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Vollständige Version anzeigen : Hilfe! Soll ich mich scheiden lassen?


weindi01
27.02.2005, 09:03
Hallo,

brauch Eure Hilfe, ich weiß einfach nicht mehr weiter.

Seit 1999 ist bei mir MB diagnostiziert, seit Juni 1998 bin ich verheitratet (sind aber schon seit 13 Jahren zusammen). Also 1 Jahr nach unserer Hochzeit war für uns, bzw. für mich, vieles vorbei.

Wo soll ich jetzt anfangen? Die Sache ist die, mein Mann und meine Schwiegereltern haben einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Weinbau, früher konnte ich etwas mit helfen, aber schon längere Zeit nicht mehr. Es wird aber eigentlich, indirekt, von mir erwartet. Auch mein Mann sagt, das es ohne meine Mithilfe nicht geht (Büro, Vermarktung, schriftliches). Versteh ich ja, aber ich bekomme seit 3 Jahren eine volle EU-Rente wegen des MB´s. Aber das sind eben Einnahmen, aber wofür?, das scheint nicht so richtig verstanden zu werden.

Mittlerweile hab ich mir eine Haushaltshilfe angeschaftt, die mir das nötigste im Haushalt abnimmt, damit ich in der Vermarktung tätig sein kann. Wenn es mir jedoch überhaupt nicht gut geht (seit der Remicade-Infusion bin ich immer total Müde und bin unkonzentriert) und ich nur das nötigste mache, dann bekomm ich nen Vortrag, weil ich im Betreib nichts mache. Das kränkt mich sehr.

Ich muß auch dazu sagen, das mich meine Schwiegereltern nie akzeptiert haben, da ich aus der Stadt komme. Auch als ich damals noch richtig mitgeholfen habe, war das nicht genug. Nach der Hochzeit hätte ich aufhören sollen zu arbeiten, was ich nicht tat.

Fakt ist, das seit wir verheiratet sind, alles viel schlimmer ist. Meiner Meinung nach. Bin auch auf anraten der Ärzte in Therapie gegangen und zu ner Paarberatung gehen wir mittlerweile auch aber ich verspüre keine Besserung der Lage.

Mein Mann hat zudem wenig Zeit für mich und unseren Sohn. Ich bin ziemlich auf mich gestellt und führe ein ganz anderes Leben (mittlerweile) als er. Die Interessen gehen mittlerweile weit auseinander. Er meint dann, das wir doch beide gemeinsame Ziele haben. Aber das die sich bei mir seit MB geändert haben, will er nicht verstehn.

Wenn ich Hilfe benötige (wenn´s überhaupt nicht mehr geht), dann muß ich mich bei meinen Eltern einquartieren. Oder ich versuche innerhalb von ein paar Stunden wieder so auf´m Damm zu sein, das ich mich um unseren Sohn selber kümmern kann.

Jetzt wo ich Remicade bekomme fährt mich mein Mann zum Arzt, weil ich hinterher total müde bin und es einige Kilometer zu fahren sind. Es ist eben so, das mein Mann auf Dauer dazu keine Zeit hat und ich schaun muß, wie ich das selbst schaffe. In der Zeit sollte er dann wenigstens unseren Sohn (2-Jahre) übernehmen, was dann oft ein Problem darstellt. Wenn er normale Arbeitszeiten hätte, dann könnte ich Abends mir die Infusion geben lassen, aber vor 19 Uhr brauch ich gar nicht meinem Mann rechnen. Ab 17 Uhr gehn alle in Stall und da kann man unseren Sohn nicht brauchen. Dann müssen wieder meine Eltern einspringen, die für die ganze Situation überhaupt kein Verständnis haben.

Meine Eltern sind eben der Meinung, das es die Aufgabe von meinem Mann wäre, wie seht Ihr das?

Mein Mann sagt mir immer, das er Verständnis für meine Erkrankung hat, aber wenn es mir richtig dreckig geht, ist er nur halbherzig da. Da kann ich dann gleich zu meinen Eltern, da bin ich besser aufgehoben (unser Sohn ebenfalls).

Nun ist es eben so, das ich schon lange das Gefühl habe nicht hier her zu gehören (denn für einen Kranken ist hier, eigentlich, kein Platz). Mein Mann meint eben, ich solle Ihm mehr sagen, was er machen soll. Er hat eben vom Haushalt, kochen etc. null Ahnung, was soll ich Ihm dann sagen? Und Zeit hat er auch nicht.

Wenn ich ihm schon gesagt habe, das es mir überhaupt nicht gut geht, dann wird trotzdem zu Sitzungen und Vereinsproben gegangen. Was soll ich ihm dann noch sagen? Er meint dann, ich würde mir nicht helfen lassen, was meint Ihr?

Nun bin ich echt am Ende und suche nach einer entgültigen Antwort/Entscheidung und ich hoffe, das Ihr mir, als MB´ler dabei helfen könnt.

Ich bin eben langsam der Meinung, das ich besser alleine zurecht komme als ständig diesen Ärger. Denn der Ärger macht auch krank. Oder nicht?

LG

Alexandra

Gast_02
27.02.2005, 09:34
Hallo Alexandra,

das ist eine sehr schwere Frage, deren Antwort ich dir leider nicht abnehmen kann.
Du solltest aber auch an dein Kind denken.
Wenn deine Krankheit schlechter wird brauchst du jemanden der ihn weiter versorgen kann, wenn du nicht mehr in der Lage dazu bist.
Ich war auch schon so weit, dass ich ohne Hilfe nichts machen konnte.
Aber wie gesagt dies bleibt deine Entscheidung.

Lieben Grusss und :trost:

Uwe
http://www.cosgan.de/images/smilie/nahrung/k040.gif

Arnilein
27.02.2005, 10:02
Hallo Alexandra

Wie Uwe schon gesagt hat, die Entscheidung liegt bei dir alleine, aber denke auch an deinen Sohn.
Ich kann dich in vielen Punkten verstehen, denn meine Schwiegereltern scheinen deinen in vielen Punkten ähnlich zu sein. Immer wieder die Vorwürfe wie, "stell dich nicht so an, du bist doch selber Schuld an deinem Zustand, du bist doch nur faul und simulierst" und so weiter und so weiter.
Aber ein klein wenig kann ich auch deinen Mann verstehen. Ich denke er ist hin und hergerissen zwischen dem Gefühl seinen Eltern helfen zu müssen und dem Wunsch dir zu helfen. Außerdem haben wir Männer oft ein unerklärliches Ungeschick für Hausarbeit. (genetisch oder erziehungsbedint??) Versuch doch mal dich hinzusetzen und deinem Mann aufzuschreiben wie du dich fühlst und welche Hilfen du von ihm erwartest.
Viele Menschen kennen sich mit unserer Krankheit leider gar nicht aus, gib deinem Mann und vielleicht vauch deinen Schwiegereltern doch mal ein Buch über den Bechti zu lesen, in der Hoffnung, das sie dich dann besser verstehen.
Mir fallen jetzt so viele "gute Ratschläge" für dich ein, ich glaube es ist besser ich sortiere erst mal und meld mich später noch mal.
Auf jeden Fall drück ich Euch die Daumen :dd1
Bis bald
Arne

Gast
27.02.2005, 10:10
Liebe Alexandra,

es tut mir furchtbar leid, wenn eure Ehe unter diesen Bedingungen den Bach runter geht. Zwischen den Zeilen höre ich aber durch, daß dein Mann dich liebt und unterstützen will. Vielleicht muß er ein Machtwort mit seinen Eltern reden. http://www.cosgan.de/images/smilie/boese/a010.gif
Der Druck auf deinen Mann von Seiten seiner Eltern und die Liebe deines Mannes zu dir - ist wie das Sitzen zwischen zwei Stühlen. Dein Mann will seinen Eltern nicht weh tun, ihnen alles Recht machen und dich unterstützen. Das schafft er nicht.

In meiner Beziehung war das Ähnlich. Mein Männe - lieber Sohn seiner Mama - hat mich damals aus einer schweren Krise geholt. Ich war von "zu Hause" abgehauen, hatte zu niemandem Vertrauen, prügelte jeden, der in meine Nähe kam. Mit viel Geduld, auch mit Hilfe meiner Großmutter, zu der ich mich zurückziehen konnte,(ich war erst 16) , wurde ich handzahm. Als wir nach vielen Jahren dann heirateten, konnte ich Schwiegermama nichts recht machen. Mein Männe traute sich aber nicht, ihr zu sagen, wie ich mich fühlte. Also haute ich ab. Mein Männe holte mich zurück. Das Spiel wiederholte sich sehr oft. Bis dann mein Männe seiner Mama sagte, sie solle sich nicht in unsere Ehe mischen. Sie wurde die liebste Schwiegermama, ein herzensguter Mensch. Sie hatte nur Angst, ihren Jungen loszulassen. Und jetzt müssen wir lernen, loszulassen. Schwiegermama liegt seit 5 Jahren im tiefen Koma, sie kommt nicht zurück. Fachlich ist dies mir klar. Trotzdem wünschte ich, sie würde wach werden und alles ist wie früher. Wenn Schwiegermama wach werden würde, könnte sie nie wieder laufen, dazu sind die Kontrakturen zu schlimm. Das weiß ich alles.

Wie du siehst, unsere Ehen ähneln sich irgendwie. Wir sind jetzt steinzeitjahre verheiratet, haben Höhen und Tiefen durch. Mein Männe akzeptiert, wenn ich mal mit mir allein sein will; hilft mir, wenn ich seine Hilfe benötige. Und ich renne nicht mehr weg, nur weil wir mal nicht auf einen Nenner kommen. Aus dem Alter bin ich raus.

Ich weiß nicht, ob ich dir damit helfen konnte. Sprich dich mit deinem Mann aus, sprecht über alles. Männer behalten oft Sorgen für sich. Frag ihn nach seinen Empfindungen. Eure Ehe muß nicht nach so kurzer Zeit am Ende sein.

Was für Wein habt ihr eigentlich? Roten trockenen. ? http://www.cosgan.de/images/smilie/nahrung/a010.gif

Sei lieb gegrüßt von K. http://www.cosgan.de/images/smilie/liebe/h055.gif

Extremiac
27.02.2005, 11:27
Uppps, sehr schade das es anderen so ergeht wie es mir damals ergangen ist.
Egal welche Entscheidung du triffst, der Weg wird hart und nie ganz geradlinig sein. Es wäre mit Sicherheit einfacher wenn man entscheidungen nur für sich und nicht auch noch für ein Kind mittreffen müßte.

Ich denke du solltest dir als allererstes mal bewust werden ob nicht schon soviel Vertrauen zerstört ist, das es sich lohnt dauerhaft dafür zu kämpfen. Oder um es anders auzudrücken: Wenn sich dein Mann von seiner Familie abnabelt (denn ich denke da liegt das Problem, da man keine Ehe zu viert leben kann) wird er sich verändern. Ist dieser veränderte Mann noch derjenige mit dem du dein Lebensabend verbringen möchtest. Sind noch genügend Gefühle da?
Wenn nicht spar dir all deine Kraft einer Aussöhnung und stecke sie in einen Neuanfang.
(Altes Indianersrichwort: Wenn du merkst das du ein totes Pferd reitest dann steig ab.)

Wenn du für dich entscheidest das es sich lohnt um eine gemeinsamme Zukunft zu kämpfen, dann schreibe dir auf einen Zettel was dich stört. Setzte dich mit ihm zusammen und finde einen Kompromiss an Störfaktoren die man abstellt.

Grundsätzlich gäbe es drei Punkte an denen ich nicht einlenken würde.
1.) Rückendeckung durch meinen Mann gegenüber seiner Familie (kompromisslos, sonst sollte er zur Mama ziehen) Um übrigen gilt das auch für die Eltern deines Mannes. Wenn eine Firma so schlecht läuft das sie nur am Leben erhalten werden kann wenn die GANZE Familie 16 Stunden arbeitet sollte man sich überlegen ob man nicht kaufmännisch handelt und sie schließt. Wenn dein Schwiegervater sein Leben für einen Mytos aufopfert ist das seine Sache. Dabei sollte er seine Entscheidungen aber so treffen das sie euch nicht mit einbindet.
2.) Kein Verein kann so wichtig sein das er über die Zweisamkeit einer Beziehung gestellt wird (damit meine ich nicht den Mann von jeder Veranstalltung abhalten sondern wenn es dir schlecht geht hat das Priorität !!! und es muß den Abend mal ausfallen)
3.) Jeder Mann kann kochen, saugen, Fenster putzen oder die Waschmaschine anstellen. Es ist nur die Frage des wollens. Ich kann es auch. Vielleicht hast du es ihm auch nur immer falsch verkauft. Ich denke es ist keine Zeichen von Schwäche wenn einer Freunde das mitbekommt. Meineserachtens ist es ein Zeichen der Stärke wenn die Liebe deinen Mann dazu beflügelt dir (Euch, EURER 3-köpfigen Familie) unter die Arme zu greifen.
Oftmals handeln Männer auch nach dem Motto: 5 Minuten dummgestellt und für immer Ruhe haben.

