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Vollständige Version anzeigen : Versteifen alle Bechti´s?


Muffi73
09.08.2008, 06:42
Hallo! Mich würde es interssieren, ob alle Bechti´s irgendwie, irgendwann versteifen, oder gibt es einen Ur-Bechti, der noch voll funktionstüchtig ist????

Beppo
09.08.2008, 07:04
hallo, Eike,

und auch recht herzlich willkommen!
Es gibt alle denkbaren Variationen, von ganz gering bis ganz versteift, manchmal schlägt der Herr Bechterew kurz und erbarmungslos zu, manchmal spielt er ein häßliches Dauerspielchen auf "kleiner Flamme", oder auch dazwischen oder immer wieder was Anderes - er hat ein breites Repertoire. Wenn Du hier oben unter "Suchen" das Stichwort "versteifen" eingibst, kommt viel Lesefutter darüber. Bei mir ist das Iliosakralgelenk betroffen und die Halswirbelsäule. Seit meine Zähne saniert sind, ich auf viel Bewegung achte und die Ernährung rheumafreundlich umgestellt habe, ist alles ruhiger geworden.
Gruß,

Uli Dörwald
09.08.2008, 10:33
Hallo Eike,

hab mal gelesen dass nur 10 % der MBler versteifen. Du kannst auch den Begriff 'Verknöcherung, reversibel' eingeben. Dann könntest du verstehen warum ich Grufti oder 'Urbechti' noch Marathon laufe und Triathlon betreibe. Die Grundlage habe ich evtl. mit Ulis Übungen gelegt, die ich schon vor meiner Diagnose mit 28 Jahren tagtäglich zuhause absolvierte.
Du kannst so eine Diagnose fatalistisch als Damoklesschwert betrachten. Du kannst aber auch tagtäglich dagegen ankämpfen mit 30 - 60 Minuten gezielter KG. Meine Devise: Ein Gelenk dass täglich eine halbe Stunde bewegt wird kann in den verbleibenden 23 h 30 nicht versteifen!

Anka
12.09.2008, 18:45
Hallo Muffi!
Kann mich nur Uli und Beppo anschließen, auch als Alter Bechti.

Nur nicht so Diszipliniert, Konsequent, da habe ich anderes zu tun gehabt wo ich durch die Gegend geflitzt bin und an mich nicht gedacht.
Finde dein Spruch von Hippokrates echt treffend und wahr.:applaus:
Alles Liebe
Anka

norgk
12.09.2008, 22:06
Hallo Uli,

Meine Devise: Ein Gelenk dass täglich eine halbe Stunde bewegt wird kann in den verbleibenden 23 h 30 nicht versteifen!
das mag auf dich und sicher auf einige andere zutreffen, für mich gehört es eher in die rubrik " sprüche die ich nicht mehr hören kann" bitte nicht übel nehmen.

bei mir hat es gut 10 jahre gedauert bis alle wirbel versteift waren, in einem schub, ohne das ein tag dabei war, den ich als schmerzreduziert bezeichnen würde.
der kampf dagegen umfasste mehr als eine stunde bewegung, hat aber keinen wirbel dazu bewogen auf deine devise zu hören.

hallo Anka,


Finde dein Spruch von Hippokrates echt treffend und wahr
mag ja auf gewise krankheiten zutreffen, wo es treffend und/oder wahr ist, aber auch genügend wo es weder zutreffend noch wahr ist.
ein paar beispiele, 3 jähriger mit leukemie oder rheuma, oder myopthien oder diabetes oder ........
welche sünden sollte dieser kleine wurm begangen haben, damit diese krankheit ausbricht ?

denke, derartige zitate sollen auch nicht etwas festgeschriebenes dastellen, sondern zum nachdenken darüber anregen, nicht mehr und nicht weniger.

Hallo muffi,

will dich ja nicht vergessen, bist sonst noch böse auf mich :)
Beppo hat es ja schon gesagt, alles ist möglich, auch wenn schon eine teilversteifung eingetreten ist, kann es zum völligen stillstand kommen, ohne das MB sich nochmal meldet. mein onkel hat das glück seit über 30 jahren ruhe zu haben, zwei versteifte wirbel das wars. wünsche dir diese glück ebenso, und natürlich allen anderen hier ebenso. zumindest bietet es raum für hoffnung.

gruß norgk

Uli Dörwald
12.09.2008, 23:29
Keine Angst, werd schon lang nicht mehr böse:D .
Könnte höchstens Fragen: Was hast du bloss falschgemacht??? Zuviel Schwein gegessen? Die falschen Bewegungen gemacht? Nicht die richtigen Gene aktiviert?
Dass war jetzt auch keine Kritik, höchstens Selbstironie. Auch wenn es schwer fällt: Wir können nicht alles wissen. Wir können uns höchstens ernsthaft bemühen möglichst viel rauszubekommen, über unsere Krankheit. Über uns selbst.
Wünsche dir viel Erfolg bei allen Bemühungen und grösstmögliche Ehrlichkeit zu dir selbst. Das Schicksal ist nicht dazu da um sich mit ihm abzufinden, sondern um es zu gestalten.

Liebe Grüsse

Uli

Anka
13.09.2008, 01:18
[quote=norgk]
Hallo nogk!


bei mir hat es gut 10 jahre gedauert bis alle wirbel versteift waren, in einem schub, ohne das ein tag dabei war, den ich als schmerzreduziert bezeichnen würde.
der kampf dagegen umfasste mehr als eine stunde bewegung, hat aber keinen wirbel dazu bewogen auf deine devise zu hören.
Von solchen Fällen habe ich gehört, sehr aggressive Form vom MB,
das wünsche ich echt keinem.
Aber glaube mir die andere Form ist auch nicht besser, 30 Jahren diese Schmerzen, jetzt wo einiges versteift ist, ist zwar schei...aber die Schmerzen sind nicht mehr zum kotz...
Ja der Verlauf der MB ist schon bei manchen anders, trotzdem hängt es von vielen Faktoren ab.
Die Ernährung, Bewegung, Entzündung(die mit Medis gestoppt werden müssen),nicht zu vergessen der Psychische Teil.
Also unser gesamtes Befinden, denn es ist eine Immun Sache des Körpers.
Das es bei Männer verstärkt und schneller verläuft ist schon erwähnt worden, aber es muss nicht.



