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Vollständige Version anzeigen : moralische tiefs


Schuko1st
08.02.2007, 06:50
hi,
ich bin normalerweise ein typ, der wenn er probleme hat mit seinen freunden drüber spricht. in letzter zeit ist es aber so, dass ich mich gar nicht mehr trau, meine wenigen freunde die ich habe, vollzuquatschen. hab immer häufiger solche tiefs, die hauptsächlich durch meine krankheit ausgelöst werden.
job weg, angst vor der zukunft, angst dass die umschulung nicht durch geht, angst keinen neuen job zu finden, angst meine familie nicht mehr ernähren zu können, angst, deswegen die wohnung zu verlieren, angst, dass der scheiß noch schlimmer wird, angst vor der anstehenden arbeitslosigkeit.
ich weiß echt nicht mehr was ich machen soll und ich will mit meinen sorgen auch niemanden belasten. es reicht, dass ich mir sorgen mach.
wenn ich so ein tief hab, weiß ich auch dass es wieder vorbei geht, aber ich hab das gefühl dass es jedesmal an mir zehrt. jedes mal hab ich weniger kraft und jedesmal hab ich das gefühl, dass ich mehr kraft brauche um es zu überwinden.

HH-Jung
08.02.2007, 09:19
Moin Marius,

diese Gefühl kannte ich auch.
Bei mir war es damals ähnlich, es nennt sich Existentangst !
Das ist schonn bei mir auch ein problem gewesen, da auch ich irgendwann nicht mehr die Leute zuquatschen wollte .
In wirklichkeit, habe ich die Erfahrunge gemacht, intressiert es sie nicht !
Es sind solch floskeln wie zb. und wie geht ? !
Da kann ich mittlerweile garnicht mehr drauf, habe viel mit mir selber ausgemacht, und bin dann zu einer Psychologin gegangen .
Dort konnte ich meine Sorgen und Ängste loswerden, da sie völlig neutral war, und es auch ihr Job ist, sich sowas anzuhören .
Ich musste mich mal ausquatschen, und das tat mir gut .
Da ich auch das Gefühl hatte, das es sie auch ernst nimmt, und meine Ängste und Sorgen versteht !!!!

Es gibt bei der KK eine Beratungsstelle, dort solltest du mal nachfragen, und dich ev. mal schlau machen wegen eines Gesprächs mit einer Psychlogin .

Wenn ich dir noch mehr helfen kann, sag Bescheid da auch ich im Moment daheim bin .


Alles gute und Kopf hoch,


Gruss Jörg

Ulmka
08.02.2007, 21:14
Hallo Marius,

ich denke, Jörg hat Recht - eine professionelle Hilfe würde dir glaube ich ganz gut tun.... und bis du dich dazu durchringen kannst, kannst du jederzeit auch deine Sorgen hier loswerden denn wir verstehen dich sehr gut - es geht vielen ja ähnlich! :trost:

Liebe Grüße :knuddel:

Lydia

Schuko1st
09.02.2007, 08:01
Hallo ihr Lieben,
danke, dass ist schön zu wissen. Ich denke, dass das auch von selbst mal besser wird. Wenn das mit der Umschulung mal durch ist und ich mich auf der Schule angemeldet hab, ist dazu mal ein großer Schritt getan. Es wäre mir schon geholfen, wenn heute endlich mal das Krankengeld überwiesen wird und ich die Miete zahlen kann...
Wünsch euch ein schönes Wochenende!

HH-Jung
09.02.2007, 08:18
Moin,


hast du mal bei der Krankenkasse nachgefragt, wegen dem Krankengeld ?
Die vergessen sowas auch mal ganz gerne, war bei mir neulich so .