Grundsätzlich läßt es sich nicht vermeiden das dritte versuchen dich zu beeinflussen. Mache nicht den Fehler und versuche durch das Gespräch mit anderen deine Probleme zu lösen. Dieser Weg ist Falsch und schafft nur neue Probleme. Denn im nachhinein hat niemand etwas gesagt und du stehst mit den Rücken an der Wand. Höre dir die Sichtweise anderer an, schlafe eine Nacht drüber, denke selbstkritisch darüber nach ob es Hand un Füß hat und treffe die für dich richtige Entscheidung.


Ich selbst hatte 7 Jahre (bis zu meiner Scheidung) keinen Kontakt zu meinen Eltern da ich mich vor meine Familie gestellt habe. Im nachhinein bin ich überzeugt das es auch nicht der richtige Weg war. Wie ich oben schon erwähnte wird der Weg nie ganz geradlinig verlaufen. Man sollte versuchen einen Weg zu finden der für beide das Leben noch lebenswert macht. Und sich niemand zu jemandem Verändern muß in dessen Haut er sich nicht wohlfühlt.

Als Anhang noch eine kleine Geschicht die mir damals sehr geholfen hat.
Zwar nur eine Geschicht aber vielleicht bin ich auch sentimentaler wie andere Männer.

Extremiac
27.02.2005, 11:30
Eines schönen Tages setzte sich der kleine Prinz an den Rand eines teils wildrauschenden, teils vor sich hin plätschernden Baches und lauschte dem Murmeln des Wassers, wie es so über den felsigen Grund dahinglitt. Das Wasser war kristallklar und die Sonne warf scharfe Schatten auf die rund geschliffenen Kieselsteine im Bett des Baches. Über diese huschte mit einem mal ein goldgelber Schatten und verschwand ebenso plötzlich wie er erschienen war.
Der kleine Prinz rieb sich verwundert die Augen und spähte nocheinmal tief ins Wasser hinein. Wieder huschte ein goldgelber Schatten über die Kiesel am Grund und verschwand erneut. Der kleine Prinz entledigte sich seiner Schuhe, holte seinen Kescher, stellte sich auf das sandige Ufer und tauchte sein Netz tief in eine der aufbrausenden Stellen des Bachs und wartete.
Etwas rüttelte in seiner Hand und der kleine Prinz zog behende den Kescher aus dem Wasser, worin ein kleiner Goldfisch aufgeregt hin und her zappelte.
"Hei du kleiner Goldfisch, du bist so wunderschön!'' rief der kleine Prinz aus, als er den Fisch aus dem Kescher nahm.
"Iiiiiiihh!'' quietschte der kleine Goldfisch. "Komm' mir nicht zu nah', du tust mir weh!''
Der kleine Prinz aber war so glücklich über seinen Fang, das er den Goldfisch mit beiden Händen ergriff und ihn hoch in die Luft warf um ihn wieder aufzufangen.
"Iiiiiiihh!'' quietschte der Goldfisch erneut. "Hörst du wohl auf damit! Ich hasse es wenn Menschen mir zu nahe kommen!''
"Oh, nein!'' sagte der kleine Prinz, "ich will dir nicht weh tun! Ich werde dir ein wunderschönes Aquarium schenken und es dir an nichts fehlen lassen!''
Er hielt den kleinen Fisch auf beiden Händen vor sein Gesicht und schaute ihm in die wunderschönen braunen Augen. Dann versuchte er den Goldfisch zu küssen. Doch der drehte seinen Kopf im letzten Moment zur Seite, so daß der kleine Prinz nur die Stelle hinter den Kiemen traf, an der sich bei einer Prinzessin die Ohren mit dem Geschmeide befunden hätte.
"Iiiiiiihh!'' quietschte der Goldfisch und wand sich verzweifelt. "Laß mich endlich los, du dummer kleiner Junge! Siehst du nicht das wir nicht füreinander bestimmt sind? Ich will frei sein. In deinem Aquarium würde ich elendig sterben. Ich will nichts von dir geschenkt haben. Bitte, bitte, bitte laß mich endlich in Ruh'...''
Der kleine Prinz erschrak zutiefst und warf den Fisch wieder zurück in sein Element. Der Goldfisch aber sprang fröhlich aus dem Wasser in die Luft und rief artig:
"Dank dir, kleiner Prinz! Dank dir! Und mach's gut!''
Dann tauchte er zurück ins Wasser und verschwand.
Der kleine Prinz aber zerbrach seinen Kescher und beschloß nie wieder einen Fisch zu fangen. Dann setzte er sich ins Gras um zu Grübeln. Der Klee im Gras neben ihm roch süß und leicht. Sein Herz aber war schwer und Salzwasser rann aus seinen Augenwinkeln.
"Warum weinst du?'' fragte ein Skorpion, der plötzlich auf dem Ufersand herumkrabbelte.
"Was ist Weinen?'' fragte der kleine Prinz.
"Das Salzwasser in deinen Augen nennt man Tränen,'' sagte der Skorpion. "Und wenn die Menschen nicht mehr weiter wissen, fangen sie an zu weinen. Das ist ein Zeichen ihrer Schwäche.''
"Wie kann ich schwach sein, wenn ich nicht einmal weiß, was Tränen sind?'' fragte der kleine Prinz erstaunt.
"Du mußt offenbar noch viel lernen,'' sagte der Skorpion ungeduldig. "Aber ich will dir eine Geschichte erzählen, vielleicht verstehst du dann, warum du den kleinen Goldfisch freigeben mußtest, also...''
"Ein Skorpion und ein Frosch trafen sich am Rand eines Flusses, und der Skorpion fragte den Frosch, ob er ihn wohl hinübertragen würde, da Frösche doch schwimmen könnten, Skorpione aber nicht. "Nein,'' sagt darauf der Frosch, "du wirst mich stechen, bevor wir den Fluß überquert haben.''
"Aber das macht doch keinen Sinn,'' argumentiert der Skorpion, "wenn ich dich steche bist du tot und ich ertrinke.'' Das leuchtete dem Frosch ein und so nahm er den Skorpion auf seinen Rücken und sprang ins Wasser. Etwa in der Mitte des Flusses, stach der Skorpion zu. Mit letzter Kraft fragt ihn der Frosch, warum er das denn nun doch getan hätte. "Ich bin eben ein Skorpion'', sagte der Skorpion und ertrank.''
Der kleine Prinz schwieg nach diesen Worten für eine Weile, während der Skorpion ungeduldig mit einem Hinterbein auf den Sand klopfte. Sein Stachel blitzte kalt im Sonnenlicht.
"Sind die Menschen wirklich so komisch?'' fragte der kleine Prinz schließlich. "Tun sie Dinge wider besseres Wissen bis zu ihrem Untergang? Und kann man da wirklich nichts machen?''
"Nein.'' sagte der Skorpion. "Es ist das Grundprinzip des Lebens und auch der Liebe.
Du mußt selber lernen zu leben und denjenigen den du liebst, so leben lassen wie er es für richtig hält. Auch wenn du glaubst, daß diese Art zu leben falsch ist, oder sie ihn selbst zu zerstören scheint.
Natürlich wirst du immer davon ausgehen, dass es demjenigen, den du liebst in deiner Nähe viel besser ginge. Wenn du aber genauer in dich hinein horchst, wirst du feststellen, dass du eigentlich nur dich selber damit meinst. Es geht dir selber besser, wenn derjenige den du liebst in deiner Nähe ist und du hoffst darauf, dass es ihm ebenso ergeht.
Aber das muß derjenige selbst herausfinden und sehr oft dauert das eine ganze Weile. Leben und Leben lassen, heißt die Devise.
Das ist es auch, was schlichtes Begehren und Liebe voneinander unterscheidet. Liebe ist immer freiwillig, wer nur begehrt, versucht die Liebe, oder den schwachen Abklatsch dessen, was er für Liebe hält, mittels diverser Tricks zu erzwingen.
Aber selbst da, wo noch keine wirkliche Liebe ist, kann doch die Möglichkeit der Liebe bestehen, und diese Möglichkeit, das Wissen darum, kann sehr lange nachwirken. Oft viel, viel länger als man glaubt.
Wenn dein Goldfisch eines Tages zur Einsicht gelangt, daß er doch lieber in deiner Nähe leben würde, wird er von ganz allein zu dir zurück finden.''
"Glaubst du das wirklich?'' fragte der kleine Prinz. "Ist das Leben wirklich so komisch? Warum genügt es nicht, wenn ich den Goldfisch aus ganzem Herzen liebe?''
"Es ist so.'' beschloß der Skorpion das Gespräch, drehte sich um, krabbelte flugs zum Rand des Baches und hüpfte hinein.
Der kleine Prinz sprang geschwind auf und griff nach dem Kescher um den Skorpion vorm Ertrinken zu bewahren, doch kaum war er vom Wasser bedeckt, verwandelte sich der Skorpion in den kleinen goldgelben Fisch und huschte über die Kieselsteine hinweg, auf und davon, bis der kleine Prinz ihm nicht mehr mit den Augen folgen konnte.
Der kleine Prinz stieg zurück ans Ufer und legte sich ins Gras. Er sog den tiefen, süßen Geruch des Klees ein und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Dann schaute er den Wolken zu, die von den Winden getrieben über den Himmel zogen und Haschmich spielten. "Das ist fast so wie bei Menschen die sich lieben'', dachte der kleine Prinz bei sich. Und so lächelte er entspannt und still in den Sonnenschein und in sich selbst hinein, denn er fühlte, daß sein Goldfisch wiederkehren würde.

KasBaer
27.02.2005, 13:43
liebe alexandra,

da machst du ja gerade keine so schöne zeit durch. das wichtigst ist dir ja schon gesagt worden. die entscheidung kannst nur du alleine treffen. aber das weist du sicherlich auch.

aber dennoch möchte auch ich versuchen, dir ein paar worte dazu zu schreiben. vielleicht kann es dir helfen, deinen weg zu finden:

im grunde kann es nur darum gehen erstmal für dich herauszufinden, ob du ihn noch liebst und dann finde heraus, ob er dich genauso liebt. versuch herauszufinden, wie DU wirklich für IHN empfindest und lass, gefühle wie evtl. angst vorm alleinsein, vor den problemen einer trennung außen vor.

und noch eines: redet blos miteinander. halte deine meinungen, deine sorgen, deine kritiken nicht zurück. sprech darüber. denn ehe du dich versiehst, habt ihr euch wirklich auseinander gelebt und dann ist nichts mehr zu kitten. wenn ihr euch liebt, dann können auch mal die fetzen fliegen. liebe hält das meiner ansicht aus und zerbricht nicht DARAN.

ein letztes: auch wenn ihr ein kind habt, so kann es nicht der grund sein, eine nicht mehr funktionierende ehe aufrecht zu erhalten. damit ist niemanden geholfen und am allerwenigsten dem sohn.

versuch wieder einen klaren kopf zu bekommen, auch dann sieht vieles vielleicht schon wieder ganz anders aus und kannst eventuell erkennen, was deine nächsten schritte sind.

ich wünsch dir, dass du einen weg für DICH findest. und wenn du mal wieder dampf ablassen musst, so schreib wieder.

einen besonders lieben gruß an dich

stefan

ps: lass dir die zeit, die du brauchst, überstürze nichts. lass es aber auch nicht schleifen.

casus
27.02.2005, 14:11
Hallo Alexandra,

dein Mann scheint noch an das Gemeinsame zu glauben, du anscheinend nicht mehr. Das Unverständnis scheint gegenseitig zu sein, darin entsprechen sich auch die jeweiligen Schwiegereltern. Ich denke auch, dass solch ein Betrieb nach anderen Regeln funktioniert. Ob du da in deiner MB-Situation nicht integrierbar wärest, würde ich trotzdem nicht ausschließen. Aber wie gesagt: Du scheinst mit der Sache bereits abgeschlossen zu haben. Oder vielleicht doch noch nicht ganz, sonst würdest du nicht fragen.

Grüße
casus

andrea2
27.02.2005, 15:23
Hallo Alexandra!

Es tut mir leid, dass du solche Probleme hast!
Es ist nicht einfach mit dieser Krankheit zu leben und es ist auch nicht leicht, für unsere Angehörigen und Freunde damit umzugehen.
Ich denke auch, wie Stefan schon gesagt hat, dass du dir darüber im Klaren sein musst, wieviel du noch für deinen Mann empfindest. Es ist doch nun mal die Grundlage einer Beziehung!
Und auch den Rat, wirklich über alles zu sprechen kann ich nur unterstützen.
Man muss die Dinge beim Namen nennen, um wirklich zu einer Lösung zu kommen, auch wenn das manchmal sehr unangenehm ist.
Konkrete Vorschläge von allen Seiten, wie es weitergehen soll, können vielleicht helfen einen Weg zu finden.
Die Situation ist für dich nicht einfach, aber auch für deinen Mann nicht!
Ich wünsche euch, dass ihr es zumindest schaft in Ruhe über die Zukunft zu sprechen und eine Lösung zu finden, die auch eurem Sohn gerecht wird.

Alle Gute
andrea2

weindi01
27.02.2005, 20:39
Hallo,

:danke: für die vielen Beiträge. Hab mich rießig gefreut. Wenn man sich über ein solches Thema freuen soll.

