Vollständige Version anzeigen : Bin Heulsuse geworden.....
Svetlana
02.05.2011, 18:13
Meine lieben,wie ist es bei euch?Ich bin letzte zeit eine richtige Heulsuse geworden,egal was,ich heule.Hatte Heute ein Problem bei der Arbeit und sofort geheult,wenn mein Ehemann mich komisch anseht,heule ich .Sogar ,wenn ich Film oder Sendung im Fernseher schaue und es ist etwas zum Tränen nah,wo ich früher keine Reaktion gezeigt hätte ,heule ich...Ich bin so labil geworden,schlimm.Geht es euch auch so?Oder bin nur ich so komisch....
Hallo Svetlana,
nee, Du bist nicht alleine! Mir geht es aktuell auch so. Ich habe etwas die Kontrolle über mich verloren und befinde mich (zumindest bis letzten Samstag ganz intensiv) in der Opferrolle gegenüber dem Russen, der Umstände und meiner selbst... Mir hat es sehr geholfen, mich bei Freundinnen mal richtig auszuheulen (was ich sonst noch nie gemacht habe!!), das gleiche bei meinem Freund zu tun und endlich wieder einen Vertrag mit mir selbst geschlossen zu haben, wie ich wieder mehr Selbstwirksamkeit kriege. Seit dem geht es mir deutlich besser!
Im akuten Schub mit den Dauerschmerzen ging es mir da ganz besonders wie Dir jetzt. Der kleinste Mist hat die Tränen hervorgeholt, weil die Kräfte einfach am Ende waren. Das war damals so schlimm, dass ich selbst nur wenn ich daran denke, immer wieder heulen könnte, weil es damals so schlimm war! Sieh zu, dass Du schleunigst die Schmerzen loswirst! Auch eine begleitende Psychotherapie und u.U. auch Antidepressiva können sehr hilfreich sein. Lass Dich in den Arm nehmen von Menschen, Dir Dich halten können!
Liebe Grüße
Seisa
Svetlana
02.05.2011, 19:25
liebe Seisa ich nemme schon Diazepam,aber sehr selten.Hilft etwas,aber nur kurz.Ich verstecke meine Trennen vor meine Familie,weil ich immer sehr stark war,ich könnte Schmerzen aushalten,wo jeder anderer schon eingeknickt hätte und dieser blöder Russe (schöne Name)hat mich im Griff.Das Problem ist ich hatte zwischen Schuben nur 6 Wochen auszeit,wo mir etwas besser ging.Ich glaube ich schaft es dieses mal garn nicht,es ist so schlimm und meine Mutter hat mir Heute gesagt,ich soll mal schauen,wieso Gott mich bestraft,dann geht es mir besser.....habe keine Wörter mehr....heule die ganze zeit nur.....
Hallo Svetlana,
also bei so einer beschissenen Aussage Deiner Mutter würde ich auch heulen, aber vor Wut! Ich bin auch der Typ, der superstark ist, aushalten kann und sich dann eher verschließt, statt sich auszuweinen. Da ich das über mich weiß, versuche ich mich echt dazu zu zwingen, mich auch mal zu öffnen. Sonst mache ich alles nur noch schlimmer und kann mich selbst nicht mehr leiden. Aber leicht fällt es mir auch nicht...
Das Diazepam ist ja gut, bei einer akuten Krise, aber vielleicht brauchst Du tatsächlich ein Antidepressivum, das mach langfristig gesehen im Vergleich zum Diazepam nicht abhängig, außerdem kann es u.U. positiv bei chronischen Schmerzen auswirken. Sich hier im Forum auszutauschen ist ja auch schon eine gute Entlastung. Vielleicht solltest Du Dir eine MB-Gruppe suchen, damit Du auch "echten" Beistand von Gleichgesinnten bekommst?
Liebe GRüße
Seisa
Hallo Svetlana,
mache Dir mal keine Angst damit.
Ich habe meine definitive Diagnos Bechterew 1984 bekommen, habe auch schon eine lange Krankheitskarriere hinter mir. Ob es am Bechterew liegt oder an der vergangenen Zeit (oder an beidem) bin ich wohl kaum derjenige, der ich 1984 war. Es hat siche iniges geändert. Und manche werden zu "Heulsuse" (wie Du Dich ausdrückst), andere veränderen sich anders.
