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Stephi74
09.03.2009, 13:09
... ich bin neu hier und froh ein Forum gefunden zu haben, in dem ich mich mal austauschen kann.
Ich hoffe ich bin mit meinem Thema hier richtig:)
Mein Problem ist folgendes, ich war bis vor einiger Zeit krankgeschrieben und mache nun eine WiedereingliederungsMaßnahme - bin also im Grunde immernoch krankgeschrieben.
Leider ist es nun so, das ich auf der Arbeit nur dumm angeguckt werde. So von wegen, so krank sieht sie doch gar nicht aus / so ne Simulantin / toll,müssen wir ihr viel abnehmen..etc pp.
Ich weiß nicht ob Euch sowas bekannt vorkommt......
Am schlimmsten ist für mich,das auch mein Chef da mitmacht.
Es hat auch keiner eine Ahnung was eine Wiedereingliederung überhaupt ist, bzw interessiert es auch keinen - genauso ist es mit der Krankheit.
Nach einiger Zeit arbeiten ist der psychische Stress so doll für mich geworden, das ich einen Schub mit starken Schmerzen bekommen hab. Der erste seit ein paar Monaten.
Nun also erstmal wieder ausfalle, bis ich ihn überstanden hab.
Ich wandere nachts durch die Gegend, kann nicht schlafen obwohl ich total müde bin oder aber ich lege mich hin und bin dann nur am nachdenken. Ich könnte den ganzen Tag heulen, erstmal auf Grund der Schmerzen und zum zweiten wegen der Krankheit mit der ich mich leider noch nicht so ganz abgefunden habe.
Hat jemand von Euch ähnliche Erfahrungen auf seiner Arbeit gemacht? Und/oder wie schafft ihr das alles?
Bin einfach total verzweifelt.....:(
Lieben Gruß an alle, Stephi

Zwilling03
09.03.2009, 13:47
Hallo Stephi!! Erst einmal herzlich willkommen hir bei uns. Hir findest du wenn du stöberst viele gute Sache die dir bestimmt weiterhelfen. Und wenn du Fragen hast frag. Es sind alle sehr nett hir. Ist bei dir MB Diagnostiziert worden?? LG Birgit

Seisa
09.03.2009, 14:34
Hallo Stephi,

herzlich Wilkommen hier im Forum! Dein nächtliches Wandern kommt mir bekannt vor, zum Glück habe ich jetzt schon seit fast einem dreiviertel Jahr relative Ruhe und nur leichte Schmerzen... Ich habe das damals meinen Chefinnen genau erklärt, die hatten vollstes Verständnis und schonten mich, bzw. gaben mir die Freiheit, gut für mich zu sorgen. Nun habe ich aber auch einen recht engen Kontakt zur Leitung und ich arbeite im Sozialbereich, da ist es z.T. etwas "familiärer". In welchem Bereich arbeitest Du? Ich denke, dass es ganz wichtig ist, mit welcher Haltung Du auftrittst. Wenn Du verunsichert und ängstlich auftrittst, weil man "es" halt nicht sieht, denken die anderen auch eher "da ist ja gar nichts, das ist psychisch", weil sie Deine Unsicherheit spüren. Leg Dir eine gute Antwort parat, was Deine Krankheit betrifft, damit Du nicht zu viel aber auch nichts zu "Schwammiges" preisgibst. Das Forum hier wird Dir helfen, schnell wieder aus dem Schub zu kommen und einen selbstbewußten Umgang mit der Erkrankung zu finden! Guck besonders mal bei den Alternativen (Ernährung, Gymnastik, Nadelreizmatte, Moorwärmflasche, Nahrungsmittelergänzung, Omega 3, etc.) , ob Du dadurch was erreichen kannst. Denn das Gefühl der Selbstwirksamkeit bei einer chron. Erkrankung ist ungemein wichtig!

Alles Gute!

