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Vollständige Version anzeigen : Weidenrindenextrakt als neues Basistherapeutikum bei chronischen Schmerzen


Gast_02
21.12.2003, 14:03
Hallo Ihr Lieben,

heute habe ich etwas sehr schönes und natürliches für euch gefunden.
Ich finde dies sehr interessant und möchte euch deshalb auch daran teilhaben lassen.
Es geht um Weidenrindenextrakt als neues Basistherapeutikum bei chronischen Schmerzen.

In der Stufe 1 des WHO-Schemas zur Pharmakotherapie von Schmerzen sollte zunächst das Potential pflanzlicher Mittel ausgeschöpft werden, so die Schmerzexpertin Prof. Sigrun Chrubasik auf dem 2. Internationalen Rheuma- und Schmerz-Kongress (18.-19.08.99) in Freiburg. Die Wissenschaftlerin schließt dies aus den Ergebnissen zweier aktueller klinischer Studien. Die Untersuchungen hatten ergeben, dass ein Weidenrindenspezialextrakt bei chronischen Rückenschmerzen nach 4 Wochen Therapie bereits bei 40% aller Patienten zur Schmerzfreiheit führte. Die pflanzliche Therapie erwies sich sogar gegenüber einer konventionellen Schmerztherapie tendenziell als wirksamer - bei deutlich besserer Verträglichkeit.
Viele der Patienten, die einen Arzt konsultieren, klagen über Schmerzen. "Die Behandlung von Schmerzen ist gewissermaßen ein Grundbaustein ärztlicher Tätigkeit", so Dr. Erwin Häringer aus München. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass Schmerzmittel in Deutschland zu den am häufigsten verordneten Arzneimitteln gehören. "Fragt sich nur, ob die Mittel von den Patienten auch eingenommen werden."

Epidemiologische Untersuchungen haben klar ergeben, dass viele der verordneten Analgetika aufgrund der im Beipackzettel genannten Nebenwirkungen nicht, oder nicht in ausreichendem Maße eingenommen werden. "Die Compliance gegenüber synthetischen Schmerzmitteln liegt nur bei 25 Prozent", betonte Häringer und fügte an: "Das ist einer der Gründe, warum wir niedergelassenen Ärzte immer "öfter auf pflanzliche Analgetika wie z.B. Weidenrindenextrakt zurückgreifen. Hier liegt die Compliance wesentlich höher." Die Weide ist ein Klassiker der Schmerztherapie. Bereits seit Jahrhunderten wird sie in der Volksmedizin zur Behandlung von Schmerzen und Fieber eingesetzt. Seit dem Mittelalter geriet die Heilpflanze ein wenig in Vergessenheit, erlebt derzeit aber eine echte Renaissance.
Der Grund: Weidenrinde entpuppte sich in zahlreichen pharmakologischen Untersuchungen und klinischen Studien als hochwirksames und zudem nebenwirkungsarmes Analgetikum.

Die Mutter der Acetylsalicylsäure
Nach Aussage von Prof. Adolf Nahrstedt, Münster enthält Weidenrindenextrakt eine Vielzahl von Inhaltsstoffen. Die wahrscheinlich wichtigste Wirkkomponente ist, neben Flavonoiden und Gerbstoffen, die phenolische Verbindung Salicin mit ihren Aryl- und Acylderivaten. Nach der oralen Einnahme wird das Salicin aus Weidenrinde im Gastrointestinaltrakt zunächst in Saligenin umgewandelt. Erst danach erfolgt die Resorption im Darm und die metabolische Oxidation zum eigentlichen Wirkstoff Salicylsäure. Salicylsäure aus Weidenrindenextrakt ist eng verwandt mit der bekannten Acetylsalicylsäure; ASS.

Einziges Unterscheidungsmerkmal: die fehlende Acetylgruppe. Kein Wunder also, dass beide Substanzen im Organismus ein vergleichbares Wirkprofil entfalten. Beide hemmen das Enzym COX-1, das für die Synthese von Prostaglandinen zuständig ist, und wirken auf diese Weise antientzündlich und schmerzdämmend.

