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Vollständige Version anzeigen : Frei machen, bitte!


Monika
26.02.2010, 10:30
Aber nur im Kopf :D

Die Arztbesuche in Deutschland sind mit 18 mal pro Jahr nicht mehr zu toppen.
Ich denk mir so - autsch, da komm ich ja auch schon ran, und dass ist mir gar nicht recht.

Und dann frage ich ich mich, wie schon so oft, wie viele Arztbesuche sind eigentlich notwendig?

Bechterew ist zugegebenermaßen eine sehr schmerzhafte Erkrankung - aber zum Glück nicht (direkt :) ) tödlich.

Da sie chronisch ist - gibt es doch eigentlich nur eins - sich besser damit zu arrangieren, denn als chronisch Kranker ist man ja zwar immer oder sehr oft krank, aber man kann es sich doch trotz allem teilweise sooo schön machen.
Wir haben auch gesundes um uns und an uns und wir haben Kraft und auch etwas schönes in uns.

Ihr kennt das alle - ein Arztbesuch - 3 Überweisungen zu Fachärzten und Ober - Oberfachärzten - zugegeben, dass d a u e r t, bis ein Termin frei ist - und dann - sie finden zwar was, aber es passiert meistens weiter nichts, außer das man noch eine "Krankheit" mehr hat, von der man sonst nichts wissen würde :( .

Uuuund? Was bringt das?

Manchmal bekommt man dann noch ein Medikament mehr, und wenn man davon Bluthochdruck bekommt, dann eben noch eins, und wenn einem davon übel ist, gibts da auch noch 'ne (scheinbare) Lösung.

Ich möchte zwar wissen, woran ich bin - aber geht das nicht mit weniger Aufwand?
Und vor allem nicht mit so viel Bange machen?

Wir müßen alle (oder wir erkaufen uns unsere Freiheit mit 10 Euro) erst zum Hausarzt, aber der weiß dann auch nicht, was er machen soll, denn er stellt ja die vom Facharzt verordneten Medikamente nicht in Frage - und da muß man warten - mit seinen neuen Pillen, Spritzen, etc - bis man scheintod ist, oder sie selbst absetzen und sich beim nächsten Facharztbesuch eine "Packung" abholen :D

Also stell ich mir noch mal die Frage - was das bringt?!

In diesem ganzen Dilemma steckt vor allem eins, und dass ist die ständige Beschäftigung mit Krankheit.

Krankheiten von gestern (denn man muß dem Doc ja berichten - er fragt)
Krankheiten aktuell (logisch)
Krankheiten von morgen werden dann gleich auch mitpräsentiert (neue kuriose Verdachtsfälle und wahrscheinlich hat die Oma das auch noch)

Das kann nicht gut sein!
Das muß zwangsläufig noch kranker machen - und es kann sein, dass man sich der ganzen Maschinerie arg ausgeliefert fühlt.

Ja ja - es ist schwer, zu unterscheiden, ob es zwingend notwendig ist nun gerade ein Notfall zu sein, oder ob man auch getrost bis Montag warten kann, und den dicken Zeh solange kühlt?
Vielleicht ist der Zeh dann gar nicht mehr dick :p

Es ist in manchen Dingen wirklich schwer - jeder sollte gehen wenn nur der Verdacht auf etwas Bedrohliches besteht - Herz - Lunge - Kopf ... - oder auch zu starke Schmerzen.

Alles andere hat Zeit - denn wir sind noch gaaaanz lange krank!

Wieso ich das schreibe?
Weil ich dafür plädiere, das wir uns gesunder fühlen könnten, wenn wir uns nicht so oft "freimachen" :D
Das ist doch ----- der gläserne nackische Mensch eben.

LG und ein schönes Wochenende!
Moni

Seisa
26.02.2010, 17:01
Naja, wenn wir uns wirklich häufiger im Kopf frei machen würden, dann würden wir uns auch seltener frei machen müssen! Ich denke, dass der ganze Kopfballast schon dazu beiträgt, den Arzt mehr konsultieren zu müssen. -Stress, Angst vor Problemen mit dem Arbeitgeber wegen der Gesundheit, das Aufschieben der eigenen Sorge um sich und Pflege der Gesundheit, weil ja so viele andere Dinge drum herum vermeindlich wichtiger sind als man selbst... Also: Mehr Psychohygiene und Körper... ne, -Hygiene passt da jetzt nicht, ich meine Körperfürsorge statt blank ziehen!!