mag ja auf gewise krankheiten zutreffen, wo es treffend und/oder wahr ist, aber auch genügend wo es weder zutreffend noch wahr ist.
ein paar beispiele, 3 jähriger mit leukemie oder rheuma, oder myopthien oder diabetes oder ........
welche sünden sollte dieser kleine wurm begangen haben, damit diese krankheit ausbricht ?
Als solche Sünde habe ich es nicht gesehen, das Zittat sieht jeder auf seine Situation an, ob und wie es zutrifft und ob überhaupt ist ja
fraglich. Aber hier bei mir schon, allgemein so wie du es hier darstellst mit Sicheheit nicht, viele andere Zitate kannst du auch nicht veralgemeinern.
Mansche passen und die andere gar nicht.
Alles Liebe,Anka

norgk
13.09.2008, 17:42
Keine Angst, werd schon lang nicht mehr böse:D .
Könnte höchstens Fragen: Was hast du bloss falschgemacht??? Zuviel Schwein gegessen? Die falschen Bewegungen gemacht? Nicht die richtigen Gene aktiviert?

hallo Uli,

klar kannst du diese fragen stellen, weiß nicht wie oft ich sie mir gestellt habe.

dadurch das in meiner familie zwei verläufe sind, wie sie gegensätzlicher kaum sein können, zweifel ich inzwischen daran, das die normalen lebensgewohnheiten überhaupt einen einfluss auf den verlauf haben, damit meine ich MB ansich, nicht die symtome. die symtome kann man sicher im gewissen mass beeinflussen.

mein onkel isst gerne schwein, trinkt viel und starken kaffee auch rauchen gehört zu seinen lastern ebenso wie er bei alkohol nicht nein sagt. spezielle gymnastik macht er nicht, ebensowenig hat er je sport getrieben, und dennoch gehts ihm bis auf die versteifung der zwei wirbel blendend, ist inzwischen 67 jahre alt.

ich habe noch vier geschwister, 2 brüder und 2 schwestern, alle ohne anzeichen von MB, HLA B27 ist bei allen positiv. wir haben immer das gleiche zu essen bekommen, und hatten das selbe soziale umfeld in dem wir aufwuchsen,kann deshalb dort auch keinen auslöser entdecken.

aber zu deinen fragen:
was habe ich falsch gemacht ? ohne die ursache zu kennen ist keine antwort möglich, von keinem menschen auf der erde
zuviel schwein gegessen ? liegt es daran, würde es deutlich mehr MB-ler geben, nicht nur die unter 10 % der HLA B 27 positiven.
falsche bewegungen ? was ist eine richtige bewegung ? wenn es sie gibt, wäre sie bei allen gleich ?
nicht die richtigen gene aktiviert ? sag mir welches der rund 25000 gene aktiviert werden muß, wenn denn nur eins dafür verantwortlich wäre und nicht vielleicht eine kombination.

aber irgendwie zeigen deine fragen ( mußt nur gerade herhalten, trifft auf andere und auch mich genauso zu), das der mensch immer bestrebt ist eine antwort zu bekommen, auch wenn es zum jetzigen zeitpunkt keine antwort darauf gibt.
also sucht man sich die passende antwort halt,
ich esse gern schwein, das war bestimmt der auslöser.
ich trinke immer viel kaffee, das war bestimmt der auslöser.
usw. ......

bin ja noch nicht allzulange hier, aber aber viel gelesen in der zwischenzeit.
irgendwie spüre ich dabei eine gewisse grundstimmung, in form von :
ich tue dieses und jenes, und ich habe den MB damit in den griff bekommen, und dir geht es sauschlecht, da mußt du aber was falsch machen.

da ich gewagte hypothesen mag, stelle ich mal wieder eine zur diskussion.
wenn es jemanden besser geht, durch was auch immer, und er darin eine abschwächung des MB erkennt, wer kann behaupten wollen, das es nicht genauso verlaufen wäre, wenn er nichts geändert hätte ?

da muss ich wieder meinen onkel anführen, er hat nichts an seiner lebensweise geändert, dennoch gehts ihm gut, hätte er sein leben nun umgestellt, wäre er sicher mit euch der meinung gewesen, das es genau daran lag, und so der MB besiegt wurde.

bitte nicht falsch verstehn, soll kein aufruf sein, die hände in den schoss zu legen und nichts zu tun, wenn sich jemand ein rezept für sein eigenes wohlbefinden zuschneidert, ist das völlig in ordnung, umd wenn er das gefühl hat den MB damit zu besänftigen, ist es zumindest balsam für die seele, was sicher auch nicht zu unterschätzen ist.

gruß norgk

nighttrain0801
13.09.2008, 21:40
Lieber norgk,

ich darf kurz zitieren:

"... wer kann behaupten wollen, das es nicht genauso verlaufen wäre, wenn er nichts geändert hätte ?"

Mir fällt zu Deiner 'Hypothese' eine (fiktive) Frau ein. Sie verspürt schon seit langem verschiedene Ungereimtheiten, die ihr ihr Körper signalisiert - Symptome einer noch nicht diagnostizierten Krankheit. Die Symptome werden teilweise unangenehm. Sie geht zur Medizinfrau, die ihr dann auch recht fix den Namen einer bekannten Krankheit attestiert. Medikamente seien noch nicht nötig; einzig ihre Nahrung könnte Umstellung brauchen; ein Forum im I-Net gäbe tolle Hilfe, da dort Gleichgesinnte ihre Erfahrungen austauschten. Gesagt, getan. Au Backe - hunderte von Tipps. Das überfordert sie und sie beschließt erst einmal zu lesen, sich Anregungen zu holen; auch einmel selbst den Verlauf ihrer Krankheit zu schildern.

Es kristallisiert sich heraus, dass es 'Lecker' (ihre Lieblinsspeise) sein könnte, die für das Übel - ihre komplette Symptomatik - verantwortlich sein könnte. Sie lässt es fortan weg und siehe da, die Syptome verschwinden gleichzeitig. Dies alles sei zehn Jahre her, als sie von einer neuen Freundin zum Abendessen eingeladen wird. Und was steht auf dem Tisch? Klar - 'Lecker'. Halb, weil sie nicht unhöflich sein möchte, halb, weil sie geradezu Heißhunger auf 'Lecker' hat, langt sie ordentlich zu. Die Quittung folgt, wie Du sicherlich schon vorher erraten hast, auf dem Fuße. Die ganze Symptomatik tags darauf.

Weitere fünf Jahre ohne 'Lecker' bescheren ihr erneut Symptomlosigkeit. Und jetzt liest sie Deinen Post! Sie ist verärgert, weil sie glaubt, die lebendige Widerlegung Deiner Hypothese zu sein. Erst, als ich ihr sage, dass ich Deinen Post weniger für eine Hypothese halte, sondern vielmehr für eine rhetorische Frage; dann auch noch erläutere warum, beruhigt sie sich wieder.

Wie würdest Du ihr begenen, wenn es um die Erörterung 'ihrer' Therapie ginge?

