Vollständige Version anzeigen : Angst vor Schmerzen?
Das ist ein interessantes Thema, das hier gerne noch mal aufgreifen möchte.
Wenn man lange mit den Schmerzen lebt, hat man dann (noch) Angst vor ihnen?
Wovor haben wir Angst bezüglich dem MB mit seinen häufigen Begleiterkrankungen?
Was versteht ihr selbst unter chronischen Schmerzen, ohne Lehrbuch, mit eigenen Worten?
Haben wir überhaupt in dem Sinne chronische Schmerzen (mit ausgeprägtem Schmerzgedächnis)?
Vielleicht fallen euch noch mehr Fragen und Antworten ein? :)
Meine Antworten wären:
Ich habe keine Angst vor Schmerzen, ich habe mich damit auseinandergesetzt (auch, so doof es sich anhört daran gewöhnt) und weiß, das sie mich noch lange begleiten werden.
Aber ich bin sie oft leid, und es zieht mich manchmal ganz schön runter.
Angst habe ich vor den Folgen der Entzündungen wie Bewegungseinschränkungen, Folgen von Iritiden oder andere Organbeteiligungen.
Angst macht mir, das Bechterew so ein Image von "schleichend und unheimlich" hat.
Unter chronischen Schmerzen verstehe ich für mich, sehr oft, seit langer Zeit täglich mittlere bis starke Schmerzen zu haben, die durch Entzündungen und mechanisch ausgelöst werden.
Ich fühle mich aber nicht als "chronischer Schmerzpatient" im neurologischen Sinne.
Dem Schmerz wird immer ein Reiz vorausgeschickt.
Freu mich schon auf eure Ideen und Vorstellungen dazu :sport:
LG Moni
Hallo Monika,
da ich im Moment ganz super stark an meinen Rücken und vor allem meinen rechten Fuss denken muss, hab ich aber die Erfahrungen gemacht, dass meine Schmerzschwelle sich verlagert hat, schleichende und langsam beginnende Schmerzen halte ich super aus....ohne gleich depressiv dadurch zu werden. Was bei mir anders geworden ist, ist einfach bei akuten schnell auftretenden Schmerzen, wie zum Beispiel, bei einem kleinen harmlosen Unfall....zwecks Hand in der Tür eingeklemmt...etc... da........frage nicht,
ich fall immer fast gleich in Ohnmacht.....der Kreislauf sackt so heftig ab, dass ich min. ne halbe Stunde brauch um wieder aufstehen zu können....nervlich bedingt, war früher nie so.....ich weiss garnicht warum sich das so verändert hat.......hatte vorher nie Probleme mit akuter Schmerzbewältigung....jetzt...unmöglich.... woran das wohl liegt??????
Lg
Luna
Hallo Monika,
also ich habe definitiv Angst vor Schmerzen. Wenn ich an den Moment denke, wo ich mir das Brotmesser durch die Hand gezogen habe, um mal für einen Moment einen anderen Schmerz zu spüren, als dieses "Messer" im Rücken, was sich bei jedem Atemzug hin und herschiebt... -Dann kommen mir fast jetzt noch die Tränen, so verzweifelt war ich im letzten Schub.
Für mich hat diese Angst etwas mit mangelnder Selbstwirksamkeit und Kontrolle zu tun. Seit ich weiß, dass ich mich mit Tramadol wegschießen kann, habe ich weniger Angst vor den Schmerzen, weil ich weiß, dass ich sie notfalls mit ner Hammerdroge unterbrechen kann. Eine diffuse Angst bleibt natürlich, irgendwann den Kreislauf vielleicht nicht mehr durchbrechen zu können, aber das sind eben diffuse Ängste. Ich bin aktuell echt ziemlich beschwerdefrei, aber ich merke es doch tag täglich, auch wenn ich keine Medis nehme. Die Gewißheit, dass die Tramadol in verschiedenen Dosierungen aber immer in der Handtasche dabei sind, beruhigt mich schon, sodass ich mich sicherlich nicht so sehr in Schmerzen reinsteigere, weil ich ja weiß, im zweifelsfalle knocke ich mich mal aus. Erfahrungsgemäß ist die beste Medizin die nicht eingenommene, die auf dem Nachttisch liegt. Denn im Notfall könnte ich, das beruhigt mich, dass ich nicht muss! http://www.bechterewforum.de/images/icons/icon12.gif
Liebe Grüße
Seisa
Ich habe Angst vor Krankenhäusern, weil sich da so manches der eigenen Kontrolle entzieht.