Gruss Jörg

Silberstreifen
09.02.2007, 08:34
Lieber Schuko
Menschen mit Herz verstehen dich. Menschen, die dich mögen, auch. Du schreibst, du hast eine Familie. Wenn es dir so geht wie uns damals, dann waren mein Mann und ich bemüht, einander zu schonen. Wir haben viel mehr über Lösungswege aus der Arbeitslosigkeit gesprochen als über unsere Befindlichkeiten. Und so lebten wir im wahrsten Sinne des Wortes nebeneinander her, in einer Zeit, da wir uns beide so sehr gebraucht hätten. Es ergab sich daraus eine Wechselwirkung: Wenn es dem einen psychisch schlecht ging, rappelte sich der andere auf und stützte, und umgekehrt. Toll, könnte man sagen. Im Nachhinein war es das aber nicht. Gemeinsam einsam zu sein ist in etwa das Schlimmste, was es gibt. Wenn ich mit meiner Vermutung richtig liege, dann nimm den Schongang raus und teile dich deiner Frau mit. Sie wird es dir danken, indem du sie aus einer Rolle befreist, die sie kaum zu bewältigen vermag. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Daran glaube ich ganz fest. Du musst nicht die ganze Last alleine tragen.
Herzlich, Silberstreifen.

pinsel
10.02.2007, 19:15
Lieber Schuko,:trost:

es tut mir für dich sehr leid das du dich momentan so schlecht fühlst.
Ich kann das sehr gut nachvollziehen es ist ja auch immer das gleiche als wenn nicht MB nicht schon bescheiden genug ist, nein dann kommen auch noch Sorgen wegen des Jobs und der Familien usw.


Hoffe das du bald bescheid bekommst ob und wann du die Umschulung beginnen kannst. Drücke dir auf jedenfall die Daumen.:dd2

Das Schlimme ist ja das alle Fragen wie es einem geht und so Sätze wie mache dir keine Sorgen du schaffst das schon. Mir gehen diese Floskel so auf die Nerven.

Ich war auch immer lebensfroh und lustig und völlig ausgeglichen aber momentan bin ich wie ausgewechselt. Nicht zuletzt weil mir während ich im Krankenhaus lag gekündigt wurde nein es kommt noch besser.

Mein Partner und ich hätten gerne Kinder und versuchen es auch schon eine ganze Weile und nun haben wir letze Woche auch noch die Diagnose bekommen das mein Partner zu 90% keine Kinder zeugen kann.:trost:

Also glaub mir ich kann deinen Kummer echt nachvollziehen.

Mein neues Motto ist Himmel hoch jauchzend zu Tode betrübt.



Also bis dahin Deine Pinsel:guna:

PIPI 78
11.02.2007, 17:13
Lieber Schuko.....
ich fühle mich da gerade ähnlich.
Seit 3 Monaten kann ich mich nicht richtig bewegen- hab in der Uni wichtige Prüfungen im Hauptstudium absagen müssen und ebenso meinen Job auf eis gelegt, mit dem ich mein Studium finanziere. Ich habe das Gefühl, dass mich außer einer Person niemand mehr auffangen kann- und das man auch uninteressant wird, wenn man nicht diverse Aktivitäten mitmachen kann wie tanzen, spazieren gehen, etc.....So langsam scheint sich zu zeigen, wer wirkliche Freunde sind und wer sich wirklich für einen interessiert. Leider bleibt da kaum jemand übrig und das ist sehr, sehr schlimm. Zudem habe ich mich vor 4 Monaten erst nach jahren Beziehung getrennt.
Ich gehe auch zu einer Therapeutin- und das hilft mir wirklich sehr gut. vielleicht wäre das auch eine Möglichkeit für Dich, um Deine Ängste loszuwerden. Über manche Ängste möchte man ja auch einfach nicht mit nahestehenden Personen sprechen- damit sie sich nicht noch mehr sorgen, weil es einem unangenehm ist, etc......

Ich hoffe das du einen guten Weg für dich findest und wünsche Dir viel Kraft dafür,

Pipi78

Maiglöckchen
12.02.2007, 07:47
Hallo Schuko,
wenn du dir professionele Hilfe holst,heißt es nur, dass du die Sache angehen und nicht verdrängen willst. Und das ist gut!