Mit einem Zwinkern in den Augen bedankt sich für Deinen tollen, fast schon filosophischen Post,

Andreas

norgk
13.09.2008, 22:56
hallo andreas,

eine kluge frau deine arztfrau, da keine ursache bekannt ist, immer noch nicht, aber die ernährung als ursache ausgemacht wird.
wenn es hilft, finde ich es für die fiktive frau sehr schön, aber wenn es so einfach wäre, warum wird dann nicht bei allen MBlern die ernährung umgestellt und allen geht es gut ? keine unverträglichen medis mehr und das rätselraten hätte ein ende.
problem ist wohl, das MB soviele unterschiedliche verläufe haben kann, zudem der mensch so individuell ist, das was für einen zutrifft beim nächsten keine wirkung hat. was ja auch sehr schön an der wirkung und verträglichkeit der verschiedenen medis zu sehen ist, wovon hier berichtet wird.

bekannt ist aber, das einige menschen auf bestimmte stoffe reagieren, dazu ist keinerlei vorerkrankung nötig. war in lecker vielleicht ein derartiger stoff vorhanden ?
in dem geschilderten fall könnte auch ein umgekehrter plazebo efekt ins spiel kommen.
so wie zuckerpillen durch den glauben " das hilft mir " krankheiten heilen können, kann sicher auch der glaube " das ist schlecht für mich " ensprechende beschwerden auslösen.

im übrigen habe ich immer alles auf den verlauf von MB bezogen, nicht auf die symtome, die wie ich eingeräumt habe, sicher im gewissen maße beeinflußbar sind.

ich wünsche jedem, das er für sich ein rezept findet, was ihm ein erträgliches auskommen mit MB ermöglicht..
ich muß da nicht mehr groß suchen, seit die versteifung abgeschlossen ist, sind auch die schmerzen ( mag sie kaum so nennen ) auf einen stand der mir keine probleme mehr bereitet,seit über 15 jahren völlig ohne medis.

gruß norgk

schleckerlecker
13.09.2008, 23:24
Hallo norgk,

danke für deinen umfassenden Bericht besser hätte ich es nicht schreiben und formulieren können, leider bin ich nicht so wortgewandt. Du sprichst mir aus der Seele.
Ich gehe da mit meinem HA konform, man soll den Jahren mehr Leben geben und nicht dem Leben mehr Jahre, genau danach lebe und esse und genieße ich.
Ich für mich habe feststellen müssen, dass mein Körper eine natürliches Signal setzt, Nahrungsmittel die ich als Kind schon nicht mochte und auch heute nicht esse vertrage ich einfach nicht, in späteren Jahren hat sich dann auch herausgestellt, dass ich auf Einiges allergisch reagiere, daher bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass in unserem Körper ein Mechanismus besteht der uns schützt und dass wir deshalb auch eine Abneigung gebenüber gewissen Nahrungsmitteln besitzen.

Liebe Grüsse
Karola

aragorn
14.09.2008, 04:38
Hallo Muffi, nochmal zu deiner Ausgangsfrage
Nein, es versteifen nicht alle Bechtis.
Es gibt Rheumatologen, die bezeichnen unsere Krankheit als 'undiff. Spondylarthritis' oder so änlich, solange noch keine Versteifungen vorliegen, erst wenn Verknöcherungen am Röntgen sichtbar sind, ists für die MB, andere Rheumadocs diagnostizieren vielleicht eher, trotz allem, Totalversteifungen, wie von Norgk oder Nobbi sind eher die Ausnahme, nicht die Regel, meist betrifft es nur 'Einzelsegmente', oder durchaus auch keine Versteifungen, bzw nur das ISG, was dann auch, bewegungstechnisch, so gut wie nix ausmacht.

Und nun noch ein klein wenig zu norgk :)


wenn es jemanden besser geht, durch was auch immer, und er darin eine abschwächung des MB erkennt, wer kann behaupten wollen, das es nicht genauso verlaufen wäre, wenn er nichts geändert hätte ?

wenn sich jemand ein rezept für sein eigenes wohlbefinden zuschneidert, ist das völlig in ordnung, umd wenn er das gefühl hat den MB damit zu besänftigen, ist es zumindest balsam für die seele, was sicher auch nicht zu unterschätzen ist.


Hallo norgk
diese Sätze könnten direkt aus dem Mund meines Rheumadocs kommen, so spricht erauch immer mit mir, allerdings hörte ich von ihm noch nie das Wort Gymnastik, allerdings hab ich feststellen müssen, das es mir mit Gym besser geht, als ich es nämlich wieder gelassen habe, gings mir wieder schlechter, mit besser, ohne schlechter, aber wer sagt mir nun, wenn ich nun wieder Gym mache, es nicht sowieso besser geworden wäre ??

Ebenso hält mein Rheuma nichts von Gastein.
'Da können sie ebenso gut in einen Luftkurort'
'Die Wirkung des Radons ist nicht im geringsten bewiesen und wird einfach überschätzt'

Ich frag mich nur, warum ich dort unten immer soviele Bechtis antreffe??

Weißt du norgk, mein Rheuma möchte mir lieber Sulfasalazin verschreiben, er selbst ist jedoch der Meinung, daß das nicht viel bringen wird, aber danach "können wir ja dann auf einen TNFblocker wechseln"
:gruebel:

Die 'Strömungen', die du hier im Forum ausgemacht hast, sind solche, das sich ein Groß auf die Kittel in Weiß verläßt, schließlich haben die das ja studiert ;) und eine Handvoll propagiert halt ständig, daß es evtl. auch anders funktionieren könnte (sehr viele, die mit dieser Methode Erfolg hatten, sind aus dem Forum raus, oder halten ihren Mund, da sie es Leid geworden sind, ständig für Erfolge auch noch angegiftet zu werden)

Sicherlich, bei solchen Verläufen wie bei dir oder Nobbi, ist die Alternativmedizin machtlos; aber war es die Schulmed nicht auch :gruebel:

Wenn ich hier im Forum dann und wann mal meinen Senf dazu einrühre, gehts mir hauptsächlich um die Verläufe, die man durchaus noch positiv beeinflussen kann, Menschen die zwar nach 'bestmöglicher' Medizin rufen, jedoch mit ein klein wenig Selbstkontrolle und Eigenengagement mit ihrer Krankheit durchaus so gut leben könnten.

Wenn ein Fischöl, oder Vit E, oder Schüsslersalze, oder schweinefleischarme Ernährung, oder Kafffeverzicht, oder kohlehydratarm, oder...oder...nichts oder nicht viel bringen, wird man als 'Alternativjunkie' angegiftet, wenn Celebrex oder IBU oder Sulfa unzureichend sind, kommt der Verweis 'probier was anderes'..........