Ich wollte einfach Meinungen von Euch hören und bin auch um jede weiter froh.

Mein Mann steht wirklich zwischen 2 Stühlen und in der Paarberatung geht es um nicht anderes. Bei mir ist eben das Problem, das meine Gefühle schon sehr verletzt sind und ich kein Vertrauen mehr in meinen Mann habe, das sich was ändert.

War vor 2 Monaten schon mit einem Fuß aus der Tür und da wieder zurück zu gehen ist sehr, sehr schwer.

An unseren Sohn denke ich natürlich auch und ich finde, das wir getrennt besser miteinander klar kommen würden als zusammen. Denn wenn mein mann dann uns besuchen käme, dann wäre er auch wirklich da!

Meine Schwiegereltern habe ich schon versucht über den MB aufzuklären, aber irgendwie haben Sie kein Interesse. Als ich 10 Wochen im Krankenhaus war, kam nie ein Besuch oder Anruf. Auch bei kürzeren Aufenthalten nicht.

Ich hab es eben satt ständig über Beziehungsprobleme mit meinem Mann zu diskutieren, dafür sind wir schon zu lange zusammen.

Jetzt versucht mein Mann unsere Ehe wieder durch einen Urlaub zu kitten, dann da verstehen wir uns immer blendend. Aber ich möcht mich auch nicht rum kriegen lassen.

Wir haben uns soooo geliebt, das es schon auffällig war und jetzt soll alles vorbei sein? Ich weiß nicht ob es nochmal so wird.

Mein Mann ist auch der Meinung, das ich vor mir selbst davon laufen möchte (was ich gerne tu (weglaufen)). Deshalb brauch ich auch ein Auto, in das ich einsteigen kann und weg fahren.

Bin auch mit 18 ausgezogen, weil es zuhause nicht mehr zum aushalten war und würde dies wieder tun. Deshalb hab ich vor einer Trennung keine Angst, weil ich weiß, das ich auch allein zurecht kommen kann. Die Ärzte meine eh, das wenn ich den Streß mit der Familie nicht hätte, ich dann gar nicht so krank wäre. :frage: So und was nun? Da hätt ich schon lang die Koffer packe müssen.

Danke erst mal. Werd jetzt villeicht erst mal mit meinem Mann reden und klar Schiff machen. (zumindest versuchen)

LG

Alexandra

Ulmka
27.02.2005, 22:16
Hallo Alexandra,

irgendwie höre ich zwischen deinen Zeilen raus, dass ihr bei deinen Schwiegereltern nicht nur arbeitet sondern auch wohnt ... und dass auch deshalb dein Mann keinen Abstand finden kann....

Wenn dem so ist und du dich mit deinem Mann gründlich ausgesprochen hast und ihr euch weiter für eure Ehe entschieden habt - vielleicht wäre es eine Möglichkeit, in eine Wohnung zu ziehen, wo ihr ganz für euch seid und wo dein Mann, wenn Feierabend ist, auch wirklich Feierabend und Ruhe hat. In einem Familienbetrieb kann das schwierig sein - aber es ist sicher nicht unmöglich! .....

Liebe Grüße :knuddel:

Lydia

Extremiac
27.02.2005, 22:17
...das meine Gefühle schon sehr verletzt sind und ich kein Vertrauen mehr in meinen Mann habe, das sich was ändert.
Auch du wirst an dir arbeiten müßen. Es wäre vermessen deinem Mann alles abzuverlangen und nur ihm die Lösung eurer Probleme zu überlassen.

War vor 2 Monaten schon mit einem Fuß aus der Tür und da wieder zurück zu gehen ist sehr, sehr schwer.
Mache den Schritt und es wird noch sehr viel schwerer. Nur du kannst entscheiden ob es der für dich richtige Weg ist, ABER er sollte gut durchdacht und die wirklich letzte Konsequenz sein. Jemand der nicht gehalten werden will den kann man nicht halten.
Meine Erfahrung ist, das es zu wenige Menschen (ob du dazu zählst kann ich nicht beurteilen) gibt die kämpfen. Es ist scheinbar auch ein Mentalitätsproblem in unserer heutigen Wegwerfgesellschaft. Wenn etwas nicht funktioniert wird es ersetzt.
...Denn wenn mein mann dann uns besuchen käme, dann wäre er auch wirklich da!
Diese Sichtweise halte ich für sehr Naiv und interpretiere es mal als Hilfeschrei. Im Endeffekt wird es darauf hinauslaufen das ihr euch entfremdet und endgültig trennt. Ich kenne keinen Fall bei dem es funktioniert hat.
Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, daß ich damals ausgezogen bin damit meine Exfrau die Zeit hatte "zu sich selbst zu finden". Fazit war das sie die Zeit genutzt hat um ihre neu gewonne "Freiheit" in vollen Zügen (ich denke du verstehst was ich meine) auszuleben.

Meine Schwiegereltern habe ich schon versucht über den MB aufzuklären, aber irgendwie haben Sie kein Interesse. Als ich 10 Wochen im Krankenhaus war, kam nie ein Besuch oder Anruf. Auch bei kürzeren Aufenthalten nicht.
Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern da sich jemand mit ca. 60 Jahren, der sein Leben lang narzistisch für seinen Weinberg da war, nicht ändern wird. Es liegt an euch da eine Lösung zu finden. Auf eine Mithilfe der Schwiegerleute würde ich da nicht hoffen.
Ein Sprichwort sagt: Reiche Leute sind arme Menschen mit viel Geld.
Beispiel: Ich mußte mir mal von meinem Vater (sehr erfolgreicher Selbstständiger) anhören was ich den schon in meinem Leben (mit 22 Jahren) erreicht hätte. Meine Antwort war das ich etwas erreicht habe was er nie erreichen wird. Ich habe eine glückliche Familie.
Dein Schwiegervater wird ebenso wie mein Vater nicht einsehen das es mehr im Leben gibt wie "seine" Firma.
Ich hab es eben satt ständig über Beziehungsprobleme mit meinem Mann zu diskutieren... . Aber ich möcht mich auch nicht rum kriegen lassen. Ich weiß nicht ob es nochmal so wird.
Die Hoffnung sollte zuletze sterben. Ihr könnt es nur schaffen in dem ihr euch zusammenrauft und darüber sprecht. Sicherlich zermürbt das. Wenn es dir oder ihm zuviel wird dann gebt euch ein paar Tage Auszeit mit der Diskussion. Zeit zum Nachdenken hat noch nie geschadet. Mann sollte nur sein Ziel nicht aus den Augen verlieren.
Im übrigen ist es nicht von Dauer "wenn du dich rumkrigen läßt". Man muß schon selbst von dem überzeugt sein was man tut oder eben nicht tut.
...wenn ich den Streß mit der Familie nicht hätte, ich dann gar nicht so krank wäre.
Sicherlich ist das richtig den MB ist ganz bestimmt psychosomatisch.
Mit einer Scheidung kommst du aber vom Regen in die Traufe. Das "Problem Mann" ist dadurch schnell gelöst. Es zieht aber andere Probleme nach sich die auch ihre Zeit brauchen um sie zu lösen.
Mein Meister hat immer zu mir gesagt: Mensch Strickmann, denke nach wenn du etwas machst. In der Zeit in der du etwas falsch machst kannst du es auch richtig machen.
Ich denke in diesem Fall trifft das auch zu. Du kannst die Zeit so oder so nutzen.

Danke erst mal. Werd jetzt vielleicht erst mal mit meinem Mann reden und klar Schiff machen. (zumindest versuchen)
Meine Bitte: Versuche es. Sicherlich möchtest du dir von deinem Sohn später nicht vorwerfen lassen das du nicht alles probiert hast. (NEIN, ich will dir kein schlechtes Gewissen machen. Ich habe selbst zwei Kinder und weiß wovon ich spreche.)

Ich hoffe ich bin dir nicht zu offen.
Schöne Worte sind meist nicht wahr und wahre Worte sind meist nicht schön.

weindi01
28.02.2005, 07:49
Hallo,

erst mal zu dir Extremiac, man kann zu diesem Thema nicht offen genug sein und finde es super toll etwas über Andere und Ihre Probleme zu hören. Und finde auch so einige Parallelen in allen Beiträgen.

Habe gestern eine Gespräch mit meinem Mann gehabt und er meint eben, das ich mich endlich mal festlegen sollte, was unsere Beziehung angeht. Ich würde unsere Beziehung weg werfen, weil ich der Meinung bin, das es besser wäre! So ist es nun mal, nur er sieht das anders.

Ich habe mir seither immer ein Hintertürchen offen gelassen (seit wir zusammen sind), damit ich jederzeit meine Koffer packen kann und gehn. Es kommt villeicht daher, das ich von zuhause her immer eingesperrt war und ich mit 18 sofort die Koffer gepackt habe und gegangen bin. Das stärkt mich eben, das ich das damals so durchgezogen hab und es vor allem "alleine" geschafft habe! Ich kann eben nicht von meiner Selbständigkeit/Unabhängigkeit los lassen. Und möchte dies auch nicht, denn in diesem Moment werde ich verletzbar und das möchte ich nicht. Gefühle heißen eben immer auch, das man Verletzbar ist. Dies zu ändern hieß, das ich über meinen eigenen Schatten sprigen müßte.

Mein Mann meint eben auch, das wenn ich geh, es neue Probleme gibt. Was Ihr ja auch schon gemeint habt. Ich bin eben der Meinung, das diese Probleme villeicht eher zu lösen sind als die Jetzigen.

Wir leben nicht bei den Schwiegereltern, wir haben uns eben in der Nachbarschaft ein Haus gekauft, das mir zudem überhaupt nicht gefällt, es steht eben nur in der Nähe des Betriebes.

Es wird schon stimmen war Ihr so meint, das es einfacher ist Weg zu laufen als sich den Problemen zu stellen. Es ist eben nur so, das ich keine weiteren 13 Jahre dafür verwenden möchte, dies in die richtige Bahn zu bekommen.

Am Donnerstag habn wir wieder Paarberatung, mal sehn ob Sie uns einen Tip geben kann, wie wir vor gehen sollen.

Und Danke nochmals für die Mails

LG

Alexandra

Ulmka
28.02.2005, 09:06
Hallo Alexandra,

ich möchte dir nicht zu nahe treten - aber wenn du jederzeit ein Hintertürchen offen hast, ist das meiner Meinung nach eine schlechte Grundlage für eine Beziehung....

Wenn man eine Ehe eingeht und auch noch ein Kind bekommt, dann ist man nicht mehr völlig selbständig und unabhängig - man verspricht sich ja gerade bei der Eheschließung, dass man 'in Guten wie in Bösen Tagen' zusammenhält und sich gegenseitig hilft, wo man kann! Das bedingt automatisch eine gewisse gegenseitige Abhängigkeit!.... und von dem Kind ist man schon gar nicht unabhängig, denn das Kind ist zu 100% abhängig von dir (zumindest in der ersten Zeit) und ihr habt gemeinsam 100% Verantwortung für euer Kind...

Die völlige Freiheit, die uns die Medien immer vorgaukeln, gibt es nicht!!!!

Vielleicht solltest du auch mal selber genau überlegen, ob du nicht zuviel von eurer Ehe forderst, indem du zwar Gemeinschaft willst aber gleichzeitig völlige Selbständigkeit und Abhängigkeit... Du musst ja auch nicht völlig unverletzbar sein - vielleicht möchte dein Mann ja gerade, dass du auch mal eine Schwäche zeigst, so dass er dir helfen kann...

Wenn du aber alles in dich reinfrisst und nur Stärke zeigst, ist es sicher schwer für deinen Mann...

In einer Beziehung gehört meiner Meinung nach dazu, dass beide Partner auch mal über ihren eigenen Schatten springen müssen! (Nicht immer nur der eine, das wäre ungerecht und auch nicht gar keiner, dann prallen die Fronten schnell aufeinander...)

Übrigens, ein Haus, das einem nicht gefällt, kann man durchaus umbauen.... (ich spreche da aus Erfahrung, wir bauen ständig um, sobald etwas Geld dafür da ist....)

Nachdenkliche Grüße :knuddel:

Lydia

KasBaer
28.02.2005, 09:17
hi alexandra,


schließe mich lydia an. bin bei dem satz, wo du das hintertürchen erwähntest hängen geblieben, und habe mir gedacht:

wenn man sich doch noch eine hintertür offen hält, dann läßt man sich ja nicht in eine partnerschaft fallen. und das scheint mir doch sehr wichtig zu sein; sich dem partner hinzugeben ohne sich irgendwo festzuhalten, zurückzuhalten.

aber vielleicht tu ich dir auch unrecht, und ich habe den sinn der ausage missverstanden.

liebe grüße

stefan

Katrin
28.02.2005, 10:05
Ach Mädel,

machst Du Dir es nicht selbst etwas schwer? So weit ich sehe, hat Dein Mann wirklich viel Interesse daran, Eure Ehe aufrecht zu erhalten. Wenn er schon mit zur Paartherapie kommt, gemeinsame Urlaube anstrebt, und sich auf lange Diskussionen einläßt, so ist das doch ein sehr gutes Zeichen. Sicher übersehen Männer manchmal wirkliche Probleme, aber ich denke, mit viel gutem Willen ist in Eurer Ehe viel zu retten.

