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Vollständige Version anzeigen : Vollkorn problematisch?


Soltar
02.10.2009, 14:54
Hallo

Vollkorn gilt ja allgemein als sehr gesund - reich an Ballast- und Schiebestoffen, und wichtig für Verdauung, reich an Mineralien usw. usw.

Dann gibt es aber die andere Seite, die diskutiert wird - ob nicht auch eine gewisse Schädigung durch die Lektine, die darin enthalten sind, möglich ist.

Hier mal Beiträge dazu:


http://www.ugb.de/zentraleElemente/punkte_gruen.gif Entwarnung für Vollkorn


Ernährungswissenschaftler und Beratungsfachkräfte sind sich einig: Produkte aus dem vollen Korn wie Vollkornbrot, Vollkornnudeln oder Naturreis liefern wertvolle Ballaststoffe, Mineralstoffe und Vitamine und wirken sich daher positiv auf die Gesundheit aus. Vereinzelt gibt es immer mal wieder Stimmen, wie z. B. die vom Lebensmittelchemiker Udo Pollmer, die vor dem Verzehr von Vollkornprodukten warnen. Medien wie die Münchner Abendzeitung, das Männermagazin Men`s Health oder das Hessenfernsehen greifen diese in der Hoffnung auf Schlagzeilen bzw. Einschaltquoten unkritisch auf und verunsichern viele Verbraucher. Der Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung e. V. (UGB) stellt klar, dass von der Kritik nur wenig zu halten ist.

http://www.ugb.de/zentraleElemente/einpunkt_gruen.gif Mineralstoffbindung durch Phytinsäure überbewertet

Ein Vorwurf lautete, dass Vollwert-Ernährung häufig zu einem Zinkmangel führe. Als Begründung wird die Mineralstoff bindende Phytinsäure angeführt, die in den Randschichten von Getreide sitzt. Tatsächlich bildet Phytinsäure mit Eiweiß und Mineralstoffen wie Eisen, Calcium oder Magnesium sowie Spurenelementen wie Kupfer, Zink oder Mangan Komplexe - so genannte Phytate. Im Vergleich zu Produkten aus Weißmehl liefert jedoch nur das volle Korn überhaupt relevante Mengen an wertvollen Mineralstoffen. Die Gießener Vollwert-Ernährungsstudie mit Schwangeren zeigte, dass Vollwertköstlerinnen besser mit Zink, anderen Mineralstoffen und Vitaminen versorgt sind als Mischköstlerinnen. Auch eine Studie, bei der die Zinkversorgung von Vegetariern mit der von Mischköstlern verglichen wurde, ermittelte eine etwa 30 Prozent höhere Zinkaufnahme der Vegetarier. Das glich die geringere Verfügbarkeit von Zink aus pflanzlichen Lebensmitteln aus, so dass die Zinkversorgung von Vegetariern und Mischköstlern unterm Strich gleich war. Verschiedene küchentechnische Verfahren wie Einweichen, Keimen oder Teigzubereitung können den Phytatgehalt zudem vermindern. Bei Brot aus Roggenvollkornmehl und -schrot lässt sich unabhängig von der Art der Sauerteigführung ein vollständiger Phytinsäureabbau nachweisen. Auch in Weizenvollkornbroten aus Hefeteig ist immerhin die Hälfte der unerwünschten Verbindung abgebaut.
Untersuchungen belegen zudem, dass beim Einweichen von Getreideschrot über Nacht (ca. 10 Std.) je nach Vermahlungsgrad und Getreideart etwa 20 Prozent des Phytins gespalten werden. Je feiner das Schrot, je niedriger der pH-Wert und je länger die Einweichzeit, umso mehr Phytin wird abgebaut. Die geringe Phytinreduktion als Argument gegen Frischkornmüsli anzuführen und stattdessen zu erhitzten Flocken oder Müslimischungen zu greifen, stellt zumindest hinsichtlich des Phytingehaltes die schlechtere Alternative dar. Denn erhitzte Flocken oder Müslimischungen liefern immer den vollen Gehalt an Phytin. Ob diese Verbindung überhaupt schädlich wirkt, ist ohnehin umstritten. Denn die Phytinsäure zeigt auch gesundheitliche Vorteile: Sie wirkt sich regulierend auf den Blutzuckerspiegel aus und scheint eine günstige Rolle bei erhöhtem Blutfettspiegel zu spielen. Sehr wahrscheinlich senkt eine hohe Phytatzufuhr außerdem das Risiko für Dickdarmkrebs.
http://www.ugb.de/zentraleElemente/einpunkt_gruen.gif Enzyminhibitoren vermutlich sogar gesundheitsfördernd