Uli-medizin hilft nicht jedem, IBUprofen hilft bei mir nicht, aber ist Uli-medizin deswegen schlecht ? oder hilft es (nach deiner Aussage) weil er daran glaubt?? --weil dann geh ich in Zukunft her, stell mir in meinem Kopf vor, ich würde gymnastizieren, und schon gings mir besser ;)

Norgk, ich denke, die 'Alternativjunkiemedizinichhelfmirselbst' hat schon ihre Daseinsberechtigung............................... ...............
dein Onkel mag einen für ihn positiven Verlauf gehabt haben, aber wenn alle MBler solch eine Einstellung hätten, müßte ich Muffi antworten:
"90% versteifen, bei den anderen 10% weiß man nicht, was sie falsch machen"

Peter

Seisa
14.09.2008, 09:31
Hallo zusammen,

natürlich gibt es den MBler, der nichts dagegen tut und so lebt und nicht sonderlich leidet. Aber die, die Alternativen suchen und durchtesten, sind ja in der Regel die, die auch leiden. Und sich dem Leid zu ergeben, wäre wohl vernichtend, wir wären ein jammerndes Opfervolk ohne Lebensfreude. Die Suche nach Heilmitteln aber beinhaltet ja Hoffnung und Hoffnung und positives Denken an sich sind ja schon eine gesundheitsförderlichere Haltung als Opferrolle und Schwarzsehen. Klar sucht der Mensch nach Antworten, und überall da, wo es noch keine gibt, setzt halt der Glaube an. Gott ist auch nicht bewiesen, es ist aber Fakt, dass der Glaube helfen kann, schwere Krisen zu meistern. Die kann auch jemand ohne Glauben meistern, andere tun es aber besser mit. Der eine meistet seine Prüfung ohne Glücksbringer, dem anderen geht es besser mit. Faktisch hilft kein Talisman, sondern nur der Glaube daran... Bei vielen alternativen Heilmethoden ist es aber mit Sicherheit nicht nur der Glaube daran, der hilft. Der menschliche Körper ist so komplex, dass eben viele Kleinigkeiten bis hin zu homöopathischen Dosen etwas anstoßen können. So verschieden aber jeder ist, hilft dem eine das eine, dem anderen das andere. Und wenn es viele gibt, denen das eine scheinbar gut getan hat, probiere ich es gerne aus, nicht, weil ich daran denke, dadurch in 20 Jahren vielleicht nicht steif zu sein, sondern weil ich jetzt hier und heute Lebensqualität haben möchte -möglichst ohne die Nebenwirkungen der Medikamente. Die Medikamente tragen auch zu meiner Lebensqualität bei, aber ich versuche sie möglichst wenig einzusezten, weil mein Magen sie nicht so dolle findet. Zum Glück nehme ich aktuell auch nicht mehr als eine Piroxicam die Woche. Und ohne diese hoffnungsvollen Alternativen und Medikamente war ich schon mal an dem Punkt, dass ich dachte, so kann, will und werde ich nicht leben können. -Eine traurige Erfahrung und schön, dass Orthomol Rheumat und abendliche Gymnastik dazu beitragen, dass ich so wieder leben kann, will und werde... http://www.bechterewforum.de/images/icons/icon12.gif
Aktuell probiere ich gerade die Homöopathie aus: habe ein "Med." in einer ganz hohen Q Potenz bekommen, 10 x aufklopfen, dann 1 Tropfen auf 100ml und mit einem Plastiklöffel einen Löffel von einnehmen. -Soll mich allgemein stabilisieren und die Gelenke schützen. Hört sich schon nach Hokuspokus an, aber tut ja nicht weh, kann ich ausprobieren, dachte ich. Nun ist es aber so, dass doch tatsächlich immer, wenn ich das nehme, nach 2 Tagen meine BWS dermaßen in Flammen steht und auf einmal mein Ellenbogen, Finger Zehen, etc. entzündet sind, was vorher nie war. Sezte ich es ab, ist es gleich am nächsten Tag wieder weg... Das habe ich nun mit der Heilpraktikerin ca 6 x ausgeteste in den unterschiedlichen Dosierungen, ging jedes Mal voll nach hinten los. Nun denke ich schon: das kann hier nicht rein der Glaube daran sein, dass was körperliches passiert, denn diese Wirkung wollte ich ja eigentlich nicht haben...
Also, wie auch immer, ich bin dankbar für alle Tipps, seien sie alternativ, schulmedizinisch oder wider allem und völlig kritisch. So bleibe ich bei der Erkrankung am Ball, setze mich hoffnungsvoll mit ihr auseinander und resigniere nicht, weil hier tolle Menschen im Forum sind, die alleine durch ihre Anwesenheit und Mitgefühl schon krankheitslindernd sein können. (Das war das Wort zum Sonntag!!http://www.bechterewforum.de/images/icons/icon12.gif)

Liebe Grüße

Seisa

Monika
14.09.2008, 12:00
Mir geht es gar nicht um die Sache (alternative Methoden), sondern um die Art, wie sie hier angebracht wird.
Von selber Schuld, falsch gemacht, keine Selbstkontrolle oder Selbstverantwortung ist hier quasi alles möglich, was man als Antwort bekommt, wenn man mit diesen Methoden nicht so viel Erfolg hat, auch wenn man sie konsequent anwendet.

Das ist es, was mich ziemlich traurig macht und, wenn man es an sich rankommen läßt, auch ziemlich frustig macht.

Ich achte das Engagement der Leute, die sich so für ihre Sache einsetzen.
Aber mir fehlt das Verständnis für die, die zwar selbstverantwortlich handeln und auch konsequent sind in den Dingen (außer bunte Pillen), die das Leben leichter machen.

Daraus ziehe ich den Schluß, das es so verschiedene Verläufe gibt, das wir selbst mit derselben Erkrankung einen anderen Betroffenen nicht richtig begreifen können.

Das alles heißt doch nicht, Peter, das zB ich finde, das die "Alternativjunkieichhelfemirselbst...." wie du es ausdrückst, für mich keine Berechtigung hätte.
Wieso fühlen sich einige direkt persönlich angegriffen, wenn jemand sagt : It doesn't work? Jedenfalls lange nicht so, wie es hier von einigen geschildert wird.
Was ich natürlich ehrlich super für diejenigen finde, und was mich aufrichtig freut.

In diesem Forum gibt es mehr als 2, die schwer betroffen sind, und für diejenigen ist es oftmals eine Ohrfeige, wenn man dann wieder hört:
Selber schuld, was hast du falsch gemacht?

Ich finde, man kann es auch als alternative Methode ansehen, sich dahin zu bringen, sich zu sagen: "das habe ich richtig gemacht!"

Der Vollständigkeit halber: auch Medis wirken bei mir nicht so, wie ich es mir wünschen würde.

