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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bitte um aktive Mitarbeit – Fragebogenkatalog für eine Zertifizierung



a1
03.09.2004, 13:56
Liebe DVMB-Forum Mitglieder,

für den Entwurf eines Fragebogenkataloges ist die aktive Mitarbeit der Bechterew-Forum-Besucher erforderlich.

Der Technische-Überwachungs-Verein Süddeutschland (TÜV) hat mit der Gesellschaft medizinischer Assistenzberufe in der Rheumatologie e.V. (GmAR) einen Vertrag zur Erarbeitung von Kriterien für eine Zertifizierung abgeschlossen. Der Arbeitskreis RheumaZert der GmAR wird nun unter Mithilfe der unterschiedlichsten Berufsgruppen (Ärzte, Physiotherapeuten, Medizinische Bademeister, Ergotherapeuten, ect.) einen Fragebogenkatalog erstellen. Dieser Fragebogenkatalog wird die Grundlage einer zu zertifizierenden Einrichtung (z. B. KG-Praxis – Schwerpunkt Rheuma, Arztpraxis – Schwerpunkt Rheuma, etc.) sein. Ein ausgebildeter Mitarbeiter des TÜV wird nun in die zu zertifizierende Praxis gehen, um vor Ort den Fragebogen abzuarbeiten.

Fragen könnten z. B. sein:

Ist der Zugang zur Praxis behindertengerecht?
Sind die Stühle im Wartezimmer behindertengerecht?
Ist die Qualifizierung der Mitarbeiter für Rheumapatienten vorhanden?
Gibt es einen Schlingentisch?
Gibt es einen Schlingenkäfig?
Gibt es Lagerungskissen?
Ist die Praxis sauber?
Sind Bälle, Seile, Gummibänder, etc. vorhanden?
In welchem Zustand sind diese Geräte?
.......
Mir wurde nun die Aufgabe übertragen, einen Fragenkatalog zu entwerfen, der sich aus der Sicht von Patienten ergibt. Ich bitte nun, mir Vorschläge von Fragen zukommen zu lassen, um daraus den gewünschten Fragenkatalog zu erstellen. Ich hoffe, Sie fühlen sich angesprochen und unterstützen mich in den Bemühungen für Morbus-Bechterew-Patienten, geeignete Kriterien zu erstellen, mit dem Ziel, zukünftig einen höheren und auf die Patienten abgestimmten Standard in den Praxen zu erreichen. Denn, wenn wir nicht wissen, was wir brauchen, wer soll es dann wissen! ... aber dieses Wissen müssen wir formulieren.

Liebe Bechterew-Forum-Besucher, bitte unterstützen Sie uns.
Vielen herzlichen Dank im voraus,

Ihr Ludwig Hammel
Geschäftsführer
E-Mail
(DVMB@bechterew.de)

Gast_02
03.09.2004, 14:42
Hallo Herr Hammel,

ich finde das eine Praxis keinen Schlingentisch oder -Käfig haben muss, dies sollte der Physio überlassen werden.
Bei einem Rheumaarzt wäre Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Belegschaft wichtig und nimmt der behandelnde Arzt sich die Zeit zum Untersuchen, oder ist es 0815 Abfertigung.
Wie sieht es aus mit Verschreibung von Anwendungen und Medikamenten aus.
Was auch sehr wichtig wäre das Fachwissen des Arztes.

Ansonsten finde ich die Fragen angemessen.
Schönen Gruss

Uwe
:o

Captain Kirk
03.09.2004, 17:17
Eine sehr wichtige Frage sollte meiner Meinung nach sein

-Wird dem Patienten beim An und Auskleiden geholfen
-Sind Duschen vorhanden(insofern ein Zentrum)

Andrea
03.09.2004, 18:50
Vielleicht ein Knochendichtemessgerät beim Rheumatologen ? Denn wenn dieses Gerät eine Kassenzulassung hat, kann es über Kasse abgerechnet werden.


Andrea

Werner
03.09.2004, 20:03
Hallo Herr Hammel,

ich kann mich nur den Worten vom Uwe anschließen,vorallem aber sollte die
Physio- Praxis ein gutes Wissen über MB haben. Ich denke da sind noch nicht alle Orte gut versorgt.

Auch bei sogenannten Fachärzten ist man oft...nein sehr oft nicht gut aufgehoben. Da brauch ich mich nur in Duisburg umsehen, wo es sehr große Lücken auf diesem Gebiet gibt.

