PDA

Vollständige Version anzeigen : Calcium-Vitamin-D oder D-Hormon?


Ulmka
03.12.2003, 23:46
Moin, moin,

ich habe heute in der Praxis lange mit einem Pharmavertreter über MB geredet. Der hat dabei eine 'normale' Calcium-Therapie in Frage gestellt und D-Hormon empfohlen. Dann hat er mir einen Artikel aus 'arthritis + rheuma' 2/03 vom 28.4.03 von Dr. S.H. Scharla, München und Dr. E. Schacht, Zürich, zum Lesen gegeben.

Ich habe diesen Artikel zu Hause durchgelesen und war sehr positiv überrascht: :)

Unter anderem haben die beiden Herren jetzt herausgefunden, dass die Calcium-Vitamin-D-Tabletten, die wir meistens nehmen, wenn wir Cortison bekommen, nur schlecht vom Körper aufgenommen werden können - und zwar genau weil wir Cortison nehmen! :(

Stattdessen favorisieren diese Herren das D-Hormon, und zwar in Form der Wirkstoffe Calcitriol oder Alfacalcidol. Diese Medikamente gibt es von verschiedenen Firmen und sie kosten als N3 mit 100 Tabletten ca. 130 Euro.

Die Einnahme dieses Wirkstoffs (1 Mikrogramm/Tag) soll den Knochenmasseverlust durch Cortison und dauernde rheumatische Entzündungen komplett verhindern!!! :)

Außerdem gibt es bei Einnahme von 1 mikrogramm Alfacalciferol + 500 mg Calcium in dieser Studie um 61 % weniger Wirbelbrüche als bei Einnahme von 1000 i.E. Vitamin-D + 500 mg Calcium!!! :)

Am erstaunlichsten schien mir folgendes: Bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen wird wohl ein Nierenenzym etwas gehemmt und dadurch die Bildung einer wichtigen Vitamin-D-Abart vermindert. Dazu wird geschrieben:
'Bei diesen Patienten kann die Therapie mit Alfacalcidol nicht nur den Knochenabbau hemmen, sondern auch die Muskelkraft verbessern und Gelenkschmerzen reduzieren'!!! (signifikante Halbierung der Werte in einem Schmerz-Score nach 4 Wochen Therapie)

Nur, wenn der Calciumspiegel im Serum zu hoch wird (Hyperkalzämie), soll diese Therapie abgebrochen werden.


Ich denke, gerade für diejenigen von uns, die durch Osteoporose schon Wirbelbrüche erlitten haben, wäre dieses Medikament eine gute Alternative!!! Aber auch für alle anderen hört sich das alles sehr gut an!! :D

Ich werden meinen Rheumatologen bei meinem nächsten Termin im Januar auf jeden Fall darauf ansprechen!

Liebe Grüße

Lydia

Daisy
04.12.2003, 00:08
Das ist ein sehr interessanter Artikel, den ich mir ausdrucken werde und auch meinen Rheumatologen mitbringen werde!
Danke!

hippo
04.12.2003, 06:54
Hallo Lydia.
Das, was du schilderst untermauert genau die Medikation , die ich von meinem Arzt erhalte.
Calcitonin (Nasenspray), Calcium-Vitamin-D Komplex, einmal pro Woche Actonel 35mg und gegen Schmerzen aus MB dann dieses Piroxicam.

Seit der Einstellung auf diese Kombination geht es mir eigentlich recht gut. Wenn man bedenkt, dass ich vorher als einziges Schmerzmittel die Transtec-Pflaster benutzt habe, weil nur noch die halfen,ist das schon ein enormer Erfolg.Allerdings war da die Diagnose Osteoporose neben dem MB noch nicht bekannt.
Dann will ich mal hoffen, dass auch du einen guten Erfolg damit hast.
Gruß
Michael

petra
04.12.2003, 07:32
Für Frauen gibt es seit einigen Jahren ein Medikament von Jenapharm, welches in Verbindung mit hochdosiertem Kalzium wieder solches im Körper, sprich in der Knochensubstanz einlagern kann.
Damit wird poröse Knochensubstanz nachgewiesenermassen wieder dichter.
Name des Medikaments " Etidronat".

Warum sollte es nicht auch bei Männern funktionieren, wenn der Kalziumverlust ähnlich dem der Frauen nach den Wechseljahren (hormonell bedingt) ist ?

Gruss - petra

Jürgen
04.12.2003, 13:07
Hallo Zusammen!

Erst einmal hoffe ich, dass es viele von uns ohne Cortison schaffen, denn es sollte bei MB wirklich nur in Ausnahmefällen genommen werden, da die Osteoporosewahrscheinlichkeit mit zunehmender Versteifung sowieso wächst. Nach neusten Erkenntnissen sollte so früh wie möglich mit einer Behandlung angefangen werden, wenn ein Knochenabbau nachgewiesen werden kann, da es im Frühstadium noch möglich ist, ein fortschreiten aufzuhalten, evtl. in geringen Maßen auch wieder Knochen aufzubauen. Die Medikamente kommen aus der Gruppe der Bisphosphonate (z.B. Fosamax) und hemmen die Osteoklasten (die im Knochenstoffwechsel für den Abbau verantwortlich sind), so dass die Osteoblasten (für den Aufbau zuständig) wieder vermehrt Kalzium einlagern können.

Was viele nicht wissen: Der Mensch kann max. 250mg Kalzium auf einmal aufnehmen, d.h. bei einer 500mg Brausetablette wird die Hälfte wieder ungenutzt ausgeschieden. Aus diesem Grunde sollten nur 250mg auf einmal genommen werden und das am Besten 4-mal am Tag.

Allen wenig Schmerzen
Jürgen

Gast_02
05.12.2003, 13:17
Hallo Ulmka,

auf jeden Fall sollte man an diesem Thema dranbleiben.
Denn egal was es ist, Hauptsache es hilft uns ein wenig weiter.

Das unser Körper vieles wieder ausscheidet ist ja nicht nur bei Kalzium
so, sondern auch im Bereich der Vitamine an sich.
Unser Körper kann nur gewisse Mengen aufnehmen und der Rest
läuft eben den Bach runter.

Einen schönen Gruss

sendet euch
Uwe

:rolleyes: :rolleyes: