Vollständige Version anzeigen : Psyche und MB
Halli hallo !
Möchte von einem Erlebnis bei meiner letzten KG erzählen: als ich dort ankam wurde mir gesagt, dass mein Krankengymnast krank ist. Im ersten Moment dachte ich SCH... , denn die letzte Vertretung gefiel mir ungefähr so gut wie Dracula der Knoblauch. Nun gut, es war jemand anders. Dann fiel mir auf, dass ich eine Lederhose anhatte (morgens bin ich halt nicht zu gebrauchen). Auf jeden Fall verbrachten wir die Zeit nicht mit Übungen sondern mit einem super Gespräch, womit ich endlich zum Thema komme. Es alles aufzuschreiben würde zu lange dauern, wichtig finde ich auch eher, was ich davon mitnehmen konnte: sie verfluchte nicht die gute alte Schulmedizin, sondern kombinierte diese mit Gedanken, die ich zwar schon öfter gehört habe, allerdings noch nie so nah an mich ranließ: ihre Aussage beinhaltete, dass ein "typischer" Bechti eine Körperhaltung einnimmt, als wenn er sich von außen schützen wolle, als wenn er seine Umwelt nicht an sich ranlassen wolle und der Außenwelt sich nicht öffnet. Sie "verflucht" jeden Arzt, der mit der Meinung kommt, nun sein Leben völlig umstellen zu müssen. Natürlich ändert sich einiges, aber von vornhinein alte Pläne und Ziele nicht weiter zu verfolgen sieht sie als ausliefern an. Der MB Beherrscht ein. Krass ausgedrückt: er bestimmt das Leben und man wird handlungsunfähig (und der MB verschlechtert sich eher).
Sie hält es für wichtig, den MB in sein Leben zu integrieren, das Augenmerk mit auf die Aussage der Haltung eines "typischen" Bechtis zu legen und zu schaun, was es mit einem selber zu tun haben könnte. Ich persönlich kann damit eine Menge für mich anfangen, ohne die KG usw. nun völlig außen vor zu lassen. Es hat mir Hoffnung gegeben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Ärzte das Wort UNHEILBAR immer wieder gerne hervorheben. Dies hat mich immer wieder zurückgeworfen (man kann ja eh nichts machen). Natürlich gibt es in dem Sinne keine Heilung, dennoch ist man handlungsfähig. Dies alles unterstützt es aus diesem verschlossenen, nichts an an ranlassenden Panzer herauszukommen und ermöglicht zu gucken: was will ich eigentlich (vom Leben) wirklich, was hat die Krankheit mit mir zu tun und wo verschließe ich mich ?.
Viele Grüße, Lorenz
Lieber Lorenz,
ich freue mich sehr für dich, das du so ein gutes und aufbauendes Gespräch hattest. Ich denke die Psyche darf auf keinen Fall vergessen werden. Diese blöden Aussagen sind wirkliche Killer, mein Sohn sagt auch schon: es hilft ja doch nichts. Das Gespräch scheint dir viel Energie gegeben zu haben....so war es vielleicht wertvoller als die KG. So was braucht man.
Weiterhin alles Gute:) Micky
Uli Dörwald
25.02.2009, 11:45
Um keinen neuen thread zu gründen habe ich diesen alten hervorgekramt um hier weiter einem fröhlich&fruchtbaren Austausch mit Soltar, Chrischan und wer sich sonst berufen fühlt zu führen.
Der Eingangsbeitrag ist ja schon mal gar nicht schlecht. Hier noch einer vom Groß-Motivator Strunz, der auf den ersten Blick nichts damit zu tun hat:
Dr. Ulrich Strunz:
Kraft nimmt Schmerz!
Hatte ich Ihnen mitgeteilt. Die Schmerzen bei Kniearthrose werden weniger, sobald Sie die Muskelkraft über und unter dem Knie stärken. Gesichertes Wissen.
Prompt kommen Ihre Anfragen: Auch bei mir??? Ich habe eine ganz besonders schlimme Arthrose. Ich bin was ganz besonderes. Ich bin eine Ausnahme.
Sie sind keine Ausnahme. Kraft nimmt Schmerz. Jeder Fußballspieler, jeder Skifahrer weiß Bescheid. Und weil mich Ihr großes Interesse stimuliert, komme ich Ihnen noch einmal mit Wissenschaft, aber diesmal ein bisschen gemeiner:
Da hat man bei 350 älteren Menschen ganz exakt gemessen. Die Kraft der Beinmuskulatur, präzise die Funktion und auch die Morphologie (Röntgen, Kernspin, Arthroskopie = Reingucken) des Kniegelenkes. Und was hat man gefunden?
"Kniearthrosen entwickelten sich häufiger in der Gruppe mit der schwächsten Kraft des Oberschenkelstreckers". Überschrift zu dieser Studie: Muskelschwäche als kausaler Faktor von Arthrose. Will sagen: Sie haben sich vorher nicht um die Kraft gekümmert und haben deswegen Arthrose bekommen. So die Wissenschaftler.
Ich selbst würde so mit Ihnen nie reden. Es mir höchstens denken.
Natürlich gibt es auch Leser unter Ihnen mit Grundvertrauen. Eine sehr seltene, gar nicht hoch genug einzuschätzende Qualität. Grundvertrauen. Die vertrauen und tun's. Darf ich zitieren? Von heute:
"Da hatte ich doch die Schmerzen unterhalb der Kniescheibe. Verschiedene Leute (Läufer und so) rieten mir, erst mal zu pausieren. Nach 2 Tagen Pause wurde es schlimmer.
Dann sagten Sie mir die drei Worte "Kraft nimmt Schmerz" und ich bin am nächsten Tag trotz Schmerz wieder gelaufen. Auf dem Vorfuß. Irgendwie humpelnd und hinkend, um den Schmerz so gering wie möglich zu halten. Ich hielt die kompletten 11 Kilometer durch. Und siehe da:
Schon am nächsten Tag war ich schmerzfrei. Schmerzfrei nach einem Tag, ist das nicht sensationell"?
Wie gesagt: Menschen mit Grundvertrauen sind uns allen weit überlegen.
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Aber nur auf den ersten Blick ;)
Harmonie
25.02.2009, 12:59
Unsere Psyche ist enorm wichtig. Wenn man eine Diagnose bekommt, sollte man nicht den Kopf in den Sand stecken und sagen: "nun ja, nun wird es mir immer schlechter gehen, wer weiß, was da noch kommt." Mit solchen oder ähnlichen Aussagem programmiert ihr euer Unterbewußtsein so, dass es nur das Negative umsetzt.
Wichtig ist: Die Krankheit zu akzeptieren, nicht ständig an sie zu denken, auch wenn es schwer fällt, und positiv nach vorne zu schauen.
Es gibt immerhin noch Krankheiten, die wesentlich schlimmer sind.
Außerdem: Jede Erkrankung will uns etwas über uns selbst sagen. Dinge, die wir verändern müssen. Was dies im Einzelnen ist, muß jeder für sich selbst herausfinden.
Lieben Gruß
Christine
Maiglöckchen
25.02.2009, 13:26
Hallo,
der MB hat sich bei mir ab dem 17. Lj. von tobend über zermürbend und heute manchmal mies, aber meistens gut auszuhalten entwickelt. Wenn ich meinen Verlauf anschaue (bin 50), kommen bei mir eindeutig psychische Aspekte hinzu. Ob vor Prüfungen oder anderen Herausforderungen, meist schoss er gerade dann quer. Auch die Pubertät meiner Söhne schlug sich eindeutig nieder. Es nützt natürlich nichts, wenn man einige Tage gut drauf ist, wie im anderen Thread erwähnt. Die grundlegende Zufriedenheit und Lebenseinstellung spielt eine große Rolle, würde ich bei mir eindeutig sagen.
Maiglöckchen
Hallo
Natürlich habe ich da auch eine Meinung, und einfach das was ich beobachtete und noch tue bei mir.
Dass die Psyche wichtig ist, sagte mir auch ein Tibetischer Arzt, bei dem ich vor ein paar Jahren mal war. Die geben so gepresste Kugeln - ich bekam welche gegen Depressionen und gegen Entzündung. Letztere nützten nichts - bei denen gegen Depris spürte ich eine Stimmungsaufhellung. Nachher durfte er nicht mehr praktizieren - Tibetische Medizin geriet in Misskredit, man entdeckte offenbar Schwermetalle in diesen Arzneien... item. Heute hiflt mir grüner oder weisser Tee diesbezüglich etwa so gut. Es heisst ja angeblich, dass ein Drittel der MB-Betroffenen Depressionen hat. Ja, ich habe das immer wieder. Auch diese "Dunstglocke"...der "Röhrenblick" (der aber mit dem Trinken von Tee eben kurzfristig weggeht)
Gut - wieder vor ein paar Jahren...noch etwas mehr, hatte ich mal im Zug eine grauenhafte Panikattacke(daran, und an Klaustrophobien leide ich leider auch seit Jahren - mal mehr mal weniger, was mit der Krankheit, und auch mit dem was ich erlebt hatte zusammenhängt usw.) Das war damals wirklich schlimm, und ich hatte Mühe wieder nach Hause zu kommen. Darauf folgten auch schlimme Schübe. Das wäre also bestätigt.
Aber ansonsten ist es bei mir wirklich nicht so! Mir kanns psychisch gut gehen, und ich habe starke Schübe - die sich dann aber irgendwann auf die Psyche natürlich auswirken, so lebt sichs einfach schlecht.
Aber ansonsten bin ich wirklich völlig abgekommen von dieser psychischen Geschichte. Natürlich hängt das immer auch zusammen, aber Bechterew ist auch eindeutig eine 100 % körperliche Geschichte, die mal besser mal schlechter ist, und keiner weiss wieso. Da hat die Psyche gar keinen Einfluss, denn damals Ende Sommer, als bei mir alles schlimmer wurde, war Sommer, ich ging schwimmen, und die Laune war top: "In the Summertime...." *sing*
Ich habe auch wieder Schübe, und die werden eben immer ausgelöst, wenn ich wieder etwas probiere, und dann nicht vertrage - jetzt ists der Goji - Saft gewesen! Ein anderes Mal wars ein Tee (Brennessel, Löwenzahn, Birkenblätter) der zwar ausleitend wirkt, aber eben auch wieder Schübe auslöst bei mir. Oder dann die Heilerde usw. usw.
Eine 100 % körperliche Angelegenheit, die eine Eigendynamik entwickelte, und so zum Selbstläufer wird - und sich gegen alles resistent zeigte bisher, und eben grad mit den ausleitenden Therapien (auch Fasten usw.) gern wieder mit Schüben reagiert, so stark, dass man wieder aufhören muss.
Soweit an diesem sonnigen Tag, was ich dazu zu sagen habe...
lg Soltar
Ich finde den Satz passend: "Sei gut zu Deinem Körper, damit Deine Seele Lust hat, darin zu wohnen". Ich trage Verantwortung für meinen Körper und sollte sie beim Betreten des Arztzimmers nicht zusammen mit meiner Krankenkassenkarte am Tresen abgeben. Einen Teil trägt der Arzt, einen anderen Teil ich. Allerdings kann ich mich mittlerweile leider eher auf meine Verantwortung verlassen als auf die des Arztes... Und in Strunz' Beispiel hat er ja schließlich Verantwortung übernommen, statt sich hinter einem gewissen Schweinehund-Jammern zu verstecken. Ich muss für mich körperlich gut sorgen und Verantwortung tragen, ich muss aber auch auf meine Psyche achten, damit der Körper nicht streikt. Will ich es angehen oder dem Schweinehung nachgeben??
