Vollständige Version anzeigen : Wenn ein Partner an MB erkrankt, wie lange hält dann die Partnerschaft?
Hallo,
da hier noch kein Thema eröffnet ist, mache ich den Anfang.
Ich stelle folgende provokante Frage: „Wenn ein Partner an MB erkrankt, wie lange hält dann die Partnerschaft?“ oder anders gefragt „Mit welchen Maßnahmen kann eine Partnerschaft halten?“.
Ich selber habe, als der MB akut wurde (hauptsächlich Iritis), zwischen
Depression, Mutlosigkeit und Aggression
gewechselt.
Meine damalige Frau hat mit wenig Geduld und wenig Rücksichtnahme reagiert und mir alle Aufgaben im Haushalt abgenommen. Sie liebte halt ein geregeltes Leben mit festen Terminen, z.B. einkaufen, waschen, putzen usw. :rolleyes: Ich, mit meinem MB, bin von der Tagesform abhängig und passe in kein festes Schema. Die Folge war, dass meine Frau alles allein gemacht hat, was bei mir die drei oben angeführten Punkte verstärkt hat. :mad: Letzt endlich haben wir uns so weit auseinander gelebt, dass eine Trennung für beide eine Erlösung war.
Inzwischen bin ich wieder verheiratet. ;) Meine Frau (auch MB) und ich haben alle Aufgaben verteilt. Wann, wie und was jeder macht entscheidet jeder selber, Hauptsache es wird gemacht. Jeder hat viel Geduld und Verständnis, wenn der Partner an einem Tag nicht gut drauf ist und jeder hat viel Zeit für den Partner.
Miteinander – nicht gegeneinander!
Gruß
Troll :)
hallo troll
so ganz kann ich als single da zwar nicht mitreden,bzw fehlen mir entsprechende erfahrungen.aber ich stelle mir vor,das es nur
miteinander-nicht gegeneinander
möglich ist.
bei mir bleibt halt alles liegen,was nicht unbedingt wichtig ist.
schade nur,das ich auf einige dinge grundsätzlich verzichten muß.wie z.b. wannenbäder.da hab ich mittlerweile angst ,ich komme alleine nicht mehr raus und sonst ist ja keiner da.naja,die liste wird halt immer länger....... :-(((
lg barbara
Hallo Troll,
hast Deine Frage doch im zweiten Teil schon selbst beantwortet!
Logisch, dass es nur miteinander geht, aber mach' etwas, wenn der Verstand bei manchen nicht dafür reicht.
Leute wie wir können sich gar nicht an ein 0-8-15-Schema halten, weil mann nie weiss, was morgen oder auch schon in einer Stunde ist, das Planen ist somit kaum machbar.
Man muss den Begriff "Freiheit" für sich selbst neu definieren. Wenn es mir nicht gut geht, nehme ich mir die Freiheit heraus, zu verschiedenen Dingen nein zu sagen oder überhaupt zu irgend einer Sache eine feste Zusage zu machen. Ich tue nicht das, was im allgemeinen von mir erwartet wird, und wer damit nicht klarkommt, soll's eben lassen.
Mein Mann hatte in den vergangenen 20 Jahren auch nicht das überragende Verständnis für meine Krankheit - bis er sich 2001 die WS brach und auch zum "Behinderten" wurde. Heute weiss er ganz genau, was Rückenschmerzen sind und wie man sich dabei insgesamt fühlt. Jetzt wurschteln wir eben gemeinsam durch's Leben, was geht, wird gemacht und anderes wird verschoben, bis es mal wieder geht...
Gruss - petra
Hallo Petra,
dieser Satz spricht mir aus der Seele.
Original geschrieben von petra
... Jetzt wurschteln wir eben gemeinsam durch's Leben, was geht, wird gemacht und anderes wird verschoben, bis es mal wieder geht...
Um Missverständnissen vorzubeugen, wenn eine Ehe / Partnerschaft zerbricht, dann sind beide dafür verantwortlich. Einen Schuldigen gibt es nicht.
Der Partner kennt keine chronischen Schmerzen, er braucht morgens keine 2 Stunden bevor er sich normal bewegen kann. Daher kenne ich folgende Aussagen:
„Mein Mann ist krank, er kann gar nichts mehr machen, jetzt mache ich alles allein.“
„Mein Mann ist krank, jetzt macht er gar nichts mehr, ich muss alles allein machen.“
Richtig ist:
“Mein Mann ist krank, er kann nicht mehr alles machen, wir verteilen die Aufgaben so, dass niemand überfordert wird.“
Leider erwarten die Männer, dass eine Frau immer „funktionsfähig“ ist. Wenn jetzt die Frau an MB erkrankt, dann hat der Mann ein Problem damit fertig zu werden. Oder welcher Mann bügelt seine Hemden selbst??? ;)
Gruß
Troll
Ballerina
24.08.2003, 07:14
Hallo Troll,
kein Mann bügelt seine Hemden selbst. :rolleyes: Damit der MB-Patient nicht in der Partnerschaft untergebuttert wird, ist also ein gewisser Grad von Egoismus notwendig. Auch mal „Nein“ sagen, nicht alles mitmachen, nur um dem Partner zu gefallen. Zuerst muss der Bechterewler seine eigenen Grenzen erkennen und akzeptieren, dann folgt der schwierige Teil – den Partner diese Grenzen erklären. Dann zeigt sich, wie fest die Partnerschaft ist (..in guten und schlechten Zeiten...).
Übrigens wird sind nicht behindert, wir werden behindert. Das ist ein feiner Unterschied.
Liebe Grüße
Dagmar :)
Hallo Leute,
Das Problem Hausarbeit ist in unserer Ehe nie präsent gewesen, auch nicht in der Zeit, als ich noch fit war. Da ich schon immer voll und teilweise noch länger als mein Mann gearbeitet habe, wäre es mir nicht in den Sinn gekommen, auf der Hausarbeit und Erziehung unseres Sohnes alleine sitzen zu bleiben, eher hätte ich mich verabschiedet. So kenne ich es auch von meinen Eltern und Schwiegereltern, das war vielleicht von Vorteil.
Bei uns war immer die gemeinsame Freizeitgestaltung problematischer, da mein Mann in jüngeren Jahren sehr agil und ruhelos war. Er konnte zum Beispiel nicht begreifen, dass ich nicht mehr mit Motorrad fahre, weil es schlichtweg nicht mehr ging, das Tanzengehen fiel schwerer und sah vor allem nicht mehr so gut aus. Auch meine ursprüngliche Reiselust wurde ein Opfer des MB, nachdem ich im Ausland wegen eines Schocks ins Hospital musste.
Heute gehen wir alles gelassener an und unser Hauptaugenmerk liegt darauf, unser Leben so angenehm als eben möglich zu gestalten.
Wünsche allen einen schönen Sonntag - Gruss - petra
Hallo Petra,
dein Beitrag war so gut formuliert als hättest Du meine Situation beschrieben. Früher war Sport für mich kein Thema, Motorad-fahren ebenfalls. Da mein Mann ein sehr sportlicher Mensch ist kann ich leider nicht mehr mithalten. Tennis kann ich auch vergessen, man hat mir eben davon abegraten. Was mir bleibt ist Musektraining im Fitniss-Studio.
Gruss Inga
Wow , jetzt bin ich baer baff , wie Ihr hier zu dem neuen ( aber alten ) Thema losgelegt habt .
Aber kommen wir doch jetzt mal an´s Eingemachte , das hat bisher von euch keiner angesprochen : Die Sexualität in der Partnerschaft ....
Was die Alltagsbewältigung betrifft , haben mein Freund und ich eigentlich weniger Probleme , da hilft er mir , so gut , er kann .
Was schon etwas problematischer ist , ist die Tatsache , daß aufgrund der allgemeinen Erschöpfung , der Schmerzen und evtl. auch aufgrund der Medikamente sich bei mir doch wohl etwas häufiger " Unlust " einstellt als bei anderen Frauen in meinem Alter ( 32 Jahre ) .
Das ist ehrlich gesagt bei uns schon ein (Streit-)Thema .
Ich glaube , mein Freund sieht meine Argumente teilweise nur als Ausrede an , was aber nicht der Fall ist .
Wenn ich mich abends nach einem langen Tag im Büro dann mit zeimlichem Autsch in den Sitzbeinen die Treppe in´s Schlafzimmer hochquäle , hab´ich wirklich meistens nur noch auf " Ruhe haben " Lust .
Geht es Euch denn nicht so ? Liebe Grüße , Tatjana
Hallo Tajana,
oh ja. Das kommt mir doch sehr bekannt vor. Tagsüber werde ich schon sehr stark gefordert, so dass ich immer sehr müde nach Hause komme. Dann ist man froh, dass man alle Viere im Bett ausstrecken kann. Ist die chronische Müdigkeit auch ein Problem des MB? :confused:
Die Bewegungseinschränkungen und die Schmerzen sind keine guten Voraussetzungen für ein befriedigendes Sexualleben. Der gesunde Partner muss schon großes Verständnis für die Einschränkungen des MB-Patienten haben. Der Partner hat aber auch Probleme, weil er befürchtet den Kranken zu überfordern oder gar Schmerzen zuzufügen. Dadurch beschränkt sich das Sexualleben, nicht immer aber immer öfter, auf Liebkosungen, Stimulierungen und zärtlichen Berührungen. ;)
Aber irgendwie muss eine Lösung gefunden werden. Nur wenn beide offen über dieses Thema sprechen bzw. sprechen können, ist ein Ergebnis möglich. Wenn keine Gespräche möglich sind und der gesunde Partner den anderen nicht so akzeptiert wie er ist, dann ist eine Trennung für beide die beste Lösung. Klingt brutal, aber so sind die Erfahrungen.
Viele Grüße
Troll :)
Hallo,
Irgendwann und irgendwo habe ich mal etwas über die "Koitusfrequenz bei Bechterewlern" gelesen.
Kann mir einer sagen, wiso es uns eigentlich noch gibt?
Nach meiner Kalkulation müssten wir am Aussterben sein.
Nichts für ungut, Gruss an alle - petra
Hallo Petra,
dann ist doch bestimmt dieser Link interessant:K-Frequenz (http://9monate.qualimedic.de/Koitusfrequenz.html)
Wir sterben nicht aus, weil wir mehr Glück mit dem goldenen Schuss haben.
Liebe Grüße
Troll :)
Hallo Troll.
Der Link war echt hilfreich. Wollte eine Null eintragen, ging aber nicht -komisch.
Da ich erst seit vorgestern im Forum aktiv bin, möchte ich einige Kommentare zum bisher Geschriebenen abgeben.
Für Troll: Ganz oben hast du geschrieben: Miteinander-nicht gegeneinander. Möchte ich ergänzen in : Miteinander und Füreinander-nicht gegeneinander. Denkt mal drüber nach!
Petra wars glaube ich, die total konsequent behauptet: Es gibt keine Männer, die bügeln. Das stimmt nicht:mad: Erstens bügel ich(die Kleidung ist sogar tragbar hinterher), zweitens halte ich die Wohnung sauber. Alles eine Frage, wie man das macht. Entscheidend ist, man muss es nur wollen! Meine Frau geht dafür einkaufen, die langsame Latscherei geht mir auf das Kreuz. Wenn sie dann das Auto vollgepackt hat und nach Hause kommt, gehe ich mit zwei Taschen zum Kofferraum und verteile das Eingekaufte so, dass beide Taschen das gleiche Gewicht haben. Auf diese Art kann ich da wenigstens mithelfen, den Einkauf in die Wohnung zu hiefen.
WICHTIG!
Ab einem bestimmten Grad der Behinderung steht eine Haushaltshilfe zu, egal ob der Partner behindert ist oder nicht. Allerdings gibts den Betrag nicht doppelt, wenn beide behindert sind. Diesen Betrag -ich glaube so um die 920,--EUR- kann man gegen Quittung steuerlich absetzen, bedeutet, es gibt ihn nicht bar auf die Hand. Ich benutze diesen Betrag in Zukunft für einen Fensterputzer. Mal sehen, ob was übrig bleibt fürs Treppe putzen.
Gruß und schönes WE
Hippo
Hallo Hippo,
Das mit dem Hemdenbügeln war ich nicht, sondern die Ballerina hat da wohl so ihre Erfahrungen gemacht. Ich kaufe die Hemden gleich möglichst wartungsarm, so kann ich das Problem weitgehend ausgrenzen.
Mein Mann hilft mir sehr im Haushalt, gerade auch in der Zeit, als er "Hausmann war, hat er mir den allergrössten Teil der Hausarbeit abgenommen, soweit es eben ging. Allerdings möchte ihn auch manche Dinge nicht machen lassen und erledige das lieber selbst. Ich glaube, dass Männer eine bestimmte Taktik haben, die Dinge, welche sie nicht machen möchten, dem anderen zu überlassen - sie stellen sich dann einfach etwas ungeschickt an !? :-).
Gruss - petra
Hallo Petra,
erst mal Entschuldigung, dass ich Dir da was unterscheiben wollte:(
Hallo Ballerina, dann geht das mit dem Bügeln an Deine Adresse, aber denk bloss nicht, ich wäre jetzt sauer, in vielen Fällen hast du sicher recht
Hallo alle zusammen.
Jetzt sind wir nämlich genau an dem Punkt, den Troll mit seiner Diskussionseröffnung angestrebt hat -hoffe ich. Thema war ja:MB + Art und Dauer einer Beziehung, wenn ich das mal so frei wiedergeben darf. Die letzten Beiträge zeigen meiner Meinung nach recht deutlich, dass alles geht: Bechtis mit Bechtis, Bechtis und "Normale", und mit Sicherheit auch gleichgeschlechtliche (Könnte ein neues Thema werden). Probleme gibts überall, die Frage ist, wie liberal und tolerant die Menschen sind, damit umzugehen. Ich glaube nicht, dass Probleme in Bezug auf Sexualität, wie sie hier geschildert wurden, nur Bechtis oder andere körperlich Eingeschränkte haben. Die gehören auch bei Normalen dazu.
Ich jedenfalls bin dazu übergegangen, mir keine Probleme einzureden, mir diese auch nicht einreden zu lassen. Das führt manchmal dazu, dass mich einige Menschen für echt zum ****** oder auch zickig halten, die meisten, die mich kennen, akzeptieren das nicht nur, sie unterstützen sogar. Ausserdem haben wir das Privileg, dass "Behinderte sowieso komisch und schwierig sind". Kennt ihr den Spruch? Seltsam, es gibt Millionen von Behinderten, aber von allen Bechtis die ich kenne, hat noch nie jemand so einen Pauschalspruch über Gesunde losgelassen.
