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Vollständige Version anzeigen : Behandlung mit Radiumchlorid und Schmerzbewältigung mit Hypnose


Lilo
17.11.2003, 10:41
Hallo Ihr Lieben,

ich bin vor einigen Wochen bei einem Seminar über Schmerzbewältigung gewesen. Unter anderem ist dort, zwar nur am Rande, die Schmerzbewältigung unter Hyponose angeschnitten worden. Hat von Euch jemand schon damit Erfahrung. Wenn ja welche?

Bei einem Gruppensprecherseminar in Hannover - veranstaltet vom Landesverband Niedersachsen - habe ich einen Arzt kennengelernt, der auf die Behandlung mit Radiumchlorid schwört. Es müssen von einem Nuklearmediziner 10 Spritzen verabreicht werden. Nach der 6. Behandlung soll eine Verbesserung eintreten. Ich kenne niemanden, der diese Behandlung hinter sich hat. Mich interessiert, ob diese Behandlung schon jemand hinter sich hat. Wenn ja, welche Erfahrungen hast Du gesammelt.

Würde mich freuen, bald eine Nachricht zu bekommen.


Lilo

hippo
17.11.2003, 12:23
Hallo Lilo.
Mein Kollege hat auch MB und kam für eine solche Therapie aufgrund seines Krankheitsverlaufes in Frage.
Grundsatz ist,dass bei den meisten ein durchschlagender Erfolg zu verzeichnen ist.Ein geringer Prozentsatz hat auch weiterhin seine Probleme.Leider gehörte mein Kollege zu diesem geringen Prozentsatz dazu. Andere sollen tatsächlich keine Schmerzen mehr haben.
Daraufhin habe ich mich selber mit meinem damaligen Rheumatologen darüber auseinandergesetzt. Durch diese Behandlung wird das Knochenwachstum verhindert.Das Problem ist,du darfst dir für mindestens 10 Jahre,denn solange wirkt die Behandlung, keinen Knochen brechen.Der müsste mechanisch auf so einen langen Zeitraum stillgelegt werden. Zweitens darfst du keinen Kinderwunsch mehr hegen,da die Behandlung ja auch Radioaktivität beruht.
Was ist nun mit meinem Kollegen?Der steht sich ziemlich im Hals.Ein riesiger Aufwand wurde betrieben,nur leider hat er dadurch keine Besserung, sondern nur Nachteile.
Aber wie gesagt,es gibt sehr viele Fälle, die sagen, dass sie es jederzeit wieder machen würden. Und ich denke,wäre ich in der Fallgruppe gewesen,hätte ich diese Behandlung trotz aller Risiken auf mich genommen.
Vielleicht konnte ich dir ja helfen
Gruß
Michael

Engel
17.11.2003, 15:17
Hallo Lilo :)


Ich habe weder von der einen noch anderen Therapie gehört.
Tut mir leid.

Aber ich denke, wenn man in so einer Situation ist, nimmt man jeden Strohhalm.
Ob es denn immer richtig ist weiss ich leider nicht.


Einen schönen Fastfeierabend wünscht dir


Anette

Engelbert
17.11.2003, 23:01
Na Hippo

ob Du da nicht ein wenig übertreibst mit Deiner Angst vor Knochenbrüchen?

Das Radiumchlorid hat eine sehr kurze Halwertszeit im Körper und fast alles wir innerhalb von Stunden wieder ausgeschieden. Ein kleiner Rest lagert sich an den Stellen an wo eine Knochenneubildung stattfindet und verhindert die weitere Bildund neuer Knochen oder in unserem Fall Syndesmophyten.

Dieses radiumchlorid ist dann aber fest gebunden und kann bei einem späteren Knochenbruch nicht die Heilung behindern.

Was die Famielienplanung angeht so sollte Sie bei Frauen in der Tat abgeschlossen sein da eine Schädigung des Erbgutes nicht ausgeschlossen ist.

Ich persönlich halte Ra 224 von seinen möglichen Nebenwirkungen her den Modernen TNF A Blockern gegenüber für weit harmloser.

Leider gehöre ich nicht zu dem Personenkreis der in den Genuß dieses Medikamentes gelangen kann da ich ganz ohne Arznei auskomme und somit auf das geforderte Kriterium des Versagens herkömmlicher Rheumamittel nicht verweisen kann.