Monika
27.02.2010, 09:44
auf Kopf :D

SMODY
28.02.2010, 07:39
Ein klares " Jein"! Einerseits kenne ich das Gefühl, das man sich viel kranker fühlt, wenn man sich viel mit der Krankheit beschäftigt.
Andererseits können manche Diagnosen, wenn sie denn mit einer vernünftigen Behandlung verbunden sind ,eine wahre Erlösung sein. Ich z. B. fühle mich wie neu geboren seit die Schilddrüse gut eingestellt ist.
Und seit ich entschieden habe die Gebärmutter entfernen zu lassen. Vor 20 Jahren ,als die Ärzte das wollten und ich nicht, wäre es eine Katastrophe für mich gewesen und die Nebenwirkungen ganz anders.
Wenn man ( wie ich im Moment, aber sicher nicht dauerhaft) in der komfortablen Situation ist sich sein Leben nach den eigenen Kräften einteilen zu können, dann kann man sich so manchen Arztbesuch sicher sparen.
Wenn man aber Anderen wie Arbeitgeber, Familie oder den eigenen Erwartungen immer meint Rechenschaft zu schulden, dann muss man sich von Arzt halt " funktionsfähig" machen lassen.
Und ich fahr jetzt zur Notfallambulanz und lass mir ´Spritze Cortison in den Popo jagen. Nicht weil ich muss, sondern weil ich keinen Bock mehr habe auf Ischiasschmerz und knackende, scheuernde Hüfte.
Smody

Monika
28.02.2010, 08:46
na klar ist es super, wenn eine Krankheit behandelt werden kann, so dass es einem wieder gut geht!

Ich glaub, ich kann gerade nicht so richtig erklären, was ich damit meine :o , habe spontan geschrieben, sollte man nicht tun .

Solche Dinge meinte ich aber auf keinen Fall, wieso sollte man sich mit der Schilddrüse ärgern, oder mit dem Ischias, wenn man das gut behandeln kann - das wäre ja blöd.

Es ist wohl so, dass ich mich immer noch schwer damit tue, chronisch krank zu sein und damit umzugehen.
Und das wiederum hat damit zu tun, dass es so lange gedauert hat bis zur Diagnose, und dass ich mir jetzt häufig Gedanken mache - gehe ich zum Arzt oder nicht.

Bei akuten eindeutigen Sachen ist das eben einfacher.

Zugzwang, zB zum Gutachter müßen oder erklären, warum man dies und das nicht kann und dafür einen stichfesten Grund zu haben, oder meint den haben zu müßen, usw undsofort ist sicher ein Punkt für uneffektive häufige und irgendwie gezwungene Arztbesuche.

Doofes Thema - gerade hier in diesem Forum, wo wir ja quasi öfter mal zum Arzt müßen.
Ich ja auch.

LG und hoffentlich hat deine Popo Spritze gewirkt.

SMODY
28.02.2010, 11:24
Hey Moni,
geht so, mit der Popospritze.Bin heute abend zum Essen eingeladen, das lasse ich mir doch nicht entgehen!
Was ich sagen wollte ist folgendes: ich kann mit Situationen wie Krankheit, Stress am Arbeitsplatz oder mit diversen Behörden , Beziehungschaos, Familie usw. besser umgehen wenn ich das Gefühl habe, ich kann die Situation beeinflussen oder verändern. Wenn ich mich also für eine bestimmte Behandlung entscheide, wie z. B. das MTX als Spritze, vertrage ich es auch besser.
Aber für manche Entscheidung braucht man halt auch das Forum, ich wär nie auf die Idee gekommen das die Schilddrüse mich so fertig macht. Andererseits kann "zuviel" Forum auch dazu führen, das man in Panik verfällt und sich alles mögliche einbildet. Zumindest bei mir.
Smody

