Vollständige Version anzeigen : Fachvortrag Schmerz
Hallo zusammen,
wer aus dem südhessischen Raum kommt, könnte sich vielleicht für diesen Fachvortrag interessieren:
Neuropsychosomatische Aspekte von Schmerz:Möglichkeiten der Bewältigung
Chronischer bzw. psychosomatischer Schmerz (beispielsweise bei einer Fibromyalgie) ist oft mit seelischen Schmerzen gekoppelt. Er ist (auch) eine Verarbeitungsstörung im Zentralen Nervensystem und nicht nur in der Körperperipherie, wo der Patient seine Symptome lokalisiert. Und: er kann - ebenso wie die entsprechende neuronale Aktivität in den "Schmerzzentren" des Gehirns - durch Worte und Gedanken beeinflusst bzw. kontrolliert werden. Diese neuen neurobiologischen Erkenntnisse und Konzepte können dem Patienten in einer hilfreichen Psychoedukation erklärt werden. Prof. Dr. Rüegg - Autor des erfolgreichen Buches "Gehirn, Psyche und Körper - Neurobiologie von Psychosomatik und Psychotherapie" (2007 in 4. Auflage bei Schattauer-Verlag erschienen) – führt in die neurobiologischen Grundlagen des Schmerzempfindens ein und erläutert, wie durch psychotherapeutische oder psychoedukative Interventionen hilfreich unterstützt werden kann.
Prof. Dr. med. Johann Caspar Rüegg, geboren 1930 in Zürich, wo er auch Medizin studierte und seine Dissertation bei dem Hirnphysiologen und Nobelpreisträger W. R. Hess schrieb. Studium der Biochemie und Promotion an der Universität Cambridge, Habilitation am Heidelberger Max-Planck-Institut für Medizinische Forschung, 1964/65 Senior Research Officer an der Universität Oxford; danbach Wissenschaftlicher Rat und Professor am Institut für Zellphysiologie der Ruhr-Universität Bochum tätig. Von 1973 bis 1998 Ordinarius und Leiter des 2. Physiologischen Instituts der Universität Heidelberg. 1974 Adolf-Fick-Preis für Verdienste in Physiologie. Seit 1985 Adjunct Professor in Physiologie an der Universität Cincinnati (Ohio) und seit 1998 korrespondierendes Mitglied der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften. Seit seiner Emeritierung im Jahr 1998 beschäftigt er sich jenseits seiner Fachgebiete Zellphysiologie und Herz-Kreislauf-System intensiv mit einer neurobiologisch fundierten Psychosomatik.
Kosten:
für WB-Teilnehmer kostenlos, Gäste zahlen 15 €
Zeit:
17:00 – 19:00 Uhr
Veranstaltungsort: Hanau
Quelle: Homepage praxis-institut für systemische beratung
Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die Vorträge dort immer sehr gut sind. Ich werde hingehen, gut aufpassen und berichten, sofern ich mir den Inhalt merken kann!! :o
Schöne Grüße
Seisa
Hallo Seisa,
das hört sich sehr interessant an und ich würde mir das gerne mal anhören. Leider ist Hanau viel zu weit weg von Berlin.
Also nimm Dir bitte Schreibzeug mit :D.
Übrigens findet der Vortrag am 28.04.2010 statt ;).
LG Heidi
Ups, genau, das Datum sollte ja von Interesse sein!! ;o
Das lohnt sich in der Tat nicht von Berlin aus...
Aber ich geb mein Bestes, mitzuschreiben!!
("Den Adolf-Fick-Preis für Verdienste in Physiologie" ist ja auch mal ne interessante Auszeichnung...)
Zu diesem Thema passt ein Newsletter von DocCheck, den ich heute in der Praxis bekommen habe:
von Vlad Georgescu 09.04.2010
Morphine: Auf Dauer ein Enttäuschungsmittel
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Opioide wirken bei Patienten mit chronischen Schmerzen und ohne Tumor nur wenig besser als andere Medikamente, so neue Studien-Auswertungen. Ärzte müssen umdenken - eine neue Leitlinie könnte die Ära der vermeintlichen Wundermittel beenden.
