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Vollständige Version anzeigen : MB und "Wesensänderung"


bruja
30.12.2004, 21:05
Hallo zusammen,

ich muss mich mal wieder mit paar MB-Spezies "kurzschließen"...:gruebel:

Wie ist dass bei Euch? Habt ihr euch durch die Krankheit auch charakterlich geändert?

Mein Mann (MB-Diagnose Jan.2004) war bis Anfang Okt. krank. Logisch dass er in dieser Zeit ziemlich unausstehlich (;o ) war. Er war vorher nie ernsthaft krank und hat manchmal auftretende Schmerzen immer mit Medis überbrücken können. Er war begeisterter Radler und liebte den Kraftsport... Plötzlich ging nichts mehr (mittlerweile gehts glücklicher Weise wieder, aber in Maßen), dass war schon hart für ihn. Ich fand ihn depressiv und stellenweise ziemlich ungerecht und unausstehlich... Ist nicht böse gemeint und soll auch kein Vorwurf sein, ist nur eine Feststellung meiner seits. Jedenfalls dachte ich, wenn er in den Alltag (Arbeit etc.) zurück kommt, dass sich das wieder ändert... Aber irgendwie hat sich da nichts getan. Deshalb würde mich mal interessieren, ob das eine Begleiterscheinung sein könnte... Erschreckend finde ich auch manchmal sein Gedächtnis:confused: ...

Vielleicht mache ich mir auch zu viel Gedanken, aber ...

Mittlerweile weiß ich auch, dass BEIDE Kinder den positiven Blutwert haben. Der Große (15 J.) fühlt sich ständig schlapp und kaputt. Seit Jahren sieht er manche Tage um den Augen furchtbar aus, ohne irgendwelche Beschwerden zu haben... Jetzt haben wir einen Test beim Rheumatologen gemacht. Das Ergebnis steht aber noch aus...

Ich habe mich reichlich versucht über MB zu informieren und weiß inzwischen über sämtliche körperliche Beschwerden, die auftreten könnten, bescheid. Aber die andere Seite, die Psyche, da kann ich nur vermuten. Deshalb würde ich mich über ehrliche Antworten freuen.

:danke:

sun
31.12.2004, 05:35
Guten Morgen!

Ich kann dir nur von meiner Seite erzählen!
Also bei mir ist es so! Wenn ich schmerzen habe und lange schon nicht mehr schlafen konnte bin ich vielleicht auch nicht am besten aufegelegt! Mein Freund sagte damals auch als auch aus dem KH kam und das Kortison endlich wirkte! Das es ihn freut, denn wenn er ende der Woche heim kommt! Sieht er lieber ein lachendes Gesicht! War sicher oft nicht einfach! Aber denk daran das meint er nicht böse!

Allgemein hat sich bei meinen Charakter glaub ich jetzt mal nicht viel geändert! Ausser wenn ich schmerzen habe, da bin ich schon oft sehr verzweifelt! Denn vieles kann ich ja nicht mehr machen! Zum Beispiel bin ich sehr viel Ski gefahren auch Rennen das muss ich nun streichen! Oder meine liebe zu Pferden das geht leider auch nicht mehr! Da sind wir auch auf Turniere gefahren Bundesmeisterschaften und und und! Ja das sind Sachen auf denen ich verzichten muss! Wir haben zwar noch zwei Pferde, aber ich reite sie fast garnicht mehr. Wenn dann nur ganz leicht! Hab das früher nicht glauben können und hab es trotzdem gemacht habe es aber dann immer die nächsten Tage wieder bereut! Und jetzt geh ich halt ins Fitnessstudio und mache meine Übungen oder gehe schwimmen oder gehe nordic walken!

Wo ich mir sicher bin, ist sobald es mir mal wieder viel besser geht! Werde ich mich sicher wieder auf die Pferde schwingen und es wieder probieren! Aufgeben tu ich nicht so schnell!

So und nun nochmal! Mein Charakter hat sich glaub ich nicht geändert!

Radoni
31.12.2004, 07:32
Hallo Bruja,

bei mir gehen lange Schmerzperioden ziemlich auf die Psyche. Dann bin ich oft frustriert, abgeschlagen und so weiter. Aber ich denke, ich habe nicht mein Wesen verändert - hoffe ich. Oft bin ich aber auch gereizt und nervös, besonders wenn ich wieder "gute Ratschläge" und "...das musst Du unbedingt machen" höre. Das setzt mich nur unter Stress.
Meine Frau nimmt dahingehend sehr viel Rücksicht, unterstützt mich und versucht auch diesen "Stress" von außen von mir fernzuhalten.
So eine Erkrankung mindert schon die Lebensqualität, besonders wenn die Diagnose noch nicht lange her ist. Ich habe sie auch erst dieses Jahr bekommen. Vielleicht ändert es sich mal aber im Moment sehe ich sie als "Eisenkugel am Fuß".

Ich hoffe, dass ich Dir helfen konnte,
Schöne Grüße,
Jörg:)

PS: Vielleicht schickst Du mal Deinen Mann ins Forum?

Berggeist
31.12.2004, 08:11
Hallo Bruja,

auch ich bin an manchen Tagen am Boden zerstört und meine Frau hat auch damit zu kämpfen. Wir Bechtis passen nicht immer in einen Schuh.
Trotz allem wünsche ich Euch ein GLÜCKLICHES und SCHMERZFREIES
Jahr 2005
http://www.cosgan.net/images/smilie/musik/h025.gif
Einen herzlichen Gruß
Jürgen der Berggeist

Nelly
31.12.2004, 08:43
Hallo Bruja,

hört sich nicht gut an...
Bei Schmerzen sind die einen Leute eher gereizt, die anderen eher ruhig.

Was Du aber so schreibst sieht eher nach einer faustdicken Depression aus. Dein Mann hat manchen Frust eingefangen wegen dem was er nicht mehr machen kann. Er kann nicht mehr so schlafen wie früher, das kann auch auf das Gemüt gehen. Was aber ihn am meisten bedrückt sind wahrscheinlich Existenzängste, er weiss ja nicht wie es weitergehen wird mit ihm und dazu jeden Tag Schmerzen. Das ist doch recht viel zu verdauen. Das soll aber nicht ein Freipass für ihn sein seine Wut an anderen auszulassen. Probier mal mit ihm zu sprechen und sag ihm er hätte sich charakterlich verändert. Frag ihn was ihn am meisten bedrückt. Vielleicht kannst Du ihm eine Psychotherapie (Vorsicht: das musst Du clever anfangen) nahelegen. Übrigens: es werden ALLEN SCHMERZPATIENTEN Psychotherapien nahegelegt, das heisst absolut nicht, dass er spinnt!