SMODY
28.02.2010, 14:17
Und der Arzt in der Notfallambulanz hielt wohl nix von Cortison oder es war alle. Er hat mir Lidoject, also Lidocain gespritzt. Nach der 10. Spritze war ich ziemlich am jaulen, aber jetzt geht es.
Wer hat Erfahrung damit?
Smody

wessi
01.03.2010, 01:34
Hallo Ihr,

kenn ich auch wenn man sich zuviel damit beschäftigt wird man krank, hehe.
Klar sind wir ja schon, Fakt ist einfach dass wir dem hausarzt nen besuch abstatten sollten, bevor Facharzt usw. ne Überweisung gibts quasi nur gegen die 10 Euro, nicht jeder Mensch geht automatisch zum Arzt bei Schmerzen, auch nicht bei chronischen, selbst da find ich mich wieder, ich musste erst lernen zu sagen, heut geht es mir schlecht usw. das doofe ist das Gesundheitssystem, keine freie Arztwahl mehr, zuviel Arztbesuche durch Hausarzt vorher, und das mit den Gutachtern etc. ist richtig, bei dem immer wieder frei machen und abtatscheln lassen wird man erst krank, seh ich auch so, und Problem erkenn ich auch wie Moni, es ist einfacher bei Zahnschmerzen oder anderen eindeutigen Sachen nen Arzt aufzusuchen, und die Mittel / Behandlungen die es dafür gibt sind auch überschaubar, nicht wahr ? Und das allerschärfste ist eben die Gesundheitspoliti wegen der rennen wir noch viel mehr zum Arzt bis zu einer Diagnose, denn der eine Facharzt sagt sich die Diagnose soll der nächste stellen, ist mir zu teurer ( Budget ) und dass man sich krank fühlt allein weil man soviele aufsuchen muss und immer wieder neu erzählen muss, zig Aufnahmen seines Körpers sich antun muss usw. das nervt, das meint Moni vielleicht.



@ Smody, das Mittel hab ich noch nie gehört, gute Besserung dir.

gruss René

Monika
01.03.2010, 10:19
ja - sowas alles meinte ich !

Gutachter zB, die gucken, wie oft man beim Arzt war und bei wem, aber das ist doch nicht entscheidend, denn jeder, mit egal welcher Krankheit, hat ein unterschiedliches Arzt - geh - Verhalten.

Bei manchen bricht da die Panik aus, verständlich, wenn es um die Existenzsicherung zB bei der Erwerbsminderungsrente geht, und da wird erst mal kräftig geshoppt, in der Hoffnung "brauchbares Material" für Gutachter in den Händen zu halten.
Und - als ob das nicht schon selbstschädigend genug wäre, wird auch noch auf Medikamente verzichtet, damit der Arzt sieht, dass man krank ist.
Das manche Menschen das so handhaben, aus Angst als Hypo abgestempelt zu werden, wirft ein trauriges Bild auf unser System, denn genau d a s ist es, was alles teuer macht, Leute verunsichert.

Und ich persönlich hab gerade wieder Schiß, weil ich nächste Woche zum Neurologen muß.
Ich hab Angst das der was findet - seitdem ich Ü 40 bin, finden die i m m e r was :D
Momentan sieht es aber so aus, als wäre es kein MS (der Verdacht war nicht meine Idee), sondern eine Aura bei Migräne, sehr intensiv und vor allem unverhältnismäßig lange.
Normalerweise sollte die nach einer Stunde weg sein, bei mir aber nicht.

Und dann galoppieren die Gedanken wieder mit mir los .......... hüa! :D

LG Moni

4magda
01.03.2010, 13:12
Ich hab Angst das der was findet - seitdem ich Ü 40 bin, finden die i m m e r was :D

Hallo Moni,

sieh es mal so rum: Er muss was finden. Sonst kommst Du ja nicht mehr und er verdient keine Kohle mehr (auch wenn es nicht viel ist, aber Kleinvieh macht auch Mist).

Ich weiß, als Ü 50 sollte ich auch mal gehen. Was ist aber das Ergebnis: Pillen hier, Pillen da. Wo gibt es eigentlich einen Arzt, der dann (z.B. Hypertonie) mal sagt, vor den Pillen wird erst mal abgenommen und Sport getrieben. Dann sehen wir mal weiter.
Sorry, und dann bin ich noch ein "Privater" und mit dem läßt sich noch Kohle verdienen. Was wird ein Akademiker also sagen, wenn ich bei dem vorbei schaue.:( "Alles nicht so schlimm, aber sie müssen...... und kommen sie wieder am..... und am..... und am.....".