LG und nicht schon wieder böse sein, ok? :)

Maiglöckchen
14.09.2008, 17:35
Hallo,
natürlich gibt es unterschiedliche Verläufe, keine Frage.
Das Forum bietet Menschen, die einem durch ihr Verständnis beistehen können. Es muss aber auch die Menschen geben, die enthusiastisch Ansichten vertreten, die andere mitreißen und für neue Wege öffnen, finde ich. Jede/r von uns hing sicherlich schon einmal im Schmerzteufelskreis und dachte deprimiert, dass es keinen Weg hinaus gäbe. In dieser Situation braucht man einen Strohhalm. „Das hast du richtig gemacht“ oder „Mir hat dieses oder jenes auch nicht geholfen“ würde mir nicht so viel bringen. Ich suche dann eher nach einem "Tritt in den Hintern" und neuen Wegen, die ich ausprobieren kann. Aber es sind eben nicht nur die MB-Verläufe verschieden, sondern auch die Menschen. ;)

Maiglöckchen

Soltar
14.09.2008, 18:02
Hallo

Ja, tolle Diskussion hier - und gut auf den Punkt gebracht z.B. von Norgk.

Das ist ja das Leide, dass eigentlich noch nichts gesichert feststeht, was mit dieser Krankheit im Zusammenhang steht - und jeder hat halt seine eigenen Weisheiten, was ja auch ok. ist., und hält sich daran fest. Ist ja überhaupt bei allem so, was mit Gesundheit zu tun hat: Jeder muss für sich seinen eigenen Weg finden, der für ihn/ sie stimmt....bzw. Segen bringt. Man kann ihn vorschlagen und anregen - aber sollte ihn nicht als absoluten einzig richtigen Weg propagieren. Aber ich finde es eigentlich meist im Rahmen hier, die Diskussionen sind lebendig und vielfältig - ist doch ok!

Gruss Soltar

Werner
14.09.2008, 18:13
hallo,
durch besuche, kleinen und großen treffen, sowie gruppenarbeit kenne ich persönlich gut 90 bechterewler und k e i n e n kann man in die gleiche schablone stecken. sie sind a l l e verschieden.
vielen, sehr vielen sieht man es garnicht an, dass es bechtis sind. und wieder andere kann man schon aus 50 meter entfernung erkennen.

im forum muß und sollte jeder für sich das richtige raussuchen. man sollte vieles auch nicht zu persönlich nehmen. wie hier schon geschrieben steht, sind die menschen verschieden.
es gibt ein sprichwort.... papier ist geduldig !, muß ich alles glauben :rolleyes: ?

es gibt viele gesichter beim bechti und jeder soll sich so geben wie er ist ;)

viele grüße aus DU :)
werner

Uli Dörwald
15.09.2008, 01:06
Na, da muss ich Soltar wirklich beipflichten: Tolle Diskussion!
Komme kaum zum lesen und müsste längst im Bett sein, deshalb nur ganz kurz: Monika hat mich leider missverstanden. Ich habe gesagt 'Ich könnte fragen' . Das ist Konjunktiv, Möglichkeitsform. Die Selbstironie besteht darin, dass ich mich über den Uli von vor 4-5 Jahren lustig machen wollte, der hat so gefragt. Das ist ihm längst vergangen.

Norgks Onkel würde ich sicher gerne einiges fragen, aber ich kann nicht, solange er hier nicht am Forum teil nimmt. Auch aus diesem Grund der Konjunktiv. Allen anderen die sich durch meine nicht so ganz ernst gemeinten Fragen angegriffen fühlen kann ich nur sagen: Sie können, sie dürfen sich das selbst fragen, so wie ich mich das im Falle von Norgks Onkel das selbst fragen würde. 'Müssen' muss hier glücklicherweise niemand etwas und wenn er/sie das als Peitschenhiebe für den inneren Schweinehund gebrauchen kann...bitte, gern geschehen. Die Freiheit kann sich jeder nehmen.

Ansonsten finde ich es toll wenn man einen Arzt hat dem man vertrauen kann. Noch toller wenn man ein Selbst hat dem man vertrauen kann. Am tollsten natürlich wenn man beides hat.

Das wünsche ich euch allen.

Monika
15.09.2008, 08:52
Nö, du hast mich mißverstanden, mein Beitrag bezog sich nicht auf Deinen.
Was ein Konjunktiv ist, weiß ich, keine Sorge ;)

LG Monika

Uli Dörwald
15.09.2008, 09:49
Wie schön,

muss wohl doch noch mal genauer lesen:o :o .
Du meinst doch nicht etwa Andreas Beitrag? Bei dem möchte ich mich bedanken, denn er hat das meiste schon gesagt was ich sagen wollte und natürlich auch Peter und besonders Norgk, der mich offensichtlich genauso verstanden hat wie ich es gemeint habe, aber natürlich nicht nur er:D

Monika
15.09.2008, 10:31
Nein, ich meine niemanden persönlich, sondern sehe es so, wie Uwe in Beitrag 8 schreibt, und in seinen anderen Beiträgen in diesem Thread, die ich auch ausgesprochen gut finde.

LG Moni

nighttrain0801
15.09.2008, 15:51
Ihr Lieben,

Werner hat in seiner Signatur ein klasse Zitat von Jeremias Gotthelf:

Wir sind dazu da, einander das Leben zu versüßen und zu erleichtern, und nicht, zu verbittern und mühselig zu machen.

Gotthelf, seines Zeichens Pfarrer im 'Hauptberuf', bringt es auf den Punkt. Wir sind zwar alle irgendwie Russen aber keiner gleicht dem anderen auf's I-Tüpfelchen. Wenn wir nun alle miteinander zurechtkommen wollen und dann auch noch möglichst konstruktiv, bleibt uns nichts anderes, als den Nächsten zu respektieren. Das heißt sicherlich nicht nur für Gotthelf, ihn zu achten. Für mich bedeutet es, dass ich mich mit wertender Kritik so lange zurückhalte, wie nur irgend möglich. Schon gar nicht darf ich wertend über die Sinnhaftigkeit von Therapieen urteilen, die hier geschildert werden. Hinterfragen hingegen ist erlaubt – ja, erwünscht. In diesem Sinne versuche ich jeden Beitrag zu begreifen, der hier auf mich zukommt.

LG,

Andreas

Soltar
15.08.2010, 15:47
Hallo

Diese Frage mag uns ja auch immer mal wieder beschäftigen. Angenommen jemand ist zwar schon bewegungseingeschränkt, und jetzt käme die Entzündungstätigkeit zum Stillstand.

Wieviel ist da noch zu verbessern? Ja, eben - grundsätzlich erneuert sich der Körper ja ständig. So zum Beipsiel die Riechstrukturen/ - Zellen in der Nase angeblich jeden Monat.

Natürlich war/ ist bei uns ja ein pathologischer Prozess im Gang, der ja bekanntermassen Schäden hinterlässt und auch Knochenbrücken aufbauen kann.