Denk doch bitte mal über Deine eigene Haltung nach. Wie verhälst Du Dich denn Deinem Mann und vor allem auch Deinen Schwiegereltern gegenüber? Ist es für Dich nicht manchmal sehr einfach, Dich hinter der Krankheit zu verstecken? Schiebst Du nicht ein bißchen viel auf den MB? Ich weiß, das ist provokant, aber wo stehst Du eigentlich in dieser ganzen Geschichte? Du siehst Dich als das Opfer, aber es gehören immer mehrere Personen dazu, um eine Geschichte so sehr auf den Misthaufen zu fahren, das es einem nur noch stinkt. Wann hast Du Deinem Mann das letzte Mal eine Bestätigung gegeben, ihm einfach nur gesagt, das Du ihn liebst, ihm irgend etwas Schönes bereitet? Glaubst Du, Dein Mann kommt gern nach Hause, wenn es da nur um Krankheit bzw. Beziehungsprobleme bzw. ein nicht gefallendes Haus geht? Sieh doch mal die schöne Seite. Ihr habt ein gesundes Kind, ihr habt ein Haus, ihr habt Euren Lebensunterhalt. Dein Mann liebt Dich, und würde um Dich kämpfen. Das Haus kann man ändern, eingefahrene Beziehungsmuster auch.

Versteh doch mal, das es schwer ist für ihn, mit der Krankheit seiner geliebten Frau umzugehen. Er ist hilflos, und wenn er sich in Vereinsarbeit flüchtet, so ist das oftmals einfach auch für ihn eine Auszeit. Da ist er unter Menschen, die nichts mit seinen täglichen Problemen verbindet, da kann er wieder mal durchatmen. Und das muß er, zweifelsohne. Ein landwirtschaftlicher Betrieb hat auch andere Gesetze, das mußt Du wiederum akzeptieren. Wäre Dein Mann glücklicher, wenn er einen nine-to-five-job hätte?

Ich denke, in allererster Linie mußt Du Dich hinterfragen. Nimm Dir wenn nötig eine Auszeit, aber denk gründlich nach, was DU besser machen kannst. Wenn Dir das klar ist, dann richte über die Anderen. Abhauen ist keine Lösung sondern nur eine Flucht in neue Probleme. Vielleicht solltest Du Dich den Herausforderungen stellen und wächst daran mehr, als Du Dir vorstellen kannst. Hast Du schon einmal über eine psychologische Beratung für Dich nachgedacht? Vielleicht lernst Du dann, mit dem MB und allen daraus resultierenden Problemen besser umgehen zu können und findest dann die wirkliche Stärke.

Ich wünsche Dir alles Gute, wirklich. Ich weiß wovon ich rede, und würde mir wünschen, daß Du aus der Situation was Besseres machst, als ich vor 5 Jahren.

Liebe Grüße

Katrin

weindi01
28.02.2005, 10:21
Hallo Lydia und Stefan und alle Anderen,

danke für Eure Direktheit!! Das tifft so zu wie Ihr es vermutet. Ich würde mich sehr gerne in unserer Beziehung fallen lassen, aber das ist gar nicht einfach, wenn man nur an das, was man selbst für richtig hält, glaubt.

Ich habe eben Angst verletzlich, schwach und abhängig zu werden und deshalb auch Gefühle zu zeigen. Es wurde eben von Haus aus immer von mir erwartet immer stark zu sein. Villeicht sollte ich das wirklich lernen (zumindest versuchen) Schwäche/Gefühle zu zeigen.

Unserem Sohn gegenüber versuch ich Gefühle zu zeigen, nur das kostet mich so viel Kraft, das ich es bei meinem Mann nicht mehr schaffe (zumindest glaub ich das)

Danke, :danke: Ihr habt mir alle ein Stück weit die Augen geöffnet und mir nicht immer recht gegeben. Das von Anderen gesagt (geschrieben) zu bekommen bringt mir selbst sehr viel!

Vorallem habt Ihr mich schneller verstanden als meine eigene Mutter, die immer meint mich zu kennen.

Danke dafür :heul:

LG

Alexandra

andrea2
28.02.2005, 10:30
Hallo Alexandra!

Wenn du solche Probleme mit dir hast, dann ist es bestimmt gut wenn du erstmal für dich psychologische Hilfe in Anspruch nimmst.
Es ist schwierig in einer Beziehung zu leben, wenn man nicht in der Lage ist Gefühle und Nähe zuzulassen.
Und wenn du dich extra anstrengen musst, um deinem Sohn gegenüber Gefühle zu zeigen, ist das für dein Kind auch nicht gut. Obwohl es natürlich lobenswert ist, das du dir Mühe gibts!!
Doch es hört sich so an, als ob es doch ein paar Probleme gibt, an denen du einfach arbeiten musst um dein Leben auf den richtigen Weg zu bringen!

Alles Gute
andrea2

weindi01
28.02.2005, 10:31
Hallo Katrin,

In Therapie bin ich schon seit 4 Jahren, und diese neigt sich dem Ende. Auch mein Mann war ein paar mal dabei.

Fazit: Ich sollte mehr Emotionen zeigen und mein Mann sollte das Thema Hof mit seinen Eltern klären. D.h. der Therapeut hat auch immer auf meinem Mann rum geritten und mich dadurch eher bestätigt. Ich frag mich daher echt, was die Therapie gebracht haben soll?
In der Paarberatung ist das anders, aber wem soll ich da noch glauben was richtig wäre. Nach Deinen (bzw. Euren) aussagen, wäre zuerst eine Paartherapie, dann eine Therapie für mich (wo genau festgelegt wird um was es da gehen soll) sinnvoller gewesen. Anstatt dessen wurde in meiner Kindheit herumgestochert.

Danke noch mals für Dein Direktes! Ich würde gern erfahren (wenn du möchtest) was du vor 5 Jahren gemacht hast und wie es dir jetzt damit geht.

LG

Alexandra

andrea2
28.02.2005, 10:37
Hallo nochmal!

4 Jahre Therapie sind ja eine lange Zeit!
Es gibt ja verschieden Therapieformen, z.B. lösungorientierte Kurzzeittherapie.
Vielleicht gibt es da andere Möglichkeiten, die dir in deiner Situation besser helfen!
Wenn du magst, kannst du mir gerne eine PN schicken, dann könnte ich dir mehr darüber erzählen!

andrea2

Katrin
28.02.2005, 13:27
Hallo Alexandra,

unser Problem hieß damals unerfüllter Kinderwunsch mit allen Konsequenzen (künstliche Befruchtung etc.). Da ich eine sehr eigensüchtige Schwiegermutter hatte, die ihren Sohn unbedingt für sich wollte, und ständig in unser Leben eingegriffen hat, war das alles nicht so einfach. Zumal mein Ex-Mann auch nicht wollte, das wir seine Mutter damit "belasten". Dabei war es seine Mutter, die ihm nie gesagt hatte, das er aufgrund einer OP als Kind nie auf normalem Wege Kinder zeugen könnte. Hormonbehandlungen sind extrem anstrengend, und haben auch psychische Auswirkungen.

Mein Mann saß ständig zwischen den Stühlen. Er wollte seine Mutter nicht verärgern, mich allerdings auch nicht verlieren. Zwei Jahre ging das hin und her - er flüchtete sich immer mehr in den Alkohol, bis er dann irgendwann zu einem Befruchtungstermin nicht mehr mitkam. Das war hart, zumal ich mich zwei Wochen lang gespritzt hatte und auch nervlich am Ende war.

Ich habe das Rückzugsverhalten meines Mannes damals nicht verstanden, und alle Probleme auf ihn und die Schwiegermutter projiziert. Damit ging jede Liebe flöten. Ich bin dann einfach gegangen - im Nachhinein betrachtet der Weg des geringsten Widerstandes. Heute, mit Abstand sehe ich das alles anders. Heute kann ich sowohl seine Verhaltensweisen deuten, als auch mein Fehlverhalten klarer sehen. Wären wir beide etwas aufeinander zugegangen (Bemühungen von seiner Seite gab es reichlich), hätten wir garantiert noch eine Chance gehabt. Im Endeffekt verlief die Trennung sehr friedlich, und er hat auch endlich begriffen, welche Prioritäten er im Privatleben setzen muß. Aber eigentlich ist diese Entwicklung traurig. Heute bin ich kompromißbereiter, aber um welchen Preis.

Schreib Dir doch mal auf, was Du an Deinem Mann liebst, und führ Dir täglich seine positiven Eigenschaften vor Augen. Die schlechten laß einfach mal weg. Ist er nicht irgendwie doch ein toller Kerl, um den es sich zu kämpfen lohnt? Warum hast Du Dich vor 13 Jahren in ihn verliebt? Schwäche zu zeigen ist oft ein Zeichen von großer innerlicher Stärke. Probier es aus, und wenn er Dich auffängt, weißt Du doch sicher, wo Du hingehörst, oder?

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft

Katrin

Extremiac
28.02.2005, 17:18
Heißes Thema, viele Schicksale, bombig emotionale Stimmung....

Ich glaube ich muß mich hier mal ausklinken. Es kommen wohl doch zuviele Sachen in mir hoch. Mir fehlen nicht oft die Worte aber im Moment ist das wohl so. Hat alles so etwas von einen Dejavue.

@Katrin : Hut ab vor soviel Einblick in deine schwärzesten Stunden.....

Und ich dachte immer ich wäre nachhaltig geschädigt ..... könne noch tausend Sachen schreiben.... Hummeln im Kopf.

@weindi01: mach was draus. Lerne aus den Fehlern (meine inbegriffen) anderer.

Over and out.

Uli Dörwald
28.02.2005, 19:00
Hallo ihr Lieben,
ich komme wohl ein bisschen spät, aber bin beeindruckt, auch vom Verlauf. Ich war nicht immer begeistert vom Forum.
Habt ihr in der Paartherapie den MB mal thematisiert, wie eine Person? Bei chronisch Kranken wird die Krankheit auch instrumentalisiert, ich meine: Könnte es sein, dass du hinter deiner Stärke ein sooo schwaches Ich hast, das du eigentlich niemandem glaubst, dass er dich lieben könnte, dass nur ein Idiot dich lieben könnte, der dafür bestraft gehört, mit Liebesentzug? Aber einen Kranken darf man nicht verlassen also verstärkt sich die Krankheit als Instrument um den Anderen zu binden. Eine Krankheit ist eine sichere Sache, nicht so schwammig wie Gefühle.Für die Diagnose MB kann es bis zu 7 Jahre dauern, wie lange und wer diagnostiziert 'Liebe'?
Gleichzeitig aber der totale Widerspruch: Ich verlass dich, es tut nicht so weh, wenn ich zuerst geh. Zweiter Widerspruch: Wieso verliebst du dich ausgerechnet in einen Mann, (eine Familie?), in der man nicht krank wird, wo Krankheit eine Schwäche ist, wo man erst krank wird, wenn man darüber redet? Nenn' es doublebinded oder borderlinig (Ich hasse dich, verlass mich nicht), aber wenn dem so sein sollte, dann hast du/ihr schon unheimlich viel erreicht und der Sprung über den Schatten ist vielleicht nur ein kleiner Hoppser? Für mich es der Hochleistungssport schlechthin: Über-den-eigenen-Schatten-springen.
Neulich las ich ein Dustin Hoffman-Interview im Spiegel, da sagte er: Als junger Mann will man einen Partner wie ein Schmuckstück, will um ihn beneidet werden. Später merkt man, dass es viel wichtiger ist, einen Menschen mit Seele zu haben, der einen liebt.
Vielleicht wird es ihm ja in diesem Leben noch vergönnt sein zu erkennen, dass es darauf ankommt jemanden lieben zu KÖNNEN.
Alles andere ergibt sich von selbst.
Viel Glück wünsche ich dir und die Kraft die Krankheit zurückzunehmen, dass sie nur dir (Und dem Forum, ;-)) gehört, und du deiner Familie, egal welcher, denn sollten die Probleme so gelagert sein, dann würden sie in jeder neuen Beziehung auch neu auftreten, früher oder später, und je länger du alleine mit eurem Sohn wärest, desto schwerer würde die Last für ihn, denn es bestünde die Gefahr, dass du ihn zum Ersatzpartner machst, dann ist für ihn Schluss mit Kindsein, evtl. würde ihn das überfordern.
Gruß Uli

Gast
28.02.2005, 19:21
Hallo Alexandra,

Hintertüren, ein Bein in der Tür, sind keine Alternativen. Dann stehst du auch zwischen zwei Stühlen. Und Gehen: Ist für immer - Türe zu. Ihr habt euch doch mal versprochen: ...in guten wie in schlechten Zeiten. Gibt es eine Möglichkeit, von den Schwiegereltern wegzuziehen? Viele Eheprobleme lösten sich allein dadurch in Luft auf. Finde zu dir. Das ist wie Bergsteigen. Irgendwann hast du es geschafft, du bist oben, hast gekämpft, dich in Felsleisten gekrallt, die Füße verdreht in winzige Spalten geklemmt - aber das Ziel ist erreicht. Gib nicht vorschnell auf. Du mußt dir sicher sein, daß du die Trennung willst, mit all den Problemen, die folgen werden, auch allein fertig werden wollen. Ich sehe das große Problem in deinen Schwiegereltern. Sie wollten eine Vollzeitkraft und erhielten eine Vollzeitschwiegertochter, die den lieben Jungen in Beschlag nimmt.