Ciao,

Nelly

Andrea
31.12.2004, 09:43
Liebe Bruja,


im Grunde haben die anderen schon alles gesagt. Nur mit einem Punkt gehe ich persönlich nicht konform.
Sicher habe ich mich nicht im Wesen, also im Charakter geändert. Aber anderes bin ich schon geworden.
Früher habe ich mir alles gefallen lassen, immer den Mund gehalten und war immer die Verständisvolle. Dafür und für solche Menschen, die so etwas von mir verlangen, habe ich heute keine Geduld und Zeit mehr.
Muß ehrlich sagen, daß ich da sicher sehr rigoros bin. Aber wenn man sieht, daß der andere dann nicht von seinem Standpunkt abrückt und wenigstens auch seine Fehler einsieht, dann war es die richtige Entscheidung.

Mich bedrückt am allermeisten, daß ich manchmal so ungerecht zu meinen Kindern bin. Ich habe die tollsten Kinder der Welt...neben Euren natürlich. Sie machen wirklich alles und haben dann auch noch Verständins. Ob die irgendwann mal als gestörter Erwachsener enden ? Das sind so meine Gedanken.Mittlerweile fordere ich sie schon auf, mich auch mal anzumeckern, wenn ich nicht mehr klar komme und zu ungerecht bin. Das gibt beiden Seiten das Gefühl, es geht alles auf der Welt...

Einen guten Rutsch wünsch ich Dir
Andrea

Gast_02
31.12.2004, 10:38
Hallo Bruja,

ich denke auch das meine Frau ein Lied davon singen kann.
Ich bin seit Ausbruch meiner Krankheit auch anders geworden.
Vor allem agressiver und man bekommt mich heute schneller auf die Palme als mir lieb ist.
Ich denke das eventuell auch die Depresive Stimmung daran schuld ist.
Bei deinem Mann geht es hier wahrscheinlich um Existenzängste?
Angst dir den Lebensstandart nicht mehr bieten zu können.
Dieser Mix aller Ängste und Gefühle kann einen Menschen doch sehr beeinflussen.

Ich wünsche euch einen guten Rutsch und gesundes, neues Jahr.

Schönen Gruss
Uwe
:o

Sabine
31.12.2004, 11:22
Liebe Bruja,


es ist schön das du deinem MAnn zur Seite stehst, das brauch er jetzt unbedingt um mit der Krankheit klarzukommen.
Er wird es dir irgendwann einmal danken wenn er die Krankheit akzeptiert hat und merkt wie er sein Wesen verändert hat in dieser Zeit. Es ist ganz normal wenn man ständig Schmerzen hat.
Mein Mann staunt immer das ich dann immer noch fröhlich bin und lachen kann....ich sag von mir immer wenn ich nicht mehr lachen kann, dann leb ich nicht mehr. Trotzdem bin auch ich schon sehr vergesslich geworden...also sieh ihm nach, wenn er etwas vergißt. Ist auch völlig normal.
Mit den Kindern ist das doof.....mein Sohn hat auch schon seine Diagnose bekommen, ich sehe es trotzdem positiv, da wir früher etwas dagegen tun können und die Medizin ist auch schon weiter als noch vor 26 Jahren als es bei mir anfing.
Ungerecht bin ich auch manchmal zu meiner Familie, merke es aber ziemlich schnell oder sie sagen es mir dann.

Ich wünsche dir und deiner Familie ein Glückliches Jahr 2005 :knuddel:

optimum_prime
31.12.2004, 11:52
Es scheint sehr grosse Unterschiede zu geben. Vor allem, in welchem Lebensabschnitt einen die Diagnose und die Beschwerden treffen.

Der Arzt, der mir sagte: "Sie haben MB und zwar für den Rest Ihres Lebens" hat 3 Sätze später etwas gesagt, was ich mir seit dem (und damals war ich 19 Jahre alt) oft als Motto vorsage: "Menschen mit MB sind meistens sehr positiv eingestellte Menschen."

Ob das jetzt Autosuggestion ist oder statistisch bewiesen ist weiss ich nicht. Aber: ich sehe mich als sehr positiven Menschen und habe mich so immer wieder aus den schlimmen Phasen/Schüben befreien können. Wenn mich das ganze heute mit Mitte 30 getroffen hätte, wäre ich wahrscheinlich ganz anders.

Soweit meine nichtigen Erfahrungen damit.
op

Sabine
31.12.2004, 11:58
Lieber O-P


da magst du schon ganz Recht haben.....ich hab zwar die Diagnose mit 33 Jahren bekommen, hab die Erkrankung aber schon seit ich 17 jahre bin.
Aber auch mich hat es noch mehr zu einem immer positiv denkenden Menschen verändert. Auch wenn ich mal tief falle, finde ich immer ganz schnell meine
positive Leiter wieder um aufzusteigen :D

Maiglöckchen
31.12.2004, 12:22
Liebe Bruja,

es ist fast alles gesagt. Schmerz und Medikamente fördern eben nicht unbedingt Fröhlichkeit, Ausgeglichenheit und ein gutes Gedächtnis. Mein Mann und meine Söhne mussten dies auch manchmal aushalten............. ( Ich hab´ Glück mit ihnen!!!) Einen Vorteil hat die Sache aber: Ich schlage mich seit ich 17 bin und Hockey aufgeben musste mit diesem Kram herum. Schon als ich sehr jung war, habe ich Zeiten, in denen es mir gut ging, bewußt geschätzt und genossen. Man lebt einfach dankbarer und bewusster. Natürlich wirkt sich dies auch positiv auf unsere Persönlichkeit aus. Es gibt also nicht nur Negatives :) ! Dein Mann wird den MB erst einmal annehmen müssen, was nicht einfach ist. Lieb ihn einfach, aber das tust du sicherlich, sonst wärst du nicht hier gelandet :).