Körper uns Seele hängen zusammen, es heißt aber nicht, das man mit der Psyche alles steuern kann, nein, leider absolut nicht, das wäre vermessen und unverschämt zu behaupten. Aber das habe ich ja in einem anderen Thread zur Salutogenese und Familienmedizin ja schon mal länger formuliert...
Gruß
Seisa
hallo!
ich habe immer gesagt, und tue es auch heute noch:
ich habe es im rücken, nicht im kopf!
will heissen ich glaube das der ausbruch von MB nicht mit der psyche zusammen hängt, zumindestens für mich kann ich das ausschließen.
ein anderes thema ist wie man mit ihm umgeht wenn man ihn denn erstmal hat.
und das hat wohl bestimmt was mit der psyche zu tun.
die einen gehen konsequent von anfang an dagegen vor, mit unterschiedlichen mitteln.
andere ergeben sich in ihrem leid, gehen darin auf krank zu sein, saugen alles in sich auf und bekommen es dann vielleicht selber, schieben alles schlechte was ihnen passiert auf den MB, und sind letztendlich froh in als "ausrede" für alles andere zu haben.
bei vielen dauert es auch bis sie ihren umgang mit dem MB finden.
war bei mir so.
jahrelang habe ich die sache einfach ignoriert, bin, nachdem mir eine umschulung "angedroht" wurde, nicht mehr zum arzt gegangen, habe mich durch meine arbeit gequält, bis ich kurz vor meinem 30. sicher war denselben nicht mehr zu erleben.
habe ich aber doch, und kurz danach hat es bei mir irgendwann klick gemacht.
innerhalb von einem jahr habe ich ich mich von null an wieder körperlich halbwegs fit gemacht, hatte wieder normalgewicht, habe mich in vernünftige ärztliche behandlung begeben, und ich konnte wieder viel besser leben, was ich vorher nicht für möglich gehalten hatte.
zu der zeit kannte ich keinen anderen bechti, weder in echt noch virtuell.
zum glück wie ich oft denke, wenn ich damals das gelesen hätte was ich hier die letzte zeit lese, hätte es mich wahrscheinlich in meinem alten trott bestätigt.
wobei ich durchaus der ansicht bin das es leichtere und schwerere verläufe gibt.
seit dem habe ich mich kontinuierlich weiter bewegt und gesportet, trotzdem wurde ich zusehends krummer und bin mittlerweile bei humira angelangt.
was mich nicht davon abhält trotzdem weiter zu machen, auch wenn es nicht den erfolg hat den MB zu "besiegen".
ich kann es nicht aktzeptieren wenn man sagt "ich kann einfach nicht".
weil ich mir das auch gesagt habe, bevor ich es trotzdem versucht habe, und es ging, wenn auch zuerst ganz langsam.
das ist für mich der anteil der psyche daran.
der mut es zu versuchen, ja, es wollen, positiv denken, und auch ein großer teil selbstdisziplin.
wenn man dann positive berichte von anderen liest, kann das doch nur ansporn sein, wenn auch nicht zu 100% so wie der andere, dazu sind die menschen zu verschieden.
da braucht es auch keinen strunz.
ist mal wieder nur meine meinung.
nobbi
ich erlebe in mir momentan zwei Psycho-Aspekte
einerseits wie ich der Erkrankung gegenübertrete; (ich nenne es immer nur 'Erkrankung'-gegen so was kann ich angehen, 'Krankheit' hat für mich so was endgültiges): da bin ich psychisch stark, MB ist für mich unrelevant, ist für mich einfach nur neutral--schwach ist er nicht, daß merkt man, als stark bezeichne ich ihn auch nicht, sonst mach ich selbst mich kleiner als ich bin--zu MB hab ich eine LMAA einstellung,---sonst fände ich nicht tagtäglich die Kraft, dagegen anzugehen
andererseits ist es aber so, daß MB meine Psyche beinflußt, wie momentan:
Ich schluck Lebertran, Vit E, Selen, Zink, schau auf meine Ernährung, geh zur KG, mach Gymnastik, beweg mich ausreichend....undundund letztes Jahr war ich in Gastein, war jetzt so schmerzarm, das ich drei Monate ziemlich schmerzmittelfrei war (gut, war von der Reha 07 vielleicht verwöhnt, da hielt dieser Zustand 6-7 Mon an), aber jetzt rutsch ich in einen Schub rein, der sich gewaschen hat, ich hau mir im Moment alle Med rein, die im Schrank stehen (mit leichter Staubschicht)---und da soll mir einer sagen, dies ging nicht auf die Psyche!! Wenn ich so Sätze lese, wie: 'Bechterewler sind durchaus positive Menschen'-da lach ich nur über :) :)
Von einer Depri bin ich meilenweit entfernt, dazu bin ich psychisch zu stark, aber eine depressive Stimmung kann ich momentan wirklich nicht verleugnen. Wenn ich Zuspruch bräuchte, müßte ich fast sagen, 'mich ko...alles an'; ABER....ich beherrsch mich noch! :)
NeeNee, was ich sagen will; selbst psychisch stark zu sein, ist die eine Seite, welche Kraft eine Erkrankung besitzt, diese runterzuziehen, ist die andere.
Peter
MB und Psyche ist eindeutig ein interessantes Thema.Ich bin mir ziemlich sicher,das zumindest bei mir der Becht einen körperlichen Auslöser hat (schwere Infektion die viel zu spät erkannt wurde ).Aber der Becht hat mich gezwungen mich mit meiner Psyche auseinander zusetzen und bestimmte Verhaltensweisen zu überdenken wie z.B.ich kann alles alleine,ich brauche keine Hilfe,Psychologie ist was für Weicheier usw.
Seit ca. einem halben Jahr bin ich in psychologischer Behandlung und ich muss im Nachhinein wirklich sagen,das es mir sehr viel gebracht hat und wenn es nur die Erkenntnis ist,das ich das Klavier nicht immer allein tragen muss und das ich auch dann wenn ich meinen Beruf nicht mehr ausüben kann nicht verhungern werde.
Natürlich beeinflusst der Becht die Psyche,aber ich kann die Psyche dazu bringen sich umzudrehen und ihn ans Knie zu treten und vielleicht noch etwas höher.
Smody
chrischan
26.02.2009, 11:04
moin und danke für den thread,
meine psyche war am monatg noch ok. dann kam dieser fiese schub. nun bekam ich 2 mal amene und dexabene gespritzt. meiner psyche gehts so erbärmlich. ich bin kurz davor mich einweisen zu lassen, heule hier nur noch und der schmerz lässt nicht nach. habe heute abend einen notfalltermin bei einem neuen rheumatologen bekommen. ich hoffe ich schaffe es dorthin.
so schlecht ging es mir körperlich schon lange nicht mehr inkl. der psyche. und das innheralb weniger tage. nix schlägt richtig an. nehme höchstdosen von sämtlichen medis... eventuell muss ich auf opiod eingestellt werden. die tillidin retard tabletten liegen hier bereit. ich will es aber nochmal mit dem rheumatologen besprechen. würde geren mehr schreiben, jedoch fühle ich mich nicht in der lage dazu. alles weitere wenn ich wieder fähig dazu bin. macht es gut und bis hoffentlich bald.
euer derzeit verzweifelter
chrischan
Tut mir leid das es dir so schlecht geht :trost:
Die Schmerzen ziehen dich gerade ganz schön runter, was?
Und vor allem, vielleicht auch, dass irgendwie doch alle Medikamente nicht so richtig anschlagen.
Besprech doch bitte mal mit dem Rheumatologen, oder les dir die Beipackzettel durch, ob es bei der derzeitigen Medikation auch zu psychischen Problemen kommen kann.
Je mehr ich zB in die Arzt - Medikamentengeschichte (als Dauermedikation) eingebunden werde, bei der ich nicht richtig hinterstehen kann, desto schlechter fühle ich mich (irgendwie ausgeliefert).
Das soll aber nicht heißen, dass ich Dauermedis (bekomme Remicade) nicht in Ordnung finde, aber nur die, wo ich vom Gefühl her sagen kann, ja, das ist es jetzt und das hilft.
Wir müßen lernen, mit dem MB in seinen verschiedensten Facetten und Verläufen zurechtzukommen, und vor allen Dingen den Körper mit seinen Schmerzsignalen zu akzeptieren.
Was teilweise und je nach Dauer und Stärke natürlich sehr schwer fallen kann.
Wir müßen einen Ausgleich schaffen, eine Balance zwischen zu Viel tun und zu Wenig tun finden.
Das ist das allerwichtigste für mich, denn ich neige dazu, mich dauernd zu überfordern, statt mit meiner Energie sinnvoller umzugehen.
Ablenken, mit schönen Dingen, die das Leben zu bieten hat.
Humor steht ganz oben auf meiner Liste.
Das fällt oft schwer, wenn man gerade in einem Loch ist.
Nein sagen!!!
Wenn du zur Zeit depressiv bist, was sich gerade so anhört :trost: , bedeutet das nicht, das du schwach bist!!!
Eine Depression oder depressiv sein kann jeden treffen, manchmal sind es auch gerade die "Starken".
Alles gute für Dich, ich drücke ganz fest meine Daumen, das du aus diesem Kreislauf rauskommst.
LG Moni :dd1
Natürlich gibt es da einen Zusammenhang zwischen MB und Psyche, allein schon aus dem Grund, dass wir eine Psyche haben.
Meine Theorie ist die (hab ich mal gelesen und ist stimmig für mich)
1/3 ist genetisch
1/3 Erziehung / soziales Umfeld
1/3 Umweltfaktoren
Wenn jetzt 2 Dinge nicht optimal gelaufen sind, hat man schon 2/3 und so kann man sich ausrechnen, dass die Krankheit dann vielleicht nicht so einen dollen Verlauf nimmt.
In unserer Familie gibt es einige Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis.
Das heißt schon mal, das die genetische Disposition gegeben ist, zumal auch HLA B27 positiv.
Die andere Seite, meine Erziehung bestehend aus Leistungsdruck und Leistungsdruck.
Das heißt, ich war in Daueranspannung, damit ich keine Fehler mache, denn dass wäre fatal gewesen.
Diesem Umstand glaube ich auch zu verdanken, dass der MB bei mir einen schweren Verlauf genommen hat.
Denn 1/3 und 1/3 sind ja schon 2/3 - und dann noch ein paar Umweltfaktoren - schon haben wir eine unschöne Lebenssituation, aus der wir dann aber noch versuchen können, das Beste draus zu machen.
LG Moni
..... die Daueranspannung oder sagen wir mal Überaktivität (im Wechsel mit Müdigkeit) denkt sogar öfter mal, dass sie zur jetzigen Zeit auch noch eine Daseinsberechtigung hat .....
Uli Dörwald
26.02.2009, 12:43
Wie aus einigen Beiträgen deutlich wird geht es hier um zweierlei: die akute und die 'chronische Psyche' ;)
Das man bei akuten Schmerzen mitunter unleidlich, agressiv, deprimiert ist, usw. ist wohl klar. Bei jedem aber auch anders je nach dem wie emotinal und psychisch stark man ist.