Die Untersuchung der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS) dürfte den Praxisalltag vieler Allgemeinmediziner in Punkto Schmerztherapie wesentlich verändern. "Von zu großen Hoffnungen auf die Wirkung von Opioden bei chronischem Schmerz müssen wir uns verabschieden und uns mehr auf schädliche Nebenwirkungen wie Suchtpotential, Aufmerksamkeits- und Antriebsstörungen konzentrieren", erklärte Christoph Stein, Direktor der Klinik für Anästhesiologie der Charité und Freien Universität Berlin und Mitglied des DGSS-Expertengremiums.
Der vernichtende Befund basiert auf harten Fakten. Vor fünf Jahren hatte die DGSS bereits eine S3-Leitlinie zur Langzeitanwendung von Opioiden bei nicht tumorbedingten Schmerzen (LONTS) in Auftrag gegeben. Für die Analyse und Bewertung wurde aus 16 deutschen Fachgesellschaften und Patientenverbänden ein 35-köpfiges Experten-Team gebildet, das „nach strengsten wissenschaftlichen Maßstäben“ die hochwertigsten Studien aus über 960 Veröffentlichungen in wissenschaftlich begutachteten Fachzeitschriften auswählte. Darin wurden über 18.000 Patienten in randomisiert, doppelblind und kontrolliert durchgeführten Vergleichen untersucht. Diese Daten wiederum analysierten die Fachleute nach der Cochrane-Methodik. Dabei verglichen die Experten mit Hilfe von statistischen Verfahren die schmerzstillende Wirkung von Opioiden und ASS-ähnlichen (NSAIDs) Medikamenten. „Bei Langzeitanwendung erwirkte jedes dieser Medikamente für sich alleine zwar eine statistisch signifikante, aber insgesamt nur relativ geringe Schmerzlinderung“, resümiert heute die DGSS die Crux mit den Opioiden.
Die Erkenntnisse erwiesen sich als so tiefgreifend, dass die Fachleute nach den festgelegten Regeln der Arbeitsgemeinschaft wissenschaftlicher medizinischer Fachgesellschaften (AWMF) neue Behandlungsempfehlungen für Patienten mit chronischem, nicht durch Tumorerkrankungen verursachtem Schmerz entwickelten. Darin empfehlen sie mitunter, die Medikation „für jeden Patienten individuell festzusetzen und immer auch begleitende Maßnahmen wie Problemlösestrategien, Verhaltens- oder Physiotherapie einzusetzen“.
Je stärker, desto wirkungsloser?
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Das Papier hat es ohnehin in sich. "Das Ergebnis dieser S3-Leitlinie wird die Fachwelt noch lange beschäftigen", schätzt Rolf-Detlef Treede, Präsident der DGSS. Denn vor allem die vermeintlich besonders stark wirksamen Opioide linderten außerhalb ihres klassischen Anwendungsbereichs wie Schmerzen nach Operationen und Tumorschmerzen die Pein der Patienten „nicht wesentlich besser als andere Medikamente“. Im Gegenteil: Bei länger dauernder Einnahme schwächt sich die Wirkung der Opioide laut DGSS „offensichtlich sogar eher noch ab“. Von einer Daueranwendung mit opioidhaltigen Analgetika sollten Ärzte so oder so absehen, wie die Leitlinien unmissverständlich darlegen. "Nach umfangreichen systematischen Datenerhebungen an über 2400 Patienten mit CNTS in 10 unkontrollierten Studien ist es bisher nicht gelungen, die Wirksamkeit opioid-haltiger Analgetika bei Anwendungszeiträumen von länger als drei Monaten mittels publizierter Daten aufzuzeigen", heißt es dazu in dem Papier. Als noch katastrophaler erweist sich der Studie zufolge ein weiterer Aspekt: Über die für eine Neuzulassung von Medikamenten vorgeschriebene Anwendungsdauer von drei Monaten hinaus liegen so gut wie keine Daten vor.