Alles Gute
Uedeke :)
Hallo Svetlana,
ich tendiere auch dazu, eher erst mal alles in mich rein zu fressen (vor allem die Schmerzen nicht zu zeigen) - aber als ich 2009 einen richtig ekligen Schub hatte, der nicht enden wollte saß ich irgendwann wie ein Häuflein Elend am Tisch und habe nur noch geflennt... erst da hat mein Mann realisiert wie schlimm es war und war danach wie ausgewechselt - und das hat unendlich gut getan!
Also bitte: versuche nicht, immer die Starke zu sein - auch du darfst mal schwach sein und musst es auch zeigen dürfen, denn auch du brauchst mal Hilfe - und wenn du das nicht sagst oder zeigst ist es für die Umstehenden schwer zu merken denn die Schmerzn sieht man nicht!
Also versuche bitte, dir eine Vertrauensperson zu suchen der du mal so richtig dein Herz ausschütten kannst - auch mit viel Tränen denn die müssen raus! Und dann versuche, dir eine Auszeit von deiner Stärke zu nehmen und dir helfen zu lassen damit du auch wieder stark sein kannst! :trost:
Ganz liebe Grüße :trost:
Lydia
Svetlana
03.05.2011, 07:11
Lydia ich versuche es,bin aber immer wieder an Menschen gestossen,die es einfach nicht verstehen,die wollen es einfach nicht war haben,das ich so kaput bin und es gibt sogar,die sich darüber frohen,es gibt alles.
Mir geht es diesmal viel schlimmer,als das letzte mal.......Und ich habe ja noch ein Termin am 12.05 bei Guttachter von ARGE,es nervt alles so....
Svetlana
03.05.2011, 07:13
Jetzt aber,habe ich euch,ich schreibe,lese,heule mich aus.Keiner seht es.Es tut gut.Habe hier in Deutschland niemandem ausser meinen Mann und seiner Familie,die mögen mich aber nicht,weil ich Russin bin...lange geschichte....
Centaurea
03.05.2011, 07:22
Hallo Svetlana,
ich kann ganz gut nachempfinden wie Du Dich fühlst.
Mir fehlt das private Umfeld um mich mal anzulehnen und auszuheulen, (meine Mutter geht mit ihren Aussagen so in Richtung Deiner) also bin ich nach aussen immer die Starke mit dem Erfolg das der "Russe" es um so leichter hat mich zu ärgern. Seit Februar nehme ich ein Antidepressivum und bin seitdem psych. viel besser drauf und gleichzeitig nimmt es auch etwas die Schmerzen sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe ;-)
Also geh den Schritt den auch die anderen Dir geraten haben und hol Dir Hilfe bevor Du ganz am Boden liegst.
Gute Besserung
LG Kerstin
Svetlana
03.05.2011, 08:53
Hallo Kerstin,habe am 11.05 Termin beim Arzt,frage dann wegen Antidepressivum.Es wird auch irgendwann zu viel.Ich habe ja noch Netzhautentzündung und mein Tinnitus macht mich gerade fertig,manchmal fragt man sich wirklich wofür?wieso ich?Meine Mutter habe ich aber ganz harte Antwort gegeben,meine Krankheit ist erblich,also sie ist schuld nicht ich lach,jetzt sagt sie kein Wort mehr über meine ewentuele Sünden.
Svetlana
03.05.2011, 10:45
vielleicht gibt es hier jemanden im Forum,der nicht weit von mir wohnnt?mein PLZ 32689
Hallo Svetlana,
ich wohne in 33102, ist aber auch noch ca. 1 St. entfernt.
Smody
sanninews79
03.05.2011, 21:00
Hallo Svetlana!
Willkommen im Club der Heulsusen. War heute bei der Krankenkasse, die wollten ein Gespräch wegen Krankengeld. habe wieder Herzklopfen bekommen und da ich gerade frisch aus der Rehaklinik komme, hab ich das getan, was die Psychologin mir in der Klinik geraten hat: Direkt in Worte fassen, was man denkt und seinen Ärger aussprechen und nicht immer stark sein und aus Höflichkeit alles runteschlucken.
Also hab ich den beiden Herren erstmal meine Meinung über die schlechte Beratung gesagt, mich geweigert, etwas zu unterschreiben und MEINE Forderungen gestellt. Die waren völlig perplex. Und dann sind mir die Tränen gekommen und es war mir sch..ssegal. Ich habe direkt gesagt, dass ich weiss, dass sie mich aus dem Krankengeld haben wollen. Da hatte ich den Überraschungeffekt auf meiner Seite.