Ich wünsche dir viel Kraft für deine Entscheidung, welche du auch immer triffst.

Sei lieb gegrüßt von K.

Uli Dörwald
28.02.2005, 21:16
Dann stehst du auch zwischen zwei Stühlen.
Genau, Betonung liegt auf 'Stehen'. Zwischen den Stühlen, da kann man nicht sitzen: Da muss man stehen! Und das ist auch gut so.
Und falls du eine Zukunft in der Familie, im Betrieb und mit den Schwiegereltern siehst: Setz den MB indirekt für dich ein: Such dir vornehmlich die Arbeiten, bei denen du Bewegung bekommst, so hart wie dein MB-Zustand es irgendwie zulässt. Die Schonung ist gut für den MB und schlecht für dich. Lieber die Trauben ernten, als sie am PC verwalten. Macht eine eigene Produktionslinie von MB-Gummistiefel-Gestampften Rotweinen auf. Die Kundschaft hier ist euch sicher und der admin ist bestechlich ;-))
Habt ihr den Film gerade mit Heino Ferch gesehen? Der trug Einiges zum Thema bei.
Mein leeres Glas ruft.
Tschüss
Uli

weindi01
01.03.2005, 06:38
Hallo Zusammen:D ,

hätt ja nicht gedacht, das so viele auf das Thema eingehen. Bin aber sehr froh darüber. Vorallem zu wissen, das es Anderen ähnlich oder genauso geht.

Uli du hast es schon sehr direkt ausgesprochen, das der MB mittlerweile einen gewissen Stellenwert hat, in der Paartherapie wird er jedoch nicht direkt angesprochen, da auf andere Dinge geschaut wird.

Ich kann meinen Mann eben nicht verstehn, das er mich trotz Krankheit noch lieben könnte, versuch mich eben zu verkriechen, und hoffe ganz still, das er irgendwann die schnautze voll hat und mich gehen läßt. Ich bin eben der Meinung, das er eine gesunde Frau braucht, jetzt könnte er sich noch eine Neue suchen, in ein paar Jahren wird das schlechter für Ihn. Was ich dabei fühle, verdränge ich, da ich der Meinung bin, das es da eher um Vernunft als um Gefühle geht (wobei ich das ja jetzt ändern möchte). Ich warte eben auch auf die Zustimmung meines Mannes, das wir uns trennen, damit es Ihm nicht mehr so weh tut. Nach den Gesprächen mit Ihm in den letzten Tagen, wird das wohl eher nicht der Fall sein (das er mich gehen läßt).

Einen neuen Partner würde ich mir dann nicht mehr suchen, warum auch? Ich möchte gewiss niemandem zur Last fallen. Das wäre ja mit einer der Gründe mich zu trennen.

Hab auch schon öffter versucht mit meinem Mann in den Weinbergen zu arbeiten, Fazit war immer ein Schub, und wenn die Weinberge noch so eben waren.

Jetzt mit Remicade bin ich froh, wenn ich es schaffe mich um den Haushalt und unseren Sohn zu kümmern. Bin eben fast schmerzfrei, dafür aber sehr müde.

Was die Arbeiten am PC angeht, das kann ich eben am Besten, da quatscht mir keiner rein und ich muß mich schon nicht mit meinen Schwiegereltern rum ärgern. Ein Beispiel, als wir in das Haus gezogen sind, haben wir ein gemeinsames Mittagessen eingerichtet (und wer hat meistens gekocht-ICH-und das bei meinen Schwiegereltern im Haus, da mein Schwiegervater ja nirgends anders ißt) am Tisch gab es dann ständig diskusionen über den Arbeitsablauf im Betrieb und später dann übers Essen. Ich hab nie was gesagt und was war die Folge? Nach jedem Mittagessen hatte ich Durchfall und es wurde immer schlimmer. Mir ist dann irgendwann der Kragen geplatzt, seither essen wir wieder alleine und der Durchfall ist weg.

Ich sollte eher lernen, mich durchzusetzen und nicht alles in mich hinein fressen. Ein Gewitter reinigt die Luft, sagt man doch. Obwohl ich streit überhaupt nicht leiden kann, aber es geht wohl ohne Diskusionen nicht:) .

Froh bin ich vorallem darüber, das es Parallelen in Euren Antworten gibt.

LG

Alexandra

Arnilein
01.03.2005, 07:11
Hallo Alexandra

Ich glaube, ich muß mich doch noch mal zu Wort melden. Dieses Gefühl, sich nur noch verkriechen zu wollen und ja niemandem zur Last zu fallen kenne ich auch. Das hatte ich gerade zu Beginn meines MB und da besonders im Schub. Ich konnte nicht verstehen, was meine Frau mit einem Krüppel wie mir wollte. Aber sie hat mir immer wieder klar gemacht, das sie mich auch mit meinem MB liebt. Es hat zwar einige Zeit und viele Gespräche gedauert bis ich es kapiert hatte, aber ich hab es kapiert.
Wenn ich lese was du so schreibst, werde ich das Gefühl nicht los, das du da in eine Depression schlidderst, aus der es ohne fremde Hilfe kein rauskommen gibt. Tu dir und deinem Sohnemann den Gefallen und such dir Hilfe. Erst mal bei deinem Doc und dann vielleicht bei einer Gesprächstherapie. Wie du ja auch schon gemerkt hast sind psychische Probleme (Streß, Streit, Ärger) bei unserer Krankheit alles andere als förderlich.
Das du dich aufzugeben scheinst und dich schon als hilfloses Wrack siehst, tut mir leid. Denk drann Bechtis sind Kämpfer. Gibt es denn in deinem Leben nichts mehr, wofür es sich zu kämpfen lohnt???
Streit gehe ich auch am liebsten aus dem Weg und meine Frau hat früher auch lange gebraucht, um mich aus der Reserve zu locken. Heute braucht sie dafür nicht mehr so lange und wir streiten uns öfter, aber mir geht es im allgemeinen besser, meine Schübe sind nicht mehr so heftig.
Ich weiß nicht, ob dir diese Worte helfen, aber ich mußte sie mal loswerden.
Bis bald,
Arne

Sonnenschein
01.03.2005, 08:09
Liebe Alexandra,:trost: :knuddel:


leider habe ich es die Tage nicht hinbekommen zu schreiben ,und eben versehentlich alles,- was ich in meinem Frust geschrieben habe ,-weggeklickt.:eek: War, aber wahrscheinlich auch besser so!!;o

Und ich glaube es geht auch kürzer!


Lasse Dich von Deinen Schwiegereltern scheiden, ziehe klare Linien zwischen Euch Dreien ( Denn d i e Familie seit erst mal Ihr) und Ihnen!!



Du bist etwas BESONDERES, Du bist die FRAU ihres Sohnes und die MUTTER seines Kindes, und dann lange nichts,- und Ihr DREI seit eine Familie, und dann kommt erst mal nichts und dann andere,- wenn Du, das auch in Dir trägst wirst, auch Du wieder ein glücklicher Mensch werden können und MIT " DEINEN BEIDEN " sein!!
Auch Dein Mann muß das so sehen, da nützt die Liebe zu dir alleine nichts, er muß es seinen Eltern klar machen, wer in erster Linie zu ihm gehört, nämlich Du und Euer Kind. Der Weinberg ist Lebensunterhalt, sehr wichtig aber nicht mehr!!

MB ist nebensächlich, denn da war doch mal was,- so in Richtung in guten wie in schlechten Zeiten, auch wenn es für manch einen etwas kitschig klingen mag!!

Du bist sicher ein ganz toller Mensch, auch mit MB und ich wünsche Dir, das auch bei Dir und DEINEN BEIDEN wieder ein wenig mehr Glück einzieht!!:engel:



Liebe Grüße

Sonnenschein

Uli Dörwald
01.03.2005, 09:20
Hallo Alexandra,

bei mir war die Bewegung im Schub immer das beste, obwohl Überlastung und Fehlbelastung durchaus Schubauslösend sein konnte. Als selbständiger Handwerker auf dem Bau war es da nicht immer leicht die Balance zu finden, aber seit über 15 Jahren bin ich nunmehr im Büro und ohne Sport wäre ich da verrückt geworden. Letztlich verdanke ich dem Sport und der Bewegung und der fischreichen Ernährung, das ich mit 52 unversteift und pillenfrei mit dem MB klarkomme. Deshalb wollte ich dir/euch einen Weg aufzeigen den MB in eurer Beziehung und Beruf einen positiven Platz zu verschaffen. Denn er muss nicht schlimmer werden, du musst nicht versteifen, schon gar nicht, wenn du dich täglich richtig und gezielt bewegst. Ich verdanke dem MB meine Sportlichkeit, meine Selbstdisziplin, ja die Lösung ist schon fast zum neuen Problem geworden, weil ich dauernd am Wochenende auf irgendwelchen Wettkämpfen bin. Allerdings habe ich damit angefangen, als die Kinder aus dem Gröbsten waren.
Wenn der MB positiv in euer Leben eingebaut werden kann, dann lösen sich einige Probleme von selbst. Wenn dein Mann dir glaubwürdig klar macht, dass er dich auch mit MB für liebenswert hält und deinen Schwiegereltern die Schwere deiner Erkrankung klar wird, obwohl man es dir vielleicht nicht ansieht, dann wäre viel erreicht.
Auch die Zeit, die dein Mann für sich braucht, kannst du mit KG verbringen. Für meine Übungen habe ich ein strenges Zeit/Raumfenster wie jemand, der meditiert. Alles ist an seinem Ort und jeder weiss, dass er mich täglich von 7 -8 in Ruhe zu lassen hat, damit alle einen gesunden Vater/Mann haben. So hat jeder seinen Vorteil und der MB (Und die Pharmaindustrie) hat das Nachsehen.
Mein Problem ist eher, dass mir keiner mehr glaubt, dass ich MB habe. Als junger Mensch heimste ich jede Menge Mitleid ein, weil alle mir Buckel und Versteifung prognostizierten. Jetzt rede ich nur noch beim Arzt im Forum und wenn ich über das Thema gefragt werde darüber. Ich meine damit: Wenn du dem MB einen festen Platz in deinem Leben einräumst, dann kannst du ihn aus dem Rest des Alltags weitgehend raushalten, ohne das jemand irgenwas merkt. Wer weiss ob du dann nicht sogar noch klammheimliche Bewunderung schwiegerelternseits erntest, obwohl es egal ist.
Gruß Uli

Gast
01.03.2005, 18:13
Hallo Alexandra,

habe ich das eben richtig mitbekommen: du verdienst es nicht geliebt zu werden? Nur weil du M.B. hast. Glaubst du denn ernsthaft, außer M.B.-kranken Frauen gibt es nur Gesunde??????? Dein Mann liebt dich !!!!! Glaub es ihm. Und dein M.B. bleibt nicht stehen. Ich liebe meine Arbeit, habe dabei viel Bewegung. Und ohne meine Arbeit, ohne meine Familie hätte ich irgendwann in meinem schlimmsten Aua den Weg des geringsten Widerstandes gewählt. Das Leben ist so kurz. Tod bist du viel länger. Mit meinen Depris kann ich in der Zwischenzeit besser umgehen. Kann über mich selbst lachen. Hinterfrage noch mal dein: Ich darf nicht geliebt werden, ich bin krank.
Richtig wäre: Ich will geliebt werden. Ich bin lebenslustig, humorvoll, etwas rundlich (oder auch nicht), kann gut kochen, bin sportlich und kann Männer verwöhnen. Männer wollen verwöhnt werden. Dafür werden dann wir Frauen verwöhnt.

Solltet ihr beide die Trennung wollen, ist es eine Entscheidung für immer.

Sei lieb gegrüßt von K.

weindi01
02.03.2005, 07:39
Hallo Zusammen,

möchte Euch mal auf den aktuellen Stand der Dinge bringen.

Ich möchte versuchen etwas lockerer zu werden, denn ich bin schon ziemlich verbohrt in allem. Hab mich entschieden meinen Mann Eure Meinungen zukommen zu lassen und darüber zu sprechen. Denn es sind einige gute Anregungspunkte dabei, über die ich mit meinem Mann sprechen wollte.

Zudem erfährt er durch meine Schilderungen hier im Forum mehr über mich und meinen Standpunkt.

Warum sich was geändert hat?

1. Durch Eure Beiträge, die vor allem mich zum Nachdenken angeregt haben (angesprochen)
2. Ich mir am Wochenende etwas Abstand gegönnt habe
3. Weil mein Mann und ich beim zu Bett gehn gewisse Rituale haben, wie Küsschen geben, händchen halten etc. und das am Sonntag zum ersten Mal weg viel. Und ich fand das auch gut so. Denn da hab ich gemerkt, das mir was fehlt (und deshalb total schlecht geschlafen)

Wir fahrn jetzt erst mal über Ostern in Urlaub um auch etwas Abstand zu den Schwiegereltern zu gewinnen, die jetzt schon deshalb Streß machen. Aber egal, wenn wir auf die hören würde, könnten wir nie in Urlaub.

