optimum_prime
09.11.2004, 15:34
Hallo,
ich stell mich mal kurz vor und erzähl dann, worum es geht.
Ich bin 34, m, habe seit dem ich 16 bin Beschwerden und mit 19 die Diagnose MB bekommen. Hlab positiv, in der Familie bekannt (Mutter, Onkel), das ganze Programm.
Es begann mit unmotivierten Rückenschmerzen über Fersenentzündungen, bis dann das ISG voll erwischt wurde. Es folgten Medikamente von Diclo über Azulfidine über Vioxx bis heute Celebrex. Regenbogenhautentzündungen hatte ich mehr als Finger an den Händen.
Bis ich 25 war, habe ich viel KG gemacht, war dann aber irgendwann so frustriert, weil es eigentlich immer schlimmer geworden ist, daß ich damit aufgehört habe. Seit dem habe ich gute und schlechte Phasen, dieses Jahr war bis vor kurzem eigentlich sehr gut, ich dachte es hätte sich insgesamt beruhigt.
Mit 26 bekam ich nach 2 Sehnervenentzündungen die erstaunliche Diagnose Multiple Sklerose dazu: Entmarkungsherde im Kopf, entsprechende Teile im Rückenmark und besagte Entzündungen. Dagegen mache ich seit mehreren Jahren eine Basisthreapie mit Avonex, einem Immunsupressivum. Der Bechterew hat sich dadurch nicht geändert.
Die Wirbelsäule ist zu 1/3 ab ISG aufwärts verknöchert, der Hals relativ eingeschränkt, aber ich fühlte mich irgendwie nicht stark behindert (in Autos einsteigen geht schwer, aber ich hasse Autos sowieso, also egal). Und als Computerfuzzy, der zu Hause arbeitet, hatte ich bisher so gut wie keine Schwierigkeiten mit der Arbeit.
Jetzt hatte ich vor 2 Monaten eine Harnwegsinfektion, die mit einem Antibiotikum geheilt wurde, ich war guter Dinge. Und dann hat es mich vor 14 Tagen komplett auseinandergewürfelt. Einen Nachmittag durch die Natur stapfen (viel Gehen hat mir noch nie gut getan), Pilze sammeln und nach grösserer Menge Alkoholgenuss alles wieder ausgek..., abends im T-Shirt auf dem Balkon gesessen, Megapsychostress wg. einer Frau, meiner Familie (alle halb krank) und meinen Freunden (auch alle halb krank und schlecht drauf), schlechter beruflicher Perspektive, das Ende vom Lied war:
Seit 14 Tagen kann ich mich kaum rühren. Und zwar hat sich jetzt alles gleichzeitig gemeldet inclusive der Zehgelenke, die seit langer Zeit überhaupt nicht mehr wehgetan haben, der Hüftgelenke, daß ich kaum laufen konnte, und am krassesten der Hals, daß ich eigentlich nur noch geradeaus schauen kann. So etwas habe ich bisher noch nicht erlebt.
Meine Rheumatologin hat mir einen schmerzfreien Tag mit einer Cortison-Spritze verschafft, und seitdem schlucke ich Cortison zw. 20 und 30 mg, was gut hilft, aber nach 12 Stunden merke ich deutlich, wie mich die Schmerzen und die Schonhaltung extrem stark packen. Und der Effekt, daß ich tagsüber eigentlich Ruhe habe und hauptsächlich nachts und morgens Schmerzen habe, hat sich eigentlich fast umgekehrt (schwer zu sagen): tagsüber scheint es mir schlimmer zu werden.
Jetzt habe ich von reaktiver Arthritis gelesen:
»Nach Infektionen mit Durchfallerregern (Yersinien, Salmonellen u.a.) und bestimmten Erregern von Harnröhrenentzündungen (Chlamydien u.a) kann es nach einigen Wochen zu einer akuten Arthritis der peripheren Gelenke und evtl. auch der Wirbelsäule kommen. Auch ein bereits bestehender M. Bechterew kann sich durch solche Infektionen verschlimmern. Meistens kommt die Erkrankung aber nach ca. 4 Wochen bis 6 Monaten wieder spontan zum Stillstand.«
Hat jemand eine Meinung zu diesem Thema? Ich bin wie gesagt sehr verwirrt, mit einem "normalen" Schub kann ich umgehen, aber dies jetzt ist anders und fühlt sich beängstigend an.