In diesem Sinne, nochmal an Petra eine Entschuldigung und einen schönen Tag.
Der Hippo
Hallo zusammen,
da bin ich wieder. Danke an Alle, denn das sind ja prima Beiträge. :danke:
Für Troll: Ganz oben hast du geschrieben: Miteinander-nicht gegeneinander. Möchte ich ergänzen in : Miteinander und Füreinander-nicht gegeneinander. Denkt mal drüber nach!In der Tat - Füreinander ist ebenfalls wichtig und bis zu einem gewissen Grad auch Fürsorge. Diese Fürsorge darf aber nicht übertrieben werden, denn dann wird der Partner in Watte gepackt und nicht mehr gefordert. Füreinander bedeutet auch Solidarität und das macht den Zusammenhalt aus.
Den Spruch ("Behinderte sowieso komisch und schwierig sind") kenne ich nicht, aber im Allgemeinen werde ich auch als schwieriger Mensch bezeichnet. Woran das liegt?
Liebe Grüße
Troll :)
PS: Mein Frau hat bis jetzt noch keine Probleme.
Ballerina
31.08.2003, 11:43
Hallo zusammen,
das bedeutet also, dass kein Partner die soziale Kontrolle in der Partnerschaft gewinnt. Der MB-Patient darf also nicht resignieren, d.h. selbst Dinge, die er könnte, kann er vermeintlich nicht mehr. Frei nach dem Motto: „Wenn ich schon MB habe, dann müsst ihr mich auch bedienen.“ :rolleyes:
Das ist natürlich bequem, aber kein Dauerzustand. Und der Partner, der dieses Verhalten mitmacht, muss aus der Samariterrolle hinausgeworfen werden. Nur wer macht das? Wer hat den Mut dazu? Wer ist so ehrlich? :confused:
Viele Grüße
Dagmar :)
Hallo Ballerina!
Stimmt, die soziale Kontrolle sollte keiner von beiden haben. Dies lässt sich aber nicht vermeiden. Bei Partnern ist immer eine/r dominant.
Glücklich der oder die, wenn es eine/n Partner/in gibt, die/der einen mal verständnisvoll in den Hintern tritt, wenn es einen Durchhänger gibt.
Falsch ist, dass der Bechti nicht resignieren darf- es darf nur kein Dauerzustand werden. Wer von uns behauptet, noch nie in ein tiefes Loch
gefallen zu sein, ohne die daraus resultierende Zuwendung Anderer auch ein bisschen genossen zu haben, macht sich ein bisschen unglaubwürdig.
Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass diese bequeme Einstellung des sich aufgrund der Krankheit bedienen lassens, daraus resultiert.
Diese Einstellung ist ziemlich rücksichtslos und bedarf eines nicht verständnisvollen Trittes in den Hintern. Kein Anderer kann etwas für meine
Erkrankung. Und falls es wirklich einen solchen Partner gibt, der in dieser Samariterrolle steckt, wird dies nicht von Dauer sein. Der muss nicht
aus der Rolle herausgeworfen werden, der geht von selber irgendwann.
Es liegt nicht immer am Partner. Meine Frau z.B. hat MB und läßt mich und unseren Sohn völlig aussen vor. Das heißt Sie läßt niemanden an sich ran. Kapselt sich völlig ab und redet nicht mit uns über ihre Krankheit. Das Liebesleben ist völlig im Eimer. Eigentlich geht überhaupt nichts mehr!
Hallo,
Original geschrieben von Gast
Es liegt nicht immer am Partner.
das stimmt. Es gibt keinen Schuldigen, wenn eine Ehe / Partnerschaft nicht funktioniert. In diesen Fall stellt sich die Frage, warum kapselt sich der Partner ein und warum klappt die Kommunikation nicht. Meine Erfahrung ist die, dass der Eine etwas sagt und der Andere dies komplett falsch versteht. Da stimmt meist die Ebene nicht. Ein Partner ist auf der emotionalen Ebene, der andere auf der sachlichen Ebene.
Beispiel: „Häng doch bitte die Wäsche auf“
Rein sachlich: “Die Wäsche ist fertig, wenn Du Zeit hast, dann häng doch die Wäsche auf.“
Emotional: “Du bist ein Faulpelz, beweg deinen Ar... und häng die Wäsche auf“
Dieses kleine Beispiel zeigt, dass der gleiche Satz völlig unterschiedlich interpretiert werden kann. Das große Problem in der Partnerschaft ist die Kommunikation. Wenn die nicht mehr funktioniert, dann ist das Scheitern vorprogrammiert.
Gruß
Rainer :)
FlashArmin
28.09.2003, 13:29
Halli, hallo
also ich mit meinem MB schaffe es auch ganz gut zu Bügeln,
irgendwie hab ich das Gefühl das ich zuhause mehr Arbeiten verrichte als meine Freundin, sie studiert Medizin da ist der Stressfaktor sehr hoch, so dass sie öfter depressiv ist als ich.
Ah, und mein Bruder auch mit MB(4 Stadium) hats auch noch geschafft mit seiner Familie in den letzten 12 Jahren 10 mal
die Wohnung zu wechseln, Die haben einen Tick , bin gespannt wann die wieder umziehen.
Mit Gruss
Armin
Halloo ihr Lieben,
nun will ich als neues Mitglied auch meinen Senf dazu geben.
Ich habe nun seit über 20 Jahre MB, Habe mir aber in diesen
Jahren niemals eine Arbeit abnehmen lassen.
Ich trage meinen Pflichtteil genauso dazu wie meine Frau.
Ich habe mich auch noch nie bedienen lassen, sondern habe
mich trotz der ganzen Schmerzen und Umständen selbst dazu
gezwungen alles alleine zu machen.
Sicher gibt es Menschen die sich bedienen lassen wollen,
aber die sind nicht unbedingt an MB erkrankt, sprich die finden
sich überall in jeder Schicht, ob arm oder reich, oder krank und gesund.
Ich dür meinen Teil würde mich schämen wenn ich mich bedienen
lassen muss, obwohl ich mein Bier selber holen kann.
@Ballerina auch ich bügel meine Hemden selber wenn es sein
muss, mit dem Erfolg das meine Frau dann sagt das ich es besser
kann und es öfter machen soll.
:frage:
In diesem Sinne lieben Gruss
der Graf
Uwe
:D :danke: :D
Hallo zusammen.
Zu doiesem Thema wollte ich dann auch mal was zu sagen.
Ich bin recht jung habe einen Mann, der mit der Diagnose von anfang an dabei ist. Trotdem, ist vieles nicht sehr einfach. Auch ich habe das Gefühl, dass meine Diagnose als Ausrede dargestellt wird, wobei er alles tut, er BÜGELT, schmeißt den ganzen Haushalt, wenn ich nicht gut drauf bin. Ich bin wirklich sehr zufrieden mit Ihm...und er mit mir auch...aber der Sex wird immer weniger...was an mir auch liegt. Bin depressiv geworden, so das dass reden mitlerweile schwer fällt.
Meine liebe zu Ihm ist immernoch hoch angesehen, also...was soll ich machen? Ich werd`diese "Ausrede" für mich selber noch nicht los...das sollte ich abschaffen, ich weiß, aber alles im Leben braucht so seine Zeit!
Einige Beiträge kommen einem sehr nahe, weil man weiß wie es ist. Danke, das sie angesprochen werden.
Liebste Grüße,
Teufel:danke:
Hallolee Teufel, hallo alle anderen,
was ist schon Sex? Vorallem wenn man ihn jeden Tag möchte?
Ich sage mir lieber weniger und dafür würziger. ;)
Mann muss nicht jeden Tag Sex haben, aber wenn man ihn hat sollte er für Beide Spass machen und nicht nur für einen Partner .
Das ist in meinen Augen viel wichtiger als unbefriediegenden Sex.:p
In diesem Sinne
viel Spass
der Graf der Nacht
Uwe
:D :D
Engelbert
28.09.2003, 17:15
Hallo Teufel und alle anderen
Dieses Problem nicht miteinander zu reden ist wohl einer der häufigsten Scheidungsgründe, dem sollte mann versuchen so schnell wie möglich abzuhelfen.
Reden heißt aber auch zuören, nachdenken über das gesagte und daraus die notwendigen und möglichen Änderungen zu ziehen.
Was Sex angeht so ist er in meinen Augen nur dann richtig schön wenn es der körperliche Ausdruck einer geistigen Verbundenheit ist.
Es grüßt Euch Engelbert
Angelika
13.10.2003, 19:55
Hallo, habe heute dieses Diskussionsforum entdeckt.
Sehr interessant zu lesen, dass andere ähnliche Probleme haben wie ich.
Zum Thema "Bechterew und Partnerschaft". Gestern hat mir mein Ehegatte, nachdem er sich die Nacht mit Internet-Chats vertrieben hat gesagt, "entweder du schläfst oder du wälzt dich im Bett herum so dass ich nicht schlafen kann. Warum sollte ich dann so früh ins Bett gehen"
. Zum allgemeinen Verständnis - er arbeitet von ca. 17.00 Uhr nachmittags bis ca. 11.00/11.30 nachts und ich stehe um 6.00 in der Früh auf und arbeite bis 16.00 Uhr nachmittags.
Ich bin froh, wenn ich früh aufstehen kann, weil ich mich vor Schmerzen kaum bewegen kann, aber er kann natürlich bis mittags schlafen.
Das ist sicher sehr schwer für einen "Nichtbetroffenen" zu verstehen.
Im Übrigen hat es in meiner Familie auch 2 meiner Brüder und eine Schwester getroffen.
Ich bin aber die Einzigste, die Last mit Iritis hat, manchmal sogar 2-3 mal im Jahr. Wobei ich bemerkt habe, dass Ärger, Kummer und auch Stress diese Iritis auslösen können.
Gruss Angelika
Hallo Angelika!
Das mit dem unterschiedlichen Schlafbedürfnissen halte ich auch für ein großes Partner Problem. Abends gemütlich auf der Couch lümmeln ist nicht und stößt auf Unverständniss und morgens am Wochenende lange ausschlafen und dann noch etwas kuscheln liegt schon lange im Reich der Märchen. Da ist es schwer Tolleranz zu üben. Mittlerweile stehe ich am Wochenende früh auf, dusche heiß, gehe lange mit dem Hund spazieren und erreiche so irgendwann wieder die nötige Mobilität um wieder ins Bett zu gehen. Mein Göttergatte schlägt dann so langsam die Augen auf und es wird tatsächlich noch gemütlich. (Dafür mache ich nachmittags meinen Mittagsschlaf). Wichtig sind Kompromisse zu finden. Der "andere" kann sich nicht komplett anpassen und wir können uns nicht nur unterordnen. Wie wäre es mit getrennten Schlafzimmern? Soll sehr Partnerschaftsfördernd sein.
Gruß
Jessica
Hallo zusammen:)
Ich kenne das Problem auch.
Ich bin, nein ich war ein Mensch der es liebte früh ins Bett zu gehen. Da mein Mann auch MB hat, kam er natürlich nie so früh ins Bett. Da blieb wirklich einiges auf der Strecke hängen.
Dann hab ich auch das Internet endeckt. Ging eine ganze Zeit lang auch nicht vor Mitternacht ins Bett. Aber wenn wir dann gemeinsam ins Bett gingen, waren wir beide so müde, dass wieder nichts war mit kuscheln.
Mittlerweile gehe ich wieder für mich ins Bett und finde meinen eigenen Rythmus wieder.
Ich glaube, egal was für eine Krankheit man selber hat, oder der Partner, man muss lernen gegenseitig Rücksicht zu nehmen und einander akzeptieren lernen.
Ich weiss es ist nicht immer einfach.
Ich wünsche Euch allen alles Gute
Euer Engel Anette
Hallöchen...
also ich bin ja noch recht jung, erst 21..:D
Zu meinem Freund und auch sonst gegenüber Bekannten verheimliche ich meine Krankheit nicht, hilft ja doch nichts.
Mein Freund war am Anfang etwas erschreckt und hatte wohl ein bißchen Angst bzw. Hemmungen, aber dann habe ich mit ihm offen über meine Probleme gesprochen und er hat ein gutes Verständnis dafür entwickelt. Wenn wir abends auf der Couch rumlümmeln und ich irgendwann anfange von einer Ecke zur nächsten zu kriechen weil ich keinen bequemen Punkt mehr finde macht er mir solange Vorschläge was ich noch probieren könnte bis ich irgendetwas finde was geht.
Zum Thema Sex... an schlechten Tagen einigen wir uns meist auf ganz furchtbar vorsichtigen "Igel-Sex" ... das Wortspiel hat er aufgebracht, nach dem wir auf der Straße ein paar Kinder ein Lied singen hörten so à la "wenn Igelchen sich küssen, dann müssen sie ganz, ganz vorsichtig sein"
Ich denke wenn man einen sensiblen Partner hat und sich selber nicht verschließt und kompromiß bereit zeigt kann eine Partnerschaft gut funktioneren, die beiden partner dürfen sich nur nicht voreinander verschließen...
und ab und zu muß dann auch der bechti mal der starke sein, der den anderen in den arm nimmt und ihm ein bißchen halt gibt...
Miteinander und Füreinander statt gegeneinander ist eine gute zusammenfassung...
Jule
Hallo an Alle,
bin neu hier, habe erst diese "Partner"-Sparte entdeckt. Find ich ja toll, dass hier mal über Partnerprobleme und MB ehrlich diskutiert wird. Bin selber Betroffene mit MB und zusätzlich noch Morbus Crohn.
.
Seit der Diagnose letztes Jahr überlege ich hin und wieder, inwieweit mein Ehefrau-Dasein an einer kräftigen Verschlimmerung mitverantwortlich ist. Mein Mann ist seit ca. 3 Jahren arbeitslos, hat verschiedene Jobs gehabt, waren aber nicht passend für ihn. Jetzt sucht er gar nicht mehr, hat als Geisteswissenschaftler in der Provinz hier auch keine Möglichkeit, einen adäquaten Job zu finden. Mir macht das sehr zu schaffen. Ich quäl mich manchmal die 40 Stunden in der Woche vor dem PC, komme fast jeden Abend steif und verspannt nach Hause und dort ist noch nicht mal der Haushalt gemacht. Da hilft er nämlich auch kaum, hat einfach keine "Hand" dafür. Er kocht ab und zu und kümmert sich um die autos. Außerdem sammelt er noch Bücher und vielen anderen Krims-Krams, unsere Wohnung sieht seit Jahren aus, als hätte eine Bombe eingeschlagen, da er auch nicht Ordnung halten kann! Ich spüle, wasche, putze...aufräumen darf ich nicht, sind ja seine Sachen und die darf ich nicht verändern, sonst findet er nichts mehr. Er stört sich nicht an Schmutz und Unordnung.
