier niemanden persönlich angegriffen,es geht hier nur um meine eigene Sichtweise,die vieleicht etwas anders ist.Was jeder für sich selber macht,ist grundsätzlich Privatangelegenheit.

Liebe Grüße an alle von Bodo