Es bleibt ein elementarer Unterschied zwischen ASS und salicinhaltigem Weidenrindenextrakt: Weidenrindenextrakt ist im Gegensatz zum ASS eine Pro-DrugVerbindung. Die eigentliche Wirksubstanz Salicylsäure wird also erst im Organismus selbst, nämlich in der Leber, gebildet und freigesetzt. Damit bleiben die Schleimhäute in Mund, Rachen, Magen und Darm von der aggressiven Säuregruppe verschont. Gastrointestinale Nebenwirkungen, wie von ASS bekannt, sind dadurch ausgeschlossen. Zudem wird die Salicylsäure aus ihren Vorstufen langsam und sukzessive freigesetzt, wodurch sich die Wirkungsdauer im Organismus verlängert. Ein weiterer Pluspunkt des Phytopräparates: Aufgrund der fehlenden Acetylgruppe ist Salicylsäure nicht in der Lage, Thrombozyten zu acetylieren, wodurch der von ASS bekannte und oft gefürchtete Effekt der Thrombozytenaggregationshemmung ebenfalls entfällt. Zwar ist auch unter der Therapie mit Weidenrindenextrakt eine leichte Hemmung der Thrombozytenaggregation festzustellen, die offenbar nicht durch Salicylate, sondern durch andere Inhaltsstoffe des Gesamtextraktes hervorgerufen wird. Alles in allem ist Weidenrindenextrakt damit ein Analgetikum mit einem äußerst niedrigem Nebenwirkungspotential.

Zwei Studien belegen Wirksamkeit
Dass Weidenrindenextrakt nicht nur nebenwirkungsarm, sondern zudem hochwirksam ist, zeigen zwei aktuelle klinische Untersuchungen, die Frau Prof. Sigrun Chrubasik in Freiburg vorstellte. Beide Studien wurden an Patienten durchgeführt, die bereits seit Jahren an chronischen Rückenschmerzen litten und gerade eine akute hochschmerzhafte Attacke zu überstehen hatten.

Die erste Studie, eine dreiarmige Doppelblindstudie mit 210 Patienten, wurde am Rambam Medical Center in Haifa unter Leitung von Prof. Elon Eisenberg durchgeführt. Die Patienten erhielten entweder zweimal 1 Dragee Weidenrindenspezialextrakt (ASSALIX®), d.h. 120 mg Salicin/ Tag, entsprechend der deutschen Monographie, oder zweimal 2 Dragees (ASSALIX®), d.h. 240 mg/Tag, entspr. der Europäischen Monographie. Das Ergebnis war sehr überzeugend: 20 % der Patienten aus der 120 mg Dosis-Gruppe und 40 % der Patienten aus der 240 mg Dosis-Gruppe waren bereits nach 4 Wochen schmerzfrei.

Auch in einer parallel durchgeführten offenen Kohorten-Studie an der Universitätsklinik in Frankfurt unter Leitung von Oliver Künzel zeigte sich, dass durch die Gabe von 240 mg/Tag eine signifikante Reduktion der Schmerzen erzielt werden konnte. Der Weidenrindenspezialextrakt ist - den Ergebnissen dieser Untersuchung zufolge - gleich wirksam oder in einigen Fällen sogar noch stärker wirksam als eine konventionelle Therapie.

Phytotherapie sollte WHO-Stufenschema ergänzen In Anlehnung an das Stufenschema der WHO wird die Schmerztherapie bislang in Deutschland in drei Schritte gegliedert:

- Auf der Stufe 1 des WHO-Stufenschemas stehen die Nichtopioidanalgetika, insbesondere die nichtsteroidalen Antirheumatika (ASS, Paracetamol, Diclofenac, Indometacin, etc.).

- Erst wenn durch diese Analgetika keine ausreichende Schmerzreduktion erreicht werden kann, sieht die WHO die Verabreichung von schwach wirksamen Opioiden, z.B. Codein oder Dextropropoxyphen (Stufe 2) vor.

- Auf der Stufe 3 des Schemas - d.h. bei Patienten mit mittelstarken bis starken Schmerzen - sollten, zusätzlich zu den Nichtopioidanalgetika starke Opioidanalgetika eingesetzt werden.

Diesem Stufenschema fehlt jedoch - darin waren sich die Experten einig - eine nebenwirkungsarme Basis. "Die Message, die ich zu vermitteln versuche, ist:
zunächst auf Stufe 1 mit einem pflanzlichen Schmerzmittel zu behandeln, weil es nebenwirkungsärmer ist, wenn das nicht genügt, kann man zusätzlich auf andere, synthetische Schmerzmittel (NSAR) in reduzierter Dosis übergehen", so die Schlussfolgerung von Frau Prof. Chrubasik. Die vorgestellten Studienergebnisse bestätigen die Schmerztherapeutin in ihrer Überzeugung, dass eine Basisversorgung von chronischen Schmerzpatienten durch hochdosierten Weidenrindenextrakt, z.B. ASSALIX®, gewährleistet werden kann. "Durch Weidenrindenextrakt können andere Schmerzmittel ersetzt oder eingespart werden."