Was wird man dann geistig: natürlich tot krank :heul:

War letzte Woche beim Zahnarzt wegen einem kleinen Problem.
Ergebnis: Zahn behandelt, "Panorama"-Foto aller Zähne, jetzt noch Zahnkosmetik anstehend, derweil Auswertung der Panoramaaufnahme, dann das weitere Vorgehen, was noch alles zu machen ist. Wußte gar nicht, dass meine "Beißerchen" so kaputt sind :D

Gruß
Christian

schleckerlecker
02.03.2010, 06:43
Hallo Christian,

ich habe eine solche Ärztin, die mir für meinen erhöhten Blutdruck nicht gleich Pillen verordnet hat auch wegen meines leicht erhöhten Cholesterin muß ich keine Medis nehmen, würde ich auch in beiden Fällen nicht. Wir sind beide der Meinung sowenig Pillen wie möglich.
Mit den Zähnen, das kenn ich leider auch, aber nützt ja nix, die Dritten müssen es noch nicht sein, daher müssen die Zweiten gut behandelt werden, gell.

Grüssle
Karola

Monika
02.03.2010, 07:29
:D
LG Moni

wessi
03.03.2010, 00:25
Hei Moni,

Erst mal viel Glück beim Neurologen nächste Woche, abwarten, muss nicht gleich was ernsthaftes sein. das mit den Gutachtern ist ein Fall für sich.
Klar geht der eine mehr und der andere weniger zum Doc, genauso ist es mit Fachärzten, die darf man nicht mehr so oft in Anspruch nehmen, aber bei den Gutachtern wird dies negativ gewertet ( man ist nicht krank genug ) und du hast recht, durch diesen ganzen Irrsinn, wird man noch mehr krank und überlegt sich Sachen die nichtz nötig wären, wenn man wüsste die hören zu und schreiben das was man meint. Es wird halt alles in Frage gestellt was man sagt, und hinterher sowieso zu ihren Gunsten ausgelegt, das ist der Wahnsinn, und niemand stoppt ihn. Also alles Gute beim Neuro.

gruss rené

Soltar
03.03.2010, 14:53
Also meine KK-Prämie ist wieder enorm gestiegen! :( Das ist kaum mehr bezahlbar...:(.. überhaupt das ganze Gesundheitssystem...

Das Volks sagte ja eben bei uns mit über 80 % ganz klar "Ja" zur Wiederaufnahme von Komplementärmedizin im Leistungskatalog der Grundversicherung. Ich denke das ist der richtige Weg - das man das stärkt, um auch eine Qualitätsicherung zu erhalten da. Das kostet oft weniger.

Naja, ob es dann nützt - wenigstens schadet es nicht noch... :D

Ich jedenfalls zahle aktuell fast 400 Franken (270 Euro) pro Monat für die KK-Prämie - und dabei meide ich Schulmedizin wos nur geht... aber die Alternativmedizin darf ich dann oft zusätzlich nochmal berappen... :(

Das finde ich irgendwie total verkehrt...

Schöne Grüsse

Soltar

wessi
03.03.2010, 22:14
Ja Soltar,

endlich einen Verbündeten, mit der Aussage das ist kaum mehr bezahlbar geht es mir auch so, weiss nicht wo das hinführt. Immer mehr A-lose, immer weniger Lohn, und immer mehr Erhöhungen, Steuern, Medizin usw. allein der Sprit, den kann sich ein Durchschnittsverdiener gar nicht mehr leisten, ausser er lässt sein Auto stehe, das ist krass. Und das Gesundheitssystem wird langsam zum Desaster.

Gruss René

Soltar
21.03.2010, 17:12
Hallo Wessi

Es ist wirklich krass! Die Wohnungen werden auch immer noch teurer - ältere, bezahlbare, werden renoviert und der Zins angehoben - und wie man jetzt schon vernommen hat, steigen bei uns ende Jahr die KK-Prämien nochmal um satte 5 oder gar 10 %!!! Es geht ins Uferlose...

Dazu muss man aber sagen - Deutschland ist nicht vergleichbar mit der Schweiz - ist ein anderes Lohn-/ Kostenniveau. Aber vielleicht kommts im Endeffekt in etwa aufs Gleiche raus? Ich weiss es nicht. Ihr seid ja auch das "Volk der Eigenheimbesitzer", wobei Deutschland ja auch gross ist, es ist natürlich überall anders - aber ich denke das bei euch Eigenheime doch günstiger sind als hier - weil Boden knapper ist nur das Grundstück schon teuer.

Vom Auto bin ich schon lange weggekommen - und das finde ich auch gut so. Ich habe hier auch wirklich wunderbare Anbindung an den öV. und die grösseren Städte, sowie Flughafen. Und brauch ich mal ein Auto, habe ich diese Mietlösung hier.

Gruss Soltar