Gruß

Seisa

Fionn
09.03.2009, 15:38
Hallo Stephi und herzlich willkommen, :knuddel:

ich kenne die Unsicherheiten gegenüber Kollegen, Vorgesetzten und Arbeitgeber. Ich habe mich nach einer Weile dazu entschlossen, die Karten auf den Tisch zu legen und bin sehr gut damit gefahren. Eine Patientenbroschüre über MB hat auch meiner Vorgesetzten geholfen, die Krankheit besser zu verstehen. Ich bekomme Unterstützung. Ich habe aber trotzdem manchmal das Gefühl, dass meine Kollegen das nicht so ganz ernst nehmen. Das ist mir mittlerweile aber schnuppe. Ich bin krank und kenne meine Diagnose, das reicht. Neid und Argwohn gibt es immer. Auch als es um die Anschaffung von anderen Büromöbelm ging, habe ich das gemerkt. Sicher ist es unangenehm, aber du hast dir ja die Krankheit nicht ausgesucht. Vielleicht hilft Aufklärung bei dir weiter?

Wie groß ist denn der Laden, wo du arbeitet? Gibt es einen Betriebsrat oder Schwerbehindertenvertretung?

Liebe Grüße,
Fionn

ranimi
09.03.2009, 16:27
Hallo Stephi,
auch dich heisse ich hier herzlich willkommen. Ich freu mich schon auf deine Beiträge.
lg Brigitte:knuddel:

schnuppelchen
09.03.2009, 16:54
Hallo Stephi,

auch von mir ein http://www.bechterewforum.de/images/icons/birthday.gif HERZLICH WILLKOMMEN http://www.bechterewforum.de/images/icons/birthday.gifim Forum.

Leider ist das mit dem Verständnis der Chefs so eine Sache - man kann leider darauf nur hoffen - erwarten darf man es nicht .
Hattest Du bisher ein gutes Verhältnis zu ihm, dann würde ich zumindest versuchen, ihm die Sachlage zu erklären.

Ich selber habe sehr schlechte Erfahrungen im Hinblick auf die Ehrlichkeit im Bezug auf Vorgesetzte und Erkrankungen gemacht - selbst der, der vorgab , mein Freund zu sein, verwandelte sich in Anbetracht meines aufgrund der Schmerzen nicht mehr so vorhandenen Arbeitseinsatzes , in ein komplettes Rückenende. http://www.bechterewforum.de/images/icons/icon8.gif

Dir aber viel GLück dabei. :dd1

LG, Kerstin

Christine
09.03.2009, 17:03
Hallo Stephi,

auch von mir ein herzliches Willkommen.
Zur Zeit befinde ich mich nach 3 monatiger AU in der Wiedereingliederung, allerdings wissen alle MA über meine Krankheit bescheid und meine Chefin ist selber Rheumatiker, so dass ich hier keine allzu großen Schwierigkeiten habe.
Ich kann mich dem, was Seisa und Fionn schon geschrieben haben, nur anschließen. Such das Gespräch mit Deinem Chef bzw. mit den Kollegen und ich hoffe Du stößt auf Verständnis, wenn nicht dann eben nicht, aber Du hast es versucht und brauchst Dir nichts vorzuwerfen.