Aber wenn man mal nach Schlangenmenschen googelt, und dann die diversen Videos dazu anschaut..... :eek:

Es ist schon erstaunlich, wie sich die Beweglichkeit der Wirbelsäule durch Training offenbar beinahe beliebig erweitern lässt! Ob das gesund ist, das wäre dann auch wieder eine andere Diskussion, aber allein die Tatsache, dass sowas möglich ist erstaunt doch und ist unfassbar! Diese Leute kommen ja auch nicht so auf die Welt! Wenn man bedenkt, dass die Wirbelsäule ja nach hinten so Dornfortsätze hat, wie kommen die aneinandervorbei? Ich nehme nicht an, dass diese Schlangenmenschen sich vorher einer gefährlichen Operation unterzogen haben!!!

http://www.wissenladen.de/catalog/images/Anatomische%20Tafel%20-%20die%20Wirbelsaeule.jpg

Bildquelle: Wissenladen

Gruss Soltar

Uli Dörwald
16.08.2010, 07:15
Das spricht wohl für tägliches Training;)
Aber nicht übertreiben:dd2

Soltar
17.08.2010, 16:15
Das war indirekt eine versteckte Frage darin:

"Schaffen es Bechtis in ihrem Leben noch zum Schlangenmenschen?" :)

Naja, sorry, das ist etwas Sarkasmus dabei. Aber bin ja auch betroffen - Es sind schon wirklich extreme Gegensätze von uns zu diesen Menschen. Darum doch irgendwie faszinierend. Aber eben - man wäre ja wirklich mit kleinen Erfolgen "in diese Richtung" zufrieden jeweils. Wir sind ja in der Regel genügsam... ;)

Gruss Soltar

Muhammad
23.08.2010, 08:06
Hallo ihr Lieben

was wären wir Bechtis ohne unseren Sarkasmus? Bei mir hat sich die Beweglichkeit zumindest weitgehend durch Krankengymnastik und Gerätetraining erhalten. Versteifen alle Bechtis? Ich meine ja, aber der eine mehr, der andere weniger, mal mit mehr oder weniger Skoliose oder Lordose. Meine Verteifung geht zurzeit wegen Humira schneller als bei herkömmlicher Behandlung. Da meine Nieren mit Niereninsuffizienz auf NSAR reagiert haben, gibt´s nicht mehr allzuviele Schmerzmittel. Als Schlangenmensch würde ich wohl ziemlich dreieckig aussehen!

liebe und sch(m)erzhafte Grüße
Momo

Uli Dörwald
23.08.2010, 15:23
Versteifen alle Bechtis? Ich meine ja, aber der eine mehr, der andere weniger, mal mit mehr oder weniger Skoliose oder Lordose. Meine Verteifung geht zurzeit wegen Humira schneller als bei herkömmlicher Behandlung.

Einspruch Euer Ehren:) ,

es ist amtlich erwiesen dass nur 10 % versteifen. Und wenn das bei Humira eher der Fall ist, dann sicher nur weil es einem zu gut geht, man sich quasi gesund fühlt und somit das tägliche Turnen 'vergessen' wird.

Würd' mich also nicht wundern wenn die Versteifungsrate in Zukunft, gerade bei den MBlern die beruflich wenig Bewegung haben und auch in der Freizeit nix tun, die Versteifungsrate wieder steigt:(

Hiob winkt mit dem Damoklesschwert:p

krabat2009
24.08.2010, 07:53
Hallo Uli,

kennst Du einen Artikel oder so aus dem die 10% stammen? Für mich als noch nicht allzu lang diagnostizierte wäre das mal eine gute Motivation. Als ich letztes Jahr nach meiner Diagnose in einem Artikel über den unterschiedlichen Verlauf bei Frauen und Männern auf der DVMB-Seite las, fand ich die Zahlen bezüglich des Versteifungsverlaufes doch eher ernüchternd. Die beruhten allerdings glaube ich auf einer Patientenbefragung aus den 90ern.

Schöne Grüße,
krabat2009

Uli Dörwald
24.08.2010, 08:25
Wenn du hier unter 'Suchen' 'Versteifen, Verknöchern' eingibst könntest du fündig werden.

Auch 'Professor Dr. Senn, Versteifen reversibel'. 'Verlauf, Bechterew'
Wenn es nicht klappt, dann kann man evl. bei der Eingabe bei google erfolgreicher etwas finden, sogar hier im Forum.

Habe es mal eben hiermit versucht : 'Versteifung, Verknöcherung, Häufigkeit, Bechterew' , war aber nicht so erfolgreich. Die Artikel über MB sind gerade was die Prozentzahlen angeht sehr widersprüchlich und bei der Beschreibung des Verlaufs könnte man denken das MB immer und zwangsläufig zur Versteifung führt.
Einerseits mag da der eine das dumme Zeug vom anderen abschreiben. Andererseits werden die 'Vorstufen' des MB nicht mehr so einfach als MB diagnostiziert. Erst bei nachweislicher Verknöcherung herrscht 100%ige Sicherheit.

Für einen Frischdiagnostizierten finde ich aber diese Beschreibungen gemeingefährlich, denn es müsste eben viel stärker betont werden in welch erheblichen Maß der Verlauf von dem Verhalten des Diagnostizierten abhängt.
Ich kann mir vorstellen dass man da ganz anders rangeht wenn einem gesgt wird : 'Du wirst sowieso versteifen' oder ' Durch Eigenverantwortliches Handeln (täglich Turnen, Ernährungsumstellung) kannst du das Fortschreiten massgeblich selbst bestimmen, Aufhalten, evtl. (Senn!) auch umkehren.

Insbesondere die Leute für die das Glas immer halbleer ist sind besonders gefährdet;)

Uli Dörwald
24.08.2010, 08:55
so, nun doch etwas unter

Quelle: Medizininfo (medizinfo.de/rheuma/arthritis/spondylitis_ankylosans.htm)

gefunden:

Prognose
80 Prozent der Betroffenen können, auch mit eingeschränkter Beweglichkeit, weiterhin voll berufstätig sein
Spondylitis ankylosans verläuft nicht immer gleich. Es gibt erhebliche Unterschiede in der Schwere der Erkrankung. Eine aktive Mitarbeit der Betroffenen wirkt sich positiv auf den Verlauf aus. Bei etwa 80 Prozent der Betroffenen ist weiterhin eine Erwerbsfähigkeit möglich, auch wenn oft die Beweglichkeit eingeschränkt ist. Nach der Diagnose sollte jeder mit seinem Arzt die berufliche Situation besprechen. Bestimmte Berufe, z. B. mit starken klimatischen Belastungen, wirken sich ungünstig auf die Entwicklung der Spondylitis ankylosans aus. Nur bei etwa 10 bis 20 Prozent der Betroffenen ist der Verlauf so schwerwiegend, dass es zur fortschreitenden Versteifung kommt, die schließlich langfristig zu schweren Behinderungen führt. Zu jeder Zeit kann Spondylitis ankylosans aber auch ganz zum Stillstand kommen.