Guten Rutsch
wünscht
Maiglöckchen

Nobbi
31.12.2004, 13:19
hallo!

zu dem thema gibt es sicherlich keine "antwort" in dem sinne.
ist wohl bei jedem anders, klar, jeder mensch ist ja auch anders.
aber interessant mal zu hören wie andere das sehen und einschätzen.

wenn ich überlege wie das bei mir ist fällt es mir schwer rauszukriegen ob ich mich verändert habe, weil ich mich eigentlich gar nicht mehr erinnern kann wie das ist ohne MB.

aber warscheinlich würde mein leben heute ganz anders aussehen wenn ich gesund geblieben wäre und somit habe ich mich bestimmt auch verändert.
nicht falsch verstehen, ich trauer da nichts nach, wer weiss was sonst passiert wäre wenn es nicht der MB gewesen wäre :eek:

allerdings habe ich die meisten meiner bechti-jahre allein gelebt und einem lebenspartner fallen etwaige veränderungen wohl eher auf als einem selber :gruebel:
und ein angenehmer partner wäre ich in meinen schlimmsten jahren bestimmt nicht gewesen :(

ich finde es klasse das du zu deinem mann stehst, dich über die erkrankung informierst und versuchst herauszufinden wie es in ihm aussieht!

ich hoffe das deine kinder verschont bleiben, aber wenn du das im auge behältst und dich ja auch damit auskennst sind die aussichten ja nicht so schlecht!

alles gute für euch!

@nelly,uwe: existenzängste zu haben mit so einem sch...:aerger: an den hacken bleibt wohl nicht aus! :( grade heutzutage.
das ist auch immer meine größte sorge, was ist wenn ich mal nicht mehr arbeiten könnte...wenn ich da dran denk werde ich blaß!
aber das kann man wohl nur auf sich zukommen lassen und das beste hoffen!

auch euch alles gute

nobbi

casus
31.12.2004, 15:55
Hallo Bruja,

du schreibst, dass du manchmal das Gedächtnis deines Mannes erschreckend findest.
Was meinst du damit? Kannst du es vielleicht näher beschreiben?

Grüße
casus

bruja
01.01.2005, 13:34
Erst einmal vielen, vielen Dank an alle.

Zunächst zur letzten Frage nach dem Gedächtnis. Ich meine, vergesslich bin ich auch und Termine muss ich mir alle aufschreiben usw. ;) Aber das geht sicher vielen so.
Bei meinem Mann ist es so, dass er vieles, was er gesagt oder gemacht hat, vergisst... Zeitweise ziemlich massiv. Dann ist er der Meinung, das es nicht stimmt... Aber oftmals wird mir auch von anderen bestätigt, dass es wirklich so war. Aber vielleicht alles auch nur ein Zeichen seiner depressiven Stimmung:gruebel: .

Der Hinweis, dass er mal selbst hier rein schaut ist sicher auch richtig. Aber er hat absolut "nichts am Hut" mit PC u. ä. Da verläßt er sich dann lieber auf mich. Und: Er ist Ausländer und schreibt nicht unbedingt perfektes deutsch...

Existenzangst - da ist sicher was dran. Die spüre ich auch selbst und vielleicht bin ich dadurch auch selbst einfach etwas empfindlicher...

Vieles kommt da zusammen.

Nochmals danke für eine Berichte und ein möglichst positives neues Jahr.

Viele Grüße, Heike

Nelly
01.01.2005, 16:22
Hallo Bruja,

mach Dir keine Gedanken wegen den Schreibfehler, es gibt genug Leute mit deutscher Muttersprache, die schlimme Fehler machen. Meine Muttersprache ist auch nicht Deutsch und je nach Konzentration(sschwäche) schreibe ich das was gross sein sollte klein und ungekehrt. Satzzeichen kann sich sowieso jeder hindenken wo sie hingehören sollten.

Ich denke das Wichtigste ist komunizieren, die einen sind darin cleverer, die anderen weniger. In diesem Forum wird man nicht ständig korrigiert, ich glaube der Inhalt der Nachricht ist viel wichtiger!

Es wäre schon schön, wenn dein Mann sich hier reinlesen könnte, denn es wichtig für einen Kranken zu sehen, dass es auch andere gibt, die dasselbe haben. Jeder geht damit anders um, hier kann man von den andern lernen und muss nicht unbedingt einen Fehler nach dem andern machen um daraus zu lernen...

Ciao,

Nelly

Dorothea
01.01.2005, 16:32
Hallo Bruja,
also mit der Vergeßlichkeit - das stelle ich bei mir auch fest; und zwar gehäuft, je nachdem welche und wieviele Medikamente ich einehmen muss.
Es könnte sehr gut sein, dass dieses Phänomen bei ihm auch damit zusammenhängt.

Aber versuche ihm klarzumachen, dass du nicht verantwortlich bist, für seine Schmerzen.
Und wenn er sich in seine schlechte Laune hineinsteigert, werden die Schmerzen auch nicht weniger. - im Gegenteil.

Wenns mir schlecht geht, bin ich auch nicht die Liebenswürdigste, doch an solchen Tagen hilft mir immer noch Musik aus dem Tief. (Ich bin aber auch in der glücklichen Lage, volle Power aufdrehen zu können, weil alle möglichen Nachbarn drumrum mehr oder weniger schwerhörig sind.)
Das befreit so richtig - probiers doch mal aus.

Liebe Grüße und ein gutes neues Jahr

Dorothea :lol: :hoch:

Soltar
03.01.2005, 21:23
Hallo!

Der Ausbruch meines MB kam damals so ziemlich mit der Tschernobylkatastrophe zusammen, und zwar während dem Militärdienst. Nein, Tschernobyl hat wohl nix mit meinem MB zu tun:D, aber irgendwie war das für mich auch, wie wenn etwas Drastisches "kapputt" ging in mir, und man einfach irgendwie "belastet" (nein nicht kontaminiert *g*) ist. Nach der Rekrutenschule gingen wir grad anschliessend in die Ferien. Die waren superschön, aber eben, ich war einfach nicht mehr der gleiche. Klar hatte mich auch das Militär irgendwie verändert.

Seitdem habe ich über Jahre weg immer irgendwie hinter einem "Vorhang" gelebt, bzw. unter einer "Dunstglocke".

Ich bin jetzt nicht mehr sicher, aber ich meine mal gelesen zu haben, dass der MB ein "eingeschränktes Gesichtsfeld" bewirkt, d.h. man ist irgendwie reduziert, und nimmt oben/links/rechts nicht mehr so richtig wahr?????

Nun muss ich aber noch was erzählen. Seit ich mich mit Ayurveda etwas "eingelassen" habe, und speziell mit der Heisswasserkur(stündliches schluckweise Trinken von 10-15min. gekochtes Wasser) ist dieser Vorhang, bzw. Dunstglocke entfernt worden! Es war irgendwie wie eine Wiedergeburt zum Teil. Und der Witz war, dass mir bekannte Oertlichkeiten auf einmal anders aussahen! Ich nahm z.B. OBEN wieder etwas wahr etc.

Leider hat es gegen die Entzündung nichts genützt, obwohl das so geschrieben war in dem Buch.

Trotzdem, ist unglaublich, und MB und Depression sollte man wirklich ernstnehmen. Zur Zeit hilft mir auch noch etwas Johanniskraut, dass ich während der Wintermonate jeweils nehme. Und so zwei drei Tassen grünen Tee pro Tag!