Die Experten ließen aber auch keinen Zweifel daran, dass eine wirksame und verträgliche Therapie mit Weidenrindenextrakt nur dann gewährleistet werden kann, wenn die Qualität des Produktes gesichert ist. Angefangen beim Anbau der Weiden bis hin zum normierten Gehalt der Wirksubstanz. Der Weidenrindenspezialextrakt, mit dem die Studien in Haifa und Frankfurt durchgeführt wurden - ASSALIX® - genügt in jedem Fall den derzeitigen hohen Qualitäts-Anforderungen, so die Wissenschaftler.

Was haltet ihr denn von diesen Versuchen?
Hört sich das den interessant an?

Wie immer einen lieben Gruss

euer Graf

Uwe

:rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:

Ulmka
22.12.2003, 00:22
Hallo Uwe,

an sich hört sich das sehr interessant an.

Mein Problem damit ist nur, dass ja auch Aspirin/ASS bei MB nicht angewandt wird - und zwar nicht wegen der Verträglichkeit, sondern weil es bei entzündlichen Rückenschmerzen offensichtlich nicht wirkt. Daran wird dann leider auch nichts ändern, wenn die Salicylsäure erst in der Leber zusammengebaut wird.

In dem Artikel steht ja nicht, ob die erfolgreich behandelten Rückenschmerzen entzündlich oder degenerativ waren....

Allerdings ist das Medikament ausdrücklich zur Behandlung von Rheuma zugelassen - das spricht wieder dafür.

Ein großer Wermutstropfen ist aber: Assalix ist - wie Aspirin - rezeptfrei - deswegen darf es ab 2004 nicht mehr auf Kassenkosten verordnet werden!!! :mad: Wenn man dann die empfohlenen 4 Tabletten am Tag nimmt, wäre das ca. 1,40 € am Tag... :mad:

Ich fürchte, die Ärzte können es kaum begründen (so, dass es die Kasse akzeptiert), dass Assalix als rein pflanzliches Mittel die Standardtherapie zur Behandlung von MB ist - und nur dann würde die Kasse doch noch zahlen.

Trotzdem liebe Grüße - und danke für deine unermüdliche Suche nach hilfreichen Informationen!

:danke:

Lydia

Daisy
23.12.2003, 04:10
Hallo Uwe,
super, was du alles herausfindest! Ich habe früher auch immer nach alternativen Mitteln gesucht, angefangen von Teufelskralle sämtlichen Tees unsw. Es war immer das gleiche Ergebnis, anfangs half es recht gut und nach einiger Zeit hörte dann die Wirkung auf. Ist es weil sich der Körper dann an die Substanzen gewöhnt, oder war es das psychisch bedingte Erfolgsergebnis? Aber ich habe das mit den Medis auch beobachtet, dass über einen Zeitraum dann die Wirkung nachgelassen hat und ich wurde auf andere umgestellt. Ich kann einen ganzen Katalog aufzählen, was ich schon alles durch hab! Aber es ist gut, wenn es alternative Methoden gibt, man sollte wirklich nichts unversucht lassen, denn man sagt ja auch so schön, es gibt für jede Krankheit ein Kraut!!!

Gast_02
23.12.2003, 14:19
Hallo Ihr lieben,

@Umlka
du hast recht, Alternativmedizin ist teuer, leider. Auch wenn man zum Heilpraktiker geht kostet es unser Geld und die Medizin die dann verschrieben wird muss auch noch selbst bezahlt werden.
Schon dies allein ist ein Grund sich vorher gut zu informieren was wirkt.

Leider ist es auch so das viele Ärzte erst einmal in die Placebokiste greifen bevor sie ihren Patienten dann die richtigen Drogen verschreiben. Ich war damals bei der Bundeswehr als Sanitäter im BW- Krankenhaus in Gießen und dort war dies an der Tagesordnung.
Ich habe mich damals schon recht viel mit Alternativen beschäftigt, bin aber auch wieder davon weg gekommen, weil meine Geldbörse dies nicht mehr zulässt.

So nun habe ich noch ein wenig zum Weidenrindenextrakt zu sagen:

Weidenrindenextrakt hilft seit 2500 Jahren bei Schmerzen und Fieber !

Roter Sonnen-Hut zur Stärkung des Immun-Systems ,
Teufels-Kralle bei Rücken-Leiden -
immer mehr Menschen rücken Leiden und Infekten mit Heilpflanzen zu Leibe .