Aber gerade diese akute psychische Verstimmung hat sich bei mir entscheidend geändert seitdem ich den Bogen raus hatte wie ich ohne Spritze, Medikamente, Fango/Massage meinen Schub in den Griff bekommen konnte. Und je mehr und jelänger die Schmerzen waren, deto mehr ärgerte ich mich über mich, dass ich immer noch nichts Entscheidendes tat. Aber entscheidend war ja dass ich es wusste: Was ich tun musste. Und ich wusste das ich die Schmerzen damit in den Griff bekomme. Alleine dieses Wissen hat ja meine Psyche im Vergleich zu früher verändert. Zum Arzt zu gehen würde ich als Niederlage betrachten, die ich mir aber durchaus gönnen würde, wenn meine Psyche aus ganz anderen Gründen am Boden wäre. Der MB alleine ist aber schon lange kein hinreichender Grund mehr.
Um so klarer wird mir dass man die Phasen der Schmerzfreiheit nicht ungenutzt verstreichen lassen darf. Wenn Strunz sagt 'Kraft nimmt die Schmerzen' dann nutzt das im Schub herzlich wenig, aber man sollte sich schon im Schub fest vornehmen neue Kraft für den nächsten und übernächsten Schub aufzubauen.
In diesem Sinne wünsche ich allen Schub- und Schmerzgeplagten, namentlich Chrischan und Peter baldige Schmerzfreiheit.
Und ein bisschen Ablenkung, vielleicht beim HSV-Spiel heut abend ;)
Lieben
Hallo zusammen,
hallo Chrischan,
niemand kann immer stark sein und ich finde es ganz wichtig, dem Schweinehund auch mal was zu Fressen zu geben, sich in der Depression zu suhlen und den Frust und die Enttäuschung rauszuheulen. -Aber eben nicht unentwegt, alles braucht seine Zeit. Die Indianer sagen: bis 10 Minuten Heulen gibt Energie, darüber hinaus raubt es Energie. -Und da ist was dran! Und wenn man im Schub steckt, kullern halt immer mal die Tränen. Das muss kein Jammern sein, das kann Entlastung für die Seele sein! Und in solchen Krisenzeiten kann man sich ruhig auch mal akut psychische Entlastung holen, indem man sich an eine Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle wendet, an eine Institutsambulanz, nen Psychiatrischen Notdienst oder eben verstärkt an den Psychiater oder Psychologen, wenn man ihn hat. Sich auch noch dafür zu verurteilen, dass man psychisch am Abkacken ist, ist das Kontraproduktiveste, was man tun kann!
Chrischan, geh nicht so hart mit Dir ins Gericht, sondern gönne Dir ne depressiven Moment, versuche danach, Dich wieder etwas abzulenken, und wechsele das ab. Du weißt, dass Du aus diesen Löchern auch wieder rauskommst!
Gruß
Seisa
Hallo Chrischan,
Genau, wenn wir uns nicht erlauben, auch unsere Traurigkeit mal sein zu lassen, wird es nicht besser!
Sich selbst was zu erlauben - das ist Klasse!
Bin gerade mal ne Heulsuse - na und, davon geht die Welt nicht unter - und manchmal sieht sie schnell wieder besser aus.
Dann dauert "es" auch nicht so lange, wenn man natürlich damit umgeht.
Irgendwas läuft in dieser Welt auch schief, wir verbieten uns das Traurigsein, denn wir sollen/wollen ja eigentlich dynamisch und leistungsfähig sein.
Das ist natürlich, wenn man sich gerade mal in einer miesen Situation befindet, eine schwere Bürde, aus der man sich mal für ne Weile ausklinken darf und muß.
Und die anderen - die schönen Sachen nicht vergessen. Ganz in deiner Geschwindigkeit.
Melde dich bitte bald mal, wenn es geht!
LG Moni
Hallo Chrischan,
nur ganz kurz von mir:
Ich bin überzeugt, dass der MB und die Psyche zusammenhängen. Mein erster schlimmer Schub kam, als ich psychisch ganz unten war. Und ich beobachte auch jetzt, nachdem ich die Diagnose habe, dass es mir in psychisch belastenden Situationen bechtimäßig schlechter geht. Umgekehrt stelle ich immer mal wieder fest, dass man durch schöne Dinge auch kurz von ganz fiesen Schmerzen abgelenkt sein kann.
Wir sollten nicht zu feige sein, Hilfe anzunehmen, wenn es uns so schlecht geht, wie Dir lieber Chrischan. Vielleicht müssen wir lernen, dass man viele Dinge nicht allein machen muss, wie Smody sagt, oder aber auch nur, auch schon mal NEIN zu sagen. Aber wir sollten depressiv sein dürfen, weil das auch zu MB gehört.
Und danach geht es auch wieder aufwärts, ich habe es selbst erst erlebt.
Auch Wolkenkratzer haben mal als Keller angefangen. :)
LG Ramona
Hallo Crischan,
ich hoffe, du hast mittlerweile wirksame Hilfe bekommen :knuddel: :trost: - und ich hoffe, du hast nicht nur Hilfe für den Körper sondern auch für die Seele bekommen :knuddel:
@All: ich bin mir ganz sicher, dass die Psyche und das Immunsystem zusammenhängen, denn es gibt gesicherte Studien, dass Botenstoffe des Immunsystems auf den Hypothalamus im Gehirn wirken und das umgekehrt Nervenbotenstoffe auf Zellen des Immunsystems wirken. Das ist also ganz eng verzahnt - und der Bechterew wird ja vom Immunsystem am Leben erhalten. Deswegen bin ich mir sicher, dass unser psychischer Zustand und der Zustand des Russen eng zusammenhängen....
In wie fern das dann immer in unserer Macht steht, das zu beeinflussen, steht auf einem anderen Blatt...
Liebe Grüße :knuddel:
Lydia
Hallo
Ich dachte: "Indianer kennen keinen Schmerz!" und verdrängen ihre Gefühle?
Naja, gibt da ja auch Unterschiede. Das find ich jetzt aber gut, und stimmt mit Sicherheit! Ein paar Tränchen können manchmal wirklich Erleichterung bringen - sagte jetzt auch wieder unser Tennis-As, der seine nach der letzten grossen Niederlage am Australien Open wiedermal nicht zurückhalten konnte. Aber das waren auch nur ein paar Minuten.
Stimmt schon - von früher, z.B von Phasen wo man ein geliebten Menschen verlor, wars wohl auch mal länger, oder man konnte kaum mehr bremsen. Das macht einem dann völlig kapputt - also das ist schon wahr. Naja, in letzter Zeit....eigentlich nur wenn man am TV sitzt, und da wird so ein Tränendrückermist gezeigt! *g :lol:
Und ja - das Thema heisst Psyche und MB - man könnte auch darüber sprechen, wie MB einem verändert. Weil das tut er ganz bestimmt, fallst man krumm oder steif wird. Krankheiten verändern einem eben auch die Psyche, das hatte gestern grad auch eine Frau erzählt, deren Mann schwer krank ist, und böse ist, die Leute runtermacht ständig, unaufhörlich.
Gruss Soltar
chrischan
27.02.2009, 06:17
hallo ihr lieben,
habe es gestern vor schmerz nicht mehr zum rheumatologen sondern nur ins krankenhaus eilbek geschafft. mir wurden in der notaufnahme infusionen gelegt. da kein bett frei war wurde ich nach haus geschickt und muss gleich wieder hin zur aufnahme. danke euch für eure anteilnahme. vielleicht können die mir im krankenhaus helfen.
werde berichten wenn ich wieder draussen bin.
ganz liebe grüße
euer chrischan
Hallo Chrischan
Kein Bett mehr, und wieder nach Hause geschickt - tönt wirklich nicht schön!
Muss man eigentlich heutzutage immer mit sowas rechnen? Weil hier war das in letzter Zeit auch so, wegen der Grippewelle, dass Krankenhäuser einfach voll waren!
Ansonsten einfach gute Besserung, das du wieder auf die Beine kommst!
lg Soltar
chrischan
28.02.2009, 10:08
hi ihr lieben,
bin gestern früh in eilbek mit sämtlichen gepäck gewesen. dann habe ich sage und schreibe 3 stunden im behandlungszimmer gewartet obwohl eigentlich alles zur aufnahme klar hätte sein sollen. naja und dann kam er!!! der "halbgott in weiß" ein älterer oberarzt in seiner völlig arogannten art und weise. wie der mit den assistenzärzten und den patienten umgegangen ist war nicht sehr nett. allerdings eilte ihm ein guter ruf vom fachlichen her nach. und darauf war ich jan un gespannt. er stellte mir die eine und andere frage. warum ich arcoxia nehme und nix härteres... wegen meinen reflux usw antwortete ich. naja und dann untersuchte er mich. meine wirbelsäule ist so gut wie steif und mein rücken ist hart wie ein brett. eine entzündung ist im blut nicht nachweisbar. die schmerzen würden vom bechterew herrühren der eben zuviel zerstört hat.
es schmerzen wohl die kleinen wirbelgelenke oder auch sehnenansätze etc.
ich habe mit arcoxia und novamin schon eine gute aber noch nicht ausgewreifte medikamentöse therapie. er möchte das ich jetzt zusätzlich mit tilldin retard niedrigste dosis anfange. damit müsste ich dann gut eingstellt sein. ich wollte eigentlich nicht immer mehr nehmen... aber es geht zur zeit nicht anders.
als ich ihn ansrpach das meine psyche unter den schmerzen sehr leidet kam ein blöder blick und er sagte: "warum das denn"? ich war platt. naja er fragte ob ich etwas dagegen nehme? ich sagte nein hab aber schon einiges durch. musste wegen uverträglich abgesetzt werden. er sagte das ich zum abends mit dem amitriptylin in kleiner dosis vom 10mg beginnen sollte. das macht etwas müde und bekämpft weil trizyklisch auch den schmerz...
am ende sagte ich ihm das meine schmerzen auch mal so schlimm sind das es mir die beine weghaut. er sagte: na na, nicht das sie mir noch krank werden... tztztz. war das nun trockener humor. da ich vor schmerzen kaum stehen konnte und mir jedes wort schwerfiel ließ ich ihn gehen. er schrieb einen brief und ich durfte wieder nach hause.
ich fuhr dann gegen 12:30 uhr noch schnel zum hausdoc und er spritze mir nochmal ambene und dexabene. heute hab ich wieder einen hochroten kopf etc. natürlich mit mega durchfall... heute abend werde ich dann mit tillidin retard beginnen und hoffen das die schmerzen weniger werden und die üblekeit nicht zu doll durchkommt. bei den tillidin tropfen damals musste ich schon aufpassen. es geht momentan nicht anders. bitte nehmt mir nicht den mut (von wegen tillidin teufelszeug etc). es steht genug negatives daürber im www. ich will einfach nur noch raus aus der nummer und mich wieder normaler bewegen können.
achja und das antidepressiva soll ich erst später nehmen. de kröper soll sich erstmal ans tilli gewöhnen. vielleicht kann ich ja dann andere mittelchen mal weglassen.
werde weiter berichten wenn sich unter tilli nicht alles dreht ;)
beste grüße
euer
chrischan
schleckerlecker
28.02.2009, 10:25
Hallo Chrischan,
das ist ja echt der Hammer, solche Ärzte kann ich nicht nachvollziehen, da wird der Patient mit noch mehr Medis vollgepumt und dann nach Hause geschickt.
Es tut mir echt leid für dich, dass es zu keinem bessern Ergebnis kam, kannst du denn nicht in eine anderer Klinik??
Amitriptylin hatte ich auch letztes Jahr 10mg, die haben mir sehr gut aus den Schmerzen rausgeholfen, aber ob das bei deinem großen Schmerzbild und den vielen anderen Medis hilft. Und wenn du Arcoxia und Ami. am Abend nimmst zum Schlafen und das Tilidin weglässt.