Aber mich ärgert das alles, gebe es aber vor mir selber nicht zu und schon gar nicht vor meinem Mann, weil ich keinen Streit mit ihm will. Streit verschlimmert nur alles, hab ich aus Erfahrung gelernt - und so versuche ich, die Situation zu aktzeptieren.
Wenn ich eure Berichte so lese, komme ich mir vor wie ein Schaf, das sich aufopfert.
Bin ich denn bescheuert???
An Scheidung hab ich schon oft gedacht, vor allem bei akuten Streitsituationen. Nur, ich habe Angst vor dem Alleinsein...ist komisch, aber ich denke, es könnte alleine schlimmer sein als es jetzt ist...und dann bereue ich das ganze vielleicht ....außerdem hänge ich schon an ihm, möchte ihn halt verändern, aber das ist ein furchtbar mühsamer, zeitintensiver und kräftezehrender Prozess. Und...er sagt manchmal, dass es für ihn ja auch nicht einfach sei, eine chronisch-kranke Frau zu haben...da platzt mir dann manchmal der Kragen...
Viele Grüße
Sita
hallo sita,
was denkst du denn was dich bei deinem Mann hält?
Liebe? oder ist eher die Angst alleine zu bleiben?
Ich habe die Erfahrung das man nicht alleine bleiben muss,
vorausgesetzt man tut auch was dafür.
Ich denke du solltest deinem Mann mal ehrlich gegenüber tretten
und ein vernünftiges Gespräch führen, denn ist er nicht auch chronisch krank mit seiner Unordnung.
Er sollte sich außerdem mal überlegen wie er sich sein Leben
denn weiterhin vorstellt. Kompromiss heißt das sich beide
entgegen kommen und nicht einer (der chronisch Kranke)
auf der Strecke bleibt.
Nur reden ist hier vielleicht eine Lösung für euch beide.
Ich wünsche es euch beiden auf jeden Fall.
schönen Gruss
der Graf
Uwe
Hallo Sita,
Original geschrieben von Sita
...Nur, ich habe Angst vor dem Alleinsein...ist komisch, aber ich denke, es könnte alleine schlimmer sein als es jetzt ist...und dann bereue ich das ganze vielleicht ....außerdem hänge ich schon an ihm, möchte ihn halt verändern, aber das ist ein furchtbar mühsamer, zeitintensiver und kräftezehrender Prozess. Und...er sagt manchmal, dass es für ihn ja auch nicht einfach sei, eine chronisch-kranke Frau zu haben...da platzt mir dann manchmal der Kragen...
Diese Situation kenne ich nur zu gut. Aber Angst vor dem Alleinsein brauchst Du doch nicht haben, denn Du hast Arbeitskollegen und bestimmt auch einen Bekanntenkreis. Auch in einer Partnerschaft kann man sehr einsam sein. Ein vernünftiges Gespräch macht immer Sinn. Aber jemanden zu verändern ist nahezu unmöglich. Wahrscheinlich kommt dein Mann mit der Situation auch nicht zurecht und dann stellt sich die Frage „Warum?“.
Hast Du Kontakt zu anderen MB-Patienten? Es ist doch bestimmt eine DVMB Gruppe in der Nähe. Der Gedankenaustausch ist sehr wichtig und Verständnis bekommst Du nur von anderen Betroffenen.
Ich wünsche euch, dass ihr eine gemeinsame Basis findet, die beiden gerecht wird.
Viele Grüße
Rainer :)
Hallo Sita,
Zu einer Situation, wie diese bei Euch zu Hause derzeit vorherrscht, gehören ansich immer zwei: einer der es macht (oder nicht macht) und einer, der es mit sich machen lässt.
Wenn auch das Reden nichts mehr an der Situation verändern sollte, dann lass doch einfach einmal alles stehen und liegen und erledige auch Du nichts mehr. Irgendwann muss doch das entstehende Chaos auch mal Deinem Mann misfallen und aufrütteln, und wenn nicht, dann teilt das Territirium auf. In seinem Teil soll er machen, was er will und in Deinem darf er sich nicht breitmachen.
Lass ruhig auch mal andere Hausarbeit liegen, irgendwann wird er feststellen, dass er keine sauberen Klamotten mehr hat und kein gespültes Geschirr mehr da ist.
Es kann doch einfach nicht so sein, dass ein Partner sich aufopfern muss, damit der andere es bequem hat, so was kann ich überhaupt nicht fassen.
Ob Geistesschaffender oder nicht, wenn er Dich für sich schuften und springen lässt, ist er in meinen Augen nur noch einer, der Dich ausnutzt.
Und wer in Eurem Falle mit wem die Last hat, ist hier echt noch die Frage.
Gruss - petra
Hallo Sita,
ich fange meinen Beitrag mal mit ner Textzeile von Udo Lindenberg an ...... "Was hat er Dir schon zu bieten ..... außer das er Dich nicht verläßt :confused:
Ich denke mal das Ihr Eure Ehe/Beziehung grundsätzlich klären solltet.........
wenn Du Dich chronisch rumärgerst und abrackerst ..... fördert das nicht gerade Deine Gesundheit.........
und manchmal ist eine Trennung der beste Ausweg für beide .........
ich selber habe 11 Jahre an einer kaputten und miesen Ehe "festgehalten"....... wegen der Kinder, wegen der Schulden, wegen Gewohnheit......... immer die Hoffnung es wird doch nochmal "alles gut" ......... aber es wurde nix gut......... meine Schmerzschübe wurden in dieser streßigen und nervigen Lebenssituation nur noch schlimmer.........
und als ich im Sommer 2000 noch nen Typ I Diabetes bekam ( Autoimmunsystem macht dabei die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse kaputt) ........
da habe ich gedacht ........ mit damals 39 noch nen Typ I Diabetes zu bekommen (der ist normalerweise Kindern und Jugendlichen "vorbehalten") ......... das ist das Signal ...... das der Körper nicht mehr kann:(
Habe mich im Dezember 2000 von meinem Mann getrennt...... bin seit April 2002 glücklich geschieden........
und ich habe im Mai diesen Jahres einen wirklich lieben und netten Mann kennen gelernt :)
Allerdings hätte ich den ohne Bechterew nicht kennen gelernt ......... denn mein Freund hat auch Bechterew .......
Ich will damit jetzt nicht sagen ......... dass Du auch nen Mann mit Bechterew brauchst :D ...........
aber Du brauchst einen Mann der wirklich für Dich da ist ....... und für den es sich auch "lohnt" umgekehrt da zu sein........
Sita ich denke Du weißt was ich Dir damit sagen möchte:)
Außerdem möchte ich mich dem was Petra in ihrem Beitrag gesagt hat anschließen !
Liebe Sita,
ich wünsche Dir dass sich bei Dir alles zum Guten wendet ........ entweder mit Deinem Mann ...... falls er endlich "wach" wird ........ oder aber ohne ihn .......... und dafür mit einem guten Neuanfang für Dich :)
In diesem Sinne grüßt Dich herzlich
Sanne
Hallo Sita!
Es ist fast alles bereits gesagt worden. Doch kann ich dich gut verstehen. Es ist garnicht so leicht alles liegen zu lassen. Du lebst schließlich auch dort und willst dich wohlfühlen. Und wenn ihr beide komplett unterschiedliche Auffassungen von Partnerschaft und Zusammenleben habt, solltet ihr euch mal ernsthaft auseinandersetzen. Nur leider klappt das meistens nicht. Frauen und Männer kommunizieren irgendwie anders. (Will keinem auf den Schlips treten, aber häufig scheint es so zu sein). Und wenn ihr dann keine Basis finden solltet, mußt du wirklich in dich gehen, um zu prüfen was für dich gut ist.
Vor meiner Scheidung hab ich viele Krankheiten angezogen, bei denen mich mein Arzt immer gefragt hat, ob ich unter Streß leide. Beziehungstreß ist auch Streß und macht erheblich krank.
Sei gut zu dir selbst!
Sei dir wichtig!
Liebe Grüße
Jessica
:)
Hallo Sita,
die Antworten auf deinen Beitrag sind heftig, aber ich konnte jedem nur zustimmen.
Deine Geschichte finde ich echt hart-und ob du es glaubst oder nicht: Deine Probleme in Verbindung mit den Antworten haben mir das Wasser in die Augen getrieben. Du hast da was angesprochen, in dem ich mich -auf andere Art- selber wiederfinde. Du hast aber die Courage, das Problem hier anzusprechen, ich leider noch nicht. Vielleicht kommt das noch.
Ich hoffe, du kannst mit den Antworten etwas anfangen, ich jedenfalls kann:(
Gruß
Michael
Hallo Sita :)
Ich habe lange überlegt, ob ich etwas dazu schreiben soll oder nicht.
Ich bin seit 13 Jahren verheiratet. Weiss aber nicht wie lange noch.
Mein Mann hat MB. Ich hatte immer das Gefühl, ich müsse meinem Mann die Probleme abnehmen. Damit es keinen unnötigen Schub auslösst.
Nun bekomme ich zu hören, dass ich alles falsch gemacht habe. Ich hätte ihm ruhig mal was machen lassen sollen. Nach 13 Jahren, wehrt er sich und sagt mir was ich alles falsch gemacht habe.
ich weiss nicht, ob das wirklich alles mit dem Mb zu sammenhängt. Aber einen Teil sicher.
Darum möchte ich abschliessend sagen, lebt Euer Leben und redet viel miteinander. Und lasst Euch nicht einschrenken. Denn das Leben ist zu kurz.
Ich wünsche Euch allen einen ganz schönen Tag und wünsche Ecuh alles, alles Gute..
Euer Engel Anette
Engelbert
05.11.2003, 08:52
Hallo Sita
Deine Offenheit finde toll.
Das Gespräche sehr schnell in Streit ausarten ist sicher Richtig. Ich persönlich fange dann an Briefe zu schreiben und versuche das was im Gespräch zum Streit führt auf diese weise rüberzubringen.
Für mich liegt der Vorteil einfach darin das dabei mehr Zeit zum Nachdenken da ist und ich die erste Reaktion nicht unbedingt mitbekomme. Sicher sind es nicht immer meine Vorstellungen die sich dann durchsetzen aber hilfreich war es bisher immer.
Einen schönen Gruß Engelbert
Hallo an alle,
danke für eure vielen Beiträge.
Werde mich nochmal ausführlicher melden. Ich muss noch einiges richtigstellen, hab wohl in der schmerzhaften Schub- und Stressphase bis gestern (ist heute endlich vorbei) einiges zu sehr aus meiner Perspektive gesehen - muss da noch mehr erzählen, ist alles viel komplexer....hab bloß im Moment keine Zeit...
Viele Grüße
Sita
jetzt bin ich es doch nochmal. Kurz nochwas zu meinem Mann:
er wurde vor 3 Jahren in seinem krisensicheren Job durch Mobbing so in die Ecke getrieben, dass er, um sich selbst zu schützen, nur noch aussteigen konnte. Er war nervlich am Boden und überhaupt nicht mehr belastbar. Es gab auch noch Ärger mit seinem Arbeitgeber und als ein Anwalt die Sache dann klärte und es ruhiger wurde, fiel er in ein Loch. Ich schlug ihm vor, doch seine bisherige Aktivität an der Börse stärker zu erweitern, um beschäftigt zu sein. Das tat er dann auch und verlor im letzten Crash sein gesamtes Vermögen, ca. 300.000 DM damals (SEIN Vermögen, wohlgemerkt! ICH hatte nur Bafög-Schulden in die Ehe mitgebracht...). Dann war er völlig am Boden und selbstmordgefährdet. Er hatte alles verloren: Beruf und seine finanzielle Lebensgrundlage. Dazu mussten wir in dieser Zeit auch noch 2x Wohnung suchen und mit 400 Umzugskisten 2x umziehen. Im Büro hatte ich zeitgleich über 3 Jahre ein stressiges Projekt abzuwickeln.
Das Ende von dem Lied war dann die Diagnose MB und MC.
Es folgte Krankenhaus für mich und Kuraufenthalt mit Reha-Eingliederung, die bis ca. März 2003 ging.
Diese Vorgeschichte ist noch wichtig, denke ich.
Viele Grüße nochmal
Sita
Sita!
...und mein Mann hatte eine schwere Kindheit (hatte er wirklich). Jeder hat sein Päckchen zu tragen und das schöne an einer Partnerschaft ist doch, sich gegenseitig zu stützen. Aber niemanden hat das Recht einen anderen für seine Probleme als Fußabtreter zu benutzen!
Auch dein Mann ist schon "groß". Er hat die Möglichkeit sich um Hilfe zu bemühen wenn er sie benötigt. Du bist nicht sein Mülleimer. Du suchst hier ja auch nach Hilfe. Die Chance hat er auch!
Liebe Grüße, du mußt noch viel lernen, aber das macht das Leben spannend!
Jessica
Besser kann man das nicht sagen, liebe Jessica.
Hallo Sita, du versuchst, deinen Mann nun in Schutz zu nehmen, dass ist sicherlich auf der einen Seite ein feiner Zug von Dir.
Erstaunlich ist, dass du die erste Schilderung in einer gewissen Verzweiflung geschrieben hast, dann aber aufgrund der Reaktionen hier im Forum nun umschwenkst mit einem:"Aber so schlimm, wie ich geschrieben habe, ist es ja doch nicht!".
Was hier als Antworten kam, hat bestimmt nichts mit Aufhetzen zu tun, wir haben alle unser Päckchen bis zum heutigen Tage getragen und werden dies auch in Zukunft tun. Wirst du auch in Zukunft immer deinen Mann in Schutz nehmen und dann dabei selber langsam aber sicher draufgehen? Du wirst bestimmt niemals in den Märtyrer-Stand erhoben, die Geschichtsbücher werden dich nicht verewigen in dieser Sache.
Räum auf, solange dies noch würdig über die Bühne geht. Ich meine in keinstem Fall Trennung, sondern erst mal absolut und unmissverständlich klare Worte.
Gruß
Michael
Hallo Jessica,
ich muss noch viel lernen?
Bin 41, hab nicht mehr unendlich Zeit.