So dumme Gesichter habe ich schon lange nicht mehr gesehen und dann habe ich ihnen das Versprechen abgenommen, dass sie mich unterstützen bei der Rentenversicherung, wenn ich ihnen eine Unterschrift für Einsicht gegeben habe. Ich hab es an deren Gesichter gesehen, dass die Mitleid mit mir hatten und sie haben mich sogar gefragt, was sie mich unterstützen können. (Z.B. Suche nach einem Psychologen, ich suche seit einem Jahr vergeblich.) Und sie wollten doch tatsächlich wissen, welche Erkrankung ich habe. Witzig, gell, wo sie doch schon seit sieben Monaten Krankengeld schicken. Und welche Probleme ich damit habe.
Ich meinte, dass ich, wenn ich schlafen will, Schmerzen habe, dass ich wahnsinnig werde und ich deshalb seit Jahren nur drei bis vier Stunden schlafe.
Warum schreibe ich dir das und was habe ich damit erreicht?
Ich habe ihnen "gezeigt", wo meine Schwierigkeiten sind, nämlich, dass es mir psychisch schlecht geht und dass ich ein Recht darauf habe, fair behandelt zu werden.
Sprich es aus, wie es dir geht! Ich habe auch in der Rehaklinik zum Arzt gesagt, dass ich mich nicht ernst genommen fühle, er hat sich in alle Richtungen gewunden, aber ich habe nicht klein beigegeben.
Die Zeiten sind bei mir vorbei, in denen ich immer still durch die Welt gehe und hoffe, dass jemand Mitleid hat.
Ich spreche jetzt aus, wie es mir geht und wer es nicht verkraftet, den brauche ich nicht. Klar nehme ich auch Rücksicht auf andere.
Und hier hast du ja auch gute Ansprechpartner zum Rumjammern. Das hilft mir auch unheimlich.
:)
Wünsche dir alles Gute und mach mal was Schönes für dich alleine ohne schlechtes Gewissen. Das tut auch mal gut zwischendurch.
Liebe Grüße,
Sandra
Hallo Svetlana,
hätte ich das gewusst - wir haben vor 2 Wochen in deinem Dorf unser neues (altes) Auto abgeholt (vielleicht war der Verkäufer sogar Verwandtschaft von dir ... - Der Name klingt russisch...) - aber das waren 3 Stunden Fahrt, also leider viel zu weit für einen Kaffeeklatsch...
@Sandra: :applaus: :applaus: :applaus:
Liebe Grüße :knuddel:
Lydia
sanninews79
03.05.2011, 22:26
@Lydia, danke! Ich hab heute sowas von guter Laune, mein Mann ist ganz überrascht.
Danke Euch für die guten Tipps immer!
@Svetlana, vielleicht kannst du auch in Reha, ich war in einer für Orthopädie und Psychosomatik und konnte sogar meine Tochter mitnehmen.
Gute Nacht und guten Start in den morgigen Tag!
Liebe Grüße, sandra
Svetlana
04.05.2011, 09:27
Sandra danke dir.....Ich will einfach nicht zugeben,das meine Krankheiten mir auf die Psycho gehen und als mein HA vorgeschlagen hat,mir eine Überweisung für "Psychoarzt" zu geben,habe ich geweigert es anzunehmen.War wohl blöd.Ich muss ja immer stark sein,ich kann ja nicht psychisch krank sein,alles quatsch.Jetzt verstehe ich aber langsam,das ich nicht nur körperlich einen Problem habe,alles dank diesen Forum,danke euch.
Svetlana
04.05.2011, 09:29
Lydia,schade das ich mich so spät hier angemeldet habe,aber ich musste mich auch überwinden.Auch hier zu schreiben war für mich schwer.Dann noch mein DEUTSCH :-D Aber versteht ja jeder,also,alles OK
sanninews79
04.05.2011, 09:46
Hi Svetlana!
Man ist ja net dadurch psychisch krank, sondern es schlägt einem auf die Seele, wenn man immer Schmerzen hat. Da brauchst du dich nicht schämen, nimm ruhig die Überweisung zum Psychiater/Neurologe (klingt schöner, gell?) an. Ich war schon paar Mal dort und die Leute im Wartezimmer sind oft jung und sehen ganz normal aus. Mach dir keine Sorgen.
Ich habe selbst eine psychisch kranke Mutter (manisch-depressive Psychose). Meiner Schwester war das immer peinlich, mir nicht, ich hab den Leuten immer verklickert, das sei sei, wie wenn andere Leute Diabetes haben, da fehlt halt ein Stoff im Körper und dann wird man so, kann jedem passieren.
Und bei unserer Erkrankung fehlt halt auch das Verständnis bei vielen Leuten, man sieht es uns ja meist nicht an.