Schöne Grüsse

Ronald

Andrea
03.01.2005, 21:39
Hallo Soltar,


das mit dem Depri ist schon eine heftige Sache. Ich stecke seit 2 Tagen richtig drin. Ansich bin ich ein sehr lsutiger Mensch. Aber nun fällt mir das Leben so schwer...Ich hoffe, es ist nur wieder der Vorbote eines neuen Schubes. Denn das habe ich schon mehrmals fest gestellt, daß dieser mit einem heftigen Depri einhergeht.
Die Gesichtsfeldeinengung stelle ich auch immer öfter fest. Bekomme teilweise nicht mit, wenn jemand hinter oder neben mir steht oder an mich ran tritt.. Aber so richtig war mir das nicht bewußt. Obwohl ich es hier schon mehrmals gelesen habe.

Vielleicht können Betroffene mal schildern, wie es sich bei Ihnen auswirkt.

Liebe Grüße
Andrea

Ulmka
03.01.2005, 23:15
Hallo Heike,

ich habe auch massiv Gedächtnisprobleme und auch Konzentrationsschwierigkeiten. Vor allem fällt es mir immer schwerer, Dinge, die ich gedacht habe, zu erzählen - plötzlich sind alle Worte weg :( :heul:

Allerdings habe ich zusätzlich zum MB auch noch MS und ich schiebe zumindest einen Teil darauf, weil in sich den letzten Tagen die MS wieder bemerkbar macht (Muskelzucken, Verkrampfungen an der Hand) und gleichzeitig die Konzentrationsfähigkeit immer weiter in den Keller geht..... :(

Ich hoffe nur, dass das auch mal wieder besser wird....

Liebe Grüße :knuddel:

Lydia

schnegge
03.01.2005, 23:22
hallo Bruja,

eigentlich ist alles gesagt, die Vergeßlichkeit hatte ich auch, als die Schmerzen langanhaltend und extrem waren und ich kaum schlafen konnte. Mangelnder Schlaf, Medis und die Schmerzen lassen dich einiges vergessen, das kommt aber wieder wenn alles ruhiger wird.

du solltest mit deinem Mann über seine Veränderungen reden. Du lebst genau so mit diesen Ängsten wie er und kannst nichts tun. ok, du hast die Schmerzen nicht, aber das heißt nicht das du weniger leidest. ER muss wissen, wenn er dich verletzt.

Schmerzen und Ängste können aggressiv machen, aber auch Angehörige können nur bis zu einem bestimmten Grad ertragen. die Betroffenen merken häufig nicht wie sie sich verhalten. Red mit ihm und sag ihm auch wie du dich fühlst und welche Ängste dich quälen, es hilft

lieben Gruß
Margot

Turbo Biene
04.01.2005, 03:22
Es sind ein paar Tage vergangen als ich Dich schon schreiben wollte.....aber mein Magen und mein Darm spielten wieder verrückt und damit konnte ich nie lange im Forum sein und wäre auch nicht wohl dabei gewesen...es war mir bis gestern soooo schlecht......http://www.mainzelahr.de/smile/krank/kotz02.gif

Jetzt geht es einigermassen. Das was ich Dir schreiben wollte ist nur mal das was ich seit Oktober 2003 erlebe.....das heisst...ich bin immer noch im selben Schub und habe das Gefühl das es nie aufhören will http://www.cosgan.de/images/more/bigs/c020.gif

Ich denke schon das ich mich verrändert habe....das heisst, die Schmerzen haben mich verrändert....wie könnte es anders sein?
Wenn die Schmerzen immer da sind.....jede Stunde, jede Minuten und nichts hilft....so viele Schmerz-Medi's...Basis-Therapien.....und jetzt die TNF-Blocker....nichts hilft....das Morphium hilft auch nicht......

Immer wieder ist Hoffnung für eine neue Therapie da und ich denke......
-das ist es jetzt.....und weiss das ca. 2 bis 3 Monaten gehen kann bis es wirkt......und wieder nichts.....
Das selbe X- mal, und immer noch nichts!!!???

Die viele Nächte auf der http://www.cosgan.net/images/smilie/muede/g030.gif ....mehr als ein Jahr lang, helfen auch nicht, weil es nur paar Stunde in der Nacht sind die ich schlafen kann....dann fehlt schnell die Energie und plötzlich ist die Depression da http://www.cosgan.de/images/more/bigs/c021.gif (im Herbst)


Ja, ich glaube schon das ich mich verrändert habe. :gruebel:

Ich liebe meine Familie und bin froh sie zu haben.....aber sie tun mir manchmal Leid, mein Sohn (15 ) wie mein Mann stehen da....hilflos...(wenn mami wieder der heuler hat) und möchten gerne helfen.....

Ich sage meinen Männern immer wieder, das sie mich sehr helfen schon nur weil sie mich verstehen.........wie? wenn sie.....
- zwischendurch mal den Boden waschen http://www.cosgan.net/images/smilie/haushalt/a060.gif

- oder auch http://www.cosgan.net/images/smilie/haushalt/a070.gif ....das sind Arbeiten mit den ich sehr Mühe habe.....

- oder wenn mein Mann, wenn er sieht das ich fast nicht mehr stehen kann, mich der Rücken massiert....

- der Sohn spaltet mir das Holz und beide mit meinem Mann übernehmen das heizen von unseres Bauernhaus...wir haben 4 sitz-öfen (Kachelöfen) und noch ein 5 tes Holz-ofen in der Küche) für die sitzöfen braucht es, meter lange gespaltene Holz Scheite und die sind ziemmlich schwer.......darum bin ich sehr froh wenn sie es übernehmen....

- mein Mann hat auch sehr viel Geduld mit mir...wenn ich denke wie lange ich Probleme habe mit dem Haushalt http://www.cosgan.net/images/smilie/haushalt/a035.gif und so......

nein...ehrlich....ich bin verwöhnt und bin dankbar das ich meine 2 Männer habe http://www.cosgan.de/images/more/bigs/c016.gif

Darum versuche ich, möglichst, positiv zu denken....aber es funktioniert nicht immer und wenn ich die Schmerzen nicht mehr aushalte dann raste ich auch mal aus....schimpfe meinem Sohn an wenn es vielleicht nicht unbedingt sein müsste ;o und es macht mich traurig weil ich es manchmal nicht mehr so im Griff wie früher...... :heul:

Ja...die Schmerzen verrändern einen Mensch....