Befunde manchmal nicht richtig oder gar nicht weitergegeben werden.
Davor, dass die Medikamente, die man nimmt, gar nicht die Richtigen sind
Und davor, das manche Dinge nicht untersucht werden, weil ja eh alles klar ist.
LG Moni
schnuppelchen
15.01.2009, 14:18
Hallo Moni,
das ist ein tolles Thema, mit dem es sich da auseinanderzusetzten gilt .
Vielleicht - ich sage nur vielleicht - haben Frauen generell ein anderes Schmerzgedächtnis als Männer und können Schmerz auch besser aushalten - ich denke da z.B. an Ulis Satz in dem anderen thread, der sich auf die Männer und das Kinderkriegen bezog .
Ich hatte vor meiner ersten Entbindung ziemliche Angst, aber gar nicht so sehr vor dem Schmerz - wohl mehr vor dem Unbekannten.
Die Schmerzen waren höllisch, aber genauso schnell waren sie vergessen, als ich meine Tochter in den Armen hielt ( wußte ich damals ja auch noch nicht , was für eine kleine " Zicke " aus ihr werden würde http://www.bechterewforum.de/images/icons/icon10.gif)
Aber zurück zum Thema :
Ich hatte 16 Jahre lang ein beidseitiges Karpaltunnelsymptom, dessen Schmerzen mich in vielen Nächten wirklich bitterlich weinend im Bett sitzen ließen - Angst hatte ich aber immer nur davor, daß ich nie Jemanden finden würde, der die beseitigt und mich ernst nimmt und daß ich meine Hände vielelicht irgendwann nicht mehr grbauchen könnte.
Ähnlich ist es beim MB .
Angst machen mir die Schmerzen nicht.
Sie machen mich
- wütend , weil sie nicht in den Griff zu gekommen sind ( ich bin seit 16 Monaten nicht einen einzigen Tag ohne Schmerzen )
- ungnädig, wenn sie mich nicht schlafen lassen
- manchmal etwas " depressiv " und hoffnungslos
- interessanterweise sensibler für andere Menschen
Angst macht mir , daß in meiner BWS bereits ein Verknöcherungsprozeß einzusetzen scheint und ich nicht sicher bin, was es für mich bedeutet, wenn ich ihn nicht herauszögern kann ( ihn aufzuhalten wäre noch schöner ) .
Beruflich sieht es damit für mich noch schlechter als als bisher angenommnen und privat - man wird sehen .
Aber das läßt mich schon sehr viel unruhiger schlafen.
Unter chronischen Schmerzen laufen für mich z.B. die in meinem ISG , die mich seit weit über 1 Jahr zwingen , auf dem Bauch zu schlafen .
Jahre zurück dann die Karpaltunnelgeschichte - in so vielen Nächten waren es diese Schmerzen, die mich Nacht für Nacht um 3 Uhr aus dem Schlaf rissen , ich händeschüttelnd, weinend im Bett saß in der Annahme, meine Hände hätten die Größe von Tennisschlägern. Kochendes Wasser, Eisfach, nichts half.Dann war ein paar Wochen Ruhe und der Spuk begann von vorne. 16 Jahre immer wiederkehrend - das ist für mich chronisch.
Schmerzpatient aber im chronischen Sinne - ein entschiedenes NEIN !
Ich kann ja fast immer spüren, was den Schmerz verursacht .
Meist die Entzündungen - in den Gelenken, den Schleimbeuteln, den Sehenansätzen , den 3 ganz fies druckempfindlichen Wirbeln in meiner BWS .
Und ich denke - mit einem richtigen Medi hätte ich schon bald nur noch eine ganz kleine Ahnung davon, wie sich solch ein Schmerz anfühlt.
Ich hoffe,liebe Moni, das war ausreichend und allseits verständlich !?
LG, Kerstin
Ja Kerstin, ich finde du hast es gut erklärt.
Die Wut, die habe ich auch vergessen, ich bin wütend auf die ollen Schmerzen.
Ich kann nicht schlafen .... grrrrrr.
:aerger:
Du schreibst, du kannst spüren, was den Schmerz verursacht, so gehts mir auch.