Vollkorn soll zudem durch so genannte Enzyminhibitoren eine vollständige Stärkeverdauung verhindern. Bakterien im Dickdarm würden die teilweise unverdaute Stärke dann zu hochgiftigen Fuselalkoholen vergären, die Darm und Leber schädigten. Tatsächlich gibt es bestimmte Enzyminhibitoren im unerhitzten Weizenkorn, die möglicherweise die Stärkeverdauung bremsen. Diese Wirkung wird jedoch eher positiv bewertet. Denn dadurch wird vermutlich der Blutzuckeranstieg verlangsamt, was insbesondere für Diabetiker von Vorteil ist. Außerdem zeigen z. B. Vegetarier, die mehr Enzym hemmende Substanzen(Protease-Inhibitoren) aufnehmen, ein geringeres Risiko für Brust-, Prostata- und Dickdarmkrebs.
Die Bildung von Fuselalkoholen wird zwar immer wieder diskutiert, doch negative Folgen für die Gesundheit sind wissenschaftlich nicht belegt. Nur bei einem erkrankten Darm ist denkbar, dass sich die Mikroflora derart verschiebt, dass bestimmte Bakterienarten Fuselalkohole produzieren könnten.
http://www.ugb.de/zentraleElemente/einpunkt_gruen.gif Lektine für Gesunde kein Problem

Gewarnt wird derzeit auch vor Lektinen, insbesondere aus dem Weizenkeim. Diese Eiweißverbindungen sollen Entzündungen im Darm hervorrufen, die Durchlässigkeit der Darmwand verstärken und das Gleichgewicht der Darmflora stören. Dadurch können angeblich Bakterien und andere Fremdproteine ins Blut gelangen und Allergien und Autoimmunerkrankungen auslösen. Lektine kommen als sekundäre Pflanzenstoffe in einer Vielzahl von Obst- und Gemüsearten, in Kartoffeln, Hülsenfrüchten und Getreide vor. Sie dienen den Pflanzen als natürliche Abwehrstoffe vor Fraßfeinden und können beim Menschen Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen. Die meisten Lektine verlieren durch Hitze, das heißt beim Kochen, Backen usw. ihre Aktivität. Seit langem ist beispielsweise bekannt, dass grüne Bohnen und Hülsenfrüchte nur erhitzt verzehrt werden dürfen.
Die angeblich negativen Folgen von hitzestabilem Weizenkeimlektin werden unter anderem mit einer Studie an Mäusen begründet. Die Nager, die große Mengen Weizenkeimlektin erhielten, zeigten nach zehn Tagen eine vergrößerte Bauchspeicheldrüse und stark geschädigte Dünndarmschleimhäute. Bisher gibt es jedoch keine Beweise, dass das Lektin auch beim Menschen Krankheiten verursacht. In Fachkreisen wird aber diskutiert, ob Lektine eventuell einige Krankheiten verstärken können. Dazu zählen beispielsweise Rheuma oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn.

http://www.ugb.de/zentraleElemente/einpunkt_gruen.gif Das Fazit des UGB: Vollkorn bleibt empfehlenswert