Danke und liebe Grüße ans Board!
optimum_prime
"Mögen alle fühlenden Wesen Glück erfahren und die Ursachen von Glück!"
ich stell mich mal kurz vor und erzähl dann, worum es geht.
Ich bin 34, m, habe seit dem ich 16 bin Beschwerden und mit 19 die Diagnose MB bekommen. Hlab positiv, in der Familie bekannt (Mutter, Onkel), das ganze Programm.
Es begann mit unmotivierten Rückenschmerzen über Fersenentzündungen, bis dann das ISG voll erwischt wurde. Es folgten Medikamente von Diclo über Azulfidine über Vioxx bis heute Celebrex. Regenbogenhautentzündungen hatte ich mehr als Finger an den Händen.
Bis ich 25 war, habe ich viel KG gemacht, war dann aber irgendwann so frustriert, weil es eigentlich immer schlimmer geworden ist, daß ich damit aufgehört habe. Seit dem habe ich gute und schlechte Phasen, dieses Jahr war bis vor kurzem eigentlich sehr gut, ich dachte es hätte sich insgesamt beruhigt.
Mit 26 bekam ich nach 2 Sehnervenentzündungen die erstaunliche Diagnose Multiple Sklerose dazu: Entmarkungsherde im Kopf, entsprechende Teile im Rückenmark und besagte Entzündungen. Dagegen mache ich seit mehreren Jahren eine Basisthreapie mit Avonex, einem Immunsupressivum. Der Bechterew hat sich dadurch nicht geändert.
Die Wirbelsäule ist zu 1/3 ab ISG aufwärts verknöchert, der Hals relativ eingeschränkt, aber ich fühlte mich irgendwie nicht stark behindert (in Autos einsteigen geht schwer, aber ich hasse Autos sowieso, also egal). Und als Computerfuzzy, der zu Hause arbeitet, hatte ich bisher so gut wie keine Schwierigkeiten mit der Arbeit.
Jetzt hatte ich vor 2 Monaten eine Harnwegsinfektion, die mit einem Antibiotikum geheilt wurde, ich war guter Dinge. Und dann hat es mich vor 14 Tagen komplett auseinandergewürfelt. Einen Nachmittag durch die Natur stapfen (viel Gehen hat mir noch nie gut getan), Pilze sammeln und nach grösserer Menge Alkoholgenuss alles wieder ausgek..., abends im T-Shirt auf dem Balkon gesessen, Megapsychostress wg. einer Frau, meiner Familie (alle halb krank) und meinen Freunden (auch alle halb krank und schlecht drauf), schlechter beruflicher Perspektive, das Ende vom Lied war:
Seit 14 Tagen kann ich mich kaum rühren. Und zwar hat sich jetzt alles gleichzeitig gemeldet inclusive der Zehgelenke, die seit langer Zeit überhaupt nicht mehr wehgetan haben, der Hüftgelenke, daß ich kaum laufen konnte, und am krassesten der Hals, daß ich eigentlich nur noch geradeaus schauen kann. So etwas habe ich bisher noch nicht erlebt.
Meine Rheumatologin hat mir einen schmerzfreien Tag mit einer Cortison-Spritze verschafft, und seitdem schlucke ich Cortison zw. 20 und 30 mg, was gut hilft, aber nach 12 Stunden merke ich deutlich, wie mich die Schmerzen und die Schonhaltung extrem stark packen. Und der Effekt, daß ich tagsüber eigentlich Ruhe habe und hauptsächlich nachts und morgens Schmerzen habe, hat sich eigentlich fast umgekehrt (schwer zu sagen): tagsüber scheint es mir schlimmer zu werden.
Jetzt habe ich von reaktiver Arthritis gelesen:
»Nach Infektionen mit Durchfallerregern (Yersinien, Salmonellen u.a.) und bestimmten Erregern von Harnröhrenentzündungen (Chlamydien u.a) kann es nach einigen Wochen zu einer akuten Arthritis der peripheren Gelenke und evtl. auch der Wirbelsäule kommen. Auch ein bereits bestehender M. Bechterew kann sich durch solche Infektionen verschlimmern. Meistens kommt die Erkrankung aber nach ca. 4 Wochen bis 6 Monaten wieder spontan zum Stillstand.«
Hat jemand eine Meinung zu diesem Thema? Ich bin wie gesagt sehr verwirrt, mit einem "normalen" Schub kann ich umgehen, aber dies jetzt ist anders und fühlt sich beängstigend an.
Danke und liebe Grüße ans Board!
optimum_prime
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