Uuupps.....war ziemmlich lang.....sorry ;o


Es ist doch so, dass, jeder mit seine Schmerzen anders umgeht und sie versucht zu verkraften.....jeder trägt sein Rucksack mehr oder wenig gefüllt....aber ich denke das es manchmal möglich ist der Rucksack vom anderen zu teilen das der nicht so schwer zu tragen hat :trost:

Ich wünsche Dir auch Geduld und Kraft (als Partner ist es nicht immer einfach) und finde es schön das Du Dein Partner so gut versuchst zu verstehen....
Was ich Dir oder Euch empfehlen kann....ist, viel darüber zu sprechen und versuchen mit Ihm zusammen, Sachen zu finden die Ihn entlasten würde.

Was mir auch sehr hilft, das habe ich schon öffters geschrieben, ist meine Musik....da kann ich energie raus lassen und das tut gut.

Ich bin auch sehr froh habe ich das Forum.....wirklich, ich weiss nicht was ich ohne Euch gemacht hätte (ich weiss auch das habe ich schon öffters geschrieben) :lol: aber es ist für mich so etwas wichtiges und IHR SEID MIR WICHTIG!!! ich habe hier so viel Kräfte und Mut tanken können und jedesmal als es mir mies giengte...bekam ich so viele aufmunterungen und PN und so....echt SPITZE!!!!

Vielleicht wäre es gut wenn Dein Mann auch mal hier rein schauen würde......auch Er ist herzlich Willkommen :knuddel:

So....jetzt denke ich das ich mich wieder einmal legen sollte...weil Morgen, nein heute, die Therapie und die Spritze wieder an der Reihe sind http://www.cosgan.org/images/midi/sportlich/n055.gif http://www.cosgan.net/images/smilie/muede/s050.gif


Liebe Grüsse von der Turbo Biene und vergiss nicht...Du bist nicht alleine.... http://www.cosgan.de/images/more/bigs/c014.gif

bruja
06.01.2005, 19:59
:heul: Wo ist meine Antwort hin?:comp:


Das glaube ich nicht - weg, alles weg...:bpc: .

Also nochmals in Kurzfassung: Ich danke euch allen für die vielen ehrlichen Antworten.

@Soltar

Die positive Wirkung von Johanniskraut kenne ich aus eigener Erfahrung, aber mein Mann will nichts davon wissen...
Grüner Tee? Wirkt der auch beruhigend? Ich trinke ihn eigentlich wegen niedrigem Blutdruck...

@Ulmka

MB und MS? Du Arme! Kann man die Symtome da eigentlich getrennt betrachten und greifen sie eher ineinander?
Ich frage, weil ich seit 15 Jahren mit dem Verdacht MS lebe. Die Symtome sprechen dafür, aber jede Lokalpunktion dagegen... Ich fühle mich schon wie ein Simulant. Derzeit sind das Schlimmste die Nackenschmerzen und die Schmerzen in den Schultern. Ohne Schmerzmittel kann ich kaum arbeiten. Muss allerdings auch sagen, dass es vom Rheuma kommen könnte... Die ganzen anderen Probs (Schwindel, Sprachprobleme, Steifheit, Gleichgewichtsstörung...) sind zum Glück immer nur vorübergehend und vergehen wieder nach 2 bis 4 Wochen.

Irgendwie ist bei uns wirklich der Wurm drin, aber wir sind ja Kämpfer...:)

laute Musik: Dieses "Heilmittel" nutzen wir schon - da nehme ich manchmal "Reißaus" - im wahrsten Sinne des Wortes;) . Aber wenn er Musik hat und vielleicht und gut drauf ist, dann tanzt er auch mal allein in der Stube:dance: . Das wirkt besser als jede Therapie... (Nur gut, dass wir auf keine Nachbarn rücksicht nehmen müssen...:D ).

Ein Gespräch werden wir sicher auch noch mal führen, aber dazu muss ich einen günstigen Zeitpunkt abwarten.

Vielen Dank nochmals. Ihr seit einfach toll:knuddel: .

Ulmka
06.01.2005, 23:40
Hallo Heike,

ich bin mir nicht sicher - aber oft frage ich mich, wozu die Symptome jetzt gehören - zu MS oder MB :gruebel:

Heute bei der KG z.B. mussten mir erstmal wieder die Halswirbel und Brustwirbel zurechtgerückt werden (HWS und obere BWS waren seitlich verrutscht, untere BWS nach hinten :rolleyes: ) - und danach war auch der flatternde, krampfende Daumenmuskel viel ruhiger, den ich eigentlich auf die MS geschoben hatte.....

Liebe Grüße :knuddel:

Lydia

Soltar
07.01.2005, 22:33
Hallo Bruja

Grüner Tee kann sowohl anregend, wie auch beruhigend wirken, je nach dem wie lange man ihn ziehen lässt.

Er hat viele gute Eigenschaften, unter anderem eben auch eine gewisse Stimmungsaufhellung.

Gruss Soltar

Uli Dörwald
12.01.2005, 16:56
Hallo Hexe,

habe eben den ganzen thread überflogen. Eines schien mir noch unerwähnt: Vielleicht hat dein Mann das schicksalhafte dieser Krankheit stärker begriffen als manch anderer, der irgendwie auf Heilung hofft. Vielleicht hast du mal gehört was einem Querschnittsgelähmten, dem sein Schicksal viel deutlicher vor Augen steht so in den ersten Jahren an psychischen Prozessen nach der Diagnose bevorstehen. Okay, der bekommt professionelle , psychologische Begleitung auf Krankenschein, aber je nach Konstitution kann einen labilen Menschen, oder jemand der große Lebensentwürfe (auch mit seinem Körper) hatte, die MB-Diagnose die Beine unter dem Körper weghauen. Vertraue und hilf ihm dabei sich neue Ziele zu suchen, dann wird er wieder der 'brujo viejo' den du kanntest und liebtest. Er muss nicht der vergrätzte Depri bleiben. Falls er Hispanier ist, kann er sich mit mir auf spanisch austauschen, ich bin Südamerikaner im Herzen. Ansonsten würde ich wiklich sagen: Nimm ihm nicht zuviel ab, Schonung hilft dem MB, nicht deinem Mann. Je besser er informiert ist, desto besser kann er gegenankämpfen. Und Kraftsport und Radfahren soll er weitermachen sobald er den Schmerz im Griff hat. Die Muskeln um die betroffenen Stellen hart trainieren und beim Radfahren aufpassen, dass die betroffenen Stellen nicht auskühlen, also gute Funktionsklamotten.