Morgen (am Donnerstag) haben wir wieder Paarberatung, und da werden wir uns ein paar Tips bez. Umsetzung holen.

LG und Dankeschön nochmals

Alexandra

Sonnenschein
02.03.2005, 07:59
Liebe Alexandra:knuddel:


gut so!:hoch:


Und ich bin felsenfest davon überzeugt, daß der Weinberg auch nach Eurem Urlaub noch steht und Deine Schwiegereltern Euren Urlaub auch überleben werden!!


Viel Glück und einen wunderschönen URLAUB, ich wünsche Euch von Herzen, daß ihr wieder zusammfindet!!:engel:



Liebe Grüße

Sonnenschein

Katrin
02.03.2005, 09:47
Schön das Dir etwas gefehlt hat, als Du keinen Gutenachtkuss bekommen hast. Das ist doch ein Zeichen der Hoffnung. Ich habe jetzt wirklich vor Rührung eine Träne im Auge.

Bewahre Dir das Gefühl, und frag Dich mal, ob Du auch von Deinem Mann verlassen werden wolltest, wenn die Situation genau umgekehrt wäre - er krank und Du gesund. Du bist nicht schlecht, weil Du krank bist.

Toi, toi, toi - pack es an, ich drück Dir alle meine Daumen und die großen Zehen noch dazu. Und vergiß nicht, Dir Deinen Gutenachtkuß heute abzuholen - mit Inbrunst und ganz viel Schmackes.

Viele Grüße

Katrin

Alois
02.03.2005, 11:26
Hallo Alexandra,

wenn ich aus eigene Erfahrung schreiben kann, würde ich sagen dass:
An der Moment wo man von Trennung anfängt zu denken/sprechen ist schon dass eine innerlcihe Trennung statt gefunden hat. Alle Versuche diese Beziehung/Ehe zu retten sind auf lange Sicht gescheitert. Die Liebe entwickelt sich mit der Zeit und nimmt nicht immer den Weg dass man sich vorgestellt hat (leider). Ein neue Versuch ist so wie ein Sprung auf ein ältere Stand aber die Entwicklung startet wieder und nimmt den gleichen Weg.

Es sei den ein entscheidende Änderung vorgenommen wird. In dein Fall wenn dein Mann sich gegen seine Eltern behauptet. Aber will er es überhaupt? würde er es nicht für dich tun und irgendwann es wieder bereuen? Wenn so ist dann wird es später nur schlimmer.

Ich denke dass in deine Situation, was dich noch zurück hält ist die Angst vor das Ungewissen, die Frage ob du alleine zu Recht kommen wirst, ob dein Kind nicht darunter leiden wird.... Dann hilft nur eins: denke an dich
Mit deine Krankheit, könnte es sein dass es irgendwann nur im Rollstuhl geht, willst du dann an diese Tag denken dass du so viel verpasst hast?

Es soll keine Rat von mir sein, ich möchte auch dich nicht in deine Entscheidung beeinflüssen aber so ist es mir gegangen und habe irgendwann gesagt Nein ich habe nur ein Leben

mach's gut
Alois

weindi01
02.03.2005, 12:21
Hallo Alois,

danke für deinen Rat. Was glaubst du, hab ich mir schon alles durch den Kopf gehen lassen. Alleine würde ich klar kommen, ganz sicher!

Mein Mann ändert nicht nur meinetwegen etwas, er ändert etwas für sich, denn er wurde jahrelang von seinem Vater unterdrückt und die Zeiten sind eben vorbei. Das ist auch für Ihn gut so, wenn er seine eigenen Interessen durchsetzen kann (auch mir gegenüber).

Ich bin ein Fluchtmensch, kann nie lange irgendwo sein, fühle mich deshalb oft nicht zu Hause. Aber werde ich in der Trennung eine Heimat finden?? Und wenn ich je im Rollstuhl lande, dann möchte ich auch von jemandem geschoben werden (wenn du verstehst). Es kommt eben meist nichts besseres nach und an einer anderen Partnerschaft wäre ich nicht interessiert.

Mich künftig direkt zu äußern wird meine Aufgabe sein und auf meinen Freiraum werde ich, soweit möglich, bestehen. Denn das ist etwas, das ich wohl nicht ganz abstellen kann. Ich meine nicht in Form von etwas weg laufen, sondern das ich mir mal nen schönen Tag "alleine" gönne. Zu seinen Macken stehn und die des Partners akzeptieren, wird wohl eine schwierige aber nicht lösbare Aufgabe sein. Da muß ich auch an mir arbeiten, das ich nicht alles 200%ig machen und das auch nicht von meinen Mitmenschen erwarten kann (was ich binher so praktiziere).

Trotzdem dankeschön für deinen Beitrag.

LG

Alexandra

Soltar
02.03.2005, 16:39
Hallo Weindi

Huh, ich mochte nicht alles lesen hier, zuuu viel.

Was mir einfach "hängen blieb" von Deiner Geschichte ist, dass Du von den Schwiegereltern nie richtig akzeptiert wurdest. Und zu Hause damals muss ja auch einiges im Argen gewesen sein, dass Du da "fliehen" musstest.

Wenn man sich dann nie richtig akzeptiert fühlt, fühlt man sich auch nicht wohl, und "getragen". Und dann kann man sich noch fragen, ob der MB letztlich nicht auch ein "Resultat" von Deinem ganzen "Lebensdrama" ist.

Wünsche einfach mal alles Gute :trost:

Soltar

Gast
02.03.2005, 18:39
Hallo Alexandra,

gute Entscheidung. Gratuliere http://www.cosgan.de/images/smilie/musik/n025.gif

Sei lieb gegrüßt von K.

weindi01
06.03.2005, 10:18
Hallo,

wollte noch zum Abschluß etwas beitragen.

Mein Mann und ich waren am Donnerstag bei der Paarberatung und da gings so richtig ins eingemachte, was auch gut war.

Es wurde über das Thema "Trennung oder nicht" gesprochen und die Therapeutin hat meinen Mann so lange gelöchert, bis er seinen Standpunkt zu einer Trennung geäußert hat.

Fakt ist nun, das mein Mann sehr enttäuscht von unserer Beziehung wäre und sich erst einmal zurückziehen müßte und das dann nicht so einfach laufen würde, wie ich mir das ursprünglich gedacht habe. Er hat eben zum ersten Mal geäußert, das er sehr verletzt wäre (und dazu sein Gesichtsausdruck, war Hammerhart).

Es war dann so, das ich fast angefangen hätte zu heulen :heul: , so getroffen und überrascht hat mich seine Aussage. Hätt ich nie gedacht, das ich Ihn damit so verletzen könnte. Er wollte mir das nie so direkt sagen, aber es war wohl dringend nötig. So hab auch ich gemerkt, das noch Gefühle da sind. Die Therapeutin wollte mir zwar eine Träne entlocken, was sie aber dann doch nicht geschafft hat. Sie hat nur gemeint, das man über Liebe auch weinen kann und sollte (oh man das geht mir immer noch nach).

Hoffe nun, das sich unsere Beziehung festigt und es nicht mehr zu Frage kommen muß "Hilfe, soll ich mich scheiden lassen".

Danke für die Beiträge, Ihr habe mir Alle (jeder auf seine Art) die Augen geöffnet und das war auch nötig.

Die Paartherapeutin hat nur gemeint, das man Sie durch das Forum eigentlich nicht mehr bräuchte :) . Ein Kompliment also an Alle die geschrieben haben!:danke:

LG

Alexandra

Gast
06.03.2005, 11:19
Okey, Alexandra,

wir helfen dir, du hilfst uns. So ist das im Forum. Die Therapeutin schreibt eine Rechnung, du uns einen hilfreichen Beitrag. Und damit ist jedem von uns geholfen http://www.cosgan.de/images/midi/haushalt/k035.gif .

Sei ganz lieb gegrüßt von K. http://www.cosgan.de/images/more/bigs/c010.gif

opelman
20.03.2005, 09:53
hallo erstmal,
ich bin die freundin vom opelman und habe vor ein paar tagen mit ihm zusammen die Diagnose erfahren das er an MB erkrankt ist seit dem hängt der Haussegen schief.
Das er das ganze erstmal verarbeiten muß ist selbstverständlich.
Aber muß der Partner bzw die Familie das nicht auch?????
Ich habe ihm mehrmals versichert das ich mich deswegen nicht von ihm trennen werde obwohl er das sehr gerne möchte das ich mir nen anderen suchen soll aber das will ich nicht
Und jetzt mein problem:
Wie kann ich ihm helfen???
Auf was muß ich achten???
Bitte helft mir denn ich will ihn nicht verlieren





liebe grüße opelfrau

Nobbi
20.03.2005, 10:08
hallo opelfrau ;)

also das verstehe ich jetzt nicht ganz :confused:

wieso will ER das du dich von ihm trennst :confused:

weil er MB hat?
das hieße ja wenn man MB hat kann man sich gleich einen strick nehmen...
dem ist nun wirklich nicht so und man kann auch mit MB ein befriedigendes leben leben, auch wenn es ohne leichter wäre.

er sollte doch froh sein das er jemanden hat der ihn unterstützen will und nicht gleich das handtuch wirft wenn mal etwas nicht ganz so läuft wie man es vielleicht möchte!

alles gute!

VW-nobbi

Sabine
20.03.2005, 10:08
Hallo Opelfrau,


finde ich toll das auch du dir Gedanken darüber machst.
Der DVMB bietet z.B. auch Seminare an "Frisch Diagnostiziert".....ich würde euch empfehlen das ihr da gemeinsam hingeht.
Du solltest für ihm und seinen Problemen damit fertig zu werden immer ein offenes Ohr haben....gemeinsam ist man stark ;) .
Also ich bin mit meinem Mann nun auch mit der Diagnose noch zusammen und das jetzt schon seit fast 27 Jahren.....klar gibt es Höhen und Tiefen.....aber die gibt es auch ohne MB ;)
Lebt beide normal weiter und bezieht den MB einfach nur im Leben mit ein.
Dein Freund wird auch mal einen Freizeittermin nicht einhalten können weil es ihm nicht gut geht, da wäre es wichtig nicht sauer deswegen zu sein. Denn dafür kann er nichts. Wenn es ihm gut geht holt er bestimmt alles nach.

Reden ist das A und O in der Beziehung, damit keine Mißverständnisse aufkommen.

opelman
20.03.2005, 10:33
hallo VW
ja genau deswegen
und so schnell werde ich das handtuch auch nicht werfen
ich werd mich umhören und sehen das ich mich mit leuten unterhalten und austauschen kann deren partner ebenfalls erkrankt sind

danke opelfrau

opelman
20.03.2005, 10:38
hallo sabine
danke für deine lieben worte
denn ich seh das genauso
ich muß leider dazu sagen das ich nicht so ein großer redner bin aber ich werde es schaffen das wir uns offen über dieses thema unterhalten können ohne das er mich ausschließt
ich hoffe das wir das auch schaffen
und wenn wir mal nicht wegkönnen ist das auch kein weltuntergang

Gast
21.03.2005, 19:01
Liebe Opelfrau,

dein Mann ist geschockt, denkt womöglich, bei allem , was jetzt auf ihn zukommt, wird die Ehe so belastet, daß du lieber gleich als später aufgeben sollst. Aber bei so einer Erkankung ist der Partner immer noch der Partner - er soll helfen, wenn Hilfe benötigt wird, unterstützen, trösten und einfach da sein. Mein Männe holt mich immer wieder auf die Erde zurück, falls mich mal meine Depris unter den Keller ziehen. Auch hat mein Männe den Auftrag, zu ignorieren, wenn ich mal alle 5 Min. sage: sch... tut das weh. Das kommt einfach, muß mal gesagt werden und dann ist es wieder gut. Aber ohne Unterstützung meiner Familie würde ich bestimmt die Lust am Kampf gegen die Krankheit verlieren.

Sei lieb gegrüßt und rück deinem Opelman den Kopf zurecht.

Viele liebe Grüße vom ElbeK.

JeRe
21.03.2005, 20:35
Hallo Opelmann und Opelfrau,

wieso solltet ihr euch trennen? Ich denke, dass man bei einer Beziehung nicht nur den Sonnenschein leben und erleben wird. Das ist aber normal. Ich hatte auch mal eine ähnliche Diskussion mit meiner Freundin, ist irgendwann aber eingeschlafen. Als es aber darauf an kam, war ich verdammt froh, das meine "Opelfrau" da war. Und wir haben es beide nicht bereut. Was meine Opelfrau aber nicht gemacht hat, ist mich von vornherein in Watte zu packen und bei jedem weh weh meine Hand zu halten. Findet beide ein gesundes Mittelmaß und lebt euer Leben wie bisher (vielleicht ein bischen mehr Fahrrad statt Opel fahren, o.ä.)