Hallo PIPI,
jetzt verstehe ich deinen anderen Thread besser. Du bist in einer Mistzeit ( hatte ich auch ´mal ) Prüfungen, Trennung etc. und die liebe Psyche spielt eben immer mit. Die wenigen Freunde, die übrig bleiben, das sind die wahren Freunde. Insofern ist es auch eine lehrreiche Zeit, die dir die Augen öffnet. Alles ist für irgendetwas gut und für dich kommen garantiert wieder andere Tage. Ich wette mit dir, dass der MB dann seltener aufmuckt. Ach ja, und egal wie dicht der Terminkalender ist: Gymnastik machen, täglich, und wenn du früher aufstehen musst :)

Liebe Grüße

Maigöckchen

Lena
12.02.2007, 08:30
Hallo Leute,

@ Schuko1st,
zur Zeit hast du wirklich eine sehr schwere Zeit, das verstehe ich gut und wie auch bereits gesagt wurde, wenn du dich ausprechen willst, dann mach es nur, ich bin darauf gekommen, dass hier wirklich Menschen sind, die dich verstehen, auch bzw. gerade wenn es dir nicht so gut geht. Und manchmal ist es so, dass man, wie du gesagt Freunde und Familie nicht damit belasten will. Das Forum bietet eine super Möglichkeit, sich auszutauschen! Einfach Kopf hoch, es wird bestimmt wieder bessere Zeiten geben!!!

@ Pipi78,
ich verstehe dich total gut. Auch ich studiere und konnte, als ich noch falsch behandelt wurde, nicht an allen Prüfungen teilnehmen. Mir ist es auch dieses Semster bei den Prüfungen gesundheitlich ziemlich mies gegangen, aber ich habe sie trotzdem duchgezogen (ich weiß aber noch nicht, wie alle ausgefallen sind ;-) ).

Ich kann mich zu 100 % der Meinung von Maiglöckchen anschließen!! Vielleicht hilft einem die Krankheit wirklich die wahren Freunde kennen zu lernen. Vielleicht werden es dadurch weniger, aber im Grunde ist das ja egal, denn mir ist lieber ich habe, aber dafür Freunde, auf die ich mich zu 100% verlassen kann. Welche, die dir nicht böse sind (und es dir dann dadurch noch schlechter geht), wenn du irgendwo nicht dabei sein kannst. Ich habe z.B. mehr oder weniger sogar eine richtig gute Freundin erst duch meine Krankeit gefunden. Wir haben uns zwar schon zuvor gekannt, aber nur eher vom Sehen her. Als das mit MB so richtig gegonnen hat und ich auch deswegen im Krankenhaus usw. war, war sie es, die mich besucht hat, obwohl es mir damals wirklich nicht gut ging und ich zugedröhnt war mit Medikamenten - sie ist trotzdem gekommen.
Und wenn wir jetzt etwas zusammen unternehmen, dann machen wird halt auch oft etwas, was für mich super ist. Denn ihr macht es nichts aus, wenn wir dann z.B. schwimmen gehen.
Vor einiger Zeit sind wir auch mit unseren Partnern zusammen Wellness gefahren, da mir Salzwasser so gut tut.

Wie gesagt, man hat vielleicht weniger Freunde, aber diese weiß man umso mehr zu schätzen, da man sich auf diese wenigstens verlassen kann!!

lg Lena

PIPI 78
12.02.2007, 17:59
Liebe Lena und Maiglöckchen.....

ja, vielleicht habt ihr Recht und es ist eine Lehrreiche Zeit....zwar kann man das in der Situation selbst nicht sehen, aber im Nachhinein hat man viel gelernt.
Es tut gut hier zu lesen, dass es auch vielen anderen menschen so geht oder gegangen ist, das man nicht allein ist, auf der Welt......

Sicher werden wir alle hier, denen es gerade so übel geht, auch wieder die Sonne scheinen sehen können....und sicher lernt man aus solchen Zeiten auch, was wirklich wichtig im Leben ist.

Viele grüße, PIPI