Vollständige Version anzeigen : Sport - aber welchen?
altona93
02.10.2008, 12:17
Hallo erst einmal!
Seit knapp einem Jahr ist Bechterew bei mir diagnostiziert - also noch recht frisch der ganze Ärger...
Ich bin seit dem relativ gut klar gekommen, nur jetzt ist mal wieder eine Phase, in der die Schmerzen in der Hüfte (und seit gestern im Handgelenk) mich echt nerven...
Ja, ich habe natürlich auch direkt nach der Diagnose brav einen Sportkalender mit Übungen gekauft, die dann auch eine (kurze) Zeit lang gemacht - bis das dann irgendwann eingeschlafen ist.
Ich bin einfach nicht der Typ für "Alleine im Zimmer liegen und sich abkämpfen".
Meine Frage in die Runde daher: gibt es neben den Gymnastikgruppen in einigen Turnvereinen (ich werde heute Abend mal die Bechterew Gruppe in Hamburg-Neugraben testen) noch andere Sportarten, die man machen kann?
Oder gibt es Sportarten, die man auf keinen Fall machen sollte?
Wie steht es z.B. mit Squash oder Rudern?
Wer hat Erfahrungen und kann berichten?
Schon jetzt vielen Dank für jeden Tipp!
Michael
Also an allgemeinen Ratschlägen für die passende Sportart wirds hier gleich sicher nicht mangeln: Einfach weil prinzipiell gilt, das jede Bewegung gut ist. Halt mal mehr oder weniger. Und das auch noch ziemlich subjektiv.
Schlecht scheinen wohl Sportarten zu sein, bei denen starkes Abstoppen und Aufprallen die Wirbelsäule und Gelenke stark belasten. Da dürfte wohl gerade Squash drunter fallen. In der folge evtl. dann auch Fußball und div. Kampfsportarten.
Ich persönlich betreibe recht intensiv Kraftsport und Joggen und komme mit beidem ziemlich gut klar, d.h. beim ausüben selbst habe ich so wenig Schmerzen wie sonst nie und hinterher meist auch nicht mehr, als normale Belastungsschmerzen. Joggen (respektive Ausdauersport) ist auch von der Anlage her sehr gut für den Erhalt der Atembreite und auch durch die regelmäßige Belastung der Wirbelsäule gut für die Bandscheiben und dortige Muskulatur. Vorausgesetzt ist aber wohl ein gut gedämpfter Schuh.
Kraftsport wirkt unterstützend auf die Haltung, vorausgesetzt man betreibt den Sport ausgewogen und nicht völlig überlastend.
Rudern würde ich jetzt zunächst mal als positiv einordnen, wegen dem Ausdaueranteil. Wobei man dabei doch ziemlich den Buckel krumm macht,oder? Von daher eher doch nicht so gut...
Radfahren ist wie Joggen einzuordnen. Also nicht Rennradmäßigkrummen Buckel machen, sonst gerne.
Das ist so meien subjektive Einschätzung. Aber es wird sich sicher noch ein erfahrenerer Forumskollege melden und vielleicht fundiertere Antworten geben können.
LG,
Philipp
Homer Jay
07.10.2008, 11:15
Hallo Michael,
ich kann nur von mir erzählen.
Habe selbst vor knapp 2 jahren (im zarten Alter von 36) mit Karate angefangen. Mir tut das sehr gut.
Als Ausdauersport versuche ich noch ein bischen Triathlon zu machen. Allerdings gibt es hier im Forum welche die das besser können:D .
Meinereiner
07.10.2008, 22:32
Gut ist der Sport, der dir Spaß macht - und den du machst. Standard gemäß wirst Du die Antwort bekommen, nicht im sportlichen Bereich trainieren sondern kürzer treten. (Hat wohl was mit der Angst vor'm Schub und mit dem Anschieben zu tun).
Ich persönlich würde eine Sportart, die man bereits kennt einer neu zu lernenden Sportart vorziehen.
Ich fahre gerne Rad. Rennrad habe ich mir inzwischen abgeschminkt - nichtsdestotrotz lege ich Wert auf eine langgestreckte Sitzhaltung im Winkel von 45 - 50 Grad. Damit komme ich besser zurecht, kann dynamisch im Schulterbereich zwischen Druck und Zug wechseln und mit der Beinmuskulatur Schläge aus Bodenunebenheiten abfedern. Einem Anfänger würde ich das nicht unbedingt empfehlen.