Du schreibst weiter vorne, ich muss mich mit meinem Mann auseinander (oder zusammen-)setzen und dann überprüfen, was für mich gut ist. Wie oft denkst du, dass ich das schon gemacht habe? Ich überprüfe das laufend. und komme doch wieder dahin, dass ich seit den 10 Jahren, die wir uns jetzt fast kennen, niemanden kennengelernt habe, den ich interessanter finde als meinen Mann. Auch die Ehen rings um mich her beobachte ich genau und sehe, dass da auch keine ist, die ich gegen meine austauschen möchte: bei meiner Schwester malocht der Mann sich chronisch krank, meine Freundin wehrt sich gegen eine übermächtige Schwiegermutter mit Brustkrebs, einem anderen Bekannten sind die Kinder und familiären Verpflichtungen eher lästig, der träumt davon, unabhängig zu sein, zu lesen, viel mehr Konzerte und Theater besuchen und verreisen...
Da könnte ich so weiter machen, sicher gibts auch andere, aber die sind in der Minderheit. Da find ich dann meine Ehe noch besser. Was den Haushalt angeht, muss ich korrigierend sagen, dass mir das auch gar nicht mehr so wichtig ist, ich lese schließlich auch lieber, als dass ich putze (mach ich eh bloß alle 4- 6 Wochen und da nur ca. 2 Std.), Waschen macht die Maschine und das Kochen und Spülen lernt mein Mann gerade.
Ich habe nur die Beiträge hier gelesen und dann mit meiner Situation verglichen, aber das geht so nicht, bei uns zu Hause gelten schon andere Prioritäten als Haushalt etc. Der intellektuelle Austausch oder kulturelle Unternehmungen sind uns beiden da wichtiger, als ein ordentliches Haus (ein "ordentliches" Wohnzimmer hab ich mir ja schon "erstritten"). Wir haben schon viel Streit hinter uns! Und bei jedem haben wir uns ein klein bißchen mehr aneinander angenähert...
Nur manchmal kommt so meine, auch von früher Kindheit geprägtes Bedürfnis nach Sauberkeit und Ordnung hoch (z.B. wenn ich eure Beiträge lese...:)) und die Angst das dass Geld oder die Rente nicht reichen könnte, weil mein Mann im Moment nichts verdient...aber das sind so typisch deutsche Bedürfnisse, von denen ich eigentlich glaubte, sie überwunden zu haben.
Viele Grüße,
Sita
Ich diskutiere gern mit Euch darüber, hinterfrage dabei natürlich auch ständig meine Position.
Es ist auch so, dass ich vor unserer Ehe ja auch schon MB-Schmerzen hatte, 20 Jahre lang ständig ISG-Schmerzen. Nur, als ich 40 wurde, hat sich das Ganze verschlimmert - und ich dachte, das hinge mit der obigen, einmaligen, stressigen Geschichte zusammen. Die ist jetzt vorbei. Im Moment habe ich meine Schmerzen mit stärkefreier und milchproduktfreier Ernährung auch im Griff (hoffe ich...).
Aber ich lasse mich von Euch auch gerne eines besseren belehren...:)
Hallo Michael,
ich verweise auf die eben geschriebenen Worte an Jessica.
Zu dir noch:
Ich war "verzweifelt", weil ich Schmerzen hatte (kleiner Schub, der jetzt vorbei ist).
Warum hatte ich Schmerzen? Weil ich in der Woche vorher im Büro mich überarbeitet habe...
Warum überarbeite ich mich? Weil mein Chef mich nicht halbtags sondern ganztags (und darüber hinaus mit Überstunden) meint zu brauchen und er keine zusätzliche Kraft einstellen will (haben wir alles schon lang und breit durchgekaut!)
Warum kündige ich dann nicht?
Weil ich zuerst eine Halbtagesstelle finden muss, und das in meiner Branche nahezu aussichtslos ist....hab ich versucht und versuche ich weiter...
Und diese klaren Worte:
alles schon passiert...mit der Folge, dass unter der oftmaligen Androhung der Scheidung mein Mann sich schon verändert hat, aber wie gesagt, Änderungen passieren nicht von heute auf morgen, sondern in kleinen Schritten...
(ich fang ja nicht erst an mit "Ehe"...)
Viele Grüße
Sita
...übrigens Jessica:
das mit dem "Mülleimer" und "Fußabtreter" war in dieser schwierige Phase X-Mal Streitthema gewesen bei uns. Mein Beruf war mir wesentlich wichtiger geworden als mein Mann mit seinen Schwierigkeiten. Ich hab gearbeitet wie eine Verrückte (während mein Chef übrigens am Computer immer Karten spielte! Auch so ein Thema! Mein Mann hat mich darauf hingewiesen, dass ich mich ausnutzen lasse, beruflich - er hatte recht...das nur nebenbei) Ich wollte und konnte ihm nicht mehr zuhören. Außerdem hatte ich mich in einen Kollegen verliebt und überlegte, ob ich ihm folgen sollte...Gott sei Dank hab ich´s nicht getan, denn das war eine Verirrung.
Als ich einer Psychologin während der Kur diese ganze Problematik auch mal schilderte, meinte sie: "Warum soll Ihr Mann in dieser schwierigen Zeit sie nicht als STÜTZE benutzen dürfen?" Ich hatte wörtlich "Mülleimer" gesagt...so unterschiedlich sind die Perspektiven...
Gruß
Sita
Hallo Sita!
Wo hast du das mit den sauberen Haushalten gelesen? :frage:
Ich habe eher erkannt, dass hier alle nach Möglichkeit, als nach Bedarf im Haushalt arbeiten.
Zumindest bei mir reagiert meistens das Chaos. Zwei Kinder, viele Freunde, zwei Katzen, ein Hund fördern Dreck. Fühl mich trotzdem wohl, weil ich nach meinem Job im Büro (der Kindesvater verzichtet auf Unterhaltszahlungen an die Kinder, weil: ich schaff das schon), den Pflichtaktionen wie einkaufen, kochen, Wäsche waschen etc. auch lieber ein Buch lese.
Muß vielleicht noch erwähnen, dass ich in der Kommunalpolitik aktiv bin. Diese Tätigkeiten habe ich für mich genutzt, um in ziemlich eintönigen Zeiten einen geistigen Ausgleich zu haben.
Kann also nicht behaupten unterfordert zu sein, denke aber jede Tätigkeit hat auch etwas Positives. Und wenn du schreibst, dass du viel arbeiten mußt, wirkt sich das doch sicher auch auf deinen Lohnstreifen aus, oder nicht? Und wenn dein Mann gerade nichts verdient, wär das doch nicht schlecht.
Aber abgesehen davon, ist es glaube ich normal, in Zeiten der Schübe ziemlich schlecht drauf zu sein. Du brauchst dich hier nicht weiter zu rechtfertigen. Wenn es für dich o.k. ist, dann ist es das.
Viele Grüße:)
Jessica
P.S. Übrigens lernen will ich bis ins hohe Alter. Stillstand bedeutet Rückschritt!
Hallo Jessica,
schulterst ja auch ganz schön was, mit dem was du da schilderst. Und klagst nicht mal dein Recht auf Unterhalt für die Kinder ein (wenn es für die o.k. ist, dann ist es das!:)).
Für mich ist es auch o.k. so, hab ich nach dieser Diskussion mal wieder gelernt. Ich überprüfe nur gern meine Position von Zeit zu Zeit, möchte nicht nach 10 Jahren sagen: "hätte ich doch dies oder jenes anders gemacht". Diese Gedanken kommen meistens, wenn ich Schmerzen (oder das PMS-Syndrom) habe....und gehn dann auch wieder in allgemeines Einverstandensein über....
SO IST ES GUT!
Viele Grüße an dein Chaos mit Kind und Kegel :)
Sita
Hallo Sita!
Das mit dem Unterhalt ist nicht o.k.:mad: , und ich werde klagen (im Namen der Kinder). Ist nur ein ziemlich finazieller Aufwand und da mich der Ex auch noch auf den Rechtsanwaltskosten sitzen gelassen hat, müßte ich die auch noch einklagen. Und klagen ist noch mehr Streß.
Tscha, so ist das.
Schönes Wochenende noch!
Viele Grüße
Jessica
Das mit dem Unterhalt ist nicht o.k. , und ich werde klagen (im Namen der Kinder).
na...hoffentlich! hätte ich auch gemacht. ich versteh die väter immer nicht, die ihren EIGENEN kindern keine unterstützung mehr zukommen lassen wollen! das sind doch keine väter!
und wenn du gewinnst (und das tust du doch, die rechtslage ist doch eindeutig, oder?), dann kriegste doch auch die rechtsanwaltskosten bezahlt - nach meinem rechtsempfinden!
VIEL ERFOLG wünsch ich euch
sita
Hallo Sita!
Klar würde ich die Rechtsanwaltskosten bezahlt bekommen - von meinem Ex. Aber da der nicht zahlen wird, darf ich in Vorkasse treten und mir das Geld bei ihm wieder einklagen. So läuft das. Glaub bloß nicht an Recht. Denn Recht haben und Recht kriegen sind leider zwei völlig verschiedene paar Schuhe!
Viele Grüße
Jessica
Reinhardt
18.11.2003, 08:13
Hallo alle Vorredner und Vordenker,
„MB und Partnerschaft“ , diese Worte sollte man vereinfachen und nur sagen“ Partnerschaft“ !
Hier ein paar allgemeine Gedanken dazu:
Verändert sich das Verhalten eines Partners während der Partnerschaft so entsteht oft ein Problem.
Lernt dieser „veränderte "Mensch einen anderen lieben und kennen, nimmt der neue Partner dich so wie du bist und findet dies in Ordnung, ohne Wenn-und-Aber.
Ich will damit sagen, dass es nicht ungewöhnlich ist ,wenn eine Partnerschaft, auch im Falle ein Partner hat MB, auseinander geht. Da muß es nicht der gesunde sein, der die „Nase voll hat“, auch der MB kann aus verschiedenen Beweggründen das Ende einleiten.
Bei einer erneuten Partnerschaft ist dieses Problem bedeutungslos, da sich das Kennenlernen mit den „Gebrechen“ ergab und dieser Zustand der Normalzustand für diese Partnerschaft ist.
Aufs sexuelle bezogen heißt das, solltest du als MB in dieser neuen Partnerschaft, durch das Abklingen der
MB-Aktivitäten sexuell „leistungsfähiger“ werden, entsteht in der neuen Partnerschaft wieder ein, ein entgegengesetztes Problem. Der neue Partner wird sich überfordert fühlen !
Gruß an ALLE
Reinhardt
Hallo Reinhardt,
ist schön und gut was du da schreibst und es mag auch etwas
stimmen davon. Ist es aber nicht eher das Verständnis für einen
anderen Menschen der die Partnerschaft zerstört?
Wir Menschen des 20 Jahrhundert haben verlernt für andere da
zu sein, Rücksicht zu nehmen. Das fängt schon mit kleinen Dingen an.
z.B. Wenn in einem Bus eine Omi von knapp 70 einsteigt die kaum
Laufen kann, wer steht den da auf und bietet seinen Platz an?
Oder wer hilft den dieser Omi ihre Tasche nach Hause tragen??
Was bei mir als Kind selbstverständlich war ist heute "Uncool".
Ich denke das jeder Mensch sich ein wenig ändern sollte,
dann klappt das auch mit der Partnerschaft.
Lieben Gruss
der Graf
Uwe
:rolleyes: :rolleyes:
Dorothea
12.12.2003, 21:10
Hallo an alle,
euer Thema ist richtig interessant.
Bin auch schon seit 23 Jahren Mitglied im Club und kann heute vieles nicht mehr, was vor ein paar Jahren noch recht gut ging.
Mein Mann ist beruflich sehr eingespannt und hlft mir trotzdem, wo er kann.
Dinge, die ich sonst erledigt habe, aber jetzt nicht mehr erledigen kann, lassen wir nun eben von jemandem ausführen, auch wenn's eine Menge kostet.
Leider kommt bei mir jedoch öfter mal der Eindruck durch, dass mir mein Partner weniger zutraut, als ich mir selbst.
Er möchte mich am liebsten immer nur schonen.
Das nervt mich dann und ich neige in solchen Momenten dazu, mehr zu tun als mir gut tut.
Im Endeffekt liege ich dann wieder auf der Nase und er fühlt sich bestätigt in seiner Auffassung.
Darüber haben wir auch schon gestritten. Nur ein Ergebnis zeichnet sich nicht wirklich ab.
Gruß Dorothea
:D
Hallo Leute:p
Ich verfolge eure Diskussion jetzt eine Weile und mir kommt es so vor als wenn alle ein wenig Techt haben.
Insbesondere den letzten Beitrag vom Grafen den sollten viele lesen und mal darüber nachdenken was denn wirklich wichtig ist.
Ich habe die Erfahrung gemacht das es in jeder Partnerschaft höhen und tiefen gibt und es gibt mit sicherheit auch immer genug Grünge seinen Partner in die Wüste zu schicken.
Aber sich mit seinem Partner zusammenzuraufen und die Probleme zu lösen dazu sind heute die wenigsten in der Lage,denn es ist heute sehr einfach sich scheiden zu lassen.
Ich möchte betonen das mein Komentar nicht unbedingt auf Bechtis und ihre Partner bezogen ist .
Viele Grüße und einen schönen 3ten Advent
Gruß zotty
Ein interessantes Thema. Aber ich würde es nicht: MB und Partnerschaft, sondern einfach nur:PROBLEME und Partnerschaft nennen.
Fakt ist doch, erst bei Problemen merkt man, was die Partnerschaft wert ist. Da spielt es eigentlich keine Rolle, ob es Geldprobleme, Beziehungsproblem, Krankheiten u. ä. sind. Wenn man bereit ist, MIT dem Partner gemeinsam Probleme durchzustehen (natürlich beidseitig!), dann kann man FAST alles schaffen.
Wir führen z. B. eine Wochenendehe, denn wir sind aus Sachsen und mein Mann arbeitet in Baden-Würt. Das hat sicher Vor- und Nachteile, die jeder kennt und die ich hier nicht erst aufführen will. Fakt ist, dass es schon oft schwierige Situationen oder Zeiten gab, aber irgendwie haben wir uns immer wieder zusammengerauft. Und eigentlich habe ich die Bindung danach immer fester (oder tiefer) empfunden. Aber heutzutage laufen viele Paar bei Problemen auseinander, weil es einfacher ist.
Jetzt hat mein Mann MB. Und? Ich bin noch garnicht auf die Idee gekommen, dadurch irgendwie die Beziehung in Frage zu stellen. Ich meine, niemand weiß, was irgendwann kommt... Aber wenn es doch irgendwann mal zu einer Trennung kommen sollte (was ich nicht hoffe!!!), dann sicher nicht wegen MB oder einer anderen Krankheit!