In einzelnen Fällen könnten Patienten mit neuropathischen Schmerzen von Opioiden profitieren, wie die Leitlinien erklären. Für Migräne hingegen sei die analgetische Wirksamkeit von Opioiden zum Beispiel nicht belegt. "Fest steht: Opioide sind bei nicht-tumorbedingten Schmerzen nicht die erste Wahl", resümiert daher Treede.
Alternativen gibt es allemal. Gegen Nervenschmerz beispielsweise stehen laut Leitlinie Anti-Epileptika und Anti-Depressiva als wirksame Mittel zur Verfügung. Für die Bekämpfung von Gelenkschmerzen wiederum seien nichtsteroidale Antirheumatika (NSAID, wie ASS oder Ibuprofen) und Coxibe die bessere Wahl.
Wer als Arzt trotzdem an der Wirkung der Opioide festhält darf seinen Patienten wenigstens eine ganz andere Darreichungsform empfehlen: Joggen. Denn die bei Ausdauerlauf ausgeschütteten Endorphine - körpereigene Opioide – fördern die Schmerzunterdrückung des Organismus, indem sie die Schmerzweiterleitung in den Nervenbahnen und im Gehirn beeinflussen. Was das genau bedeutet, erklärten Forscher der Nuklearmedizin, Neurologie und Anästhesie der Technischen Universität München sowie der Universität Bonn vor rund einem Jahr, nachdem sie diesen Prozess weltweit zum ersten Mal visualisiert hatten: „Die vermehrte Produktion von Endorphinen durch Ausdauerlauf könnte dem Körper also auch als körpereigenes Schmerzmittel dienen“.
Das hört sich nicht so toll an, vor allem nicht für die, die keine NSAR mehr vertragen....
Liebe Grüße :knuddel:
Lydia
Hallo zusammen,
recht herzlichen Dank für die Infos.
Schade, daß Hanau so weit weg ist.....aber Seisa, ich hoffe, daß Dein Gedächtnis sehr gut ist.
Alles Gute
Uedeke :)
schleckerlecker
10.04.2010, 08:37
Hallo Ihr Zwei,
danke, daß ihr uns wieder mal so umfassend informiert. Den Vortrag in Hanau würde ich mir auch gerne mal anhören, aber leider ist das auch nicht bei mir ums eck.
Grüssle
Karola
Huhu!
Habe gerade gesehen, dass die Ergebnisse und Präsentationen wohl immer auf der Homepage zum downloaden eingestellt werden, werde es dann im Auge behalten und informieren, wenn da der Fachvorstrag erscheint.
Gruß
Seisa
Sodele,
nun war ich heute beim Vortrag zum Thema neuropsychosomatische Aspekte von Schmerz. Natürlich war das ganze hochkomplex und sehr medizinisch, aber doch sehr interessant, um mit dem gefühlten Simulantentum abzuschließen und mit dem Mythos Psychosomatik = „eingebildete Phänomene“ aufzuräumen. Denn tatsächlich laufen im Gehirn neuronale Prozesse ab, die dem bloßen Eingebildeten widersprechen. Sie sind Tatsache und in bildgebenden Verfahren bestätigt. Ich fasse mal hier zusammen, was hängen geblieben ist, aber natürlich ohne Gewähr, hoffe, das halbwegs richtig wiederzugeben!
Psychosomatische Schmerzen haben oft psychosozialen Stress oder Traumatisierungen, häufig frühkindlich, als Ursache. Stress schmerzt, chronischer Schmerz wird zum Stressor, der Schmerz wird im Schmerzgedächtnis gespeichert. Schmerz löst Muskelverspannungen aus, Muskelverspannungen verursachen noxische Reize, die dann wiederum die Neuronen im Rückenmark erregen und wieder Muskelverspannungen auslösen. –Also ein Teufelskreis, eine Chronifizierung. In bildgebenden Verfahren kann man diese „Schmerzmatrix“ sehen.
