PDA

Vollständige Version anzeigen : ...die Psyche


Geeee
02.09.2007, 20:49
Liebe Leute

Unser aller russischer Freund meldet sich ja meist beim Übergang von der Jugend ins frühe Erwachsenenleben.

Das ist ja sehr oft keine krisenfreie Zeit, bei mir jeden falls war es keine sehr schöne Zeit. Ich hatte schwer daran zu kämpfen meinen Lebensweg zu finden...
Details gibts per PM, auf Anfrage.

Meine Frage an Euch:

:lupe: Besteht ein Zusammenhang zwischen MB und der Psyche?
Eine Physiotherpeutin sagte mir das.
Hat jemand Erfahrungen in die Richtung?

Nehmen wir an ich würde alle Konflikte lösen, und alles wäre gut, würde der Russe dann halt machen?

Wirklich: Die ersten Sympthome traten bei mir in einer Zeit auf, an die ich mich lieber nicht erinnere. Und es besteht für mich absolut kein Verdacht dass der Bechterew die Krise verursacht hätte.

Beppo
03.09.2007, 08:41
hallo, Geeee,

... und ob es einen Zusammenhang gibt!! Sicher bei Manchen nicht so offensichtlich, bei Anderen dafür sehr belastend. Der DVMB ("Deutsche Vereinigung... - siehe ganz oben links in braun) hat jedes Jahr ein Seminar, das erste vor einigen Jahren hieß noch "Morbus Bechterew und die Psyche". ich war dort und auch im Folgejahr nochmal. Der vortragende Experte ist Dr. F. aus Darmstadt; ich weiß, daß er auch in Österreich Seminare leitet.
Bezeichnenderweise hat man den Titel des Seminars ändern müssen, da das böse Wort "Psyche" drin vorkommt und damit die Wenigsten etwas damit zu haben wollen. Mehr Infos über den Verband, sicher auch in Österreich.
Mir hats sehr geholfen, die Hintergründe und Wechselwirkungen von Geist und Seele zu erkennen.
Gruß,

PIPI 78
03.09.2007, 09:34
Hallo Geee,

meiner Meinung nach hängen Mb und auch alle anderen chronischen Erkrankungen sehr eng mit der Psyche zusammen. Ich denke, jeder hat da eine andere Einstellung und Sichtweise drauf, wie eben auch bei anderen Einflussfaktoren (Ernährung, etc.).
Viele Therapeuten sind der Meinung, das bei Autoimmunerkrankungen der Körper sich gegen sich selbst richtet und dass nicht ohne Grunde.
Ich denke man sollte sich schon fragen: will mein Körper mir damit etwas sagen? Gehe ich gut mit mir um? Tue ich meinem Körper, meiner Seeele Gutes? Für was könnte die Erkrankung stehen, oder auf was will sie hinweisen und mich aufmerksam machen?
Lebe ich z.B. (ich denke mir dass nur zur Verdeutlichung aus) seit Jahren in einer Ehe, die aber nur aufrecht erhalten wird, weil beide Angst vor dem Alleinsein haben, das zusammenleben einem selbst aber kein Glück beschert und eher belastend ist und dass schon seit Jahren, dann kann der Geist und die Seele sich dagegen wehren, dies wahrzunehmen, aus Angst. Jeder hat schließlich gute Verdrängungsmechanismen. Als letzter Ausweg sucht sich dann der Körper einen Weg, das Unwohlsein auf seelischer, geistiger, körperlicher Ebene auszudrücken. Das kann man auf vieles beziehen, ständige Überbelastung, trauma in der Kindheit, etc.

Liest man über MB, dann steht da auch häufig, dass die Krankheit bei vielen Personen dann ausbricht, wenn es zuvor ein sehr belastenden Erlebnis gab (Unfall, Trennung, Tod, etc.)

