PDA

Vollständige Version anzeigen : Bechterew und Darmentzündungen


volker
07.10.2003, 12:35
Hallo,
ich bin 35Jhare alt und leide seit gut 20 Jahren an MB. Bisher konnte ich die Schübe alle paar Jahre ganz gut mit Sport und Medikamenten kontrollieren. Seit ein paar Wochen habe ich Probleme am Schlüsselbein/Brustbeinansatz und eine nachgewiesene Dickdarmentzündung. Mein Internetist "tippt" auf einen Zusammenhang mit MB. Anderweitige Krankheiten hat er ausgeschlossen. Seitdem nehme ich keine Tabletten mehr und versuche so klar zukommen......

Wer von Euch hat ähnliche Erfahrungen ??

petra
12.10.2003, 11:08
Hallo Volker,

es ist tatsächlich oft der Fall, dass MB mit verschiedenen Formen von Darmentzündung einhergehen kann, zum einen sind diese sekundärer Natur und bilden sich durch die Einnahme der nicht gerade magen- und darmveträglichen Medikamente, zum anderen können sie auch primärer Natuer sein, für die ebenfalls eine erhöhte Anfälligkeit bei Leuten mit nachgewiesenem HLA-B 27 besteht.
Die Darmentzündung nur im Bereich des Dickdarms wird als Colitis ulcerosa bezeichnet, ist der gesamte Verdauungstrakt chronisch betroffen, kann es Morbus Crohn sein. Beides wäre abklärungsbedürftig, denn es kann langfristig zu grösseren Blutverlusten durch den Darm führen.
Die Darmentzündungen kann man u.U. in Schach halten, z.B. durch Einnahme von bestimmten Medis oder Joghurt- bzw. Kefirprodukten, zumindest ist es einen Versuch wert. Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht - einziger Nachteil, ich bin dadurch dicker geworden, aber was soll's.

Gruss - petra

Heidrun
21.10.2003, 12:45
Hallo!

Dazu hätte ich auch noch eine Frage. Mir ist folgendes nicht ganz klar: stehen diese Darmentzündungen in einem direkten Zusammenhang mit den Schüben? Sprich: löst eine Darmentzündung einen Schub aus oder ist sie einfach eine Begleiterscheinung?

Kann es sein, dass das bisher noch nicht so richtig erforscht ist? Denn wo auch immer ich dazu Informationen suche, ist das wieder anders beschrieben.

Vielleicht kann mir von euch jemand helfen...

:bitte: und :danke:

Heidrun

uedeke
21.10.2003, 13:46
Hallo Heidrun.

Es ist in der Tat richtig, daß eine Infektion möglicherweise einen Schub auslöst, welche Bakteriensorte dafür "zuständig" ist, ist meines Wissens noch nicht erwiesen, Klebsiella-Bakterien sind mal im Gespräc gewesen.

Alles Gute

Uedeke

SteffiK
24.11.2003, 07:11
Hallo Zusammen

Die Beschreibung von Volker kommt mir nur allzu bekannt vor!
Ich habe seid mittlerweile 10 Jahre MB und seid viel. 6 Jahren in regelmäßigen Abständen Entzünungen im Darm die sich dann immer nett in DF und auch Blutbeimischungen äußern.
Ich konnte allerdings noch nicht feststellen ob die Entzündungen auftreten wenn ich gerade wieder mehr Probleme mit dem MB habe oder nicht. Es kommt einfach irgendwann so 2 mal im Jahr.
Tja und von meiner Mum kenne ich genau diese Beschwerden auch (hat auch MB).
Letztens meinte eine Internistin (ich dachte ich versuch es mal mit ner anderen ) nur ganz schlau..." Ach MB na dann ist das doch klar, da sind solche Erkrankungen ja typisch". Und zakk hatte ich ohne weiter Untersuchung wieder Tabletten in der Hand.
Manchmal denke ich auch das diese Entzündungen auftreten wenn irgendwas mit meiner Seele nicht stimmt...aber eigentlich passt das nicht wirklich immer!

Ich wünsche einen sonnigen Tag

Steffi

Gast_02
25.11.2003, 11:27
Hallo Ihr lieben,

ich denke das sehr viel von dieser Darmgeschichte durch die
Medikamente ausgelöst wird. Vielfach sind da von Anfang MB
bis ins Fortgeschrittene Stadium horrende Atompillen in den
Arzneischränken der Betroffenen unterwegs.
Schuld sind mitunter auch die Ärzte weil sie uns diese Bomben
verschreiben, nur um ums vielleicht nicht so oft zu sehen.
Das ein Darm empfindlich ist wissen auch die meisten.