Ich hatte Celbrex 200mg in Combi mit Ami. genommen und hatte dadurch sehr schnell schmerzfreie Nächte.
Ich wünsche mir für dich, dass es dir bald besser geht.
Liebe Grüsse
Karola
Lieber Chrischan,
ich drück dir alle Daumen die ich hab,das du aus dem Schub bald raus bist und das Tilidin dir hilft.Ich kenn mich mit den Mitteln die du nimmst nicht aus ;aber ich hoffe,das die Kombination eine Hilfe ist.
Alles Gute,Smody
Hallo chrischan,
mit den Med solltest du (was ich dir von Herzen wünsche) klarkommen und hoffentlich wirds bald besser.
Aber vielleicht solltest du was ausprobieren: Nadelreizmatte
du schreibst, dein Rücken ist brockenhart. Ich hab bei mir diesbezüglich gute Erfolge festgestellt, zudem erzeugt die Matte einen 'Gegenschmerz', den ich nicht mehr missen möchte; nach fünf Min drück ich mich auf die Matte, damits besser piekst, oder ich leg mich damit gleich auf den Fußboden.
Wenn ich alles richtig verfolgt hab, kommt deine bescheidene Psychosituation hauptsächlich durch den Schmerz, ist bei mir auch so, da ist es dann mal ganz angenehm, eine andere Art von Schmerz zu spüren!
Wär vielleicht was für dich, Versuch mach gluch :)
lg, Peter
Hallo Chrischan,
vergiss am besten ganz schnell die schlechte Behandlung dort.
Die Medikamente, die Du aufführst kenne ich nicht, aber ich wünsche Dir, dass Dir die Medikamente helfen aus den Schmerzen herauszukommen.
Viele Grüße
Ramona
Hallo Chrischan,
laß Dich mal drücken! Peter hat Recht, die Nadelreizmatte kann sicherlich etwas lindernd wirken! Mach Dir doch nicht so einen Kopf um das Tillidin! Es geht darum, den Schmerzteufelskreis zu durchbrechen und dann würde ich persönlich lieber schnell mit Kanonen auf Spatzen schießen, dann bist Du schneller da durch und kannst auch wieder runterkommen von dem Zeug! Ich drück Dir die Daumen,das das Zeug anschlägt! Und vergess den Gott in Weiß!!
(Was ist der Unterschied zwischen einem Arzt und Gott? -Gott weiß, dass er kein Arzt ist...)
Gruß
Seisa
Hallo Chrischan,
oh nein, wirklich - schnell wieder vergessen.
LG Moni
Hallo Crischan :trost:,
ich kann mir vorstellen, dass das Tilidin in Kombination mit Novamin dir sehr gut helfen kann - ich hatte ja letzten Herbst Novamin zusammen mit Jurnista (ist glaube ich noch ein Tick stärker als Tilidin) und das hat gut die Schmerzen genommen! Und wenn dann das Amitryptilin noch die Schmerzschwelle senkt, kannst du vielleicht endlich mal wieder Luft holen :knuddel: :trost:
Liebe Grüße :knuddel:
Lydia
chrischan
09.03.2009, 16:01
hallo ihr lieben,
wollte nur mal schnell einen zwischenbericht abgeben.
seit letzten dienstag hat mich die 2te grippe innerhalb 4 wochen im griff.
leider hab ich jetzt noch mächtig husten mit gelben auswurf. das tilidin habe ich bereits nach dem 2ten tag abgesetzt. ich musste mich andauernd übergeben trotz retard tabletten.
ausserdem plagten mich unter tili großer schwindel und schweißausbrüche. leider kommen bei mir die schmerzen immer gegen mittag bis abend. immer im rechten lendenwribelbereich bis in die leisten ziehend. meine schmerzmittel helfen kaum. meine kg dame meinte das es bei mir wohl die bänder oder sehenansetze sind.
ich gehe auch davon aus das es nicht die knochen sind sondern das drumherum.
hätte heute einen rheumatologen termin gehabt, musste diesen aber wegen der grippe
absagen. morgen versuche ich zum internistn zu kommen, da mich dieser husten fertig macht. dieser husten haut ganz schön auf menen rücken. dadurch kommen die schmerzen verstärkt wieder. schade das ich opiode nicht vertrage aber diese übelkeit ging gar nicht mehr.
mal schauen wann ich mit dem amitrip... anfange???
melde mich wieder wenn ich länger vorm pc sitzen kann.
euer
chrischan
Hallo chrischan,
so ein Mist aber auch...
Ich wünsche dir wirklich, dass es dir bald besser geht.
LG Ramona
Hallo Chrischan,
jetzt ist aber mal Schluss! http://www.bechterewforum.de/images/icons/icon8.gif Ich drück Dir die Daumen, dass mit dem Frühling sich auch endlich mal wieder die Gesundheit breit macht!! Gute Besserung und halte durch!!
Gruß
Seisa
chrischan
10.03.2009, 10:12
guten morgen,
ich werde versuchen durchzuhalten. danke für eure lieben worte.
heute klingt ganz langsam die erkältung ab. ich versuche noch zum doc zu kommen, damit er mich mal abhorcht.
was mich immer stuzig macht, das dieser fiese schmerz im rücken und beckenbereich immer ab mittags beginnt. wenn ich liege entspannt sich der körper. sowie ich dann aber eine bewegung mache verkrampft der körper. meine beschwerden sind dann hauptsächlich rechte seite rücken neben der wirbelsäule zieht nach unten in den beckenbereich und ins rechte bein.
DAS NERVT schon soooo lange.
ich werde den neuen rheumatologen (wenn ich dann eines tages mal endlich dort hinkomme) darauf festnageln. ich will endlich klarheit, was es ist, da es nun keine entzündung laut crp sein kann. und warum kommen die schmerzen tagsüber? ist doch komisch oder? gehen kann ich im übrigen auch einigermaßen. der schmerz ist halt immer beim sitzen, hinsetzen, aufstehen, bücken.
ich wollt nicht wieder rumheulen aber ich nutze grad die gunst der minuten um euch zu schreiben. eben das was mich derzeit fuchsig macht ;)
ganz liebe grüße
chrischan
Hallo Chrischan,
mir läuft es bei deinen Schilderungen eiskalt den Rücken runter. Ganz gute Besserung!! Da muss ja was passieren!!!:aerger:
Die Sehenenansatzschmerzen kenne ich gut. Habe die seit über zwei Jahren nur mit kurzen Unterbrechungen. Das kann sehr schmerzhaft sein und man ist kaum in der Lage sich zu bewegen. macht einen auch psychisch völlig fertig. Mir helfen neben Schmerzmitteln IBU 800 oder Novalgin auch manchmal kalte Gelkissen an den Sehnenansätzen und möglichst viel Bewegung und stehen. Verschlechterung im Ruhezustand und Aufstehen, Bücken etc. Manchmal hilft aber auch gar nichts. Das ist wirklich sehr zermürbend.
Liebe Grüße,
Fionn
Hallo Crischan,
mir kommt das bekannt vor - die Schmerzen neben der Wirbelsäule!!!
Bir mir ist das oft zwischen den Rippen und wenn es ganz schlimm ist habe ich da minütlich Krämpfe, bei jeder Bewegung - und das ist total eklig!
Aber ich habe auch eine Ursache dafür gefunden: die Zwischenrippenmuskulatur ist bei mir total verspannt/verhärtet/verklebt und wenn ich diese Krämpfe habe, habe ich da richtige steinharte 'Eier' - die man aber weg massieren kann! Das tut zwar lausig weh aber danach ist es viel besser!!!
Liebe Grüße und gute Besserung mit der Grippe :trost: :knuddel:
Lydia
Maiglöckchen
11.03.2009, 07:24
Hallo Chrischan,
gerade das Lösen der Verklebungen grenzt an Sadismus, aber es tut unglaublich gut, wenn man überlebt;). Du hast inzwischen hoffentlich eine gute physiotherapeutische Praxis gefunden.
Gute Besserung
Maiglöckchen
Hallo Chrischan,
ich hoffe dir geht es etwas besser, das wünsche ich dir vom Herzen.
Gute Besserung für dich.:trost:
Alles Liebe, Anka
chrischan
13.03.2009, 10:38
hi ihr lieben,
kleines feedback. gestern waren die schmerzen zum ersten mal seit den letzten wochen weniger. gegen die grippe hatte ich allerdings ein antibiotikum bekommen welches ich nach einmaliger einnahme absetzen musste. mir war wieder sowas von übel und schwindelig etc... es ging gar nichts mehr wie unter dem tilidin. mein husten derzeit ist fast klar und nicht mehr so dolle. ich denke die grippe klingt langsam ab. was aber hängenblieb ist die ständige übelkeit und der leichte schwindel. habe kaum hunger...
ich denke die ganzen versuche mit dem tilidin und dem antibiotikum sind mir irgendwie auf dem magen geschlagen. lasse jetzt auch einige von den spurenelementen weg. will mal alles versuchen ein wenig runterzufahren.
nehme derzeit "nur" noch novaminsulfon und arcoxia auf dauer.
mein hausdoc meinte zu mir in bezug auf tilidin, das ich leider sehr empfindlich darauf reagiere. um es noch niedriger als 50mg zu dosieren müsste ich zunächst mit 5 tropfen beginnen, und so versuchen das sich der körper daran gewöhnt. werde ich dann vielleicht mal in angriff nehmen. momentan steht mir die übelkeit bis zum hals ;)
bin froh, wenn die schmerzen heute wieder so gut sind wie gestern oder besser :) zur manuellen therapie bin ich seit 2 wochen nicht mehr gegangen. sie hatte immer versucht die verklebungen zu lösen. es ging mir dannach auch immer ganz gut. allerdings war der muskelkater am nächsten tag auch nicht von schlechten eltern.
liebe grüße
chrischan
Na dan mal dickes Daumendrücken, dass es jetzt weiter bergauf geht!!!
Gruß
Seisa
schleckerlecker
13.03.2009, 17:13
Hallo Chrischan,
das muss gar nicht von den Medis kommen, sondern von einer Magengrippe. Meine Nachbarin, hatte vor 2 Wochen die gleichen Sympthome und lag eine Woche flach, ihr war auch stänig Übel und Schwindelig, kein Essen blieb drin nicht mal Wasser oder Tee und Medis auch nicht.
Jetzt ist sie wieder fit.
Liebe Grüsse
Karola
chrischan
19.03.2009, 11:06
moin,
mal wieder meld bei euch.
es ist echt der oberhammer aber seitdem ich nix mehr mache an kg etc gehts mir besser. hatte vorher viel bewegungsbad, manuelle kg und atemübungen zuhause gemacht. derzeit gehts echt besser.... komisch oder?
dabei denke ich dann wieder an meinen vater, der nie etwas für seinen körper getan hat und heute irgendwie fitter ist als ich (weil er keine schübe und schmerzen mehr hat). mein dad hatte ungefähr den gleichen bechti verlauf wie ich... er ist nun 67 und ich 39 jahre. bin was sport etc betrifft etwas verunsichert...
werde aber trotzdem nächste woche wieder mit leichten training anfangen wenn alles gut läuft.
medis hab ich auch reduzieren können. bin jetzt bei arcoxia zwischen 60 und 90 mg tgl und novamin 60 tropfen. meine psyche hat sich durch die wenigigen schmerzen der letzten tage enorm stabilisiert. das ist für mich schon ein großer erfolg...
beste grüße
chrischan
Uli Dörwald
19.03.2009, 11:16
Moin Chrischan,
freut mich das es dir besser geht. Ist dein Vater denn versteift oder ohne Bewegung beweglich geblieben?