Deswegen meine ich auch (für mich) kommen chronische Schmerzen im gebräuchlichen Sinne nicht in Frage.
LG Moni
froros fridge freezer, fröhlich-reisen, heute nacht hab ich sogar im Schlaf gejammert :D
Und hier setzte ich mich gerade mal wieder mit der Krankheit auseinander.
Hallo miteinander,
da wurde jetzt ein ganz heikles Thema angesprochen. Schmerzen...jeder hat sie und doch jeder empfindet sie anders.
Ich denke,wenn etwas immer oder oft da ist, dann arrangiert man sich damit. Natürlich gelingt das nicht immer. Auch ich hab manchmal Tage oder Nächte, wo ich einfach mal so losheule, weil ich es einfach nicht wahrhaben will, das immer ich so ein Desaster habe. Auf der anderen Seit denke ich, es könnte noch schlimmer kommen. Sehr wichtig ist einfach auch das nahe umfeld, und vor allen Dingen sind psychische Probleme wie ein Benzinfass für die Schmerzwahrnehmung. Trotzdem bin ich der Meinung, das Frauen viel besser mit Schmerz umgehen können als das männliche Geschlecht.
In meiner letzten Reha wurde mir ganz deutlich erklärt: denken sie nicht das sie gesund sind. Das dürfen sie nicht! Sie haben eine handfeste Entzündung da hinten drin. Das wollen wir hier in der Schmerzklinik lindern, heilen können wir es nicht.
Also da fühl ich mich schon als chronischer Schmerzpatient. Der beste Beweis: läßt man die Mitelchen weg, dann ist restlos alles ätsch.
lg Brigitte:knuddel:
Ich glaube, das mit den Schmerzen ist auch echt relativ. Früher wäre ich mit dem, was ich jetzt "Beschwerden" nenne, als Schmerzen zum Arzt gegangen, weil das nicht normal und chronisch erscheint. Jetzt, wo ich aber weiß, was es ist und was dann tatsächlich Schmerzen im Schub sein können (und ich befürchte da hatten einige im Forum wohl noch schlimmere Schmerzen als ich), bin ich doch froh, nur Beschwerden zu haben. Früher hätte ich das jetzt sicherlich Schmerzen genannt und nicht Beschwerden...
Also ich muss sagen, dass ich am Anfang, wo ich Null-Ahnung hatte, nicht mal die Diagnose kannte, Mords-Angst hatte.
Kann mir vorstellen, dass ich die damaligen Schmerzen, die höllisch waren, denk ich mal, psychisch gesehen, noch stärker empfunden habe, als sie vielleicht waren.
Knie, beide Schultern, rechter Mittelfinger und zwei Halswirbel entzündet, aber bis zum Anschlag.......es war einfach nur ätzend.......ich hab meinen Arzt damals gehasst....weil den das so kalt liess.......
Heute, wo ich weiss woran ich bin.......sehe ich das ganze relativ.....Betonung auf relativ......entspannter....Gott sei Dank....
Es gibt gute und schlechte Tage.....
LG
Alter Knochen:D
Ich habe Angst, dass ich irgendwann solche Schmerzen habe, die ich mit keinem Medikament in Griff bekomme bzw. ich kein Medikament mehr vertrage. Dann habe ich zur Zeit höllische Angst wie es ist, wenn ich mal schwanger sein sollte und ich dann schmerzen habe. Außerdem habe ich Angst, dass ich irgendwann noch kranker bin und noch weniger machen kann als jetzt.
In schlechten Zeiten bin ich total wütend, dass ich die Sch... habe und immer mehr dazu kommt. Und wenn jemand jammert wegen ner unbedeutetnden Kleinigkeit (in meinen Augen) würde ich demjenigen am liebsten ins Gesicht schreien, was er für ein Glück hat, nicht krank zu sein und immer schmerzen zu haben. Ebenfalls bin ich in schlechten Zeiten so deprimiert, dass ich oft heule und keinen Bock mehr auf mein Leben habe. Dann hilft mir zum Glück mein Mann und meine Arbeit, die mich immer wieder ablenkt. Wichtig ist, dass es zwischendurch auch gute Zeiten gibt mit weniger Schmerzen, denn schmerzlos war ich seit 2005 nicht mehr komplett. Weiß gar nicht, wie sich das noch anfühlt. Selbst ohne Schub merke ich meinen Körper, abe damit habe ich gelernt zu leben. Nur in Schubzeiten, so wie jetzt, bin ich stimmungsmäßig auf dem Nullpunkt.Nur wenn keine bzw. weniger Schmerzen da sind habe ich Angst, dass sie wieder kommen.