In diesem Sinne
einen lieben Gruss

der Graf

Uwe

:rolleyes: :rolleyes:

Daisy
25.11.2003, 21:59
ALSO DAS MIT DEM Darm ist so eine Sache, das ist wie mit dem Ei und der Henne, wer war zuerst da!!!?
Manche( so auch ich) haben vorher immerwieder Darmentzündungen und dadurch kann der MB ausgelöst werden. Andere wieder bekommen im Schub probleme mit dem Darm, die nächsten haben dann von den Medis Darmprobleme! Ich darf z.Bsp. keine Zäpfchen mehr nehmen, bekomme sofort Darmblutungen, zu den Tabletten nehme ich immer Magenschutz, da ich schon einige Male Geschwühre hatte!!!Also es ist immer VORSICHT angesagt!
Wie heisst es so schön im Lotto - ALLES IST MÖGLICH!!!!:-(

PipiLangstrumpf
19.12.2003, 12:37
Hi !

Also bei mir fing die ganze Bechti-Geschichte mit diversen Nahrungsmittelunverträglichkeiten an, die mir ständige Magen- und Darmproblemen bereiteten. 5 bis 10 Jahre danach brach der Bechti erst in immer kürzer werdenden Abständen durch entzündliche Schmerzen im Bereich ISG-Bereich und danach im BWS-Bereich aus. (im BWS - nach einer gesalzenen Lungenentzündung). Ich habe von Betroffenen schon oft gehört, dass ein Zusammenhang zwischen Darm und Bechti besteht, allgemeine Ärzte jedoch streiten dies - mir unverständlicherweise - immer noch ab.

Es grüßt Pippi:p

Gast_01
09.01.2004, 11:33
Hallo erstmal,

also ich habe seit 8 Jahren MB und das leider sehr massiv, wie vielleicht einige aus manchen Postings von mir wissen. Ich habe dazu auch Darmproblem. Hatte immer wieder Durchfälle, was ich auf den Stress geschoben habe. Im Januar 2002 pochte dann Prof. Dr. Braun im Rheumazentrum Herne auf einen stationären Aufenthalt in dem es abgeklärt werden sollte. Es wurde eine Darmspiegelung gemacht. Es waren Entzündungen im Dünndarm vorhanden. Diagnose war dann Morbus Crohn. 4 Wochen später bekam ich dann einen sehr schlimmen Crohn Schub mit 40 bis 50 Stuhlgängen. Gleichzeitig ein Rheumaschub. So lag ich dann 8 Wochen im KH. Bei der nächsten Spiegelung wurden dann im Dünn- und Dickdarm Entzündungen gefunden. Ich empfehle immer das per Spiegelung abzuklären denn es gibt sehr gute Basismedikamente gegen den Crohn. Ich bekomme seit Februar 2003 Remicade. Leider wirkt es nicht mehr so wirklich.

Keith
29.01.2004, 16:26
Das Medikament Remicade hat bei mir und auch bei einem Freund eine ausgezeichnete Wirkung gezeigt, die Wirkungen überwiegen bei weitem. Seit Juni bekomme ich alle 6 Wochen eine Infusion mit 500 mg. Bereist 24 Stundennach der ersten Infusion hatte ich kaum noch Schmerzen, seit der 3. Infusion bin ich völlig beschwerdefrei. Nach 20 Jahren ein sehr befreiendes Gefühl.

Für mich war Remicade das erste Mittel das wirklich eine anhaltende Wirkung brachte. Zur Info: Ich bin jetzt 37 Jahre alt und habe seit 24 Jahren MB, seit 18 Jahren Morbus Crohn, seit 4 Jahren Myastenia Gravis (grässliche Sache, die wirklich beeinträchtigt) und noch einige andere Wehwechen.

Seitdem ich schmerzfrei bin geniesse ich jeden Tag, leider fällt mir das Laufen auf längeren Strecken ( mehr als 300 m) zunehmend wieder schwer. Ein Phänomen, dass bisher nicht geklärt werden konnte.
Seit dem ich mit Remicade behandelt werde konnte ich meine Morphinmedikation deutlich senken und bin aktuell noch dabei mich davon zu entwöhnen.

Nach 24 Stunden unter Remicade hat sich mein CPR Wert auf unter 5 gesenkt ( Norm bei mir 70 und mehr ) , doch leider hat Remicade bei mir leider auch zu einigen Nebenwirkungen geführt. So habe ich innerhalb von 4 Monaten 25 kg zugenomen, mein Blutdruck ist ernorm gestiegen, sodass eine dauerhafte Behandlung notwenig wurde, da sich mein Herz schon vergrößert hatte. Eine Hypertriglyzerideanämie aktuell 3800 (Norm unter 200), sowie ein Anstieg der Transanimasen.

Doch was mich wirklich beschäftigt ist, warum ich nach 6 Monaten Beschwerdefreiheit nun wie nie zuvor Schmerzen beim Laufen habe, die aber erst nach ca. 200 m einsetzen. Die ersten 200 m laufe ich ganz normal und ohne Beschwerden, erst nach ca. 200 - 300 m bekomme ich in beiden Huftregionen so starke Schmerzen, dss ich meine Beine nicht mehr bewegen kann. Eine üble Sache, die mich echt belastet. Nur die!

Wer ähnliche Erfahrungen gamcht hat oder wem dieses Phänomen bekannt vor kommt möge sich bei mir melden.

schmiedr@uni-duesseldorf.de