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Vollständige Version anzeigen : Qualität in der Arztpraxis


Ulmka
09.02.2005, 23:16
Hallo Ihr Lieben,

ich bin bei Facharzt.de auf einen Bericht gestoßen über eine Checkliste, die das Gesundheitsministerium zum Thema Arztqualität herausgegeben hat.

Ich denke mal, das ist für uns alle hier interessant, deshalb kopiere ich das hier rein (auch als PDF-Datei im Anhang):

Qualität in der Arztpraxis: Ministerium gibt Checkliste heraus
Was dürfen Patienten von ihrem Arzt erwarten? Welche Leistungen, welchen Service und wie viel Aufklärung sollte er anbieten? Diese Fragen beantwortet das Bundesgesundheitsministerium in einem "Qualitätscheck für die Arztpraxis".

Den Qualitätscheck dokumentieren wir hier für Sie. Sie können ihn außerdem auf der Homepage des Ministeriums herunterladen – klicken Sie dafür hier (http://www.die-gesundheitsreform.de/zukunft_entwickeln/qualitaetsmanagement/qualitaetscheck/index.html?param=news31)!
Der Qualitätscheck für die Arztpraxis

Entscheidend ist, ob die Erwartungen, die Sie selbst an eine Arztpraxis stellen, erfüllt werden. Die Checkliste soll Ihnen deshalb eine Auswahl möglicher Ansatzpunkte für Ihre Beurteilung geben.

Organisation und Service

Der erste Kontakt in der Arztpraxis kann schon ein Indiz für den allgemeinen Umgang mit Patienten sein.

-Treten die Mitarbeiter in der Praxis freundlich, aufgeschlossen und patientenorientiert auf?
-Wird die Praxiseinrichtung, insbesondere im Wartezimmer, Ihren Bedürfnissen gerecht (bequemes Sitzmobiliar, Lektüre u.a.) und genügt sie allgemeinen hygienischen Anforderungen?

Lange Wartezeiten können auf eine schlechte Praxisorganisation hinweisen, aber auch auf einen Arzt / eine Ärztin, der / die sich viel Zeit für seine Patienten nimmt. Sie sollten jedoch die Ausnahme sein.

-Werden vereinbarte Termine eingehalten?
-Legt Ihr Arzt beziehungsweise Ihre Ärztin zeitintensive Behandlungen an das Ende der Sprechstunde?
-Informiert Sie das Praxispersonal frühzeitig, wenn sich kurzfristig längere Wartezeiten ergeben? Bekommen Sie bei telefonischer Nachfrage eine realistische Wartezeit genannt?
-Hat der Arzt / die Ärztin für Patienten mit akuten Beschwerden eine Notfallsprechstunde eingerichtet? Führt Ihr Arzt / Ihre Ärztin auch Hausbesuche durch oder ist er für schwerkranke Patienten außerhalb der Sprechzeiten zumindest telefonisch erreichbar?

Der Arzt / die Ärztin sollte auch Wert auf die Rückmeldung seiner Patienten legen.

-Existiert in der Praxis zum Beispiel eine Patientenvorschlagbox oder liegt ein Fragebogen aus, der Ihnen die Möglichkeit bietet, Verbesserungsvorschläge, aber auch Kritik mitzuteilen.

Behandlung

Wichtig ist, dass der Arzt / die Ärztin Sie in die Behandlung einbezieht, die nächsten Schritte bespricht und Entscheidungen mit Ihnen gemeinsam trifft.

-Respektiert der behandelnde Arzt / die behandelnde Ärztin Ihre Intimsphäre und garantiert er beziehungsweise sie Vertraulichkeit?
-Fühlen Sie sich von Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin als gleichwertiger Partner behandelt, der in alle Behandlungsschritte und diesbezügliche Entscheidungen einbezogen wird?
-Schenkt er / sie Vorbefunden und Unterlagen, die Sie mitbringen, seine / ihre Aufmerksamkeit?
-Sucht Ihr Arzt / Ihre Ärztin mögliche Ursachen für die Erkrankung auch in Ihrem Arbeits- oder Privatleben, beachtet er / sie Auswirkungen der Krankheit auf Ihren Alltag? Stimmt er / sie Diagnose und Therapie darauf ab?