Der UGB empfiehlt, sich nicht von unseriösen und vereinfachten Aussagen verunsichern zu lassen. Die Abbildung des Totenkopfsymbols aus Getreidekörnern in einer Publikumszeitschrift ist nicht nur schlechter Geschmack, sie verbreitet Angst - und noch dazu völlig unbegründete. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind Vollkornprodukte für gesunde Menschen aufgrund ihrer wertvollen Inhaltsstoffe uneingeschränkt positiv zu bewerten. Zahlreiche Studien haben bestätigt, dass das Risiko für zahlreiche Krankheiten bei Vollkornliebhabern deutlich geringer ist. So hatten Personen, die drei Portionen Vollkorn pro Tag verzehrten, ein um etwa 33 Prozent geringeres Risiko für Krebs als Menschen, die sehr wenig bzw. gar keine Vollkornprodukte aßen. Ähnlich sieht es bei dem Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall sowie Diabetes Typ 2 aus. Das bedeutet, dass ein erhöhter Genuss von Produkten aus dem vollen Korn die Gesundheit fördert und nicht etwa schädigt.
Nicht vergessen werden sollte darüber hinaus: Vollwert-Ernährung bedeutet mehr als Vollkorn-Ernährung. Zu einem vollwertigen Speiseplan gehören neben 750-1500 Gramm frischem sowie gegartem Gemüse und Obst täglich etwa 150-200 Gramm Getreide in Form erhitzter Vollkornprodukte wie Brot, Nudeln oder Gebäck. Wer es mag und verträgt, kann zusätzlich 20-50 Gramm Rohgetreide in Form einer Frischkornmahlzeit verzehren. Diese Empfehlung gilt auch weiterhin.


