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Vollständige Version anzeigen : Basismedikamente bei peripherer Entzündung???


Ulmka
20.10.2003, 19:55
Moin,

ich habe schon wieder eine neue Frage::frage:

ich habe heute mit dem für die Wesermarsch zuständigen Gruppenleiter beim DVMB telefoniert und unter anderem auch erzählt, dass ich neben NSAR auch Cortison und als Basismedikament Azulfidine nehme, weil ich mit meinen Füßen und Knien so starke Probleme habe.

Er hat dann gemeint, ich solle nicht nur das Cortison, sondern auch das Basismedikament weglassen und versuchen, nur mit NSAR auszukommen.

Eigentlich habe ich aber überall gelesen, dass man eher mehr als weniger Basismed. nehmen sollte und lieber das NSAR weglassen soll.:(

Was meint ihr denn dazu???:frage:

Bei mir kommt dann noch dazu, dass ich Azulfidine schon seit 12 Wochen nehme (mittlerweile 3x2) und immer noch nicht so richtig eine Wirkung spüre - die Füße und das Knie sind nach wie vor entzündet, die Schulter ist sogar erst vor 3 Wochen (oder sind's schon 4?) dazugekommen.:mad:

Jetzt weiß ich gar nicht so recht, was ich machen soll.:confused:

Auf jeden Fall werde ich nochmal die Meinung eines zweiten Rheumatologen einholen (ich weiß nur noch nicht, welcher), die Überweisung habe ich schon hier liegen.

Es wäre schön, wenn ihr mir dazu auch mal eure Meinung sagen könntet - vor allem, wenn ihr auch Probleme mit peripheren Entzüdungen habt.

:frage:

Liebe Grüße

Lydia

UDOausOWL
22.10.2003, 15:31
Moin,

Kannst du mir Informationen zu dem NSAR, oder Azulfine, geben?

Mein Bechterew hat sich erweitert und zwar mit Gelenkbeteiligung an den Händen und Zehen. Mein Hausarzt ein Allgemeinmediziner scheint damit überfordert zu sein, da ich versuche medikamentös etwas zu ändern. Mit Rheumatologen hier in der Gegend um Bielefeld habe ich schlechte Erfahrungen in Form des Termins gemacht, entweder wird hier nur halbtags oder nur auf Überweisung meines Hausarztes gearbeite. Da ich jedoch noch Froh bin arbeiten zu können, versuche ich selbst möglichst viel Informatioen zu sammenln. Zur Zeit nehme ich Brexidol und Voltaren Forte aber die Wirkung reicht für die Gelenke nicht aus.

Ist diese NSAR speziell für Gelenke?

Hast Du oder jemand der das hier liest irgendwelche Erfahrungen damit? Ich wäre dankbar darüber da diese Herbstzeit mir viel Schmerzen bereitet.

Danke und Grüße aus OWL

Udo

petra
22.10.2003, 18:18
Hallo Udo,

NSAR ist die Abkürzung für eine Gruppe von Medis, die so genanntan Nicht Steroiden AntiRheumatika. Das sind nicht hormonelle Entzündungshemmer und Schmerzmittel, wie z.B. Indometacin, Acemetacin, Natriumdiclophenac, Piroxicam u. andere.
Sie können die Enzündung zwar bremsen und eindämmen, genauso die Schmerzen etwas betäuben - aber: die Ursache der Krankheit können sie nicht bekämpfen, die liegt im Körper selbst.

Im Gegensatz dazu gibt es auch noch die Steroiden Antirheumatika auf hormoneller Basis, umgangssprachlich auch als Kortisone bezeichnet, wie z.B. Dexamethason und Prednisolon.

Neuer sind die Basistherapien mit Langzeit-Entündungshemmern wie Sulfasalacin/ Azulfidine, mit denen es möglich sein soll, im Körper ein gewisses Level der Medikamente zu halten ohne die starken Nebenwirkungen der NSAR und SAR zu provozieren, aber auch das sind nur Entzündungshemmer und sie wirken nicht bei jedem gleich.

Von ganz anderem Typus sind die neuen TNF-alpha oder Botenstoffblocker. Im Gegesatz zu allen vorhergenannten Sachen wird hier die Ursache des Übels bekämft, indem die überaktive und gewebezerstörende Autoimmunität durch die Botenstoffblocker gebremst wird.