Ich habe es selbst erlebt, daß man sich mit der Therapeutin besser über MB unterhalten kann, als bei einem Facharzt.


Schöne Grüße und viel Erfolg
Werner

Ulmka
03.09.2004, 21:54
Hallo Herr Hammel,

für mich wäre wichtig, dass sich sowohl Ärzte als auch Therapeuten regelmäßig - am besten mehrmals im Jahr - zum Thema Rheuma / MB fortbilden, denn ein Arzt, der vor 15 Jahren mal die Zusatzausbildung zum Rheumatolgen gemacht hat und danach keine Fortbildung mehr, der kann ja gar nicht wissen, wie er uns helfen kann!

Wichtig wäre auch, dass der Arzt im Gespräch auch Beschwerden registriert (und im Computer notiert!!!), die erstmal scheinbar gar nichts mit MB zu tun haben, denn hier im Forum kristallisiert sich ja sehr oft heraus, dass auch 'alltägliche Zipperlein' sehr oft bei MB/Rheuma gehäuft auftreten!

Aber auch die Stühle im Wartezimmer und im Untersuchungszimmer sollten unter die Lupe genommen werden. Aus den sehr beliebten Freischwingern (z. B. bei meinem HA) komme ich im Schub nämlich gar nicht mehr hoch.... Feste Stühle mit Keilkissen wären da z.B. viel besser!

Wichtig ist auch eine gute Terminplanung, denn gerade MB-Patienten können ja nur schlecht lange still im Wartezimmer sitzen.

Beim Radiologen (MRT) oder Nuklearmediziner (Szintigraphie) wären Lagerunskissen besonders wichtig, da man dort ja lange still auf dem Rücken in den Geräten liegen muss - danach meckern meine ISG immer ganz gewaltig, weil eben bisher keine oder nur sehr flache Lagerungskissen da waren.

In einer KG-Praxis wäre mir die Vielfalt der möglichen Behandlungen wichtig (Ball, Theraband, Bobath-Rolle, Trampolin, Fahrrad-Ergometer, Elliptical Crosstrainer, Gewichtetraining, Sprossenwand, Schaukel.....)

Liebe Grüße

Lydia

r.klute
04.09.2004, 04:52
Hallo,

noch ein paar Fragen, völlig unsortiert:

Erreichbarkeit (ÖPNV, PKW)
Parkplätze
Kompetenz der Mitarbeiter
Qualitätsmanagement
organisatorischer Ablauf in der Praxis
Urlaubsvertretung
telefonische Erreichbarkeit (auch am Wochenende)
Terminvergabe (wie viel Wochen im Voraus)
freie Sprechstunde ohne Anmeldung
Öffnungszeiten (späte Termine für Berufstätige)
durchschnittliche Wartezeit
wie groß ist das Wartezimmer
genügend Sitzplätze
Belüftung
Spielecke für Kinder
Abstellmöglichkeit für Kinderwagen
welche Laborleistungen
zusätzliche Leistungen (Igel-Liste)
Rezeptanforderung per Telefon
Gruß
Rainer :)

Sonnenschein
04.09.2004, 09:10
Sehr geehrte Herr Hammel,

im großen Ganzen schließe ich mich den anderen an.

Ganz wichtig, ist für mich daß auch ein gutes aufklärendes Gespräch mit den Patienten nach Diagnosestellung stattfindet.

Die meisten haben unter Umständen, vorher nie etwas von MB gehört, da ist es wenig hilfreich mit einem Päckchen Tabletten und dem Hinweis, daß man sich die demnächst auch vom H. Arzt verschreiben lassen kann, wieder sich selbst überlassen wird. ( So geschehen, bitte nicht böse sein. Sachlicher konnte ich es nicht schildern, und beziehe mich nicht nur auf eigene Erfahrungen).

Mit freundlichen Grüßen
Sonnenschein

Gaby
04.09.2004, 12:32
Sehr geehrter Herr Hammel,

da in den vorhergehenden Beiträgen bereits alles Wichtige erwähnt wurde,begnüge ich mich mit einer Zusammenfassung der gewünschten Anforderungen.Ich werde mit dem für uns alle wichtigsten beginnen:

>>Ganz wichtig, ist für mich daß auch ein gutes aufklärendes Gespräch mit den Patienten nach Diagnosestellung stattfindet.<<

Des weiteren wurde in einem der Beiträge erwähnt,dass es wünschenswert sei,dass der Arzt die vorgebrachten Beschwerden seiner Patienten auch aufschreiben möge.Ich möchte das entschieden unterstützen.Hätte ausserdem der behandelnde Arzt sowohl die Möglichkeit,als auch die Zeit,den gesammten Krankheitsverlauf mit allen bis dato stattgefundenen Untersuchungen und Untersuchungsergebnissen von einem zentralen Computer abzurufen - z.B. Krankenkasse - wäre manche Diagnose schneller gestellt.Der Aufwand,um dies zu ermöglichen,würde durch die eingesparten Kosten an Diagnostik - Krankenhausaufenthalt - unnötigen,weil nicht krankheitsspezifischen,Kuren etc. bei weitem wieder hereingewirtschaftet.