Chronische Schmerzen sind für mich die Schmerzen, die schon monatelang bzw. jahrelang da sind - mal mehr mal weniger, aber nie ganz weg sind.
Kathrin
Hallo Moni,
Ups, ich bin erst jetzt hier angekommen also vergiss den Tipp mit 'nem eigenen Thema. Deshalb hier nochmal sinngemäß, was ich schon im anderen Thread schrieb.
Angst vor Schmerzen habe ich eigentlich nicht - ich kann 'ne ganze Menge ab, ABER mein Mega-Schub vor ca.15 Monaten .... davor habe ich richtig große Angst. Es fühlte sich an als ob alle Gelenke und Knochen gebrochen wären und ich war total bewegungsunfähig. Es war grausam und ich möchte das nicht nochmal erleben müssen.
Zur Zeit geht es mir ja auch richtig mies, aber das ist anders. Es zermürbt und quält mich, zieht mich runter. Ich kämpfe dagegen indem ich die halbwegs guten Momente für schöne Dinge nutze und jetzt hoffe ich eben, dass sie mir hier im KH helfen aus dem Dilemma rauszukommen.
Und, wie hier auch schon geschrieben wurde, denke ich, dass wir alle eine andere Schmerzgrenze haben als normal, weil die Schmerzen eben immer (mal stärker, mal schwächer) da sind.
Vor den Folgen des MB habe ich auch Angst. Ich weiß nicht was da noch so kommt. Was wird das für weitere Einschränkungen bringen? Wie weit wirkt sich das Ganze auf die Dauer auf die Psyche aus?, denn es wirkt definitiv nicht positiv. Werde ich immer wieder aus diesen dunklen und tiefen Löchern finden? Werden meine sozialen Kontakte darunter nochmehr leiden? Wie weit wird mein Zeitraum für Freizeit und Freunde und Familie noch eingeschränkt?
Ja! Das alles macht mir Angst, Angst vor dem was kommen wird.
ABER ich denke auch, wenn ich mir dessen allem bewußt bin, dann kann ich immer wieder bewußt gegen steuern - und ich hoffe, dass ich dazu nie die Kraft verliere. Trotz allem was wir erdulden müssen ist das Leben schön und es gibt soviel tolle Dinge für die sich das Leben lohnt: auch mit MB!
Zur Frage chronische Schmerzen: für mich sind das Schmerzen, die immer da sind und immer am selben Ort.
Da unsere aber ständig auf "Wanderschaft" sind würde ich sie nicht als chronisch im speziellen, sondern als chronisch im allgemeinen ansehen.:gruebel:
LG Heidi
schleckerlecker
15.01.2009, 22:01
Hallo liebe Moni,
wirklich ein interssantes Thema, hab mich damit auch noch nicht weiter auseinandergesetzt. Angst vor Schmerzen habe ich gernerell nicht, da ich schon so viel aushalten musste und gut damit umgehen kann. Eher Angst vor bestimmten Schüben, da diese sehr schmerzhaft sind wie in der BWS.
Ich bin eher ungeduldig dass die Schmerzen schneller verschwinden sollen und wenn der Schub zu lange anhält auch mal wütend und sauer oder phasenweise depressiv. Aber im Moment hilft mir wohl Soltars Sternenstaub, mit geht es richtig gut, wie schon lange Jahre nicht mehr.
Ich habe so das Gefühl seit dich die IBUs nicht mehr nehme geht es mir immer besser, habe im August 08 damit aufgehört.
Liebe Grüsse
Karola
Hallo Moni,
ich glaube ,das die Angst vor Schmerzen im Menschen genetisch codiert ist so wie der Fluchtinstinkt oder die Neugier.Obwohl,was ich damit ausdrücken will ist eigendlich die Angst bei Schmerzen als Warnsignal.Bei mir ist es so,das ich nicht permanent überlege was mir alles weh tun könnte,das ich aber bei akuten Schmerzen das Gefühl habe "das kenne ich und das wollte ich nie wieder spüren."
Ich hab gerade das Gefühl wirres Zeug zu reden und muss vielleicht doch noch mal drüber nachdenken.Danke für den Anstoss dazu!