Uli Dörwald
21.03.2005, 20:53
Genau! Ihr solltet in eine gemeinsame Zukunft investieren, allein schon der Namensfindung wegen! Wie will sich den wer nennen? Exopelfrau? Popelman? Toyotamen? Wer bekommt überhaupt den Wagen? Aber im Ernst, musst du denn im Rollstuhl daherkommen, damit er dich wieder liebt? Egal ob ihr nun verheiratet seid oder nicht, in der Formel:' In guten wie in schlechten Zeiten', die bei der Hochzeit so als Floskel dahingemurmelt wird, ..., in dieser Formel steckt komprimiertes Menschheitswissen drin. Ich schlage vor: Steigt auf ein Tandem und wechselt ab&an die Plätze.
LG
Uli

weindi01
24.03.2005, 07:08
Hallo Opelfrau,

villeicht hast du ja die Beträge weiter unten gelesen. Bei meinem Mann und mir war das Thema "Trennung" seit meiner Erkrankung immer Aktuell. Ich wollte nicht, das er nur wegen der Erkrankung bei mir bleibt. Bei deinem Mann kann ich mir vorstellen, das er sich nicht mehr gut genug für dich findet, denn das Gefühl kenn ich auch. Mein Mann meint dann immer, das wenn mit ihm etwas wäre, ich ihn ja wahrscheinlich auch nicht deshalb verlassen würde.

Mittlerweile hab ich begriffen, das, so wie ich ihn versuche weg zu stoßen, ihn auch wieder brauche. Wir haben das jetzt eben so geregelt, das ich ihm sage, wenn er mich in ruhe lassen soll. Aber was ich lernen mußte, das ich auch wieder zu ihm in den Arm komme, denn wenn man sich mal verkrochen hat, will man aus seinem Schneckenhaus nicht mehr so schnell raus. Mein Mann hat sich dann eben vorgetastet, wenn ich nicht von mir aus kam.

Es ist schon ein sehr guter Anfang von dir, das du dich bei uns informierst und beraten lässt!:) Aber pass auf, das es nicht "allein" zu deiner Aufgabe wird für Eure Beziehung zu arbeiten! Und wenn´s ganz dicke kommt, dann scheut Euch nicht, zu einer Paarberatung zu gehn. Was wir auch gemacht haben.

LG

Alexandra

Bummelbea
19.04.2005, 21:39
Hallo weindi,
ich weiß nicht, ob das hier noch mal gelesen wird, weil es ja schon eine Weile zurückliegt!! Aber vielleicht erreicht es Dich ja doch noch!!
Ich spreche als "Stadtjöre" zu Dir.

Landwirte sind Menschen, die noch tatsächlich für ihren eigenen Unterhalt arbeiten (sicherlich gibt es auch noch andere Menschen ... aber das ist hier jetzt nicht wichtig!!) und da die Produkte immer schlechter bezahlt werden sehen sich viele Landwirte um ihr Leben betrogen!!! Viele sind am Rande ihrer Existenz und am Rande ihrer Nerven!!
Dein Mann ist in diesem Betrieb groß geworden und kann gar nicht anders als landwirtschaftlich zu denken!! Das heißt: Jeder Angehörige bringt sich so gut ein, wie er kann!! Das ist wohl ein MUß in solchen Betrieben!!
Natürlich sind die Schwiegereltern nicht begeistert von einer "Stadtjöre", die ja ein ganz anderes Grundlagenwissen mitbringt, ... die ja keine Ahnung von der Existenzangst der Landwirte haben kann und sich dadurch auch nicht so 100% in die Sache einbringt!
Und tatsächlich bringst Du doch auch ein ganz anderes Denken dort hinein ... Du willst frei sein und Dich nicht einbinden lassen, weil Du dann Angst hast, Dich selbst zu verlieren. Du hast Angst vor Abhängigkeit und vor Dir selbst!! (Warum hast Du dann geheiratet???) Du möchtest weglaufen ... vor Deinen Gefühlen, ... vor Deiner Verantwortung, ... vor Deiner Abhängigkeit, ... vor Deiner inneren Unbeständigkeit??? Renne nur, ... Du wirst aber diesen Punkten immer wieder begegnen!! Denn sie gehören zu Dir und nicht zu Deinem Mann!!
Dein Mann hat es nur noch mit Unsicherheit zu tun, und daß das keine tolle Basis für ein Leben zu dritt ist, ist klar: Unsicherheit in der Wirtschaft lässt ihn wahrscheinlich darüber grübeln, wie lange er den Betrieb und damit EURE Existenz aufrecht erhalten kann und dann die Unsicherheit, ob seine Frau denn nun bei ihm bleibt oder ihn auch noch versetzt!!
Denk doch vielleicht mal mit ihm darüber nach, wie Du trotz aller Schmerzen, ihn moralisch unterstützen könntest!! Es gäbe so viele Kleinigkeiten, wenn man will!!
Und wenn für Dich die Angst vor Abhängigkeit soooo groß ist, dann mußt Du eben gehen! Denn dann bringt es allen Beteiligten nichts!!
Ich hoffe, Du kannst mit meiner Offenheit umgehen!!
Alles Liebe für Deine Zukunft!

weindi01
20.04.2005, 08:16
Hallo Bummelbea,

danke für deine Antwort. Es hat sich in der Zwischenzeit so manches getan.

Ich habe mir ein Wochenende lang eine Auszeit genommen um entgültig zu entscheiden, ob ich mich trenne oder nicht. Dabei halb mir das Forum ganz toll. In der Woche darauf, wurde dann alles nochmals in der Paartherapie durchgesprochen. Es wurde direkt über eine Trennung gesprochen und wie dies mein Mann sieht. Ich war erschrocken, wie nahe Ihm das gehen würde. Ich hatte für mich gedacht, das wir uns trotzdem noch sehen und wir uns besser verstehen als seither. Dies wäre nicht der Fall. Mein Mann wollte erst einmal Abstand, weil er so enttäuscht wäre. Ein Schock für mich! Mir war zum ersten Mal zum heulen (was unsere Beziehung angeht). Es war wie ein Eimer kaltes Wasser ins Gesicht zu bekommen. Das war wohl auch gut so. Seither versuche ich meine Gedanken auf das Fortbestehen unserer Bezeihung zu lenken. Und wenn ich mal ausbrechen muß, dann mach ich das anders. Ich setz mich mit meinem Sohn ins Auto und fahr in den Zoo oder auf einen Spielplatz eine Stadt weiter, wo mich keiner kennt. Danach geht es mir dann viel besser. Und das weiß mittlerweile auch mein Mann. Ich versuche offen damit um zu gehen, das ich eben immer mal wieder ausbrechen muß, das gehört eben auch zu mir. Es soll nur nicht ständig in einer Beziehungsfrage enden (trenn ich mich oder nicht). So extrem war es seiter auch nicht mehr.

Wir sind vor kurzem alle zusammen 1 Woche in Urlaub gefahren. Was uns sehr gut getan hat! Wir sind also auf dem besten Wege eine Familie zu werden.

Danke trotzdem für deine Ehrlichkeit. So bekam ich mal wieder vor Augen, wie es noch vor ein paar Wochen war und was sich getan hat.

Lg

Alexandra

Mordok
21.04.2005, 21:20
Liebe Alexandra,

statt hier groß rumzuquaken (ich hab eh keine Ahnung von Beziehungen -> hatte nie eine... und das mit 27!), geb ich dir einen Buchtip:

Die sieben Wege zur Effektivität
von Stephen R. Covey
(ein Konzept zur Meisterung ihres beruflichen und privaten Lebens)
ISBN 3-453-18091-7

Das Buch ist nicht die Antwort auf ALLE deine Fragen, gibt aber gute Denkanstöße und alternative Sichtweisen ! Warum ich dieses Wort grad groß schrieb erfährst du im ersten Teil des Buches ;)


Ich habe mir alles in diesem Thread durchgelesen und wenigstens eines kann ich aus meinen Erfahrungen mit Freundschaften sagen: Versuch mal dich deinem Mann emotional ganz auszuliefern und auch mal verletzlich zu sein... du wirst erstaunt sein wie positiv er (und im Umkehrschluss Du) darauf reagieren wird!

Lieben Gruß zurück
euer Erik

*edit* meinen persönlichen Erfahrungstip hinzufüg

weindi01
22.04.2005, 07:27
Hallo,

danke für deinen Tip! In einer Sitzung bei der Paarberaterin, ging es ganz schön zur Sache und ich war den tränen nahe, aber wie immer hab ich sie unterdrückt. Die Beraterin hat abschließend gemeint, das man lernen soll über Liebe zu weinen. Über das, das man sich eben hat etc. Ich bin schon emotionaler geworden und mein Mann freut sich rießig darüber. Auch er kann seine Gefühle besser zeigen. Was bei Männern nicht immer so einfach ist.

Aus deinem Beitrag höre ich, das ich eine Beziehung habe und damit Probleme und du wärst froh du hättest eine. Ich würde es mir für dich wünschen obwohl man sich durch eine Erkrankung gern zurückzieht bzw. sich erst gar nicht traut eine Beziehung einzugehen, stimmts? Wenn ich meinen Mann nicht schon seit meinem 16. Lj. kennen würde, wäre ich jetzt villeicht auch solo, weil ich mich zu gern verkrieche. Was aber bei anderen chron. Kranken ebenso ist.

LG

Alexanda

Mordok
22.04.2005, 09:12
Den Gedanken *eureproblemehättichgern* ist mir auch schon öfter gekommen, aber bei mir liegt es nicht daran, dass ich nicht wollen würde... es will halt nur niemand mit mir.

Da mein Rücken schon extrem deformiert ist (ich war 1,77m groß, jetzt 1,49 und schaue im rechten winkel auf den Boden), sortieren mich Frauen schon in der ersten 1/10 Sekunde als potenziellen Flirt- oder anders gearteten Partner aus. Meine einzige bzw. größte Chance auf eine Beziehung ist jemanden auf intelektueller oder mentalen Ebene zu begegnen, wo es erstmal garnicht darum geht zu flirten oder offenes Interesse zu zeigen. Frauen die man aber bei solchen Gelegenheiten trifft sind meist entweder schon vergeben oder beschäftigen sich grad mit dieser oder jener intelektuellen/mentalen Aufgabe und sind garnicht am Flirten oder so interessiert. Und wenn ich auf platonisches Interesse stoße stirbt diese in der Sekunde wo mein gegenüber merkt, dass ich ins flirten übergehe, oder bekomme mitleidig eine Freundschaft angeboten... Solche Angebote schlage ich sowieso immer aus, da auch Freundschaft auf einem starken Fundament und wie überall auf das gegenseitigkeit beruhende Prinzip fussen muss. Mitleid strahlt da Geringschätzung aus und wäre ein schlechter Start in eine Freundschaft. Aber zumindest in diesem Punkt bin ich ja glücklicherweise nicht allein, da der eine oder die andere auch mal den Satz hört: "..., aber wir können ja Freunde bleiben!", (wenn vielleicht auch aus anderen Gründen http://www.dvmb-forum.de/images/smilies/wink.gif ). Mit Freundschaften schließen hab ich jedenfalls keine Probleme http://www.dvmb-forum.de/images/smilies/biggrin.gif

Aber zu deinem Problem: Wem wenn nicht deinem Mann könntest Du vertrauen und dich ihm emotional öffnen? Machs Schritt für Schritt und du wirst sehen, dass es in die richtige Richtung führt http://www.dvmb-forum.de/images/smilies/smile.gif

Uli Dörwald
22.04.2005, 09:36
Moin Alexandra,

mit der Weinherstellung ist das allemal leichter, als Weinen, gell?
Ich habe mal eine Familienaufstellung nach Hellinger gemacht. Das funktioniert 100%tig, da hat jede/r geheult und geflennt was das Zeug hielt, Tempos, Kleenex und Fußbodenwischen waren im Preis inbegriffen. Kann man als Erfahrung mal machen, da es aber zu Recht umstritten und hochmanipulativ ist, kann ich es nur mit Vorbehalt weiterempfehlen. Aber selbst, wenn man nicht daran glaubt (Wie ich): Das Weinen funktioniert bei Mann und Frau und tut soooo gut.

Bei mir funktioniert das auch bei bestimmten Liedern (Ist billiger) wie z.B. : The Band played Waltzing Mathilda, von den Dubliners. Die 4. Strophe :
IV
So they gathered the crippled, the wounded, and maimed,
And they shipped us back home to Australia.
The legless, the armless, the blind and insane,
Those proud wounded heroes of Suvla.
And when our ship pulled into Circular Quay
I looked at the place where me legs used to be
And I thank Christ there was no body waiting for me
To grieve, to mourn and to pity.
But the Band played Waltzing Matilda
As they carried us down the gangway,
But nobody cheered, they just stood and stared,
Then they turned all their faces away.