Viele Grüße, Heike
Hallo
ich bin davon überzeugt, es hängt nicht nur von einer Krankheit ab. Es hängt davon ab, inwieweit man sich noch liebt. Verstehen, Akzeptieren und Füreinanderdasein ist wichtig. Probleme gibt es in jeder Beziehung- mal mehr, mal weniger- mit Krankheit, Arbeitslosigkeit und was es sonst noch alles gibt,aber die gemeinsame Problembewältigung ist entscheident. Man darf nicht gleich alles hinschmeißen, an einer Partnerschaft muß immer gearbeitet werden ob mit oder ohne MB.
Es grüßt euch
sfonia
:applaus: :applaus: :applaus: Besser kann man es wirklich nicht sagen!
Hallo,
ich will noch einmal eine neue Komponente hereinbringen.
Es liegt nicht nur an der Kommunikation, sondern auch an der Erziehung, Erfahrung im Elternhaus. Jeder ist es von zu Hause anders gewohnt, wie man mit Krankheit umgeht.
mein Partner z.B. sieht und weiß (denke ich zumindest) dass es mir nicht gut geht, aber dies hat keine Konsequenz.
Von zu Hause ist er es gewohnt und so aufgewachsen, dass man nicht krank ist. Selbst mit 39 Fieber steht er am Arbeitsplatz. In unserer partnerschaft habe ich in ein einziges Mal erlebt, in der er 1/2 Woche krank gemacht hat und zwar weil er wegen einem Bandscheibenvorfall auf allen vieren gekrochen ist. Kaum 4 TAge später war er schon wieder im Stall und hat gearbeitet.
in dieser Familie ist jeder am anken und sich über Schmerzen am beklagen, aber wenn die Arbeit ruft schreien alle "herbei".
Also, "Verständnis" ja, aber doch nicht schon wieder, und arbeiten müssen wir alle, und schlecht geht es uns sowieso, also Augen zu und durch.
Hallo!
Schoen, dass Ihr das Thema wieder aufgegriffen habt. Ich hatte es gar nicht gelesen... war im 2003 auch noch nicht hier dabei.
Ich glaube es geht hier nicht nur um Liebe und ein gegenseitiges Fuereinander.
Als ich ein Jahr lang praktisch 80% des Tages nur noch im Bett verbrigen konnte, diverse niederschetternde Erfahrungen mit Aerzten gemacht hatte, u.s.w., will jetzt nicht Alles schildern, war ich total depressiv. Mein Mann musste alleine den Haushalt fuehren, er hat es z.T. auch schon vorher gemacht. Er war staendig mit mir konfrontiert und total hilflos meinen Schmerzen gegenueber, er hatte auch mittlerweile einen totalen Prass auf alle Aerzte hier im Tessin. Fazit: ich war ueberfordert und er auch! Ich hatte obendrein zu viel meiner psychischen Last auf ihn abgewaelzt. Das haelt auch nicht der staerkste Charakter aus. Wir haben da gewaltig gestritten, ich trug micht mit dem Gedanken Selbstmord zu begehen und habe es auch meinem Mann gesagt, dass ich sonst keinen Ausweg mehr kenne. Er reagierte mit Wut und wollte mich unterdruecken. DAS ERTRAGE ICH UEBERHAUPT NICHT!
Unsere Ehe hing am seidenen Faden. Inzwischen hatte ich eine Psychotherapie bei einem Psychiater begonnen mit dem Gedanken: hopp oder topp. Die zu meinem und unserem Glueck!
Mein Mann war schlicht ueberfordert. Wir verstehen uns wieder wunderbar und ich moechte ihn nicht hergeben!
Ciao,
Nelly
Hallo auch ich möchte mal meinen "Senf" dazu geben. Das eine Partnerschaft hält wo der andere eben nicht so kann, dazu braucht es viel Verständnis und Respekt gegeneinander. Wenn man mit einem MB-Patienten zusammen lebt, muß man sich klar werden, das derjenige eben nicht so kann wie er oder man selbst das möchte.Ich lebe mittlerweile seit knapp 21/2 Jahren mit meinem Lebensgefährten zusammen. Seine Erkrankung war nie ein Problem für uns, weil wir sie nie in den Mittelpunkt stellen. Er macht aus seinem Leben eben das Beste und ist damit auch ein Vorbild für mich, da ich ja auch mit gewissen Dingen Leben muß, was meinen Körper betrifft, siehe dazu meinen Beitrag "Wenn zwei Ihr Leiden teilen". Gegenseitige Rücksichtnahme trägt viel dazu bei das solche Partnerschaften halten. Oft ist es schlimmer für die Partnerin/den Partner, als für den Erkrankten selbst. Wenn man hilflos daneben steht und mitansehen muß, wie der andere leidet. Die Schmerzen können wir Ihnen nicht abnehmen, aber beistehen, einfach zeigen "Hallo du bist nicht alleine - ich bin da für Dich, ich steh dir bei".
Zu Anfang unserer Beziehung hatte er auch Angst, das ich mich nur als seine Krankenschwester sehen würde, aber da Rückenprobleme in meiner Familie schon bekannt sind, war das nie ein Problem für mich. Ich muß zugeben, das das erhöhte Schlafbedürfnis vom Mb´lern auch für meinen Lebensgefährten zutrifft und das auch manchmal ganz schön frustrierend für einen selbst sein kann, man freut sich noch auf ein paar Kuschelminuten abends im Bett doch ruck zuck ist der Andere weggepennt. Besonders ärgerlich kann dies sein, wenn man selbst nicht schlafen kann und krampfhaft versucht einzuschlummern, während von der anderen Betthälfte selige Schlafgeräusche kommen. Doch da hilft auch nur wieder Verständnis den zusätzlich zur Arbeitsbelastung kommt ja noch die Belastung von innen heraus, wo der Körper ständig gegen Entzündungen zu arbeiten hat und das strengt an.
Es ist oft nicht einfach miteinander, doch wir können und wollen auch nicht ohneinander mehr, ich liebe ihn einfach und mag nie mehr ohne Ihn sein.
Grüße
Sarah
Liebe Sarah,
mir waren Deine Beiträge irgendwie entgangen,und habe erst jetzt durch Deinen Querverweis gelesen,welches Päckchen Du persönlich zutragen hast.Ich habe gar nicht bedacht,dass es notwendig ist,die Hormontherapie das ganze Leben über weiter zu führen.Logisch eigentlich - man denkt nur nicht nach - !
Ich glaube,genau so geht es vielen gesunden Menschen mit unserer Art der Erkrankung.Sie mögen es bei genauem Nachdenken wissen,aber im Alltag wird es dann oftmals einfach vergessen.Es geht einfach unter.
Ging es uns mir einmal nicht so glänzend,wurde ich mit oft mit einem Blick bedacht der(für meine möglicherweise überempfindlichen Antennen) aussagte:
>Mein Gott,jetzt geht das schon wieder los!< Da ich aber ein Mensch bin,der sich elend fühlt und sauer wird,wenn er merkt,dass er nicht so kann,wie er will,wollte ich mir das ersparen;also lernte ich,gar nichts mehr zu sagen.Meine Partnerschaft ist an diesen Problemen zerbrochen.
Ich gehöre zu den Bechterewlern,die kaum schlafen.Der ganze Körper
schmerzt,sobald ich liege,sodass ich es erst gar nicht versuchen mag.Ein Partner,der nächte lang am Computer sitzt,oder sonst etwas tut,anstatt zu kuscheln oder wenigstens im Bett zu liegen,wie andere "normale" Menschen,ist nun einmal nicht leicht zu ertagen.Ich bin dann nach einigen Tagen total überdreht,habe Watte im Hirn wegen des grossen Schlafdefizites,höre alles total laut,es flimmert vor den Augen,ich bekomme Kopfschmerzen,und irgendwann ist es dann soweit,dass ich einfach umkippe.
Dann holt sich der Körper,was er braucht,und ich schlafe 12 Stunden oder mehr am Stück,wie eine Tote.Nur wenn ich danach wach werde,fühle ich mich wie meine eigene Urgrossmutter...:eek: -,und das ist auch wieder nicht so prickelnd.
Wie auch immer...,ich freue mich für Dich und alle anderen,die einen lieben,
verständnisvollen Menschen haben,mit dem sie gut auskommen.
Miteinander reden,gegenseitige Achtung,Akzeptanz oder zumindest Toleranz,ist etwas sehr wichtiges.Menschen so anzunehmen,wie sie sind,mit allen ihren Schwächen und Stärken,ist die Grundvoraussetzung eines guten Miteinander.Sich selbst in gleicher Weise anzunehmen,zeugt von innerer Stabilität.Beides miteinander zu vereinen,ist die solide Basis einer tiefen fundierten Liebe.Ich wünsche allen viel Glück bei der Umsetzung dieser Dinge.
Liebe Grüsse Gaby
Hallo Gaby,
dies gehört vielleicht nicht hier her. Mit deinen Worten
@Gaby
"Ich gehöre zu den Bechterewlern,die kaum schlafen.Der ganze Körper
schmerzt,sobald ich liege,sodass ich es erst gar nicht versuchen mag."
genauso geht es mir auch, manchmal habe ich richtig Angst ins Bett zugehen.
Irgendwie war ich in diesem Punkt auch am zweifeln, da man den MB´lern doch nach sagt, das sie in den frühen Morgenstunden aufstehen müssen, und bei mir fängt das ganze gleich abends im Bett an. Also gehört auch das zu MB!?.
Aber an diesem Punkt fangen dann ja auch wieder die Schwierigkeiten in der Partnerschaft an, wenn einer stundenlang vorm Fernseher sitzt oder vorm PC und keinerlei Lust zeigt ins gemütliche Bett zu gehen.
Hier ist doch klar und verständlich das dann der Partner anfängt zu grübeln und falsche Schlüße zieht.
Mir wurde auch letztens gesagt, "du sitzt stundenlang am PC, du hast doch gar keine Lust mehr auf mich".
Hier wird es dann schwierig zu erklären, warum dies geht und das nicht, so dass es auch ein "Gesunder" versteht, wie denn auch wenn ich es selbst nicht verstehe. Da sind wir wieder bei der eigenen Akzeptanz.
Ich glaube es ist ein schwieriger Weg,
Gruß christine
Sonnenschein
29.08.2004, 02:06
Hallo Ihr,
habe mit Interesse Eure Beiträge gelesen.
Tja,- wie lange hält dann wohl die Partnerschaft???????
Unsere Partnerschaft, hält man in der heutigen Zeit schon fast für das 7. Weltwunder, weil sie nun schon 30 Jahre anhält.
Nur keine Angst, jetzt kommt kein Bericht von 30 Jahren rosa Wolken.
Aber es wäre ja vielleicht auch mal Interessant, es als Partnerschaft im Wandel der Zeit anzusehen.
Ich selbst war knapp 17 Jahre alt, als ich meinen Mann kennengelernt habe.
Also, kann sich jetzt jeder ausrechnen wie alt ich heute bin. Mein Mann hat mich nicht ändern können und ich ihn nicht ( sowas versucht man schon mal am Anfang einer Beziehung, wenn man den anderen noch ein bischen perfekter gestalten möchte.)
Auch wir beide waren Opfer unserer sehr unterschiedlichen Erziehung.
Die Kinder kamen ,- das Aufziehen der beiden war auch mit Ängsten , Sorgen , Nöten begleitet.
Aber ( es war mehr der Instinkt als, das Wissen daß es wichtig ist) wir haben nicht vergessen miteinander zu reden und uns immer neue Ziele zu setzen, keine großen , sondern z. B. nur der nächste Urlaub.
Wir mußten durch , wo alle durch müssen wie z. B. Trauer um ein Elternteil, Kummer im Haus der Freunde usw.
Und immer wieder ein neues gemeinsames Ziel auf das wir uns freuen konnten, und vor allem reden (auch manchmal aneinander vorbei mit :aerger: ),
Wir sind in dieser Zeit auch manches mal vor Erschöpfung einfach eingeschlafen.( auch ohne MB):guna:
Dann haben wir uns gefreut auf die Zeit, wenn die Kinder erwachsen sind, man muß man nicht mehr so viel Rücksicht nehmen, weniger Stress dachten wir.
Ja und dann kam MB.
Thema Sexualität,-:gruebel: Ändert die sich nicht sowieso im Laufe der Zeit mit und ohne MB, ist sie mit Anfang zwanzig nicht sowieso anders als mit 30 usw.:gruebel: .
Verweise da auf Uwe , von wegen Qualität - zu Quantität.;)
Mein Mann ist und wird nicht der Experte meiner Krankheit MRT ,- Sklettzinti...
Medis....
Aber er weiß das es mir nicht gut geht. Wir versuchen seid meiner Erkrankung wieder einen neuen Weg. Wenn er zuhause ist, tut er was er kann und erledigt werden muß, wenn ich zu Hause bin erledige ich, was ich kann und sein muß .
Wenn wir aber beide zu Hause sind, lassen wir es uns gemeinsam so gut wie möglich gehen.
Ich habe MB,- und er leidet darunter mir die Schmerzen nicht nehmen zu können.
Diese Woche hat er mit TOTES MEER Salz mitgebracht, versuch ´es doch mal, vielleicht hilft es Dir. Morgen werde ich also im TOTES MEER SALZ baden, keine Ahnung ob es mir hilft, aber vielleicht ihm????????????
MB und Partnerschaft?
MB wird es nicht schaffen, alles worauf wir uns gefreut und gehofft haben kaputt zu machen. MB nimmt nur einige Änderungen vor ( WIR haben uns vorgenommen ihm nicht unnötig Spielraum zu lassen)
Liebe Grüße:)
Sonnenschein
Ändern mußte ich mich trotzdem,- MB zwingt mich ( muß alles genau wir ihr ruhiger angehen.)
Und WIR haben uns geändert, mit Anfang 20 ist man nun mal anders als mit Anfang......................:D
Phillip K.
05.10.2004, 17:11
@ sonnenschein
Dein Beitrag macht mir Mut, das Beisammensein aus einem für mich besseren Blickwinkel zu betrachten! - Besten Dank.
Bei allem, was ich hier schon gelesen habe, ist es eben immer sehr wichtig miteinander zu reden; auch wenn die Meinung im Raume steht, es interessiere den Partner nicht mehr, weil es "eh` immer dasselbe ist"! -
An manchen Tagen frage ich mich, ob das Leben einen anderen günstigeren Weg eingeschlagen hätte, wenn man mehr verständnisvoller miteinander umgegangen wäre - weiß aber heute, nach nunmehr fast zehn Jahren, daß es einseitig nie geklappt hätte.
....
Hallo Phillip
Herzlich Willkommen hier bei uns :D
Ja reden ist das A und O einer jeden Partnerschaft....wenn es auch nicht immer klappt, sollte man dran arbeiten das es immer mehr wird ;)
Es entstehen so viele Mißverständnisse, die sich nur ausräumen lassen wenn man drüber redet.