Hey Chrischan,
das klingt doch mal endlich gut!!!
Aber mach nicht zu wenig KG, denn ich lass auch immer mal schleifen, weil es besser geht, dann tuts mal wieder weh, mache KG und dann tuts richig weh, weil die dann so richtig gereizt wird... Aber vielleicht hast Du die letzte Zeit echt etwas zu viel gemacht?? Gerade mit Bewegungsbad bist Du ja auch ständigen Temperaturschwankungen ausgesetzt, was fürs Immunsystem anstrengend ist.
Ich drück Dir die Daumen, dass der gute Zustand anhält und sich weiter ausbaut!
Gruß
Seisa
chrischan
20.03.2009, 11:05
hi ihr lieben,
@uli, mein vater hat so gut wie keine versteifungen. er ist nur ganz minimal gekrümmt. ein laie würde es nicht bemerken. er sagte mir, das er in meinen alter auch andauernd solch schmerzen im isg hatte. er konnte damals beim autofahren kaum kuppeln oder nur wenige schritte laufen. besonders diese ischias schmerzen machten ihm zu schaffen. ganz zu schweigen von dauernden regenbogenhautentzündungen (auch mal auf beide augen).
wie gesagt er hatte nie sport oder bewegunsbäder, kg gemacht. alle 2 jahre war er aber meistens zur kur. nur die übungen die er dort gelernt hatte wandte er nie privat an. vielleicht hat er auch nur einfach glück gehabt.
@Seisa, danke ja werde mich ein wenig vorsehen. heute nacht hatte ich seit langer zeit mal wieder typische mb schmerzen. sonst waren die schmerzen ja immer am tag vorhanden. vielleicht sollte ich einfach mal bewegungsbad weglassen??? wusste nicht das temperaturenschwankungen unser immunsystem so dolle belasten... klingt aber logisch :)
obwohl... der winter geht ja nun endlich :))) dann sind die temp unterschiede nicht sooo gravierend. was meinst du?
herzliche grüße
euer
chrischan
Hallo Chrischan,
ich habe Erfahrungen gemacht dass wenn ich starke Schmerzen habe ich mich
nicht wie sonst bewegen kann also Gymnastik auch nicht so geht.
Ganz leichte Bewegungen aber gehen immer, also da soll man schon unterscheiden glaube ich.
Alles Liebe, Anka
Uli Dörwald
21.03.2009, 17:14
Moin Christian,
dann kannst du ja mit deinem heutigen Wissen vieles besser machen und trotzdem vom Wissen deines Vaters profitieren ;). Was hat er denn beruflich getan?
Selbst wenn jetzt jemand denken mag: Ulis und Didis tolle Omega3-Erfolge liegen wohl doch eher am Alter, so könnte selbst das auch ein wenig Hoffnung machen, denn es muss nicht schlimmer werden, es kann auch besser werden, auch wenn ich nicht glaube das unsere Bemühungen vergebens waren. Dass ich wegen der 25 Jahre lang intensiv betriebenen KG überhaupt nicht versteift bin, trotz massiver ISG-Entzündungen und röntgenologisch nachgewiesener perlschnurartiger Veränderungen an den Gelenkrändern kann, muss aber kein Zufall sein ;)
chrischan
21.03.2009, 18:27
hi uli,
du hast recht. ich denke auch das es nicht immer gleich ganz schlimm kommen muss. zu deiner frage: mein vater war zuerst in jungen jahren im aussendienst (wachdienst) tätig. bei wind und wetter am kai im hamburger hafen. dann später arbeitete er sich hoch und eine doppelbelastung. in der schlimmsten phase des bechterews sozusagen. zum einen, den ganzen tag im büro und zum anderen, später ab nachmittags bis spät abends noch unseren früheren bahnhofs imbiss malocht... den imbiss hatte er dann ende anfang der 80ziger jahre verkauft und somit war er ausschliesslich im büro bis zu seinem 55. lebensjahr tätig. dann ging er früher in rente. sein eigentlicher grund war aber nicht die erkrankung, sondern eher panik vor pc's ;) er kam mit der neuen technik überhaupt nicht klar. die erkrankung kam ihm sozusagen zu dem zeitpunkt zugute...
gruß
chrischan
Uli Dörwald
26.03.2009, 23:44
Neulich sah ich einen TV-Beitrag über chronische Krankheiten mit Betroffenen-Interviews, da blieb mir eine Geschichte in Erinnerung. Eine Betroffene räsonierte über das Thema 'Opfer und Täter'.
In meinem thread über 'Mein Bild vom MB' stellte ich u.A. die Frage ob man glaubt schuld an seiner Krankheit zu sein? Wenn man das für sich bejaht, auch als unbewusst schuldig gewordener, dann ist man und sieht man sich als Täter.
Derjenige der den Genen, den Infektionen, dem Schicksal überhaupt die Schuld gibt sieht sich als Opfer. Ich weiss nicht ob ich mich täusche, aber ich werde das Gefühl nicht los, bzw. brachten mich die Gedanken dieser Betroffenen auf den Gedanken: Wer sich als Täter sieht wird auch bei der Bekämpfung Täter sein und viel engagierter und motivierter gegen den MB angehen weil er damit ja auch seine Schuld abarbeitet, während das Opfer immer Opfer bleibt und somit aus dem Jammertal und der Abhängigkeit von den Ärzten nicht wegkommt.
Nur so ein Gedanke, und würde mich interessieren was ihr davon denkt. Ich komme mir ja eh wie Don Quichote vor und vergeude so viel Energie beim Versuch Leute zu motivieren, die gar nicht motivierbar sind.
Maiglöckchen
27.03.2009, 08:43
Hallo,
Täter, Opfer? Ich weiß nicht, das sehe ich anders. Entscheidend ist für mich ist eher, welcher Typ Mensch man ist. Dies wird schon in der Jugend im Elternhaus geprägt. Die Genetik spielt natürlich auch eine Rolle, wenngleich man wahrscheinlich nie herausbekommen wird, wie die prozentuale Verteilung genau aussieht. Sehe ich mich als Täter? Nein, ich glaube, dass ich „Opfer“ war, als es mit 17 los ging. Trotzdem habe ich den Kampf aufgenommen, natürlich auch mal gejammert, aber eher immer versucht die Situation aus verschiedenen Richtungen und mit Humor zu verbessern. Da schlage ich nach meinem Vater. Es gibt doch auch Menschen, die durch einen Unfall querschnittsgelähmt sind, also eindeutig Opfer eines Schicksalsschlags wurden. Die einen hadern und werden ihres Lebens nicht mehr froh und die anderen nehmen den Kampf auf und werden trotz allem zu glücklichen Menschen. Das kann man auf jede Erkrankung beziehen, auch auf MB. Jedes „Opfer“ kann die Situation annehmen, den Kampf aufnehmen und somit zum „Täter“ à la Uli werden, denke ich.
Maiglöckchen
Hallo Uli,
das sagt ja schon das Wort Täter: Tat, aktiv. Opfer ist eher passiv, ergeben. Ich erlebe es in meiner Arbeit mit chronisch Kranken immer wieder, dass die, die in der Opferrolle verharren, passiv bleiben und sich nichts bewegt. Wer aktiv wird und sich nicht mehr als Opfer sieht (muss jetzt nicht heißen, dass sie sich als Täter sehen sollen) geht in die Selbstwirksamkeit und hat so auch eher Kraft, was zu verändern, bzw. kann das, was ist, besser annehmen. Wer Opfer war und nicht zulässt, dass der Täter dauerhaft die Oberhand über einen gewinnt, weil er auch nach der Tat das Leben des Opfers bestimmt, der geht in die Aktivität, wehr sich und wird somit auch irgendwie Täter gegen den Täter.
Gruß
Seisa
Uli Dörwald
27.03.2009, 11:28
Moin zusammen,
ich wollte mitnichten die Menschheit in Täter und Opfer teilen. Und dass der Übergang vom Opfer zum Täter in anderen Bereichen (kindlicher Missbrauch = Opfer , als Erwachsener zu einem geringen Prozentsatz Täter) unerwünscht ist, bei uns aber erwünscht ist schon klar. Also dass jeder Mensch beides sein kann ist klar.
Wenn ich mich vor Schmerzen kaum rühren konnte, habe ich mich natürlich auch als Opfer erfahren. Aber warum schaffen manche es in den Zwischenzeiten aktiv zu werden, die Krankheit nicht verdrängen sondern die Grundlagen legen beim nächsten Mal besser vorbereitet zu sein?
HLA B27 positiv zu sein (meinte ich mit 'Genen') macht einen nicht automatisch zum Opfer. Es kann mitunter sogar positiv sein was die Nichtansteckung mit HIV anbelangt, aber es kann noch ganz andere positive Aspekte haben die noch völlig unbekannt sind. Mal ganz abgesehen davon dass man immer klarer die Unwichtigkeit der Gene erkennt. Es kommt vielmehr auf die Schalter an und da ist es wiederum die Frage ob die mental durch Prägung oder durch Willen und Training bedient werden können. Das würde ja auch das funktionieren von Suggestion, NKT, etc. erklären.
Mein Gedanke ist: Wer sich selbst irgendwo die Schuld am MB gibt (Prägung) und nicht dem Schicksal, der wird eben auch sein Schicksal aktiver in die Hand nehmen, weil er motivierter ist seine Schuld abzutragen.
Während das reine Opfer andere an sich werkeln lässt.
Mag jetzt eine etwas verschwurbelte Küchenpsychologie sein, wie gesagt: nur ein Gedanke.
Sehr gutes Thema!
Ich, persönlich, sehe mich gleichzeitig als Opfer und als Täter. Opfer, weil in meiner Kindheit der Grundstein zu dieser Haltung gelegt wurde, weil ich Borreliose hatte, ... Täter weil ich immer zu allem JA sagte und mich dadurch oft vollkommen übernommen habe, ... Ich brauchte die Krankheit, um meine Einstellung, mein Leben zu verändern ...
Doch: Für mich war und ist dieses Forum hier zum Segen geworden. Das was ich hier alles gelernt habe, von Menschen, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen und sich ihrem Leiden nicht ergeben, ist unbezahlbar für mich. Ich habe 40 Jahre als Opfer gelebt. Mit meinem 40. Geburtstag hat es in meinem Kopf "Click" gemacht und ich habe den Schalter umgelegt auf Täter, in Richtung: Ich helfe mir jetzt selbst!
Das hätte ich wahrscheinlich nie gemacht, wenn ich hier nicht so viele tolle Anregungen bekommen hätte ... und ich habe nicht nur von den "Erfolgreichen" gelernt, sondern auch von denen, die sich eher ergeben und "Behandeln lassen". Denn ich muß zugeben, in Zeiten, in denen es mir nicht so gut ging, habe ich auch in diese Beiträge reingelinst. Allzuviel davon tue ich mir, ehrlich gesagt, nicht an, denn es zieht mich weiter runter - aber, wenn ich lese, das es anderen viel besch... geht, dann ist das für mich auch wieder Motivation, weiter zu machen mit den ganzen alternativen Dingen, die meinen Alltag doch zu einem großen Teil ausfüllen. Nach dem Motto: Es darf nicht weiter nach unten gehen, ich muß selber aktiv werden, ankämpfen. Wobei Kämpfen nicht das richtige für mich ist, es darf bei mir nicht in Steß ausarten, ich muß es eher spielerisch angehen ... wenn ihr versteht, was ich meine ... es ist manchmal so verdammt schwer, seine Gefühle in Wort zu fassen ...