Grundlage für die Wahl der Behandlung sollte immer das sein, was medizinisch notwendig ist und zu Ihrer persönlichen Situation passt. Druck in Richtung bestimmter Behandlungsmethoden ist deshalb ebenso fehl am Platz wie die einseitige Berücksichtigung finanzieller Gesichtspunkte.

-Überwacht der Arzt / die Ärztin kontinuierlich die Fortschritte der Therapie und gleicht er / sie gemeinsam mit Ihnen Therapieergebnis und Therapieziele ab?
-Werden Mehrfachuntersuchungen vermieden?
-Stellt Ihnen der Arzt / die Ärztin bei wichtigen Entscheidungen ausreichend Bedenkzeit zur Verfügung?

Ein guter Arzt kennt seine persönlichen und fachlichen Grenzen. Er holt deshalb frühzeitig den Rat eines Kollegen ein oder überweist Sie.

-Übermittelt der Arzt / die Ärztin alle notwendigen Informationen für Sie und den weiterbetreuenden Arzt termingerecht?
-Arbeitet Ihr Arzt / Ihre Ärztin mit anderen Leistungserbringern, die für Ihre Behandlung wichtig sein können, zusammen (Krankengymnasten, Psychologen oder Massagepraxen)? Das sorgt für eine enge Abstimmung und spart Ihnen Zeit.
-Ist Ihr Arzt / Ihre Ärztin auch bei Beschwerden ein Partner, der zuhört, eine erste Bewertung vornimmt und auf sie eingeht?

Kommunikation und Aufklärung

Der Arzt ist nicht die Autorität im weißen Kittel, dessen Anordnungen Sie blindlings folgen müssen. Sie haben einen Anspruch auf ausreichende Informationen.

-Respektiert der Arzt / die Ärztin Ihr Recht auf Information und Selbstbestimmung? Nimmt er / sie sich Zeit, um Ihnen zuzuhören und Ihre Fragen zu beantworten?
-Werden Ihnen Sachverhalte in einer für Sie verständlichen Sprache übermittelt?
-Erhalten Sie Informationen über die Ursachen Ihrer Erkrankung, zum Verlauf, zur geplanten Therapie, über die Wirkungen und Nebenwirkungen verordneter Arzneimittel?
-Werden Sie zu allgemeinen Gesundheitsthemen und zu gesundheitsförderndem Verhalten geschult?
-Bekommen Sie Informationen über die Möglichkeiten der Selbsthilfe?
-Erfahren Sie, was Sie selbst zur Heilung beitragen können (Ernährungstipps u. a.)?
-Werden Empfehlungen bei der Auswahl eines anderen Facharztes oder Krankenhauses von Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin inhaltlich begründet?
-Können Sie die Informationen, die Sie mündlich von Ihrem Arzt / Ihrer Ärztin erhalten, auch "schwarz auf weiß" mitnehmen – beispielsweise in Form eines Beratungsrezeptes, Patientenpasses oder eines Patientenbuchs?
-Klärt Sie der Arzt / die Ärztin über andere Hilfsmöglichkeiten auf? Verweist er / sie zum Beispiel auf ambulante Pflegedienste, wenn er / sie selbst keine Hausbesuche durchführt?
-Kündigt Ihr Arzt / Ihre Ärztin rechtzeitig eine Vertretung an, wenn die Arztpraxis – beispielsweise urlaubsbedingt – geschlossen wird?


Ich denke, da sind so einige Punkte, an denen es in vielen Praxen hapert.....

Liebe Grüße :knuddel:

Lydia

Sylvia
10.02.2005, 00:32
Hallo Lydia,

wie Recht Du hast.
Leider kenne ich nur wenige ,die ihren eventuellen Idealismus aus Studienzeiten noch behalten haben und bemüht sein könnten,diesen Qualitätsstandards auch nur annähernd nachzukommen.
Gynäkologen haben Aufnahmestop (wegen Überfüllung).Die Hausärzte machen im letzten Quartal reihenweise eine Woche "dicht",weil der Etat aufgebraucht ist und wichtige Untersuchungen werden nur noch gemacht,wenn es lebensbedrohlich ist.
Termine gibt es ein halbes Jahr im voraus,telefonisch mit dem Arzt erst in zwei Wochen wieder.Ich bin ja schon froh,wenn ich nach knapp 4 (!)Stunden drankomme,ohne den NAW rufen zu müssen.
Ich habe eine Hochachtung vor jedem Doc,der dem trotzt...kenne nur zu wenige. :heul:
Hoffentlich gibt es ein paar wenige Docs, die diesen Artikel lesen können, ohne völlig zu resignieren.