Doch längst nicht alles Angebotene hält was es verspricht .
Und auch Ärzte griffen in der Vergangenheit oft in die grüne Kiste , weil sie nur auf Plazebo-Effekt hofften .

Neue Erkenntnisse setzen einigen Spekulationen um die Pflanzen-Medizin ein Ende .
Zum Beispiel :
Weiden-Rinden-Extrakt .
Schon zu Zeiten von Hippokrates (400 vor Christi) war die Rinde mit dem lateinischen Namen Salicis Cortex gefragtes Mittel gegen Schmerzen und Fieber .
Weiden-Rinden-Extrakt enthält den Wirk-Stoff Salcin , der erst nach Aufnahme aus dem Darm in der Leber zu der wirksamen Salicyl-Säure umgewandelt wird .
Das ist eine Substanz , die schmerzlindernd und antirheumatisch wirkt .

Im Mittel-Alter geriet die Weiden-Rinde in Vergessenheit , im 19. Jahrhundert wurde der Natur-Stoff von synthetisch produzierter Salicyl-Säure und Acetylsalicyl-Säure verdrängt .
Jetzt ist der Schmerz-Mittel-Oldie wieder im kommen .

Eine Studie belegt :
228 Patienten mit chronischen Rücken-Schmerzen wurden im test je zur Hälfte mit dem Weiden-Rinden-Präparat Assalix und Vioxx , einem modernen synthetischen Schmerz-Mittel mit dem Wirk-Stoff Rofecoxib , behandelt .
Ergebnis der Untersuchungs-Reihe an der Uni Freiburg :
Beide Präparate zeigten sich gleich wirksam .
Es wird die Meinung vertreten , dass Weiden-Rinden-Extrakte in der Rheuma-Therapie noch vor Wirk-Stoffen wie ASS , Diclofenac oder Rofecoxib eingesetzt werden sollten .

Das gilt jedoch nur bei chronischen Schmerzen .

,,Bei akuten Schmerzen reicht die Weiden-Rinde nicht aus , denn in der Regel dauert es zwei Wochen , bis die Weiden-Rinde wirkt'' .

Auf einen Längeren Zeitraum eingenommen schafft der Weiden-Rinden-Extrakt doch ein wenig Linderung . Es werden die inneren Organe nicht so angeriffen , als wenn man sich mit Chemie vollstopft .

Aber bitte nicht so einnehmen , sondern immer mit dem behandelnden Arzt sprechen !

In diesem Sinne einen schönen Gruss

der Graf

Uwe

:rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:

Engelbert
23.12.2003, 23:16
Lieber Graf Dracula

Also wenn ich Deine Beiträge so lese kommen mir Fragen.

Was ist an einem 2500 Jahre altem medikament neu?

Hat Hildegard von Bingen wirklich nichts zu dem Weidenrindenextrakt geschrieben?

Gruß Engelbert

r.klute
24.12.2003, 05:00
Hallo,
Original geschrieben von Engelbert
Hat Hildegard von Bingen wirklich nichts zu dem Weidenrindenextrakt geschrieben?Hat sie:Aufzeichnungen der sachkundigen Benediktiner-Äbtissin Hildegard von Bingen (1098-1179 n. Chr.) sind Zeugnis traditioneller Klostermedizin. Sie erwähnt die erfolgreiche Anwendung geschälter Weidenrinde bei Blutungen, Fieber, Harnleiden und empfahl sie bei "sexueller Übererregbarkeit".Aber man kann alte Mittel wieder neu entdecken.
Gruß
Rainer :)

Gast_02
24.12.2003, 06:05
Hallo Engelbert,

natürlich wurde sehr viel in den letzten 2500 Jahren geschrieben über
diesen Weidenrindenextrakt, nur wenn ich das alles hier reinschreiben muss
würde dies das Forum in seinem Rahmen sprengen.
Warum machst du dir nicht einfach mal selbst die Mühe und suchst
nach solchen Niederschriften?
Schon mein Vater sagte immer "selbst ist der Mann!"

Also keine Müdigkeit vorgetäuscht und die Arbeit selbst erledigt.

einen schönen Gruss

Uwe


;) ;) ;)

Physiokra
24.12.2003, 19:34
@Uwe @Engelbert...wir stecken die ganzen Zweige zu Ostern in die Vase und habe da ganz entspannte Stunden...
Weide sieht da recht schön aus, wenn noch ein paar Eier drann hängen....ansonsten hab ich mit der Weide nicht viel zu tun...na ja ein paar alte Körbe existieren noch zum Herbst bei der Ernte!;)