Also Euch allen mal ein RECHT HERZLICHES DANKESCHÖN!!!
Das mußte jetzt mal sein :) ...
... und auch wenn ich sehr spät angefangen habe, mein Leben, ganz bewußt, selbst in die Hand zu nehmen - egal es ist nie zu spät!
täter, opfer, schicksal, schuld an der krankheit....
...sorry, da kann ich nichts mit anfangen, das bringt mir nichts, und das bringt mich nicht weiter.
ich habe schon die ansicht das der MB erblich angelegt ist, und vielleicht auch einen auslösenden effekt braucht, und das es auch irgendwo festgelegt ist wie weit er geht.
ob´s stimmt, keine ahnung!?
falls ja, und wenn doch nicht, ändern tut das für mich nichts.
ich sehe das ganz pragmatisch: mein körper ist nunmal so gebaut das er den MB entwickelt hat, das ist so, und damit muss ich leben und umgehen.
wie das der einzelne macht, das hängt dann vom typ, und wie maiglöckchen sagt, auch von anderen umständen ab.
wobei der mensch durchaus flexibel genug ist sich zu ändern!
also, ich habe einen MB, das ist nunmal so, und nun muss ich sehen wie ich klar komme, watt mutt datt mutt!
wenn ich jetzt anfange zu überlegen:
gehe ich zum arzt, bin ich dann opfer weil ich mich ihm ausliefere, oder täter weil ich hingehe um dadurch was gegen den MB zu unternehmen?
hätte ich vor langer zeit etwas anders machen müssen um zu verhindern das ich ihn kriege?
oder:
was wäre wenn ich ihn nicht hätte?
ich habe meine freundin in der reha nach der aufrichtung kennengelernt, was wäre wenn ich das nicht gemacht hätte?
wäre ich dann in urlaub gefahren und hätte eine andere...?
wie wäre es im beruf wenn...?
nee, das bringt mir nix, wo soll man da aufhören, ich nehme es wie es ist als gegeben hin, an schicksal oder vorbestimmung glaube ich nicht, es kommt wie es kommt, und auf der grundlage wird sich das leben weiter entwickeln.
mein umgang damit, ich kann gut damit leben, andere machen es anders, muss jeder sehen wie er klar kommt.
schönen gruß!
nobbi
Ein guter Buchtipp zu diesem Thema:
"Resilienz -Gedeihen trotz widriger Umstände" von Rosemarie Welter-Enderlin und "Salutogenese: Zur Entmystifizierung der Gesundheit" von Aaron Antonovsky(Rezensionen bei am..on http://www.bechterewforum.de/images/icons/icon7.gif)
-Finde ich sehr gut und passend!!
Zitat Uli "In meinem thread über 'Mein Bild vom MB' stellte ich u.A. die Frage ob man glaubt schuld an seiner Krankheit zu sein? Wenn man das für sich bejaht, auch als unbewusst schuldig gewordener, dann ist man und sieht man sich als Täter."
Ja -------- schade, dass du das Thema hier wieder aufgreifst, und nicht im Thread s.o., so hätte ich es beinahe nicht weiterverfolgt - weil nicht gelesen.
Und so hätte ich eben verpaßt, was du dir für "verschwurbelte" Gedanken darüber machst :D
Es gibt weitaus schlimmere Krankheiten, die einen tatsächlich zum Opfer machen.
Ich denke zB an die Erbkrankheit Chorea Huntington.
Wir sind insofern keine "richtigen" Opfer, auch wenn es mit dem MB oft recht mühsam und schmerzhaft ist.
Wir können "es", also das Gesamtpaket (Familie/Arbeit/Urlaub/Kinder/Umfeld .....), immerhin noch so beeinflußen, das wir trotz allem ein annehmbares Leben führen können.
Was bei sehr vielen anderen Erkrankungen nicht der Fall ist.
Also - noch Glück im Unglück.
Ich sehe es ein bißchen so: Bad luck and bad genes!
Pech gehabt! Aber so ist es eben jetzt.
Ich würde mir auf keinen Fall irgendeine Schuld zuflüstern (am Krankheitsgeschehen, wohl aber wegen Schmerzen, die nicht hätten sein müßen, die, bei denen man seine Grenzen mal wieder nicht erkannt oder akzeptiert hat), noch würde ich sagen, ich bin Opfer meiner Gene, die für mich ganz eindeutig eine ziemlich große Rolle spielen.
Ohne Hormone ist ja auch nichts los bei uns im Körper, sogar Gedanken sind Chemie :schlau:
Zum Glück haben wir ja nicht nur diese Gene, sondern noch viele mehr. Und noch so viele andere Dinge mehr, so dass man, wenn man immer wieder einen Blick auf die schönen Dinge des Lebens wirft, den Genen ein wenig weniger Gewicht gibt.
Und jetzt schauen wir mal, was wir am besten mit diesem Leben so anfangen können.
Mit Maiglöckchens Humor kann ja dann nichts mehr schiefgehen :D
LG Moni
Uli Dörwald
08.04.2009, 20:42
Hallo Moni,
'Mein Bild vom MB' war als rein subjektiver thread gedacht, während hier eher theoretisiert werden könnte. Sicher ist 'Mein Bild vom MB' jetzt aus dem Ruder gelaufen, war es aber schon vorher, da ja viele ihr subjektives Bild vom MB für objektiv halten und jeder sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse beruft die ihm/ihr vermeintlich recht geben. Will und kann mich da nicht ausschliessen.
Sicher gibt es aber auch Überschneidungsbereiche zwischen beiden threads.
Hallo
Auch unter den Bechterewlern gibt es sehr verschiedene Menschen. Und es gibt Gemeinsamkeiten. Ich dachte oftmals schon - es gibt viele sensible Menschen unter ihnen. Der Ausbruch steht an einer Stelle, wo man sehr belastet ist....keinen Ausweg sieht....und eben vielleicht in die Krankheit flüchtet, um Schutz vor dieser schwierigen Situation zu erhalten.
Vielleicht ist man nicht bereit, sich das so schonungslos einzugestehen? Viele sprechen aber von einer Auslösesituation. Auch die Schriften zum MB sprechen davon. Halt diese Präposition - und der Gewebemarker, der aber einen Trigger braucht, "damits losgeht".
Es gibt aber auch Personen offenbar, die keine belastende Auslösersituation hatten - bin schon bereit das zu glauben. Bischen bezweifel ichs aber....
Wenn man also - natürlich unbewusst - diese Flucht in die Krankheit (da muss man sich ja nicht schämen für! Viele Krankheiten werden womöglich so ausgelöst!??) angetreten wäre, dann wäre man quasi "Täter". Man hätte sich also so entschieden, vielleicht, hätte man die Situation anders bereinigt, gar nicht krank geworden? Das ist halt alles schwierig zu beantworten, geschieht unbewusst.
Die Zivilisationskrankheiten nehmen ja überall zu - zum Teil dramatisch. Die Massengesellschaft fordert wohl ihren Tribut. Das ist nur eine These, ja, die Gründe mögen vielfältig sein. Ich dachte das heute wieder. Die Schweiz hatte 1960 5,3 Mio Einwohner. Aktuell sinds 7, 7 Mio. Wir haben ja viele Seen und alpine Landschaften, die gar nicht bewohnbar sind. Und so tummelt sich dann alles auf noch kleineren Flächen. Ich krieg manchmal fast keine Luft mehr. Die 60er und 70er Jahre ist für mich in Erinnerung, irgendwie so Stimmungen, die es nie mehr gibt heute...mehr Platz...mehr Luft, auch mal richtig leer, ein paar Menschen. Eben war auch etwas über Depressionen am TV. Tja, grad die psychischen Krankheiten waren ja schon in den 90ern sehr stark am zunehmen - und es gab eine richtige Rentenexplosion zurückzuführen auf psychische Leiden. Kürzlich habe ich gelesen, dass Krankenhausmitarbeiter, wenn das ganze Haus voll ist, öfter an Depressionen leiden, wie wenn noch einige Betten frei sind. Das kann ich gut nachvollziehen! Eben - die Luft....
Ok. jetzt verquassel ich mich etwas, und man kommt vom Thema ab. :)
Gruss Soltar
Uli Dörwald
09.04.2009, 08:42
Zum Begriff 'Resilienz' ist ein ellenlanger Artikel in Wikipedia. Habe nur einen kleinen Teil hier reinkopiert. Die Titelgeschichte des aktuellen Spiegels (Eine Woche vor Ostern 2009) beschäftigt sich auch mit dem Thema.
Begrifflichkeit [Bearbeiten]
Der Begriff "Resilienz" hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Früher bezeichnete er nur eine spezielle Eigenschaft von Personen (besonders Kindern), die ihre psychische Gesundheit unter Bedingungen erhielten, unter denen die meisten Menschen zerbrochen wären. In diesem Sinne wurde der Begriff zum Beispiel von Emmy Werner (Psychologin) benutzt. Um ein Kind als "resilient" zu definieren, wurden oft Merkmale der Lebensführung miteinbezogen. Oft wurden etwa Kinder so bezeichnet, die - trotz Bedingungen wie Armut oder Flüchtlingssituation in der Kindheit - im Erwachsenenalter eine qualifizierte Berufstätigkeit ausübten, nicht mit dem Gesetz in Konflikt kamen und psychisch unauffällig waren. Später wurde die Bedeutung ausgeweitet. Dies ist mit der Erkenntnis verbunden, dass psychische Widerstandsfähigkeit nicht nur in Extremsituationen, sondern immer von Vorteil ist. Heute werden Menschen mit diesem Merkmal oft allgemein als resilient bezeichnet. Er wird nun zum Beispiel auch für Menschen verwendet, die mit Belastungen der Arbeitswelt in angemessener Weise umgehen und so ihre psychische Gesundheit erhalten.
Ursprünglich wurde mit Resilienz nur die Stärke eines Menschen bezeichnet, Lebenskrisen wie schwere Krankheiten, lange Arbeitslosigkeit, Verlust von nahestehenden Menschen oder ähnliches ohne anhaltende Beeinträchtigung durchzustehen. Diese Verwendung des Wortes ist auch heute noch häufig. So werden z. B. Kinder als resilient bezeichnet, die in einem sozialen Umfeld aufwachsen, das durch Risikofaktoren wie z. B. Armut, Drogenkonsum oder Gewalt gekennzeichnet ist, und sich dennoch zu erfolgreich sozialisierten Erwachsenen entwickeln. Resiliente Personen haben erlernt, dass sie es sind, die über ihr eigenes Schicksal bestimmen (sogenannte Kontrollüberzeugung). Sie vertrauen nicht auf Glück oder Zufall, sondern nehmen die Dinge selbst in die Hand. Sie ergreifen Möglichkeiten, wenn sie sich bieten. Sie haben ein realistisches Bild von ihren Fähigkeiten.
Auch Menschen, die nach einem Trauma, wie etwa Vergewaltigung, dem plötzlichen Verlust nahestehender Angehöriger oder Kriegserlebnissen nicht aufgeben, sondern die Fähigkeit entwickeln weiterzumachen, werden als resilient bezeichnet.