Smody
Hallo Monika,
ich bin gerade erst hier reingeschneit.
Ich habe weniger Angst vor den Schmerzen, aber mehr Angst davor, dass wieder Schmerzen kommen und die noch schlimmer werden können. Ich habe Angst davor, dass ich eines Tages die Schmerzen nicht mehr in den Griff bekomme. Und ich bin wütend wenn ich Schmerzen habe, die nicht aufhören wollen, die mich nachts wecken, die mich bewegungsunfähig machen. Dann habe ich richtige Wut. Auch auf meine Umwelt, auf Menschen, die es einfach abtun, wenn ich mal nicht kann wie ich gern will oder soll, auf Menschen, die alles besser wissen und ihre Wehwechen hochspielen.
Manchmal zweifle ich auch an mir und überlege, ob ich nicht selbst übertreibe und mir manches bloß einbilde, aber der einsetzende Schmerz holt mich dann wieder in die Wirklichkeit zurück.
Ich habe Angst vor der Entwicklung von MB, weil ich nicht weiß, ob und in welchem Maße (weitere) Einschränkungen auf mich zukommen. Und ich habe Angst davor, dass auch von Ärzten manches nicht unternommen wir, weil ja längst alles "klar" ist, weil ich ja auf einer "Schiene" fahre.
Ich habe auch Angst vor den Medikamenten, dass sie mir vielleicht mehr schaden als nützen könnten. Aber wenn ich sie weglasse, geht es mir noch viel schlechter. Also nehme ich sie wieder. Ich hoffe, es gibt irgendwann etwas, was den MB aufhält, stoppt - für immer.
Ich denke schon, dass es chronische Schmerzen sind, wenn man über Monate oder Jahre Schmerzen hat. FÜr mich bedeutet das chronisch.
Liebe Monika, ein interessantes Thema. Aber was mir auffällt, hier meldet sich mal wieder kein Mann zu Wort. Vielleicht aus dem Grund, weil ein Indianer keinen Schmerz kennt??
Ich denke auch, dass das Schmerzempfinden bei Männern und Frauen unterschiedlich ist. Aber Frauen reden offensichtlich offener darüber und gehen anders damit um, was allein ja auch schon zur Schmerzbewältigung beiträgt. Das ist jedenfalls meine Erfahrung. Ich muss auch einmal über meine Ängste und Schmerzen reden können, das hilft mir schon ungemein, vor allem wenn jemand wirklich (und ich meine : wirklich) zuhört.
LG Ramona
Hallo Monika,
habe das Thema eben erst gelesen und will auch meinen Senf dazu abgeben:
Angst vor den Schmerzen habe ich eigentlich nicht - ich kann meistens sehr genau lokalisieren, was die Ursache ist und weiß eigentlich auch, dass es irgendwann auch wieder besser wird.... spätestens in der Reha. Allerdings kenne ich seit 5 1/2 Jahren eigentlich keinen Tag ohne Schmerz - auch wenn es mir gut geht tut mir zumindest morgens oder bei bestimmten Bewegungen was weh und ich kann dem auch immer eine in schlimmen Fällen akute, in leichten Fällen chronische Entzündung zuordnen.
Aber ich habe Angst davor, dass ich immer mehr Medikamente nicht mehr vertrage und eigentlich schon am Ende der Fahnenstange angelangt bin.... außer Cortison, MTX und den reinen Schmerzmitteln geht ja bei mir nix mehr... und die haben alle so ein großes Nebenwirkungspotential.... das macht mir Angst...
Und ich habe auch kein gutes Gefühl, wenn, so wie jetzt, mein CRP trotz Medis nicht normal ist weil ich dann immer an die mögliche Schädigung der inneren Organe denken muss....
Es macht mich aber wütend, dass mir ständig was weh tut! Ich will das nicht! Aber ich will, dass die Medikamente und die Reha richtig gut helfen! Nur leider gehorcht mir mein Körper nicht immer (im Moment ist er besonders bockig....).
Unter chronischen Schmerzen verstehe ich Schmerzen, die eigentlich keine organische Ursache mehr haben - und deswegen denke ich, dass wir (oder zumindest ich) keine chronischen Schmerzen haben denn ich kann immer eine Entzündung als Ursache lokalisieren. Und wenn diese Entzündung dann weg ist, ist der dazugehörige Schmerz auch weg - bloß leider fängt es dann immer an einer anderen Stelle an.