Viele Grüsse,Sylvia

r.klute
10.02.2005, 05:10
Hallo,

ein ähnliches Thema hatten wir schon letztes Jahr: Link zum Thema

Qualität ist wichtig, das ist unbestritten, aber Qualität gibt es nicht zum Nulltarif. Die Gesundheitspolitik möchte ja beides: Kostensenkung und Qualität - ein Spagat, den ich als Patient in den letzten Jahren so erlebe: Gesundheit wird immer teuerer, bei sinkender Qualität. Die „Geiz ist geil“-Mentalität ist inzwischen sehr weit verbreitet, das werden wir noch bitter bereuen.

Gruß
Rainer :)

Berggeist
10.02.2005, 09:46
Guten Morgen Rainer,

ich stimme mit Dir in allen Bereichen überein aber ich gehe nur zu meinem Hausarzt und komme sehr gut zurecht.

Sonnenschein
10.02.2005, 10:09
Hallo,


auch ich stimme Euch voll und ganz zu.

Habe auch einen guten HA, wenn ich ihn bitte,- ob ich nicht dieses oder jenes Medi, daß ich durch das Forum kenne , mal ausprobieren kann ( z. B. Rheumodoron 102 A) hat er immer ein offenes Ohr und ich muß nicht lange bitten. Er befürtet das Forum und den Austausch den wir haben sehr!!

Auch mein Rezept für MT, bekomme ich immer!

Nur was ist, wenn ich es einiges Tages wieder mit den Ämtern, z. B. VA zu tun bekomme,( Verschlechterungsantrag, was ich nicht hoffe, oder Verlängerung des Ausweises) muß ich dann nicht befürchten, daß man mir dann erklärt, wenn sie nur zum HA aber nicht zum Rhemodoc. gehen, kann es nicht soooo schlimm sein und ich muß dann wieder alles beweisen???

Bin von den vielen Arztbesuchen, ( Gutachter ) auch moralisch leicht lädiert, ich glaube noch mal, würde ich nicht dadurch wollen!!


Liebe Grüße

Sonnenschein

Sylvia
10.02.2005, 10:59
Hallo Sonnenschein,

genauso geht es mir auch.Mit meinem HA gibt es keine Probleme (hätte wohl sonst auch einen anderen !).
Ich überlege mir aber dreimal, ob ich wirklich noch einen anderen Doc aufsuchen muss.
Selbst bei einem stinknormalen Rehaantrag reicht es kaum noch, nur einen(!) Arztbericht einzureichen.Mein letzter Antrag auf ambulante Rehamaßnahme musste (!) von einem Facharzt ausgefüllt werden.
In einer beruflichen Rehamaßnahme hat das ganze System: nach dem Vorlauf an Gutachten und Anträgen stellt keiner einen zweiten Antrag, wenn er nicht schon beim ersten resignierte.
Viele geben doch schon auf, wenn sie die Anträge sehen.Und telefonisch muss man mächtig Glück haben, an einem Tag überhaupt durchzukommen.

Genug Frust...Liebe Grüsse,Sylvia :)

Sonnenschein
10.02.2005, 11:25
Hallo Sylvia,:)



nein kein Frust mehr,- nur noch so kleine Anfälle von Frust so von Zeit zu Zeit, dank dieses Forums habe ich ja dann gesehen,daß es vielen so ergeht!!

Hatte einen Termim beim Gutachter von ca 4 Stunden, ca 3/4 Stunde Anfahrt, bin dort wirklich gut behandelt worden, man fragte zwischendurch ob ich mal etwas trinken möchte, oder ob ich mal eine Pause wollte usw. Von daher konnte ich mich wirklich nicht beschweren.

Trotzdem war ich danach fix und fertig!! :heul:

Anschließend bin ich dann zurück, habe eine Kleinigkeit gegessen und bin dann zur Spätschicht gefahren, denn der Tag war ja noch lang genug zum Arbeiten,-fragt sich ,-ob nicht das System krankt!!


Übigens meine Arbeit macht mir Spaß, nur wenn es nicht mehr geht, geht es nicht mehr und genug ist genug!!



Liebe Grüße


Sonnenschein