LG Christine

Stephi74
09.03.2009, 17:11
Hallo Ihr....danke für die zahlreichen Antworten. Und die nette Aufnahme :danke: Endlich mal Leute die einen verstehen.
Ich werde mich gleich mal um so eine Broschüre kümmern und diese bei uns im Betrieb auslegen.:hoch:
Ich arbeite im Schichtdienst in einem heilpädagogischen Kinderheim und leider habe ich nicht solches Glück mit meinem Chef, wie oben bei Seisa. So manchmal habe ich das Gefühl, ds er sogar der Drahtzieher bei allem ist. Z.B hat er nicht einmal gefragt, was für eine Krankheit ich überhaupt habe , scheint Ihn einfach nicht zu interessieren und wenn die Kollegen fragen und man anfängt es zu erklären, sieht man ganz schnell an den Gesichtern das sie es so genau dann doch nicht hören möchten. Dabei bin ich noch relativ jung und schon mit dieser Krankheit "belastet" da brauch ich solche Leute nicht, die einem zusätzlich das Leben schwermachen.
Mein oberster Vorgesetzter dagegen zeigte schon in einem gewissen Maße Verständnis .Ich denke das viel auch die Unwissenheit über diese Kranheit für das Unverständnis beiträgt, da man einem die Schmerzen ja nicht gleich ansieht und ich auch versuche diese zu überspielen.
Ich höre nun aber mehr auf meinen Körper als auf meinen Kopf( Kopf sagte du gehst trotzdem los, Körper sagte das Gegenteil) umso schneller geht so ein Schub dann vorbei. Mit viel Bewegung, Wärme , etc.
Krankengymnastik mache ich schon regelmäßig und die Ernährung habe ich auch schon etwas umgestellt, aber ganz ohne alles so vegan leben, wie meine Krankengymnastin vorschlug ,möchte ich auch nicht.
Ich habe die Diagnose ja auch erst seit letztem Oktober, bin also noch ein Frischling in all den Sachen.:)
Ach ja, Betriebsrat gibt es bei uns, mit dem stehe ich auch in Verbindung, allein schon wegen der Wiedereingliederung. Dann haben wir noch eine nette Betriebsärztin - diese kennt sich aber in der Materie noch nicht ganz so aus, bemüht sich aber sehr.
Habe nun ja auch schon einen GdB von 30% und dann gleich noch einen Gleichstellungsantrag gestellt um mich abzusichern.
Da ich halt eineige Sachen im Beruf nicht mehr machen kann, was meinen Chef noch zusätzlich ärgert glaube ich.

Lg Stephi

Anomar
09.03.2009, 17:16
Hallo Stephi,
herzlich willkommen auch von mir.
Ich kann komplett nachvollziehen was Du hier schreibst. Leider geht es einigen von uns so.
Ich wünsche dir, das Du Dich über die Ignoranz nicht mehr ärgerst und dich wenigstens hier immer wohl fühlst.

LG Ramona

Seisa
09.03.2009, 18:28
Hallo Stephi,

ich glaube, da würde ich beim obersten Vorgesetzten anfangen, wenn der schon mehr Verständnis zeigt! Vielleicht sickert dann ja seine Haltung auch nach unten durch!!

Gruß

Seisa

Fionn
10.03.2009, 11:04
Hallo Stephi,

du hast ja schon ein paar gute Grundlagen mit dem Betriebsrat, Betriebarzt und deinem höhren Vorgesetzten. Dass die Kollegen und dein direkter Vorgesetzte eher abweisend bis stichelig sind, ist wohl leider nicht ganz zu vermeiden. Für einen Außenstehenden ist MB nun mal nicht nachvollziehbar. Die Kollegen verhalten sich sicher auch eher abwehrend, weil sie mehr Arbeit durch deine Ausfälle hatten oder befürchten oder eine Bevorzugung. Da bleibt dir nichts anderes übrig als dich davon nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Verständnis und Einfühlungsvermögen wirst du nicht erwarten können.

Wichtig ist, dass du psychisch stabil bist und dich von Kollegen nicht gängeln lässt. Wenn die Krankheit sie nicht interessiert, musst du das akzeptieren.

Liebe Grüße,
Fionn :trost:

Stephi74
10.03.2009, 13:30
:( Ach ja, das fällt mir im Moment nicht ganz so einfach. Wahrscheinlich kommt das im Laufe der Zeit.
Ich muss ja selber erstmal lernen mit dieser Krankheit umzugehen, was ja auch nicht gerade einfach ist. Ich sage mir auch ständig, das ich mir diese Krankheit auch nicht ausgesucht habe - wer tut das schon.
Aber im Augenblick merke ich einfach ständig, wie sehr ich es mir zu Herzen nehme. Wie halt das ich Abends nicht einschlafen kann, auch wenn sich die Schmerzen in Grenzen halten, weil ich die ganze Zeit über den gewesenen Tag und/oder den nächsten nachdenke. Ganz oft träum ich sogar schon davon. Und wache davon auf....oder ich krieg Weinkrämpfe und heul mir die Augen aus.
Der einzigste Grund im Moment für mich zur Arbeit zu gehen, sind die Kids dort. Das halte ich mir auch oft vor Augen, denn auch wenn es viel Kraft erfordert diesen Job zu machen und ich diese Kraft halt manchmal nicht habe - geben sie mir doch viel zurück wovon ich dann auch zehren kann.
Naja, ich denke das diese Krankheit stetige Entwicklung meinerseits braucht...und ich will auch versuchen immer schneller zu sein als sie.
Es hilft mir im Moment schon sehr weiter, hier bei Euch zu sein.
Da fühl ich mich schon nicht mehr ganz so allein und ausgegrenzt.
:danke: an Euch alle.

Lieben Gruß, Stephi

Fionn
10.03.2009, 15:25
Es war nicht so gemeint, dass du dich zusammenreißen sollst. Nicht, dass du mich falsch verstehst. :gruebel: Ich weiß, dass es schwer ist, habe die Diagnose auch erst seit Januar 2009 und geheult ohne Ende.

Fühl dich hier im geschützten Raum und wenn du psychologische Hilfe brauchst, ist professionelle Hilfe auch nicht verkehrt. Allein die Diagnose ist schon eine Überlastung und kann zu ernsthaften psychischen Problemen führen. Das nennt man auch Anpassungstörung. Dass einen die Schmerzen und das ganze Elend manchmal zur Verzweiflung treiben, ist "normal".

Du darfst schwach sein...lass dich nur nicht überwältigen.

Fühl dich gedrückt,:knuddel:
liebe Grüße,
Fionn

Alex-w
10.03.2009, 17:33
Hallo Stephi

Da Ihr ja einen BR habt ist auch eine SBV ( Schwerbehindertenvertretung ) vorhanden oder ein Mopppinbeauftragter. Die SBV ist auf jeden fall für dich zuständig. Ach ja wenn keine vorhanden ab 5 Personen mit einer Schwerbehinderung ab einen GdB von 50 oder mit Gleichstellung im Betrieb hat man das recht darauf.
Da ich Jahrelang mit solcher Ignoranz mit Arbeitgeber und Kollegen zu dun hatte kann ich mich sehr gut in deiner Lage versetzen. Du hast Rechte wenn man sie einzusetzen weis absolut wirksam sind.
Solltest Du Fragen haben bitte nicht zögern sie zu stellen.

Ich bin zwar auch neu hier aber werde mich jetzt öfters hier aufhalten da ich Mitlehrweile eine Rente aufgrund meiner Krankheiten bekomme und zeit habe.

Wünsche alles gute
Alex

Seisa
10.03.2009, 17:52
Hallo Stephi,

Fionn hat recht, das wichtigste ist, dass Deine Psyche stabil bleibt! Wenn Du abends nicht schlafen kannst wegen Gedankenkreisen, dann baue Dir Rituale ein: ein Entspannungsbad, ein gutes Hörbuch zum Einschlafen, den Beschützerteddybären in den Arm... Und wenn das nicht reicht, empfehle ich Dir "Baldrian Dispert Nacht" aus der Apotheke, die helfen mir immer wunderbar, wenn die Gedanken nicht aufhören zu kreisen.
Wenn man eine solche Diagnose bekommt, wie wir sie haben, ist das auch immer eine Art Trauerprozess. Und wenn man sich die Trauerphasen anguckt (nach Verena Kast), weiß man auch, dass diese Phasen wichtig sind, man sie durchleben muss, um wieder "normal" zu leben.
Die Trauerphasen sind:
1. Schreck / Erstaunen
2. Verleugnungsphase
3. Wutphase
4. Depression
5. Annahmephase.