Nein, da hast du Recht...einseitig klappt es nicht, es müssen schon beide wollen und dran beteidigt sein.
Phillip K.
05.10.2004, 18:23
Ja, genau! - Das war eine Erfahrung für mich, die mir allerdings erst spät richtig bewußt wurde. . . :eek:
Von "Fehlern" soll man in diesem Zusammenhang eigentlich nicht reden, denn es sind mehr Mißverständnisse , welche zu deuten man in der entstehenden Periode nicht in der Lage (meistens) ist...
Es ist mir persönlich so passiert!
Aus tiefster Liebe habe ich meine damalige Frau geheiratet, wohl in dem Bewußtsein, daß eine Krankheit namens MB von ihr Besitz ergriffen hatte;
aber eigentlich habe ich mich damit niemals vollends mit auseinandergesetzt.
Wir kannten uns bereits lange Jahre vorher, aber mit einer Heirat ändert sich doch so manches, vor allem im Kopf!
Als uns dann der Alltagstrott überraschte, muß ich fast sagen, erkannten wir jedoch gemeinsam nicht die Grenzen aneinander...es lief schon nach nur ca. achtzehn Monaten völlig "aus dem Ruder" und die gemeinsamen Gespräche verringerten sich zusehends.
Ein von mir in die Wege geleitetes Gespräch mit einem Therapeuten einer Eheberatungsstelle brachte nicht den von mkir gewünschten Erfolg und es kam dann unweigerlich zur Trennung.
Wie hier jetzt schon des öfteren gelesen ist eine gegenseitige Toleranz von Nöten, deren Grundstein der Entfaltungsmöglichkeiten mit Sicherheit schon in der Erziehung ausgeprägt wird. -
Ich sage mir heute, es war wohl nicht der richtige Zeitpunkt füreinander!
Ich kann es auch so deuten; da ich mit Bedacht annehme, meine EX-Frau hat nun einen neuen Partner gefunden hat, der ein ähnliches Schicksal teilt, so daß nun die gegenseitige Achtung besser angelegt ist.
...
Ja, womöglich hast du Recht...das ein Bechti einen Bechti besser verstehen kann.
Dennoch halte ich es für Möglich das auch eine Partnerschaft funktioniert mit nur einem Bechti...siehe Sonnenschein und bei mir sind es auch schon 26 Jahre, mit vielen Höhen und Tiefen.
Phillip K.
05.10.2004, 18:41
Ja, das ist wahr. . . -
Der Beitrag von sonnenschein hat mir auch Mut gegeben, daß es auch anders hätte laufen können.
Die wahren Gründe bleiben aber sicher noch einige Zeit (und vielleicht auch für immer! ) verborgen...
...
Hallo Phillip,
auch von mir herzlich Willkommen in unserer großen Familie :) :knuddel: :)
Mit deinen vielen Siedler-Bildern würde ich mir wünschen, dass du näher bei mir wohnen würdest, dann könnten wir öfter mal ein Spielchen wagen ;) :D ;)
Liebe Grüße :knuddel:
Lydia
Turbo Biene
06.10.2004, 07:54
Sei herzlich willkommen in unsere Grooosse Familie http://www.dvmb-forum.de/images/my/503.gif
Wie ich es lesen kannst, bist du schon gut eingenistet :hoch: und ich hoffe das du Dich bei uns richtig wohl fühlen wirst :applaus:
@Alle: Wenn ich Sonnenschein's Beitrag lese......tuts mir gut!
Wir erleben in unsere Ehe sehr viele ähnliche Situationen......wir reden sehr viel auch jetzt über MB, da gibt es vieles zu ändern, es gibt ja automatisch eine änderung in eine Familie und wenn das Gespräch nicht genügend da ist, denke ich das es noch schwieriger ist, eine gute Lösung zu finden.
Das Problem wo mich momentan sehr beschäftigt, ist das ich seit einem Jahr im unteren Stock, in der Wohn-Stube auf unser Polster-Möbel, sitzend übernachte.....(zumindest ein paar Stunden)
Ich denke das ich, am meisten unter diese Situation leide.......mein Mann hat so viel verständnis....wie bei Sonnenschein, er leidet viel mehr das er nicht weiss wie er mir helfen kann!
Das jemand so viel Verständnis zeigen kann erstaunt mich immer wieder........
Wichtig ist, gemeinsam einen Ziel zu haben und das haben wir....nichts grosses.....z.b. Unseres Haus ein wenig MB tauglicher zu machen.....wir müssen um das ganze Bauernhaus um laufen und die Treppe hinauf um in den Schlafräumen zu gehen und dort oben haben wir, weder Wasser werder WC :rolleyes: dann, wenn ich nur an jeden Morgen denke, als ich krumm aufstehe und fast nicht laufen kann, habe ich ein Grund mehr um im unteren Stock zu übernachten!
Trozdem bleibt das ein Ziel, sobald die Finanzen uns es erlauben....eine innere Treppe oder im oberen Stock ein Bad zu machen :jump:
Es ist doch schön, wenn mann so Ziele hat....mann freut sich über jede änderung.... ;)
Es braucht in einer Ehe, mit oder ohne MB viel Verständnis um alle höhe und Tiefe zu verschaffen.......wir sind seit 1981 zusammen und ich habe keine Minute bereut!
Sonnenschein hat es auch schon erwähnt....wir haben uns verrändert, wie jeder Mensch auch....und MB verrändert einen Mensch auf seine Art, ich muss auch noch lernen alles längsämer zu machen....so zu arbeiten wie der jetzige Moment es Erlaubt und mit sehr viele zwischen Pausen.
Durch das er zu Hause arbeitet gibt es uns die Möglichkeit vieles anders zu organisieren und das ist für mich auch Wertvoll!!!
Ich wünsche allen einen schönen Tag und wenig Schmerzen :trost:
Liebe :knuddel: Grüsse von der Turbo Biene http://www.smily.at/smily/smily1260.gif
Na sag mal, mei lieber Troll
warum sollte eine Partnerschaft nicht funktionieren?? Ich bin Vater zweier süßer Töchter ( aus jeder Ehe eins!) und habe nun wirklich keine Probleme!!!!
Bin das 2te mal verheiratet ( Hat aber nun wirklich nix mit MB zu tun, das ich einmal geschieden bin) und habe echt keine Probleme!!!! Das einzigste was manchmal ein wenig "anstrengend " ist sind meine drei "Weiber"!!!!!
Nee, aber nun mal im ERNST, bin mit Sicherheit kein einfacher Mensch wenn ich einen Schub habe und der kommt bei mir öfters als mir lieb ist und es gibt viele Einschränkungen die leider durch unser MB nun mal gegeben sind, aber es gibt doch viel,viel mehr Leid und schlimmere Erkrankungen!!!!
Also , nicht den Mut verlieren und immer daran denken, das es Menschen gibt die es noch viel schlimmer erwischt hat als uns!!!!
Gruß
Reikijb
Fortress
12.10.2004, 12:39
hallo @all... :knuddel:
ein wirklich interessantes Thema... auch wenn es eigentlich in keinem Zusammenhang mit dem Bechti steht... partnerschaftliche Probleme entstehen immer... durch missverständnisse... durch den Alltag... aber denke die meisten... weil man einfach nicht mehr miteinander kommuniziert... jeder macht nur noch seins... das was der andere eben nicht macht... nicht mehr machen kann... nicht mehr machen will... ich habe meine Lebensgefährtin vor 14 Jahren kennengelernt... haben eine gemeinsame Tochter (4 Jahre)... ich wußte vorher nicht das sie einmal die Person sein wird... die mir eine Diagnose an den Kopf wirft... die mit der wir uns jetzt hier rumschlagen müssen... sie ist Physiotherapeutin... und nach bzw. bei der Ausbildung vor 3 Jahren zur Kraniosakrale Osteopatie- Therapeutin... ist ihr aufgefallen... das einige Signale (Nervenbahnen) in meinem Kopf nicht ankommen... beim umgekehrten Versuch... das heißt Verschiebung der Kopfplatten aber die Signale vorhanden sind... heißt gesendet wird... aber es kommt nichts zurück... kann das als Laie auch nicht richtig erklären... was aber die Partnerschaft betrifft... abgesehen davon das ich dadurch natürlich einen kleinen Vorteil gegenüber andern betroffenen habe... gibt es auch bei uns Probleme... wie in jeder Beziehung auch... das größte Problem ist die Zeit... sie arbeitet Tagsüber und ich in den Abend- und Nachtstunden (großteils)... damit sind wir bei dem Punkt der Kommunikation... wir reden zu wenig... und keiner gibt uns die Zeit... wenn wir sie uns nicht selbst nehmen... wir standen vor ca. einem Jahr an dem Scheideweg... haben uns glücklicherweise wieder gefangen... haben miteinander geredet... haben einen Zeitplan aufgestellt... und es funktioniert... :-)
Fazit: Nehmt Euch die Zeit und Redet !!!
Liebe Grüsse... Torsten
hallo @ zusammen,
ich finde alle beiträge haben was für sich und ich möchte hier nicht alles nochmal aufführen..............das habt IHR alle schon so nett gemacht.
ich, nein wir, hatten es auch nicht einfach, aber WIR haben es immer zusammen gemeistert, denn nur so kommt mann/frau durchs leben....gemeinsam als paar.
geheiratet 1967, es wurde uns eine wohnung angeboten und ohne heirat ging das nicht.
viele haben gesagt, wie könnt ihr nur so früh, meine frau noch 8 tage achtzehn und ich gerade 4 wochen 20 j. alt......wir würden es heute wieder so machen. unsere kinder sind was geworden, der sohn heute 35 und ist selbstständig und die tochter 32 und erzieherin in einer aussenwohngruppe der stadt duisburg. weiter 2 enkel 7 + 10 j. und oma und opa noch nicht zu alt.
nun könnt ihr sagen, passt ja alles wunderbar.......nur was alles dazwischen lag, wo die familie gefordert war...da kommt es im leben drauf an und da kommt es auf die partnerschaft an. hier nur 2 beispiele in unserer in 6 wochen 37 jährigen ehe.
ich war bis 1988, 20 jahre simulant bei den ärzten...aussagen von einem ehemaligen hausarzt, wenn sie nicht arbeiten wollen, müßen sie einen rentenantrag stellen. da war ich 40. oder ein anderer, patient neigt zur selbstbeobachtung....nur weil ich viertelseitige kopfschmerzen mit worten gut erklären konnte......einsam auf einer brücke gestanden, ......warum wohl.....danach 8 1/2 wochen freiwillig bei fachidioten im krankenhaus gewesen.....aber die familie hat immer hinter mir gestanden!!!!
im krankenhaus weiter simulant, der freiwillig nicht mitarbeiten wollte, nur weil ich kopfschmerzen hatte und keiner glaubte mir.....nur meine familie.
nov. 88 hatte ich, nein WIR glück, neuer arzt und in einem gespräch von 5 min. und 10 min. untersuchung, sofort in kernspin............hirntumor, aber ich hatte ja nur kopfschmerzen und war immer wieder simulant.
op in der uniklink köln ( über karneval ) tumor gutartig, insgesamt 16 1/2 monate krank geschrieben....aber durchstehen kann man das nur in einer intakten familie.
1991 kam dann noch mb dazu, diagnose nach 18 jahre aber man kann damit leben, denn es gibt noch viel schlimmeres.....ODER?
ich möchte mit meinen beitrag denen mut machen die meinen, nun habe ich mb und alles ist aus....es geht immer weiter mit tumor mit, mb....nur wenn man eine starke familie hinter sich weiss, ist es leichter.
werner
Sonnenschein
23.10.2004, 22:23
Hallo Werner,
vielleicht sieht nicht jeder, daß er längst seinen
SECHSER IM LOTTO des Lebens hat auch mit MB und vielem anderen.
In diesem Sinne,
liebe Grüße
Sonnenschein
Hallo an alle,
habe mir heute mal die Zeit genommen, diese Seite zu lesen. Partnerschaften müssen nicht zwangsläufig auseinander gehen. Wenn ein Partner krank ist, passiert es aber leider öfter.
Bei uns ist es so: einer für alle und alle auf einen (:lol: :nae: ) Ich habe meinem Mann durch seine schwere Zeit geholfen und jetzt unterstützt er mich so, wie es meine Spielgegeln erlauben. Nur wenn es mir ganz sch... geht, MACHT er den Haushalt, sonst hilft er, wie es sich gehört. Habe ich meinen Depressiven läßt er mich in Ruhe, ich fange mich allein schneller. Fällt mir morgens etwas runter, lasse ich es liegen, falls ich mich nicht bücken kann. Wetten, daß es immer noch daliegt, wenn ich von Arbeit komme ? sei denn, mein Mann hebt es heimlich auf. Komme ich morgens nicht in die Socken: Pech für mich. Irgendwann am Tag schaffe ich es dann. Bedienen kommt für mich nicht in Frage. Ich ziehe mich allein an, wenn ich die Knöpfe nicht ergreifen kann, ziehe ich knopfloses an. Es gibt so viele Möglichkeiten.
Ein Miteinander funktioniert nur, wenn der Parnter die Spielregeln des Partners akzeptiert. Und meine Regeln sind hart. Das ist aus dem Leistungssport übrig geblieben, hilft mir aber in meinem Kampf gegen die Krankheit.
Allen eine erfolgreiche Partnerschaft
K.:) :knuddel: :dd2
Hallo ihr Lieben,
weiss nicht ob ich hier richtig bin....ein Freund von mir leidet an dieser Krankheit.Kenne ihn schon von Kindesbeinen an.
Aber seit ca. 2 Jahren hat er sich sehr verändert...die Krankeit ist richtig schlimm geworden er verträgt kaum Schmerzmittel....
Das Problem um das es eigentlich geht, er hat begonnen sehr exessiv zu leben...ohne Rücksicht auf sich und seine Mitmenschen.
Er arbeitet Tag und Nacht....hat ständig neue Frauen ..die wie er sagt nur benutzt...weil er nicht wüsste wie lange er es noch drauf hat.
Er ist auch ständig aggressiv...ich weiss nicht mehr was ich noch machen soll...will ihm helfen...er ist wie ein Bruder für mich sehr Kostbar....aber ich weiss nicht mehr wie.
Mir hat dieses Forum schon sehr geholfen diese Krankheit zu verstehen, erlehnt es aber ab..sich irgendwie zu informieren....er lebt so....als wäre er nicht mehr lange da...und das macht mir Angst.
Vielleicht kann mir jemand helfen..das ich ihm helfen kann...aber allein schaffe ich das nicht mehr...