Aber Krebs sieht man meist auch nicht und da haben die Leute Verständnis.
Aber, andere können wir nicht ändern, du kannst nur deine Sichtweise ändern und vielleicht aktzeptieren, dass es halt so ist. Ich lag auch schon heulend bei dem (hübschen, jungen :)) Physiotherapeut und hab der alten Zeit nachgetrauert, als ich noch schlank war, keine Schmerzen hatte und aktive Reiterin war. Er meinte dann, er habe auch Schmerzen, weil er Gleitwirbel hätte. Hatte dann Mitleid mit ihm.
Naja, und was habe ich beschlossen? Dass ich mit meiner Freundin auf den Reiterhof gegangen bin. Ich bin dann nicht mit zum Ausritt, habe mir ein schönes Buch mitgenommen und mir kein schlechtes Gewissen einreden lassen, weil sie bohrte, ich solle mitlaufen. Ich dachte mir, entweder reiten, oder nicht, aber hinter einem Pferd herlaufen werde ich nicht. Ich habe wieder Stallluft gerochen und wenn es mi mal an einem Tag gut geht, werde ich im Schritttempo auch mal eine halbe Stunde aufs Pferd sitzen, man muss ja nicht gleich galoppieren.
Such dir einfach die Sachen aus, die du kannst und sei nicht traurig, wenn es mal nicht geht.
Mich hat der Satz des Orthopäden in der Rehaklinik gut getan:
"Sie haben halt eine Sch..ss-Krankheit: Sie sollen immer, aber können oft nicht...!" Also, danach ging es mir super, dass ich sowas von einem Mediziner gesagt bekomme, heisst schon was, bisher kam ich mir bei der Rheumatologin immer vor wie eine Simulantin.
Klar will man stark sein. Ich habe ja meine Beschwerden seit 14 Jahren und vor neun Jahren hatte ich beschlossen, diese zu ignorieren. Ich habe mir eingeredet, dass jeder Rückenschmerzen hat.
Meinen Mann kenn ich seit sechs Jahren. Als es dann letztes Jahr nicht mehr ging und ich seitdem krank geschrieben bin, meinte er: "Hattest du die ganzen Jahre Schmerzen und hast mich ver..scht?" Ich meinte:"Ja, aber ich hab es ignoriert und dachte, das wäre normal, ver..scht habe ich dich nicht." Er war ziemlich ratlos.
Sorry, hab mal wieder einen Roman geschrieben! :D
Wünsche dir noch einen schönen Tag!
Liebe Grüße, Sandra
Svetlana
04.05.2011, 13:58
Sandra,danke für deine Romane :-)Ich lese zwar sehr viel,ist aber meistens nicht so spannend :-) Und ich muss kein Buch festhalten,das kann ich nicht mehr,lese jetzt immer an Tisch.Mein Arzt sagte auch das es sch..ss Krankheit ist,ehrlichkeit ist super,sowas schätze ich sehr.
Mein Mann sagte letztens,ich denke,wenn ich deine Schmerzen hätte,wäre ich schon längs tot,ich hätte es nicht ausgehalten.Du bist stark,du schafst es....
Das hilft auch,aber,dann will man es auch beweisen,das man stark ist,muss wohl meinem Mann sagen,du ich bin nicht mehr stark und brauche hilfe und keine einrede,das ich stark sei.....
Hallo Svetlana,
ich widme Dir nun meinen 2001ten Beitrag (bin gerade über diese Zahl gestolpert...). Guck mal bei "Suchen" nach "Fachvortrag Schmerz", da siehst Du ganz genau, dass Du nicht "Balla Balla" bist, sondern warum eine Psychotherapie begleitend so wichtig sein kann!
Liebe Grüße
Seisa
Svetlana
05.05.2011, 10:16
DANKE,mir hat noch nie einer etwas gewidmet :-)SPASIBO
sanninews79
08.05.2011, 00:16
Hallo Svetlana!
Ich lese auch viel und ich hab auch manchmal Probleme mit dem Halten der Bücher. In der Rheumaklinik hatten sie so eine Buchstütze, das war mit Styropor gefüllt und darauf war eine Platte. Da waren so dicke Gummis dran, wo man das Buch einstecken konnte. Dann kann man das auch bequem auf die Schenkel legen und auf dem Sofa lesen oder im Bett, nicht so unbequem am Tisch.
Und dann hab ich noch gerade das entdeckt:
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So ist ein Beispiel für das Lesekissen:
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Schönen Muttertag morgen.
Liebe Grüße, Sandra
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