Vollständige Version anzeigen : Palindromer Rheumatismus
Hallo,
ich habe eine Frage an die "die draskommen":
ich habe in meiner Krankengeschichte den Ausdruck Palindromer Rheumatismus gefunden, kann aber damit null anfangen.
Hat jemand eine Ahnung was das ist?
Ciao,
Nelly
Hallo Nelly,
unter palindromen Rheumatismus versteht man die Bezeichnung von palindrom = wiederkehrend. Es handelt sich dabei um eine entzündlich-rheumatische Gelenkerkrankung, bei der es in unregelmäßigen Abständen zu Gelenkentzündungen kommt (Arthritis), die von selber nach einiger Zeit wieder verschwindet, dann aber auch wiederkehren kann. Der palindrome Rheumatismus selber ist eine zwar in den Schüben unangenehme, mittel- und langfristig aber relativ harmlose rheumatische Erkrankung, da es bei ihm nicht zu Veränderungen der Gelenke und zu dauerhaften Funktionsbeeinträchtigungen kommt.
Bei etwa einem Drittel der betroffenen Patienten ist allerdings ein palindromischer Rheumatismus die Vorstufe einer chronischen Polyarthritis. Das Risiko, aus einem palindromischen Rheumatismus eine chronische Polyarthritis zu entwickeln, ist erhöht bei denjenigen Patienten, bei denen im Blut der Rheumafaktor nachweisbar ist.
Der palindrome Rheumatismus wird üblicherweise symptomatisch behandelt, d.h. mit der Gabe von cortisonfreien Entzündungshemmern (nicht-steroidale Antiphlogistika) in den Phasen, in denen eine Arthritis besteht. Manchmal wird auch der Einsatz von Cortison notwendig.
Wenn die entzündlich-rheumatischen Schübe bei einem palindromischen Rheumatismus sehr häufig auftreten, sollte die Entscheidung zu einer langwirksamen antirheumatischen Therapie getroffen werden. Die Auswahl der dafür zur Verfügung stehenden unterschiedlichen Präparate richtet sich nach Krankheitsintensität, der Ausprägung des Befundes und möglicher Begleitmanifestationen und Begleiterkrankungen im Einzelfall.
Bei prognostischer eher günstiger Einschätzung reichen Antimalariamittel aus; bei prognostisch eher ungünstiger Einschätzung sollte auch bei einem palindromen Rheumatismus aggressiver behandelt werden, vor allem immer dann, wenn der Übergang in eine chronische Polyarthritis befürchtet wird oder bereits erste Anzeichen dieser Erkrankung bereits bestehen (z.B. entsprechende Röntgenveränderungen an den Gelenken). In diesem Fall sollten wirksamere langwirksame Antirheumatika eingesetzt werden, z.B. intramuskulär verabreichte Goldpräparate (Goldtherapie) oder auch Methotrexat.
Ich hoffe das ich dir weiterhelfen konnte.
Lieben Gruss
Uwe
:dance:
Hallo Uwe,
ich habe es mir halb gedacht, dass Du eine Antwort finden wuerdest... vielen Dank!
Da ich seronegativ bin kann ich darauf hoffen, dass es sich nicht zu einer Polyarthritis mausert.
Der Sch... am ganzen ist es kommt wie angeworfen, bin dann total futsch (schoener Ausdruck, he?), wie es gekommen ist verschwindet es wieder.
Danke nochmals,
Nelly
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