Genaueres dazu wird Dir ein Rheumatologe erzählen können.

gruss - petra

Ulmka
22.10.2003, 21:35
Hallo Udo,

ich würde an deiner Stelle auf jeden Fall zu einem Rheumatologen gehen - und dein Hausarzt sollte dir auch eine Überweisung ausschreiben - und wenn er nur 'auf Wunsch' draufschreibt. Er selber ist ja, wie du schreibst, überfordert - und genau für die Fälle sind Fachärzte da!
Alle zugelassenen Ärzte in deiner Umgebung findest du unter
http://www.kbv.de/patienten/arztsuche/arztsuche.htm
Da steht dann auch dabei, für welche Fachrichtung die Ärzte zugelassen sind (wichtig für den Unterschied orthopädischer Rheumatologe <-> internistischer Rheumatologe). Wenn du bei der Terminabsprache auch erwähnst, dass du akut Schmerzen hast, solltest du auch relativ kurzfristig einen Termin bekommen (sonst wäre das ja unterlassene Hilfeleistung!).

Auch, wenn du andere NSAR als Voltaren ausprobieren möchtest oder Azulfidine, muß das über einen Arzt laufen, der dann die Blutwerte kontrolliert und der die Rezepte ausstellt (zumindest die Basismedikamente sind rezeppflichtig, ich vermute, ein Teil der NSAR auch).

Wenn du Schwierigkeiten hast, einen geeigneten Rheumatologen zu finden bzw. einen kurzfristigen Termin zu bekommen, kannst du es ja auch erst mal bei einem Internisten in deiner Nähe versuchen. Die haben meistens vernünftige Öffnungszeiten und kennen sich, glaube ich, schon besser mit rheumatischen Erkrankungen aus als Hausärzte.


Viel Erfolg bei deinen Bemühungen!

Gruß

Lydia

hannilein
24.10.2003, 12:00
Hallo Lydia,

den Vorschlag des Gruppensprechers finde ich ehrlich gesagt nicht nur mumpitz sondern nahezu gefährlich falsch.
Azulfidine braucht eine ganze Zeit um zu wirken, zum Teil bis zu einem halben Jahr, also verzweifle nicht, wenn es jetzt nicht wirkt. Vor allem aber solltest Du nicht einfach Dein Cortison absetzen, das kann fatale Auswirkungen haben. Meistens kommen solche bescheuerten Vorschläge von solchen Personen, die keine periphere Beteiligung haben und sich damit nicht vorstellen können, wie schmerzhaft es ist.
Ich habe selbst vorwiegend Probleme mit meinen Handgelenken und Sprunggelenken, sowie meinem Kiefergelenk. Mein Rücken dagegen läßt mich halbwegs in Ruhe. Solch eine Kombi ist bei Frauen nicht selten. Ich habe auch mit Azulfidine angefangen, allerdings muss ich zugeben, dass es bei nichts bewirkt hat. Das ist aber bei jedem anders. In einem solchen Fall ist Methotrexat das Mittel der Wahl. Aber auch dies gehört in jedem Fall in die Hände eines erfahrenen Rheumatologen.
Wenn Du noch Fragen hast, mail mich ruhig an.

Alles Liebe Kathrin

Ulmka
26.10.2003, 16:36
Hallo Kathrin!

Vielen, vielen Dank für deine Antwort!
:danke:

Nachdem ich nicht nur in den Füßen und im Knie, sondern schon seit mehr als zwei Jahren große Probleme mit dem Kiefergelenk habe (ständig verspannt, Hörprobleme, Tinnitus trotz Aufbißschiene; gerade wird es auch wieder schlimmer), bin ich beim Stichwort Kiefer gleich mal auf deiner Homepage gewesen, und was ich dort gelesen habe, war sehr sehr hilfreich für mich!!!:D :D

Jetzt weiß ich endlich genauer, worauf meine Zahnärztin (die sehr bemüht ist, aber keine Erfahrung hat) und auch die anderen Ärzte und mein Krankengymnast achten müssen.

Weiß du vielleicht auch einen guten Zahnarzt oder Kieferorthopäde oder so ähnlich in Oldenburg oder Bremen, der sich mit Bechterew/Rheuma und Kiefer auskennt?
:frage:

Wenn du sagst, dass Azulfidine bis zu 6 Monate braucht, werde ich es noch brav weiternehmen - seit zwei, drei Tagen bin ich auch wieder optimistisch, dass es eventuell doch wirken könnte, es wird nämlich ein ganz kleines bißchen besser.... (das habe ich allerdings schon mehrfach gedacht...).

Cortison schleiche ich weiter nach Plan aus, nächstes Wochenende gehe ich von 12,5 auf 10 mg, d. h. dann lasse ich die halbe Tablette abends weg, mal sehen, wie sich das auswirkt. Ich habe ja auch noch Danaprox als NSAR. Als ich vor zwei Wochen mal versucht habe, das zu reduzieren, bin ich nur noch gehumpelt!