So,nun zur Übersicht :

1)Erreichbarkeit (ÖPNV, PKW)

Parkplätze

behindertengerechter Zugang (Aufzug?)

Abstellmöglichkeit für Kinderwagen



2)Qualitätsmanagement :

A)Fachwissen von Arzt und Personal

Kompetenz/Qualifizierung der Mitarbeiter (z.B. wichtig : regelmässige Fortbildung - Thema Rheuma)

B)Organisatorischer Ablauf in der Praxis :

Öffnungszeiten (späte Termine für Berufstätige)

Terminvergabe (wie viel Wochen im Voraus)

freie Sprechstunde ohne Anmeldung

durchschnittliche Wartezeit

telefonische Erreichbarkeit (auch am Wochenende)

Rezeptanforderung per Telefon

Urlaubsvertretung



3)Anforderungen -

A)an Arzt und Personal :

Kompetenz

Bereitschaft zuzuhören und zu registrieren

Freundlichkeit

Hilfsbereitschaft - (z.B. beim An-und-Ausziehen)



B)Diagnostik :

welche Laborleistungen zusätzliche Leistungen (Igel-Liste)

Knochendichtemessgerät



C)an Räumlichkeit :

>>Allgemein : Sauberkeit

>>a)Wartezimmer

Belüftung

genügend gross

genügend Sitzplätze

behindertengerechte Sitzmöglichkeiten

Keilkissen

Spielecke für Kinder

>>b)übrige Räume:

behindertengerechte Umkleidkabinen

behindertengerechte Toilette

Duschmöglichkeit



D)Anforderung an Gerätschaften :

guter Zustand der Geräte

genügend Geräte :

-Bälle,Seile,Therabänder,Lagerungskissen


E)vielfältige Möglichkeiten: z.B.

Schlingentisch,Schlingenkäfig,Schaukel,Sprossenwan d,Trampolin,Elliptical,Gewichtetraining,Fahrrad-Ergometer,Crosstrainer,

Mit freundlichem Gruss Gaby

sfonia
16.09.2004, 10:13
Wenn QM und die damit verbundene Zertifizierung wirklich gelebt wird, erübrigen sich viele Fragen, leider ist oft dem nicht so. Da wird was hingeschrieben und keiner hält sich daran, bis die nächste Zertifizierung ansteht. Wenn hier richtig aufgeklärt würde......., aber die meisten tun QM als Kostenfaktor und Schikane einfach ab. Dabei ist es gutes Instrument zur Eigenkontrolle und Verbesserung. Am Anfang steht natürlich eine menge Arbeit an, aber dann läuft es ( sollte) automatisch.

Schulungen sind ein sehr wichtiger Punkt. Das sollte beim Arzt selber und den Mitarbeitern sehr streng überprüft werden.

Hygiene: Bei manchen Praxen sollte man lieber nicht genauer in die hintersten Winkel schauen. mehrfache Desinfektion der Toiletten am Tag mit Eintragungen wann zuletzt dort sauber gemacht wurde.-Sind auch ansteckende Patienten im Wartezimmer und benutzen die Toilette.-

Patientenfreundlichkeit: sollte selbstverständlich sein ( ist oft nicht so)
Den Patienten ernst nehmen und unterstützen.
Termine so planen, das lange Wartezeiten vermieden werden. - ist machbar-


Erreichbarkeit mit Öffentl. Verkehrsmitteln, Parkplätze in unmittelbarer Nähe der Praxis, sind bei Praxen, welche überwiegend mit Gehbehinderten und schmerzenden Patienten umgehen, ein Muß.

Notdienste einrichten, welche am Wochende zu erreichen sind (die auch Ahnung haben.)