Quelle: UGB

Soltar
02.10.2009, 14:58
Vorsicht, Pollmer! Oder: Vollkorn ist gesund Viele Menschen sind verunsichert: In einer Mixtur aus Halbwahrheiten, Unterschlagungen und unzulässiger Zuspitzung suggerieren verschiedene Medien, Vollkornprodukte seien gefährlich. Jetzt haben seriöse Stellen reagiert und die Fakten ins rechte Licht gerückt. Ihr Fazit: Wer im Rahmen einer ausgewogenen Mischkost regelmäßig Vollkornbrot, Bratlinge oder Frischkornmüsli konsumiert, lebt gesünder.
Die zum Teil reißerisch aufgemachten Medienberichte haben vieles gemeinsam: Sie zitieren verkürzt und einseitig aus wissenschaftlichen Studien. Sie ziehen voreilige Schlüsse, neigen zu unseriösen „Ratschlägen“. Und: Sie verschweigen, dass es eine Reihe von Untersuchungen gibt, die Vollwertköstlern ein geringeres Risiko attestieren, an Krebs, Herz-Kreislauf-Leiden oder Diabetes zu erkranken. Denn die Vollkorn-Gegner gehen großzügig über die positiven Inhaltsstoffe des vollen Korns hinweg, stürzen sich nur auf die vermeintlich gefährlichen Bestandteile in Keimling und Randschichten. Über die Vorzüge von Vollkornprodukten hat Schrot&Korn so oft berichtet, dass sie leider im Heft 2/2002 (Seite 15) zu kurz kamen. Deshalb hier noch einmal die wichtigsten Fakten am Beispiel des Weizens:
Vitamine: In 100 Gramm Weizenvollkornmehl stecken 1.400 Mikrogramm Vitamin E (µg/100g). Beim Auszugsmehl der Type 405 sind es gerade einmal 400 mg/100g, der Verlust beträgt also 71 Prozent. Noch drastischer fällt der Schwund bei den Vitaminen der B-Gruppe aus: z.B: minus 87 Prozent Vitamin-B-1, minus 86 Prozent Niacin und minus 80 Prozent Folsäure.
Mineralstoffe: Vollkorn ist eine wichtige Quelle für Kalium, Magnesium, Eisen und Zink. Auch in diesem Punkt schneidet Weizenmehl der Type 405 wesentlich schlechter ab: Kalium minus 78 Prozent, Magnesium minus 66, Eisen minus 42 und Zink minus 73 Prozent.
Ballaststoffe: Von ihnen sollten Erwachsene mindestens 30 Gramm täglich zu sich nehmen, besser 40 bis 50 Gramm. Da auch sie in den Randschichten enthalten sind, enthält ein Vollkornbrot im Vergleich zum Weißmehlbrötchen fast die siebenfache Menge dieser gesundheitsfördernden Faserstoffe.
Sekundäre Pflanzenstoffe: Sie sind vor allem in den Randschichten und im Keim vorhanden, gehen also bei der Weißmehlproduktion weitgehend verloren. (alle Angaben aus dem Lehrbuch „Vollwert-Ernährung“ von Koerber/Männle/Leitzmann).Wie in vielen Lebensmitteln stehen den „guten“ Inhaltsstoffen auch im Getreide solche gegenüber, die für den Menschen nutzlos zu sein scheinen und theoretisch betrachtet in isolierten, extrem hohen Dosen schädlich sein könnten. Im natürlichen Verbund der verschiedenen Vollkorn-Lebensmittel haben sie aber dem Menschen seit Jahrtausenden nicht geschadet. Denn entweder sind die Mengen derart gering, dass diese Stoffe in solchen Konzentrationen sogar positiv wirken. Oder man hat gelernt, sie durch entsprechende Verarbeitung unschädlich zu machen. Im Falle der Vollkornprodukte stützen die Gegner ihre Argumentation auf drei Stoffgruppen: Phytinsäure, Enzyminhibitoren und Lektine.
Kritiker behaupten: Vollkorn führt zu Zinkmangel
Die Lifestyle-Zeitschrift Men’s Health (Februar-Ausgabe) nennt die Phytinsäure einen „Mineralienräuber“, weil sie mit Mineralien/Spurenelementen wie Zink und Eisen chemische Verbindungen eingeht. Bei Vollwertköstlern werde deshalb häufig Zinkmangel diagnostiziert. Auch der Lebensmittelchemiker und Buchautor Udo Pollmer geht mit dieser Theorie hausieren. Nur durch eine aufwändige Teigführung mit Natursauerteig lasse sich der „Raubeffekt“ neutralisieren. Denn bei diesem Prozess werde Phytin im Roggenmehl zu 80 bis 90 Prozent abgebaut. Aber da es heute in konventionellen Bäckereien kaum noch echtes (nämlich 100%-iges und aufwändig verarbeitetes) Vollkornbrot gebe, rät Pollmer zur Vorsicht. In Bio-Bäckereien sind natursauer hergestellte Vollkornbrote Standard.