Gruß Uli
(MeineMail: udoerwald@t-online.de, falls er spanisch kann, wg.: bruja)

bruja
13.01.2005, 17:46
:lol: Erwischt! "Hexe" so nennt mich mein Mann und ich ihn "viejo"...;) .


Da hast du ins Schwarze getroffen... Allerdings sind diese Namen nicht böse gemeint, sondern eher scherzhaft, da sie ja sonst sowieso keiner (normaler Weise:o ) versteht.
Mein Mann ist fast Südamerikaner (Kubaner).
Seine Krankheit hat ihn mit Sicherheit erstmal umgehauen, wenn er das auch nie zugeben würde. Mittlerweile fährt er aber wieder Rad und macht auch wieder seinen Kraftsport, soweit es geht. Auch zu Hause macht er mit (saugen u. ä. Hausarbeiten). Also: Er macht schn, was er kann. Soweit ist eigentlich alles im grünen Bereich. Aber irgendwie ist er trotzdem anders. Vielleicht bin ich auch nur übersensibel geworden:gruebel: ? Oder er hat einfach nur angefangen, über das ganze Leben nachzudenken. Er ist nämlich nur 14tägig am Wochenende zu Hause, da er in der Nähe keine Arbeit findet. Das geht schon mehrere Jahre so und es hat ihn nie gestört. Plötzlich ist das anders... Ist ja schön, dass er sich nach uns sehnt, aber es macht es nicht unbedingt leichter...
Was heißt: Ich bin im Herzen Südamerikaner? Woher kannst du spanisch?

Ich werde meinem Mann auf jeden Fall fragen, ob er dir mal schreiben will, aber er sitzt nie am PC, im Gegensatz zu mir.:rolleyes:

Darf man fragen, aus welchem Bundesland du kommst?

Heike, die Hexe

Uli Dörwald
13.01.2005, 18:23
Hola brucha, (für die andern: so wirds ausgesprochen)

ich bin 1952 in Uruguay geboren und '67 nach Alemania zwangsexportiert worden. Eltern sind Flüchtlinge und '48 ausgewandert, also Wirtschaftswunder voll verpasst, vermute so wie du, denn die meisten Kubaner-Ehen wurden im Arbeiter-und Bauern Deutschland geschlossen ;-), oder? Warst du auch eine Zwangsinternierte? Falls dein viejo ein hispano-afro-amerikaner ist, dann hätte er aber auch ein verdammtes Pech, denn afro-Gene sind meist HLA-B27-negativ.
Aber eines trifft auf alle zu, die müssen nicht mal MB haben: Bei Wärme und Sonnenschein kann man die Medikamente meist halbieren. Was machen wir hier? Ach ja, ausgerechnet im sonnenarmen, feuchtkalten Schleswig-Holstein, 35 km westlich von HH, friste ich mein Dasein und träume von wärmeren Gegenden und Zeiten.
Saludos calurosos
Uli
Hace 38 años que no estuve en el Uruguay, en los 10 años de dictadura por suerte, pero ahora de vez encuando me matan las ancias y el español ya me lo voy olvidando. Por eso me da muchas ganas de hablarlo, escribirlo, escucharlo.

Leslie
14.01.2005, 15:51
Hallo, Bruja,

ich kenne meine Freundin erst seit knapp 2 Jahren. Die Diagnose hat sie seit 7 Jahren. Neulich sah ich aber ein Video von ihr, mit ihrem kleinen Neffen auf dem Arm und ihrer damaligen Freundin. Das ist 11 Jahre her. Ich habe sie fast nicht erkannt. Das hat mich schon ziemlich erschüttert. Sie wirkte so... JUNG... entspannt... glücklich... ausgeglichen... weich... Jetzt hat sich der Schmerz in ihr Gesicht gegraben, und sie ist oft aggressiv. Aber ich denke, der Schmerz IST eben auch so stark, den SIEHT man im Gesicht nach 11 Jahren. Als die Videos aufgenommen wurden, das waren ja auch glückliche Tage, Geburtstag, Baby, usw., da war sie wohl auch entspannt und glücklich, an DIESEM Tag. Das sagt natürlich nichts darüber aus, wie sie damals allgemein war.

Trotzdem wünschte ich, ich hätte sie damals gekannt. Noch ohne Schmerzen. Ich kann mir schon denken, dass ein unbeschwerter Mensch anders ist. Aber auch nicht immer positiv. Ich denke, so eine Krankheit ist auch eine Erfahrung, die manchen lehrt, viele Dinge bewusster wahrzunehmen, sich über eigentlich selbstverständliche Sachen zu freuen, weil man weiss, sie sind NICHT selbstverständlich.

Bevor ich noch mehr Unsinn rede, hör ich lieber auf.
LG, Leslie

Sabine
14.01.2005, 16:12
Hallo Leslie,


du redest keinen Unsinn!!!!! Ich glaube es tut dir gut auch mal darüber zu reden oder schreiben :trost:
Ja der Schmerz hinterläßt schon seine Spuren, das ist wahr.....mein Motto ist aber so positiv wie möglich zu bleiben und ich bin ein sehr fröhlicher Mensch, mir sieht man die Schmerzen meist nicht so an.

Ih finde toll das du dafür Verständnis hast und zu ihr hälst.
Ja, die Krankheit lehrt ein bewußtes Leben.
Ich hoffe für euch beide das ihr auch noch Schmerzfreie Tage erleben dürft.....helfen ihr die Medikamente nicht?

Andrea
14.01.2005, 16:23
Hallo Leslie,

mein Mann vermisst auch manchmal seine unbekümmerte Frau.
Aber MB ist ein schleichender Prozess. Nicht nur körperlich sondern auch seelisch. Man stellt viele Werte in Frage auch " Freunde" müssen dran glauben. Denn man lebt intensiver und will keine Zeit mehr verschenken.

Aber vielleicht liegt es auch am Alter. Denn auch darin reifen wir.Und 7 Jahre sind eine lange Zeit.

Sei gewiß, die Freude und das Glück, daß Deine Freundin heute empfindet ist tiefer denn je. Und darin muß man das Postive sehen. An der Ehrlichkeit, die man durch unsere Krankheit lernt.

Alles Gute für Euch Zwei.
Andrea

bruja
14.01.2005, 21:05
@Sabine



Doch, die Medikamente helfen meinem Mann. Er spritzt sich selbst enbrel und nimmt noch Tabletten. Dadurch sind die Schmerzen zwar nicht weg, aber erträglich. Daher kann er derzeit wieder arbeiten und fühlt sich besser.

Derzeit ist er (bzw. wir) sowieso "friedlicher"(?) oder zufriedener gestimmt. Einer meiner Klassenkameraden hat sich letzte Woche das Leben genommen. Er hatte ständig Schmerzen (wahrscheinlich Krebs) und Depressionen. Mit 38 Jahren hat er keinen Ausweg mehr gesehen...