Ich kann dem ollen Russen und den Schmerzen aber auch was Positives abgewinnen: ich habe durch MB hier im Forum und in der Reha schon so viele tolle Menschen kennengelernt - mir würde was fehlen, wenn ich die nicht kennen würde! :knuddel:
Liebe Grüße :knuddel:
Lydia
Eure Beiträge sind klasse, danke Euch dafür!
Irgendwie kann man sich überall, mal mehr, auch mal etwas weniger, selber wiederfinden.
Aber es ist nie so, das man sich gar nicht in den Anderen / bzw die Andere ;) hineinversetzen kann.
Das empfinde ich auch als sehr wertvoll und hilfreich.
So im Groben mal aus meiner Sicht zusammengefaßt, geht es hier zum größten Teil um die Ängste, was der MB, was die Medikamente auf Dauer anrichten, das Medis irgendwann nicht mehr ausreichen könnten, oder aus irgendeinem Grunde nicht mehr genommen werden können,
wie sich die Situation in anderen Lebensbereichen auswirkt, wo die neuen Grenzen sind, wie man sich durchsetzt und nicht zuletzt auch darum, das es auch mit dem MB geht, auch wenn man ihn leid ist, und vor allem auch wütend auf ihn ist.
Das mit den chronischen Schmerzen sehe ich so wie Lydia.
Hier gibt es ja einen organischen Grund.
Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag
LG Moni :knuddel:
Hi,
Angst vor Schmerzen habe ich keine, da bei mir die 150 mg Diclofenac (pro Tag) wirken. Aber die Begleiterscheinungen verunsichern mich (ist keine Angst), wie "Welche Schmerzen bekomme ich nicht mehr mit?"
Zahnschmerzen - merke ich nicht mehr
Eine Kapselverletzung am Finger - nur optisch zu sehen
Angst vor dem MB habe ich auch keine. Ich mach das, was ich will (auch wenn ich manchmal danach feststelle: so gut war das nicht für den Rücken, z.B. Fallschirmspringen)
Chronische Schmerzen - meine Definition: Lassen langfristig nicht nach.
Thomas
Hallo
Ich habe eigentlich grundsätzlich Angst vor Schüben....vor einem Megaschub, der kaum mehr zu bremsen ist - Schmerzen und Entzündung ist ja eh dauernd da, aber eben, dass es ausufert. Grad jetzt stehe ich wieder vor einer Entscheidung - die Anschaffung eines Gerätes, was offenbar bei vielen Gutes bewirkt, auch bei Rheuma. Da es aber wieder um Ausleitung geht im weitesten Sinne, und das in der Vergangenheit bei mir oft eben zu Schüben führte, bin ich wieder zögerlich. Richtig starke Schmerzen sind wirklich schlimm, und beeinträchtigen ja die Lebensqualität drastisch! Zum Glück waren diese bei mir (touch wood) spätestens nach ein paar Wochen wieder zum Normalschmerzempfinden zurückgekehrt. Obwohl in der Anfagsphase des Bechterews hatte ich auch immer wieder schlimme Schmerzen ...das war auch hart.
Das ist alles eigentlich nicht lustig, und letzlich doch auch individuell - niemand weiss wie der andere gerade leidet und Schmerzen hat. Ich kenne z.B. Schmerz aus der Vergangenheit bei so einer seltsamen Bauchkolik, die alle paar Monate bei mir eintrat. Ich hatte das schon abklären lassen - man findet nichts. Trotzdem kam es eben immer mal wieder, und war immer genau gleich - kündigt sich etwa um Mitternacht an...dann schlafe ich und wache frühmorgens auf, und winde mich ein paar Stunden, bevor es dann nachlässt, und am nächsten Tag einfach noch empfindlich ist, aber dann überstanden ist. Ist wahnsinnig schmerzhaft, und nichts hilft dies zu lindern eigentlich ...muss es einfach "durchseuchen". Die gute Nachricht - das letze Mal liegt erstaunlich lange zurück!! *touch wood again*
l Grüsse Soltar
Hallo,
auch mich muß mich hier mal äußern.
erstmal weiß ich nicht ob Männer Schmerzen anders empfinden als Frauen- denn ich bin ja Frau und traue mir kein Urteil über das andere Geschlecht zu.