Soltar
02.10.2009, 14:58
Studien zeigen: Vollwertköstler nehmen mehr Zink auf
Entgegen den Behauptungen von Men’s Health und Pollmer lässt sich die Annahme einer ausreichenden Zink-Vorsorgung von Vollwertköstlern und Vegetariern wissenschaftlich nachweisen: So zeigte sich etwa in der Gießener Vollwert-Ernährungsstudie mit Schwangeren, dass Vollwertköstlerinnen sogar besser mit Zink versorgt waren als schwangere Mischköstlerinnen. Ein ähnliches Ergebnis brachte eine Untersuchung mit Vegetariern (die sich überwiegend vollwertig ernähren): Diese wiesen eine um 30 Prozent bessere Zinkaufnahme als Mischköstler auf.
Diese Ergebnisse sind nicht verwunderlich, denn im Weißmehl sind ja, wie oben gezeigt, kaum Mineralstoffe drin. Außerdem lässt sich das Phytin-Thema nicht so eindimensional abhandeln, wie es die Vollkorngegner tun. Denn die Randschichten des Getreides enthalten nicht nur Phytin, sondern auch Phytase. Das ist ein Enzym, das die chemischen Verbindungen aus Mineralien und Phytinsäure wieder „knacken“ kann: Zink. Magnesium und Co werden dadurch frei und können vom Körper aufgenommen werden. Allerdings muss die Phytase dazu erst aktiviert werden: durch Einweichen, Ankeimen oder Teigzubereitung. Wiebke Franz, wissenschaftliche Leiterin der UGB-Akademie (Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung) erklärt: „Beim Einweichen von Getreideschrot über Nacht werden etwa 20 Prozent des Phytins gespalten.“ Außerdem sei es ein Märchen, dass Phytin nur durch die dreistufige Natursauerteigführung abgebaut werde. In einer Studie von 1995 werde nachgewiesen, dass in einem Roggenvollkornbrot die Phytinsäure vollständig abgebaut sei – ganz unabhängig von der Teigführungsart. „Sogar in Weizenvollkornbroten aus Hefeteig“, so Wiebke Franz, „werden immerhin 50 Prozent der Phytinsäureverbindungen geknackt.“
Kritiker behaupten: Vollkorn erzeugt Fuselalkohole
Die Zeitschrift Men’s Health schreibt: Aufgrund von Enzym-Inhibitoren in den Randschichten des vollen Korns werde der Verdauungsprozess gestört, dadurch gelange die Stärke des Getreides unverdaut in den Dickdarm. Hier würden sich die Bakterien auf das „Festmahl“ stürzen und Blähungen verursachen. Zudem komme es zur Bildung von Fuselalkoholen, die den Darm und die Leber schädigen könnten. Die Theorie der Fuselalkohole stützt sich auf persönliche Erfahrungen des Mediziners Professor Karl Pirlet.
Fakt ist: Dafür gibt es keine Belege
Wiebke Franz hält dagegen: „Unabhängige Belege für diese Aussagen finden sich in der Literatur nicht.“ Man müsse klar unterscheiden zwischen der Ernährung von gesunden Menschen und einer Diät für Kranke. Es sei denkbar, dass sich in einem erkrankten Darm die Mikroflora derart verschiebe, dass bestimmte Mikrobenarten Fuselalkohole erzeugen. Dies gelte jedoch nicht für Gesunde.
Was die (ungefährlichen) Blähungen betrifft, so sind die Erfahrungen individuell verschieden. Gerade in der Umstellungsphase reagieren manche Menschen empfindlicher als andere auf die für sie noch ungewohnte Kost. „Erfahrungen zeigen“, berichtet Wiebke Franz, „dass Blähungen im Zusammenhang mit Vollkorn insbesondere dann auftreten, wenn gleichzeitig größere Mengen zuckerhaltige Lebensmittel konsumiert werden.“ Unabhängig davon gebe es in der Vollwertlehre keinen dogmatischen Zwang zum Vollkorn-Verzehr. Wer die Produkte nicht vertrage, könne die Menge reduzieren. Oft genügt es jedoch, sehr fein gebackene Vollkorn-Backwaren zu wählen.
Kritiker behaupten: Weizen-Lektin schädigt die Darmwand
Lebensmittelchemiker Udo Pollmer warnt vor Fraßgiften der Pflanze, insbesondere vor dem Weizenlektin, das nach seiner Meinung besonders aggressiv sein soll. Er beruft sich auf Tierversuche, bei denen bei hohen Dosen von Weizenlektin die Darmwand geschädigt wurde. Dadurch würden die Lektine sowie Allergieauslöser in den Blutkreislauf eingeschleust und Autoimmunkrankheiten wie Polyarthritis verstärkt oder sogar ausgelöst.
Fakt ist: Keine schädlichen Effekte beim Menschen
Bei den angeführten Tierversuchen wurde mit extrem hohen Konzentrationen von Weizenlektin gearbeitet. Die Mengen lagen mindestens 100 Mal so hoch wie bei der menschlichen Ernährung mit Vollkorn anzunehmen ist, nämlich bei 500mg/kg Körpergewicht (beim Menschen: 0 bis 5mg/kg).
„Es gibt drei Gründe, warum beim Menschen keine Schädigungen durch Weizenlektine beobachtet werden“, sagt Dr. Bernhard Watzl von der Bundesforschungsanstalt für Ernährung (BfE):
die geringe Menge
eine Schutzschicht des Darms (Epithel), die das Eindringen verhindert
die große Darmfläche, auf der sich die Lektine verteilen. Auch den Autoren der von Pollmer zitierten Studie ist dies nicht entgangen, was aber von Pollmer verschwiegen wird. Die Autoren schreiben, dass der normale Verzehr von Weizenvollkorn im Rahmen einer gemischten Kost mit „keinerlei Toxizität“ einhergehe.