Mir hilft es zu wissen, dass diese Phasen normal sind und sein müssen, damit man in die Annahmephase kommt. Egal ob Todesfall, Trennung oder schwere Erkrankung: am Anfang ist man erst mal entsetzt, dann leugnet man es und denkt, das kann gar nicht sein, dann ist man stinkewütend auf Gott und die Welt, dann heult man sich die Seele aus dem Leib und versinkt in der Depression und dann kommt man wieder aus dem Loch gekrochen und stellt fest, dass es sich doch auch so leben läßt und das Leben schön sein kann! Und irgendwann dauern Phase 1 - 4 nicht mehr so lange und die Phase 5 dehnt sich immer mehr aus. Das ist normal und eine für mich gute Perspektive. Alles ist erlaubt und braucht seinen Raum!!

Liebe Grüße

Seisa

Stephi74
10.03.2009, 18:38
Nochmal :danke: an Euch alle.

Ich bin so froh, dieses Forum gefunden zu haben, echt.
Es ist so schön zu wissen, das es da draussen Menschen gibt die nachvollziehen können wie es einem geht. Also im Moment bin ich dann wohl anscheinend in der DepressionsPhase. Habe mir fest vorgenommen übermorgen das Gespräch mit meinem Chef zu suchen. Ihm trotzdem alles nochmal zu erklären, auch wenn es Ihn sicher die Bohne interessiert.
EGAL, dann habe ich es wenigstens versucht. Und dann werde ich weitersehen.
Die Leute um einen herum, können vielleicht auch gar nicht wirklich verstehen was diese Krankheit bedeutet...weil sie sowas nicht kennen. Aber ist es zuviel verlangt, das wenn man selber ein Mensch ist der sich um andere kümmert und mal nach fragt was los ist, sowas auch für sich verlangt?? Anscheinend für viele schon.... bin froh das mein Freund mich zumindest ernstnimmt. Ne Weile hat er das ganze auch nicht wirklich verstanden...aber nun akzeptiert er es und kommt auch mit den Phasen gut klar. Unterstützt mich so gut er kann.
Über Leute wie Ihn, Euch und zb. meine Familie....über solche Leute sollte ich mich freun. Und das will ich auch.
Rituale habe ich mir schon geschaffen:) ich versuche ein gutes Buch zu lesen, Teddy ist natürlich auch überall dabei - so sieht er auch schon aus.
Das mit den Baldrian Tabletten werde ich einmal ausprobieren, hatte andere, die haben aber nicht so gut geholfen. Statt Baden, nehm ich allerdings vor´m zubettgehn eine richtig heisse Dusche. Wahrscheinlich wird alles im Laufe der Zeit besser...wenn ich mich (und die Krankheit )wieder richtig akzeptiere.

Seid alle geknuddelt :knuddel:

Lieben Gruß, Stephi

Ps. Ich werde mal gucken ob es bei uns im Betrieb eine Schwerbehinderten Vertretung gibt. Ansonsten bin ich für weitere Tips sehr dankbar

Emmi
14.03.2009, 23:19
Hallo Stephi,
erstmal willkommen hier.Ich bin auch Bj 74 und komme aus Niedersachsen.
Hast du denn keine Medis die in der Schubzeit anschlagen?
Ich nehme Pirox (demnächst Wechsel auf Arcoxia) und zur Not hab ich noch Metamizol.So schaff ich es immer wieder zur Arbeit.
Da ich selbstständig bin (betreibe mit ner Kollegin eine Kinderkrippe) bleibt mir auch nichts anderes übrig- denn sonst gibts kein Geld.
Aber bei der Arbeit bin ich auch so abgelenkt, daß es subjektiv dann nicht mehr ganz so stark weh tut. Zu Hause habe ich mehr Zeit mich durch Frust noch weiter in die Schmerzspirale zu begeben.
Auf den Medikonsum würd ich gern verzichten- aber so kann ich weiter arbeiten- und das tut der Psyche gut.
LG Emmi

Ulmka
15.03.2009, 00:00
Hallo Stephi,

wie war denn das Gespräch mit deinem Chef? Ich hoffe, er versteht endlich....

