Vollständige Version anzeigen : Bad Gastein
Hallo ihr lieben,
mich würde mal interessieren ob jemand hier schonmal in Bad Gastein zur Kur war. Die haben da so einen Stollen, in den man einfahren kann. da ist es ganz warm und da sind irgendwie so erdstrahlen...:confused:
Meine Tante (auch MB) schwört darauf und fährt da schon ewig jedes jahr einmal hin und ist danach zwischen 3 und 8 monaten beschwerdefrei...
Hat jemand von euch Erfahrungen damit?
Jule
Hallo Jule,
ja ich war schon einige Male im Gasteiner Heilstollen. Er liegt etwa 100 km südlich von Salzburg im Gasteiner Tal.
Die Wirkungsweise beruht auf Überwärmun (es ist je nach Station um 40° Celsius warm) und der Wirkung von Radon, einem Edelgas.
Im Gasteiner Tal kann man auch radonhaltige Bäder nehmen.
Der Heilstollen hat auch eine Homepagewww.gasteiner-heilstollen.com (http://www.gasteiner-heilstollen.com)
Wenn Du noch Fragen hast, kannst Du Dich gerne melden.
Alles Gute
Uedeke
WolfgangU
30.10.2003, 21:25
Hallo zusammen,
ganz neu im Forum, aber schon eine ganze Weile betroffen, nutze ich Jules interessante Frage zu einem ersten Statement.
Im März diesen Jahres war ich in Bad Gastein - zum ersten Mal, und ich hätte noch kurz vorher selbst nicht geglaubt, dass ich mich auf so etwas einlasse. Überhaupt: zur Kur fahren doch nur alte Opas, oder? Ich habe mich dann - Gott sei Dank - überreden lassen, und es tat auch gar nicht weh. Im Gegenteil: wir waren zu dritt, haben uns für drei Wochen ein Appartement genommen und hatten dort völlige Freiheit des Kommen und Gehens. Als Selbstversorger konnten wir unseren Rhythmus eigenständig festlegen. Orientiert haben wir uns dabei am Fahrplan der ehemaligen Grubenbahn. Alle zwei Tage fuhren wir in den Stollen ein, zehn Mal insgesamt. Anderthalb Stunden unter Tage, ca. 1,5 bis zwei Kilometer tief im Berg drin. Dort, wo es warm und feucht ist, bleibt man eine dreiviertel Stunde auf seiner Liege; den Rest der Zeit verbringt man unterwegs, doch auch während der Fahrt spürt man die Wärme, wirkt das Radon. Es wird über die Haut aufgenommen, daher verzichten die Kurgäste im Berg praktischerweise auf Kleidung. Wenn sich der Tross dann nach der Rückkehr, in Bademäntel gehüllt, die Kapuzen der schweißnassen Haare tief in die Stirn gezogen, schlurfend durch die Flure der Ankunftshalle bewegt, kommt das einem mittelalterlichen Mönchszug schon ziemlich nahe...
Zusätzlich hab' ich mir noch Krankengymnastik, Massagen, Bewegungsbäder und Atemtherapie vom Kurarzt verschreiben lassen. Dafür blieb ich dann nach der Einfahrt noch eine Stunde länger im Therapiezentrum, hab' auf die sogenannte Nachruhe verzichtet, kam damit allerdings prima klar - hatte ich doch den Rest des Tages frei. Überlasten sollte man sich selbstredend nicht. Wir sind diese Zeit nach der Therapie sehr ruhig angegangen, haben uns nur so ein bisschen die Beine vertreten.
Besser ist's, die Tage zwischen den Stollen-Einfahrten zu nutzen: zum Wandern, Skifahren, Spazieren gehen. Abends dann zur Entspannung ins Felsenbad oder in die Sauna - ein Rundum-Wohlfühl-Programm... die Krankenkasse beteiligt sich an den Kosten, wenn der Antrag vorher bewilligt wurde. Die 18 Tage Resturlaub bekomme ich allerdings nicht jedes Jahr zusammen...
Ob's geholfen hat? Naja, so ganz euphorisch wie kurz nach dem Kurlaub bin ich in der Rückschau ein halbes Jahr später nicht mehr. Aber ich kann schon sagen, mir ist's drei Wochen lang gut gegangen, und das war mir hinterher auch anzumerken.
Hat dies nun am Radon gelegen? Manches Mal fühlten wir uns nach den Einfahrten so richtig "high" - wer weiß, woran das lag... War es die Wärme oder die Luftfeuchtigkeit im Stollen? Hat mir die intensive Krankengymnastik zu verbesserter Beweglichkeit verholfen? Oder die angenehme Gesellschaft, schließlich verstanden wir uns prima und hatten drei Wochen Auszeit vom Alltag... Viel Bewegung an frischer Luft, herrliche Frühlingssonne und weicher Schnee auf der Piste, das allein schon hatte therapeutische Wirkung auf mich. Alles in allem: ich hab's nicht bereut, würde gerne noch mal nach Bad Gastein und bin mir fast sicher, dass es vielen so geht.
Meine ganz subjektiven Erfahrungen bezüglich der Wirksamkeit wiegen natürlich nicht die gesammelte Weisheit unzähliger Studien auf. Gleichviel, sie illustrieren die trockenen Zahlen und zeigen, wie schnell sich das Bild wandeln kann. Von wegen alte Opas...
Liebe Grüße
Wolfgang
Hallo Wolfgang,
erst einmal ein recht herzliches Willkommen hier an Board.
Mb ist nun eine Krankheit die sich bei jedem anders auswirkt.
Dem einen tut Kälte gut und er schwört darauf, und andere
eben auf die Wärme und auch diese schwören darauf.
Fakt ist das jeder für sich selber seinen Weg finden sollte um
einigermaßen schmerzfrei und beweglich alt zu werden.
Ich kann deshalb Jule nur empfehlen beides einmal auszuprobieren. Kältekammer oder Radonstollen.
Nur so findet Jule ihren Weg.
In diesem Sinne einen lieben Gruss
der Graf
Uwe
:D :D
Halo leutz,
also ich bin definitiv ein wärmemensch...
wenns mir gar zu eklig geht, dann geh ich ins solarium... das ist richtig gut, so schön durchgewärmt fühlt man sich dann an ekligen herbst und wintertagen gleich viel beweglicher und besser.
ich denke dass wenn sich bei mir die diagnose nun endgültig bestätigen wird dann werde ich alles dransetzen sobald wie möglich nach bad gastein zu kommen.
denn wie gesagt, meine tante macht das schon seit unzähligen jahren und ihr geht es dadurch viel besser...
Jule
WolfgangU
06.11.2003, 16:08
Hi ihrs, hallo Jule,
schön, dass Du so wild entschlossen bist, nach Bad Gastein zu kommen, Jule. Ich kann Dir nur darin bestärken und wiederhole meine Empfehlung, sich möglichst ein eigenes Quartier zu suchen. Das hat mir zumindest geholfen, mich frei von hospitalistischen Tendenzen zu halten. Im Gegenteil - so wohl habe ich mich noch nach keinem Jahresurlaub gefühlt. Ok, das war auch das erste Mal, dass ich drei Wochen am Stück Urlaub genommen hatte.
Was Dein Wärmebedürfnis betrifft, habe ich volles Verständnis. Ich hoffe sehr, jetzt bald mal wieder Zeit für einen langen Saunaabend zu finden. In Bad Gastein fand ich es reizvoll, verschiedene klimatische Reize zu kombinieren. Die erste Frühlingssonne wärmte schon (ganz abgesehen vom Stollen); die Sauna bot an freien Tagen ebenfalls Erwärmung, doch konnten wir auf den Bergwanderungen und auf der Piste ganz andere, gleichfalls extreme Temperaturen erleben... Übrigens auch direkt nacheinander: im Felsenbad gibt's ein großes Freiluftareal, und nix ist prickelnder, als überhitzt auf blanker Haut den frischen Schnee zu spüren... das hat zwar nicht direkt mit Draculas Kältekammer zu tun, doch ist das Panorama der umliegenden Gipfel ein Bonus, der die Reise wert erscheinen lässt.
Viel Spaß im Stollen wünscht
der Wolfgang
Hallo Jule,
Hab seit 3 Jahren MB!
Hab nach der Diagnose (1/2´Jahr)
gleich den bescheid für eine Kur bekommen!
War erst ganz verwundert (nach Österreich!?) und hatte eigentlich gar keine lust, weil ich halt auch noch ziehmlich jung bin, Was soll ich da bei einer Kur? Hab ich mich gefragt! Aber ich hab es nicht bereut nach Bad Gastein zu fahren!
In den ganzen 4 Wochen ging es mir blendend, völlig schmerz und beschwerde frei, durch die Radon therapy und den Heilstollen (3x/Woche)!
Also nur zu empfehlen!
Ganz zu schweigen von der Landschaft und der Verpflegung!
Einfach TOP!
Geh doch am besten gleich zu deinem Arzt und frag ihn nach einer Kur!
Alles gute und beste Wünsche
Micha aus LE
Hallo Bechterewler,
melde mich mit dieser Mail erstmalig in diesem Forum, weil ich der Meinung bin, dass ich meine Erlebnisse mit MB nicht für mich behalten sollte. Vorab kurz ein paar Infos zu meiner Anamnese.
Ich bin 40 Jahre jung und bekam erstmalig 1996 unspezifische Rückenschmerzen, die zunächst nicht auf MB untersucht wurden. Diese Schmerzen traten in unregelmäßigen, längeren Abschnitten immer wieder auf. Seit dem 26.11.2002 weiß ich, dass ich definitiv an MB erkrankt bin..."Es liegt zweifelsfrei eine Spondylitis ankylosans vor, mit deutlichem Befund im Bereich der ISG beidseitig, einem einzelnen Kastenwirbel, sowie einem beginnenden Syndesmophyten".
Diese in Worte gefasste Diagnose bescherte mir für das Jahr 2002 ein bisher noch nicht da gewesenes Schmerzbild. Kamen die Schmerzen bis April 2002 immer schubweise, lernte ich nun eine neue "Qualität" dieser Krankheit kennen. Konnte ich bisher noch meine täglichen Gymnastikübungen durchführen, so war dies inzwischen auch nicht mehr, bzw. nur noch eingeschränkt möglich. Seit dieser Zeit gab es keine schmerzfreien Tage mehr, so dass ich zunehmend auf starke Medikamente zurückgreifen musste. Konkret bedeutet das in meinem Fall die tägliche Einnahme von einer Tablette Vioxx 25. Die Wirkung dieses Medikamentes trat bei mir kalkulierbar nach einer halben Stunde ein und wirkte dann knapp 24 Std.
Ohne Vioxx wurden Bewegungen wie das Aufstehen von einem Stuhl oder das Gehen zur Qual. Zusätzlich zu dem gerade beschriebenen Medikament nahm ich noch ab November 2002, langsam aufbauend, morgens und abends jeweils zwei Tabletten Azufildine RA mit dem Wirkstoff Sulfasalazin. Dies führte aber nicht zur Linderung der akuten Schmerzen, sondern sollte dauerhaft die Entzündung im Körper hemmen. Soviel zu meiner Anamnese.
Der Anlass diese Mail an alle Betroffene zu schreiben ist aber ein ganz anderer. Nachdem ich mich in meinem Bekanntenkreis mal bei Betroffenen umgehört hatte, berichteten zwei Personen von der positiven Wirkung einer Heilstollenkur in Bad Gastein in Österreich. Ohne mein zu dem Zeitpunkt aktuelles Krankheitsbild, hätte ich einen solchen Gedanken wohl nicht weiterverfolgt, kümmerte mich aber dann um die Durchführung einer solchen Kur.
Und jetzt das Entscheidende:
Vom 24.02. - 15.03.2003 führte ich eine Kur mit 10 Einfahrten in den Gasteiner Heilstollen durch. Während der Kur nahm ich meine Medikament in gewohnter Weise weiter ein, weil ich einen Reaktionsschmerz noch während der Kur befürchtete. Nach meiner Rückkehr aus der Kur begann ich unverzüglich mit dem sukzessiven Absetzen der Medikamente.
Heute, fast neun Monate später kann ich berichten, dass ich seit April dieses Jahres keine Medikamente mehr nehme und meine gewohnte Lebensqualität durch Schmerzfreiheit wiedergefunden habe. Selbstverständlich gehört die tägliche, aus meiner Sicht unabdingbare Gymnastik, wieder zu meinem Tagesablauf im Kampf gegen MB. Ich hoffe mit dieser Mail einigen Zweiflern unter euch, die genau wie ich früher, nicht an die schmerzlindernde Wirkung einer Kur glauben, den nötigen Antrieb zu geben es einfach mal zu versuchen...
Ich wünsche, allen die diesen Artikeln lesen ein friedvolles Weihnachtsfest und ein gutes Jahr 2004.
Gruß
Ludger Meinert :)
Hallo Jule,
ich fahre schon seit 1984 nach Bad Gastein zur Kur. Anfangs bekam ich den Stollen verschrieben, obwohl noch keine MB Diagnose vorlag. Dann bin ich alle 2 Jahre dorthin auf Kur gefahren. Es tat und tut mir immer ganz enorm gut!!!! Der Erfolg stellt sich manchmal sofort ein, dann wieder erst nach ein paar Wochen danach, doch der Erfolg hält so ca 4-6 MOnate an, wo ich dann kaum Medikamente nehmen muss! Die Kur ist eine Radon- Wärme Therapie. Das heisst man fährt in den ca 37 Grad warmen mit hoher Luftfeuchtigkeit tiefen Bergwerksstollen ein. Damals wurde in den Tauern Gold geschürft und heute dient er uns armen Bechterew Menscherln als sehr gute Therapie. Die Wärme und Luftfeuchtigkeit bewirken, dass das Radon in unseren Körper eindringt und so die Beschwerden des MB fast verschgwinden läßt. Man trifft dort sehr viele MB Patienten als aller Herren Ländrn. Diese Therapie ist auch für Asthma und PC sowie für Psoriasis sehr gut! Aber du kannst dich bei dem Link;:www.gasteiner-heilstollen.com ganz ausführlich informieren.
Ich jedenfalls schwöre auf die Heilkraft des Gasteiner Heilstollen, außerdem ist ein Kuraufenthalt in diesem schönen Tal allein schon ein Genuß, vorausgesetzt man liebt die Berge!
Ich wünsche dir einen guten Kurerfolg, falls du dich dazu aufraffst!
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