Nobbi
24.08.2010, 19:15
von Muhammad
Meine Verteifung geht zurzeit wegen Humira schneller als bei herkömmlicher Behandlung.

wie kommst du zu dem schluss?
ich kann wohl bestätigen das humira die versteifung nicht aufhält, aber es versetzt mich in die lage mich überhaupt soweit zu bewegen das ich fähig bin der versteifung selber entgegenzuwirken.


von uli.d:
Und wenn das bei Humira eher der Fall ist, dann sicher nur weil es einem zu gut geht, man sich quasi gesund fühlt und somit das tägliche Turnen 'vergessen' wird.
möglich.
vielleicht eine frage der einstellung :gruebel:

nobbi

Soltar
25.08.2010, 18:49
Das mit den 80 %, die noch voll Berufstätig sein können halte ich für eine Mär.

Ueberhaupt ist ja Rheuma allgemein die Krankheitsgruppe, die am meisten Fehltage hat. Das habe ich mal in einem anderen Thema vom "Rheumatag" übernommen, wo das so stand. Schon in den ersten Jahren gibt es viele Fehltage, und in späteren Jahren sind dann immer weniger noch Berufsfähig - zudem ist kaum ein Arbeitgeber bereit so viele Fehltage zu akzeptieren.

Wahrscheinlich tauchen die vielen Bechtis bei denen Arbeit absolut unmöglich ist ab, weil sie sich schämen - weil ja offiziell immer verkündet wird: "Bechterewler bleiben voll arbeitsfähig" So ein Stuss!

Aber ja - es gibt da eben grosse Unterschiede auch innerhalb dieser Krankheit - sehr grosse.

Naja. Manchmal denk ich einfach, dass wir hier in verschiedenen Welten leben.

Aber damit muss man offenbar auch leben.

Grüsse Soltar

PT1303
26.08.2010, 06:31
Das mit den 80 %, die noch voll Berufstätig sein können halte ich für eine Mär.



Hallo Soltar,

das kann ich aber so als pauschale Aussage nicht stehen lassen. Es kommt doch immer darauf an, wo man arbeit bzw. welcher Beruf ausgeübt wird. Wenn ich meinen Arbeitgeber mit ca. 700 Beschäftigten nehme, haben wir soweit ich weiß, 3 Bechtis, die so gut wie nicht krank sind. Ich habe deswegen vielleicht in den letzten 2 Jahren 1 Woche deswegen gefehlt, der 1 Kollege gar nicht und der andere 1mal wegen Irititis 4 Wochen. Auch was die "normalen" Rheumakranken betrifft, sind dort die Arbeitsunfähigkeiten gering.

Es ist vielmehr so, dass die nicht chronisch Kranken die längsten Ausfallzeiten haben.

Bechtis sind meiner Meinung nach auch nicht so empfindlich.

LG
Petra

Uli Dörwald
26.08.2010, 07:52
Danke Petra!

Und wenn, dann ist es nicht unbedingt der Bechterew oder Rheuma der für die Arbeitsunfähigkeit verantwortlich ist, sondern der Kopf.
Meine Bewunderung gilt jenen die trotz Behindertenstatus als Angestellte voll arbeiten, manchmal mit Überstunden, den Selbständigen die oft weit mehr als 10 Stunden am Tag arbeiten und dann noch Zeit fürs Forum haben.
Der Großteil allerdings dieser 80 % wird wohl eher eine arbeitende und schweigende Mehrheit sein und das Bild hier im Forum könnte dadurch verzerrt wirken.

Nobbi
26.08.2010, 19:54
sehe ich auch so.
ich war in der ganzen zeit, gut 20 jahre, ganz zu anfang nur ein mal wirklich wegen MB krankgeschrieben, und dann noch ganze 8 monate am stück nach der aufrichtung 2005, aber danach auch nicht mehr wegen MB.

wenn ich sehe wie oft welche wegen "rücken" AU sind...

auch habe ich die erfahrung in diversen rehas gemacht das die meisten da auch arbeiten, hauptsächlich die männer, was keine wertung oder so sein soll!

die möglichkeit vorzeitiger erwerbsunfähigkeit ist natürlich gegeben, und für so manchen irgendwann auch ein finanzielles rechenexempel, da nehme ich mich nicht aus, auch wenn ich das nicht sehe :rolleyes:

nobbi

Dörrpflaume
26.08.2010, 20:09
Ich habe gelesen, dass die häufigste Ursache "Muskel- und Skeletterkrankungen" seien. Das wird wohl so sein, jedoch zählen dazu nicht nur sämtliche Rheumaformen, sondern auch Beschwerden, Abnutzungserscheinungen nach jahrelanger hoher körperlicher Belastung bei der Arbeit (z. B. Baugewerbe u. Pflegeberufe) u. garantiert auch infolge von Leistungssport.

Aber was nützt einem die Zahl, und die Frage, zu welchem Prozentsatz man gehört/gehören wird? Wichtig ist, dass man sich bewusst macht, dass es passieren kann u. man wenigstens versucht, es zu verhindern. Und egal, ob es gelingt, in welchem Maße oder eben nicht, man sollte es auf jeden Fall versuchen - weil wenn es einem gelingt, und sei es nur teilweise, dann ist es eine irre schönes Gefühl. Man weiß, dass man selbst zu seinem Erfolg nicht unwesentlich beigetragen hat.

Und dann sollte man aus meiner Sicht das Leben einfach nehmen wie es ist, denn es gibt trotzdem viel Schönes und auch immer Schlimmeres. Ich betrachte die Krankheit auch als ein Geschenk. Mein Körper hat mir in jungen Jahren gezeigt, dass ich auf ihn achten muss u. so betreibe ich weniger Raubbau, als "Gesunde", die noch gar nicht wissen, was sie gerade ausbrüten.

Interessant sind Fragen von Leuten, die schon vorher andere Bechtis kennengelernt haben, mit ihnen gar befreundet sind. Da habe ich inzwischen schon 3x zu hören bekommen, dass es unglaublich sei, dass ich die selbe Krankheit haben soll (mir sieht man es nicht an). Von den Anderen hieß es, sie seien eingesteift bzw. seien auf dem "besten Wege", würden aber auch nichts in der Form dagegen tun, wie ich, vor allem was Gymnastik betrifft. Deshalb für alle Neuen hier auch von mir: Selbst ist die Frau/der Mann - packts an! Hilfe holen, so viel wie nötig, aber selbst ergründen was einem gut tut, entsprechend handeln, heute, nicht erst morgen und nicht sinnlos grübeln. Es ist wie es ist.