Ich hatte noch eine Idee: wenn du möchtest, kannst du vielleicht auch mal Berichte von Betroffenen hier aus dem Forum ausdrucken (das Forum ist ja öffentlich) und deinen Mitarbeitern/deinem Chef zum Lesen geben - vielleicht verstehen sie dann....

Liebe Grüße :knuddel:

Lydia

Stephi74
18.03.2009, 17:04
Hallo Ihr Lieben......

:( Also,das Gespräch verlief sehr einseitig...er hatte nicht wirklich Interesse.
Ein Teil der Kollegen jedoch,zeigte sich sehr interessiert und fand das mit den Info Broschüren total gut.
Naja,im Moment geht es mir sehr schlecht. So schlecht wie schon seit Monaten nicht mehr. Mein Arzt rät mir,die Eingliederung abzubrechen und doch erstmal eine Reha zu machen. Ich könne dann danach einen erneuten Eingliederungsversuch starten, sagt er. Ich fühle mich wie ein Versager.....
was natürlich meinem Allgemeinzustand auch nicht grade gut tut.
Das kann es doch nicht sein..ich bin 34 Jahre jung und schaffe das nicht mal normal zu arbeiten. Dabei war und ist mein Job eigentlich alles für mich.:heul:
Ich bin echt am Ende.....was soll ich nur machen. Mein Kopf sagt,Du ziehst das durch...mein Körper macht mir aber definitiv einen Strich durch die Rechnung.
Kennt das einer von Euch.....hat sowas vielleicht selbst erlebt????:confused:
Oder was würdet Ihr mir raten....???????????

Lieben Gruß, Stephi

Monika
18.03.2009, 17:34
Ja, liebe Stephi, so was kennen hier viele.
Ich sende dir mal eine Tonne :trost: und gute Besserungswünsche rüber.

Es wird wieder besser - immer dran denken :dd1 :dd1 :dd1

LG Moni :knuddel:

Anomar
18.03.2009, 18:29
Hallo Stephi,
ja ich kenne das auch aus eigenem Erleben. Ich habe das 'durchgezogen' bis gar nichts mehr ging. Dann musste ich zur Reha. Damals wußte ich noch nichts von MB und fühlte mich ganz elend und konnte 'mein Versagen' gar nicht einordnen. Obwohl ich jetzt von MB weiß ist es aber nicht wirklich anders.
Ich rate Dir auch zu einer Reha, denn wenn du weitermachst, wie ich damals, dann gehst Du bis über Deine Grenze und brauchst nur um so länger, bis Du wieder Du selbst sein kannst.
Nimm den Rat Deines Arztes an. Du wirst sehen, die Reha wird Dir helfen.

LG Ramona

schnuppelchen
18.03.2009, 18:41
Hallo Stephi,

Ramona hat ja schon viel erklärt , also von mir nur so viel:

Ja, auch ich habe das so schon erlebt.
Nein, Du bist kein Versager.
Ja, Du solltest unbedingt eine Reha beantragen.
Und auch von mir noch eine große Portion :trost: .
"Kuh"les Benutzerphoto http://www.bechterewforum.de/images/icons/icon10.gif übrigens .

LG, Kerstin

Ulmka
18.03.2009, 22:44
Hallo Stephi,

ich habe so gute Erfahrungen in meinen Rehas in Bad Kreuznach gemacht dass ich dir nur raten kann, zur Reha zu gehen - und dann danach frisch gestärkt einen neuen Eingliederungsversuch anzugehen!

Wenn du dich jetzt bis an deine Grenze forderst und darüber hinaus wird alles nur noch schlimmer.... :(

Liebe Grüße :knuddel:

Lydia

Monika
19.03.2009, 06:47
Jetzt habe ich mir alles von Dir noch mal richtig durchgelesen, und ich muß sagen - das ich dich auch sehr sehr gut verstehen kann.
Es ist tatsächlich so, diese Phasen die Seisa beschrieb, habe ich auch erlebt.
Und obwohl ich manchmal schon dabei bin es zu akzeptieren, kommen doch immer wieder Phasen der Depression oder der Wut zurück.
Das dauert wohl seine Zeit.
Für viele von uns stellt diese Erkrankung das ganze Leben auf den Kopf, der geliebte Arbeitsplatz ist unsicher - vielleicht sogar nicht mehr auszuführen, evtl muß man durch die Arbeitsamtmaschinerie, oder bekommt irgendwann Rente und fühlt sich dann auch erst mal ziemlich nutzlos.
Manchmal gibt es auch Konflikte mit dem direkten Umfeld, Freunde und Familienmitglieder ziehen sich zurück.