Quelle beide Postings: Naturkost

Soltar
02.10.2009, 15:03
Was jetzt halt bleibt, ist diese Unsicherheit, ob eben bei gewissen Rheumaformen, Colitis Ulcerosa, oder aber Morbus Crohn durch diese Lektine eventuell verstärkt auftreten könnten.

Ich habe da z.B. bei mir noch nie einen Zusammenhang, vielleicht nach Einnahme grösserer Vollkornmengen, festgestellt, werde aber einmal etwas darauf achten.

Nein - in der Regel mundet mir ein gut geschrotetes Vollkornbrot sehr gut, man fühlt sich danach wohl und gesättigt, und kann am nächsten Tag sehr gut sch... aufs Töpfchen. :o

Gruss Soltar

Uli Dörwald
02.10.2009, 20:33
Eines ist immerhin sicher: Udo Pollmer ist Lebensmittelchemiker und muss deshalb von Ernährung nicht viel Ahnung haben. Früher habe ich seine provokante Art und seine Texte sehr witzig gefunden aber inzwischen sind mir Ansichten von Mensch die Ökotrophologie (Ernährungswissenschaft) auf dem Kasten haben sehr viel wichtiger.
Ausserdem brauche ich mir nur seine Figur anzusehen und seine Beziehung zur Bewegung, da weiss ich dass er ein Depp ist. Und das würde ich ihm auch ins Gesicht sagen. Lest lieber die Bücher von Jörg Blech!

Soltar
02.10.2009, 21:04
Falls er mitliest, wird er erfreut sein über deine "Wertschätzung".. :rolleyes:

Ich kenne den Mann nicht. Er hat verschiedene Bücher geschrieben:

"Lexikon der populären Ernährungsirrtümer"

"Wer gesund isst, stirbt früher"

"Esst endlich normal"

Mir kommt das auch eher schräg rein. Aber über Ernährung lässt sich ja, wie schon so oft erlebt, eben streiten. Kürzlich war in einer Gesundheitssendung hier der Fruchzucker am Pranger. Fruchtsäfte soll man nur in Massen geniessen... Tja - das war mir jetzt auch neu...

Gruss Soltar

Quarks
02.10.2009, 22:44
... Fruchtsäfte soll man nur in Massen geniessen... Tja - das war mir jetzt auch neu...
Das ist doch aber nicht neu, Soltar!!!

Es gilt schon immer: Die Dosis macht das Gift! (hat mir schon meine Oma gesagt, wollte ich nur viele Jahre nicht glauben :D, aber bin ja trotz allem lernfähig ...) ;)

Uli Dörwald
02.10.2009, 23:27
In Massen oder in Maßen? Oder auf der Wiesn?