Meine großen Ängste sind:
- wie lang komm ich mit Medis klar und welche Folge hat dieser Konsum für mich?
- was macht der MB in den folgenden Jahren mit mir?
- kann ich bis zur Rente arbeiten?
- hat eines meiner Kinder es?
Das sind so meine Hauptprobleme.
MB ist meiner Meinung nach chronisch- eben immer da. Aber die Schmerzen sind Folge der Entzündung, also für mich nicht chronisch.
Ansonsten stelle ich fest daß ich mittlerweile hart im Nehmen bin, die täglichen Beschwerden sind eben normal.
Und selbst Stärkere im Schub bringen mich nicht mehr ganz so aus der Fassung- wütend werde ich schon oder ärgerlich mein Leben dann nicht so leben zu können wie ich es will.Aber die Erfahrung sagt mir dann auch immer daß es zum Glück irgendwann auch wieder erträglich wird.
Vor 1,5 Jahren hatte ich die Diagnose noch nicht- und das war am allerschlimmsten.
Dauernd Schmerzen, Arztrennerei, Unglaube durch die Götter in weiß,Tabletten für 5 Tage- dann nach Absetzen der völlige Einbruch.
Einmal war ich Nachts kurz davor den Krankenwagen zu rufen. Ich konnte nur langsam humpeln, und wenn ich dann mal saß und wieder hoch wollte stand ich bei dem einschießenden Schmerz erstmal heulend im Raum.Traute mich also nicht zu sitzen oder liegen und humpelte die halbe Nacht unter Schmerzen herum.Mein Mann hatte Nachtschicht und ich war mit den 3 Kindern allein.Dröhnte mich also voll mit Medis die ich im Haus hatte und hielt aus.Wo sollte ich auch noch hin? Ich war ja schon überall.Von BSV-OP bis Psychobehandlung war mir ja schon alles angeboten worden.
Doch genug des Exkurses.
Was ich sagen wollte ist ,daß ich die Schmerzen Heute besser aushalten kann weil:
- ich weiß das sie immer wieder kommen und mich das nicht mehr
überrascht
- ich weiß zu welchem Arzt ich gehen kann und wer mir hilft
- ich weiß, daß ich krank bin und nicht mehr nach Fehlern bei mir suchen
muß
Diese Gewissheiten helfen mir ungemein. Und zum Glück kann ich sagen daß ich mein Leben immer noch liebe und nicht gegen Gesundheit mit Jemandem tauschen möchte. Und ich hoffe daß es für immer so bleibt.
Als letztes sei noch gesagt daß ich irgendwie auch an Stärke dabei gewonnen habe-ich habe einige Therapien abgelehnt als ich die Diagnose noch nicht hatte. Und zum Ende hatte ich Recht mit meinem Körperempfinden- ich wußte in mir schon länger daß das nicht wieder weg gehen würde.
Also vertrau ich mir weiterhin selbst und entscheide auch so über weitere Vorgehensweisen.Denn das ist mein Körper, den ich trotz allem noch mag.
LG Emmi
Hallo,
also ich habe dann keine Angst vor Schmerzen, wenn ich sie "steuern" kann, durch die Einnahme von Medikamenten.
Ich hatte jahrelang Probleme, das richtige zu finden und mich mit der Krankheit auseinanderzusetzen. Ärzte dachten, ich hätte ein Schmerzproblem ohne Ursache oder die Ursache sei psychisch. Dass es andersrum ist, kann man ja lange erklären.
Wenn ich keine Medikamnte hätte, hätte ich panische Angst vor diesen Schmerzen nachts.
Das ist für mich wie Folter und ich haben jahrelang nur bis zu vier Stunden am Stück geschlafen. Ich möchte das nie wieder erleben. Deswegen bewirkt bei mir diese Angst vor Schmerzen, dass ich die Medikamente immer zur Nacht nehme und nur wenige Versuche hatte sie abzusetzen. Beim Reduzieren war ich schon erfolgreich, aber ganz ohne habe ich schon jahrelang nicht mehr geschlafen.
:(
Zur Zeit versuche ich Cortison nach/ während eines Schubes zu reduzieren. Schon drei mal musste ich erhöhen, bzw. habe ich zu schnell reduziert. Also,...da habe ich auch Angst.
Liebe Grüße, Zara
:knuddel:
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