Vollständige Version anzeigen : Ein echter Witz !
Falkner1975
03.12.2003, 19:43
Ich habe seit August 2003 Schmerzen, die Bechterew sein könnten und bin auch HLA-B27 positiv. Jetzt laufe ich von Arzt zu Arzt und habe immer noch keinerlei Diagnose. Heute war ich bei einem Rheumatologen, mein Hausarzt meinte, das muß mal richtig vom Facharzt untersucht werden. Tja, nur das man bei AOK Patienten wohl gar keinen Bock hat etwas zu untersuchen. Wartezeit eine Stunde und binnen einer Minute war alles erledigt ! Was...ihr meint jetzt in einer Minute könnte man nicht untersucht werden ? Richtig...ich wurde ja auch nicht untersucht, mir wurde nicht mal ein Platz angeboten, der Rheumatologe hörte sich genervt meine Geschichte an, stellte eine Überweisung für MRT des ISG aus und schickte mich wieder nach Hause. Ich habe absolut nichts von ihm erhalten, kein Gespräch, keine Untersuchung, keine Medikamente gegen die Schmerzen, keine Krankengymnastik, keine Ratschläge, keine Blutabnahme o.ä....einfach NIX, außer die Überweisung. Der Termin in der Radiologie ist erst am 05.01.04 und der Folgetermin beim Rheumatologen (um den Befund des MRT zu besprechen) ist erst wieder im Februar. Man muß sich das mal vorstellen, da hat man seit August 2003 Schmerzen und hat im Februar 2004 VIELLEICHT erst eine Ursache dafür, wer weiß, vielleicht weiß man selbst dann nicht mal etwas. Es ist doch deutlich, das Kassenpatienten irre lange auf ihre Termine warten müssen und auch keinerlei Hilfe erhalten, selbst Medikamente werden einem ja noch vorenthalten. Ich habe das Privatpatienten erzählt, die konnten nur mit dem Kopf schütteln und erhalten binnen weniger Tage überall Termine und Medikamente und Krankengymnastik bekommen sie eh ohne Ende verordnet. Tja, Kassenpatienten sind wirklich keine Patienten 2. Klasse, sondern 3. Klasse !
Hallo Falkner1975,
ich würde Dir vorschlagen, Dich morgen an Deine Krankenkasse zu wenden, damit sie die fällige Zahlung an den "übermotivierten" Arzt erst einmal nicht leistet.
Sein Geld kann er ja dann im Februar bekommen, wenn er ein Mindestmass an Leistung erbracht hat.
Wende Dich doch einfach mal an einen Notdienst, wenn Du abends oder am Wochenende starke Schmerzen hast, meist sind dort gute Ärzte, die auch entsprechende Schmerzmittel verordnen können oder Spezialisten kurzfristig benennen.
Du kannst Dich aber auch an die Ärztekammer wenden und Beschwerde wegen unterlassener Hilfeleistung einlegen.
Gruss - petra
Hallo Marco,
ich kann Petra da nur beipflichten. Geh zu deiner KK und kläre sie
auf was da abgegangen ist.
Desweiteren kann auch dein Hausarzt Schmerztabletten verschreiben. Lass dir aber erst mal ein Kleinpackung geben,
denn nicht jede Tablette wird vertragen, sprich du musst erst
ausprobieren welche dir helfen könnten.
Vor allen Dingen gib nicht auf und warte ab was die MRT aufnahmen
zeigen werden.
In diesem Sinne einen schönen Gruss
der Graf
Uwe
:rolleyes: :rolleyes:
Engelbert
03.12.2003, 21:19
Hallo Falkner
Ich kann nur sagen Hut ab vor dem Rheumatologen der Deine Aussage ernst genommen hat und eine Untersuchungsmethode angeordnet hat die Teuer ist, aber auch so ziemlich die einzige mit der sich in einem so frühem Stadium ein MB überhaupt finden läßt.
Die mittlere Diagnosedauer ist bei MB immer noch über fünf Jahre.
Das die Termine so weit auseinanderliegen finde ich allerdings auch bedauerlich.
Gruß Engelbert
Hallo Falkner,
ich stimme Engelbert zu, dass es eigentlich sehr gut ist, dass du gleich eine Überweisung zum MRT bekommen hast - da muss man normalerweise lange für betteln und die Aufnahmen sind sehr aussagekräftig!
Wenn du aber so starke Schmerzen hast, würde ich versuchen, deinen HA oder Orthopäden die Termine beim MRT und den Anschlusstermin beim Rheumatologen vorverlegen zu lassen. Wenn ein Arzt da Druck macht, funktioniert das fast immer!!!
Viel Glück!