Schmerzmatrix im Gehirn:
Schmerzaffekt „Tut es weh?“ in einem Hirnareal A. Gyrus Cinguli
Somatosensorischer Cortex: „Wo tut es weh?“ (Schmerzlokalisierung)
Diverse Hirmbezirke 1. und 2. sind in der Bildgebung wesentlich stärker aktiviert, sofern der Schmerz subjektiv als stärker empfunden wird, auch wenn die Schmerzrezeptoren gleichermaßen stimuliert werden.
Schmerz, bzw. die neuronale Hirnaktivierung für Schmerz kann auch entstehen, ohne dass die Schmerzrezeptoren überhaupt gereizt werden. So kann z.B. alleine durch Suggestion oder Hypnose eine Schmerzprozess ausgelöst werden. Phantomschmerz entsteht auch im Gehirn und ist im Schmerzgedächtnis gespeichert. Hier entstehen sogar neuroplastische Veränderungen im Gehirn.
Das Schmerzgedächtnis produziert aus der Erinnerung psychosomatische Schmerzen, die oft früher erlittenen Schmerzen ähneln. Wenn z.B. jemand durch einen Unfall an der HWS verletzt wurde, wird das u.U. später sein Wunder Punkt sein, der bei Stress als erstes wieder aktiviert wird und schmerzt.
Mehr als die Hälfte aller Patienten mit chronischen Schmerzen sind in der Kindheit auf irgendeine Weise traumatisiert worden. Bei 50 % der Patienten mit chronischen Schmerzen durch Verkehrsunfälle liegt auch oft eine Posttraumatische Belastungsstörung vor, die wiederum Stress verursacht und somit die Chronifizierung der Schmerzen wieder ankurbelt.
Nun war die Frage, ob „gelernter Schmerz“ durch psychotherapeutische Aufarbeitung und „ Extinktionslernen“ in einer Expositionstherapie gelöscht werden kann.
Als wirksam erweisen sich natürlich Schmerzmittel, „sprechende“ Medizin und Placebos, sowie Ablenkung. –Wobei hier die sprechende Medizin gemeinsam mit den Placebos genannt wird. Dem Ganzen entgegen wirkt dann wieder ein möglicher sekundärer Krankheitsgewinn, der das Aufrechterhalten des Schmerzes fördert.
Schmerz wird durch positive Affekte reduziert! Die Schmerzempfindlichkeit wird reduziert. Bei positiven Gefühlen werden opioide Rezeptoren im Gehirn blockiert, folglich sind endogene Opioide im Spiel, die gegen den Schmerz förderlich sind.
Schmerz macht Stress (negativer Affekt, gute Gefühle sind reduziert). Die Stresswirkung wirkt sich auch wieder auf das endogene opioide System aus, aber diesmal negativ. Daher: Schmerz verursacht Lustlosigkeit und Depression. Durch Freude und gute Laune werden wiederum endogene Opioide freigesetzt, die Schmerz hemmen. Folglich ist es ganz wichtig, in der Schmerztherapie Komorbidität wie Depressionen zu behandeln und „positive Energien“ unbedingt zu fördern. Und das kennen wir ja alle, ist man depressiv, leidet man noch mehr unter seinen Schmerzen. Man bildet sich das dann aber nicht ein, sondern es läuft eben nachweisbar im Gehirn tatsächlich so ab. Wenn also ein Arzt auch zur Psychotherapie rät, dann hält der einen nicht unbedingt für bekloppt oder eben einen Simulanten, sondern er könnte es eben bestenfalls genau auf diese depressive Komorbidität abgesehen haben, die sinnvoler Weise, wie man aus den Ergebnissen der Neurobiologie sehen kann, bekämpft werden sollte.
Bei Fibromyalgie sind generell cerebrale Opioidrezeptoren reduziert, also noch wichtiger, auch an der depressiven Psyche zu arbeiten.