Ich gehe den Weg, dass ich MB und meine psychische Situation im Zusammenhang sehe und fahre damit sehr gut. Ich mache auch eine Therapie und ich merke, dass je mehr ich mich selbst und meine Geschichte begreifen lerne, ich anfange, auch hinter die Dinge zu sehen und nicht alles zu machen und zu tun, weil ich denke dass es so sein muß es mir besser geht. Je mehr ich mich selbst kennen und akzeptieren lerne, je mehr ich mir Rücksicht und Achtung entgegen bringe und mir selbst gutes tue, desto besser geht es mir gesundheitlich und auch psychisch. Dazu muss ich sagen, dass ich auch schon Jahre lang andere psychosamtische Beschwerden habe (seit ich 18 bin) und eine Depression und Ängst hatte, welche aber weg sind. Und ich kann sagen, dass es mir so gut geht wie nie in meinem Leben zuvor, auch wenn mich der MB zwickt, den ich aber als Barometer dafür sehe, was ansteht, wie es mir geht, was ich eigentlich will und ob ich mir gutes tue. Ich habe den MB als Chance begriffen, dass ich etwas ändern muß, denn die anderen Geschichten mit denen ich mich rumgeschleppt habe und rumschleppe, hab ich versucht zu ignorieren und wollte trotzdem so weiterleben, wie immer.

Viele Grüße, PIPI 78

Ulmka
03.09.2007, 21:33
Hallo Geee,

es besteht ganz sicher ein Zusammenhang zwischen MB und Psyche! Zum einen weiß ich noch vom Studium her, dass gewisse Hirnregionen je nach Gemütslage verursachen, dass Immunbotenstoffe ausgeschüttet werden oder eben auch nicht - und zum anderen merke ich an mir selber, dass der MB immer schlimmer wird je mehr ich unter negativem Stress stehe. Kann ich dann den Stress abbauen (z.B. im Urlaub oder in der Reha) geht es auch den Knochen deutlich besser....

Liebe Grüße :knuddel:

Lydia

Uli Dörwald
07.06.2009, 14:54
Diese Zusammenhänge die in den früheren Beiträgen beschrieben wurden können auch erklären warum bei so manchem weder Ernährung noch Bewegung und auch das ganze Arsenal der Schulmedizin wenig bewirkt.

Ein Beispiel aus einem ganz anderem Bereich. Ein sehr guter Freund von mir leidet seit Jahren unter zu hohem Blutdruck, aber auch Panikattacken. Er ernährt sich seit einigen Jahren recht bewußt, nimmt sogar seit ca. 2 Jahren Fischölkapseln und fährt 5 x die Woche mit dem Fahrrad zur Arbeit, also ca 20 Km.
In letzter Zeit nahm die berufliche Belastung sehr zu und kürzlich wurde er mit über 220/180 Blutdruck ins KK eingeliefert.
Die Schulmedizin hat alles was zur Blutdrucksenkung zur Verfügung steht aufgefahren, nichts half. Erst als sie ihm Tavor gaben, ein starkes Beruhigungsmittel, ging der Blutdruck zurück, so dass er schon nach drei Tagen entlassen werden konnte.
Er wurde in eine Somatische Klinik überwiesen. Der Grund seiner seelischen Unruhe muss gefunden werden und die muss er wie auch immer (Psychotherapie, Meditation, Beruhigungsmittel? Seine Entscheidung!) in den Griff bekommen, alles andere kommt danach.

Interessant wäre ob ähnliche Erfahrungen auch auf MB übertragbar sind. Das heisst, ob der Durchbruch zum Erfolg erst durch eine psychosomatische Behandlung kam. Für die Ärzte meines Freundes war es wohl auch vergleichsweise einfach zu erkennen, dass sie an ihre Grenze geraten waren.

Hat jemand Erfahrungen mit psychosomatischer Behandlung?

schnuppelchen
07.06.2009, 15:10
Jo,
ich wie Du weißt und nicht zu knapp- die Eßstörungen lassen grüßen.http://www.bechterewforum.de/images/icons/icon10.gif
Als ich 2001 in Bad B. in der Psychosom. war, bekam ich während meines Aufenthaltes dort eine Entzündung im Handgelenk - da nannte ich die Entzündungen im ISG schon fast 5 Jahre mein eigen - allerdings ohne Diagnose. Zurück zu Hause bekam ich erst einen Gips , dann eine Handmanschette mit Metallschiene , bis ich nach 5 Wochen einem Chirurgen vorgestellt wurde , der mir ganz klar sagte, ich sein " ein arthritischer Kandidat " .

LG, Kerstin