Da fängt man an, über einiges nachzudenken. Vor allem auch darüber, dass man eigentlich doch "ganz zufrieden sein kann"... Z. B. sind dann die erträglichen Schmerzen gleich viel harmloser...

@Uli

Als erstes muss ich einen kleinen Irrtum aufklären: Mein Mann ist der Kubaner, nicht ich. Unsere Ehe wurde allerdings in der DDR geschlossen, wie du vermutet hast. Er kam eigentlich für 4 Jahre zum arbeiten hier her, ist dann aber irgendwie nicht wieder los gekommen;) ...
Afro-Gene hat er keine. Er ist weiß. Aber das nur nebenbei zu deiner Frage.

Ich kann gut verstehen, dass du dich hier in dem Klima nicht unbeding 100% wohl fühlst. Und vielleicht hast du auch etwas Probleme mit der deutschen Mentalität? Die Latinos sind ja vom Wesen ganz anders...

Dein Spanisch habe ich verstanden und kann ich verstehen, aber im spanisch schreiben habert es bei mir.
Bist du eigentlich auch selbst betroffen? Und ist Uli die Abkürzung für Ulrich, Ulrike oder...? Ich meine Männlein oder Weiblein?

Wieso Medikamente im Sommer halbieren? Ich habe bei meiner Tochter eher die Erfahrung gemacht, dass ihre Medis im Sommer nicht so lange wirken. Vermutlich weil der Stoffwechsel schneller funktioniert (?)... Ist aber vielleicht auch verschieden - je nach Bestandteile.

Muchos saludos, Heike

PS: Du bist "Männlein" und betroffen... Das habe ich gerade auf einer anderen Seite rausgefunden. Übrigens ist mein Mann Jahrgang 1957 - als nur 5 Jahre jünger als du.

Hasta luego!

Uli Dörwald
14.01.2005, 21:44
Hola Heike,
nee, habe ich schon richtig verstanden, dass dein Mann Kubaner ist und MB hat. Muss mich wohl missverständlich ausgedrückt haben, sorry. Im Studium hatte ich mal eine Bekannte, die zur Biermann-Zeit rüberkam, die war auch mit einem Kubaner verheiratet, einem Freund von Reinaldo Arenas, sie ist die Übersetzerin des 'Palast der blütenweissen Stinktiere', und erzählte, dass durch den Kulturaustausch zwischen den sozialistischen Ländern, dem Ernteeinsatz und dem vielen Rum, na wem erzähl ich das...
Ansonsten schlagen da zwei Hezen in meiner Brust. Bin mit einer Nordeutschen verheiratet, (ach ja: Hans-Ulrich Dörwald-Eickelberg ist mein voller Name, der unbelehrbare Alt-**** Hans-Ulrich Rudel war mein Pate, ich kann nix dafür), ob ich im Alter ganz nach Uruguay zurückkehre hängt auch von einer gemeinsamen Probefahrt ab. Aber unsere 'Hochzeitsreise' 5 Monate Mexico in der Hippie-Zeit, die haben ihr sehr gut gefallen, ganz besonders die latino-amistad, die Freundlichkeit und Hezlichkeit, die Körperlichkeit, Präsenz und Nähe, die aber niemals übergriffig, sondern immer respektvoll ist, naja, mir ist das gar nicht aufgefallen, da es mir ja selbstverständlich ist, los alemanes quadrados no lo comprenderan, pero tu me comprendes, no verdad. Si, me falta, definitivamente la aura y facha latina.
Chau y saludos a tu viejo
Juan
(me llamavan como chiquilín)

Nelly
15.01.2005, 07:45
Hallo Uli,

ich gehöre nicht zu "los alemanes quadratos", aber viel kann ich doch vom Spanisch verstehen perchè parlo l'italiano!

Pass ein Bisschen auf, es könnte in den falschen Hals geraten...

Ciao,

Nelly

Leslie
15.01.2005, 10:02
Hallo, Sabine,

falls du mich gemeint hast, mit der Frage, ob die Medis helfen:
Im Moment ist es anscheinend nicht so der Hit. Sie hatte monatelange kein Basismedikament, jetzt sollte sie eigentlich dieses Wochenende mit Katatolon 6 mal / Tag anfangen, überlegt sich jedoch noch, ob sie lieber erst mal 2 Wochen Heilfasten macht (hab ich noch nen Thread zu). Sie nimmt schon relativ viel Zeug, hat aber monatelang ihre Gymnastik vernachlässigt (liegt wohl an mir, weil für eine Fernbeziehung viel Zeit draufgeht. Aber Ignorant, der ich bin, wusste ich gar nichts davon, dass sie jeden Tag hätte Übungen machen sollen, so gut kannt ich mich mit MB noch nicht aus *schäm*), und auch nicht mehr so toll auf die Ernährung geachtet (obwohl sie nie Fleisch isst).

Wir werden sehen. Entweder hilft das Fasten, oder das Katatolon, wenn beides nicht, ist es halt Sch... .

Lieben Gruss,
Leslie

Leslie
15.01.2005, 10:05
@ Andrea

Vielen Dank dir auch, für deine lieben Wünsche.
Für dich auch alles Gute. Ist es nicht schade, dass
man seine Unbekümmertheit so verlieren muss...

LG, Leslie

Sabine
15.01.2005, 11:49
Hallo Leslie


ja , ich meinte dich ;)
Heilfasten finde ich auch gut und ich drück euch die Daumen das es den gewünschten Erfolg bringt. Ich könnte euch noch Rheumodoron 102 A empfehlen, weiß aber nicht ob sie es beim Heilfasten auch einnehmen kann. Es ist absolut Nebenwirkungsfrei. Müßte sie sich mal beim Doc erkundigen.
Mir hilft es sehr gut.
Es werden sich Wege finden....bitte nicht den Mut verlieren.

Das man seine Unbekümmertheit verliert, ist Miest...aber ich denke man gewinnt auch eine ganze Menge auf den langen Weg dieser Krankheit.

Bitte gebt die Hoffnung niemals auf :knuddel:

martinundheike
15.01.2005, 23:04
:p Halihalo
Seit 30 Jahren verheiratet, seit 15 Jahren wissen wir was mein Mann hat, vorher waren es nur "dumme Sprüche", von wegen "Fehlhaltung" etc, erst nach der 2. saftigen Iritis und mit der Wende in unserem Teil Deutschlands ( Wende auch in den Ärzteköpfen) wissen wir nun, daß er kein Simulant oder Arbeitsverweigerer ist. Wir wissen, daß die immer wiederkehrenden Verschlechterungen und Hautrötungen an Gelenken und die dazu gehörige Beulenbildung am Knochen und und und, einen Namen hat. Klar waren die 30 Jahre kein Zuckerschlecken, mein Mann hatte sehr alte Eltern, die aber trotz ihres Alters noch sehr aktiv waren, besonders im Garten basteln und bauen. Oft erhielt er die Aufforderung seiner Mutter, doch mal dem Vater zu helfen. So nach dem Motto, der junge Kerl und krank, jeder hats mal im Kreuz. Das Ende vom Lied war, ich habe mitgearbeitet, weil ich wußte, er kann derzeit nicht,das Ergebnis ist eine ziemlich kaputte HWS bei mir. Aber was solls. Jeder der was tut ,macht was verkehrt nur der nix tut macht keine Fehler, oder wie das Sprichwort heißt. Allerdings mußte ich auch bemerken, wenn er dann eine schmerzfreie Zeit hatte, dann versuchte er auch Bäume auszureißen, was natürlich auch grundverkehrt ist, jetzt wissen wir es beide.Lange Autofahrten sind kaum möglich, entweder er kann nicht mehr sitzen, oder er kriegt Migräne, also sind wir auf Busse und Flugzeuge für den Urlaubstransport umgestiegen.Irgentwie arrangiert man sich mit dem Alltag. Mit Johanniskraut habe ich seit 1 Monat bei ihm angefangen. Er nimmt es, allerdings aus 3 Gründen:1. wegen der sonnenarmen Zeit,2.weils nicht schaden kann,3. weil er wegen der Kur im Mai 2004 derzeit noch keine anderen Medis nehmen muß. Ich bin gespannt ob er die Pillenserie Johanniskraut zu Ende nimmt.Klar ist er nicht mehr der große lange Kerl mit breiter Brust zum ausheulen, den ich mal vor 33 Jahren kennen-und liebengelernt habe. MB hat ihm schon seinen Stempel aufgedrückt. Wir drücken Euch für 2005 die Daumen und viel schmerzfreie Zeit wünschen martinundheike

Mond
16.01.2005, 10:17
Hallo Ihr Lieben,

es ist schon krass, wenn man das hier liest...hat mich schon sehr traurig gestimmt (was im Moment nicht so schwer ist). Ich habe jetzt seit einer Woche meine Diagnose und seit 2 Jahren Schmerzen.
Das ist ja im Vergleich zu den meisten anderen hier wenig. Trotzdem muss ich schon einige Veränderungen an mir feststellen. Ich bin nicht mehr so unternehmungslustig, gereizter, unaufmerksamer. Ich glaube für meinen Freund ist es nicht einfach. An schlimmen Tagen, wenn ich durch die Stadt laufe und mich rempelt jemand an, dann würd ich der Person gerne die Augen auskratzen. Also Kleinigkeiten können mich dann auf die Palme bringen und ich bin eigentlich absolut kein aggressiver Mensch. An manchen Tagen, wenn ich wieder nicht schlafen konnte vor Schmerzen, dann liege ich nur heulend vor Verzweiflung da. (Jetzt weiß ich ja wenigstens was ich hab und kann auch mal Medikamente dagegen nehmen)
Ich bin jetzt 23 und die Aussicht, dass ich den Rest meines Lebens damit Leben muss, bzw. dass es immer schlimmer wird, das macht mich schon fertig. Ich denke es ist normal, dass sich dabei der Charakter verändert. Ich glaube es ist für einen Partner ganz schön schwer, damit auf Dauer klarzukommen... Ich hoffe mein Freund schafft es, denn er hilft mir sehr. Allein in den Arm genommen zu werden, wenn es mir schlecht geht :trost:
Liebe Grüße
Mond

Andrea
16.01.2005, 10:31
Liebe Mond,

laß den Kopf nicht hängen. Man "gewöhnt" sich an alles auch an deinen neuen Freund. Irgendwann wachst du morgens auf und denkst...oh Mann...alles wie immer....
An die Schmerzen wirst du dich nie gewöhnen. Aber du wirst lernen damit umzugehen und dein Leben wird sich neu einrichten. Ich weiß es jetzt seit fast einem Jahr ganz genau...und seit gut 3 Monaten bin ich auch vom Kopf so weit, daß ich weiß warum was und wann passiert. Sicher haut es mich immer noch um, aber ich kann besser damit umgehen.
Früher hieß es..Mama bekommt Ihre Tage...heute..sie bekommt einen Schub...
dann habe ich mindestens 3 mal Meckern frei....

Auch wenn Du mal heulend irgendwo rum liegst...lebe es aus....es gehört einfach dazu. Und wir sind keine Roboter sondern Menschen.

Alles Gute
Andrea

bruja
16.01.2005, 11:31
Hallo Martin und Heike,

eure Geschichte kann ich gut nachvollziehen. Wir leben auch in Sachsen und kennen das Leben vor der Wende. Das Ärztesystem war zwar eigentlich relativ gut und auf jeden Fall "erschwingbarer", aber als "normaler Sterblicher" hatte man es schwer, eine gesicherte Diagnose zu bekommen und bei Unklarheiten weiter behandelt zu werden. Auch die freie Artwahl war leider nicht immer möglich. Und: es war ein absoluter "Arbeiterstaat". Wer da nicht mitziehen konnte, der war sowieso nicht akzeptabel. Damals zählten nur "Arbeitstiere".

Viele Grüße, Heike

Uli Dörwald
16.01.2005, 14:13
Hallo Nelly,
da ist doch nichts negatives oder gar abwertendes in <Deutsche hoch zwei>, eher eine Reaktion der criollos , (Creolen, Eingeborenen) auf den Hochmut und die Perfektion der Deutschen, in der durchaus auch Anerkennung mitschwingen kann, aber schon eine Abgrenzung und Stolz auf die 'Eigenart'. Der Bayer würde sagen 'Miasannmia!', und was er über die Nichtbayern sagt möchte ich gar nicht wissen. Für uns waren die 'quadrados' halt die 'gringos', die frisch importierten Lehrer aus D. samt Familie, die nach 3 Jahren zurückwollten, aber dann doch auf 5 verländert haben, da waren sie meist angepasst und längst nicht mehr so <quadrados> wie zuvor. Das Unangenehme an der deutschen Wesensart spiegelt ja auch der Begriff 'Besser-Wessi' und der ist nun mal von Deutschen für Deutsche, gell? Das sind ja auch immer nur die Anderen, wie Tourist, oderso.
LG
Uli