Alles gute wünscht Euch Engelbert

hippo
18.11.2003, 06:48
Sorry Engelbert,
ich habe lediglich das widergegeben, was mir der Arzt erzählte,der auch diese Behandlung hier in Wuppertal durchgeführt hätte.Diese Behandlung hätte in einem ziemlich bekannten Rheumazentrum stattgefunden. Hier werden Massen solcher Therapien durchgeführt.
Angst vor Knochenbrüchen habe ich absolut nicht.Ich bin mittlerweile 45 Jahre alt geworden,ohne mir -gottlob- je einen Knochen gebrochen zu haben. Auch ich hätte trotz aller Risiken diese Behandlung durchführen lassen,wenn ich in die Fallgruppe reingepasst hätte.Aber leider geht es mir in dieser Hinsicht wie dir.
Gruß
Michael

bob
24.11.2003, 06:33
Hallo wie sieht das denn aus mit der Familienplanung bei Männer?

Engelbert
24.11.2003, 09:24
Hallo Bob

Ich werde mal eben versuchen den Unterschied von Männlein und Weiblein kurz zu beschreiben so wie ich es aus meiner Schulzeit in Erinnerung habe.

Bei einem jungen weiblichem Wesen werden so ca. 30 000 Eizellen angelegt bevor die Geschlechtsreife da ist, von daher können also auch diese Eizellen geschädigt werden.

Bei den männlichen Wesen fängt die Samenproduktion eigentlich erst mit der geschlechtsreife an und erfolgt stetig. Das heißt das das Sperma was heute bei mir geschädigt würde stets durch neues ungeschädigtes ersetzt wird.

Bitte bedenkt das ich als medizinischer Laie natürlich zur unbedenklichkeit aufrufen möchte und diese Zeilen nicht das Gespräch mit den Medizinern ersetzen kann wenn Ihr Euch ernsthaft mit solchen Dingen beschäftigt.

Ich möchte lediglich übertriebene Ängste abbauen.

Alles gute wünscht Euch Engelbert

Heiko
07.12.2003, 20:12
Hallo zusammen!

Folgender Link wird einige Fragen beantworten:

http://www.bechterew.de/80lemmel/80Lemmel.htm

Gruß,

Heiko

Engelbert
08.12.2003, 08:36
Hallo Heiko

Vielen Dank für diesen aufschlußreichen Link.

Engelbert

Petra M.
10.12.2003, 13:12
Hallo Ihr alle,
bin heute 45 Jahre alt, habe 2000/2001 Radium 224 in 10 Injektionen im wöchentlichen Abstand bekommen.
Mir ging es beschi...... meine Entzündungswerte sind ins unermessliche gestiegen. Nach Ende der Therapie hatte ich plötzlich Schmerzen an Stellen die sich bei mir noch nie bemerkbar gemacht hatten. Dank der Einnahme von Kortison und Voltaren bekamen wir die Werte und die Schmerzen einigermaßen in den Griff.
Seit Juli 2003 bekomme ich Remicade, mir geht es blendent meine Werte sind auf 0 und ich habe seit der 1. Infusion keine Schmerztabletten oder etwas anderes geschluckt.
Grüße Petra

Heiko
11.12.2003, 09:36
Hallo Petra,

es tut mir leid :( , daß die Radium Therapie bei Dir nicht zum Erfolg geführt hat. Ich denke aus diesem Grund ist es wichtig, daß hier im Forum mehr Erfahrungsberichte "gepostet" werden. Ich persönlich stehe momentan kurz vor der Entscheidung diese Therapie ebenfalls durchzuführen, werde mich aber noch ausführlich von meinem Radiologen, bzw. Nuklearmediziner beraten lassen.

Bist Du eher ein Ausnahmefall gewesen oder wie ist diese Verschlechterung seitens Deines Arztes zu erklären gewesen? Ok, ich habe natürlich die Nebenwirkung im Bechterew-Brief (Link siehe oben) gelesen, nur wundert es mich, daß der behandelnde Arzt die Therapie bis zur letzten Injektion "durchgezogen" hat, trotzt massiver Verschlechterung Deines Krankheitsbildes?

Du schreibst etwas von "Remicade", was ist das genau? Ich (32 Jahre) nehme momentan täglich eine Tablette VIOXX 25 und treibe regelmäßig Sport. Damit komme ich nachts prima zurecht und tagsüber verschwindet der Schmerz nach genügend Bewegung.

Gruß,

Heiko