Vor ein paar Tagen war hier in HH eine Verlautbarung im Radio: Der Body-maß-Index 22 sei dummes Zeug, der Zusammenhang zwischen weniger Essen und gesund&alt werden gilt vielleicht für Ratten&Mäuse, nicht aber für Menschen, denn Menschen mit ein paar Kilos zu viel würden weniger krank und würden auch länger leben.
Die Untersuchung sei von 40 unverdächtigen (der Pharmaindustrie nicht hörigen, oder nicht auf der Gehaltsliste stehenden???) Wissenschaftlern gemacht.
Naja, passt schon, hab' ja auch 3-5 Kg zuviel, wie man's nimmt, aber die Folgerungen des Journalisten: All der Verzicht auf Pommes&Co:vergebens!
Wie blöd muss man sein um so etwas zu folgern??? Als bezahlter Mann des Wort&Geistes???

Geht's noch???

Soltar
03.10.2009, 00:24
Ich habe (verdünnter - z.B. mit Eis) Fruchtsaft für mein Leben gern! Apfel-, Trauben-, Birnen-, Grapefruit- ...und viele andere mehr! Ich könnte mich wirklich unentwegt damit "vollaufen" lassen. Wieso das nicht gut sein soll, ist mir noch immer nicht restlos klar. Also in Massen! Auf der Wiesn war ich leider noch nie - habe mich immer mit den Bildern auf BR oder sonstwo begnügen müssen. Das "Gaudi" scheint ja schon gegeben...

BMI 22? Für Leute im fortgeschrittenen Alter wird doch ein BMI bis 26 toleriert...

Bin da ja grad noch drinne.. :)

Gruss Soltar

powerfilou
04.10.2009, 17:19
Hallo Ihr,

da schließe ich mich Euch doch gleich an.
Pollmer ist ein Quacksalber!!!
Ich finde es sehr riskant, wenn solche Bücher auf den Markt kommen und viele ahnungslose Menschen diese lesen und auch noch glauben er habe recht.
Alles in Maßen ist die Divise! theoretisch kann man sich ja z.B. auch mit Salz oder Muskatnüssen umbringen.

Zum Fruchtzucker:
ab 50g Fruchtzucker reagiert der Körper mit heftigsten Durchfällen (bei manchen Menschen). Die haben dann aber noch lange keine Fructoseunverträglichkeit. Das sind dann ganz harmlose chemische Reaktionen. (Fruchtzucker zieht Wasser an, also auch Wasser aus dem Darm und Lumen....)

Der BMI hängt sehr vom Alter und vom Geschlecht ab.
Es gibt aber leider immer noch Quellen, die den BMI so vereinfacht darstellen (ohne Alter und Geschlecht), und da liest man dann z.B. ein BMI ab 18,5 sei normalgewichtig. Dies gilt aber nur für jugendliche!! Bei Frauen ab einem alter von 20 Jahren wäre ein BMI von 18,5 als untergewichtig zu klassifizieren....

Ich wünsche Euch noch einen schönen Abend

Soltar
19.10.2009, 18:34
Resultat

Ihr BMI ist 25.7

Ihr Gewicht liegt im Normalbereich.
http://www-x.nzz.ch/ebalance/images/bmi_skala.gif
Männer 45 - 54 Jahre

Eine Lebensphase, in der Männer wenig Zeit finden, sich um sich selbst, ihr Wohlbefinden und Erholung zu kümmern. Versuchen Sie mit einfachen Regeln wie drei alkoholfreie Tage und zwei bis drei Sporteinheiten pro Woche, das Gewicht zu halten oder langfristig in den grünen Bereich zu steuern. Wenn Sie zudem fünf Portionen Obst und Gemüse in ihre tägliche Ernährung integrieren können, tun Sie ohne grossen Aufwand Gutes für Ihre Gesundheit.


Quelle: x-nzz




Eben - haarscharf. Aber trotz tendenziell weniger werdenden Bewegung, habe ich abgenommen! Hatte beinah 90 kg!


Womöglich eben, wie es ja oben heisst, darauf zurückzuführen, dass man Alkohol konsequent weglässt...


Gruss Soltar