In der heutigen Persönlichkeitspsychologie werden auch Menschen als resilient bezeichnet, die eines der drei häufigsten Big Five-Persönlichkeitsprofile aufweisen, mit niedrigem Neurotizismus-Wert und leicht überdurchschnittlichen Werten in den vier übrigen Dimensionen (Robins et. al. 1996). In der Längsschnittstudie von Asendorpf und van Aken (1999) wurden resiliente Kinder von ihren Erzieherinnen beschrieben als anpassungsfähig, belastbar, aufmerksam, tüchtig, gescheit, neugierig und voller Selbstvertrauen.
Das negative Gegenstück zur Resilienz wird Vulnerabilität genannt. Vulnerabilität bedeutet, dass jemand besonders leicht durch äußere Einflüsse seelisch zu verletzen ist. Vulnerable Personen neigen besonders stark dazu, psychische Erkrankungen zu entwickeln[1].
Wesentliche Einflussfaktoren [Bearbeiten]
Wesentliche Faktoren, die Resilienz beeinflussen, sind die Familie des Betroffenen, seine Kultur (Menschen aus kollektivistischen Kulturen sind meist resilienter), seine schulische Umgebung, seine Intelligenz, seine emotionale Intelligenz und seine mehr oder weniger aktive Einstellung zu Problemen.
Einige Gruppen von Menschen erweisen sich als besonders resilient. Das sind in der Regel solche, die einen starken Zusammenhalt haben, eher kollektivistisch als individuell orientiert sind und sich durch starke Werte auszeichnen, die von den meisten Leuten aus der entsprechenden Gruppe geteilt werden (in der Resilienzforschung als "shared values" bezeichnet).
Im Prinzip ist es ja egal, wo es weiter geht.
Mein subjektives Bild halte ich nicht für die einzige Wahrheit.
Subjektiv ist eben - so verdammt subjektiv :D
Die Wissenschaft hat so herrlich logische Strukturen. Damit kann ich was anfangen.
Trotzdem ist es nicht von der Hand zu weisen, dass vieles genetisch vorbestimmt ist, und wir vieles nicht beeinflußen können.
Ich hab ja auch keine Schuldgefühle (fiese lästige Begleiter, denen man lieber Einhalt gebieten sollte), dass ich chromosomenbedingt weiblich geworden bin :p .
LG Moni
Uli Dörwald
09.04.2009, 08:57
Da ist die Wissenschaft sich alles anderes als einig. Darwin hatte natürlich nicht in allem Recht. Genetisch vorbestimmt heisst noch lange nicht unveränderlich. Wie ich schon sagte: Die moderne Wissenschaft kommt immer mehr zur Erkenntniss das es nicht so sehr auf die Gene ankommt, sondern auf die Schalter. Nachzulesen u.A. bei Joachim Bauer.
Aber natürlich ist der aktuelle Stand der Wissenschaft auch immer der Stand unserer aktuellen Irrtümer.
Na - das sag ich doch die ganze Zeit!
Genetisch heißt noch lange nicht unveränderlich!!!
LG Moni
Uli Dörwald
09.04.2009, 09:08
Dann sind wir ja alle froh und glücklich. Bleibt nur noch die Frage wie Soltar über Ostern genügend Serotonin ins Blut bekommt???
Gehört nun überhaupt nicht hierher, aber: Wünsche allen wunderschönes Osterwetter, frische Luft, Licht & Liebe, viele gute Fette und gute Schokolade über 85% Kakaoanteil:p
Hallo all
Ja, durchaus interessant zu lesen, mit der Resilienz und der Vulnerablenz.
Aber es hinterlässt bei mir auch etwas ein Beigemschmack. Das tönt so irgendwie nach der A-Klasse, die Elitemenschen, die alles unbeschadet überstehen, und den labilen, ewigkränkelnden, die nichts wert sind. Naja - etwas überzeichnet formuliert. Tatsache ist, dass in den Biografien von schweren Straftätern fast ausnahmslos Erfahrungen erlebter Gewalt und Missbrauchs auftauchen - vom Opfer zum Täter - so läuft es sehr oft.
Vorallem wenn das Erlebte nicht aufgearbeitet wird.
Gruss
& frohe Ostern allen
http://www.gifs.ch/Festtage/ostern/images/hupf.gif
Soltar
Hallo zusammen,
über Resilienz / Salutogenese habe ich ja schon mal hier geschrieben (Suchen: "Salutogenese"). Das ist auch trainierbar, also nicht Zweiklassengesellschaft (zumindest nicht in Bezug auf dieses Thema...).
Frohe Ostern!! (Und immer schön die Omega-3-Eier essen!)
Gruß
Seisa
Maiglöckchen
10.04.2009, 09:57
Nicht ganz passend zum Thema, aber:
Der Hoppelhase gefällt mir richtig gut, Soltar. :)
Maiglöckchen
Uli Dörwald
10.04.2009, 20:40
Und was ist nun mit dir, Ronald?
Bist du vom Täter zum Opfer mutiert?? Warst du das, der immer so gemein zu seiner Mutti war und sie pausenlos verprügelt hat? Solch unglaubliche Geschichten hört man ja immer wieder, leider eben ...
Hallo Maiglöckchen
Ja, eben, ging mir auch so! ;)
Gruss Soltar
Schöne Ostergrüße, danke fürs Hoppelhäschen Soltar
LG Moni
:D...wünsche ich dir auch liebe Moni.
Auch Uli natürlich, auch wenn das letzte Posting sowas von Mist war.. ;)
lg Soltar
PS: Ist ja auch ein echtes Kunststück, bei derart grossen Sprüngen dann auch noch die Eier im Körbchen zu behalten!
... Auch Uli natürlich, auch wenn das letzte Posting sowas von Mist war.. ;)
Das sehe ich genauso, Soltar, laß' Dich aber nicht unterkriegen! :trost:
Hallo Soltar,
Du hast mit Deinem letzten Beitrag vollkommen recht.
Ich bin zwar sehr spät, aber auch Dir eine schönes Osterfest und danke für den süßen Hasen.
LG Ramona
chrischan
13.04.2009, 13:19
hi,
und frohes rest osterfest an alle.
ich hab zwar keine ahnung um was es bei Soltar und Uli geht aber lasst uns
weiterhin friedlich sein. der eine oder andere hat schon genug probleme (mich eingeschlossen) mit dieser krankheit an den hacken.
alles liebe
chrischan
Uli Dörwald
13.04.2009, 15:27
Danke Christian,
aber ich weiss auch nicht worum es hier geht. Habe nur das dumpfe Gefühl mal wieder total missverstanden worden zu sein. Klar wie Klossbrühe, ist natürlich meine Schuld, warum drücke ich mich nicht verständlicher aus. Neuer Versuch:
Es sind nie die Kinder die Täter sind, aber sie werden meist von den Eltern missbraucht und zu Opfern gemacht. Ca. ein Drittel davon werden später auch Täter.
Egal ob Opfer oder Täter: Um ein glücklicheres Leben zu führen ist es meist hilfreich seine Kindheit aufzuarbeiten, alleine schon um nicht andere Menschen unglücklich zu machen.
Ein Kind das seine Mutter schlägt ist total ungewöhnlich, in etwa so wie ein MBler dem Omega 3 nicht hilft.
Ironie ist wenn man das Gegenteil von dem sagt was man meint. Manche Leute finden das witzig.
Weiterhin fröhliche und entspannte Restostern.
Ein Kind das seine Mutter schlägt ist total ungewöhnlich, in etwa so wie ein MBler dem Omega 3 nicht hilft.
Hallo all
Also danke für die Unterstützung, auch wenn ich eben Chrisschan recht gebe - es sollte ja kein Gegeneinander sein - so war es auch nicht gemeint, wenn ich meine Meinung zu etwas abgebe weiteroben. Es ging mir da ja nicht darum, Ulis Thesen/ Themen und Berichte zu widerlegen oder kritisch zu betrachten, aus lauter Freude daran. Es gibt halt immer wieder Meinungverschiedenheiten überall im Leben. Oftmals gehen dann halt darob die Emotionen hoch...man kann aber auch einfach sachlich diskutieren.
Omega-3 scheint tatsächlich eine Art "Wundermittel" zu sein - aber in niedrigen Dosen, wie sie so in den Kapseln vertrieben werden nützt es uns nichts. Grundsätzlich würde ich aber meinen, dass nichts wirklich sicher ist. Vor ein paar Jahren wurde ja auch Vitamin E (plus eben Fischöl) sogar von der Aerzteschaft als gesichert entzündungshemmend propagiert. Mir hat das absolut nichts gebracht, und zwar in allen möglichen Varianten - niedrig - oder höchstdosiert usw.
Beim Verhältnis Eltern - Kind, konnte man tatsächlich lesen, dass da ein Wandel stattgefunden hat - wo früher halt die Kinder oft vor ihren Eltern kuschen mussten, Angst hatten, und repressiv bzw. autoritär erzogen wurden, hat das heute in zunehmendem Masse sogar gekehrt! Es gibt tatsächlich Eltern die Angst vor ihren Kindern haben, und auch geschlagen werden! Ueberhaupt liest man ja, die Gewalt hätte in vielerlei Hinsicht zugenommen - gestern stand hier bei uns in der Zeitung, dass die Gewalt unter alten Menschen sprunghaft zugenommen hat! Grund: Die Menschen werden immer älter - oft wird eines dement, dann ist der gesunde Partner schnell überfordert - es kommt zu gegenseitiger Gewalt. Es ist wohl sehr oft Ueberforderung im Spiel, wenn es um Gewalttätigkeiten geht. Aber es gibt leider ja auch die Gewalt gegen Kranke und Alte also Solches, d.h. da geht es wohl darum: Wer sich nicht mehr wehren kann, wird zum Opfer..... das ist auch sehr unschön.
Gruss Soltar
Hallo Uli,
ich empfand Deinen Beitrag als persönlichen Angriff gegen Soltar und deshalb als unfair. Wenn du es anders meinst, dann drücke es deutlicher aus! Zugegeben, das ist hier in schriftlicher Form manchmal sehr schwer. Besonders Ironie wird dem Gegenüber vor allem in Verbindung mit nonverbalen Gesten vermittelt. Andererseits weis ich, daß gerade Du Soltar gern in jeder Hinsicht helfen möchtest.
... Ein Kind das seine Mutter schlägt ist total ungewöhnlich, ...
Dieser Meinung bin ich inzwischen nicht mehr, seit meine Tochter und ich, zwangsläufig, manchmal Sendungen wie "Teenager außer Kontrolle" oder "Die Super-Nanny" gucken! Die Eltern dieser Kinder sind nicht unschuldig daran, aber auch die Gesellschaft insgesamt hat sich in dieser Hinsicht stark verändert und trägt einen Anteil.
... Ironie ist wenn man das Gegenteil von dem sagt was man meint. Manche Leute finden das witzig.
... mag sein, aber mir ist es ehrlich gesagt zu anstrengend, etwas zu lesen, es dann deuten zu müssen, vielleicht doch daneben zu liegen ... Ich bin für klare Aussagen und selbst da sind noch Irrtümer möglich ...
Ebenfalls schöne Rest-Ostern allerseits ...
.... da ist man schon wieder am rätseln, wie sollen wir dem Omega 3 helfen? Ironie oder nur Tippfehler?
Naja, das war dann wohl nur ein Tippfehler, aber Omega 3 ist geschickt eingebaut, da kann man sich ja gleich auch noch Gedanken dazu machen, ob man jetzt selber Schuld ist, weil Omega 3 noch immer nicht hilft.
Das alles ist mir persönlich viel zu negativ und nicht hilfreich.