Placebo / „sprechende“ Medizin: Bei der Erwartung auf eine Schmerzhemmung wird mehr Dopamin und endogene Opioide ausgeschüttet. Wenn ich also optimistisch an die Behandlung rangehe, dann wirkt sie auch besser. Und wenn der Arzt mir einen Placebo eben als toll und wirksam verkauft, gibt’s den gleichen Effekt. Wenn ich hingegen aber (z.B. aufgrund meiner Biografie und Gelerntem) eh davon ausgehe, dass mir nichts hilft und die Ärzte es eben auch nicht schaffen, mir zu helfen, dann wird es eben auch eher daneben gehen, weil eben die endogenen Opioide nicht ausgeschüttet werden. Beim Placebo wird der Präfrontale Cortex aktiviert. Das ist der Bereich, der für Lernen, Weiterentwicklung usw. zuständig ist. Dass heißt, wird der eben durch Placebos positiv aktiviert, dann potenziert sich das Ganze und lässt quasi Wachstum und Entwicklung zu. Der Präfrontale Cortex ist auch bei der Traumatherapie wichtig, weil er durch neu gelernte Erfahrungen neue neuronale Bahnungen knüpft und sich förderlich auf die Überwindung von Traumatisierungen auswirkt. –Und Traumatisierungen sind ja nun wieder oft ursächlich für die Entstehung von Schmerz!
Fazit: Positive Erwartungen (Zuversicht, Hoffnung) können die Leiden einer chronischen schmerzhaften Erkrankung lindern.
Aus diesen Erkenntnissen heraus hat man die Neurofeedback-Technik entwickeln, die aber leider noch nicht angewandt wird. Mit funktionaler Echtzeit-Kernspintomografie wird Schmerz aktiv „weggedacht“. Das ganze passiert mit operanter Konditionierung, wie man sie aus der Verhaltenstherapie kennt. Schmerz kann so gelernt und auch verlernt werden.
Ein wichtiger Aspekt ist hier wieder der sekundäre Krankheitsgewinn, der auch durch diese Technik verstärkt werden kann. Z. B. habe ich vielleicht im der Kindheit gelernt, durch „Aua“ mehr Aufmerksamkeit zu bekommen, dafür nutze ich nun meine Erkrankung oder ich halte mir so das Recht zum Egoismus aufrecht, etc. pp. –Das wäre dann ein sekundärer Krankheitsgewinn, der u.U. dazu beitragen könnte, dass ich gar nichts verlernen will. Durch den sekundären Krankheitsgewinn wird die Schmerzmatrix sensibilisiert, das passiert auch bei der Fokussierung auf Schmerz.
Methoden, die in der Schmerzbekämpfung sinnvoll sind: Schmergedächtnis löschen, Umlernen, neune heilsame Erfahrungen sammeln (durch Psychotherapie), depressiver Komorbidität entgegenwirken, Wellness, Entspannung, Stressbewältigung, ggf. Traumatherapie, Zuversicht und Selbstwirksamkeit fördern, Ablenkungsstrategien erlernen, Biofeedback (Beeinflussung der Schmerzmatrix).
Leider wird eine entsprechende komplexe Therapie mit Neurofeedback noch nirgends angeboten, aber ich denke, dass einige Schmerztherapeuten und Psychotherapeuten schon danach arbeiten. Und ich habe den Eindruck dass die Neurokognitive Therapie, wie sie gegen Bechterew helfen soll, genau in diese Richtung abzielt!
Zur Neurobiologie und Immunsystem wurde gesagt, dass eine Vagusreizstimulation (Parasympathikus) dazu führt, das irgend etwas (was ich mir nicht merken konnte…) im Körper ausgeschüttet wird, das bösartige Immunbotenstoffe hemmt. Bei Stress wir der Sympathikus aktiviert, der wiederum den Parasympathikus hemmt und es somit verständlich ist, dass bei Stress eben negative Immunprozesse aktiviert werden.
So, das war nun ne ganze Menge, ich hoffe, das war ansatzweise verständlich und richtig wiedergegeben…
Empfohlen werden folgende Bücher des Referenten Herrn Rüegg, die für uns sicherlich sehr interessant sein könnten: „Mind & Body: Wie unser Gehirn die Gesundheit beeinflusst“ und „Gehirn, Psyche und Körper“, worin es u.a. auch darum geht, wie unser Gehirn und Psyche die Gesundheit beeinflussen kann: etwa Entzündungen und die körpereigene Abwehr von Infekten usw.