Ich Danke euch und freue mich über ehrliche Antworten...
wünsche euch eine schmerzfreie Zeit...SULU
Hallo Sulu,
dein Freund hat schlicht und ergreifend Angst vor der Zukunft. Ich verschiebe auch nicht auf morgen was ich heute geniessen kann, aber irgendwo gibt es Grenzen wo dieses Verhalten nicht mehr der norm entspricht.
Das absolut Optimale wäre eine psychologische Betreuung, aber schlepp, sprich: überzeuge mal dein Freund dazu in eine Psychotherapie zu gehen, weil er anscheinend mit seinem Bechti nicht so klarkommt. Leider leichter gesagt als getan...
Einfacher ist sicher ein Gespräch mit ihm. Er sollte aber irgendwie selbst anfangen, irgendwie müsste er selber MB ansprechen, mit etwas geschick könntest Du mit ihm über seine Weltuntergangstimmung sprechen. Sprechen hilft den meisten, achtung aber, dass er nicht das Gefühl kriegt bedrängt zu werden.
Ciao,
Nelly
Hallo Nelly....
Danke dir für deine Antwort...
Habe schon fast alles probiert....manche sagen ich solle ihn erstmal links liegen lassen wie ein Alkoholiker...aber das kann man ja nicht vergleichen..
In diesem forum zu lesen....tut ja nicht weh....ich weiss ich bin nicht betroffen....aber mir hat es geholfen sein verhalten zu verstehen.
Ja ,.....du hast recht er schiebt es total von sich.
Habe ihm auch schon gesagt das es alternative Medis gibt, mit weniger Nebenwirkungen.
Vielleicht muss ich hoffen....so hart es klingt das er irgenwann einen Zusammenbruch hat....und er in die richtigen Hände kommt....weil sein behandelter Arzt ist auch überfordert mit dem Krankheitsbild...
Ich danke dir ...sehr es hilft mir schon hier sein zu dürfen und das niederzuschreiben...DANKE...
LG SULU
Hallo Sulu,
erstmal herzlich Willkommen in unserer großen Familie :) :knuddel: :)
Schön, dass du dich so um deinen Freund sorgst!
Wenn er auf Gespräche nicht eingehen will, habe ich noch eine Idee. In einem anderen Thema hat mal einer von uns den Tipp gegeben, einfach ein paar prägnante Themen hier aus dem Forum auszudrucken und 'wie zufällig' offen rumliegen zu lassen, so dass er kaum drumrumkommt, zumindest einen Teil davon zu lesen. Vielleicht macht ihn das ja nachdenklich oder er verliert dieses Weltuntergangsgefühl, wenn er sieht, dass es vielen anderen auch so geht und das man mit MB trotzdem lange und gut leben kann!
Liebe Grüße :knuddel:
Lydia
Hallo Ulmka...
das ist eine super IDEE ..Vielen Vielen dank..werde es tun..
Ich lasse es dich wissen ab es geklappt hat.
Sei ganz lieb umärmelt Lieb grüsse und eine gute Zeit SULU
Sonnenschein
10.11.2004, 19:32
Hallo Sulu,:)
schön das Du zu uns gefunden hast und herzlich Willkommen.:knuddel:
erst mal Hut ab,- vor so einer treuen Freundschaft, nicht viele wären da noch treue Freunde.:hoch:
Nun versuche ich Dir auch so ehrlich es geht und in F r e u n d s c h a f t zu helfen.
Der Vorschlag von Lydia ist es zumindest wert mal probiert zu werden.
Wenn es mir gut geht, versuche ich auch sofort, den Tag so gut es geht zu geniesen,( BEITRAG NELLY) aber es käme mir nie in den Sinn andere zu verletzen und zu benutzen ,weil i c h ja k r a n k bin. Wenn Du auf Dich selbst hörst, weißt Du auch daß das nicht geht.
Dein Freund reagiert vorsichtig ausgedrückt ü b e r .
Alle hier haben Angst und starke Schmerzen, aber Dein Freund geht zu weit.
Wer gibt ihm das Recht Gefühle anderer Menschen nicht zuletzt, Deine Gefühle so mit Füßen zutreten, nein so ein Recht hat niemand egal wie krank er/sie ist oder die Schmerzen sind.
Wäre es rechtens, wenn ich eine schlimme Grippe hätte andere bewußt anzuhusten nur damit sie sich dann genau so schlecht fühlen und ich nicht genau weiß, ob ich diese Grippe überlebe????
Eigendlich wollte ich noch deutlicher werden, aber eben mit Rücksicht auf Deine Gefühle lasse ich es .
Wie gern hätte ich jetzt d i e Idee um Dir zu helfen, leider sehe ich da wirklich nur den Weg der professionellen Hilfe pschychisch, wie Nelly schon sagte, daß Verhalten Deines Freundes, ist für mein Dafürhalten weit über der Norm.
Möglicherweise habe ich jetzt keine neue Freundschaft geschlossen, (und hier womöglich einige verloren) aber dafür hast Du meine ehrliche Meinung bekommen.
Ich wünsche Dir und Deinem Freund einen Weg den ihr zusammen gehen könnt und den Ihr gemeinsam schafft aber Ihr solltet ihn bald gehen.
Meine Grüße und guten Wünsche kommen wirklich von Herzen
Sonnenschein
Guten tag Sonnenschein...
Vielen dank für deine ehrliche Antwort....du kannst ruhig deutlich werden...ich brauche das wahrscheinlich....viele meiner Freunde finden es ....sehr schlimm wie er mich teilweise behandelt...aber irgendwas tief in mir drin sagt mir das er meine Hilfe braucht....vielleicht leide ich auch unter einem akuten Helfersyndrom...
Die Sache mit dem Ausgedruckten ist auch in die Hose gegangen..er hat es zerrissen...und mich beschimpft...
So bösartg war er noch nie...aber er ist z.Zt. nicht mal in der Lage sich allein anzuziehen....ist es die Jahreszeit...macht das die symptome schlimmer....
HÖLLE!!!
Soll ich ihn links liegen lassen...wenigstens eine Weile...wenn ich nicht darauf achte macht er nichtmal seinen Übungen...
Naja will nicht jammern...wird schon ....ich bin euch unendlich dankbar..und froh das es euch gibt...
Ganz liebe Grüsse und eine schmerzfreie Zeit...
SULU
Sonnenschein
11.11.2004, 17:04
Liebe/r Sulu,
daß es Deinem Freund im Moment so sehr schlecht geht , tut mir wirklich sehr, sehr leid, aber Du hast mindestens genauso mein Mitgefühl.
Glaube nicht ,- daß ich nicht wüßte wie es ihm geht, lag selbst mal völlig am Boden ( im wahrsten Sinne dieses Wortes) als ich meinen allerschlimmsten Schub ´hatte. Ich war für Wochen komplett hilflos.
Die Medis die helfen sollten, haben mir nur den Rest gegeben ( kurz ich vertrage sie nicht, bringt jetzt nicht´s darauf näher einzugehen.)
Vielleicht beanwortest Du mir ein paar Fragen,- wohnt ihr zusammen, kann da noch wer helfen Familie, Freunde oder seit ihr auf Euch gestellt?
Ich bin nicht vom Fach,- will sagen habe keine Ausbildung in Pschychologie, wäre dann wohl eher andrea2 angesagt, aber für mich seit ihr zwei in einem so tiefen Loch da hilft kein Laie mehr.
Trotzdem will ich mein Bestes tun.
Irgendwie, liegt das Problem sicher auch an Deiner Einstellung, denn Freunden helfen in der Not ,-ist immer ein schöner Charakterzug, nur man muß richtig helfen sonst bringt es nichts.
D e i n Freund muß erkennen ( eigendlich wie es auch bei Alkoholkranken ist,- das er krank ist, sich auch der Krankheit stellt und s i c h Hilfe holt.
Da nutzt ihm alles Toben, schreien und bösartig sein nun gar nichts, im Gegenteil, er wird seine Freunde unter Umständen auch noch verlieren wenn er so weiter macht.
Es gibt hier im Forum einige denen es so geht wie ihm , genauso schlecht dran sind ,-wenn nicht noch schlechter, aber sie bieten Ihre Hilfe an, manchmal schreiben sie auch wenn es ihnen besonders schlecht aber sie greifen den Rest hier ( also ihre Freunde nicht mit Bösartigkeiten an.) Er muss damit leben und fertig werden.
Nun zu Dir, - ich würde ,-wenn er sich beruhigt hat noch mal versuchen ein Gespräch mit ihm zu führen ,ihm klar machen daß D U so nicht weiter kannst, und daß er mit seinem Verhalten alles kapuutt macht, statt sich helfen zu lassen .Im schlimmsten Fall würde ich auch klar machen daß er Eure Freundschaft wirklich aufs Spiel setzt.
Du mußt nicht ständig da sein, betüdel ihn nicht,- er soll klar sagen,- wenn er allein nicht zurecht kommt, und d a n n kannst Du da sein. Er stirbt nicht,-( sorry) ist ein bischen hart aber stimmt.
Darüber hinaus solltest Du Dein leben leben so wie vorher auch, da sein aber nicht übertreiben, Du läßt ihn damit nicht in Stich, ich nenne das Hilfe zur Selbsthilfe.
Ja das ist, oder jetzt kommt die schlimmste Jahreszeit, aber für alle die diese Erkrankung haben oder ähnlich erkrankt sind.
Für heute muß ich schließen mein Sohn muß ins I.net ,aber vielleicht konnte ich Dir bis hierhin schon ein wenig Denkanstösse zu Eurer Freundschaft geben.
Ich drücke Dir ganz fest Die Daumen das Eure Freundschaft diese Tief übersteht, und alles Gute.
Lieber Gruß
Sonnenschein
Liebe Sulu,
ich weiss gar nicht,wo oder wie ich anfangen soll.Es fällt mir schwer,die richtigen (einfühlsamen) Worte zu finden.Das habe ich nicht sehr oft.Ich habe es immer dann,wenn ich mich mit einer Sache zu sehr identifiziere.
Ich selbst habe seit 27 Jahren MB,habe eine Operation der Halswirbelsäule hinter mir,bin 70 % schwerbehindert,und alleinerziehende Mutter von vier (mittlerweile erwachsenen) Kindern.Mein ältester Sohn ist 27 Jahre,meine jüngste Tochter 18 Jahre.Ich war 33 Jahre vollzeitig berufstätig,hatte einen Bauernhof,Pferde,
Hunde,Katzen.Ich sass teilweise im Rollstuhl,habe mich wieder berappelt,ging wieder arbeiten usw....
Ich sage Dir eines ganz klar : Die Krankheit Morbus Bechterew ist kein Grund,
irgendeinen Menschen so zu behandeln,wie Du es momentan erfährst !!! Es ist eine teilweise sehr schmerzhafte,unangenehme Sache,aber sie ist nicht
tödlich,wie so manch andere elende Krankheit.Man hat sich damit abzufinden, und muss das beste daraus machen.Man kann damit leben,es ist alles eine Sache der inneren Einstellung.Jeder von uns hat Phasen,die er lieber nicht hätte,nur - man kann es sich nicht aussuchen,und man hat nicht das Recht,
anderen Menschen sämtliche Lebensqualität zu nehmen.Das habe ich mir in meiner Eigenschaft als Mutter,Hausfrau,Arbeitnehmerin und Partnerin täglich vorgebetet.
"Die Freiheiten eines Menschen hören immer genau da auf,wo sie die Freiheiten eines anderen einzuschränken beginnen."
Die Freiheiten,die sich Dein Bekannter nimmt,gehören nicht ins Bild eines an MB erkrankten Menschen.Sie gehören eher ins Bild eines an einer Neurose/
Psychose Leidenden.Eine Psychtherapie wäre dringend angeraten;dies in die Wege zu leiten,kann nicht Deine Aufgabe sein.Unser Leben besteht aus einer Ansammlung von Bewusstseinseindrücken, - angefangen in frühester Kindheit,
bis zum momentanen Augenblick.Alles wird gespeichert,vieles verschwindet im Unterbewusstsein,manches wird systematisch verdrängt,weil unser Geist sich weigert,sich mit Ungeliebtem auseinanderzusetzen.Verdrängte Ängste und Defizite,entstanden in frühester Kindheit,können sich unter bestimmten Voraussetzungen mit Vehemenz ihren Weg ins Bewusstsein bahnen,und mit den gleichen,wenn nicht verstärkten Empfindungen den unvorbereiteten Menschen überfluten.Auslösender Faktor könnte hier die Erkrankung sein.
das einzige,was Du für Deinen Bekannten tun kannst,wäre,ein vertrauliches Gespräch mit seinem Hausarzt zu führen.
Dir rate ich dringend,Deinem Bekannten zu sagen,dass für dich das Mass voll ist,und Du Dich nun zurückzuziehen wirst.Du kannst ihm gerne sagen,dass Du ihn nach wie vor lieb hast,aber Deine persönliche Schmerzgrenze sei erreicht.
Biete ihm an,wieder für ihn da zu sein,sobald er bereit wäre,ärztliche Hilfe anzunehmen.
Bedenke,dass du ihm nicht hilfst,indem Du sein Verhalten unterstützt.Dein Freund ist ebenso erwachsen,wie wir alle.
Ich weiss,dass so ein Schritt auch für Dich schmerzlich ist,aber Du musst ihn gehen,ansonsten verlierst Du eines Tages die Achtung vor Dir selbst.
Ich hoffe,ich konnte das sanft rüberbringen .... Liebe Grüsse Gaby
Sonnenschein
12.11.2004, 06:35
Liebe/r Sulu
Gaby hat Dir nun alles gesagt, und mit dem was sie schreibt,- drückt sie auch meine Meinung aus.
Bitte bedenke, auch Du hast nur ein Leben.
Hatte selbst heute eine sehr schmerzhafte Nacht, gehe gleich zur Physio, nehme mein Rheumodoron und fahre im Anschluß der Physio direkt zur Arbeit und da erwartet man Freundlichkeit.
@ Gaby,- ja war sanft vor allem ehrlich
Liebe Grüße
Sonnenschein
Hallo Sulu,
das ist aber wirklich heftig. Ich bin zwar kein Engel und auch mir schlipft mal was raus zwischendrin, ist aber nicht die Regel.
Dass es ihm schlecht geht erlaubt ihm nicht den Rest der Welt wie den letzten Dreck zu behandeln. Krankheit verleit einem nicht Narrenfreiheit!