Vor diesem Hintergrund, was man mir erzählte, würde mich, genau wie Uli, auch sehr interessieren, was stärker durch die Krankheit "gebeutelte" diesbezüglich selbst über sich denken. Und wenn dem so wäre (was ich bereits von einem weiß, dass es bei ihm so ist), dass der eine oder andere selbstkritisch denkt, ja, ich hätte gleich von Anfang an mehr tun sollen, dann sprecht es bitte ehrlich aus. Es geht nicht darum, wer Recht hat, weil es ist nun mal bei jedem anders. Aber auch wenn jede Generation ihre eigenen Fehler machen will und wird, Euere Botschaft wird trotzdem helfen. :o Das war mein Wort zum Donnerstag, Sonntag war auf Seite 1 ;-)

Liebe Grüße
Dörri, die jetzt großen Durst hat

P.S. an Nobbi
"... die möglichkeit vorzeitiger erwerbsunfähigkeit ist natürlich gegeben ..." - vonwegen, das "Senior" unter Deinem Namen hat andere Gründe, Sportfreund junges Reh!!! :lolenderzinker:

Soltar
27.08.2010, 01:08
Jaja, wahrscheinlich "im Kopf"...

Eben - es wird sogar noch die psyche pathologisiert usw.

Anstatt dass man anerkennt, dass es total verschiedene Verläufe gibt.

Aber könnte ich noch Marathone laufen, würd ich ja wahrscheinlich auch ganz anders reden.

Ich weiss einfach von vielen hier drin, dass sie nicht mehr arbeiten können - absolut unmöglich. Und ich kenne auch neben dem Forum solche.

Und ich weiss auch von Geschichten wo Bechtis entlassen wurden, weil sie eben zuviele Fehltage hatten - weil das kann ein Arbeitgeber ja nicht dulden. Aber Rheuma...Bechterew hat nunmal Fehltage! Und zwar nehmen die rapid zu. Und Rheuma hat die meisten Fehltage und Berentungen - das ist auch ein Fakt! Nur bei den Bechterewlern hält sich dieser Spruch: "Voll arbeitsfähig" hartnäckig.

Ausserdem kenn ich so Arbeitsgeschichten, wo einer auch noch voll gearbeitet hat, aber mit seiner verkrümmten Haltung und Schmerzen war es einfach eine totale Zumutung für alle Beteiligten, inkl. natürlich vorallem für ihn selber!

Und dann ist da ja noch die Mediverträglichkeit - diejenigen die sich damit "abfüllen" sind vielleicht noch länger arbeitfähig....vielleicht. Und wenn man sie nicht mehr verträgt, Komplikationen hat? Und dann kommt es noch auf soziale Faktoren an: Die Männer die eine Frau haben, die zuhause alles macht, womöglich noch die Kleider kauft, und bereitlegt, wäscht sowieso - der ganze Haushalt usw....und natürlich auch die Psyche stabil hält usw. - das ist schon was anderes! Und was ist mit Depressionen? Begleiterkrankungen? Ein Drittel hätte Depressionen ..

Die Arbeitswelt verlangt doch heutzutage 150 %

Ja, eben. Es wird einfach weiterhin so getan, wie wenn es das nicht gibt, und die die nicht mehr arbeiten können werden in der Bechterewkomune stigmatisiert und sind dann wohl einfach....

...ach das sch.. mich wirklich derart an immerwieder.

Aber ich könnt ja von mir aus denken was ihr wollt - ich weiss, dass es nicht stimmt. Sogar Aerzte halten dieses Ideal hoch - obwohl es einfach total neben der Realität ist.

Schöne Grüsse

Soltar

PT1303
27.08.2010, 06:54
Zitat Soltar
Aber ich könnt ja von mir aus denken was ihr wollt - ich weiss, dass es nicht stimmt. Sogar Aerzte halten dieses Ideal hoch - obwohl es einfach total neben der Realität ist.

Hallo Soltar,

ich habe den Eindruck, sorry wenn ich das so sage, dass Du einfach frustriert und mit der Welt und Dir unzufrieden bist.

Zitat Soltar
Ich weiss einfach von vielen hier drin, dass sie nicht mehr arbeiten können - absolut unmöglich. Und ich kenne auch neben dem Forum solche.

Was diese Aussagebetrifft, so habe ich etwas gegen pauschale Aussagen. Wer vielleicht auf dem Bau oder einem Logistikzentrum arbeitet, kann wahrscheinlich nicht bis zur Rente arbeiten, wer aber in einem Büro arbeitet, da ist die Wahrscheinlichkeit um einiges höher, bis zur Rente arbeiten zu können. Und das Menschen, die körperlich schwer arbeiten müssen, dann auch häufiger krank sind, ist eigentlich logisch. Die sind auch häufiger krank, wenn sie keinen Bechti haben als Menschen mit einem nicht so anstrengenden Beruf.
Wenn ein einfachen Rechenspiel zugrundegelegt wird, sind auch manchen Zahlen bzw. entstehen bestimmte Eindrücke. Es gibt mehr Männer mit MB als Frauen. Männer haben häufiger körperlich anstrengende Berufe.
Beispiel: 10 Mbler, davon 8 Männer mit anstrengenden Berufen, 2 Frauen Büroberufe. Da die Männer dann öfter krank sind, was sie wahrscheinlich auch ohne Bechti wären, sieht das natürlich sehr dramatisch aus.

LG
Petra.

Uli Dörwald
27.08.2010, 09:32
Da drehen wir uns wohl immer nur im Kreise. Ich sage : 'Das Glas ist halb voll' und unser bekennender Idur Ratlos sagt immer wieder: 'Aber so schau doch genau hin, es ist halbleer!'.

So kommen wir nicht weiter. Hier geht es doch darum Leuten mit MB zu helfen. Da ist es auf jeden Fall besser den MB bei den Hörnern zu packen und nieder zu ringen. Das gelingt sicher besser mit der Einstellung 'Das Glas ist halbvoll'.
Und wenn die Psyche da nicht mitmacht, dann sollte man das genauso ernst nehmen und sie behandeln, damit auch der Kampf gegen den MB besser gelingt.

Rein praktisch allerdings ist 'Im Kreise drehen' eine sehr sinnvolle Übung aus den 'Fünf Tibetern' (youtube) die ich bei MB nur empfehlen kann.

Doris
27.08.2010, 15:31
Ich habe mir eure Beiträge durchgelesen und kann nur aus eigener Erfahrung sagen das so idividuell wir alle sind, so verläuft auch diese Krankheit. Ich bekam schon mit 27 Jahren meine EU-Rente und nicht weil ich von mir aus darauf gedrängt habe, sondern auf anraten meines Arztes. Ich wollte gar nicht so früh in Rente gehen und habe es auch noch eine Weile ausgehalten bis mir die Colitis einen Strich durch die Rechnung machte. Wegen der vielen Schmerzmittel hatte ich eine Dickdarmperforation und das wäre es beinahe gewesen. Zu der Zeit waren meine Kinder noch klein und nach Arbeit,Haushalt und Familie hatte man nicht mehr viel Lust auf Gymnastik und griff schneller mal zu Schmerzmitteln. Mit dem Wissen heute würde ich einiges anders machen.

Gruß Doris