Joggen wurde mir von der Rheuma-Ärztin mehr oder weniger verboten. Da ist die Wirbelsäule zu steif für und auch meine Sprunggelenke reagieren da sehr unwillig darauf. Rudern könnte ich wohl auch nicht mehr, aber das ist nur eine Vermutung, halte mich da einfach zu unbeweglich für. Aber wenn Du noch nicht so eingesteift bist, warum eigentlich nicht. Schließlich wird da auch die Aufricht-Bewegung geübt.
Aber der Sport ersetzt nicht die Bechterew-Gymnastik. Sie ergänzt diese nur. Die Empfehlung, jeden Tag 20 Minuten Gymnastik bleibt weiter im Raum stehen. Und nach meiner Erfahrung ist zwei mal täglich zu wechselnden Zeiten besser denn einmal täglich. (einemal morgens, einmal abends zum Beispiel).
Tu was. Egal was, aber mach. Tja, und sprich es gelegentlich mit Deinem Arzt durch. Aber wenn er Dir was verbietet, erst mal überlegen und nicht gleich blind das Verbot befolgen. Mir zum Beispiel ist von verschiedenen Ärzten schon vieles verboten worden - und nicht alles davon war sinnvoll.
Grüßle von Peter
Harmonie
10.10.2008, 17:12
Tu was. Egal was, aber mach. Tja, und sprich es gelegentlich mit Deinem Arzt durch.
Dem kann ich nur zustimmen!!:hoch:
schleckerlecker
10.10.2008, 21:47
Hallo Miteinander,
da ich mich auf meiner Arbeitsstelle schon sie viel bewegen muss habe ich für mich etwas gesucht zur Entspannung und gleichzeitig sanfte Bewegung und Dehnung. Ich gehe jetzt seit 5 Wochen zum Qigong und ich muss sagen, dass isses für mich, genau das richtige.
Ich kann noch so müde sein und kaputt nach dem Kurs der 1,5 Stunden dauert geht es mir merklich besser und am nächsten Tag merke ich die volle Wirkung.
Das Gute daran ist, dass ich es immer und überall machen kann auch auf meiner Arbeit kann ich mir zwischenduch die Zeit nehmen und leichte Übungen machen.
Liebe Grüsse
Karola
Meinereiner
10.10.2008, 23:43
Im letzten wikipedia. Deutsche_Vereinigung_Morbus_Bechterew]Morbus Bechterew Journal stand das Loblied auf Volleyball, ein ideales Training. (im späteren Stadium der Krankheit muss es angepasst werden, z.B. Netz nieder hängen)
Im vorletzten dvmb-forum forumdisplay Morbus Bechterew Jorunal stand sinngemäß, dass bei jungen Bechterewlen, bei denen die Einsteifung des Kreuzdarmbeingelenkes beginnt, eigentlich keine Einschränkungen der Sportarten nötig sind.
Nicht desto trotz wird vor Fußball und Handball gewarnt, wegen der Verletzungsgefahr, aber das kann man eigentlich immer, Bechterew oder nicht.
Und auch die Einschränkung, nicht im sportlichen Bereich aktiv zu sein ist nur sinnvoll im aktiven Schub und vielleicht im späteren Verlauf der Krankheit. Ich bin da allerdings ein schlechter Ratgeber. Bei mir haben die Ärzte über 30 Jahre die Krankheit nicht erkannt - und entsprechend auch beraten. (Lange Stange im Nebel und keine Ahnung von gar nichts).
Grüßle von Peter
Hallo,
meine knapp zwölfjährige Tochter mit Verdacht auf juvenilen MB spielt seit ein paar Wochen Badminton im Verein. Das ist nach Rücksprache mit unserer Rheumatologin ideal - alles was die Wirbelsäule streckt tut wohl gut. Dabei spielt sicherlich auch der Spaß eine große Rolle. Sie hat Badminton gespielt, obwohl sie Schmerzen in der BWS und am rechten Schulterblatt hat.
Nach einem relativ schmerzfreien Sommer kommen die Schmerzen in den ISG und LWS derzeit wieder zurück. Neu ist noch dazugekommen, dass Brustbein und Rippen schmerzen, atmen geht schwer und tut weh (Atembreite ist grenzwertig). Mit Ibuprofen + Omeprazol, KG + MT und Badminton geht es ganz gut. Beim Schulsport kann sie meistens nicht mitmachen, da viel Liegestütz, Weitsprung, etc. geübt werden, was gar nicht funktioniert.
LG Tini
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