Leider wird man ja nicht vorgewarnt, und plötzlich hat man was gelesen, womit man sich gedanklich gar nicht beschäftigen möchte.
Täter - Opfer - Mutter verprügeln - das war nicht nur negativ, das hat mich geschockt!
Aber ich mag mich über solche Taktlosigkeiten nicht aufregen und möchte sowas auch gar nicht in meinem Kopf mit mir rumtragen.
Lalala :musik:
Also - weiterhin entspannte Restostern.
Maiglöckchen
13.04.2009, 19:12
Habe nur das dumpfe Gefühl mal wieder total missverstanden worden zu sein. Klar wie Klossbrühe, ist natürlich meine Schuld, warum drücke ich mich nicht verständlicher aus. Neuer Versuch:
Es sind nie die Kinder die Täter sind, aber sie werden meist von den Eltern missbraucht und zu Opfern gemacht. Ca. ein Drittel davon werden später auch Täter.
Egal ob Opfer oder Täter: Um ein glücklicheres Leben zu führen ist es meist hilfreich seine Kindheit aufzuarbeiten, alleine schon um nicht andere Menschen unglücklich zu machen.
Diese Sätze könnte man dann nebenbei aber auch zur Kenntnis nehmen oder?
Einen schönen Restostersonntag
Maiglöckchen
Na klar, er ist ein Lamm :engel:
Uli Dörwald
13.04.2009, 21:06
Ausnahmsweise gab es heute kein Milchlamm, sondern Argentinischen Hasen. Ich hoffe nicht aus Copahue. Aber böse Menschen behaupten man könne einen Hasen nicht von einer Katze unterscheiden. Ich vertraue da voll auf Lidl, die haben ja den besten Leumund. Geschmeckt hat es super!
Weiterhin frohe Restostern
P.S.: Der Nachtisch ist von Aldi, des Ausgleichs wegen!
Uli Dörwald
16.04.2009, 08:14
Hallo Soltar,
nun ist mir klar was du brauchst. Du muss dir Abenteuerlust antherapieren lassen, damit das Dopamin wieder fliessen kann:) .
Guggst du hier:
16.04.2009 - Psychologie
Placebos für Abenteurer
Risikofreudige Menschen reagieren stärker auf Scheinmedikamente
Je risikofreudiger ein Mensch ist, desto eher spricht er auf eine Behandlung mit Placebos an. Das haben kanadische Forscher festgestellt, als sie untersuchten, wie Freiwillige auf ein wirkstofffreies Placebo reagierten, das sie als schmerzlindernde Creme ausgaben. Zusätzlich führten sie einen Persönlichkeitstest mit den Probanden durch. Je abenteuerlustiger die Testteilnehmer waren, desto eher spürten sie eine Placebowirkung – vermutlich deshalb, weil sie empfindlicher für den Gehirnbotenstoff Dopamin sind, erklären die Wissenschaftler um Petra Schweinhardt von der McGill-Universität in Montreal. Schon der Gedanke daran, dass der Schmerz nachlässt, aktiviere das Belohnungszentrum, welches daraufhin Dopamin ausschütte.
In ihren Versuchen spritzten die Wissenschaftler Freiwilligen eine Salzlösung in die Beine, was bei den Probanden ein unangenehmes Gefühl hervorrief. Zuvor hatten sie den Teilnehmern erzählt, sie würden an einem Bein eine schmerzlindernde Creme testen und im Vergleich dazu am anderen Bein ein Placebo. Tatsächlich handelte es sich jedoch bei beiden Cremes um einfache Hautcreme ohne schmerzstillenden Wirkstoff.
Die Probanden, bei denen die angeblich lindernde Creme tatsächlich gegen die Schmerzen half, stellten sich in einem zusätzlich durchgeführten Persönlichkeitstest als besonders abenteuerlustig heraus. Nach Ansicht der Forscher hängt diese Reaktion mit der höheren Empfindlichkeit dieser Personengruppe gegenüber Dopamin zusammen.
Dopamin ist ein Gehirnbotenstoff, der umgangssprachlich auch als Glückshormon bezeichnet wird. Er wirkt vor allem auf das Belohnungszentrum ein und sorgt für das angenehme Gefühl, wenn ein Ziel erreicht ist. Bereits frühere Studien hatten darauf hingedeutet, dass risikofreudige Menschen Dopamin anders verarbeiten als vorsichtigere Charaktere. Zudem gilt der Botenstoff als Schlüsselfaktor für das Entstehen einer Sucht.
New Scientist, Onlineveröffentlichung
ddp/wissenschaft – Mascha Schacht
Hallo Uli
Ich glaube ich habe hier bewiesen, wie risikofreudig isch bin! Denke da z.B. an die Pflanzenmedizin aus Fernost/ Vietnam, und anderes mehr. Würde ja wohl auch wie ihr Fischöl und Lebertran nehmen...man gewöhnt sich an alles - aber die fehlen mir nach wie vor, weils das hier nicht gibt!
Gruss Soltar
hallo soltar!
warum schließt du dich nicht mit einem deutschstämmigen fischöl-/lebertran-user kurz, überweist ihm das geld für den stoff, und lässt es dir an deine adresse schicken :idee:
daran sollte es doch nicht scheitern, und ist fast ohne risiko ;)
gruß!
nobbi
Ja, Nobbi, das wäre eigentlich das Einfachste.
Allerdings wie ist das mit Lieferung über Grenze - wir sind ja nicht mal in der Zollunion... :gruebel:...bin mir zwar jetzt nicht ganz sicher.
Ist eben eine Idiotie, wenn alle in der EU sind und wir nicht! Aber so ist das - niemand will hier beitreten!
Würde sich denn jemand von hier zur "Verfügung" stellen?? ;)
Gruss Soltar
schleckerlecker
18.04.2009, 09:46
Hallo Soltar,
normalerweise müsstest du die Sachen auch über die Versandapotheke aus Deutschland erhalten, erkundige dich mal, vielleicht ist das ein Weg.
Liebe Grüsse
Karola
Ich habe Das Zeug zwar noch nie selbst gekauft, würde mich aber als Dealer zur Verfügung stellen!http://www.bechterewforum.de/images/icons/icon10.gif
Gruß
Seisa
Ja, Karola. Versandapotheke hat aber auch dieses Zollproblem. Ist eben ein Mist, wie schon erwähnt.
Zudem kostet mich ein Zahlungsauftrag in den EU - Raum z.Zt. noch 7 Euro. Würde ich mal endlich das Internetbanking anfordern, wärens noch 2.
Ja, danke, Seisa, vielleicht komme ich darauf zurück!
Oder fahr halt mal wieder nach Jestetten...:gruebel:
War ja schon Ewigkeiten nicht mehr da!
Wieso kann man eigentlich - egal ob von Algen, Leinsamen oder Fischöl, Omega-3-Fettsäuren nicht extrahieren und konzentrieren? So dass man ein..zwei Käpselchen mit 5 g Omega-3 schlucken könnte? Das müsste doch möglich sein heutzutage!
Ich habe z.B. Kapseln die konzentrierten grünen Tee enthalten hier - eine Kapsel entspricht 3 Tassen grünen Tee! Das Problem ist, ich vertrage das kaum, das dreht mich völlig auf und macht mich nervös. Dabei steht noch 2 Kapseln täglich...nö - eine ist mir schon zuviel... :eek:
lg Soltar
chrischan
20.04.2009, 19:58
hi soltar,
ich schlucke inzwischen 1 kapsel am tag von loges omega 3.
ja ja, die eingefleischten schreien jetzt auch. dann kann ich das geld dafür auch spenden etc. ich sage mir aber wenigstens ein wenig omega 3 als gar keins. ich nehme es jetzt seit einigen wochen und habe zum glück keine magenprobleme wie unter dem puren zeug ;)
beste grüße
chrischan
oder du isst jetzt jeden tag viele fischstäbchen von iglo. die neuen sind aus 100 fischfilet und nennen sich omega 3 hehehe ;) kosten dafür auch etwas mehr...
Uli Dörwald
19.05.2009, 06:53
Ich weiss ja dass dieser Beitrag nicht direkt hier reinpasst, aber vielleicht ist es ja nur eine Frage der Zeit bis auch beim MB ein physischer Zusammenhang festgestellt wird.
19.05.2009 - Medizin
Bedrückende Wucherungen
Bei Krebs kann der Tumor selbst Depressionen auslösen
Wer an Krebs erkrankt, entwickelt überdurchschnittlich häufig eine Depression. Nicht immer sind dafür jedoch die erschütternde Diagnose oder die starken Nebenwirkungen der Chemotherapie verantwortlich, zeigt nun eine Studie amerikanischer Forscher: Auch die Tumoren selbst können dazu beitragen. Sie veranlassen die Produktion bestimmter Botenstoffe, die als Auslöser von Depressionen und Angststörungen gelten. Zwar konnten die Wissenschaftler diesen direkten Zusammenhang zwischen Tumor und Depressionen bisher nur bei Ratten nachweisen. Das Team um Leah Pyter von der Universität von Chicago glaubt jedoch, damit einen allgemeingültigen Mechanismus entdeckt zu haben.
Den Verdacht, dass bei Krebs die Tumoren selbst die Entwicklung von Depressionen fördern, gibt es schon länger. Allerdings sind Krebspatienten meist allein durch die Diagnose so aus dem seelischen Gleichgewicht gebracht, dass es sehr schwierig ist, den Einfluss der Psyche von einem möglichen Einfluss des Tumors zu trennen. Zudem sind die Betroffenen häufig durch die Nebenwirkungen der Therapie belastet. Um diese Einflüsse zu umgehen, lösten die Forscher nun bei Ratten eine Tumorbildung in den Milchdrüsen aus. Die Tiere hätten danach keinerlei Krankheitssymptome entwickelt oder den Anschein erweckt, unter Schmerzen zu leiden, berichten die Wissenschaftler.
Was die Ratten jedoch zeigten, waren typische Anzeichen einer Depression: Sie ließen sich nicht mehr von Zuckerwasser verführen und gaben schneller auf, wenn es darum ging, den Weg aus einem Labyrinth zu finden. Die Forscher glauben, auch den Grund dafür gefunden zu haben: Parallel zu den Verhaltensveränderungen stieg der Spiegel sogenannter entzündungsfördernder Cytokine im Blut und im Gehirn der Tiere an. Betroffen war dabei vor allem der Hippocampus, eine Hirnregion, die für das Steuern von Emotionen zuständig ist. Gleichzeitig sank die Menge des Stresshormons Corticosteron, das normalerweise die Effekte der Cytokine dämpft.
Tumoren können demnach zumindest bei Ratten emotionale Prozesse direkt beeinflussen – einmal, indem sie Botenstoffe produzieren oder deren Produktion erhöhen, die depressives Verhalten auslösen, und zum anderen, indem sie gegenläufige Prozesse bremsen und so den Effekt intensivieren. Die Wissenschaftler betonen, dass dem Verstehen der krebsbegleitenden Depressionen eine große klinische Bedeutung zukomme. So befolgten Betroffene häufig die Therapieanweisungen weniger genau als Krebspatienten ohne Depressionen, und auch die Überlebensrate sei bei depressiven Patienten geringer. Je genauer daher der Auslöser bekannt sei, desto gezielte könnten die Betroffenen behandelt werden.
Leah Pyter (Universität von Chicago) et al.: PNAS, Online-Vorabveröffentlichung, doi: 10.1073/pnas.0811949106
ddp/wissenschaft – Ilka Lehnen-Beyel
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