Setz Dich zur Wehr, denn wer sich ständig unterbuddeln lässt respektiert man nicht und sieht man auch nicht einen Grund ihn besser zu behandeln. Also: schluck nicht Alles runter und wehr Dich! Es wird zwar ein Riesenkrach geben aber dein Freund muss sich klar sein, dass er nicht weiter mit Dir so umspringen kann.
Psychotherapie wäre wirklich das Beste für ihn, nur: er muss sich dafür entscheiden, Du kannst ihn nicht dazu zwingen.
Übrigens ich habe eine Psychotherapie hinter mir. Es war das Beste was ich gemacht habe und könnte mich jetzt noch ohrfeigen, dass ich es nicht früher gemacht habe. Mein Leben war nicht gerade einfach, auch ohne MB, was dazu geführt hat, dass ich mit schwierigen Situationen schlechter als der Durschnitt umgehen konnte. Konnte, denn dies hat sich geändert!
So, das war hart und ungeschminkt,
ciao,
Nelly
@ Sonnenschein,
Danke für Deine Zustimmung.Mir ist das Schreiben sehr schwer gefallen.Ich kenne Sulus Gefühle ... ,ich bin fortgegangen ... ,mit meinen Kindern.Das
"Mutter-Theresa-Syndrom" habe ich nie ganz abgelegt... ,man kann damit hervorragend eigene Probleme kompensieren (...wie die meisten Psychologen :)).
Mir geht es übrigens auch nicht so prächtig.Ich warte auf einen Anruf meiner Arztpraxis.Sie werden mich "einschieben".Nach dem rechten,schmerzt nun auch das linke Schultergelenk,sodass ich nachts nur auf dem Rücken liegen kann,oder vor Schmerzen wach werde;ausserdem habe ich zum ersten mal Beschwerden beim Atmen.Man wird halt nicht jünger ... :o
Liebe Grüsse Gaby
hallo zusammen,
ich habe seit 14 jahren mb, diverse kuren und ärzte durchlebt. mein entzündlichkeitsgrad ist stetig aktiv....leben ohne schmerzen gibts nicht.
mir kommt in dieser ganzen diskussion ziemlich häufig das wort "depression" vor. das sollte man nochmal überdenken, denn ich habe im laufe der jahre eigentlich nur mbler kennengelernt, die mit enormer anstrengung ihrer krankheit den kampf angesagt haben, auch wenn man sich schlapp und ausgelaugt fühlt. bei mir ist es jedenfalls so, dass sich das ganze mehr in agressionen und launigkeiten niederschlägt, als am leben zu zweifeln.
meine freundin hat gelernt damit umzugehen, wenn ich mal schlecht drauf bin, weiss sie dass es an meinen schmerzen liegt, und nicht alles persönlich zunehmen ist.
by the way.... ich mache die küche und staubsauge etc, da ich im mief nicht leben kann und will. komischerweise kann ich das sogar an schlechten tagen und bin immer ganz stolz auf mich, wie ich das noch hinkriege.
ähnlich ist es mit dem sex, obwohl ich früher schon aktiver war :p.
ich denke auch dass eine partnerschaft wächst, und zwei menschen, die sich lieb haben, sollten auch ein hindernis wie mb überwinden können.
tatsächlich ist eine partnerschaft aber wohl eher von dauer wenn beide seiten ein handicap haben, da die tolleranzgrenze dann höher ist....denk ich, aber ich soll ja nicht so viel denken :heul:
lieben gruß
midget
Hallo Sulu,
oh, wie ich Dich verstehe. Habe das ganze vor Jahren auch mit einem (zum Glück heute noch) guten Freund durch - der blanke Egotrip seinerseits, und wenn er nicht mehr wußte, wohin mit seinen Aggressionen, war die gute Katrin dran.
Habe mir das lange gefallen lassen, bis es in meine aktuelle Beziehung eingriff, und sich da Spannungen aufbauten. Da ich nicht mit ihm reden konnte, habe ich ihm einen langen Brief geschrieben - knallhart und ohne Kompromisse. Kein "ach könntest Du bitte" oder "denk doch mal ein bißchen nach" sondern "Du benimmst Dich wie ein Ar...loch" und "such Dir einen anderen Abtreter". Er hat ihn gelesen, er war wütend, hat mich beschimpft, fast geschlagen (aber ich war selten so mutig und stark wie in diesem Moment, und konnte ihn allein mit Blicken in Schach halten). Zwei Monate habe ich fast nichts von ihm gehört. Dann kam mein Umzug, und er stand vor der Tür, ganz klein, geläutert und hat einfach nur eine Möglichkeit gesucht, mit mir in Kontakt zu treten. Wir haben später lange geredet, und im Nachhinein ist er mir sehr dankbar für den Brief. Wir sind heute immer noch sehr gut befreundet, auf einer viel höheren, viel emotionaleren Ebene. Uns beiden hat das gut getan. Auch er kann jetzt ganz anders mit seiner eigenen Situation umgehen, und ruft mal eben an, wenn ihn was wirklich quält. Er kanalisiert seine Sorgen jetzt anders. Sein Umfeld hat sich dadurch wesentlich gebessert.
Wenn Du Deinem Freund wirklich wichtig bist, kann ein Brief vielleicht mehr helfen, weil keine direkte Konfrontation stattfindet, wie bei einem Gespräch. Die Zeit danach kann hart werden. Entweder entfremdet Ihr Euch völlig, oder Ihr nähert Euch wieder an, und er begreift endlich. Auch mit der völligen Entfremdung mußt Du rechnen. Aber so wie es jetzt ist, gehst Du kaputt. Das stehst Du nicht lange durch. Es wird in beiden Fällen sehr schwer, aber Du mußt jetzt eine ganz klare Linie fahren, entweder hop oder top, weg oder näher. Du kannst Dich nicht nur auf ihn konzentrieren. Du mußt!!!! Dein eigenes Leben leben.
Der letzte Absatz in meinem Brief war: "Der alte Dirk hat einen festen Platz in meinem Herzen. Er wird auch wissen, wo der Eingang ist. Dem neuen Dirk wird die Tür immer verschlossen sein. Ich kann Deine beste Freundin sein, wenn Du Dich wie ein wahrer Freund benimmst."
Bleib stark, und denk an Dich. Hilf ihm nur, wenn er sich wirklich helfen läßt. Ansonsten muß er fallen.
Liebe Grüße und ein bißchen Stärke
Katrin
Berggeist
26.11.2004, 16:44
Hallo Troll,
mir geht es momentan genau wie es Dir ergangen ist.
Ich habe jeden Tag einen dicken Hals und könnte alles daher werfen.
Aber ich ziehe meine Bergschuhe an und wandere 20-30 km und wenn
ich dann wieder zu Hause bin hat Sie sich wieder beruhigt und ich auch.
Grüssle Jürgen ( Berggeist )
Unregistriert
06.02.2005, 16:57
Ich bin jetzt fast zwei Jahre mit meinem Lebenspartner zusammen der aber schon 15 Jahre MB hat. Eure Beiträge haben mir sehr geholfen einiges zu verstehen. Ja es stimmt es braucht vom nicht erkrankten Partner viel Verständniss. Mir hilft es mich nicht einzuigeln, sondern meine Aktivitäten die ich vor der Partnerschaft hatte auch weiter beizubehalten. War für meinen Lebensgefährten auch ein Lerprozess. Aber so wie ich Ihn Mit MB kennen gelernt habe, hatte ich ja uch mein Leben vor dem kennen lernen. Ich bin ein eher Kontaktfreudiger Mensch und er braucht eher seine Ruhe und seine Couch und seinen Fernseher. Außerdem haben wir auch keine gemeinsame Wohnung. Ich wohne in Bremen er in Soltau. Ich bin außerdem auch noch berufstätig. Er ist mit 60 Rentner und ich bin 55 Jahre. Jeder ist überigens froh wenn er mal so ganz alleine wurschteln kann. Ich habe nun das Glück dass er kocht und dies gerne. Putzen ist nicht unser beider Ding es muss gemacht werden. in meiner Wohnung mache ich das in seiner er. Wir haben kein Auto und ich fahre Fahrrad. Er macht den Einkaufszettel und ich besorge die Dinge dann. Manchmal wenn er sich gut fühlt geht er auch einkaufen wenn ich vormittags arbeite.
Erika
Ich bin auch Bechti und lebe mit meiner Frau seit über 12 Jahren ohne nennenswerte Probleme zusammen, jedenfalls was die Krankheit angeht.
Sie selbst ist durch einen schweren VU ebenfalls behindert (80%) und bekommt eine Erberbsunfähigkeits-Rente.
Nach dem Motto "zusammen sind wir stark" meistern wir trotz unserer "Wehwehchen" das Leben, in dem wir einfach zusammenarbeiten - eine echte Partnerschaft eben.
Als wir uns kennenlernten (Briefkontakt) wussten wir gegenseitig nichts von unseren Behinderungen, vielleicht weil es uns Beziehungsmäßig auch nicht so wichtig war.
Wir teilen uns die Hausarbeit immer aktuell nach unseren Befindlichkeiten, Stärken und Schwächen ohne das darüber groß diskutiert wird. Wenn mir z.B. etwas herunterfällt hebt sie es automatisch auf, weil ich mich generell schlecht bücken kann, dafür kann ich besser im Stehen bügeln oder abwaschen etc.
Zudem bin ich selbstständig tätig (wegen MB) und wir führen unser Gewerbe auch zusammen, wobei sie die Buchhaltung und den Schreibkram übernimmt. Auch das macht sie zufrieden, weil sie so wenigstens wieder eine sinnvolle Beschäftigung hat, an der sie auch profitiert.
Alles in allem sind wir auch nach über 12 Jahren immer noch glücklich und zufrieden, in guten und auch in schlechten Zeiten - Nix zu meckern http://www.dvmb-forum.de/images/smilies/hoch.gif
Hallo Andre und alle anderen !
Also Andre , Dir möchte ich zu Deinem harmonischen und in der Partnerschaft gleichberechtigten Leben gratulieren .
Ich denke aber , daß , trotz allen Verständnisses , es eine Partnerschaft eher schwer hat , wenn einer der beiden Partner eine chronische Krankheit , z.B. die unsere hat .
Anders stellt sich die Sache dann allerdings dar , wenn beide Partner , so wie bei Dir , Andre , ihr "Päckchen " zu tragen haben .
Denn ich denke , als Betroffener fällt es einem eben leichter , Verständnis aufzubringen , wenn der andere mal nicht so kann , weil man eben selbst weiß , wie sich der andere ggfs. fühlt .
Ich habe , so empfinde ich es im Nachhinein , durch meinen MB und den dadurch bedingten Unterschieden in der Leistungsfähigkeit , schon viele Probleme in Beziehungen gehabt .
Das wurde z.T. dadurch erschwert , daß man mir den MB erstens ÜBERHAUPT nicht ansieht , obwohl ich fast völlig versteift bin ( und Schmerzen sieht man ja " leider " nicht ) und zweitens , daß ich komischerweise immer Partner hatte , die extrem sportlich waren ( der eine war Handballer , der nächste war begeisterter Skifahrer und Fußballer , der nächste genau das gleiche Spiel )
Das klingt ja , als wäre ich ein " maneater " , bin ich aber nicht , ich schwöre !
Naja , auf jeden Fall hatten sich die Jungs , die mich kennengelernt haben , wohl immer etwas anderes unter ( huch ) mir vorgestellt , nämlich eine tolle Sportskanone , die auf Inlinern die Welt umfährt und auf Skiern die Aiger Nordwand runterdüst .
Aber ich bin genau das Gegenteil : Ich bin unsportlich , habe wenig Leistungsvermögen und Ausdauer und bin bei der geringtsten körperlichen Anstrengung couchreif .
Ich gehe zwar regelmäßig zum Sport , aber nur wegen meines Rückens und das dann meistens mit Toderverachtung .
Kurzum : Ich muß irgendwie immer jedem erklären , daß und warum ichnicht so kann wie andere . Und oft wird mir das dann noch nicht mal so recht geglaubt .
Wie gesagt : Man sieht es mir nicht an und wie leicht man als Simulant hingestellt wird , brauche ich Euch ja nicht zu erzählen .
Ich denke , daß das in einer Partnerschaft auch zu großen Problemen führen kann , bzw. ich weiß es !
Es trifft halt meiner Meinung nach doch zu , daß Partner , die sich eher ähnlich sind , auf Dauer doch am besten miteinander auskommen .
Daß Gegensätze sich auf Dauer anziehen , das bezweifle ich nach meinen Erfahrungen .
All denen , denen es in dieser Hinsicht anders geht : Meinen herzlichen Glückwunsch !
Macht´s gut , Ihr Bechtis !
Liebe Grüße ,
Tatjana
Uli Dörwald
09.02.2005, 11:25
Hallo Troll,
eine Freundin von mir hatte einen Freund der sehr strebsam und erfolgreich im Beruf war. Mit 35 bekam er die Diagnose MB und es ging ihm sehr schlecht. Damals gab es noch kein Internet, aber da sie mein Schicksal kannte, erzählte sie ihm: Ich kenne jemand dem es so schlecht ging wie dir, der macht KG und Ausdauersport und läuft mittlerweile sogar Marathon, frag ihn doch mal wie er das schafft. Er hat nie angerufen und er hat nie die Ratschläge von ihr angenommen, was der oder die Ärzte ihm erzählt haben weiss ich nicht. Als sie von ihm erwartete etwas für sich zu tun, hat er sich von ihr getrennt und sich eine Krankenschwester mit Helfersyndrom angelacht, die ihn weder gefordert noch überfordert hat. Schon nach eine 1/2 Jahr schob sie ihn stolz im Rollstuhl durch die Gegend, endlich ein Mann, und weglaufen kann er auch nicht. Das letzte was sie von ihm hörte, als sie mal wieder anrief war: Das geht nicht, er kann nicht telefonieren, er kann den Hörer nicht halten und ich habe keine Zeit.
Was will ich damit sagen? Hilfe zur Selbsthilfe ist super, er muss es dann auch für sich tun, nicht für dich. Zum Psychologen wirst du ihn kaum freiwillig bekommen, und wenn du ihn verlässt, steht die Konkurrenz mit grösserem Helfersyndrom schon in der Wartestellung? Was hast du zu verlieren? Das Problem ist nicht der MB, mit jeder anderen Krankheit würde er seine Umwelt doch genauso erpressen und gängeln, Rückfälle sind programiert. Ich würde dir auch empfehlen ihm klipp und klar zu sagen, dass du dich überfordert fühlst und wenn er sich nicht in profesionelle psychologische Betreuung begibt, ist es vorbei. Als Einstieg könntest du auch VT oder Paartherapie vorschlagen, als Zeichen deines guten Willens.
Liebe Grüsse Uli
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