Das alles zusammen ist ein guter Nährboden für richtige Depressionen.
Diese Spirale aus Schmerz und Depressionen ist allein nur ganz schlecht zu bewältigen, deshalb ist es an dieser Stelle sehr wichtig, sich Unterstützung von einem Fachmann zu holen!
Das Gefühl zu Versagen ist ja auch schon ein Zeichen für eine zumindestens ziemliche Depri Phase.
Du versagst nicht, du weißt gerade erst darum, das du chronisch erkrankt bist!

Denk mal an die Zeit vor der Diagnose, was du da alles geleistet hast, und da war der Bechti vermutlich auch schon da!!!

Es wird wieder besser, mit Unterstützung von Fachleuten bekommst du diese Phase wieder gut in den Griff, und irgendwann lernt man, mit dem MB umzugehen.
Du bist ja noch ein Frischling.

Ein Tip: Streich das Wort Versager aus deinem Wortschatz!

LG und ganz schnelle Besserung, Moni :knuddel:

SMODY
19.03.2009, 08:41
Da kann ich mich allen Vorschreibern nur anschliessen.In meiner Körper/Kopf-Beziehung ist eindeutig der Körper am längeren Drücker.Das heisst aber nicht,das der Kopf ihn nicht manipulieren kann.Fahr zur Reha,pfleg deinen Körper,fütter deinen Kopf und überleg dir dann in Ruhe ob du deinen Beruf noch ausüben kannst.Vielleicht gibt es ja eine Möglichkeit deine Tätigkeit etwas bechtifreundlicher zu gestalten.Und noch bist du jung genug für eine Umschulung...
Smody

Stephi74
19.03.2009, 11:27
So, ich habe mich entschlossen das mit der Reha durchzuziehen.
Die KrankenKasse war zwar nicht sehr erfreut über den Abbruch der Wiedereingliederung,zeigten dann aber doch Verständnis. Die Anträge für die Reha werden mir so schnell wie möglich zugeschickt.
Das Gespräch mit dem Chef war kurz und schmerzlos,ich glaub er war auch froh mich wieder los zu sein.
Ja,es stimmt...bevor ich eine Diagnose hatte habe ich mich monatelang nur noch zur Arbeit geschleppt. Wurde immer dünner und kränker,habs aber trotzdem versucht durchzuziehn.
Aber nun bin ich soweit nur noch MICH zu sehn. Und ich will es ja irgendwann alles in den Griff zu bekommen. Und ja ich bin kein Versager, aber diese Gefühle abzustellen fällt mir im Moment noch schwer.
Ich bin froh Euch zu haben....ich wiederhole mich...aber es ist so.
:danke:
Für "Normalos" ist es immer schwer nachzuvollziehen, was ich/wir ertragen müssen und auch können.
Aber trotz allem habe ich einige Freunde und Bekannte, die zu mir stehen und auch versuchen mich zu verstehen.
Alles wird gut......weil ich es will.
Hoffe das die Reha mir hilft. Bekommt man da auch eine Art Gesprächstherapie???
Liebe Gruss Eure Stephi

SMODY
19.03.2009, 16:40
Hallo Stephi,
in Kreuznach gibt es auf jeden Fall eine Psychologin die auch Entspannungskurse anbietet.Und ansonsten kannst du durch die anderen Patienten auf jeden Fall viel lernen auch über den Umgang mit der Krankheit.Ich wünsch dir weiterhin soviel Erfolg wie du heute schon hattest.
Smody