Insbesondere wo er bei der Heimkehr auf die Stelle schaut, wo früher seine Beine waren, und Gott dafür dankt, dass niemand auf ihn wartet, der Jammert, Klagt und Mitleid hat.
Da schliesst sich unser Kreis: Kann und will ich als 'Krüppel' geliebt werden? Zum Glück sind es immer weniger, die Dank der neuen Erkenntnisse und Dank des Internets noch vom MB verkrüppelt werden. Je besser wir den MB selbst in den Griff bekommen, desto leichter machen es wir dem Anderen uns zu lieben, und niemals dürfen wir den MB instrumentalisieren um Aufmerksamkeit, Mitleid und Zuwendung zu erreichen. Aber ab und zu, um uns und unser Schicksal alleine zu weinen, erleichtert ganz wunderbar und ungemein. Zu Zweit mag das noch schöner sein. Ich arbeite daran. Man(n) muss noch Ziele haben!
Liebe Grüsse
Uli
P.S.: Wann und wo kann ich mal zum 'Weinen' vorbeikommen? Weinernte mit Probe, z.B.?? Ich mag aber nur staubtrockene Rote, alles andere ist für mich Marke 'Geissel-Kastei'.

Bummelbea
25.04.2005, 16:11
Hallo weindi, http://smileys.smileycentral.com/cat/36/36_1_11.gif (http://www.smileycentral.com/?partner=ZSzeb001_ZNxdm414YYDE)

ich finde es bemerkenswert, daß Du solche Fortschritte gemacht hast und es freut mich, daß Du Deine Situation einmal mit anderen Augen betrachten kannst und Dir daraus auch einen Weg bereiten konntest!! Weiter so - Du schaffst es schon!! http://smileys.smileycentral.com/cat/36/36_1_55.gif (http://www.smileycentral.com/?partner=ZSzeb001_ZNxdm414YYDE)

@Uli

Ich habe mit Weinherstellung weder im eigentlichen Sinne, noch im zweideutigen Sinn etwas zu tun!! Und mit dem Weinen habe ich es schon gar nicht!! Das passiert vielleicht alle 10 Jahre mal!! Ich habe schon viele Sachen probiert, aber es klappt nicht, mit dem Weinen! Dabei habe ich so tolle Lieder, die ich mir dann reinziehe, wenn ich so richtig traurig bin ... Fehlanzeige!!
Ich muß halt ohne weinen und dessen wunderbare Erleichterung durch´s Leben und das geht auch.
Trotzdem, manchmal wünsche ich mir, mal so richtig losheulen zu können!! http://smileys.smileycentral.com/cat/36/36_1_4.gif (http://www.smileycentral.com/?partner=ZSzeb001_ZNxdm414YYDE)

weindi01
25.04.2005, 20:00
Hallo Bummelbea,

warum versuchst zu nicht zu weinen? Wenn einem der Klos im Halse steckt, warum dann nicht einfach mal los heulen? Ich weiß schon, wenn man sich das mal so antrainiert hat, nicht zu weinen, dann mal wieder anzufangen ist wahnsinnig schwer.

Mein Gefühl sagt mir mittlerweile, das sich die psychische Verfassung auf den Aktivität des MB auswirkt. Man hat für sich zwar das Gefühl alles ist i.O. aber der MB sagt einem ganz genau, das es eben nicht so ist. Ich möchte eben eine Weg finden, die Aktivität des MB´s zu senken. Und da gehören eben Gefühle dazu. Wer alles in sich hineinfrißt macht seine Seele kaputt und das geht auf Dauer nicht gut.

Ein Tip an dich: Filme eigenen sich noch besser zum weinen als Lieder. Mein Mann und ich sehen uns regelmäßig Sissi-Filme an. Unsere Familie zeigt uns schon deshalb den Vogel :). Aber das schöne ist, das wir Beide beim ansehen weinen und auch lachen können :heul:.

Und was das Lachen angeht, das hab ich seit Beginn vom MB auch zum Teil verlernt. Seither ist es mir weder zum Lachen noch zum Weinen gewesen. Meine Mutter hat sich sogar ein Hochzeitsbild von mir auf den Schreibtisch gestellt (worauf ich lache), weil sie mich seither nie mehr hat so lachen sehn. Nach meinem ersten Klinikaufenthalt haben viele zu mir gesagt, das ich mich total verändert hätte und meine Gesichtszüge wie eingefrohren sind. Na toll (dachte ich), ab da bin ich Abends kaum noch fort gegangen um mir die Komentare zu ersparen.

Ich hoffe du denkst jetzt nicht, was für eine gesülze :o.

LG

Alexandra

weindi01
25.04.2005, 20:11
Hallo Mordok,

dein Beitrag hat mich sehr berührt. Eigentlich kann ich froh sein einen Partner zu haben (wenn ich zwischen deinen Zeilen lese).

Ja, auf "nur" Freundschafen könnte ich ebenso verzichten und hab das auch bereits. Denn wenn´s einem schlecht geht, merkt man bald wer weiterhin Kontakt zu einem hat oder nicht. Einseitige Freundschaften habe ich ebenfalls beendet.

Kann man nicht im MB Forum ein Flirtcenter aufmachen? Es gibt so viele Singles und im Forum weiß man doch gleich mit was man es zu tun hat! und wie man im schlimmsten Fall aussehen kann.

Kann man dich nicht wenigstens wieder gerade machen? Ich hab schon viel darüber gelesen. Wäre das nicht besser für dich? Allein schon der Gedanke wäre schlimm für mich und würde alles tun, damit man mir den MB nicht so sehr ansieht (geht seit Beginn des MB´s nie ohne etwas Make-up aus dem Haus. Die Fasade muß eben gut aussehen, denn hinter die Fasade laß ich mir ungern sehn).

Danke für deinen Beitrag, man kann so vielen von anderen lernen wenn man mal einen Spiegel vorgehalten bekommt.

lg

Alexandra

Bummelbea
05.05.2005, 01:05
Hallo Weindi, http://smileys.smileycentral.com/cat/36/36_1_13.gif (http://www.smileycentral.com/?partner=ZSzeb001_ZNxdm414YYDE)

habe Deinen Beitrag an mich völlig übersehen! Danke schön!! Kein Gesülze!! http://smileys.smileycentral.com/cat/36/36_3_19.gif (http://www.smileycentral.com/?partner=ZSzeb001_ZNxdm414YYDE)

Ich habe in der Tat schon immer Schwierigkeiten mit dem Weinen!! Ich habe es auch schon über Filme probiert ... klappt bedingt!! Aber ich schaue ganz wenig fern!! (Habe keine Zeit, bin dauernd im Forum!!!) Ne Quatsch! http://smileys.smileycentral.com/cat/36/36_1_34.gif (http://www.smileycentral.com/?partner=ZSzeb001_ZNxdm414YYDE)
Der Brecher war damals ein Kinobesuch mit drei anderen Frauen: Wir sahen den Pferdeflüsterer und meine Begleiterinnen heulten alle drei los, als dieser Unfall gezeigt wurde!! Ich, den Tränen nahe, stellte fest, daß ich kein Tempo dabei hatte ... also heulen wir auch nicht!! Schon war´s fertig!! http://smileys.smileycentral.com/cat/36/36_19_1.gif (http://www.smileycentral.com/?partner=ZSzeb001_ZNxdm414YYDE)
Mit lachen hingegen habe ich immer noch kein Problem!!! Ich lache gerne und viel!! Oftmals lache ich Tränen!! http://smileys.smileycentral.com/cat/36/36_11_6.gif (http://www.smileycentral.com/?partner=ZSzeb001_ZNxdm414YYDE)

Wenn ich mal eine Gelegenheit zum Weinen bekäme, würde ich auch losheulen!!! ... Tempos habe ich seit dem Kinobesuch immer bei mir!!!

Uli Dörwald
05.05.2005, 10:17
auch ein wenig spät, die Antwort.
Wieso fühltest du dich angesprochen? Habe doch Alexandra, alias weindi, die Erstellerin des threads, angesprochen.
Hat sich wahrscheinlich eh geklärt.
LIebe Grüsse
Uli

Bummelbea
05.05.2005, 11:35
Hallo Uli!! http://smileys.smileycentral.com/cat/36/36_1_39.gif (http://www.smileycentral.com/?partner=ZSzeb001_ZNxdm414YYDE)

Ich weiß schon, daß DU mich nicht gemeint hast ... aber Weindi schrieb mir am 25. 4. und darauf darf ich doch antworten, oder??
UND ... ich meinte, ich dürfe auch schreiben, wenn mir irgendwas zum Thema einfällt, das da gerade diskutiert wird??? Habe ich da was Falsch gemacht?? Oder hast Du auch den Beitrag an mich übersehen??

"Hallo Bummelbea,
warum versuchst zu nicht zu weinen? Wenn einem der Klos im Halse steckt, warum dann nicht einfach mal los heulen? Ich weiß schon, wenn man sich das mal so antrainiert hat, nicht zu weinen, dann mal wieder anzufangen ist wahnsinnig schwer. ......"

Willst Dich doch fetzen mit mir??? http://smileys.smileycentral.com/cat/36/36_3_10.gif (http://www.smileycentral.com/?partner=ZSzeb001_ZNxdm414YYDE)

Mordok
05.05.2005, 17:55
Hallo liebe Alexandra (so heißt übrigens auch meine beste Freundin ;) ),

es ist echt hart mit 27 nie die Intimsphäre genossen haben zu dürfen, die wohl zum Natürlichsten des menschlichen Daseins gehört. Meine Verliebtheit und Liebe wurden noch nie ohne wenn und aber erwidert. Ich habe noch nie eine Frau leidenschaftlich geküsst oder auch nur Zärtlichkeiten ausgetauscht (was ja Ansich schon zu einem psychischen Knacks führen müsste). Doch will ich mich nicht beschweren, denn ich weiß, daß es an anderer Stelle Menschen gibt, die mehr erleiden müssen und schaue diese mit dem selben beschämten Gefühl an wie du vielleicht mich jetzt.

Ich möchte Dir aber sagen, dass Du ein wertvoller Mensch bist und der Bechti kein Grund ist weniger oder mehr zu verlangen, nur weil es Dir besser oder schlechter geht als andere! Jeder steckt in seiner ganz individuellen Lage und darum muss man diese Lage auch ganz individuell betrachten! Mache deine Entscheidung nicht von meiner Lage abhängig und schließe daraus bitte nicht du könntest vielleicht etwas weniger verdient haben. Es geht hier in erster Linie um Dich (und wenn du es so entscheidest) um deinen Mann und Familie.

Ich glaube fest daran, dass ein fundamentaler Sinn des Lebens darin besteht sich weiter zu entwickeln und darum wäre es IMHO fatal wenn Du Dich in dieser Entwicklung aufhalten oder gar stoppen lässt. Habe keine Angst vor langsamer Veränderung, habe nur Angst vor dem Stillstand! (altes chinesisches Sprichwort) Wenn Du zu der Entwicklung deines Mannes etwas beitragen kannst und er zu deiner - eure Beziehung Potenzial hat - dann gebt euch Mühe, denn diese Mühe ist es Wert darum zu kämpfen (was würde ich nicht alles geben um darum kämpfen zu dürfen). Seit ihr aber in der Sackgasse - zum Stillstand - gelangt, musst du dich selber schützen und die Konsequenzen ziehen.

Nach deinem Berichtetem seit ihr beide aber Willens um eure Beziehung zu kämpfen. Er, indem er für Dich Stärke (zB vor seiner Familie) zeigt, und Du, indem Du ihm etwas Schwäche offenbarst. Geben und Nehmen. Nur so funktioniert's...

Mit ganz liebem Gruß (besonders für Dich Alexandra) :knuddel:
euer Erik :D

weindi01
06.05.2005, 06:10
Hallo Erik,

danke für deine offen Art. Solche dirketen Beiträge helfen mir sehr, über meine Lage klar zu werden.:gruebel:

Ich selbst hatte auch schon überlegt, wenn ich meinen Mann nicht mit 16 Jahren kennen gelernt hätte, ob ich dann nach Ausbruch von MB überhaupt eine Beziehung eingegangen wäre. Jetzt würde ich nicht gern nach einem Partner suchen müßen, da die meisten "gesunden" in meinem Alter sehr oberflächlich sind und mit denen kann ich nix anfangen.

An einer Ex-Kollegin seh ich das. Die hat auch schon seit Jahren verschiede Rheumas und deshalb keine Beziehung. Es ist eben auch schwierig jemand passendes zu finden, der es akzeptiert, das man einfach nicht alles machen kann. Die ganzen Extremsportarten (sogar Ski-fahren) sind nix für mich. Auch tiefgründige Gespräche sind meist nicht möglich und das kann ich schon gar nicht ab. Ich glaub da bin ich ganz froh, mit meinem Mann.

Was bei uns eben (derzeit) noch etwas ein Problem ist, ist das mir die Freundschaft zu ihm wichtiger ist als körperlicher Kontakt. Es ist eben mein bester Freund, mit dem ich alles bereden kann und dies ist mir das Wichtigste. Ob das so gut auf Dauer ist, weiß ich nicht.

Nun ist das das Gegenteil von deinem Problem, du hättest gern eine Beziehung mit allem was dazu gehört und ich eine Beziehung auf freundschaflicher Basis (nicht mit allem). Aber so ist eben jeder verschieden. Es war bei mir nicht immer so aber es fehlt mir derzeit an nichts. Wegen mir könnte eine Beziehung auf einer Freundschaft basieren.

Liebe Grüße auch an Dich und viel Erfolg bei der Beziehungssuche :dd2

Alexandra