Gute Nacht!
Seisa
Danke für die Mühe, Seisa!
Ich finde es ziemlich klar was du schreibst und so langsam wird mir klar, das mein HA ein richtig ausgefuchstes Kerlchen ist. Der fragt mich nämlich schon seit 20 Jahren wie es mir geht, ob ich Beziehungsstress oder Ärger bei der Arbeit habe und ich alte Kampfsau hab ihm immer nur die körperlichen Symptome geschildert.
Aber die lange Arbeitsunfähigkeit hat mir doch in vielen Punkten die Augen geöffnet.
Smody
Ja, ich finde das echt interessant. Wenn man das mit der Tierwelt vergleicht, dann gibt es da auch Parallelen. Der Hund leckt auch bei einer stumpfen Traumatisierung seine Wunde. Jetzt habe ich nicht mehr den Eindruck, dass er das tut, weil ihm nichts anderes einfällt, sondern weil er sich dabei an sich selbst "liebevolle Handlungen" unternimmt und damit Selbstheilung aktiviert. Auch Katzen schnurren ja ganz doll, wenn sie verletzt oder schwer krank sind. Die Vibrationen durch Schnurren und vielleicht auch die Verknüpfung zum eigentlichen Wohlfühlritual lösen dann Selbstheilungsprozesse aus. Das ist wie wenn man schlecht gelaunt vorm Spiegel steht und sich anlächelt, das hebt automatisch die Stimmung, ob man will oder nicht, der bloße Bewegungsvorgang mit den Mundwinkeln aktiviert da etwas.
Wenn man das tierische nun auf den Menschen überträgt, dann ist es im Prinzip genau das, was Mama beim Kind macht, das sich den Kopf angedotzt hat. Sie macht "Ei" und streichelt über die Stelle. Somit wendet sie eine liebevolle Handlung an, die vielleicht neurobiologischdie Verknüpfung zum eigentlichen Streicheln herstellt und somit endogene Opioide freisetzt. Wenn man das weiterspinnt, müßten eigentlich Menschen, die in der Kindheit nicht so viel "Ei" erfahren haben oder im "Aua" nicht ernstgenommen wurden, schlechtere Ressourcen haben, endogene Opioide freizusetzen. Andersherum könnte zuviel "Ei" aber auch wieder den sekundären Krankheitsgewinn stärken... Sehr verzwickt... Ich komme jedenfalls aus einer Familie, wo "Ei" nicht soo viel Raum hatte und Krankheit eher wenig Platz hatte. - "Nicht so anstellen, Zähne zusammenbeißen, Du brauchst nicht zum Arzt, geht von alleine wieder weg!"...
Aber: Wir hier im Forum machen ja quasi ein kollektives "Ei", folglich tragen wir wuderbar dazu bei, dass wir alle positiv bestärkt unsere endogenen Opioide freisetzen. -Das ist doch mal ein tolles Ergebnis!!
Liebe Grüße
Seisa
Mäusematz
01.05.2010, 12:03
Hallo Seisa,
Danke für den sehr informativen und guten Beitrag den Du für uns zusammen gestellt hast.Ich finde man kann sehr viel für sich daraus ziehen und auch bewirken.Es ist jedenfalls eine Hilfestellung im Umgang und Leben mit einer chronischen Erkankung.
L.G.v Mäusematz
Hallo Lydia,
vielen Dank für Deinen Beitrag und Deine Mühe, uns alles verständlich rüberzubringen.
LG Ramona
ahhh,
sehr interessanat seisa....
danke für den hinweis und die infos......
Uli Dörwald
05.01.2011, 23:04
Zu diesem Thema passt ein Newsletter von DocCheck, den ich heute in der Praxis bekommen habe
Finde ich ganz und gar nicht ;)
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