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Vollständige Version anzeigen : Aus dem Bechterew Brief 116 März 09


schleckerlecker
25.03.2009, 16:38
Hallo Zusammen,

habe im neuen Becht.Brief eine interessante Studie gelesen, die leider zu lang ist um sie hier einzustellen.
Die Studie ist von Prof. Dr. phil. Anne Marit Mengshoel, Univ. Oslo.

Krankheitsverlauf
MB - Gute Zeiten - schlechte Zeiten

Auszüge aus dem Bericht, die ich für uns hier für wichtig halte.

Beim MB ist keine sichere Vorhersage möglich. Beschwerdearme Zeiten wechseln mit Schüben ab, die gekennzeichnet sind durch überwältigende Müdigkeit, zur Untätigkeit verdammende Schmerzen und lähmende Unbeweglichkeit. Auch Schwankungen von einem Tag zum anderen kommen vor. Ich wollte wissen, wie sich diese Unterschiede im Alltagsleben auswirken, wie MB Patienten damit umgehen, und unterhielt mich mit 12 MB Patienten.
Von Menschen mit anderen chronischen Krankheiten wusste ich, dass eine Krankheit den Lebenslauf eines Menschen unterbrechen kann, das Alltagsleben zuhause, bei der Arbeit und in der Freizeit und die Pläne für die Zukunft.
Ich wusste, dass eine chron. Krankheit aber auch positive Seiten haben kann: sie kann einem helfen, zu einem neuen bewussteren Leben zu finden, neue Gelgenheiten zu entdecken, sich weiterzuentwickeln und mehr Kontrolle über das Alltagleben zu gewinnen.

Aus dem Interview ergaben sich drei unterschiedliche Situationen:
1. ein normales Leben weiterführen zu können,
2. das Tempo vorübergehend zurücknehmen zu müssen,
3. ein Bruch des normalen Lebens.

Weiterhin ein normales Leben führen

Bewegung ist der Schlüssel, um Steifheit zu vermeiden oder wieder loszuwerden. z.B. indem sie bei Sitzungen Kaffee ausschenken oder Kopien und Computerdrucke verteilen.
Eine andere wichtige Strategie besteht darin, Überanstrengung zu vermeiden, um die Bescherden nicht zu verschlimmern. Das betrifft hauptsächlich Aufgaben, die den Rücken, den Nacken oder die Schultern belasten, z.B. bücken, tragen oder schwere Gegenstände anheben. Das betrifft aber auch die Dauer der Anstrengung.

Das Tempo vorübergehend zurücknehmen

Den schleichenden Anfall von Müdigkeit und Steifheit merkt man morgens beim Aufwachen. Diesen Fall schrieben Patienten einem schlechten Schlaf in der Nacht zu oder Wetteränderungen oder Übertreibungen am Tag davor. An soclhen Tagen sind sie empfindlicher als sonst und tun alles langsamer, um sich zu erholen. Es ist wie das Gefühl, nichs tun zu können. Dann sagt mir mein Körper, dass ich nicht klug gehandelt habe. Man kann sagen, dass ich mich über meinen Körper hinweggesetzt habe und die nächste Woche brauche, um mich zu erholen. Ich muss aufhören, so aktiv zu sein, und weniger tun.

Das Leben mit MB besteht aus einem dauernden Anpassungsprozess des Alltagslebens. Die Patienten hatten das wirksame Verhalten durch Versuch und Irrtum selbst gefunden und waren der Ansicht, dass Ärzte und Therapeuten diesen Prozess erleichtern können.
Dies weist darauf hin, dass im Medizinerwissen für Patienten wichtige Punkte fehlen, und stellt eine Herausforderung sowohl für behandelnde Ärzte dar als auch für die medizinische Forschung.
Die Studienergebnisse könnten die Basis bilden für die Entwicklung und Erprobung eines Rehabilitationsprogramms, das die Beziehung zwischen Alltagverhalten und Krankheitsverlauf einbezieht.

LG
Karola

Anomar
26.03.2009, 15:47
Hallo Karola,
vielen Dank für Deine Mühe.

LG Ramona