Ich könnte noch mehr schreiben, wird dann aber ein Roman. Wollen wir es erstmal dabei belassen.

gruß sfonia

Micky
21.09.2004, 10:18
Das wäre mir das wichtigste bei meinem Arzt, dass er mich nicht allein lässt so nach dem Motto: da können wir nichts dran machen, keine Ahnung, das Ende der Fahnenstange oder gar "das kann nicht sein".
Zeit haben und an den Worten des Patientin nicht zu zweifeln. Ewige Wartezeiten sollten auch nicht sein.........Schmerzen melden sich nicht immer vorher an.
Das ewige sich rechtfertigen für Behandlungen die nötig sind könnte auch gerne entfallen. Wir sitzen leider oft beim Arzt aber wirklich nicht weil es uns Spaß macht und wir nichts anderes zu tun haben. Wir würden auch gerne auf all das verzichten aber das geht leider nicht. Das Gefühl ein Bittsteller zu sein beim Arzt ist wirklich besch........

Gruß Micky und Philip :engel: :jump:

Katrin
24.09.2004, 11:29
Hallo,

ich will hier nur mal das Thema "Infomaterial" ansprechen.

Wenn man die Diagnose bekommt, gibt es oftmals auch ausführliche Infos. Aber jeder weiß, daß davon wenig hängenbleibt, wenn man erst mal mit den vielen Fachbegriffen, Prognosen und Therapiemöglichkeiten konfrontiert wird.

Mir persönlich wäre zum Beispiel wichtig, daß ich zum Krankheitsbild zumindestens einen Hinweis auf weiterführendes Infomaterial bekomme, bzw. Infoblätter beim Arzt zu den häufigsten Krankheitsbildern ausliegen.

Viele Grüße

Katrin

trombone
10.10.2004, 16:13
Hallo Herr Hammel,

denkbar wären auch noch folgende Fragen:

- sind die sanitären Einrichtungen behinderten/rheumatiker gerecht?
- wie lange dauert es einen Eilttermin zu bekommen?
- Freundlichkeit des Personals (ist allerdings immer ein subjektiver Eindruck)
- telefonische Erreichbarkeit des Arztes?
- wird zurückgerufen?
- sehr wichtig finde ich auch (wie schon häufiger geschrieben) alle Arten der Erreichbarkeit
- ist der Arzt/Physiotherapeut auf den "neusten Stand" der Rheuma-Medizin und nimmt er regelmäßig an Fortbildungen teil?
- hat der Arzt noch andere "Steckenpferde" (z.B. Orthopädie, Schmerztherapie etc.)
- führt der Arzt auch Operationen aus
- wie leicht erhalte ich im Bedarfsfall eine Überweisung zu einem anderen Facharzt (z.B. Radiologe, Neurologe, Orthopäde etc.)?
- kann ich mich in der Praxis mit einem Rollstuhl fortbewegen - oder kann ich die Praxis wg. fehlendenen Fahrstuhl/Treppen/zu engen Fluren gar nicht erreichen?
- in welcher Entfernung zur Praxis liegen die Parkplätze/Behindertenparkplätze?
- Wartezeit bis zum Erst-/bzw. Folgetermin?

liebe Grüße
Birgit

Rosine
27.10.2004, 21:13
Was mir noch so spontan einfiele:


Ist die Praxis nicht nur per Telefon und Fax, sondern auch per e-mail erreichbar ? (war schon häufiger in Situationen, wo telefonieren nicht ging und ich liebend gerne eine Mail oder SMS geschickt hätte, um z.B. eine Verspätung von mir anzukündigen).

hannilein
28.11.2004, 18:37
Hallo Herr Hammel,

da es ja um eine Zertifizierung des TÜV gehen soll, finde ich, dass die Freundlichkeit des Personals (wie wichtig sie auch immer ist) nichts zu suchen hat. Wie Freundlich oder Sympatisch ich jemanden finde, ist immer subjektiv. Ein Zertifikat sollte aber objektivierbar sein. Die objektiven Dinge sind zum größten Teil schon genannt worden. Was vielleicht noch Erwähnung finden könnte (betrifft aber fast nur Zentren), werde ich immer vom gleichen Arzt behandelt, oder sehe ich jedes Mal einen anderen (z.B. weil das Semester rum ist) - bzw. wie häufig findet ein Wechsel statt?
Gibt es z.B. die Möglichkeit, im Wartebereich Getränke zu erhalten?
Wie ist es mit der Diskretion bestellt, bei der Anmeldung (können andere Patienten mithören, wenn ich mit der Arzthelferin was zu besprechen habe), beim Arzt oder in der KG-Praxis? Wird ein BASDAI, DAS und/oder HAQ gemacht?

Lieben Gruß aus Hannover
Kathrin