Lydia
Claudia_1975
04.12.2003, 07:27
Hallo Falkner,
ich muss mich auch Engelbert und Lydia anschließen. Gut, dass Du eine Überweisung für die teure Untersuchung bekommen hast. Du schreibst, Du hast seit August 2003 Schmerzen, hattest Du vorher keine? Denn wenn Du erst seit August Schmerzen hast, wärst Du bei MB wirklich im Frühstadium und die Diagnose ist schwer zu stellen, da es kaum erkennbar ist.
Ich gehe davon aus, dass 1975 Dein Geburtsjahr ist? Dann sind wir gleich alt. Schau mal, ich war schon mit 18 beim Orthopäden wg. der Schmerzen und habe erst im Mai 2003 (fast 10 Jahre später) die Diagnose bekommen, vorher war es immer nur ein Verdacht, mal ja, mal nein. Hoffentlich bekommst Du nach den Untersuchungen Gewißheit.
Liebe Grüße
Claudia
Hi,
sicherlich ist es richtig, dass man heute nicht mehr problemlos ein MRT bekommt, allerdings stelle ich mir die Frage, mit welcher Bregründung es verschrieben würde. Nur wegen eines positiven HLA-B27? Meiner Meinung nach sollte man schon eine Untersuchung vorangehen lassen (z.B. abfragen der New York Kriterien, Einschränkungen...), bevor man teure Untersuchungen veranlasst. Ich möchte nicht wissen, wieviel Geld gespart werden könnte, wenn nur sinnvolle Untersuchungen gemacht werden würden. Manchmal habe ich den Eindruck, dass man alles ausprobiert, in der Hoffnung, dass sich schon irgendwas finden wird.
Was Privatpatienten angeht so kann ich nur sagen, dass ich es als Arzt auch nicht anders machen würde! Ein Arzt bekommt wesentlich mehr Geld für Privatpatienten und muß aus diesem Gruunde auch einen besseren Service liefern (sprich schnellere Termine). Die Untersuchungen und die Medikamente sollten allerdings gleich sein. Damit kein Mißverständnis entsteht, ich bin in der BKK :) .
Ich kann Dir nur empfehlen, Deinen Kenntnisstand über MB auf ein so hohes Level zu bringen (was dank Internet gut möglich ist), dass Du Deinem Arzt sehr genau sagen kannst, was Du von ihm erwartest. Du wirst Dich wundern, wie die Gespräche plötzlich ablaufen...
Wünsche Dir keinen MB und alles Gute
Jürgen
@ Jürgen
In Deinem letzten Absatz hast Du das Problem herauskristallisiert, dass uns alle am maisten angeht und ich kann Dir diesbezüglich nur zustimmen, uns fortwährend umfassend zu informieren.
Diese Möglichkeit haben ja alle die, die hier zusammenkommen.
Apropos,
als ich noch in der DDR zur Heilkur (=Reha) gegangen bin, gehörte es zu Beginn der Massnahme dazu, dass sich jeder Betroffene über seine Erkrankung während entsprechender Fachvorträge informieren musste.
Da meine Krankheit damals nicht so richtig zugeordnet werden konnte, hörte ich mir alle diese Vorträge an und wurde bei der Beschreibung des MB hellhörig und mir schoss damald durch den Kopf: das ist genau das, was ich habe.
Leider vertrat die Klinikleitung damals Mitte der Achziger immer noch die landläufige Meinung, dass Bechterew eine reine "Männerkrankheit" sei und bei Frauen nicht vorkomme.
Mir fiel ein gewaltiger Stein vom Herzen und das Problem wurde später für mich zum gravierendsten persönlichen Fall von "Denkste":confused:
Gruss - petra
cyberspondy
05.12.2003, 12:15
@Falkner
wie schon weiter oben beschrieben, gibt es bei Verdacht auf M.B. oder eine entzündliche rheumatische Erkrankung Schwierigkeiten, eine gesicherte Diagnose im Frühstadium zu stellen. Außer einem recht teuren MRT sollte ein ausgebildeter Rheumatologe selbstverständlich eine eingehende Anamnese und Untersuchung durchführen. Entsprechende Blut- und Harnuntersuchungen runden das Ganze dann ab. Leider verfügt unsere Schulmedizin häufig nicht über Methoden, die die Entstehung einer Krankheit schon vor deren Manifestation aufdeckt um geeignete Maßnahmen zur Verhinderung zu ergreifen (als Beispiel sei hier Ayurveda genannt).
Ein weiteres Dilemma findet sich in unserer Gesundheitspolitik.
Ärzte werden für eine Beratung, gleich welcher Länge, immer standardmäßig honoriert. Deswegen ist ein langes Gespräch für den Arzt unrentabel. Unsere verantwortlichen Politiker wollen dies aber so.
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