Die Überweisung zum Rheumatologen habe ich auch noch hier liegen; ich denke, ich probiere mal Dr. Schwarz-Eywill im evangelischen Krankenhaus Oldenburg aus - für eine zweite Meinung. Dem werde ich dann auch groß und breit von meinem Kiefer erzählen... .

Außerdem habe ich noch ein Rezept für neue Einlagen hier liegen - hast du auch Einlagen wegen deiner Sprunggelenke? Wenn ja, bringen die was? Bei mir sind nicht nur die Sprunggelenke entzündet, sondern ich habe auch große Probleme im Spann auf beiden Füßen.

Jetzt muss ich Schluss machen, ich habe seit heute eine Woche Besuch, da darf ich nicht so lange im Netz bleiben.

Gruß und nochmal

:danke:

Lydia

Victoria
28.10.2003, 14:03
Hallo,

ist das wirklich so, dass der MB auch den Spann bzw. irgendeinen Fuss befallen kann?

Ich kann das einfach nicht glauben. Habe seit ca. 4 Wochen ein Ödem auf dem Spann vom rechten Fuss. Der Orthopäde hat zuerst etwas von Verstauchung geredet. Dann, als es nicht besser wurde, war es eine Zerrung, und ich sollte den Fuss schonen und brav hochlegen. Habe ich auch gemacht. Als es nicht besser wurde, habe ich für eine Woche eine Gipsschiene bekommen. Danach war es auch nicht besser. Letzte Woche Freitag ist mir der Fuss wie ein Kugelfisch angeschwollen. Nach entlasten mit einer Krücke und viel Fuss hochlegen, ist die Schwellung etwas zurück gegangen. Auch eine Kernspintomographie hat nichts ausser dem Ödem ergeben.

Ich weiss von meinem MB seit ca. 1 Jahr. Bisher hatte ich einen Erguss im linken Knie. Am Knie wurde mir eine Kniespiegelung (vor MB-Befund) gemacht und zwei Radium-Spritzen vom Radiologen verabreicht. Hat alles nichts gebracht. Sobald ich das Knie belaste (viel Laufen, Sport) schwillt es mir zu. Ich habe eine Entzündung am Kreuzbeingelenk, Rückenschmerzen, Entzündungen in den Schultern und Nackenschmerzen. Manchmal fühlt sich mein Rücken an, als hätte ich keine Muskeln. Steifheit habe ich nur im Nacken und das den ganzen Tag. Auch mit Bewegung wird es manchmal nicht besser. An anderen Tagen kann ich meinen Kopf wie eine Katze drehen.

Heisst das jetzt bezüglich meines Fusses, dass ich in Zukunft humpelnd durch die Gegend laufe, da das Ödem MB sein könnte?

Danke für die Auskunft.

Ulmka
28.10.2003, 16:40
Hallo Victoria,

es ist leider so, das MB die peripheren Gelenke befallen kann, und gerade bei Frauen ist das häufig, manchmal sogar der einzige Hinweis.

Bei mir fing es etwa 2 Wochen nach dem ersten heftigen Schub im ISG an. Der Reihe nach wurden beide Knie und Füße dick, so dick, dass die Knie punktiert wurden und ich die Schuhe von meinem Mann anziehen musste, weil ich in meine nicht mehr reinkam!:(

Dein Ödem könnte also durchaus vom MB kommen - aber es muss nicht für ewig bleiben!

Nimmst du denn Medikamente?

Als Akutbehandlung wären auf jeden Fall Entzündungshemmer angesagt (Diclofenac oder andere NSAR) und als Dauerbehandlung wie bei mir Azulfidine (das hoffentlich bald hilft) oder MTX.

Auf jeden Fall solltest du damit zum Rheumatologen!


Gute Besserung :) :) :)

von Lydia

Victoria
28.10.2003, 17:46
Hallo Lydia,

danke für Deine Auskunft.

Ja, ich nehme Medikamente, aber nicht regelmässig. Nur wenn ich die Schmerzen nicht mehr aushalte. Dann nehme ich Voltaren mit dem Wirkstoff Diclofenac.

Bisher (die letzten 2,5 Jahren) war nur mein Knie betroffen. Das es jetzt auch meine Füsse betrifft, schockiert mich. Es ist aber der ganze Fuss dick. Nicht nur dort, wo das Ödem ist.

Ich habe auch morgen einen Termin bei meinem Rheumatologen. Mal schauen was er sagt.

Das Deine Füsse punktiert werden mussten, schockiert mich. Mein Knie wurde ungefähr 50 mal punktiert. Diese Stelle ist jetzt vollkommen vernarbt und steinhart. Ich kenne diese Schmerzen. An den Füssen müssen sie aber noch heftiger sein.

Ich melde mich morgen wieder mit der Diagnose. Ich hoffe immer noch, dass es nur eine Verstauchung ist.

Gruss Victoria